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Auf unmarkierten Strassen

Dienstag 16. April 2013, von Webmaster

Dieser Text ist die deutsche Übersetzung der Selbstvorstellung der italienischen Genossen von Il lato cattivo.

Wer wird sind

Die schlechte Seite: ein Ort der Begegnung, eine Nähe. Vor allen Dingen eine Tätigkeit. All das auf informelle und konjunkturelle Weise. Doch notwendig. Bis wir sie als überflüssig betrachten werden. Diese Tätigkeit ist das Produkt des Zusammenfliessens diverser Erfahrungen, einer Konvergenz und einer auf die Gegenwart gerichteten Perspektive.

Was uns interessiert: die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt. D.h. die „Banalität“ des alltäglichen Verlaufs des Klassenkampfes. D.h. der Widerspruch zwischen dem Proletariat und dem Kapital als Träger einer positiven Überwindung: die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise und die Produktion des Kommunismus. Einen Weg, den wir nur kennen können, wenn wir ihn gehen. Schritt für Schritt. Einen Weg, von dem wir nur etwas sicher wissen: Er wird zu einem Bruch führen müssen.

Keine „Strömung“. Einerseits das, was das Proletariat „ist“ – in der kapitalistischen Produktionsweise. Der Widerspruch, wie er sich normal jeden Tag reproduziert. Andererseits die Aufhebung der Klassen – auch des Proletariats. Welche letzteres als Handlung der Klasse produzieren kann. Ein Verhältnis, das nicht progressiv ist. Nicht evolutionär. Ein Verhältnis des Bruches.

Unsere Priorität: eine Kritik entwickeln. Sie unumgänglich machen. Die Kritik einer ganzen Periode des Klassenkampfes: Wachstum der Kämpfe um Forderungen, Errichtung einer Übergangsphase, Anwendung des revolutionären Programms. Die Räte. Die Partei. Die Selbstverwaltung. Sowie alle möglichen Kombinationen davon. Die Arbeiterbewegung als Trägerin. Die verschiedenen Formen. Der Inhalt. Die produktive Arbeit befreien. Zur herrschenden Klasse werden. Die Bedingungen des Kommunismus erschaffen.

Die Grundlage der internen Diversifikation der früheren revolutionären Perspektive dekonstruieren. Die Einheit, welche eine derartige Diversifikation grundsätzlich möglich machte. Auf ihrer Ruine eine andere Problematik rekonstruieren.

Mehr noch: die vertiefte Analyse einer Epoche. Das Ende der Arbeiteridentität. Eine andere Struktur des Klassenwiderspruchs. Der molekulare Charakter der Konflikte am Arbeitsplatz. Ihre Unstetigkeit. Die Unmöglichkeit eines kumulativen Wachstums. Die Klassenzugehörigkeit als Grenze und als Zwang. Als das, was es zu überwinden gilt.

Worauf wir bestehen: auf den theoretischen Charakter der Kämpfe. Der aktuellen Kämpfe vor allen Dingen. Jener, welche sich – manchmal – engagieren. Und auch anderer Kämpfe. Für uns der Anspruch einer permanenten Spannung zu einem konkreten Verständnis. Es ist möglich, wenn wir durch die Wüsten der Abstraktion gehen. Imstande Effekte zu produzieren. Ohne vorgemachte Rezepte. Jenseits von jeglichem Warten und von jeglichem Aktivismus. Jenseits von der Intervention selbst.

Sich der Unstetigkeit verschreiben. Mit einem Konzept. Einem Kompass. Gezwungenermassen provisorisch. Um sich zu orientieren. Kommunisierung. Aufhebung des Kapitals. Und als Folge davon die Aufhebung der Klassen, des Staates, des Geldes, des Tausches. Das Verhältnis zwischen Individuen. Jenseits vom Wert und vom Mehrwert. Nicht als fernes Ziel. Auch nicht als Wunder des Himmels. Nichts mehr als als Mittel. Konkret vergegenständlicht als Massnahme der Kämpfe. Welche durch die Situation bedingt sein werden.

Alles, was existiert, verdient es, unterzugehen.

Übersetzt aus dem Französischen von Kommunisierung.net

Italienische Originalversion

Französische und englische Version