<?xml 
version="1.0" encoding="utf-8"?><?xml-stylesheet title="XSL formatting" type="text/xsl" href="https://kommunisierung.net/spip.php?page=backend.xslt" ?>
<rss version="2.0" 
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
>

<channel xml:lang="de">
	<title>Kommunisierung.net</title>
	<link>https://kommunisierung.net/</link>
	<description></description>
	<language>de</language>
	<generator>SPIP - www.spip.net</generator>
	<atom:link href="https://kommunisierung.net/spip.php?id_mot=46&amp;page=backend" rel="self" type="application/rss+xml" />




<item xml:lang="de">
		<title>Blaumachen - Die barbarische Unterschicht nimmt sich die Strasse</title>
		<link>https://kommunisierung.net/Die-barbarische-Unterschicht-nimmt</link>
		<guid isPermaLink="true">https://kommunisierung.net/Die-barbarische-Unterschicht-nimmt</guid>
		<dc:date>2013-11-02T22:37:00Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Webmaster</dc:creator>


		<dc:subject>Bericht/Analyse</dc:subject>
		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
		<dc:subject>Blaumachen</dc:subject>
		<dc:subject>Rocamadur</dc:subject>
		<dc:subject>England</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Die barbarische Unterschicht nimmt sich die Strasse &lt;br class='autobr' /&gt;
&#220;ber die englischen Ausschreitungen und andere Qualen &lt;br class='autobr' /&gt;
Wie ein Sommer mit Tausend Augusten? &lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Die sommerlichen Ausschreitungen 1981 waren der Vorgeschmack der Zukunft f&#252;r uns. Eines Tages, fr&#252;her oder sp&#228;ter, wird das Vereinigte K&#246;nigreich explodieren. Mit einer solchen Behauptung konfrontiert, tendieren die meisten Leute in den Pubs, in den Strassen, in den Superm&#228;rkten oder bei der Arbeit dazu, den Kopf zu sch&#252;tteln. Die alte (...)&lt;/p&gt;


