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		<title>Jean-Yves B&#233;riou - Revolution&#228;re Theorie und historische Zyklen</title>
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		<dc:date>2015-11-29T00:01:00Z</dc:date>
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		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
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		<dc:subject>Jean-Yves B&#233;riou</dc:subject>

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&lt;p&gt;Dieser Text wurde urspr&#252;nglich 1975 als Nachwort zum bei den &#201;ditions Payot in der Buchreihe &#8222;Critique de la politique&#8220; erschienenen Buch von F. Domela Nieuwenhuis, Le socialisme en danger, ver&#246;ffentlicht. &lt;br class='autobr' /&gt;
Damals erlaubte die Lekt&#252;re dieses Texts gewissen Genossen, die dabei waren, mit dem traditionellen Anarchismus und dem dogmatischen &#8222;Marxismus&#8220; der verschiedenen damals angesagten Gr&#252;ppchen zu brechen, sich der Problematik Kommunismus/Anarchismus mit sch&#228;rferen Sinnen zu stellen und (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://kommunisierung.net/Anarchismus" rel="tag"&gt;Anarchismus&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://kommunisierung.net/Jean-Yves-Beriou" rel="tag"&gt;Jean-Yves B&#233;riou&lt;/a&gt;

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 <content:encoded>&lt;img src='https://kommunisierung.net/IMG/logo/revolutionaere_theorie_historische_zyklen_cover.jpg?1689461732' class='spip_logo spip_logo_right' width='90' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Dieser Text wurde urspr&#252;nglich 1975 als Nachwort zum bei den &#201;ditions Payot in der Buchreihe &#8222;Critique de la politique&#8220; erschienenen Buch von F. Domela Nieuwenhuis, &lt;i&gt;Le socialisme en danger&lt;/i&gt;, ver&#246;ffentlicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damals erlaubte die Lekt&#252;re dieses Texts gewissen Genossen, die dabei waren, mit dem traditionellen Anarchismus und dem dogmatischen &#8222;Marxismus&#8220; der verschiedenen damals angesagten Gr&#252;ppchen zu brechen, sich der Problematik Kommunismus/Anarchismus mit sch&#228;rferen Sinnen zu stellen und einen Kl&#228;rungsprozess der &#8222;revolution&#228;ren Theorie&#8220; im Verh&#228;ltnis zu den &#8222;historischen Zyklen&#8220; einzuleiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weil wir diese &#220;berlegungen heute immer noch f&#252;r dringend und treffend halten, haben wir diesen Text dem Vergessen entrissen, um ihn zur Diskussion zu stellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;A. 1848-1871&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;I. &#8222;Nach den Revolten (Lyon, Manchester), die den zuk&#252;nftigen Auftritt des Proletariats auf der gesellschaftlichen und politischen B&#252;hne als &lt;i&gt;historische Klasse&lt;/i&gt; voraussehen liessen, kam es zur Revolte der Weber von Schlesien, die erste proletarische Handlung, die auf der Ebene des &lt;i&gt;theoretischen&lt;/i&gt; Beitrages pr&#228;ziser war. Mit diesem Aufstand zeichnete sich die grundlegende Richtung der kommenden proletarischen K&#228;mpfe ab.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;La Perspective du communisme, 1