-
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

/ 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Bericht-Analyse" rel="tag"&gt;Bericht/Analyse&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Blaumachen" rel="tag"&gt;Blaumachen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Rocamadur" rel="tag"&gt;Rocamadur&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/England" rel="tag"&gt;England&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://kommunisierung.net/IMG/logo/carpetright_store_after_tottenham_riots.jpg?1689543450' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='113' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die barbarische Unterschicht nimmt sich die Strasse&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;&#220;ber die englischen Ausschreitungen und andere Qualen&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie ein Sommer mit Tausend Augusten?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die sommerlichen Ausschreitungen 1981 waren der Vorgeschmack der Zukunft f&#252;r uns. Eines Tages, fr&#252;her oder sp&#228;ter, wird das Vereinigte K&#246;nigreich explodieren. Mit einer solchen Behauptung konfrontiert, tendieren die meisten Leute in den Pubs, in den Strassen, in den Superm&#228;rkten oder bei der Arbeit dazu, den Kopf zu sch&#252;tteln. Die alte phlegmatische Beschwichtigung, dass &#8222;es hier nicht geschehen kann&#8220;, ist letztendlich weg &#8211; hoffentlich f&#252;r immer&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Like a summer with a thousand Julys&#8230; and other seasons&#8230;, Wolfie Smith, (...)&#034; id=&#034;nh1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Dieser offene Optimismus, welcher das Resultat der Ausschreitungen war, die Grossbritannien Anfang der 1980er Jahre ersch&#252;tterten, war abwesend nach den Unruhen im August. Dieses Mal waren es Ambivalenz, Ratlosigkeit und kritische Distanz, welche auf die Ausschreitungen folgten, statt Enthusiasmus und Hoffnung. Bet&#228;ubung war das vorherrschende Gef&#252;hl in Aktivistenmilieus und militanten Kreisen, um nicht von der Reaktion von &#8222;der Linken&#8220; zu sprechen, was auch immer so genannt werden kann in diesem Land. Wenn man viele Berichte liest, bekommt man den Eindruck, dass die Ausschreitungen jetzt eher als &#8222;notwendiges &#220;bel&#8220; betrachtet werden, denn als Vorgeschmack der Zukunft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der chaotische und krampfhafte Charakter der Unruhen im August, ihre grosse Distanz zu dem, was ein proletarischer Kampf genannt werden k&#246;nnte, die Unm&#246;glichkeit f&#252;r sie, Teil einer ersehnten Bewegung f&#252;r die Selbsterm&#228;chtigung der Arbeiterklasse zu sein, l&#246;ste eine gewisse Nostalgie f&#252;r die fr&#252;hen 1980er Jahre aus. Viele beeilten sich, die sommerlichen Ausschreitungen auf so etwas wie eine soziale Stuhlentleerung zu reduzieren, verglichen mit den Ausschreitungen in den 1980er Jahren, welche &#252;ber Wut und Frust hinausgingen, einen gemeinschaftlichen Geist und eine politische Aspiration bekr&#228;ftigten. Dieses Mal fielen die Aufst&#228;ndischen zur&#252;ck, denn sie werden dahingehend wahrgenommen, dass sie nicht anstrebten, was sie im Idealfall durch Selbstorganisation und Klassensolidarit&#228;t h&#228;tten tun k&#246;nnen, n&#228;mlich die ersten Steine f&#252;r den Wiederaufbau einer starken, autonomen proletarischen Bewegung zu legen. Es ist letztendlich eine Frage des Bewusstseins des proletarischen Subjekts, die stets gegebene revolution&#228;re Praxis auf die beste Art und Weise zu verwirklichen, was diese Aussage von Marlowe zeigt: &#8222;Wut ist notwendig, um die Revolte gegen das System zu wollen, doch diese Mischung aus Wut und Opportunismus hatte keine Perspektive. F&#252;r mich zeigt sie die absolute Notwendigkeit eines Ausdrucks der Klasse, welcher einen Kontext f&#252;r die Entwicklung des Bewusstseins und einen Fokus auf kollektive Aktion bieten kann. Fehlt dies, k&#246;nnen Explosionen der Wut gef&#228;hrlich selbstzerst&#246;rerisch sein&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Weiter f&#252;hrt er aus: &#8222;Ich weiss nicht, wie das geschehen konnte, und es (...)&#034; id=&#034;nh2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die j&#252;ngsten M&#228;ngel des Subjekts werden als Resultat der zeitgen&#246;ssischen Symptome sozialer Pathologien wie Individualismus und Konsumdenken gesehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von einem empirischen/normativen Standpunkt aus betrachtet, erscheinen die sommerlichen Ausschreitungen in vielerlei Hinsicht &#228;hnlich wie viele andere historische urbane Ausschreitungen. Wie viele andere Wellen von Ausschreitungen vor ihnen wurden sie von aufr&#252;hrerischem Verhalten der Polizei provoziert und waren durch die schockierte Antwort der Leute charakterisiert; wie andere Ausschreitungen verbreiteten sie sich schnell und erfassten etliche Individuen und T&#228;tigkeiten, welche kaum Bezug zum anf&#228;nglichen Protest hatten, von welchem sie entstanden; wie andere Ausschreitungen versuchten sie nicht, &#252;ber spezifische Forderungen zu verhandeln; wie bei anderen Ausschreitungen waren gewaltt&#228;tige Praktiken gegen den Staat und Privateigentum Teil davon. Das Problem eines solchen normativen Ansatzes ist es, dass er als Ausgangspunkt &#8222;Ausschreitungen&#8220; im Sinne einer abstrakten Kategorie setzt, deren konkrete Manifestationen immer eine quantitativ variable Mischung von Praktiken sind, welche als typisch konstitutiv davon betrachtet werden. Als solche werden Ausschreitungen, statt als konkretes Moment des Klassenkampfes erfasst zu werden, als eine Reihe von Praktiken im abstrakten innerhalb ihrer eigenen relativen Autonomie ausgesondert. Ihre Position innerhalb der Totalit&#228;t, von welcher sie abgel&#246;st werden, wird dann als Verh&#228;ltnis des Kontextes wieder hergestellt, aus welchem sie entstanden, das als wesentlich exogen zu Ausschreitungen an und f&#252;r sich begriffen wird. Ausschreitungen werden von ihrer Objektivit&#228;t getrennt, nur um wieder mit ihr vereinigt zu werden, jedoch nur in ihrer Getrenntheit. Die Geschichte ist ausgemerzt worden, was in der Wirklichkeit existiert, erscheint als Konkretisierung (Verwirklichung) des ewig Abstrakten. Konkrete Praktiken werden lediglich als gelegentliche Manifestationen der Praxis als Abstraktion betrachtet. Und Praxis als solche, als Objekt, bekommt einen Sinn im Verh&#228;ltnis zu ihrer genauso abstrakten Erg&#228;nzung, Klassenkampf als letzten Endes geschichtslose &lt;i&gt;Antithese&lt;/i&gt; zweier Klassen (ein Duell), eine ewige Gegenwart, ein Kontinuum ohne Br&#252;che, nur mit Aufs und Abs, Erfolgen und Misserfolgen (die Geschichte stellt einfach die Hintergrundfarbe dieser Antithese bereit). Deshalb werden die besonderen Bestimmungen konkreter Praktiken als beil&#228;ufig und unwesentlich verpasst. Die Frage des Kommunismus wird dann zu einem Problem der &#8222;R&#252;ckkehr des Unterdr&#252;ckten&#8220;, das sich bem&#252;ht, seinen Weg zum (Klassen-)Bewusstsein zu finden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Indem wir den Standpunkt einnehmen, dass Klassenkampf im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte &lt;i&gt;ist&lt;/i&gt;, meinen wir, dass die Klassen in einem asymmetrischen Verh&#228;ltnis miteinander verbunden sind, welches ein sich entwickelnder &lt;i&gt;Widerspruch&lt;/i&gt; ist, ein prozessierender Widerspruch, im Kern einer tats&#228;chlich &#8211; gleichm&#228;ssig prozessierenden &#8211; strukturierten Totalit&#228;t (die kapitalistische Gesellschaft) wie sie konstituiert ist &#8211; in Form von Br&#252;chen und Diskontinuit&#228;ten (vergangene Revolutionen und die Konterrevolutionen, welche auf sie folgten) &#8211; und als solcher in jeder historischen Periode reproduziert wird. Die Tatsache, dass die Reproduktion des Ausbeutungsverh&#228;ltnisses widerspr&#252;chlich ist (Arbeit wird immer ben&#246;tigt und ist immer &#252;bersch&#252;ssig/Tendenz der fallenden Profitrate), stellt Kommunismus als wirkliche Bewegung dar, welche den Widerspruch durch die das Kapital und sich selbst aufhebende revolution&#228;re T&#228;tigkeit des Proletariats aufl&#246;st. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, waren die Unruhen im August ein historisch besonderer Moment, welcher zu jener Totalit&#228;t geh&#246;rt, welche den Klassenwiderspruch wie er heute existiert (der restrukturierte Kapitalismus &lt;i&gt;und&lt;/i&gt; seine Krise) als Kern hat. Noch mehr, sie geh&#246;ren zum gegenw&#228;rtigen Moment &#8211; was an anderer Stelle die &#8222;&#196;ra der Aufst&#228;nde&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Woland, The Transitional Phase of the Crisis: The Era of Riots in (...)&#034; id=&#034;nh3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; genannt wurde &#8211; innerhalb der Entfaltung der Krise des restrukturierten Kapitalismus, zur Art und Weise, wie dieser gegenw&#228;rtige Moment in den Besonderheiten des britischen Kapitalismus erscheint und in den Begriffen, welche die Unruhen definierten, n&#228;mlich in der Zusammensetzung der involvierten Personen, der Vielfalt ihrer Praktiken (und der Vorherrschaft einiger Praktiken gegen&#252;ber anderen), ihrer zeitlich-r&#228;umlichen Bewegungsbahn, den Formen der Organisation/dem Zusammenkommen der Aufst&#228;ndischen, ihren Zielen und Hoffnungen (oder ihrem Mangel an Hoffnung), ihrem Verh&#228;ltnis zu ihrer gesellschaftlichen Umgebung und den anderen Episoden des Klassenkampfes in diesem historischen Moment. Die Grenze der Unruhen war den Ausschreitungen an und f&#252;r sich nicht fremd, sondern ihrem Wesen selbst inh&#228;rent, die Kehrseite ihrer Dynamik. Die Unruhen im August verlangen eine Theoretisierung der Probleme, welche sie durch ihren Ausbruch aufwarfen, und ihrem Verh&#228;ltnis zu anderen Manifestationen des Klassenkampfes heute hinsichtlich der durch den gegenw&#228;rtigen Kampfzyklus hervorgebrachten kommunistischen Revolution. Das steht auf dem Spiel!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Restrukturierung und die Konstruktion neuer gef&#228;hrlicher Klassen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Unruhen im August waren nicht nur durch die Abwesenheit unmittelbarer Forderungen definiert, sondern auch durch die Tatsache, dass jede Aussicht auf die Verbesserung der Existenzbedingungen fehlte. Die Aufst&#228;ndischen griffen als das, was sie sind, die aktuelle proletarische Situation an, n&#228;mlich die Prekarisierung der Arbeitskraft. In der Abwesenheit der Forderungen und in ihrer konkreten Praxis, n&#228;mlich Pl&#252;nderungen, Anz&#252;nden von kommerziellen und &#246;ffentlichen Geb&#228;uden, Angriffe auf die Polizei und Polizeiposten, ist der Wunsch, ein &#8222;gew&#246;hnlicher Proletarier&#8220; zu werden &#8211; ein Arbeiter mit einem gerechten Tageslohn f&#252;r einen gerechten Arbeitstag &#8211;, obsolet geworden. Dies war inh&#228;rent verbunden mit der besonderen Situation der Aufst&#228;ndischen. Die Genealogie der Situation in der historischen Entwicklung des Klassenwiderspruchs, ihre Stellung in der Reproduktion des Widerspruchs heute, muss in den gr&#246;sseren widerspr&#252;chlichen Dynamiken des restrukturierten Kapitalismus und der Ersch&#252;tterung aufgrund seiner Krise des Ausbeutungsverh&#228;ltnisses gesucht werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Restrukturierung redefinierte das Ausbeutungsverh&#228;ltnis. Sie hatte zum Ziel, alles zu beseitigen, was zu einem Hindernis f&#252;r die Fluidit&#228;t der Selbstvoraussetzung des Kapitals geworden war. Sie kippte alle Hindernisse f&#252;r die Zirkulation und die Akkumulation um und erschuf eine neue &#196;ra erh&#246;hter Profitraten (&lt;i&gt;grosso modo&lt;/i&gt; in den 1990er Jahren und in der ersten H&#228;lfte der 2000er Jahre). Die Finanzialisierung des Kapitalismus als ganzes war die neue Architektur, die neue Gestalt des Mechanismus zur Angleichung der Profitraten. Die Verhandlung des Preises der Arbeitskraft war nun nicht mehr Teil der Akkumulationsdynamik wie in der vorhergehenden &#196;ra (Lohn-Produktivit&#228;ts-Deal). Indem es alles niederriss, was zur einer Starrheit der Krise der &#8222;Keynesianischen Periode&#8220; geworden war, versuchte das Kapital, sich davon zu befreien, das Niveau der Reproduktion des Proletariats als Arbeitskraft aufrechtzuerhalten, es wurde immer mehr als blosser Aufwand betrachtet &#8211; die Lohnfrage ist asystemisch geworden. Im Kern des restrukturierten Kapitalismus befindet sich die Trennung der proletarischen Reproduktion von der Kapitalverwertung &#8211; innerhalb einer Dialektik zwischen unmittelbarer Integration (reelle Subsumtion) und Aufl&#246;sung der Kreisl&#228;ufe der Reproduktion des Kapitals und des Proletariats&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe On the Periodisation of the Capitalist Class Relation, Screamin' (...)&#034; id=&#034;nh4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &#8211; und die Prekarisierung dieser Reproduktion, welche, entgegen dem Hintergrund der steigenden organischen Zusammensetzung gesellschaftlichen Kapitals und der globalen reellen Subsumtion der Gesellschaft unter das Kapital, die Hervorbringung &#252;bersch&#252;ssiger Arbeitskraft zu einem &lt;i&gt;inh&#228;renten&lt;/i&gt; Element des Lohnverh&#228;ltnisses dieser Periode gemacht hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Restrukturierung zersetzte traditionelle Gemeinschaften der Arbeiterklasse und Arten des Zusammenseins (materielle Zugeh&#246;rigkeit zu einer Gemeinschaft), ein Prozess, welcher in Grossbritannien Hand in Hand mit dem Abbau grosser Teile der Industrieproduktion und dem Zerfall der Hochburgen der Arbeiterklasse ging, welcher damit verbunden war. Die Tendenz ging in Richtung einer Ver&#228;nderung der Arbeiterklasse von einem kollektiven Subjekt, welches der Bourgeoisie gegen&#252;bersteht, hin zu einer Summe von Proletariern, von welcher jeder individuell mit dem Kapital und allen anderen in Verbindung steht, ohne die Vermittlung der praktischen Erfahrung einer gemeinsamen Klassenidentit&#228;t und ohne Arbeiterorganisationen, welche die Klasse als anerkannten Sozialpartner repr&#228;sentiert und akzeptiert, am kollektiven Verhandlungstisch teilzunehmen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Dieser Prozess der Individualisierung der Arbeiterklasse wurde vom (...)&#034; id=&#034;nh5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Diese Transformation wurde durch eine enorme Ver&#228;nderung der Lohnarbeit verwirklicht (und verst&#228;rkte diese auch), welche in den 1980er Jahren begonnen hat: Ver&#228;nderung der technischen Zusammensetzung des Kapitals und des Arbeitsprozesses, Verschiebung hin zu Dienstleistungen, Flexibilisierung und Intensivierung der Arbeit, Individualisierung von Anstellungsvertr&#228;gen, Diskontinuit&#228;t und Zerstreuung von Berufslaufbahnen und Zunahme von unterbezahlter, prek&#228;rer Arbeit vor dem Hintergrund einer Dauerarbeitslosigkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Zersetzung der Arbeiterklasse bedeutete nicht &lt;i&gt;ipso facto&lt;/i&gt; eine universelle Verarmung der Lohnarbeiter. Die kollektive Verhandlungsmacht vieler Arbeiter wurde durch die Fragmentierung der Dienstleistungen, Privatisierung und Untervergabe untergraben. Doch viele der &#252;brig gebliebenen stabilen Teile der Arbeiterklasse (zu einem grossen Teil jene, welche immer noch gewerkschaftlich organisiert sind) konnten ihr Lohnniveau halten, w&#228;hrend f&#252;r viele Eigenheime auf Grundlage von Hypotheken und Konsumkredite eine Erh&#246;hung des Lebensstandards bedeuteten. Gleichzeitig kamen neue lohnarbeitende Mittelschichten auf, welche einen Anspruch auf einen Teil des durch erh&#246;hte Produktivit&#228;t produzierten Wohlstands w&#228;hrend der aufsteigenden Phase dieses Akkumulationszyklus erheben konnten, indem sie in anspruchsvollen Jobs hart arbeiteten und somit einen guten Zugang zu Krediten hatten. Die Mobilisierung g&#252;nstiger Arbeitskraft in den neu industrialisierten Zonen in der &#8222;sich entwickelnden&#8220; Welt (Globalisierung und globale Arbeitsteilung) erlaubte eine erh&#246;hte Kaufkraft, nicht nur von F&#252;hrungskr&#228;ften, Managern und Beratern, sondern auch von Arbeitern, deren Reall&#246;hne stagnierten oder fielen. Die Ideologie, welche die Individualisierung der Arbeiterklasse begleitete, war die Verherrlichung des Privateigentums und individueller Verantwortlichkeit f&#252;r Erfolg oder Misserfolg: &#8222;Jeder kann es schaffen, wenn er nur hart genug arbeitet.&#8220; Zudem sollten individuelle Arbeiter in ihre individuelle Arbeitskraft investieren, statt dass das Kapital (durch den Staat) in die Arbeiterklasse investiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch am unteren Ende der Leiter verlagert sich die Anstellung von traditionellen Berufen der Arbeiterklasse hin zu unqualifizierten Dienstleistungsanstellungen, die Aush&#246;hlung organisierter Arbeit und die schleichende Aufl&#246;sung der Wohlfahrt hin zu einem Sprungbrett in eine prek&#228;re Anstellung haben die Verarmung einer betr&#228;chtlichen Anzahl von Proletariern verursacht, unter welchen nicht-weisse/nicht-britische Proletarier &#252;berproportional vertreten sind. F&#252;r sie hat die wirtschaftliche Restrukturierung zu unbest&#228;ndigen Anstellungen in schlecht bezahlten Jobs gef&#252;hrt, und f&#252;r viele bedeutete es eine Tendenz hin zu wirtschaftlicher &#220;berfl&#252;ssigkeit und gesellschaftlicher Marginalisierung. Die Verwaltung der Arbeitslosigkeit (welche nun als direkte Konsequenz einer inh&#228;rent pr&#228;existierenden &#8222;Unanstellbarkeit&#8220; pr&#228;sentiert wird) durch &lt;i&gt;workfare&lt;/i&gt; zielt einerseits darauf ab, die Habenichtse in die peripheren Sektoren des Arbeitsmarkts zu dr&#228;ngen, womit die Grenzen zwischen Lohnarbeit und Stempelgeld verwischt, w&#228;hrend die L&#246;hne gleichzeitig nach unten gedr&#252;ckt werden, und hatte andererseits den Effekt, den Markt f&#252;r billige Waren neu zu erschaffen und dadurch auch die entsprechenden Jobs, von welchen man gr&#246;sstenteils erwartete, dass die strukturellen Langzeitarbeitslosen sie anstreben. Die Polarisierung der Klassenstruktur war ein inh&#228;renter Teil der Restrukturierung und der aufsteigenden Phase des restrukturierten Kapitalismus: Umverteilung des Wohlstands nach oben, eine scharfe Divergenz zwischen den Lebensstandards der unteren Schichten des Proletariats und der neu definierten Mittelschichten (ohne von der Bourgeoisie zu sprechen), wie auch zwischen verschiedenen Regionen eines Landes und verschiedenen Zonen einer gleichen Stadt, intensive Segmentierung und Gliederung des Proletariats. Das Einstr&#246;men von Frauen und Migranten in den Arbeitsmarkt wirkte betr&#228;chtlich an diesem Prozess mit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Zersetzung der Arbeiterklasse und die Verarmung der unteren proletarischen Schichten ging Hand in Hand mit dem Neuentwurf der gesellschaftlichen Karte der St&#228;dte und der Bestrafung der Armut, der Entstehung des neuzeitlichen diffusen Ghettos, gleichbedeutend mit der r&#228;umlichen Bestimmung der neuen &lt;i&gt;gef&#228;hrlichen Klassen&lt;/i&gt;. Die gesamte gesellschaftliche Wohnstruktur wurde ver&#228;ndert, um zum Wohneigentum anzuregen (Politik der Kaufoption und simultane Reduzierung der Staatsausgaben f&#252;r Wohnungen)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Der Staat hinderte die Gemeinder&#228;te daran, Sozialwohnungen zu bauen, um (...)&#034; id=&#034;nh6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Dies gab den besser gestellten Arbeitern die Chance, Hauseigent&#252;mer zu werden. Gleichzeitig war es ein h&#246;chst bedeutendes Werkzeug f&#252;r die Ghettoisierung der Armen und der Verwandlung etlicher Sozialwohnungssiedlungen in &#8222;No-Go&#8220;-Zonen. Mit der Beschleunigung der Globalisierung, andauernder Migration, besonders aus ehemaligen Kolonien und Osteuropa, sind immer mehr Habenichtse in grosse St&#228;dte gekommen. Die neuen Wellen von Immigranten wurden normalerweise in gerade in jene Nachbarschaften gelenkt, in welchen M&#246;glichkeiten und Ressourcen sich stetig verringerten, denn in diesen Zonen sind die Wohnungen billiger. In diesen Zonen konnten sie auch leichter in den informellen und unternehmerischen Sektoren der Wirtschaft Fuss fassen und von ihren nationalen oder ethnischen Gemeinschaften unterst&#252;tzt werden. Diese Ghettoisierung, begleitet von einer ganzen Palette von &#8222;gesellschaftlichen und gemeinschaftlichen Dienstleistungen&#8220;/Mitteln der &#220;berwachung w&#252;rde entweder dazu f&#252;hren, die Habenichtse &#8222;n&#252;tzlich&#8220; zu machen, indem sie auf die Schiene unqualifizierter Anstellung gelenkt oder in zerfallenen Quartieren eingepfercht werden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Der ganze Prozess des Abbaus der Sozialwohnungen enth&#228;lt seine eigenen (...)&#034; id=&#034;nh7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Gentrifizierung verst&#228;rkte die gesellschaftliche und r&#228;umliche Polarisierung der St&#228;dte, denn der Boden in vielen Stadtzentren, besonders in London, war zu wertvoll, um ihn den Armen zu &#252;berlassen (in London begann die Prozesse der Gentrifizierung mit der Erneuerung des Hafenviertels und dem afro-karibischen Quartier Notting Hill Anfang der 1980er Jahre und breitete sich danach in etlichen anderen Zonen w&#228;hrend den 1990er und 2000er Jahren aus). Sie hat diese Zonen schnell verwandelt und lokale Gemeinschaften der Arbeiterklassen weiter zersetzt. Einwohner mit tiefen Einkommen wurden nicht nur verdr&#228;ngt oder durch happige Mieterh&#246;hungen in zerfallene Geb&#228;ude verdr&#228;ngt, sondern die etlichen Vertreibungen von L&#228;den mit Kundschaft aus der Arbeiterklasse, die &#220;berwachung dieser Zonen, um den Strassenleben Einhalt zu gebieten, kombiniert mit den verringerten Ausgaben f&#252;r Sozialwohnungen, haben ein Niveau der Klassens&#228;uberung erreicht&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Nehmen wir zum Beispiel Hackney: Ganze Strassen wurden innerhalb von ein (...)&#034; id=&#034;nh8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In den historisch gesellschaftlich und ethnisch gemischten britischen St&#228;dten haben diese Prozesse den charakteristisch zerstreuten und diffusen Charakter britischer Ghettos geformt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Tendenz, &lt;i&gt;welfare&lt;/i&gt; mit dem Zwang zu &lt;i&gt;workfare&lt;/i&gt; zu ersetzen, und die Exzesse des Polizei-/&#220;berwachungsstaats sind zwei komplement&#228;re Entwicklungen. Die N&#252;tzlichkeit des Bestrafungsapparats in der &#196;ra von &lt;i&gt;workfare&lt;/i&gt; und Prekarisierung ist einerseits, dass sich widerspenstige Teile der Arbeiterklasse der Disziplin der neuen fragmentierten Dienstleistungslohnarbeit beugen, indem die Kosten f&#252;r den Ausstieg in die informelle Wirtschaft auf der Strasse erh&#246;ht werden, andererseits, dass jene eingepfercht und kontrolliert werden, welche durch die Transformation des Arbeitsmarkts &#252;berfl&#252;ssig geworden sind. Die Einf&#252;hrung und die kontinuierliche Verfeinerung von disziplin&#228;ren &lt;i&gt;workfare&lt;/i&gt;-Programmen, welche auf Arbeitslose, Arme, alleinerziehende M&#252;tter, Behinderte und andere &#8222;Staatsgeldbez&#252;ger&#8220; angewendet werden, und die Entwicklung eines erweiterten Polizei- und Bestrafungsnetzes quer durch die Stadt sind zwei Komponenten eines einzigen Apparats zur Verwaltung der Armut. Gleichzeitig sollen die traditionellen Gesch&#228;fte, Einkaufs- und Unterhaltungsquartiere und die neu gentrifizierten Zonen schick bleiben und nicht von der unerw&#252;nschten Pr&#228;senz der gef&#228;hrlichen Klassen verdorben werden. In den letzten Jahrzehnten gab es etliche neue Gesetze, sowie b&#252;rokratische und technologische Innovationen: Kriminalit&#228;tsbeobachtungsgruppen und freiwillige Gemeinschaftspolizeioffiziere; Partnerschaften zwischen der Polizei und anderen &#246;ffentlichen Diensten (Schulen, Spit&#228;ler, Sozialarbeiter usw.); beschleunigte juristische Prozesse; Polizeikontrollen auf der Strasse&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Willk&#252;rliche Polizeikontrollen wurden 1994 unter dem &#8222;Akt f&#252;r kriminelle (...)&#034; id=&#034;nh9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;; Video&#252;berwachungskameras und digitale Kartographien der Straftaten; Vergr&#246;sserung und technologische Modernisierung der Gef&#228;ngnisse; Vermehrung von spezialisierten Gefangenenlagern&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ende 2011 erreichte die Zahl der Gefangenen im Vereinigten K&#246;nigreich (...)&#034; id=&#034;nh10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Auf ideologischer Ebene wurde ein bestrafender Ansatz gegen&#252;ber gesellschaftlichen Verhaltensweisen gef&#246;rdert und neue gesellschaftliche Typen kamen auf: &#8222;barbarische Jugend&#8220;, &#8222;Randst&#228;ndige&#8220; und &#8222;Chaoten&#8220;. Am Anfang dieser Entwicklung endete die bestrafende Verwaltung der Armut in einem Ausbruch einer kleinen Welle von Ausschreitungen in sozial benachteiligten Stadtzonen Anfang der 1990er Jahre (wie in Bristol 1992), welche sich in Form von sporadischen, konfliktreichen Zwischenf&#228;llen zwischen den gef&#228;hrlichen Klassen und der Polizei &#252;ber die Jahre fortsetzte (die bedeutendsten Zwischenf&#228;lle waren die ethnischen Ausschreitungen in Bradford und Leeds 2001); genau diese Tendenz wurde durch die Tatsache verst&#228;rkt, dass diese Konflikte als Aspekte von &#8222;antisozialem Verhalten&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;F&#252;r weitere Ausf&#252;hrungen zu diesen Ausschreitungen, der Ghettoisierung und (...)&#034; id=&#034;nh11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; verwaltet wurden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Im Wirbelsturm der Krise: Lumpenproletarisierung des Lohnverh&#228;ltnisses&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Konstruktion der gef&#228;hrlichen Klassen im diffusen britischen Ghetto, deren Reproduktionsmodalit&#228;t jene des &lt;i&gt;einschliessenden Ausschlusses&lt;/i&gt; war (der &#220;bergang von Arbeitskraft zu variablem Kapital, oder, in anderen Worten, von der Tatsache ein Proletarier zur Tatsache ein Arbeiter zu sein, als problematisch hervorgebracht), war ein inh&#228;rentes Element der Trennung von Verwertung und proletarischer Reproduktion in der Entwicklung des restrukturierten Kapitalismus, die Kehrseite der gesteigerten Profitabilit&#228;t und der Erschaffung neuer Mittelschichten aus der sich aufl&#246;senden traditionellen Arbeiterklasse. Das Resultat der Restrukturierung war eine akzentuierte gesellschaftliche Polarisierung. Einerseits genossen viele eine bedeutende gesellschaftliche Mobilit&#228;t, innerhalb dem immer flexibleren und kompetitiveren Arbeitsmarkt, haupts&#228;chlich durch das modernisierte Bildungssystem, und waren f&#228;hig, sich an einem relativ guten Einkommen von einem Job im Dienstleistungssektor und an einfachem Zugang zu Kredit zu erfreuen. Andererseits kommt die steigende Anzahl urbaner Armer meistens durch eine Mischung schlecht bezahlter Scheissjobs und informeller Wirtschaft (etliche Handelst&#228;tigkeiten, Kleinkriminalit&#228;t, lokale Gangs), berufliche Fortbildung, Darlehen und das zusammenschrumpfende, aber immer noch existierende Sozialsystem &#252;ber die Runden. In diesem Kontext erh&#228;lt die Weiterbildung die Perspektive eines sicheren &#220;berlebens auf der Basis von Lohnarbeit aufrecht, w&#228;hrend einige hoffen k&#246;nnen, aus der Scheisse herauszukommen, indem sie hart arbeiten, um einen Platz im h&#246;heren Bildungssystem zu finden (eine Hoffnung, die sich nach der Einf&#252;hrung der Universit&#228;tsgeb&#252;hren 1998 und deren Erh&#246;hung 2004&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Studenten mussten 1998 1000 &#163; Schulgeld zahlen und die Geb&#252;hren waren (...)&#034; id=&#034;nh12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; immer mehr entfernte). Doch es gibt keinen gesunden, ausgeglichenen Zustand, keine &#8222;normale&#8220;, voll funktionierende Lage im Kern der kapitalistischen Gesellschaft. Die Widerspr&#252;che des restrukturierten Kapitalismus explodierten weltweit 2007. Um die Unruhen im August in ihrer historischen Besonderheit zu verstehen, kommen wir nicht am Wendepunkt vorbei, welcher der Ausbruch der kapitalistischen Krise darstellt. Die Ausschreitungen letzten Sommer waren nicht einfach die Wiederholung auf breiterer Ebene des Musters der Ghettoausschreitungen, welche dieses Land in den 1990er Jahren und Anfang der 2000er Jahren heimsuchten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kapitalistische Krise, welche als Immobilienblase und als Einbruch im Immobiliensektor 2008 begonnen hat, hat sich in eine globale Rezession und eine ernste Staatsschuldenkrise verwandelt, ohne jeglichen Hinweis f&#252;r einen bevorstehenden Aufschwung am Horizont. Auf strategischer Ebene k&#228;mpft die Bourgeoisie &#8211; mit all ihren internen Konflikten &#8211; f&#252;r den Erhalt des gegenw&#228;rtigen (hoch finanzialisierten) Modus der globalen Akkumulation, indem sie die Kerndynamiken des restrukturierten Kapitalismus selbst mit dem Ziel beschleunigt, die Mehrwertquote zu erh&#246;hen. Die Krise der &#220;berakkumulation, welche in abstrakten Begriffen bedeutet, dass es gleichzeitig zu viele Arbeiter und zu viele Fabriken gibt, ist gleichzeitig eine &lt;i&gt;Krise der proletarischen Reproduktion&lt;/i&gt;. Nat&#252;rlich ist jede kapitalistische Krise eine Krise der Reproduktion der Arbeitskraft, doch die historische Neuheit dieser Krise ist die Tatsache, dass die Lohnforderung schon im der vorhergehenden Periode des Aufschwungs asystemisch geworden war. Die Bem&#252;hung, die Ausbeutungsquote zu erh&#246;hen, bez&#252;glich welcher es h&#246;chst zweifelhaft ist, ob sie die Produktion eines angemessenen Mehrwerts ohne massive Entwertung von Kapital zur&#252;ckbringen kann, beschleunigt alle widerspr&#252;chlichen Dynamiken des restrukturierten Kapitalismus, die selben Dynamiken, welche die gegenw&#228;rtige Krise zum Resultat hatten. Die Unruhen im August brachen innerhalb dieses Wirbelsturms aus: Es war eine konkrete Manifestation in Aktion der Krise der proletarischen Reproduktion, versinnbildlicht in der besonderen Situation der Protagonisten: &#8222;Es ist sicher ein Zufall, dass diese besonderen paar Tage gleichzeitig von den Ausschreitungen, der Senkung der US-amerikanischen Bonit&#228;tsnote und ernsten Unruhen an der B&#246;rse gepr&#228;gt waren. Doch es ist nicht nebens&#228;chlich.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;An Open Letter to Those Who Condemn Looting, Teil I &amp; II, Socialism (...)&#034; id=&#034;nh13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor dem Hintergrund der Bedingungen der Rezession mit schrumpfendem Arbeitsmarkt, zunehmend &#252;berfl&#252;ssigen Arbeitern, j&#228;her Zunahme der Arbeitslosigkeit, eifriger Prekarisierung der Anstellungsvertr&#228;ge und schleichendem Anstieg der Preise von Bedarfsg&#252;tern und (besonders im Zentrum Londons) der Mieten war der &#220;bergang in die Phase der Krise gepr&#228;gt von einer Intensivierung des Angriffs gegen den Lohn aufgrund des Sparkurses&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Auf der Ebene des Spektakels ist eine sehr britische Art der Sparnostalgie (...)&#034; id=&#034;nh14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. F&#252;r die neue Generation der unteren Schichten des Proletariats bedeutet das eine fast komplette Verneinung von Zukunft im eigentlichen Sinn. Schon ein Jahr vor den Ausschreitungen betrug die offizielle Jugendarbeitslosenquote 20.3%, das ist die h&#246;chst gemessene Quote seit die Messungen 1992 begannen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die Arbeitslosenraten sind in armen Zonen noch schlimmer; die (...)&#034; id=&#034;nh15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Dar&#252;ber hinaus hat der starke Anstieg der Studiengeb&#252;hren und die Abschaffung der Stipendien 2010&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;80% der 650000 Studenten h&#246;herer Schulen, welche den Zuschuss f&#252;r den (...)&#034; id=&#034;nh16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, zusammen mit weiteren Sparmassnahmen in den sozialen Diensten (Jugendh&#228;user, Gemeinschaftszentren und lokale Gesundheitsdienstleistungen) und die Wiedereinf&#252;hrung von &lt;i&gt;workfare&lt;/i&gt; (z.B. obligatorische Massnahmen zum Erwerb von Arbeitserfahrung &#8211; was unbezahlte Arbeit bedeutet &#8211; damit man Zuschuss f&#252;r Stellensuchende bekommt) dazu gef&#252;hrt, dass sich die Jugendlichen von den Vorortsquartieren noch weiter vom offiziellen Arbeitsmarkt entfernen, immer mehr in Richtung der h&#246;chst riskanten Aktivit&#228;ten des informellen Sektors.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den Unruhen im August zeigten sich alle Widerspr&#252;che des einschliessenden Ausschlusses in Form des Ghettos &#8211; in der Besonderheit seiner Entstehung im britischen Kontext, n&#228;mlich sein diffuser Charakter &#8211;, welche explodierten: der Widerspruch zwischen den K&#252;rzungen der Sozialhilfe und dem &#220;bergang zu &lt;i&gt;workfare&lt;/i&gt; und der Notwendigkeit, die &#252;berfl&#252;ssige Arbeitskraft einzupferchen und zu verwalten und die Arbeitslosenquoten zu kontrollieren, zwischen einem h&#246;chst flexiblen Arbeitsmarkt mit seinem unbeschr&#228;nkten Fluss von Arbeitskraft (unter dem Banner des Multikulturalismus und der Chancengleichheit) und der bestrafenden Verwaltung der Armut, zwischen Konsum als Ausweis f&#252;r das Menschsein und dem Ausschluss vom Konsum, zwischen Aufwertung (Gentrifizierung) und Verfall. Und all diese Widerspr&#252;che explodierten genau gegen&#252;ber der radikalen Affirmation des einschliessenden Ausschlusses und der Prekarisierung w&#228;hrend der Entfaltung der Krise. Damit brachten die Unruhen im August das Ghetto als Ghetto in Krise hervor, ein spezifisches Beispiel f&#252;r die Krise der proletarischen Reproduktion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Krise der proletarischen Reproduktion ist nicht nur eine Krise der Reproduktion des marginalisierten Proletariats. Es ist eine Krise der Reproduktion des Proletariats als ganzes. Sie bedeutet gleichzeitig Druck und steigende Unsicherheit f&#252;r die stabileren Arbeiter (wie es sich in sporadischen industriellen Konflikten in den letzten Jahren zeigte) und auch eine Krise f&#252;r die Mittelschicht. Die Studentenbewegung Ende 2010 und das Wiederaufkommen von Ausschreitungen in der Innenstadt Londons, das sie begleitete, machte die Reproduktionskrise der k&#252;nftigen Mittelschicht innerhalb der Entwicklung der kapitalistischen Krise deutlich. Die tempor&#228;re Affinit&#228;t zwischen der Studentenbewegung und den Unruhen im August, sowie der Einfall von auf Konfrontationen mit der Polizei und Sachbesch&#228;digung vorbereiteten Studenten in die Gewerkschaftsdemonstration im M&#228;rz 2011 zeigte klar, dass die Jugend als Subjekt der Revolte erscheint, insofern dass die Krise allen voran jene betrifft, welche in den Arbeitsmarkt eintreten, &lt;i&gt;den Modalit&#228;ten ihres Eintritts entsprechend&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;F&#252;r eine fr&#252;here Ausarbeitung dieser Idee, siehe The Glass Floor &#252;ber die (...)&#034; id=&#034;nh17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; (es ist haupts&#228;chlich die &lt;i&gt;Zukunft&lt;/i&gt;, welche durch die Krise blockiert wird). Die Pr&#228;senz von Sch&#252;lern aus &#8222;den Slums von London&#8220; innerhalb der Studentenbewegung erzeugte, obwohl es eine Randerscheinung war, einen inneren Widerspruch, welcher sich in einigen F&#228;llen in Konfrontationen zwischen Sch&#252;lern und Studenten oder Aktivisten manifestierte. Sie machte aus dem Inhalt selbst der Bewegung (die Verteidigung des Rechts auf h&#246;here Bildung) eine Unsinnigkeit, in dem Sinn, dass sie auf der Grundlage ihrer Forderung sich &#252;ber die Universit&#228;t hinaus ausbreiten wollte (Ausbreitung war notwendig, um den Kampf zu gewinnen), doch diese Ausbreitung selbst (wie sie sich in der Beteiligung von Sch&#252;lern manifestierte) untergrub die Kernforderung&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Vergiss die Universit&#228;t, ich kann mir nicht mal mehr das College leisten. (...)&#034; id=&#034;nh18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Diese innere Dichotomie zwischen Studenten und Sch&#252;lern innerhalb der Studentenbewegung und deren sp&#228;tere inhaltliche Distanz von den Unruhen im August widerspiegelt den &lt;i&gt;differenzierten Charakter&lt;/i&gt; der Krise der proletarischen Reproduktion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Krise des Ghettos, wie sie sich in den Unruhen im August zeigte, fasst die Krise der proletarischen Reproduktion &lt;i&gt;schlechthin&lt;/i&gt; zusammen, denn die gef&#228;hrlichen Klassen repr&#228;sentieren schlechthin das, was f&#252;r das Proletariat im breiten Sinn &lt;i&gt;als Dynamik&lt;/i&gt; universell geworden ist: Die weltweite Prekarisierung der Arbeitskraft (die Utopie des Kapitals, sich der Arbeit zu entledigen, welche ein definierendes Element der Reproduktion des Klassenwiderspruchs innerhalb des restrukturierten Kapitalismus und seiner Krise ist). Die gef&#228;hrlichen Klassen des 21. Jahrhunderts entsprechen nicht dem traditionell definierten Lumpenproletariat&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gewaltt&#228;tige Ausbr&#252;che von Lumpenproletariern waren in der Geschichte des (...)&#034; id=&#034;nh19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, welches, als permanente Randzone der Reservearmee der Arbeit, in seiner eigenen Welt lebte und somit von Anfang an das &#8222;&#196;ussere&#8220; des zentralen kapitalistischen Verh&#228;ltnisses repr&#228;sentierte. Das neue &#8222;Lumpenproletariat&#8220; (die neuen gef&#228;hrlichen Klassen) dringt in die Normalit&#228;t des Lohnverh&#228;ltnisses ein, eben genau, weil das &#8222;normale&#8220; Proletariat lumpenproletarisiert wird. Die Krise verursacht eine pl&#246;tzliche Verarmung von vielen Arbeitern (wie es in der ganzen westlichen Welt der Fall ist), dazu kommt die Belastung der gestiegenen Arbeitslosigkeit/zeitweiliger Arbeitslosigkeit und Schulden (Kredite, welche sie nun nicht mehr zur&#252;ckzahlen k&#246;nnen, was verschlimmert wird durch die Tatsache, dass jene, welche Hypotheken haben, nicht immer Unterst&#252;tzungsleistungen anfordern k&#246;nnen, um die Wohnkosten zu decken) oder der Einschr&#228;nkung des Zugangs zu Krediten. Sie bringt allerdings erst recht die verst&#228;rkte Lumpenproletarisierung des Proletariats selbst hervor &#8211; eine Lumpenproletarisierung, welche nicht als aussen liegend im Verh&#228;ltnis zur Lohnarbeit erscheint, sondern als ihr definierendes Element. Einschluss tendiert immer h&#228;ufiger durch Ausschluss zu erfolgen, besonders f&#252;r die Jungen. Es ist eine Dynamik, eine kontinuierlich erneuerte Bewegung. Es geht nicht nur um den Ausschluss vom Arbeitsmarkt, welcher wohl viele betrifft, sondern auch um den Ausschluss von all dem, was als &#8222;normale&#8220; Arbeit, &#8222;normalen&#8220; Lohn, &#8222;normale&#8220; Existenz betrachtet wird&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe The Rise of the (Non-)Subject von Blaumachen und Freunde, Februar 2012.&#034; id=&#034;nh20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Tatsache, dass die Krise des Ghettos der Inbegriff der Krise der proletarischen Reproduktion schlechthin ist, bedeutet nicht, dass das Proletariat ghettoisiert wird. Die Hervorbringung der Revolution ist nicht eine Frage absoluter Verelendung. Die Krise der proletarischen Reproduktion ist differenziert, was bedeutet, dass es eine Krise der Reproduktion von jedem Teil des Proletariats ist, abh&#228;ngig von den Modalit&#228;ten seiner Reproduktion, und gleichzeitig eine Krise der Gliederung innerhalb des Proletariats. Letztere ist sehr wichtig, denn diese Gliederung ist ein h&#246;chst notwendiges Element der Reproduktion des restrukturierten Kapitalismus. Die Karriereleiter ist nicht nur blockiert, sondern jeder wird nach unten gedr&#252;ckt. Daraus resultiert, dass jeder Teil versucht, Barrikaden zu errichten, um seine Stellung zu besch&#252;tzen und seinen Fall zu verhindern. Das gilt umso st&#228;rker, je n&#228;her an der Spitze. Die Krise der Gliederung des Proletariats versch&#228;rft alle inneren Widerspr&#252;che und Konflikte. Das Lohnverh&#228;ltnis ist freilich zunehmend lumpenproletarisiert, doch in diesem Kontext wird die Tatsache, ein Lohnarbeiter zu bleiben und als solcher zu &#252;berleben immer mehr zu einer dringenden Angelegenheit. In diesem Kontext wurden die Praktiken der Aufst&#228;ndischen im August gleichzeitig, da sie inh&#228;rent von ihrer besonderen Situation abh&#228;ngen, &#8211; eben genau wegen der Stellung dieser besonderen Situation innerhalb der Reproduktion des Klassenwiderspruchs &#8211; als innere Distanz, als &lt;i&gt;Diskrepanz&lt;/i&gt; innerhalb dem notwendigerweise vorherrschenden Anteil von Klassenk&#228;mpfen heute hervorgebracht, n&#228;mlich der Lohnforderung (Handeln als Klasse).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Gemeinschaft ist erledigt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der grosse Unterschied zwischen letztem August und den Ausschreitungen in den 1980er Jahren war, dass letztere eine &#8222;affirmative&#8220; Dimension hatten &#8211; sie konnten der explosive Ausdruck einer Bewegung zur Beendigung rassistischer Diskriminierung, der Gesetze zu &#8222;verd&#228;chtigen Personen&#8220;, Personenkontrollen sein &#8211; d.h. eine Bewegung f&#252;r eine gewisse Integration. Im Jahr 2011 war dies nicht der Fall; es gab keine schwarzen Gemeinschaften, welche f&#252;r Integration k&#228;mpften. Die Ausschreitungen in den 1980er Jahren konnten im Rahmen des Anfangs der Restrukturierung und der Niederlage der Klasse betrachtet werden, Thatcher, welche die Drucker oder Minenarbeiter angreift und besiegt, doch diese Niederlage wurde damals vielleicht nicht als unvermeidlich betrachtet. Im Gegensatz dazu waren 2011 jegliche integrativen Forderungen umso mehr illegitim. Heutzutage kann man nicht (auch nicht mit Gewalt) &#8222;fordern&#8220;, als &#8222;gew&#246;hnlicher Proletarier&#8220; behandelt zu werden, denn das wurde von der Krise des restrukturierten Kapitalismus weggefegt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Viele historische Aufst&#228;nde gingen nat&#252;rlich nicht mit Forderungen einher. (...)&#034; id=&#034;nh21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Zusammen mit diesem Horizont wurde die Affirmation der Gemeinschaft der Arbeiterklasse als Epizentrum der proletarischen Neuformierung obsolet und als obsolet erkannt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Gemeinschaft der Arbeiterklasse war nie ein Aufruf zur Einheit, sondern die tats&#228;chliche r&#228;umlich-zeitliche Wirklichkeit der proletarischen Reproduktion ausserhalb des Arbeitsplatzes (doch eng mit ihm verbunden, mit der Fabrik als Prototypen), durchdrungen von Solidarit&#228;tsverh&#228;ltnissen und gemeinsamen Klasseninteressen. Die Geschichte dieser Gemeinschaft in Grossbritannien geht zur&#252;ck auf die m&#228;chtigen lokalen Gemeinschaften der Arbeiterklasse, welche sich normalerweise im Umfeld der Industriezonen ausbreiteten. Die Gemeinschaft der Arbeiterklasse war nie die Offenbarung einer Essenz, sondern die Konkretisierung einer besonderen historischen Existenz des Klassenverh&#228;ltnisses, als die Klasse f&#252;r sich als &#252;berm&#228;ssiges Wachstum der Klasse an sich hervorgebracht wurde. In diesem Sinn war die Gemeinschaft der Arbeiterklasse in gleichem Masse Trennung und Einheit, ihre Koh&#228;sion war eine besondere Modalit&#228;t der proletarischen Reproduktion, welche von einer zentralen Figur gew&#228;hrleistet wurde, vom weissen, m&#228;nnlichen und qualifizierten Arbeiter am Anfang und vom weissen, m&#228;nnlichen Massenarbeiter danach &#8211; Klassenbewusstsein war der Horizont der &#220;berwindung der Trennungen (Gender, Ethnie, Sektoren, Qualifikation, Herkunft usw.), der Horizont einer universellen Gleichheit, selbst hervorgebracht als unm&#246;glich innerhalb der Unm&#246;glichkeit einer Revolution als Affirmation der Klasse. Durch die grossen Migrationswellen von den westindischen Inseln in den 1940er und 1950er Jahren und von anderen Gebieten des Commonwealth in den darauf folgenden Jahren entstanden verschiedene lokale ethnische Minderheitsgemeinschaften &#8211; wovon auch neue arme Ladenbesitzer Teil waren (siehe die verschiedenen lokalen L&#228;den und M&#228;rkte als Orte gemeinschaftlichen Zusammenseins) &#8211; basierend auf einer gemeinsamen Kultur, Sprache, gemeinsamen Traditionen und Geschichten, welche ein sch&#252;tzendes soziales Netzwerk im neuen &#8222;Heimatland&#8220; zur Verf&#252;gung stellten. Solche proletarischen Gemeinschaften blieben bis in die 1980er Jahre bedeutende Reproduktions- und Kampfr&#228;ume, offensichtlich in der Rolle, welche sie in den schwarzen urbanen Ausschreitungen und im Minenarbeiterstreik spielten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Lokale Gemeinschaften als R&#228;ume von konkreten Alltagsbeziehungen haben sich aufgel&#246;st, zusammen mit der Aufl&#246;sung der Identit&#228;t der Arbeiterklasse, aufgrund der Dynamiken der Restrukturierung. Man findet immer weniger das Gef&#252;hl der Zugeh&#246;rigkeit, des Anschlusses, gemeinsame Beziehungen und Klassensolidarit&#228;t in lokalen Gemeinschaften, auch wenn dieser Prozess in den (von Gentrifizierung durchdrungenen) Ghettos ungleichm&#228;ssig war. Tats&#228;chlich haben sich weisse und in grossem Ausmass afro-karibische Gemeinschaften der Arbeiterklasse schneller aufgel&#246;st, w&#228;hrend Gemeinschaften von anderen ethnischen Minderheiten (z.B. t&#252;rkische, kurdische oder asiatische) dieser Aufl&#246;sung eher widerstehen konnten. Ethnische Netzwerke sind ein wichtiger bestimmender Faktor f&#252;r die Arten des &#220;berlebens der verschiedenen Fraktionen des Proletariats, welche aus dem Ausland kommen &#8211; Zugang zu Jobs, Religion, mafi&#246;ses Kreditsystem &#8211; und das widerspiegelt sich zum Beispiel in der Zusammensetzung der kleinb&#252;rgerlichen Elemente oder der lokalen Gangs in etlichen Quartieren. Doch auch in diesem Fall repr&#228;sentieren die lokalen Gemeinschaften nicht tats&#228;chlich einigende R&#228;ume proletarischer Reproduktion und K&#228;mpfe, Orte einer affirmativen Selbstidentifikation der Proletarier untereinander. Man kann wahrscheinlich sagen, dass die neue Bedeutung des Kollektivs der sozial benachteiligten Zonen die kollektive Erfahrung von Zerfall und Niedergang ist. Gleichzeitig wurde der Begriff selbst &#8222;der Gemeinschaften&#8220; immer mehr in den politischen/ideologischen Diskurs des Staats integriert, um sich auf Verwaltungs-/beh&#246;rdliche Apparate &#8211; partizipative Entscheidungsfindung, lokale Stellenvermittlungen und Ausbildungsprogramme, kulturelle Gruppierungen usw. &#8211; und Wahlb&#252;ros zu beziehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Unruhen im August waren also kein Fall von gemeinsamer proletarischer Verbundenheit (oder gemeinsamer ethnischer Verbundenheit), welche den Hintergrund eines proletarischen Subjekts im Kampf liefert und, in Form seiner Affirmation, den Inhalt des Kampfs. Man soll uns nicht missverstehen; anscheinend gab es Momente der Solidarit&#228;t auf einer lokalen/gemeinschaftlichen Ebene w&#228;hrend den Ausschreitungen. Dies best&#228;tigt allerdings bloss die Tatsache, dass das Kapital seine Utopie, alle Formen gesellschaftlichen Umgangs in reine Beziehungen zwischen Waren zu verwandeln, nie verwirklichen kann. Was jedoch bedeutend ist, ist die Tatsache, dass die Aufst&#228;ndischen den &lt;i&gt;Sinn und Zweck&lt;/i&gt; ihrer Handlungen nicht in der Affirmation ihrer Zugeh&#246;rigkeit zu einer lokalen Gemeinschaft und somit in der Affirmation ihrer Klassenzugeh&#246;rigkeit sahen. Es ist bezeichnend, dass sich die Unruhen schnell von einer Zone zur n&#228;chsten ausbreiteten, nicht wie w&#228;hrend den Ausschreitungen in den 1980er Jahren, wo es darum ging in den K&#228;mpfen, eine besondere Zone gegen die Polizei zu verteidigen, was gleichbedeutend war mit der Verteidigung der lokalen Gemeinschaft, dem &#8222;Wir&#8220; als definierendes Element einer affirmativen Bewegung gegen rassistische Diskriminierung und polizeiliche Repression.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jedes Mal, wenn es einen Versuch gab, die gemeinsame Zugeh&#246;rigkeit zu einer lokalen Gemeinschaft, w&#228;hrend oder nach den Unruhen im August, zu best&#228;tigen, widersprach dies dem Inhalt selbst der Unruhen. Der Begriff der lokalen Gemeinschaften war einerseits Teil der repressiven Sprache des Staates, welche auf das objektive Unbehagen der Mittelklassen und des Kleinb&#252;rgertums abzielt, diese f&#252;hlten sich vom Staat im Stich gelassen aufgrund der kurz dauernden Unf&#228;higkeit seines repressiven Apparats, Eigentum zu sch&#252;tzen. Andererseits war er Teil der politischen Sprache vieler Aktivisten (B&#252;rgervereinigungen, linke und anarchistische Gruppen), welche darauf abzielte, die krampfhafte Entfaltung der Unruhen abzustumpfen und sie in eine politisch sinnvolle Strategie f&#252;r gesellschaftliche Ver&#228;nderung zu verwandeln&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Ausschreitungen zerst&#246;ren allerdings das wenige, was unsere Gemeinschaft (...)&#034; id=&#034;nh22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Dies war keine Bewegung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den Unruhen im August gab es nichts in der Situation der Protagonisten, das es wert gewesen w&#228;re, verteidigt zu werden: Nachbarschaft, Ans&#228;ssigkeit, Gemeinschaft, Ethnie kamen alle als Aspekte der Reproduktion des Kapitals ans Tageslicht, welche diese Proletarier als derzeitige Arme hervorbringt: Ihre Klassenzugeh&#246;rigkeit wurde zu einem &#228;usseren Zwang, einem immer dringenderen Imperativ der Disziplin, der Unterordnung und der Akzeptanz von Misshandlung ohne im Gegenzug eine Garantie f&#252;r ein akzeptables &#220;berleben zu haben. Die Sprache der Ausschreitungen war nicht die positive Sprache der &#8222;Bewegung&#8220;, gesellschaftlicher Ver&#228;nderung, der Forderungen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Es ist ein Fehler, zu behaupten, dass es &#8222;implizite Forderungen&#8220; gab, in (...)&#034; id=&#034;nh23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; oder der Politik, sondern die negative Sprache des Vandalismus. Was geschah, war viel Zerst&#246;rung, nichts wurde aufgebaut, keine Pl&#228;ne, keine Strategien. Die Unruhen waren ein &#8222;fickt euch alle&#8220; an die &#8222;respektable Gesellschaft&#8220;. Eben diese Dynamik der Unruhen, inh&#228;rent mit der Stellung in der spezifischen Situation ihrer Protagonisten innerhalb der Reproduktion des Klassenwiderspruchs verbunden, war gleichzeitig ihre Grenze, welche sich im Mangel jeglicher Perspektive der Verallgemeinerung&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Aufgrund des diffusen Charakters der Unruhen ist es unm&#246;glich, (...)&#034; id=&#034;nh24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; offenbarte und jeder ihrer Praktiken innewohnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bew&#228;hrungsbeh&#246;rden, Gerichte und Arbeitsvermittlungsstellen wurden als Symbole der bestrafenden Verwaltung der Armut angegriffen. Teure Autos, Restaurants und kommerzielles Eigentum wurden zerst&#246;rt, weil sie einen unzug&#228;nglichen Wohlstand repr&#228;sentieren. Die Fenster von Immobilienagenturen wurden zerst&#246;rt, weil sie unbezahlbare Mieten in Zonen der Gentrifizierung repr&#228;sentieren. Pfandleihanstalten wurden zerst&#246;rt als &#8222;jene Schweine, welche zwanzig Pfund verlangen, um einen Wohnungszuschusscheck einzul&#246;sen&#8220;. Die unbestreitbare Grenze dieser Art zerst&#246;rerischer T&#228;tigkeit war die Tatsache, dass sie keineswegs eine T&#228;tigkeit tats&#228;chlicher &lt;i&gt;Negation&lt;/i&gt; sein kann, d.h. die Beseitigung der gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse, welche in Wirklichkeit aufrechterhalten, was angegriffen wurde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch das Erschiessen von Mark Duggan und die Angriffe gegen die Polizisten, welche darauf folgten, wurde die Polizei als letztes Wort der Selbstvoraussetzung des Kapitals ans Tageslicht gebracht, sie ist f&#252;r die Protagonisten der Unruhen der Garant ihrer spezifischen Reproduktionsmodalit&#228;t (einschliessender Ausschluss), ein Feind an sich, insofern, dass das Moment der Repression innerhalb der Reproduktion des Klassenwiderspruchs immer zentraler wird (die Rolle der Polizei selbst, die nicht gesetzestreue Reproduktion des Proletariats zu verhindern). Genau wegen diesem spezifischen Verh&#228;ltnis der gef&#228;hrlichen Klassen mit der Polizei tendierte die Fokussierung auf die Polizei als Feind an sich dazu, das Moment der Repression innerhalb der Selbstvoraussetzung des Kapitals mit dem Ausbeutungsverh&#228;ltnis selbst zu ersetzen. Das macht etwas zu einem Ausgangspunkt, das nur ein Resultat ist. Indem die Polizei als Feind an sich enth&#252;llt wird, wird die Tatsache vernebelt, dass sie nur die Bourgeoisie in Kampfstellung ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pl&#252;ndern war zweifellos die vorherrschende Praxis und der ungeheurlichste Skandal w&#228;hrend den Unruhen. Das Ausmass der Pl&#252;nderungen mit etwa 2500 gepl&#252;nderten L&#228;den macht die Unruhen im August zu etwas besonderem. In all seinen Manifestationen &#8211; Aneignung von teuren G&#252;tern (z.B. Unterhaltungselektronik und Schmuck) haupts&#228;chlich zum Weiterverkauf; Pl&#252;nderung von Kleiderl&#228;den, Superm&#228;rkten und anderen L&#228;den der Haupteinkaufstrasse zum &#8222;pers&#246;nlichen&#8220; Gebrauch; St&#252;rmung von Buchhaltern und Pfandleihanstalten f&#252;r Geld; oder Aneignung von Billigg&#252;tern wie Zigaretten, Wasser und Alkohol, um es unter Gleichen in der Strasse zu teilen &#8211; war das Pl&#252;ndern eine praktische Infragestellung der Begriffe des einschliessenden Auschlusses. In keinem Fall wurden Schaufenster als blosse symbolische Handlung zerst&#246;rt. Die Leute wollten nicht einfach &#8222;eine Botschaft vermitteln&#8220;, sondern sich das Zeug nehmen, das sie brauchten, oder Geld, um sich Zeug zu kaufen. Vor dem Hintergrund der Abwesenheit von Forderungen beanspruchten die Aufst&#228;ndischen jenen Lebensunterhalt, von welchem sie ausgeschlossen sind, und eigneten sich ihn wieder an und das war ihr Hauptziel. Die Aneignung von G&#252;tern oder Geld war eine fl&#252;chtige praktische Kritik der Warenform, denn diese Proletarier nahmen sich offensiv, was sie brauchen, von dessen Erwerb sie jedoch objektiv ausgeschlossen sind, und in dieser Hinsicht war der Akt des Pl&#252;nderns genauso wichtig wie die Beute&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Sagen wir es ohne Umschweife. Die grosse Pl&#252;nderung in Catford war (...)&#034; id=&#034;nh25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch die Aneignung von G&#252;tern stellten die Aufst&#228;ndischen vor&#252;bergehend die Warenform in Frage, doch nur auf der Ebene des Tausches, denn diese war der Bereich ihrer Revolte. Ihre Praktiken konnten definitionsgem&#228;ss die Warenform nicht an der Stelle ihres Ursprungs in Frage stellen, der Sph&#228;re der Produktion. Es konnte nur mit der Affirmation des Tausches selbst enden, indem die angeeigneten G&#252;ter weiterverkauft wurden, oder mit der Aneignung von Geld, der Wertform schlechthin. Indem man Pl&#252;nderungen so versteht, r&#228;umt man auf mit einem frustrierenden moralischen Diskurs, der nach den Ausschreitungen unter Aktivisten aufkam, welche immer versuchen, Proletarier mit Klassenbewusstsein zu begiessen, ein Diskurs, der letztendlich auf der gleichen Seite steht wie der repressive Monolog des Staates. Relativ viele protestierten gegen das, was als individuelle Verhaltensweise wahrgenommen wurde, ein Symptom der sogenannten Entartungen der Klasse durch Konsumdenken, sagten, dass &#8222;sie kein Recht haben, das zu tun, so protestiert man nicht&#8220;. Wie jemand so sch&#246;n sagte: Nat&#252;rlich hatten sie kein Recht das zu tun und aus diesem Grund war es auch kein Protest&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Socialism and/or Barbarism, Open Letter.&#034; id=&#034;nh26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Diese moralische Kritik in Bestform w&#252;rde die Aneignung von Billigg&#252;tern entschuldigen (Zeug, das die Leute &#8222;wirklich brauchen&#8220;), doch Aneignung von Zeug, das als luxuri&#246;s betrachtet wird, oder von Geld selbst verurteilen, was suggeriert, dass gesellschaftlich marginalisierte Proletarier nur nach G&#252;tern trachten sollten, die ihrer Randstellung entsprechen. Pl&#252;ndern als praktische Kritik der Warenform auf der Ebene des Tausches ist nicht gleichbedeutend mit der &#220;berwindung der Warenform. Um Pl&#252;nderungen zu Verkaufszwecken zu &#252;berwinden, braucht es eine tiefgehende Infragestellung der Existenz des Tausches in einem verallgemeinerten Kampf f&#252;r die Kommunisierung. Solange Tausch die einzige M&#246;glichkeit darstellt, sich selbst zu reproduzieren, kann nichts anderes als individueller Konsum und Weiterverkauf als Hauptziel der Aneignung von G&#252;tern erwartet werden. Dies ist weder erfreulich, noch bedauerlich, es ist einfach so.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#8222;Gang&#8220; bot in all ihrer Fluidit&#228;t und Kurzlebigkeit die elementare Organisationsform w&#228;hrend den Unruhen, nicht nur im Sinne der Teilnahme von Gangs im eigentlichen Sinne, sondern haupts&#228;chlich als informelle Gruppierungen in der Strasse, welche ihre Ursache in den Beziehungen zwischen Arbeits- und Schulkollegen haben, meistens auf der Grundlage nachbarschaftlicher N&#228;he oder zuf&#228;llig formiert auf der Strasse, um besondere Aktionen auszuf&#252;hren und sich kurz darauf aufzul&#246;sen. Doch man sollte nicht vergessen, dass Kleinkriminalit&#228;t und Gangaktivit&#228;t eine bedeutende Rolle f&#252;r viele Jugendliche im Ghetto spielen, um &#252;ber die Runden zu kommen. Die Beteiligung von tats&#228;chlichen Jugendgangs in den Ausschreitungen, obwohl sie marginal war&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Es war eindeutig, dass der Staat und die Medien die Beteiligung von (...)&#034; id=&#034;nh27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, stellte die Funktion der Gang als Gesch&#228;ftsorganisation in Frage, denn die Verbreitung von Kriminalit&#228;t in Form von Angriffen gegen Privateigentum war eine Infragestellung der Gangaktivit&#228;t als organisiertes Verbrechen. Weil der Hauptzweck einer Gang ist, durch Drogenverkauf Geld zu verdienen, sind Ausschreitungen das letzte, das sie wollen. Man kann w&#228;hrend Ausschreitungen keine Drogen verkaufen, denn es stehen &#252;berall Polizisten. F&#252;r die j&#252;ngeren Mitglieder, welche durch Drogenverkauf einige Zehner pro Tag verdienen, war die Teilnahme an den Pl&#252;nderungen ziemlich attraktiv, w&#228;hrend f&#252;r die Anf&#252;hrer der Aufstand und die allgegenw&#228;rtige Polizeipr&#228;senz die wirklich attraktive Aktivit&#228;t verhinderte, den Drogenhandel. Die vor&#252;bergehende Infragestellung der Funktion der Gangs als Gesch&#228;ftsorganisationen widerspiegelte sich in der Tatsache, dass sie w&#228;hrend vier N&#228;chten im August die gew&#246;hnlichen Feindseligkeiten aussetzten, um sich auf gemeinsame Aktionen zu konzentrieren. Strikte territoriale Teilungen, welche junge Leute daran hindert, in &#8222;feindliche Zonen&#8220; &#8211; manchmal durch die Postleitzahl definiert &#8211; zu gelangen, wurden vor&#252;bergehend vergessen. Doch obwohl die Beteiligung von Gangmitgliedern in den Unruhen eine Dichotomie kreierte zwischen der Gang als Zugeh&#246;rigkeitsgruppe (allt&#228;gliche Beziehungen der Unterst&#252;tzung, der Polizei und &#8222;dem System&#8220; feindlich gesinnte Mikroidentit&#228;ten &#8211; obwohl stark durch Mackertum, aggressiver M&#228;nnlichkeit und h&#228;ufig v&#246;lliger Idiotie vermittelt) und der Gang als Gesch&#228;ftsorganisation, wurde letztere nat&#252;rlich wieder best&#228;tigt durch die Affirmation des Tausches als Grenze des Pl&#252;nderns (scheinbar wurden Kan&#228;le der Gangs f&#252;r den Weiterverkauf von gepl&#252;nderten G&#252;tern genutzt) und mit dem Abklingen der Unruhen verwandelte sich eine wahrgenommene kollektive Kraft wieder in &#8222;business as usual&#8220;, ohne irgendwelche andauernde Verbundenheit zu hinterlassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das &#8222;Wir&#8220; der Ausschreitungen im August war ein fl&#252;chtiges und unbest&#228;ndiges &#8222;Wir&#8220;, in den Aktionen von den beteiligten Proletariern kreiert, anf&#228;nglich definiert durch den Akt des Erschiessens von Mark Duggan durch die Polizei als H&#246;hepunkt einer andauernden Erfahrung von milit&#228;rischem Urbanismus, welches sich danach aufl&#246;ste, sobald die Schockwellen der Unruhen abklangen. Es gab keine organisatorische Kontinuit&#228;t und keine Aussicht auf den Aufbau einer Bewegung. Indem sie ihre Klassenzugeh&#246;rigkeit als &#228;usseren Zwang, als Horizont des Kapitals deutlich machten, gerieten die Protagonisten der Unruhen in Konflikt mit der Gesellschaft selbst, welche reell durch das Kapital subsumiert worden ist und nur noch die kapitalistische Gesellschaft ist. Dies war der antisoziale Charakter der Unruhen. Sie beteiligten sich an einer krampfhaften Aktivit&#228;t mit einem Fristende und Pl&#228;ne und Strategien, Fragen der Expansion, das Kn&#252;pfen von Kontakten oder die Einbeziehung &#8222;des Volks&#8220; waren &#8211; in der radikalen Abwesenheit von Politik &#8211; &#252;berhaupt kein Thema. Wer auch immer bereit war, teilzunehmen, wurde Teil eines vor&#252;bergehend konstituierten &#8222;Wir&#8220; gegen &#8222;Sie&#8220;, die Polizei, der Staat, die Regierung, die Reichen, die Ladenbesitzer, die Gesellschaft. In den Unruhen im August war die Frage der Verallgemeinerung des Kampfes nur im negativen Sinn ein Thema, als Mangel jeglicher Perspektive der Verallgemeinerung. Die Frage der Verallgemeinerung des Kampfes wird nicht in Bezug auf einen Wiederaufbau der proletarischen Gemeinschaft gestellt, sondern in Bezug auf die Vervielfachung von Diskrepanzen innerhalb eines Handelns als Klasse, welches zur Grenze des Klassenkampfes geworden ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die &#196;ra der Aufst&#228;nde&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was ihre Praktiken (ihren Inhalt) anbelangt, waren die Unruhen im August das dritte bedeutende Beispiel einer Serie von Ereignissen in Europa, die zwei anderen sind die Ausschreitungen in den franz&#246;sischen Banlieues 2005 und in Griechenland 2008. Die besondere Entfaltung der Ereignisse in jedem dieser Beispiele war gepr&#228;gt von der jeweiligen Stellung jedes Staates innerhalb der globalen Zonenunterteilung der kapitalistischen Akkumulation und seiner (klar damit verbundenen) spezifischen Geschichte der Klassenk&#228;mpfe, sowie von der Zeitlichkeit des Ausbruchs und der Entwicklung der kapitalistischen Krise: Im Falle von Frankreich wurde die Krise nur antizipiert, w&#228;hrend sie Ende 2008 gerade ausgebrochen war. Sowohl in Frankreich als auch in Grossbritannien, wo die Bev&#246;lkerung viel ungleicher ist und wo es viel tiefer gehende Klassen- und gesellschaftliche Teilungen gibt, was bedeutet, dass die Krise der proletarischen Reproduktion viel differenzierter ist, war das Ghetto der unbestrittene Protagonist der Ausschreitungen. In Griechenland hingegen war es ein gesellschaftlich viel breiteres Profil von Sch&#252;lern&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jugendliche von griechischen Arbeiter-, kleinb&#252;rgerlichen oder (...)&#034; id=&#034;nh28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, welche die Ausschreitungen ankurbelten durch ein Zusammenkommen mit einer starken Aktivistenszene (ein Zusammenkommen, das viele Aktivisten dazu brachte, f&#252;r einige Tage ihren Aktivismus und ihren Alternativismus in Frage zu stellen) und mit anderen jungen prek&#228;ren Proletariern. Nur auf dieser Grundlage waren die Ausgeschlossenen &#8211; vor kurzem angekommene Migranten, welche im Zentrum von Athen leben, Hooligans und Junkies &#8211; an den skandal&#246;sesten Aspekten der Ereignisse beteiligt, n&#228;mlich Pl&#252;nderungen und Brandstiftungen. In Frankreich waren die Ausschreitungen geographisch in den &#8222;Banlieues&#8220; isoliert, denn die gef&#228;hrlichen Klassen sind r&#228;umlich getrennt, als Resultat von vorhergehender Sozialpolitik und Strategien der Bev&#246;lkerungskontrolle in diesem Land (Sozialwohnungen und Wohnsiedlungen). Somit wurde eine &#8222;Sicherheitsdistanz&#8220; zwischen Aufst&#228;ndischen und dem Rest der Bev&#246;lkerung aufrechterhalten. In Griechenland f&#252;hrte die gesellschaftliche Zusammensetzung der Aufst&#228;ndischen und die gesellschaftliche Geographie von Athen und anderer grossen St&#228;dte dazu, dass die Stadtzentren zum Hauptgebiet des Zusammentreffens subversiver Aktionen wurden. Grossbritanniens Modell gesellschaftlicher Integration hat zu einem geographisch diffusen Ghetto gef&#252;hrt, welches in der gegenw&#228;rtigen Zeitlichkeit in der Entwicklung der Krise das brennbare Material f&#252;r die Ausschreitungen lieferte, um sich schnell in ganz London zu verbreiten, und auch f&#252;r das gr&#246;ssere Ausmass an Pl&#252;nderungen im Vergleich zu Frankreich und Griechenland. Doch trotz all dieser jeweiligen Besonderheiten, oder eher genau wegen diesen Besonderheiten, enth&#252;llten die Protagonisten in allen drei Beispielen die Klassenzugeh&#246;rigkeit als &#228;usseren Zwang und griffen sie in einem Ausbruch zerst&#246;rerischer Aktivit&#228;t an, welche nichts zu vermitteln oder verteidigen suchte, und dies war verkn&#252;pft mit ihrer spezifischen Situation und ihrer Stellung in den Modalit&#228;ten der Reproduktion des Proletariats in jedem der jeweiligen F&#228;lle.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als ein Beispiel in einer Reihe von Ereignissen sind die Unruhen im August also Teil der &#196;ra der Aufst&#228;nde, der gegenw&#228;rtige Moment, welcher die &#220;bergangsphase der Krise definiert. Doch dieser gegenw&#228;rtige Moment kann in seiner Besonderheit in der ersten Zone der kapitalistischen Akkumulation nicht verstanden werden, wenn man nicht die Bedeutung der &#8222;Indignados-&#8220; oder &#8222;Occupy&#8220;-Bewegung, wie sie sich haupts&#228;chlich in Spanien, Griechenland und den USA manifestierte, innerhalb desselben ber&#252;cksichtigt. Letztere waren grundlegend mit dem Niedergang/der Proletarisierung der Mittelschichten (oder kommenden Mittelschichten) verbunden und dadurch durch Interklassismus definiert. Dies dr&#252;ckte sich in ihrem demokratischen Diskurs aus, entweder in der Form des Appells f&#252;r echte/direkte Demokratie wie in Spanien und Griechenland oder in jener der 99% wie in den USA. Die Diskurse &#252;ber echte Demokratie in Spanien, direkte Demokratie in Griechenland oder die 99% in den USA waren ein Bestreben, eine gemeinsame Zugeh&#246;rigkeit (die grosse Mehrheit der Gesellschaft; der B&#252;rger, nicht der Proletarier) gegen&#252;ber der Abwesenheit jeglicher Grundlage f&#252;r die Affirmation einer Klassenzugeh&#246;rigkeit innerhalb der objektiven Reproduktion des Klassenwiderspruchs zu best&#228;tigen. Er versuchte, die Universalit&#228;t der Effekte der Krise als universelle Kampfgemeinschaft zu best&#228;tigen. Die Breite dieser Zugeh&#246;rigkeit hat ihre Ursache im interklassistischen/demokratischen Charakter und verst&#228;rkte diesen, w&#228;hrend weitgehend das Finanzkapital und seine politischen Funktion&#228;re als entgegengesetzte Klasse dargestellt wurden (Wall Street in den &#8222;imperialistischen&#8220; USA oder haupts&#228;chlich ausl&#228;ndisches Kapital im &#8222;anti-imperialistischen&#8220; Griechenland).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Anbetracht der Verallgemeinerung der Krise der proletarischen Reproduktion und der Intensivierung der Dynamiken der Restrukturierung konnten die Protestierenden keinen praktischen Ausweg finden, keinen konkreten Weg zu einem m&#246;glichen anderen Leben. Engagiert in einem auf der politischen Ebene gef&#252;hrten Kampf haben sich die &#8222;Indignados&#8220; oder &#8222;Occupiers&#8220; (echte/direkte) Demokratie auf die Fahnen geschrieben, um ihre Hoffnungen f&#252;r ein besseres Leben zu repr&#228;sentieren, doch in Anbetracht der Abwesenheit jeglichen Inhalts f&#252;r einen alternativen Weg, zu leben und sich selbst zu reproduzieren, war es eine blosse Form. In diesem Sinne war der demokratische Diskurs der &#8222;Indignados/Occupy&#8220;-Bewegungen nicht der radikale Demokratismus der 1990er und der fr&#252;hen 2000er Jahre, der radikale Demokratismus der Bewegung gegen die Globalisierung. Heutzutage gibt es keine Vision f&#252;r eine alternative Gesellschaft mehr, f&#252;r einen Kapitalismus mit menschlichem Antlitz. Die Tatsache, dass sie sich auf der Ebene der Politik befanden (ihr Demokratismus), war die absolute Grenze der &#8222;Indignados/Occupy&#8220;-Bewegungen, eine Grenze, die in Griechenland durch proletarische Gewalt w&#228;hrend den Generalstreiks und in den USA durch Aufrufe, alles zu besetzen, und das Eindringen in die H&#228;fen in Frage gestellt wurde, nur um als abruptes Ende der Bewegung in Griechenland&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe der Text On the &#8222;Indignados&#8220; Movement in Greece in Sic Nr. 1, (...)&#034; id=&#034;nh29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und als Alternativismus (unf&#228;hig, sich als solcher zu materialisieren) der Kommunen in den USA, in beiden F&#228;llen von der Polizei sanktioniert, wieder best&#228;tigt zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Sinne waren die &#8222;Indignados/Occupy&#8220;-Bewegungen und die Ausschreitungen zwei Aspekte der selben Krise der Reproduktion. Sogar innerhalb des Demokratismus ersterer gab es wenig Spielraum f&#252;r tats&#228;chlich verhandelbare Forderungen: Die Abstimmung f&#252;r das neuerliche Rettungspaket in Griechenland war mehr eine &#8222;Mobilmachung&#8220; als eine Grundlage f&#252;r Verhandlungen (niemand glaubte wirklich, dass es zur&#252;ckgezogen w&#252;rde), w&#228;hrend die Vielf&#228;ltigkeit der Mikroforderungen der Aktivisten in den USA einzig die Abwesenheit verhandelbarer Punkte reflektierte, welche man weiterverfolgen k&#246;nnte. Oder es w&#228;re pr&#228;ziser, zu sagen, dass es eben genau die Krise des Kampfes f&#252;r unmittelbare Forderungen war, welche die echte Demokratie hervorbrachte, und es war der echte Demokratismus der Bewegungen, welche das Suchen nach Forderungen notwendig machte. Der Diskurs &#252;ber die 99% f&#252;hrte zu einer illusorischen Hoffnung auf eine kommende Einheit als Resultat des universellen Charakters der Krise. Der Expansionsdrang, der Eifer, mehr Leute zu gewinnen, war grundlegend f&#252;r die Bewegung. Sogar die Polizisten mussten in der Entwicklung der Bewegung in den USA erst als Feinde hervorgebracht werden (vielleicht mit der Ausnahme von Oakland, wo die Erinnerung an den Mord von Oscar Grand noch frisch sind), w&#228;hrend sie einige Monate zuvor in London als solche vorausgesetzt waren. Die Ausschreitungen in Grossbritannien wurden hingegen als totale Negation jeglicher positiven Perspektive hervorgebracht, sei es in der Form echter Demokratie oder Kommunen. Die Unruhen im August verk&#252;ndeten im Vorhinein den Bankrott des Diskurses &#252;ber die 99% und der Expansion als Vereinheitlichung. Das Eindringen der Ausschreitungen in die Pl&#228;tze h&#228;tte jegliche Illusion der Einheit unter dem Banner der Demokratie zerst&#246;rt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb30&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Es ist wichtig, dass in New York das Ghetto im Ghetto blieb; sie befanden (...)&#034; id=&#034;nh30&#034;&gt;30&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Andererseits erlangen die Unruhen im August nur im Verh&#228;ltnis zu den &#8222;Indignados/Occupy&#8220;-Bewegungen eine historische Bedeutung. Nur in diesem Verh&#228;ltnis wurde die Klassenzugeh&#246;rigkeit als &#228;usserer Zwang an den Tag gebracht und angegriffen, innerhalb des gegenw&#228;rtigen Klassenkampfes als Totalit&#228;t.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Praktiken der Aufst&#228;ndischen im August wurden als eine innere Distanz, eine Diskrepanz innerhalb der notwendigerweise vorherrschenden Dimension der Klassenk&#228;mpfe heutzutage hervorgebracht, n&#228;mlich dem Handeln als Klasse. Diese innere Distanz dringt in alle gr&#246;sseren, gegenw&#228;rtigen fordernden K&#228;mpfe ein. Wir k&#246;nnten sagen, dass die Ausschreitungen in die Bewegung eindringen. Dies war der Fall in Frankreich, Grossbritannien, Italien, Spanien und j&#252;ngst in Kanada (es ist wichtig, dass in all diesen Bewegungen die Jugend, Studenten oder junge Arbeitslose, als Subjekt der Revolte hervorgebracht wird, denn wie schon gesagt ist es die Jugend, welche allen voran vor einer blockierten Zukunft steht). Ausschreitungen dringen in die Bewegungen ein aufgrund der Unf&#228;higkeit der K&#228;mpfe f&#252;r unmittelbare Forderungen, ihre fordernde Dynamik zu erneuern (der Fall der Studentenbewegung in Quebec ist in dieser Hinsicht bezeichnend), und in diesem Sinne sprechen wir &#252;ber die &#196;ra der Aufst&#228;nde. Die Begegnung zwischen Ausschreitungen und der Bewegung erreichte aufgrund der Heftigkeit der Krise in Griechenland einen Zustand des Krampfes in der Osmose der Praktiken innerhalb einer interklassistischen Masse, welche in Athen am 12. Februar auftauchte: In einem massiven Ausbruch von Ausschreitungen, welche auf einen zweit&#228;gigen Generalstreik mit minimer Beteiligung folgte, &#8222;drangen jene, welche schon gefangen sind im Kontinuum Prekarit&#228;t-Ausschluss, in eine Bewegung ein, welche immer noch dazu tendiert, sich auf &#8222;normale&#8220; Anstellung und &#8222;normalen&#8220; Lohn zu berufen; und das Eindringen des (Nicht-)Subjekts war erfolgreich, weil der kontinuierliche Angriff des Kapitals auf &#8222;normale&#8220; Anstellung und &#8222;normalen&#8220; Lohn schon in die Bewegung eingedrungen war&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb31&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Blaumachen und Freunde, The Rise of the (Non-)Subject.&#034; id=&#034;nh31&#034;&gt;31&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Osmose brachte die innere Distanz zwischen Praktiken auf einer anderen Ebene hervor, zwischen der Masse, welche sich der Polizei entgegenstellte, und jenen, welche Geb&#228;ude anz&#252;ndeten und pl&#252;nderten. Aufgrund des Eindringens der Ausschreitungen in allen Gelegenheiten der Bewegung best&#228;tigt die Hervorbringung der Klassenzugeh&#246;rigkeit als &#228;usserer Zwang die Polizei als das, was dazu tendiert, zu einem zentralen Moment der Reproduktion des Klassenwiderspruchs zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#196;ra der Aufst&#228;nde ist gleichzeitig die Dynamik und die Grenze des Klassenkampfes in der aktuellen Konjunktur, n&#228;mlich die Hervorbringung der Klassenzugeh&#246;rigkeit als &#228;usserer Zwang in Anbetracht der Unf&#228;higkeit des Klassenkampfes, seine Klassendynamik abzuschliessen und eine erneuerte Position proletarischer Macht hervorzubringen. Es ist nur eine &#220;bergangsphase in der Entwicklung dieses Widerspruchs (der Widerspruch zwischen den Klassen im aktuellen Kampfzyklus), welche nach einer L&#246;sung sucht. Mit dem Fortschreiten der Krise k&#228;mpft das Proletariat f&#252;r seine Reproduktion als Klasse und ist gleichzeitig mit seiner eigenen, als Zwang im Kapital ver&#228;usserlichten Reproduktion (Klassenzugeh&#246;rigkeit) konfrontiert, es k&#228;mpft z.B. gleichzeitig f&#252;r und gegen seine Reproduktion&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb32&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe die Einleitung zu The Transitional Phase of the Crisis: The Era of (...)&#034; id=&#034;nh32&#034;&gt;32&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Verallgemeinerung des Kampfes stellt sich heutzutage nicht als Einheit der Klasse (unter der F&#252;hrung einer zentralen Figur) dar, denn f&#252;r das Proletariat bedeutet die Tatsache, eine Klasse zu sein und als solche zu handeln, nur, Teil des Kapitals zu sein und sich als solcher zu reproduzieren (zusammen mit der entgegengesetzten Klasse). Es gibt keine Grundlage f&#252;r eine revolution&#228;re Affirmation der Klassenzugeh&#246;rigkeit, keine Arbeiteridentit&#228;t oder proletarische Gemeinschaft, und es gibt nichts zu befreien, weder Handwerkskunst, noch menschliches Wesen. In einer Umwelt, in welchem &#252;bersch&#252;ssige Bev&#246;lkerungen hervorgebracht werden und die den historisch definierten Wert der Arbeitskraft gewaltsam angreift, ist die Verankerung in der Lohnarbeit zusammen mit der F&#228;higkeit verloren, bessere Lebensstandards zu fordern. Das viel antizipierte Subjekt verliert den Boden unter seinen F&#252;ssen. Das kurzlebige &#8222;Wir&#8220; der Aufst&#228;ndischen, dieses fl&#252;chtige Subjekt zerst&#246;rerischer Praktiken, welches augenblicklich erscheint, nur um sich schnell wieder aufzul&#246;sen, ist gleichbedeutend mit der Unm&#246;glichkeit einer Best&#228;ndigkeit des Subjekts (die Unm&#246;glichkeit, sich die Revolution als &#8222;Akkumulation&#8220; oder als &#252;berm&#228;ssiges Wachstum von Aufst&#228;nden vorzustellen). Innerhalb des differenzierten Charakters der Krise der proletarischen Reproduktion, der &lt;i&gt;Krise der Gliederung des Proletariats&lt;/i&gt;, k&#228;mpft jeder Teil um sein jeweiliges Niveau der Reproduktion zu verteidigen (seine Stellung in der Gesellschaftsleiter), w&#228;hrend alle nach unten gedr&#252;ckt werden. Dies macht die Frage der Verallgemeinerung des Kampfes zu einer Frage der konfliktreichen Begegnung verschiedener Praktiken. Dies wird in allen F&#228;llen an den Tag gebracht, wo Ausschreitungen in Bewegungen eindringen. Es war antizipiert in der schon erw&#228;hnten Dichotomie innerhalb der Studentenproteste 2010, welche jener innerhalb der Anti-CPE-Bewegung in Frankreich 2006 stark &#228;hnelte. Es wurde auch in der Tatsache angek&#252;ndigt, dass sich die Begegnung zwischen Aufst&#228;ndischen und kleinb&#252;rgerlichen Armen in den Unruhen im August als konfliktreich herausstellte (wenn Ladenbesitzer &#8211; selber h&#228;ufig in grossem Ausmass ausgebeutet durch der Leibeigenschaft &#228;hnelnde Verbindungen zu diversen ethnischen Mafias &#8211; ihre L&#228;den h&#228;ufig bewaffnet verteidigten), und in der Abwesenheit einer vereinigenden gemeinsamen Zugeh&#246;rigkeit zu einer lokalen Gemeinschaft&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb33&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;In diesem Sinne ist der Vers&#246;hnungsversuch zwischen verschiedenen (...)&#034; id=&#034;nh33&#034;&gt;33&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was vom Eindringen der Ausschreitungen in die Bewegung wie es sich in der ersten Zone der kapitalistischen Zone abspielt abwesend zu sein scheint, ist der Kampf am Arbeitsplatz. In der Bewegung gegen die Rentenreform in Frankreich, an welcher eine grosse Anzahl von Arbeitern beteiligt war, gab es keine grosse Welle von Streiks. Die Verbindung der Bewegung mit dem Arbeitsplatz wurde haupts&#228;chlich in Form von Blockaden (von Raffinerien) ausgedr&#252;ckt. &#196;hnliches geschah in den USA, als die Occupy-Bewegung in einem Schritt nach vorne die H&#228;fen an der Westk&#252;ste blockierte, w&#228;hrend die Protagonisten einer einw&#246;chigen Besetzung der Arbeitspl&#228;tze im &#246;ffentlichen Sektor in Griechenland letzten Herbst darauf achteten, nicht Streikende zu sein (niemand war wirklich darauf vorbereitet, seinen Lohn zu verlieren). Die Situation des Widerspruchs zwischen Klassen in diesem Kampfzyklus auf der Ebene ihrer gegenseitigen Reproduktion ist zum aktuellen Zeitpunkt unf&#228;hig, die Schranke zur Produktion zu &#252;berschreiten, n&#228;mlich jenes Feld zu betreten, welches im Zentrum dieser gegenseitigen Reproduktion ist, denn die Tatsache, in Anbetracht der Prekarisierung (Lumpenproletarisierung) des Lohnverh&#228;ltnisses, ein Proletarier zu sein, ist heutzutage nicht gleichbedeutend mit jener, ein Arbeiter zu sein, und sogar jene, welche tats&#228;chlich Arbeiter sind, identifizieren sich nicht im geringsten auf positive Art und Weise mit der Bedingung, ein Arbeiter zu sein. Dies hat sich gewissermassen in vereinzelten Fabrikbesetzungen aufgrund von Entlassungen und f&#252;r h&#246;here Abgangsentsch&#228;digungen in Europa in den letzten paar Jahren ausgedr&#252;ckt, welche als solche eine Flucht vom Arbeitsplatz, von der Arbeiterbedingung (die selbst auch ein Moment der Hervorbringung der Klassenzugeh&#246;rigkeit als &#228;usserer Zwang ist) darstellen. Aufgrund der Abwesenheit von K&#228;mpfen oder Aktionen, welche die Wertproduktion und ihren Bezug dazu aufs Spiel setzen, sind jene, welche in der Modalit&#228;t des einschliessenden Auschlusses reproduziert werden, unf&#228;hig, die Abh&#228;ngigkeit ihres &#220;berlebens von Handelst&#228;tigkeiten in Frage zu stellen, wie es w&#228;hrend den Unruhen im August offensichtlich wurde. Die Praktiken der Blockaden, das Eindringen von &#8222;Aussenstehenden&#8220; in Arbeitspl&#228;tze werfen zwei wichtige Fragen auf: a) die Tatsache, die Wertproduktion aufs Spiel zu setzen, wird nicht notwendigerweise die Form des Streiks annehmen (was nicht heisst, dass es keine Streiks geben wird, doch die entscheidende Bedeutung der produktiven Arbeit ist nicht mehr zentral f&#252;r die Figur des produktiven Arbeiters); b) die Praktiken der Blockade antizipieren die praktische Infragestellung der Selbstorganisation innerhalb der konfliktreichen Begegnung zwischen Arbeitern und &#8222;Aussenstehenden&#8220;, in einem Ausmass, dass dieses Eindringen die Tendenz haben wird, das privilegierte Verh&#228;ltnis gewisser Arbeiter mit den spezifischen Produktionsmitteln, mit welchen sie arbeiten, in Frage zu stellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kapitalistische Krise ist eine Flucht nach vorne, eine Beschleunigung aller Dynamiken der Restrukturierung. Es ist eine radikale Best&#228;tigung der Illegitimit&#228;t der Lohnforderung inmitten der Aufl&#246;sung der &#220;berlebensgarantien, der Proletarisierung kleinb&#252;rgerlicher und Mittelschichten und der Versch&#228;rfung der Hervorbringung &#252;bersch&#252;ssiger Bev&#246;lkerungen. Der Angriff auf den Preis der Arbeitskraft zeigt sich in den Sparmassnahmen (&#228;hnlich wie in den Strukturanpassungsprogrammen der 1980er Jahre), welche nun &#252;berall in der ersten Zone der kapitalistischen Akkumulation durchgesetzt werden (die Aufsichtsorgane dieses Prozesses sind Moody's und Standard &amp; Poor's). Da sich dieser Prozess inmitten einer ernsten Staatsschuldenkrise in Europa entwickelt, ist die Durchsetzung von Sparprogrammen im S&#252;den von &#228;usserster Wichtigkeit, nicht nur f&#252;r die PIIGS (das Sparprogramm ist der Mechanismus der Restrukturierung, welcher sich in der Zwangssprache &#252;ber den Zugang zu internationalen Finanzm&#228;rkten mystifiziert), sondern auch f&#252;r die Kernstaaten, um die akute Entwertung ihrer Finanzanlagen zu verhindern, welche die Repression dort vertiefen und die Widerspr&#252;che an der inneren Front noch explosiver machen w&#252;rde (jemand nannte das ungleiche Ent-Entwicklung an einer Diskussion in London). Innerhalb des Wirbelsturms des innerkapitalistischen Wettbewerbs, der Vervielfachung von proletarischen K&#228;mpfen und Ausschreitungen wird die Polizei &#252;berall als zentrales Moment der Reproduktion des Widerspruchs zwischen Klassen best&#228;tigt, wie es sich im Verbot der Proteste in den USA und Spanien, neuen Gesetzen nach der &#8222;Occupy&#8220;-Bewegung und Ausschreitungen in Barcelona, im j&#252;ngsten Notstandsgesetz in Kanada nachdem Ausschreitungen in die Studentenbewegung eindrangen, der Armeepr&#228;senz auf Italiens Strassen und neuen Sammellagern f&#252;r illegale Migranten in Griechenland beispielhaft zeigt. In Grossbritannien folgten auf die Ausschreitungen rund 5000 Verhaftungen und eine Gesetzes&#228;nderung, welche zu viel h&#228;rteren Strafen f&#252;r Teilnehmer an Ausschreitungen f&#252;hrte. Neben der Ver&#246;ffentlichung von etlichen Studien zu den Ereignissen und den M&#228;ngeln der staatlichen Antwort, welche Wege suchen, um solche Unruhen in Zukunft zu verhindern, verk&#252;ndeten verschiedene Komitees und Gremien, dass es ziemlich wahrscheinlich ist, dass weit verbreitete Ausschreitungen erneut ausbrechen, und arbeiten hart daran, um dem staatlichen Arsenal effizientere Mittel zu liefern, um mit &#228;hnlichen Unruhen umzugehen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb34&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die Polizei sollte den Gebrauch von echter Munition in Betracht ziehen, um (...)&#034; id=&#034;nh34&#034;&gt;34&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Form des Ghettos, der intensivierten r&#228;umlichen Segregation, welche durch innovative &#220;berwachungsmethoden, Spezialkr&#228;fte der Polizei oder gar die Armee gesichert wird, wird als vorherrschende Modalit&#228;t der Reproduktion f&#252;r schnell anwachsende proletarische Bev&#246;lkerungen antizipiert, eine Tendenz, die in den USA weiter fortgeschritten ist. Die vor kurzem durchgebrachte K&#252;rzung der Ausgaben f&#252;r Sozialwohnungen und die massive &#8222;Aufwertung&#8220; der traditionell armen Quartiere in Ostlondon aufgrund der olympischen Spiele, welche zu einer erneuten sozialen S&#228;uberung f&#252;hrten, deuten in Grossbritannien in diese Richtung. In diesen Tendenzen als auch in den F&#228;llen, wo Technokraten direkt zur Staatsf&#252;hrung berufen werden, um tempor&#228;r ernsthafte politische Krisen zu lindern, wie es vor kurzem in Italien und Griechenland der Fall war, ist eine Tendenz hin zum Totalitarismus offensichtlich, ein Totalitarismus, welcher allerdings keine Eingliederung der Arbeiterklasse in den Staat anhand nationaler Linien und somit keine Wiederholung der historischen Totalitarismen des Faschismus und des Nationalsozialismus ist (historische Wiederholungen sind sowieso sinnlos).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die obengenannten Dynamiken, welche die Prekarisierung (die Lumpenproletarisierung des Lohnverh&#228;ltnisses) verst&#228;rken, k&#246;nnen nat&#252;rlich auf keinen Fall die Widerspr&#252;che des restrukturierten Kapitalismus aufl&#246;sen, denn es sind diese Widerspr&#252;che selbst, welche in die aktuelle Krise f&#252;hrten und sie sind selber als L&#246;sungen schon in Krise. Das Ghetto ist schon ein Ghetto in Krise und die Unruhen im August sind gleichbedeutend mit dieser Krise in Aktion. Die innere Distanz, welche innerhalb der heutigen Klassenk&#228;mpfe auftaucht, verschlimmert die gesellschaftlichen Widerspr&#252;che und kreiert einen sich selbst st&#228;rkenden Prozess wachsender Konflikte &#8211; welcher immer mehr Kategorien betrifft &#8211; und die Intensivierung staatlicher Repression. Wie schon gesagt, die Dynamiken des Kampfes in der &#196;ra der Aufst&#228;nde kann keine stabile Resultate hervorbringen. Die Grenzen dieser K&#228;mpfe ist heutzutage die Tatsache, dass sie Klassenk&#228;mpfe sind. Die &#220;berwindung dieser Grenze ist gleichbedeutend mit einem praktischen Angriff gegen das Kapital, welche mit einem Angriff auf die Existenz selbst der Klasse der Proletarier identisch ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von K&#228;mpfen um Forderungen zur Revolution muss es zwingend einen &lt;i&gt;Bruch&lt;/i&gt;, einen qualitativen Sprung geben. Doch dieser Bruch ist nicht ein Wunder, keine Ver&#228;nderung, die irgendwann geschieht, auch nicht die Tatsache, dass die Proletarier realisieren, dass nichts anderes als die Revolution mehr m&#246;glich ist, da alles andere gescheitert ist. Dieser Bruch wird regelrecht hervorgebracht, wenn die K&#228;mpfe sich entfalten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb35&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Th&#233;orie communiste, Self-Organisation Is the First Act of the (...)&#034; id=&#034;nh35&#034;&gt;35&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Er k&#252;ndigt sich an in der Vervielfachung von Diskrepanzen innerhalb der K&#228;mpfe. Die Verallgemeinerung des Kampfes kann nur die Verallgemeinerung von Praktiken sein, welche die Existenz der Proletarier als Proletarier in Frage stellen. Die kapitalistische Krise als Krise der gegenseitigen Verwicklung der Klassen wird nur die Kulisse dieser Verallgemeinerung sein und genau deshalb wird die Krise krampfartig werden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb36&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die Verbindung zwischen allt&#228;glichen K&#228;mpfen und der Revolution ist nicht (...)&#034; id=&#034;nh36&#034;&gt;36&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Verallgemeinerung des Kampfes, als ein Zusammenkommen &lt;i&gt;von Konflikten&lt;/i&gt; innerhalb von K&#228;mpfen, wird unmittelbar etliche Aspekte der Mehrwertproduktion/kapitalistischen Reproduktion unterbrechen und somit die proletarische Reproduktion selbst aufs Spiel setzen, was gleichzeitig die Intensivierung und Ausbreitung dessen notwendig macht, was dann ein offener Aufstand sein wird, oder eher etliche aufst&#228;ndische Fronten. Das Zusammenkommen proletarischer Praktiken wird offensichtlich nicht friedlich sein. Wir sollten im Gegenteil einen gewaltt&#228;tigen Prozess unter vielen Gesichtspunkten erwarten. Falls die Verallgemeinerung der Diskrepanzen eine neue Art der &#8222;Einheit&#8220; der Praktiken hervorbringt, wird es nicht die alte Einheit der Klasse sein, sondern etliche Praktiken werden objektiv verschiedene Lager innerhalb des k&#228;mpfenden Proletariats begr&#252;nden, welche jedoch unf&#228;hig sein werden (ausser die Revolution wird besiegt), sich in besonderen politischen Formen zu kristallisieren; sie werden definitionsgem&#228;ss unbest&#228;ndig sein, denn f&#252;r das &#8222;Lager der Kommunisierung&#8220; gibt es eben genau kein Ziel. Die Hervorbringung von Diskrepanzen ist gleichbedeutend mit der Hervorbringung der Klassenzugeh&#246;rigkeit als &#228;usserer Zwang innerhalb des Klassenkampfes. Die Dynamik des heutigen Klassenkampfes kann niemals siegreich sein, weil sie immer wieder mit dem &lt;i&gt;Klassen&lt;/i&gt;kampf als Grenze zusammenst&#246;sst, bis hin zum Punkt, wo die Vervielfachung der Diskrepanzen zur &#220;berwindung der Klassenzugeh&#246;rigkeit (und somit der Selbstorganisation als Klasse) wird, als Revolution innerhalb der Revolution, als Massnahmen der Kommunisierung, eine Revolution, welche entweder das Leben immer mehr entkapitalisiert (kommunisiert) oder zerschlagen wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Rocamadur/Blaumachen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;August 2012&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.blaumachen.gr/2012/10/the-feral-underclass-hits-the-streets/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Like a summer with a thousand Julys&#8230; and other seasons&#8230;&lt;/i&gt;, Wolfie Smith, Speed, Tucker and June, 1982.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Weiter f&#252;hrt er aus: &#8222;Ich weiss nicht, wie das geschehen konnte, und es war frustrierend, nicht mehr explizite politische &#196;usserungen zu sehen. Es zeigt gewiss, dass Verelendung allein nicht Bewusstsein erzeugt.&#8220; (Marlowe, &lt;a href=&#034;https://internationalist-perspective.org/blog/2011/08/24/2011-london-burning-%E2%80%93-some-observations/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;IP Blog&lt;/a&gt;, August 2011) Nichts pers&#246;nlich gegen Marlowe, er fasst einfach gut zusammen, was in anderen ultralinken oder anarchistischen Berichten von den Ausschreitungen gesagt oder angedeutet wurde. F&#252;r eine akademische Version des gleichen Ansatzes, siehe zum Beispiel &lt;a href=&#034;https://davidharvey.org/2011/08/feral-capitalism-hits-the-streets/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Feral Capitalism Hits the Streets&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; von David Harvey.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Woland, &lt;a href=&#034;https://www.blaumachen.gr/2011/07/the-transitional-phase-of-the-crisis-the-era-of-riots/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;The Transitional Phase of the Crisis: The Era of Riots&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; in Blaumachen Nr. 5, Juni 2011.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;a href=&#034;https://communisation.net/On-The-Periodisation-Of-The&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;On the Periodisation of the Capitalist Class Relation&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, Screamin' Alice, Sic Nr. 1, November 2011.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Dieser Prozess der Individualisierung der Arbeiterklasse wurde vom ideologischen Angriff auf die Arbeiteridentit&#228;t begleitet, was sie als ungewollte Verhaltensidentit&#228;t hervorgebracht hat, w&#228;hrend Wohlstand und Privateigentum glorifiziert werden. Die Arbeiterklasse ist nicht mehr etwas, worauf man stolz sein kann, und wurde zu etwas, das man verachtet.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Der Staat hinderte die Gemeinder&#228;te daran, Sozialwohnungen zu bauen, um den Bestand zu ersetzen, welcher abgestossen wurde. Steigende Nachfrage nach Wohnungen f&#252;hrte zu einem Preisanstieg. Wohnungen wurden immer mehr unbezahlbar f&#252;r weite Teile der Bev&#246;lkerung und viele waren dazu verurteilt, jahrelang auf Sozialwohnungen zu warten. Jene, welche immer noch eine Sozialwohnung bewohnten, tendierten dazu, &#228;rmer zu werden, und lebten in den qualitativ schlechtesten Wohnungen. &#220;ber die Jahre hinweg h&#246;rten die Lokalregierung auf, die bleibenden Sozialwohnungen in einem guten Zustand zu halten, damit sie zerfallen und dann &#8222;verurteilt&#8220; und abgerissen werden. Private erhielten dann Vertr&#228;ge, um neue Geb&#228;ude zu bauen, welche einen hohen Anteil an privat vermieteten Wohnungen enthielten. Dieser Prozess l&#228;uft weiter und ist Teil einer Politik der &#8222;Aufwertung&#8220;, welche zum Ziel hat, bestehende Sozialwohnungen mit neuen &#246;ffentlichen oder privaten Immobilien zu ersetzen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Der ganze Prozess des Abbaus der Sozialwohnungen enth&#228;lt seine eigenen Widerspr&#252;che: Einerseits m&#246;chte das Kapital/der Staat, dass diese Sozialwohnungen nicht existieren und stattdessen durch private Wohnungen ersetzt werden, andererseits waren sie f&#252;r die gesellschaftliche Reproduktion und die Kontrolle (&#252;bersch&#252;ssiger) proletarischer Bev&#246;lkerungen notwendig.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Nehmen wir zum Beispiel Hackney: Ganze Strassen wurden innerhalb von ein bis zwei Jahren transformiert. Hackney ist die zweit&#228;rmste Gemeinde im Land, mit &#252;ber 11000 Einwohnern, die von staatlichen Zusch&#252;ssen leben. Gleichzeitig kostet eine kleine Einzimmerwohnung etwa 300000 &#163; oder etwa 1000 &#163; Miete, da Mittelklassfamilien ins Quartier ziehen und teure Caf&#233;s und Bio-Take-Aways wie Pilze inmitten von Billigl&#228;den aus dem Boden schiessen. Billige karibische Lebensmittell&#228;den sind mit Boutiquen ersetzt worden; Friseure (ein wichtiger Treffpunkt f&#252;r afro-karibische Gemeinschaften) durch teure, trendige Bars; Kebabl&#228;den und Imbissbuden durch schicke Restaurants und moderne M&#246;bell&#228;den; Metzger durch Delikatessenl&#228;den und Immobilienagenturen. Pl&#228;tze haben sich in &#8222;Plazas&#8220; verwandelt, welche auf eine Art und Weise gestaltet sind, dass sie Herumh&#228;ngen und Trinken auf der Strasse verunm&#246;glichen. F&#252;r die vertriebenen Ladenbesitzer bedeutet das abrupte, verheerende Proletarisierung. F&#252;r ihre Kunden und lokale Netzwerke der Arbeiterklasse bedeutete es weniger Raum, die Unf&#228;higkeit, sich ihr Quartier leisten zu k&#246;nnen, und herablassende Blicke von Neuank&#246;mmlingen der Mittelklasse.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Willk&#252;rliche Polizeikontrollen wurden 1994 unter dem &#8222;Akt f&#252;r kriminelle Justiz und f&#252;r &#246;ffentliche Ordnung&#8220; f&#252;r Fussballhooligans eingef&#252;hrt und erlauben es der Polizei, in &#8222;bestimmten&#8220; Zonen jeden ohne konkreten Verdacht zu durchsuchen. Zwischen 1998 und 2009 erh&#246;hte sich die Anzahl solcher Kontrollen von 7970 auf 149955, w&#228;hrend zwischen 2005 und 2009 650% mehr Schwarze durchsucht wurden, ohne jeglichen Bezug zu Fussball. Es soll auch die schockierende Zahl von 333 Toten in Polizeigewahrsam seit 1998 erw&#228;hnt werden (Unabh&#228;ngige Beschwerdekommission der Polizei) und seit 1990 starben 1433 Leute entweder in Polizeigewahrsam oder nach anderweitigem Kontakt mit der Polizei (950 Tote in Polizeigewahrsam, 317 nach einer polizeilichen Verfolgungsjagd, 112 aufgrund von Strassenunf&#228;llen, an welchen Polizeiautos beteiligt waren, und 54 wurden von der Polizei erschossen), ein Viertel davon in London (The Guardian, Zahlen von Inquest).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ende 2011 erreichte die Zahl der Gefangenen im Vereinigten K&#246;nigreich 87000. Jedes Jahr werden rund 100000 Leute zu Sozialarbeit verurteilt. Praktische Konsequenzen einer Verurteilung im Vereinigten K&#246;nigreich: Der Arbeitgeber hat das Recht, Zugang zum Strafregister zu verlangen und Bewerber mit vorhergehenden Verurteilungen abzulehnen, verurteilte Studenten k&#246;nnen den Zugang zu medizinischer Versorgung verlieren und sogar von ihrer Schule ausgeschlossen werden. Gleichzeitig haben die Einwanderer von ausserhalb der EU grosse Schwierigkeiten, ihre Visas zu erneuern, w&#228;hrend alle Probleme haben, Zugang zu Kredit zu erhalten. Es ist offensichtlich, dass die Kriminalisierung der Armut einen zus&#228;tzlichen aktiven Faktor f&#252;r ihre Selbstreproduktion darstellt, w&#228;hrend sie gleichzeitig versucht, eine &#8222;Pufferzone&#8220; um sie zu kreieren.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;F&#252;r weitere Ausf&#252;hrungen zu diesen Ausschreitungen, der Ghettoisierung und der Bestrafung von Armut, siehe Wacquant, &lt;a href=&#034;https://www.scribd.com/doc/96318719/Wacquant-Loic-Return-Repressed-Riots-%E2%80%9CRace%E2%80%9D-and-Dualization-three-advanced-societies&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;The Return of the Repressed, Riots, &#8222;Race&#8220; and Dualization in Three Advanced Societies&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, 1993/2007.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Studenten mussten 1998 1000 &#163; Schulgeld zahlen und die Geb&#252;hren waren abh&#228;ngig von einer Verm&#246;genspr&#252;fung. Sp&#228;ter wurden die Verm&#246;genspr&#252;fungen abgeschafft und jeder musste Geb&#252;hren mit Darlehen vom Staat zahlen. Die Regierung erh&#246;hte 2004 das maximale Niveau von Schulgeldern f&#252;r Universit&#228;ten auf 3000 &#163; pro Jahr. Die maximalen Geb&#252;hren waren 2010 auf 3290 &#163; angestiegen. Die Schulgelder wurden mit der Reform der h&#246;heren Bildung 2010 auf 10000 &#163; verdreifacht, was den Anlass f&#252;r die Studentenbewegung gab.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;An Open Letter to Those Who Condemn Looting&lt;/i&gt;, &lt;a href=&#034;https://socialismandorbarbarism.blogspot.gr/2011/08/open-letter-to-those-who-condemn.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Teil I&lt;/a&gt; &amp; &lt;a href=&#034;https://socialismandorbarbarism.blogspot.gr/2011/08/open-letter-to-those-who-condemn_10.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;II&lt;/a&gt;, Socialism and/or Barbarism, August 2011.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Auf der Ebene des Spektakels ist eine sehr britische Art der Sparnostalgie als Kehrseite des allm&#228;chtigen gesellschaftlichen &#220;berwachungs- und Polizeiapparats wiederentdeckt und wiederangeeignet worden. &#8222;Ruhig bleiben und weitergehen&#8220; verbreitete sich als Folge des Niedergangs des Booms zu Zeiten Blairs auf Postern und anderen Gegenst&#228;nden, deren &#196;sthetik auf die turbulente Blitz&#228;ra verwiesen, und veranschaulichen den Aufruf f&#252;r eine stoische Akzeptanz kommender harter Zeiten. Siehe &lt;a href=&#034;https://www.radicalphilosophy.com/commentary/lash-out-and-cover-up&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Lash Out and Cover Up&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; von Owen Hatherley, Radical Philosophy 157, 2009.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die Arbeitslosenraten sind in armen Zonen noch schlimmer; die Jugendarbeitslosigkeit betrug in Tower Hamlets zum Beispiel 27.7%, w&#228;hrend es in Tottenham eine Stelle auf 54 Jobsuchende gab. Zudem muss beachtet werden, dass nur jene, welche Zusch&#252;sse f&#252;r die Arbeitssuche beantragen, als Arbeitslose gez&#228;hlt werden, nicht jene, welche durch andere Arten von Zusch&#252;ssen (z.B. Lohnzuschuss oder Invalidenrenten) leben, oder jene, welche dank Aktivit&#228;ten im informellen Sektor &#252;berleben.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;80% der 650000 Studenten h&#246;herer Schulen, welche den Zuschuss f&#252;r den Lebensunterhalt bekamen, entstammten Haushalten, wo das Einkommen geringer als 20800 &#163; ist. Die Stipendien erlaubten Jugendlichen &#228;rmerer Familien weitere Bildung und etwa einem Drittel davon h&#246;here Bildung.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;F&#252;r eine fr&#252;here Ausarbeitung dieser Idee, siehe &lt;a href=&#034;https://libcom.org/library/glass-floor-theorie-communiste&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;The Glass Floor&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; &#252;ber die Ausschreitungen 2008 in Griechenland von Theo Cosme.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Vergiss die Universit&#228;t, ich kann mir nicht mal mehr das College leisten. Wo ist meine Zukunft?&#8220; (ein Transparent w&#228;hrend der Studentenbewegung).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gewaltt&#228;tige Ausbr&#252;che von Lumpenproletariern waren in der Geschichte des Kapitalismus ein konstantes Thema.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;a href=&#034;https://www.blaumachen.gr/2012/02/the-rise-of-the-non-subject/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;The Rise of the (Non-)Subject&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; von Blaumachen und Freunde, Februar 2012.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Viele historische Aufst&#228;nde gingen nat&#252;rlich nicht mit Forderungen einher. Der Aufstand in den 1980er Jahren im Vereinigten K&#246;nigreich oder der Watts-Aufstand zuvor in den USA z.B. hatten keine besonderen unmittelbaren Forderungen, doch die Aktionen der Aufst&#228;ndischen waren Teil einer Bewegung, welche historisch die Integration der Schwarzen (als Schwarze) in die Zivilgesellschaft zum Ziel hatte. Heutzutage gibt es keine solche affirmative Bewegung.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Ausschreitungen zerst&#246;ren allerdings das wenige, was unsere Gemeinschaft noch besitzt, sie sind auch ein grosses Risiko, sowohl f&#252;r die Aufst&#228;ndischen als auch die Umstehenden. [&#8230;] Brandanschl&#228;ge, Zerst&#246;rung und die Leben von Mitgliedern unserer Gemeinschaft aufs Spiel setzen ist nicht der Weg, um unsere legitime Wut dar&#252;ber auszudr&#252;cken, dass wir in den Boomjahren vernachl&#228;ssigt wurden und dass man von uns erwartete, mit eurer Zukunft zu zahlen, als die Wirtschaft zusammenbrach. Ihr seid f&#228;hig, wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit auf einfallsreichere und wirksamere Art und Weise zu fordern&#8220; (Flugblatt von Hackney Unite). &#8222;Unsere Gemeinschaften brauchen eine vereinte Antwort, sowohl auf die Ausschreitungen als auch auf die Gr&#252;nde f&#252;r Verzweiflung und Frustration, welche zu Ausschreitungen f&#252;hren&#8220; (A North London Unity Demonstration).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Es ist ein Fehler, zu behaupten, dass es &#8222;implizite Forderungen&#8220; gab, in dem Sinne, dass Forderungen vielleicht nicht deutlich ausgesprochen wurden, doch in sp&#228;teren Interviews mit jungen Aufst&#228;ndischen sagten viele, dass es als Reaktion auf die Sparmassnahmen, die Arbeitslosigkeit, die Kontrolle usw. geschah. Wenn Jugendliche mit Kapuzenpullover &#252;ber das sprachen, was f&#252;r sie die Ursachen ihrer Aktionen waren, beweist das einzig und allein, dass sie nicht barbarische Idioten sind, entgegen der medialen Darstellung. Das sind nicht &#8222;implizite Forderungen&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Aufgrund des diffusen Charakters der Unruhen ist es unm&#246;glich, einzusch&#228;tzen, wie viele Leute daran beteiligt waren. Leider sind die einzigen verf&#252;gbaren Informationsquellen bez&#252;glich Beteiligung die verschiedenen Artikel, Studien und Reporte von staatlichen Kommissionen. Gem&#228;ss der Sunday Times vom 21. August &#8222;ist die Polizei auf der Suche nach 30000 Aufst&#228;ndischen&#8220; und gem&#228;ss dem Guardian, &#8222;nahmen sich bis zu 15000 Leute die Strasse im August&#8220;. In den meisten Epizentren der Unruhen beteiligten sich einige Hunderte aktiv, etliche Leute hingen allerdings herum und beobachteten die Ereignisse, sie unterst&#252;tzen in vielen F&#228;llen passiv, was geschah, oder hinderten zumindest die Polizei daran, die Kontrolle zu gewinnen. In einigen F&#228;llen war die Anzahl an Aufst&#228;ndischen h&#246;her, z.B. in Tottenham, Hackney, Salford, Birmingham und Manchester (Menschenmassen von &#252;ber 1000 Leuten).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Sagen wir es ohne Umschweife. Die grosse Pl&#252;nderung in Catford war verdammt lustig. Einkaufen bei Argos wird nie mehr das gleiche sein. Hunderte von Leuten aus dem Quartier waren auf der Strasse, die Launen variierten von Begeisterung, kaum versteckter Belustigung oder gelegentliche Mahnfinger, wenn Leute jeden Alters sich mit grossen Flachbildschirmfernsehern nach Hause schleppten. Lange Zeit war kein Bulle in Sicht. Die Pl&#252;nderer, welche man im JD Sports sah, probierten die Kleider an, bevor sie entschieden, welche Trainerhosen sie nach Hause nehmen. Ein dr&#252;ckender Schweissgeruch lag in der Luft. Es h&#228;tte nur noch ein Soundsystem gebraucht und die Karnevalsatmosph&#228;re w&#228;re komplett gewesen. Die Pl&#252;nderung von Blockbusters war nicht so erfolgreich. Die Playstationpackungen erwiesen sich als leer, genau wie die DVD-H&#252;llen, welche schliesslich die Strasse bedeckten. Ausgeschossene Unterhaltungselektronik war auch unter den Tr&#252;mmern, ihr Wert war abrupt ausgel&#246;scht in der allgemeinen Anarchie. Der Akt des Pl&#252;nderns war genauso wichtig wie die Beute.&#8220; Johny Void, &lt;i&gt;Rioting for Fun and Profit&lt;/i&gt;, August 2011.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Socialism and/or Barbarism, &lt;i&gt;Open Letter&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Es war eindeutig, dass der Staat und die Medien die Beteiligung von Gangmitgliedern (im strikten Sinn) in den Unruhen nutzten, um ihren ideologischen Angriff auf die Ausschreitungen zu vereinfachen und sie als organisiertes Verbrechen zu pr&#228;sentieren. Nachdem sie anfangs behauptete, 28% der Verhafteten in London seien Gangmitglieder, korrigierte die Polizei sp&#228;ter die Zahl auf 19%, eine Zahl, die landesweit auf 13% fiel.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jugendliche von griechischen Arbeiter-, kleinb&#252;rgerlichen oder Mittelschichtfamilien und integrierte Immigranten der zweiten Generation, haupts&#228;chlich aus dem Balkan. Man sollte nicht vergessen, dass der von der Polizei erschossene Teenager &#8211; der Ausl&#246;ser der Ausschreitungen &#8211; aus einer weissen griechischen Mittelklassenfamilie kam, die in einer wohlhabenden Vorstadt von Athen wohnt.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe der Text &lt;a href=&#034;https://www.blaumachen.gr/2011/11/the-%e2%80%98indignados%e2%80%99-movement-in-greece/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;On the &#8222;Indignados&#8220; Movement in Greece&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; in Sic Nr. 1, November 2011.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb30&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh30&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 30&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;30&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Es ist wichtig, dass in New York das Ghetto im Ghetto blieb; sie befanden sich nicht pl&#246;tzlich im Zentrum. Nur einige wirklich Arme, Obdachlose und Bettler, beteiligten sich an der Besetzung, eher in einer Wechselbeziehung der Wohlt&#228;tigkeit (Beschaffung von Essen und Schutz) und sogar diese Tatsache f&#252;hrte zu Spannungen in den Camps, denn Schmutz, Alkohol und Nicht-Beteiligung an den Versammlungen (was Opportunismus genannt wurde) waren Feinde des politischen Charakters der Bewegung. Der Abscheu der Mittelschicht bez&#252;glich ihrer N&#228;he zu den &#196;rmsten war eine noch zentralere Dynamik in Santa Cruz. In Oakland hingegen brachten die geographische N&#228;he des Camps zu den Ghettos und die radikale Klassenkampftradition der Staat ziemlich viele Enteignete auf den Platz, mit einem doppelten Effekt: die Bullen waren definitionsgem&#228;ss auf der anderen Seite der Barrikade; die Beteiligung eher marginaler Schichten von den Ghettos wurde entsch&#228;rft durch schwarze Zivilgesellschaftsorganisationen, welche einen betr&#228;chtlichen Einfluss auf die schwarzen Bev&#246;lkerungen haben und der Weitergabe des Radikalismus von einer Generation an die n&#228;chste verpflichtet sind (f&#252;r weitere Ausf&#252;hrungen zur Kommune von Oakland und der Occupybewegung, siehe &lt;i&gt;Under the Riot Gear&lt;/i&gt;, n&#228;chstens ver&#246;ffentlicht in Sic Nr. 2).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb31&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh31&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 31&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;31&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Blaumachen und Freunde, &lt;a href=&#034;https://www.blaumachen.gr/2012/02/the-rise-of-the-non-subject/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;The Rise of the (Non-)Subject&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb32&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh32&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 32&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;32&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe die Einleitung zu &lt;a href=&#034;https://www.blaumachen.gr/2011/07/the-transitional-phase-of-the-crisis-the-era-of-riots/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;The Transitional Phase of the Crisis: The Era of Riots&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; von Woland, September 2011.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb33&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh33&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 33&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;33&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;In diesem Sinne ist der Vers&#246;hnungsversuch zwischen verschiedenen Interessen, zwischen Aufst&#228;ndischen und Besitzer kleiner L&#228;den der t&#252;rkischen und kurdischen Gemeinschaft Nordlondons gegen die auf die Ereignisse folgende Polizeirepression ein politischer Versuch, einen Widerspruch aufzul&#246;sen, der keine politische L&#246;sung haben kann: &#8222;Vergessen wir nicht, dass die t&#252;rkische und kurdische Jugend auch ein Teil der Jugend dieses Landes ist und somit steht auch die Zukunft der t&#252;rkischen und kurdischen Jugend als Resultat der Sparmassnahmen auf dem Spiel. [&#8230;] Wir k&#246;nnen die Entwicklung einer instinktiven Tendenz beobachten, ihre kleinen L&#228;den zu besch&#252;tzen und manchmal die Jugendlichen anzugreifen. Die H&#228;ndler haben gewiss das Recht, ihre L&#228;den zu besch&#252;tzen. Doch solche Ereignisse sollten nicht [&#8230;] benutzt werden, um die Vorurteile zu st&#228;rken, welche die Unterdr&#252;ckten und Migranten gegeneinander haben&#8220;. Diese interklassistische Aufruf zur Br&#252;derlichkeit versuchte, eine &#8222;Gemeinschaft der Armen&#8220; mit dem zu ersetzen, was nur durch einen direkten Angriff auf die Produktionsmittel und den Lebensunterhalt erreicht werden kann: Die konfliktreiche Frage des Zusammenkommens verschiedener Teile des Proletariats und armer Kleineigent&#252;mer. Wenigstens bemerkte eine 39-j&#228;hrige Mutter unter den Aufst&#228;ndischen: &#8222;Wir werden f&#252;r die L&#228;den keine Tr&#228;nen vergiessen; sie trugen nie etwas zur Gemeinschaft bei, sie k&#252;mmern sich mittlerweile nur noch um ihre Mittelklass-Hipster-Kunden&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb34&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh34&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 34&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;34&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die Polizei sollte den Gebrauch von echter Munition in Betracht ziehen, um Angriffe auf Geb&#228;ude zu stoppen, wenn das Leben von den Personen darin gef&#228;hrdet wird. Der Gebrauch von &#8222;gesch&#252;tzten&#8220; Gef&#228;hrten gegen die Aufst&#228;ndischen, Gummigeschossen, Wasserwerfern und milit&#228;rischer Unterst&#252;tzung wurden ebenfalls vorgeschlagen. F&#252;r die olympischen Spiele wird das technologische Repressionsarsenal des Staates ebenfalls mit neuen Gesichtserkennungskameras und anderen Ger&#228;ten verst&#228;rkt, w&#228;hrend die Armeepatrouillen auf der Strasse normalisiert werden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb35&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh35&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 35&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;35&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://libcom.org/library/self-organisation-is-the-first-act-of-the-revolution-it-then-becomes-an-obstacle-which-the-revolution-has-to-overcome&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Self-Organisation Is the First Act of the Revolution, It then Becomes an Obstacle which the Revolution Has to Overcome&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, 2005.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb36&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh36&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 36&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;36&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die Verbindung zwischen allt&#228;glichen K&#228;mpfen und der Revolution ist nicht mehr eine theoretische Abstraktion und wird in der Krise der kapitalistischen Produktionsverh&#228;ltnisse zu etwas direktem.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		
		<enclosure url="https://kommunisierung.net/IMG/pdf/barbarischeunterschichtpdf.pdf" length="157219" type="application/pdf" />
		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Blaumachen - Von Schweden zur T&#252;rkei: Ungleichheiten in der Dynamik der &#196;ra der Aufst&#228;nde</title>
		<link>https://kommunisierung.net/Von-Schweden-zur-Turkei</link>
		<guid isPermaLink="true">https://kommunisierung.net/Von-Schweden-zur-Turkei</guid>
		<dc:date>2013-06-26T21:55:00Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Webmaster</dc:creator>


		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
		<dc:subject>Theorie</dc:subject>
		<dc:subject>Schweden</dc:subject>
		<dc:subject>Blaumachen</dc:subject>
		<dc:subject>Woland</dc:subject>
		<dc:subject>T&#252;rkei</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Dieser Text wurde vor den Ereignissen in Brasilien geschrieben. Diese Ereignisse umfassen die vierte Dynamik der &#8222;&#196;ra der Aufst&#228;nde&#8220; und werfen die Frage auf, in welcher Etappe der Krise wir uns befinden (Brasilien und die T&#252;rkei waren die Wunder des internationalen W&#228;hrungsfonds). Doch dieser Text geht nat&#252;rlich nicht auf die Analyse dieser Korrelation ein. &lt;br class='autobr' /&gt;
Von Schweden zur T&#252;rkei: Ungleichheiten in der Dynamik der &#196;ra der Aufst&#228;nde &lt;br class='autobr' /&gt;
Die gesellschaftliche Explosion in der T&#252;rkei (...)&lt;/p&gt;


-
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

/ 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Theorie" rel="tag"&gt;Theorie&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Schweden" rel="tag"&gt;Schweden&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Blaumachen" rel="tag"&gt;Blaumachen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Woland" rel="tag"&gt;Woland&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Turkei" rel="tag"&gt;T&#252;rkei&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://kommunisierung.net/IMG/logo/10000201000006550000043880a6ae7031f1228f-e1968-2.png?1689544422' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='100' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Dieser Text wurde vor den Ereignissen in Brasilien geschrieben. Diese Ereignisse umfassen die vierte Dynamik der &#8222;&#196;ra der Aufst&#228;nde&#8220; und werfen die Frage auf, in welcher Etappe der Krise wir uns befinden (Brasilien und die T&#252;rkei waren die Wunder des internationalen W&#228;hrungsfonds). Doch dieser Text geht nat&#252;rlich nicht auf die Analyse dieser Korrelation ein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Schweden zur T&#252;rkei: Ungleichheiten in der Dynamik der &#196;ra der Aufst&#228;nde&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die gesellschaftliche Explosion in der T&#252;rkei verpflichtet uns, genauer hinzuschauen, was geschieht, was entsteht, welche neuen Grenzen hervorgebracht werden in der Zeit, die wir &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.kommunisierung.net/Die-Ara-der-Aufstande-hat-begonnen&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#196;ra der Aufst&#228;nde&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; genannt haben und wie sie &#252;berwunden werden. Die Kombination der Ereignisse in Schweden und in der T&#252;rkei, ihr zeitliches Aufeinandertreffen, best&#228;tigt die Existenz zweier Dynamiken in den Klassenk&#228;mpfen, die sich &lt;i&gt;relativ&lt;/i&gt; autonom voneinander entwickeln. Es ist klar, dass das Aufeinandertreffen dieser Praktiken sich nicht erfreulich ank&#252;ndigt, denn es wird die Frage der Verh&#228;ltnisse zweier entstehender Subjekte stellen, welche bis anhin keinen gemeinsamen Horizont in ihrer Aktivit&#228;t haben. Das Problem von einem revolution&#228;ren Standpunkt aus ist, &lt;i&gt;wie&lt;/i&gt; auf der Grundlage ihres Aufeinandertreffens ihre notwendige &#220;berwindung hervorgebracht wird: Die Transformation des Kampfes in das Ergreifen von kommunistischen Massnahmen gegen das Kapital, d.h. in die Infragestellung aller Rollen, welche die Gesellschaft konstituieren, in die &lt;i&gt;Kommunisierung&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt zudem eine dritte Dynamik: Die fordernden Lohnbewegungen, welche sich haupts&#228;chlich in jener Peripherie abspielen, welche der historische Neoliberalismus in seine internationalisierte Akkumulation integriert hat, in China und in S&#252;dostasien; die sich abspielenden Ereignisse erlauben allerdings kein Aufeinandertreffen dieser Dynamik mit den anderen. Und es gibt auch eine vierte Dynamik, jene, welche jene s&#252;damerikanischen L&#228;nder betrifft, welche den Widerstand gegen den Neoliberalismus in den Staat integrieren konnten (Chile ist eine erw&#228;hnenswerte Ausnahme: Die Bewegung der gesellschaftlich konstruierten Kategorie der Jugend steht eher den Dynamiken des Aufstands nahe). Diese vierte Dynamik ist im Moment noch autonomer, obwohl sie uns in Zukunft betreffen kann, besonders in Griechenland. Im folgenden geht es um die zwei ersteren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einerseits haben wir eine Reihe von Aufst&#228;nden der &#8222;Ausgeschlossenen&#8220;; andererseits taucht seit 2011 eine Abfolge von Aufst&#228;nden auf, w&#228;hrend welchen das Hauptelement, was ihre Zusammensetzung betrifft, das Engagement der sogenannten &#8222;Mittelschichten&#8220; ist, deren &#8222;demokratischer&#8220; Diskurs die hervorgebrachten Bewegungen formt. Die Aufst&#228;nde der Ausgeschlossenen finden in L&#228;ndern statt, die in der kapitalistischen Hierarchie oben platziert sind. Die Aufst&#228;nde, in welchen der demokratische Horizont vorherrscht, welche vom politischen Standpunkt aus die Mittelschichten strukturiert und der Bewegung &#8222;der Pl&#228;tze&#8220; ihre Form gibt, finden hingegen haupts&#228;chlich in L&#228;ndern der zweiten Zone und in den &#8222;aufstrebenden Volkswirtschaften&#8220; statt. Die Tatsache, dass ein Land, welches nicht zu dieser Kategorie geh&#246;rt, Teil davon ist, n&#228;mlich Spanien, ist ein Element, das zeigt, dass die Krise die Untergrabung dieser Stratifikation best&#228;tigt, welche schon w&#228;hrend der Entwicklung dieses Akkumulationszyklus aktiv war (seit der Krise der 1970er Jahre bis ungef&#228;hr 2008). Der Kern schlechthin (USA und Deutschland) ist von diesen Dynamiken noch nicht ber&#252;hrt worden. Die Bewegung &lt;i&gt;Occupy Wall &lt;/i&gt;&lt;i&gt;Street&lt;/i&gt;, obwohl sie der zweiten Dynamik den Namen gab, geh&#246;rt nur auf sehr marginale Art und Weise dazu: Es handelte sich um eine Bewegung von Aktivisten (wie &#252;brigens &lt;i&gt;Blockupy&lt;/i&gt; in Deutschland), nicht um eine Massenbewegung wie jene in Spanien, Griechenland, des &#8222;arabischen Fr&#252;hlings&#8220; oder in der T&#252;rkei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jene, welche vom offiziellen Kreislauf der Mehrwertproduktion radikal ausgeschlossen sind (was ihre Integrationsweise in die kapitalistische Gesellschaft darstellt: Integration mittels Ausschluss), &#228;ussern keine Diskurse; ihr einziger Diskurs sind Pl&#252;nderungen und Zerst&#246;rungen. Sie fordern nicht, denn es ist klar f&#252;r sie, dass es nichts n&#252;tzt (sonst t&#228;ten sie es). Sie wissen schon, dass der Staat sie nicht integrieren, sondern versuchen wird, sie als &#252;bersch&#252;ssige Bev&#246;lkerung zu verwalten. Soweit die seit 2008 andauernde Krise/Restrukturierung die &#8222;Sozialausgaben&#8220; noch mehr reduziert, wissen sie sehr gut, dass diese Verwaltung nur immer repressiver werden kann. Eigentlich wissen sie, dass sie in einem &#8222;Gef&#228;ngnis ohne Gitter&#8220; fast ersticken (wenn man nicht genug Geld hat, um seine Strassenecke zu verlassen und man, wo immer man auch sein mag, permanent von der Polizei bel&#228;stigt wird, so befindet man sich sehr wohl in einem Gef&#228;ngnis). In diesem &#8222;Gef&#228;ngnis&#8220; erm&#246;glichen es die gemeinschaftlichen Verh&#228;ltnisse nicht, dem Elend zu entkommen und sie werden in einem gewissen Masse in eine private Tauschwirtschaft integriert, d.h. die Kleinkriminalit&#228;t, in informelle Institutionen, wo sich eine unflexible repressive Hierarchie reproduziert (um nicht von der Situation der Frauen zu sprechen...) Somit greifen sie ihr Gef&#228;ngnis an, sie greifen alle staatlichen Institutionen an, welche sie als jene konzipieren, welche ihren Status als lebenslange Gefangene best&#228;tigen und somit stellen sie im Moment der Revolte auch alle ihre gesellschaftlichen Rollen in ihrem &#8222;Gef&#228;ngnis&#8220; in Frage.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Mittelschichten revoltieren, weil sie zusammenbrechende Mittelschichten sind (Griechenland, Spanien), weil man sie sich nicht als solche konstituieren l&#228;sst (arabischer Fr&#252;hling) oder weil sie viel mehr Repression und Druck erdulden m&#252;ssen als vor der Krise (T&#252;rkei) &#8211; das impliziert nicht nur ein geringeres Einkommen als sie haben &#8222;m&#252;ssten&#8220;, sondern auch alle anderen gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse, die Vermarktung und Schliessung &#246;ffentlicher Pl&#228;tze aller Art, Gender, Politik oder Politik/Religion (im Falle der arabischen L&#228;nder zwei Seiten einer Medaille), Ethnie usw. Die Frage der Mittelschichten ist vom theoretischen Standpunkt aus offen. Sogar ihre Definition ist ungewiss: Die anerkannte Definition der Mittelschichten implizierte die Kategorien des Kleineigentums der Produktionsmittel und die traditionellen individuellen Berufe (&#196;rzte, Anw&#228;lte, Notare usw.). Doch wie k&#246;nnte man heute die Mittelschichten definieren? Die Stratifikation zeigt sich heute in einem grossen Masse innerhalb der Lohnarbeiter und der unabh&#228;ngigen Arbeiter (also Lohnarbeiter, die ihre Beitr&#228;ge zur sozialen Sicherheit selbst bezahlen) und sie formiert sich auf der Grundlage der Position in der Hierarchie des Produktionsprozesses, des Einkommens, des Zugangs zu Kredit usw. Damit ziehen die Massen der verarmten Arbeitslosen, Junge, welche &lt;i&gt;ipso facto&lt;/i&gt; Arme sind, sowie die prek&#228;ren Arbeiter das &#8222;Niveau&#8220; der Mittelschichten gegen unten und diese Tatsache verringert ihren politischen Einfluss im Staat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese beiden Dynamiken &#8211; die Aufst&#228;nde der Ausgeschlossenen und die Massenbewegungen der Besetzungen &#246;ffentlicher Pl&#228;tze mit den Mittelschichten mit ungenauen Umrissen als zentrale Akteure &#8211; sind sich im Februar 2012 in Griechenland begegnet (doch in diesem Fall waren die Mittelschichten schon dabei, zusammenzubrechen). Dieses Aufeinandertreffen resultierte aus den Besonderheiten Griechenlands, wo es &#252;brigens neben der Bewegung &#8222;Syntagmaplatz 2011&#8220; auch die Bewegung &#8222;Dezember 2008&#8220; gab. Die Aufst&#228;nde im Dezember 2008, genau wie jene der Studenten in Chile und in Kanada, sind Teil eines Spektrums von Praktiken, die zwischen diesen beiden Dynamiken einzuordnen sind. Was aus den betreffenden Aufst&#228;nden herausragt, ist die &#8222;Jugend&#8220; als gesellschaftlich konstruiertes Subjekt, welches jene mit einschliesst, welche vor lauter geschlossenen T&#252;ren stehen, f&#252;r welche der Aufstieg in der gesellschaftlichen Hierarchie keine Perspektive ist, welche jedoch auch nicht, im Gegensatz zu den Aufst&#228;ndischen in Stockholm oder England, strukturell ausgeschlossen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die durch die Aktualisierung der &#196;ra der Aufst&#228;nde aufgeworfenen Fragen, wie in Schweden oder der T&#252;rkei, sind wichtig:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;A) Wird der Staat f&#228;hig sein, einen Konsens f&#252;r eine gegen die Ausgeschlossenen gerichtete Verwaltung im Proletariat der ersten Zone zu konstruieren? Auf der Grundlage der Ereignisse in Schweden scheint diese Tendenz hervorgebracht zu werden als fast unvermeidliche Antwort auf die Aktualisierung dieser Dynamik (in England ist das Aufkommen der &lt;i&gt;English Defence League&lt;/i&gt;, genau wie die Vergr&#246;sserung des politischen Einflusses der &lt;i&gt;UK Independence Party&lt;/i&gt;, direkt mit dieser Frage verbunden; ein solches Aufkommen konnte von den Aufst&#228;nden 2011 nicht hervorgebracht werden, weil sie eher von der weissen Farbe gepr&#228;gt waren). Die Aufst&#228;nde in Schweden aktualisieren &lt;i&gt;die Krise der Integration des Proletariats in den Prozess der Mehrwertproduktion als Krise der Immigration&lt;/i&gt;. Die Frage eines Faschismus einer neuen Art, der sich an der Kreation einer &#8222;europ&#228;ischen Identit&#228;t&#8220; orientiert und somit inh&#228;rent rassistisch ist, ist von h&#246;chster Aktualit&#228;t.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;B) Was wird die innere Dynamik der Integration der &#8222;Mittelschichten&#8220; ins Proletariat, nicht nur als Situation, sondern auch als T&#228;tigkeit, sein? Ist es denkbar, dass die Praktiken der &#8222;Kommune&#8220; jener, welche sich auf den Pl&#228;tzen verteidigen und versuchen ihre Klassenzugeh&#246;rigkeit zu retten, auf die zerst&#246;rerischen Praktiken der Ausgeschlossenen treffen? Im Moment ist der einzige Fall dieser Art das konfliktreiche Aufeinandertreffen im M&#228;rz 2006 in Frankreich w&#228;hrend der Anti-CPE-Bewegung (doch das ist schon lange her und fand &lt;i&gt;vor&lt;/i&gt; der Krise statt) und der 12. Februar 2012 in Griechenland (doch dieses Aufeinandertreffen war durchdrungen mit der Konfrontation bez&#252;glich des &#8222;Memorandums&#8220; und konnte nicht l&#228;nger dauern als bis zur Niederlage dieser spezifischen Forderung). Was k&#246;nnten die Resultate der &#8222;demokratischen Bewegungen&#8220; sein, welche der Staat zumindest bis jetzt nicht integrieren konnte? Diese Bewegungen tragen einen gewissen &#8222;Kommunitarismus&#8220; zur Schau. Der Ausgangspunkt dieses Kommunitarismus ist die Verteidigung des staatlichen Eigentums (nichts ist &#8222;gemeinn&#252;tzig&#8220;, alles, was nicht privat ist, ist staatlich) durch das Mittel seiner Nutzung auf der Grundlage seiner Definition, d.h. als Element, welches die Reproduktion der Arbeitskraft unterst&#252;tzt. Die Pl&#228;tze und P&#228;rke sind R&#228;ume der &#8222;Freizeit&#8220;. Die Tatsache, dass die Krise/Restrukturierung die Arbeitslosigkeit betr&#228;chtlich vergr&#246;ssert hat, erlaubt es vielen Leuten, w&#228;hrend der Bewegung kontinuierlich in einem solchen Raum pr&#228;sent zu sein, ohne dass man es merkw&#252;rdig f&#228;nde, dass jene, welche arbeiten, erst nach der Arbeit kommen: Die Pr&#228;senz von Leuten ist tats&#228;chlich am Abend und in der Nacht viel massiver. Das wesentliche ist, dass ein &#8222;gemeinsames Leben in der Besetzung&#8220; hervorgebracht wird. Das &#8222;Leben in der Besetzung&#8220; ist gewiss ein &lt;i&gt;Bild der Zukunft&lt;/i&gt;, welches &#252;ber den Horizont der Bewegung hinaus geht, das sich jedoch nicht in eine &lt;i&gt;verallgemeinerte Praxis&lt;/i&gt; transformieren kann, wenn die Bewegung nicht wirklich die Struktur in Frage stellt, welche die Unterscheidung zwischen &#246;ffentlichem und privatem Raum st&#252;tzt, also letzten Endes die Gesamtheit der kapitalistischen Verh&#228;ltnisse. Die &#8222;Kampfgemeinschaft&#8220;, die &#8222;kommunistischen Gesten&#8220; sollten nicht untersch&#228;tzt werden, denn in ihrer Verallgemeinerung stellen sie den positiven Horizont der Bewegung dar. Doch da, wo wir sind, sind wir gezwungen, einerseits zu erfahren, was die Bewegung erstarren l&#228;sst und verhindert, dass die Verallgemeinerung dieser Elemente versucht wird, und andererseits, welche Elemente ihres Inhalts gleichzeitig die Gr&#252;nde f&#252;r ihr Ende darstellen. Jene, welche an diesen Bewegungen teilnehmen, im Gegensatz zu den Aufst&#228;nden der Ausgeschlossenen, messen der &lt;i&gt;Territorialisierung ihrer Pr&#228;senz&lt;/i&gt; eine grosse Bedeutung bei (was gewissermassen im Verh&#228;ltnis steht mit der Form der Rente, welche durch den produzierten Mehrwert im gegenw&#228;rtigen Kapitalismus akzeptiert wird: Die Ausbeutung spielt eine bestimmende Rolle f&#252;r die Form des Klassenkampfes). Mit der &#8222;Besetzung&#8220; fordern sie das Recht ihrer materiellen Existenz als Subjekte gegen&#252;ber dem Staat ein, von welchem sie glauben, dass &#8222;er sich um sie k&#252;mmert&#8220;. Es ist nicht unbedeutend, dass der Schutz der Kommune vor allem von einer jungen, m&#228;nnlichen und armen Fraktion des Proletariats garantiert wird, welche erfahren ist, was die Konfrontation mit der Polizei betrifft (diese unterschiedliche Rolle manifestiert sich auch in der T&#252;rkei und etwas weniger in &#196;gypten). Sie versuchen zwangsl&#228;ufig, Forderungen zu formulieren, um etwas konkreteres als die &#8222;Demokratie&#8220; auf den hypothetischen Verhandlungstisch zu stellen (sie ertragen es nicht, einzusehen, dass dieser nicht mehr existiert und sie fordern die Regierung permanent auf, dessen Existenz einzur&#228;umen). Dieser Prozess f&#252;hrt durch die Verweigerung der Regierung, irgendwas zu verhandeln, nat&#252;rlicherweise zur Anfechtung der Regierung. Eine Bewegung, deren Zusammensetzung von den Mittelschichten dominiert ist, fordert notwendigerweise den Fall der Regierung &#8211; und diese Forderung bedeutet, aufgrund der Abwesenheit einer &#8222;Partei der Arbeiterklasse&#8220; welche die Bewegung zur &#8222;Machtergreifung&#8220; f&#252;hren w&#252;rde, die Auswechslung der Regierung durch eine andere (welche die Existenz und die Reproduktion der Lebensqualit&#228;t, die sie zu verdienen glauben, unterst&#252;tzen k&#246;nnte). Diese endogene Tendenz steht nicht im Widerspruch zu den kommunitaristischen Z&#252;gen der Besetzungen, welche jedoch nebens&#228;chlich werden als konstitutives und formierendes Element der Bewegung, wenn sich das politische Ziel konkretisiert. &#196;gypten und Tunesien haben eindeutig gezeigt, dass der Fall der Regierung f&#252;r diese Bewegungen das Ende bedeutet. Nat&#252;rlich erwies sich das, was anf&#228;nglich als Sieg erschien, als eine Niederlage, denn neue Polizeistaaten haben sich konstituiert und die Restrukturierung geht fr&#246;hlich weiter mit der Reduzierung der Sozialhilfe, Erh&#246;hungen der Lebensmittelpreise usw. Doch die Bewegung in &#196;gypten und Tunesien konnte nicht wieder belebt werden, weil ihr anf&#228;ngliches Ziel, welches ihrer Einheit entsprach, erreicht worden ist. Die Bewegung in der T&#252;rkei &#8211; deren pr&#228;gender Faktor, dieser Dynamik folgend, ebenfalls, trotz allen Unterschieden, auch Teil dieses Schemas ist &#8211; steht einem weiteren Element gegen&#252;ber. Die &lt;i&gt;politische Macht&lt;/i&gt; der Regierung ist gr&#246;sser als jene der &#228;gyptischen oder tunesischen Regierung. Die Einheit der Bewegung gr&#252;ndet auf der Transformation dieses Staates in einen repressiven Polizeistaat w&#228;hrend den letzten Jahren. Folgende Frage wird dadurch aufgeworfen: Werden die Mittelschichten sich in das Proletariat als T&#228;tigkeit der Infragestellung des Kapitals integrieren k&#246;nnen, wenn diese Bewegungen zuvor in ihrem politischen Sieg (der in Wirklichkeit ihre Niederlage ist) enden? Ihre Niederlage, welche durch ihren politischen Sieg f&#252;hren, bringen die existierenden Spaltungen notwendigerweise zur&#252;ck an die Oberfl&#228;che. Eine Fraktion der Bewegung versucht, weiter zu revoltieren, verliert jedoch die Unterst&#252;tzung des Volkes (d.h. eine interklassistische Unterst&#252;tzung, denn die Klasse ist ein Verh&#228;ltnis, nicht eine Kategorie). Wie kann ein solcher Prozess der Revolte weitergehen ohne die massive Beteiligung der Ausgeschlossenen und der Armen? W&#228;re dies m&#246;glich?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend diese Zeilen geschrieben werden, geht die Bewegung in der T&#252;rkei weiter. Ihre Besonderheit, kombiniert mit der Tatsache, dass es sich um ein Ereignis mit einer weltweiten Reichweite handelt, bestimmt den Punkt, wo wir uns befinden. Hier befinden wir uns: Gegen&#252;ber einer weiteren Revolte gegen einen Polizeistaat. &lt;i&gt;Eine Revolte mit geringen Chancen auf den &#8222;Sieg&#8220; auf der Grundlage ihres Inhalts und aufgrund dieser Tatsache sehr wichtig.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Praktiken der &#8222;Kommune&#8220;, welche notwendigerweise eine bessere Verwaltung des b&#252;rgerlichen Staates als Horizont haben, doch welche sehen, wie dieser Horizont verschwindet, treffen auf die Revolten der Ausgeschlossenen hinsichtlich der Tatsache, dass letztere keinen Horizont irgendeines &#8222;Sieges&#8220; haben. Das Resultat dieses Aufeinandertreffens &#8211; welche sich in der Interaktion zwischen den Praktiken der &#8222;Kommune&#8220; und den allt&#228;glichen &#220;berlebenspraktiken jener, welche strukturell ausgeschlossen sind aus dem offiziellen Kreislauf der Mehrwertproduktion &#8211; wird in einem grossen Masse den Ausgang des Klassenkampfes in der &#196;ra der Aufst&#228;nde bestimmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;8.6.2013&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Woland/Blaumachen &amp; Freunde&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://dndf.org/?p=12618&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		
		<enclosure url="https://kommunisierung.net/IMG/pdf/tuerkeischwedenpdf.pdf" length="60912" type="application/pdf" />
		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Blaumachen - Ohne dich dreht sich kein R&#228;dchen</title>
		<link>https://kommunisierung.net/Ohne-dich-dreht-sich-kein-Radchen</link>
		<guid isPermaLink="true">https://kommunisierung.net/Ohne-dich-dreht-sich-kein-Radchen</guid>
		<dc:date>2011-12-19T01:17:00Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Webmaster</dc:creator>


		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
		<dc:subject>Theorie</dc:subject>
		<dc:subject>Griechenland</dc:subject>
		<dc:subject>Blaumachen</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;&#8222;In der gegenw&#228;rtigen Situation werden die Leute erst auf die Strasse gehen, wenn sie Angst haben werden. Und sie werden von einem Moment auf den anderen auf die Strasse gehen, alle zusammen...Zu diesem Zeitpunkt wird man die kommunistische Partei gegen sie aufstellen, damit sie sie stoppt.&#8220; &lt;br class='autobr' /&gt;
Diese erstaunlich exakte Prognose kommt von einem alten Trotzkisten w&#228;hrend einer Diskussion in einem Caf&#233; 2007. In diesem Text m&#246;chten wir uns bem&#252;hen, zu verstehen was die offene Positionierung der (...)&lt;/p&gt;


-
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

/ 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Theorie" rel="tag"&gt;Theorie&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Griechenland" rel="tag"&gt;Griechenland&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Blaumachen" rel="tag"&gt;Blaumachen&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://kommunisierung.net/IMG/logo/sic2cover-2.jpg?1689552979' class='spip_logo spip_logo_right' width='104' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&#8222;&lt;i&gt;In der gegenw&#228;rtigen Situation werden die Leute erst auf die Strasse gehen, wenn sie Angst haben werden. Und sie werden von einem Moment auf den anderen auf die Strasse gehen, alle zusammen...Zu diesem Zeitpunkt wird man die kommunistische Partei gegen sie aufstellen, damit sie sie stoppt.&#8220;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese erstaunlich exakte Prognose kommt von einem alten Trotzkisten w&#228;hrend einer Diskussion in einem Caf&#233; 2007. In diesem Text m&#246;chten wir uns bem&#252;hen, zu verstehen was die offene Positionierung der griechischen kommunistischen Partei (KKE) als Polizei&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Es ist nicht nur die Tatsache, dass die KKE den Demonstranten den Zugang (...)&#034; id=&#034;nh1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &#8211; das wichtige Ereignis des 20. Oktobers &#8211; f&#252;r die Entwicklung des Klassenkampfes in Griechenland bedeutet und inwiefern es mit der Entwicklung der Krise zusammen h&#228;ngt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir werden unsere Analyse beginnen, indem wir eine kritische Lesart der Grundposition all derjenigen versuchen, welche die Haltung der KKE als &#8222;Verrat an der Arbeiterklasse&#8220; bezeichnen und welche auch der Grund ist, weshalb die Verteidiger dieser Position dar&#252;ber hinaus bereuen, dass &#8222;wir &lt;i&gt;uns gegenseitig&lt;/i&gt; bek&#228;mpfen&#8220;. Dieser Standpunkt scheint zu ignorieren oder zu vergessen, welches die Rolle der KKE im Klassenkampf Griechenlands ist. Es handelt sich allerdings nicht um eine Unachtsamkeit. Es handelt sich auch nicht um eine Unterlassung oder einen Irrtum. Was diese Konzeption nicht wahrnimmt, ist bestimmt von der Essenz dessen, was sie sieht, von der Struktur ihres Blickwinkels, vom Kern selbst ihres Inhalts. Was sie sieht, ist die Revolution als Triumph der Arbeiterklasse, die Transformation der kapitalistischen Gesellschaft in eine Arbeitergesellschaft, kurz, eine Revolution wie auch die KKE behauptet, sie zu konzipieren (nat&#252;rlich mit ihr selbst an der Stelle der Bosse). Deshalb beschuldigt diese Kritik die KKE des Verrats im Streben nach einem &lt;i&gt;gemeinsamen Ziel&lt;/i&gt;. Sie betrachtet sogar die KKE als Verr&#228;terin am gemeinsamen Ziel einer &#8222;freien&#8220; Arbeitergesellschaft, weil sie, durch ihre Praxis und ihren Diskurs, den Aufbau eines Arbeiterstaates zu Lasten der Selbstverwaltung der Produktion anstrebt. Es ist in diesem Sinne, in welchem sich die Kritik gegen die Benutzung der Parole &#8222;Ohne dich dreht sich kein R&#228;dchen &#8211; &lt;i&gt;Arbeiter&lt;/i&gt;, du brauchst die Bosse nicht&#8220; durch die KKE auflehnt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn es auch auf den ersten Blick widerspr&#252;chlich erscheinen mag, doch es ist in dieser Parole, in welcher sich die Substanz des Ereignisses vom 20. Oktober befindet. Der Inhalt dieser Parole dr&#252;ckt den Standpunkt der KKE aus (und nicht &lt;i&gt;nur&lt;/i&gt; der KKE, was sehr wichtig ist) in der Konfrontation zwischen Praktiken des Klassenkampfes, welche von der gegenw&#228;rtigen Periode historisch hervorgebracht wird. Liest man diese Parole aufmerksam, so erkennt man, dass das Wort &lt;i&gt;Arbeiter&lt;/i&gt; den Schl&#252;ssel zum Verst&#228;ndnis des Inhalts der Revolution gem&#228;ss der KKE (und nicht nur) liefert. Diese Revolution schafft weder den Arbeiter als Arbeiter, noch den Proletarier ab, sie schafft die &#8222;R&#228;dchen&#8220;, und somit die Wertproduktion nicht ab. Im Gegenteil, sie fordert den Arbeiter auf, zu k&#228;mpfen (oder, im Falle der KKE, sich wie ein Schaf hinter den Hirten zu postieren), um weiterhin Arbeiter zu sein, um weiterhin &#8222;daf&#252;r zu sorgen, dass die R&#228;dchen sich drehen&#8220;. Der utopische Ausdruck &#8222;ohne Bosse&#8220; bedeutet &#8222;aus eigener Initiative&#8220;, also Bosse habend, die selber Arbeiter sind (ihre eigenen Meister, wie man sagt) oder die &#8222;Partei der Arbeiter&#8220; als Boss. Hinter der opportunistischen Praxis der KKE, sich eine &#8222;Parole der Anarchisten&#8220; anzueignen, befindet sich die Substanz der Aufrechterhaltung der Arbeit als getrennte Aktivit&#228;t der Menschen nach der Revolution, mit allem, was das impliziert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Haltung der KKE, die darin besteht &#8211; in diesem kritischen Moment f&#252;r das Kapital und den Staat &#8211; das Parlament und die Polizei gegen die Angriffe einer Fraktion des Proletariats zu verteidigen, ist durchaus kompatibel mit dieser Parole. Umso mehr, da diese Angriffe gegen den Staat und das Eigentum nur m&#246;glich werden, wenn sie von einem sehr grossen Teil des Proletariats unterst&#252;tzt werden, wie dies am 19. Oktober klar in Erscheinung trat. Die Verteidigung der Arbeit kann nicht in einem geschichtlichen Leerraum stattfinden, es gibt keine ahistorische Form der Arbeit (wie die Parole &#8222;Wir wollen Arbeit, keine Arbeitslosigkeit&#8220; etc. stillschweigend vermuten l&#228;sst). Es handelt sich gezwungenermassen um die Verteidigung der Arbeit, so wie sie in der geschichtlichen Gegenwart definiert ist. Und danach wird die Revolution gem&#228;ss der KKE die Restrukturierung der Arbeit auf der Grundlage ihrer historisch bestimmten Begriffe sein (das ist &#252;brigens, was die Bolschewisten taten, als sie die Macht ergriffen in Russland, indem sie an der proletarischen Revolution 1917 teilnahmen, und was die Syndikalisten der CNT versuchten, als sie die Verwaltung der Fabriken &#252;bernahmen nach dem proletarischen Aufstand in Spanien 1936). Wenn wir diese Schlussfolgerungen mit der Strategie der KKE kombinieren &#8211; die darin besteht, f&#252;r sich selbst eine wichtigere Rolle in der Reproduktion der Arbeiterklasse zu fordern, sich also als Reproduktionsmechanismus der kapitalistischen Verh&#228;ltnisse zu st&#228;rken, der parallel zum Staat oder manchmal als &#8222;R&#228;dchen&#8220; der staatlichen Maschine operiert &#8211; dann wird offenkundig, dass, im Rahmen der erh&#246;hten Wichtigkeit der Repression in der Reproduktion der Arbeiterklasse, die KKE die Rolle der Polizei spielen &lt;i&gt;muss&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und bez&#252;glich denjenigen, welche die KKE angriffen? Denn, wenn man dieser Denkweise weiter folgt, wie kann man erkl&#228;ren, dass einige derjenigen, welche die rote Fraktion der Polizei angriffen, die ihnen den Weg zur kakibraunen versperrte, zu einem grossen Teil die KKEsche Konzeption der Revolution teilen? Diejenigen, welche ihnen vorwerfen, sich nur mit der KKE um die Kontrolle der Amaliasstrasse zu streiten, und &#8211; im weiteren Sinne &#8211; um die F&#252;hrung der Bewegung, haben die Recht? Dieser Standpunkt ist teilweise begr&#252;ndet, doch der Fehler befindet sich schon im Inhalt der Frage (wer die politische F&#252;hrung der Bewegung &#252;bernehmen soll). Die Substanz des Ereignisses vom 20. Oktober versteckt sich unter der Oberfl&#228;che dieser politischen Konfrontation. Die Antwort auf die Frage, &lt;i&gt;weshalb diese Konfrontation stattfand, was ihr realer Inhalt ist und warum es ein zentrales Problem des Klassenkampfes&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Dermassen zentral in Griechenland, dass der Mord der Polizei an einem (...)&#034; id=&#034;nh2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &lt;i&gt;in mehreren L&#228;ndern darstellt&lt;/i&gt;, kann nur erfasst werden, wenn man von der Bipolarisierung Linke/Anarchisten wegkommt (die eine Bipolarisierung vergangener Revolutionen ist, &lt;i&gt;die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden&lt;/i&gt;). Um davon wegzukommen, sollten wir uns etwas mit dem Inhalt des &#8222;anarchistischen&#8220; Lagers, oder schwarzen Blocks, oder von jedem je nach seinem Geschmack benannt (obwohl die Schwierigkeit, einen stabilen Namen daf&#252;r zu finden, schon etwas zeigt), besch&#228;ftigen. Jeder weiss, dass, unter &#8222;den Leuten, die k&#228;mpfen&#8220;, der Anteil derjenigen, welche organisch zu den Strukturen der Gruppen der &#8222;aktivistischen Anarchie&#8220; geh&#246;ren, heutzutage sehr klein ist, und mit der Vertiefung der Krise immer kleiner wird. Man weiss auch, dass man unter denjenigen, welche k&#228;mpfen, heutzutage auch Arbeiter findet, h&#228;ufig ohne dass ihre Praxis von den Gewerkschaften verurteilt wird (z.B. die F&#246;deration der Arbeiter lokaler Kollektive), Arbeitslose und sogar Kleinb&#252;rgerliche (z.B. die Eigent&#252;mer der Taxis), die zur Zeit eine Proletarisierung in Schwindel erregender Geschwindigkeit erleben. Die &#8222;Leute&#8220;, welche auf die eine oder andere Art die Ausschreitungen der j&#252;ngsten Vergangenheit provozieren, SIND, in ihrer &#252;berwiegenden Mehrheit, KEINE organisierten Anarchisten, und der Einfluss der organisierten Anarchisten auf sie ist klein und wird immer kleiner. Es handelt sich eher um eine Mischung junger Proletarier (und nicht nur junger, soweit sich die Krise vertieft), die einen prek&#228;ren Job haben oder arbeitslos sind, und auch Gymnasiasten und Studenten. Die Praktiken dieser Leute, normalerweise Ausschreitungen ohne pr&#228;zise Forderung oder Ausschreitungen im Rahmen eines Kampfes um Forderungen, dr&#252;cken die gegenw&#228;rtige Sackgasse der Forderung aus, das Fehlen von Zukunft, welches in dieser Krise hervorgebracht worden ist, als Krise der Existenz selbst des Lohnes und somit Krise der Reproduktion des Proletariats. Diese Leute SIND KEINE Revolution&#228;re, die k&#228;mpfen, weil sie ein &#8222;Klassenbewusstsein&#8220; haben. Sie sind Tr&#228;ger von Praktiken, die von der Tatsache hervorgebracht worden sind, dass die Proletarier von der Arbeit ausgeschlossen werden, von der brutalen Verschlimmerung der Bedingungen der Mittelklasse, vom verr&#252;ckten Wettlauf der Krise des restrukturierten Kapitalismus, sowie auch vom Versuch sich ihr entgegen zu stellen von Seiten des Kapitals durch eine neue Runde von Angriffen, die soweit geht, dass sie sogar die Existenz des Lohnes selbst in Frage stellt. Die Praktiken dieser Leute sind auch ohne Ausweg, wenn man sie vom Standpunkt des Suchens einer Strategie zum Sieg der Arbeiterklasse und der Realisierung einer Arbeitergesellschaft aus betrachtet. Es ist jedoch genau die Ausweglosigkeit dieser Praktiken, welche ihre &#220;berwindung im Klassenkampf andeutet, eine &#220;berwindung, die nicht ihre Durchsetzung gegen&#252;ber anderen Praktiken bedeuten wird, sondern die im Laufe ihrer konfliktuellen Koexistenz mit anderen fordernden Praktiken hervorgebracht werden wird. Diese &#220;berwindung wird nur in jenem Stadium hervorgebracht werden k&#246;nnen, in welchem diese nicht nur eine Reproduktion der Ausschreitungen ohne pr&#228;zise Forderung sein wird, sondern auch die Ergreifung konkreter Massnahmen und ihre Umsetzung. Diese Konfrontation findet objektiv statt, und jegliche Entscheidungen von Individuen sind &#252;berbestimmt durch den blitzartigen Fortschritt der Krise. Es handelt sich also nicht um eine Konfrontation von Anarchisten und der KKE vor dem Parlament, dies ist nur Schein und ein solches Verst&#228;ndnis dient nur den spezifischen politischen Interessen der &lt;i&gt;politisch&lt;/i&gt; organisierten Anarchisten und der KKE und ihren kleinen Weggef&#228;hrten. Es wird freilich von beiden Seiten die &#8222;Konfrontation vor dem Parlament&#8220; geben, Versuche, daraus politischen Mehrwert herauszuholen, und es ist auch m&#246;glich, dass solche Versuche kurzfristig zu gelingen scheinen (und hier auch: auf beiden Seiten). All diese Versuche werden darin bestehen, sich als diejenigen zu pr&#228;sentieren, welche sich am meisten um die &#8222;Einheit der Arbeiterklasse&#8220; sorgen, und beide werden fast die gleichen Begriffe benutzen in ihren gegenseitigen Anschuldigungen. Doch die Entwicklung der Krise beschleunigt sich, und schon bald wird das Ereignis vom 20. Oktober einem harmlosen kleinen Spiel gleichen, das nur aus Steinen, zwei, drei Molotovs und einigen Hundert mit roten Lumpen beschm&#252;ckten St&#246;cken besteht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Konfrontation, die in den Begriffen des politischen &lt;i&gt;Fetischismus&lt;/i&gt; als Konfrontation zwischen Anarchisten und der KKE vor dem Parlament erscheint, zeigt sich als innere Konfrontation zwischen Praktiken des Proletariats im ganzen Kampfzyklus, welcher mit der Restrukturierung der 1980er Jahre (1990er f&#252;r Griechenland) begonnen hat. Sie bildet die Substanz dieses Kampfzyklus, und jetzt, in der Krise, verdichten und begegnen sich all diese Widerspr&#252;che, welche ihn verursacht und entwickelt haben. Diese Konfrontation wurde historisch hervorgebracht als Resultat der Kapitalakkumulation, d.h. des Klassenkampfes, und ist nicht das Produkt von &#8222;Strategien&#8220;, &#8222;Verrat&#8220;, &#8222;Klassenbewusstsein&#8220; oder anderer ideologischer Konstruktionen. Die zwei Lager, welche sich in grosser Geschwindigkeit formieren in der Verdichtung der historischen Zeit, haben fliessende Umrisse; und was heute, &lt;i&gt;durch die &#220;berwindung der eigenen Grenzen&lt;/i&gt;, die Revolution anzudeuten scheint, wird morgen gespalten erscheinen, und ihre inneren Widerspr&#252;che, die heute von geringer Wichtigkeit scheinen m&#246;gen, werden explodieren. Die Vertiefung der Krise wird die Praktiken &#252;ber die &#8222;&#196;ra der Aufst&#228;nde&#8220; hinweg f&#252;hren, die &#196;ra in welcher wir uns heute offensichtlich befinden. Die Revolten von morgen (das vielleicht so fern gar nicht ist) werden gezwungen sein, Massnahmen zur Weiterf&#252;hrung des Kampfes zu ergreifen, die gleichzeitig &#252;berlebenswichtige Massnahmen sein werden: kommunistische Massnahmen, die den Kern der Produktion des Mehrwertes ber&#252;hren, und die auch den Aufbau neuer gesellschaftlicher Verh&#228;ltnisse bedeuten werden. Im Lager derjenigen, welche die Existenz selbst des Wertes in Frage stellen, werden zum Beispiel die Widerspr&#252;che des &lt;i&gt;Militarismus&lt;/i&gt; und des &lt;i&gt;Sexismus&lt;/i&gt; explodieren, welche notwendigerweise Massenunruhen begleiten. Innere Konflikte kommen, neue Spaltungen sind unvermeidbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir befinden uns im Strudel, es gibt nichts mehr, das uns daraus befreien k&#246;nnte. Jeglicher Versuch, die Struktur der Verh&#228;ltnisse unserer Zeit zu erfassen, jeglicher Versuch, uns von einer politischen Konzeption der Revolution zu befreien, eine Konzeption die, dadurch dass sie &lt;i&gt;politisch&lt;/i&gt; ist, zur l&#228;ngst vergangenen Welt einstiger Revolutionen geh&#246;rt, wird es nicht verfehlen zur Kritik dieser Welt beizutragen &#8211; eine Welt die sowieso bebt, die, als Ganzes gesellschaftlicher Verh&#228;ltnisse, durch die totale Zerst&#246;rung der kommenden Revolution bedroht ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Agenten des Chaos&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://sicjournal.org/without-you-not-a-single-cog-turns/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Englische Version&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://sicjournal.org/sans-toi-aucun-rouage-ne-tourne/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Franz&#246;sische Version&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Es ist nicht nur die Tatsache, dass die KKE den Demonstranten den Zugang zur Amaliasstrasse verbot, welche die Praxis der KKE als polizeilich definiert. Etliche Dokumente belegen, dass die KKE das Plexiglas der Polizei an der Vassilissis-Sofias-Strasse und das Parlamentsgeb&#228;ude auf sehr spezifische und gezielte Art und Weise besch&#252;tzt hat, d.h. ohne dass &#8222;nichtk&#228;mpfende Bev&#246;lkerung&#8220; der KKE hinter dem Ordnungsdienst gewesen ist.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Dermassen zentral in Griechenland, dass der Mord der Polizei an einem Demonstranten in den Hintergrund ger&#252;ckt wird. Die Polizei und der Staat haben eine derartige Menge Tr&#228;nengas eingesetzt, dass sie es geschafft haben, einen derjenigen zu ermorden, welche die Arbeiterklasse verteidigen, indem sie Wache stehen vor dem Parlament. In vielen L&#228;ndern, vor allem in der ersten Zone des Kapitals (mit Italien und den USA als j&#252;ngste Beispiele), tritt die Konfrontation in der Form eines Zweipols von Ausschreitungen auf der einen Seite, Besetzungen und &#8222;friedlichen&#8220; Demonstrationen auf der anderen zutage.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		
		<enclosure url="https://kommunisierung.net/IMG/pdf/blaumachenraedchenpdf.pdf" length="54381" type="application/pdf" />
		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Blaumachen - Die &#196;ra der Aufst&#228;nde hat begonnen</title>
		<link>https://kommunisierung.net/Die-Ara-der-Aufstande-hat-begonnen</link>
		<guid isPermaLink="true">https://kommunisierung.net/Die-Ara-der-Aufstande-hat-begonnen</guid>
		<dc:date>2011-03-02T01:21:00Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Webmaster</dc:creator>


		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
		<dc:subject>Theorie</dc:subject>
		<dc:subject>Griechenland</dc:subject>
		<dc:subject>Blaumachen</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;&#8222;Nichts explodiert wie eine &#214;lraffinerie und Aufst&#228;ndische tendieren dazu, Dinge anzuz&#252;nden...&#8220; (Aussage eines Finanzanalysten auf Al-Jazeera) &lt;br class='autobr' /&gt;
Die &#220;bergangsphase der Krise: Von der Restrukturierung zur Rebellion Der Wind der Revolte, der &#252;ber verschiedene Regionen Afrikas und des Mittleren Ostens fegt, wird von Tag zu Tag sp&#252;rbarer. Ein Land nach dem anderen macht Schlagzeilen in der internationalen Presse; die Thematik ist stets die selbe: Konflikte zwischen Protestierenden und der (...)&lt;/p&gt;


-
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

/ 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Theorie" rel="tag"&gt;Theorie&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Griechenland" rel="tag"&gt;Griechenland&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Blaumachen" rel="tag"&gt;Blaumachen&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://kommunisierung.net/IMG/logo/1768965994_thumbnail.jpg?1689553218' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='90' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&#8222;Nichts explodiert wie eine &#214;lraffinerie und Aufst&#228;ndische tendieren dazu, Dinge anzuz&#252;nden...&#8220; (Aussage eines Finanzanalysten auf Al-Jazeera)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Die &#220;bergangsphase der Krise: Von der Restrukturierung zur Rebellion&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Wind der Revolte, der &#252;ber verschiedene Regionen Afrikas und des Mittleren Ostens fegt, wird von Tag zu Tag sp&#252;rbarer. Ein Land nach dem anderen macht Schlagzeilen in der internationalen Presse; die Thematik ist stets die selbe: Konflikte zwischen Protestierenden und der Polizei oder parastaatlicher Rowdys der verschiedenen, gew&#246;hnlich totalit&#228;ren Regime. Trotz allen Anstrengungen des globalen Spektakels, den proletarischen Charakter der Aufst&#228;nde zu kaschieren und trotz der &#220;berbetonung ihrer inneren Widerspr&#252;che, indem sie die Ereignisse schlicht als politische &#8222;Bewegung f&#252;r die Demokratie&#8220; oder als politische Auseinandersetzungen zwischen den Anh&#228;ngern dieser oder jener Politiker einer Region pr&#228;sentieren, kann die offensichtliche Wahrheit nicht kaschiert werden: Klasse steht gegen Klasse. Die Proletarier gebrauchen Steine, Molotov-Cocktails und St&#246;cke, die Cops sind vollst&#228;ndig bewaffnet und so ver&#228;ngstigt, dass sie wahllos schiessen und t&#246;ten. Die Proletarier besetzen Geb&#228;ude, blockieren Strassen und verbrennen Autos, sie z&#252;nden Gef&#228;ngnisse an, befreien die Insassen und sie sabotieren die Infrastruktur. Das Kapital bereitet sich vor, den Leuten eine noch sch&#228;rfere Diktatur aufzuzwingen. Es wird nicht leicht sein f&#252;r die &#220;bergangsregime, sich zu stabilisieren, denn sie werden unf&#228;hig sein, auch nur eine der wirtschaftlichen Forderungen der Aufst&#228;ndischen zu erf&#252;llen. &#196;gypten und Libyen sind, bis anhin, die gravierendsten Erscheinungsformen dieser aufst&#228;ndischen Phase der Krise. &#196;gypten ist von Bedeutung, wegen seiner wichtigen wirtschaftlichen und geopolitischen Rolle innerhalb des globalen, interkapitalistischen Wettbewerbs und Libyen, abgesehen von seiner Wichtigkeit als Erd&#246;l f&#246;rderndes Land, wegen der Tatsache, dass dort der Staat so schnell die Kontrolle &#252;ber die Situation verloren und damit weltweite Panik ausgel&#246;st hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das aktuelle Akkumulationsregime ist auf die Restrukturierungsmassnahmen in den 1970er und 1980er Jahren zur&#252;ckzuf&#252;hren; seine Krise ist die Kehrseite des Erfolges derselben. Es ist die Vertiefung des Neoliberalismus selbst, welche diese Krise verursacht hat, denn der Kapitalismus ist ein widerspr&#252;chliches System gesellschaftlicher Beziehungen. Egal wie stabil jeder Akkumulationsmodus von aussen betrachtet erscheinen mag, er tr&#228;gt in sich die Entwicklung seiner inneren, widerspr&#252;chlichen Dynamiken, welche daraufhin zum Ausbruch der Krise f&#252;hren. Das Ergebnis des restrukturierten Kapitalismus, n&#228;mlich die triumphale Unterordnung des gesamten Lebens des Proletariats unter das Kapital, machte die Reproduktion des Proletariats (und somit des Kapitalismus) hoffnungslos abh&#228;ngig von den Aufs und Abs der Wirtschaft, d.h. anf&#228;lliger f&#252;r die Krise als in jeder vorhergehenden geschichtlichen Periode. Zum gegenw&#228;rtigen historischen Zeitpunkt sind wir in einer &#220;bergangsphase der globalen kapitalistischen Krise, die 2008 ausbrach und sich immer noch entwickelt. W&#228;hrend dieser &#220;bergangsphase versucht das globale Finanzkapital durch die weltweite Auferlegung der drakonischen zweiten Restrukturierungsphase, seiner direkten Entwertung zu entgehen. Die Konsequenzen dieser Bestrebungen sind &#252;berall sichtbar, doch sie unterscheiden sich hinsichtlich Intensit&#228;t und Qualit&#228;t des Angriffs gegen das Proletariat, die von folgenden Faktoren abh&#228;ngen: a) der Position jedes Staats innerhalb der globalen kapitalistischen Hierarchie, b) den schon erreichten Fortschritten der ersten Phase der Restrukturierung und vor allem c) der Geschichte des Klassenkampfes in jeder Region. &#220;berall auf der Welt (ausser in China) bedeutet die Restrukturierung die Senkung direkter und indirekter L&#246;hne (Renten, Sozialleistungen und &#246;ffentliche Dienste); die Delegitimierung der Lohnforderung; es bedeutet auch den Preisanstieg lebenswichtiger G&#252;ter, der einerseits durch den objektiven Mechanismus der Krise, andererseits durch die Tatsache bedingt ist, dass einige Fraktionen des Kapitals mit Lebensmittelpreisen spekulieren. Ein Resultat dieses Spielchens ist, dass der am niedrigsten bewertete Teil des Proletariats im w&#246;rtlichen Sinn nichts mehr zu essen hat: &#8222;Die Preise sind so stark angestiegen, dass ich, w&#252;rde ich einige Zitronen f&#252;r meinen schmerzenden Hals kaufen, f&#252;r den Rest des Monats bankrott w&#228;re&#8220;, sagte ein Angestellter des Transportministeriums von &#196;gypten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Inmitten dieses Sturms der &#246;konomischen Krise verschwinden die staatlichen Hilfsgelder, die das &#220;berleben der &#252;berfl&#252;ssigen Arbeitskr&#228;fte garantiert hatten, und das Resultat davon ist die Verbreitung informeller Arbeit und Armut. Proletarier haben keine andere M&#246;glichkeit, um zu &#252;berleben, als (meist schwarz) zu arbeiten und gleichzeitig entdecken sie, dass es unm&#246;glich ist, eine Arbeit oder ein Einkommen zu finden, die die Kosten der Reproduktion ihrer Arbeitskraft decken k&#246;nnte. Die Proletarier wollen &#252;berleben, deshalb verlangen sie tiefere Nahrungsmittelpreise, Lohnerh&#246;hungen und Jobs. Ihre Forderungen sind ein hoffnungsloser Aufruf an die Kapitalisten, den Kapitalismus selbst zu retten. Wenn sie eine stabile Anstellung und einen &#8222;anst&#228;ndigen&#8220; Lohn verlangen, sagen die Proletarier letztendlich zu den Kapitalisten: &#8222;Ihr braucht uns, ohne uns gibt's keinen Mehrwert, kein Kapital!&#8220; Das Kapital antwortet, dass es sich das &#220;berleben des Proletariats nicht leisten k&#246;nne und stellt klar, dass ein (grosser) Teil desselben (hinsichtlich seines Werts) nutzlos ist und, noch viel wichtiger, dass die erw&#252;nschte Erholung keine Reintegration dieses &#252;berfl&#252;ssigen Teils des Proletariats beinhalte; dies bedeutet, dass diese Proletarier strukturell eine &#252;berfl&#252;ssige Bev&#246;lkerungsschicht darstellen. Historisch betrachtet ergibt sich, dass die Lohnfrage einerseits n&#246;tig wird, andererseits in eine (strukturelle, nicht zyklische) Sackgasse f&#252;hrt. Der Aufstand dieses somit zukunftslosen &#220;berschusses ist mit der klarsten und brutalsten Form kapitalistischer Herrschaft konfrontiert, der Polizei. Es ist genau die Tatsache, dass der Ausgang der Krise, vom kapitalistischen Standpunkt aus, ohne diese &#252;berfl&#252;ssige proletarische Bev&#246;lkerung geplant wird, die dazu f&#252;hrt, dass die Polizei zur allgemeinen Form gegenw&#228;rtiger kapitalistischer Herrschaft wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Proletarier &#252;berall auf der Welt erleben ihre prek&#228;re Situation als langsames Ersticken, dessen Kontext durch Armut und Ghettoisierung definiert wird. Zu den frappantesten Beispielen geh&#246;rt Frontex (die EU-Grenzpolizei), die Milit&#228;r- und Polizeipr&#228;senz an der amerikanischen Grenze zu Mexiko, die Mauer in Pal&#228;stina, die Bewachung von Lagerarbeitern in China, die Gated Communities in Lateinamerika, und deren Gegenst&#252;ck, die Favelas, grossfl&#228;chige Slums, und nat&#252;rlich die griechische Version dieser Situation, der 12.5 km lange Zaun an der Grenze zur T&#252;rkei. Der ganze Planet wird langsam aber sicher zu einem von der Apartheid regierten Raum; f&#252;r die Arbeiterklasse werden moderne Bantustans konstruiert. Diese urbane Repression l&#228;sst die Proletarier langsam ersticken und negiert eine grunds&#228;tzliche kapitalistische Bedingung, der freie Verkauf der Arbeitskraft. In Kairo wurde diese Art urbaner Planung in den letzten zehn Jahren schnellen Schrittes realisiert. Die Diktatur von Wert und Wirtschaft als ein ganzes in allen Regionen Afrikas und des Mittleren Ostens, in denen ein proletarischer Aufstand Tatsache geworden ist, hat die politische Form einer diktatorischen Demokratie. Der Grund, weshalb diese Aufst&#228;nde die Kapitalisten in aller Welt beunruhigt haben, ist die Tatsache, dass die demokratische Diktatur, Totalitarismus, mittlerweile auch in den st&#228;rker entwickelten L&#228;ndern zur Fantasie der Bourgeoisie geworden ist, denn dies scheint der einzige Weg zu sein, die zweite Phase der Restrukturierung durchzusetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Demonstrationen und Aufst&#228;nde gingen in all diesen L&#228;ndern vom Bereich der Reproduktion aus und die Frage ist, ob der Aufruhr auch den Bereich der Wertproduktion, das Epizentrum des Kapitalismus, ber&#252;hren wird. Die Streiks, die auf den Sturz des sozialistischen Diktators Mubarak folgten, scheinen in diese Richtung zu zeigen und die Kapitalisten schauen eifrig auf diesen Teil der Welt, w&#228;hrend sie den Finger auf dem Abzug halten, denn &#8222;El Dorados&#8220; verwandelten sich pl&#246;tzlich in Fallen f&#252;r das Kapital in unbest&#228;ndigen Regionen, deren Zukunft h&#246;chst unsicher ist. Aus dem &#8222;grossen Wettbewerbsvorteil&#8220; wurde, fast &#252;ber Nacht, &#8222;ein unkontrollierbares Risiko&#8220;. Die Zuliefererbetriebe, der Tourismus, der Bausektor, die Textilindustrie, aber allen voran die Erd&#246;lindustrie und die Handelswege (der Suezkanal und der Golf) sind nun mit dem Feuer des proletarischen Aufstands konfrontiert. Nach Tunesien, &#196;gypten und Libyen, wo der Aufstand immer noch andauert, werden nun in Bahrain, Jemen, Iran, Irak und Algerien Proletarier ermordet mit dem Ziel, den Aufstand zu verhindern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch das Regime in Griechenland versucht, proaktiv gegen die aufkommende Revolte vorzugehen: einerseits bereitet es sich auf die formelle Aufzwingung irgendeiner Form von Diktatur vor (vielleicht in Form von Wahlen) und andererseits bem&#252;ht es sich, die Reaktionen in populistisch-nationalistische rechte oder (als zweites Szenario) linke Bahnen zu lenken. Die Funktion&#228;re des globalen Finanzkapitals, die tempor&#228;r die griechische Staatsmacht innehaben, versuchen jetzt schnell, staatliches Eigentum zu verschachern, nachdem sie erfolgreich die L&#246;hne gesenkt haben. Dieser Ausverkauf ist nichts anderes als der Versuch, Kapital zu verwerten, das momentan (haupts&#228;chlich) im griechischen und europ&#228;ischen Finanzsystem eingeklemmt und unmittelbar von massiver Entwertung bedroht ist. Die Proletarier hingegen stellen sich gegen diesen Ausverkauf, denn sie verstehen, dass dieser eine noch gr&#246;ssere indirekte Lohnsenkung und eine Verschlechterung der allgemeinen Lebensbedingungen bedeuten w&#252;rde; sie weigern sich, Fahrscheine und Maut zu bezahlen, sie besetzen Geb&#228;ude, sie versuchen, die Wirkungen der Krise zu verringern, indem sie so viel L&#228;rm wie m&#246;glich machen, bis jetzt jedoch nur in der Sph&#228;re der Zirkulation und der Reproduktion. Die Streiks in den Sektoren, die von der Restrukturierung betroffen sind, sind der Intensit&#228;t des Angriffs nicht gewachsen; sie sind nichts weiter als die Aufwendung der letzten Vermittlungskapazit&#228;ten der Gewerkschaften.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beide wahrscheinlichen Strategien der griechischen Bourgeoisie sind ambivalent. Die Aufzwingung einer Diktatur in Griechenland wird wom&#246;glich den Virus der Rebellion dazu bringen, das Mittelmeer zu durchqueren, mit allen Folgen, die so was f&#252;r die anderen europ&#228;ischen L&#228;nder h&#228;tte. Die Verlangsamung der Restrukturierung beinhaltet hingegen das Risiko, die Beteiligung des griechischen Staats am politisch vereinigten Europa in Frage zu stellen, was ihn in die dritte Liga des Kapitals absteigen liesse. Eine solche Entwicklung w&#228;re eine grosse Gefahr f&#252;r die Interessen des gr&#246;ssten Teils der griechischen Bourgeoisie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r die Proletarier in Griechenland gibt es nur einen Weg, egal welches Szenario realisiert wird, n&#228;mlich die stetige Radikalisierung der Klassenk&#228;mpfe. Wahrscheinlich werden die Gewerkschaften nicht so schnell wieder zu einem 24-st&#252;ndigen Generalstreik wie heute aufrufen, doch die Klassenk&#228;mpfe werden mit der Zeit an immer mehr Fronten stattfinden; und der Ausbruch des Aufstands kann nicht mehr lange hinausgeschoben werden. Die Nachfrage-orientierten K&#228;mpfe des Proletariats, die den Fokus auf die L&#246;hne und den Widerstand gegen die allgemeine Verschlechterung der Lebensbedingungen richten, werden, aufgrund ihrer Entwicklung und ihres objektiven Scheiterns, zu einem Bruch derselben mit ihrem Inhalt, den entsprechenden Forderungen, f&#252;hren. Dieser Bruch wurde in F&#228;llen wie dem von Keratea bereits vorweggenommen und er wird in allen Konflikten als eindeutiges Ereignis erscheinen, wo immer es auch sein mag. Die Natur des Bruches macht die politische Vereinigung der k&#228;mpfenden Proletarier, und somit eine effektive Vermittlung in den Konflikten unm&#246;glich. Die Repression, mit welcher die &#8222;Wir bezahlen eure Krise nicht&#8220;-Bewegung vermutlich konfrontiert sein wird, k&#246;nnte den Konflikt zu einem Punkt f&#252;hren, wo die blosse Existenz der Transportmittel in Gefahr ist. Die Entwicklung der Dynamiken solcher Br&#252;che kann niemals durch &#8222;Errungenschaften der Arbeiterklasse&#8220; aufgehalten oder stabilisiert werden; es kann nur der Beginn sein eines historischen revolution&#228;ren Prozesses.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieses Flugblatt zirkulierte am 23. Februar 2011 an den Generalstreikdemonstrationen in Athen und Thessaloniki, Griechenland.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.blaumachen.gr/2011/02/the-era-of-riots-has-started&#8230;/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Englische Version&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.blaumachen.gr/2011/04/le-temps-des-emeutes-a-commence/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Franz&#246;sische Version&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		
		<enclosure url="https://kommunisierung.net/IMG/pdf/aeraaufstaendepdf.pdf" length="48995" type="application/pdf" />
		

	</item>



</channel>

</rss>
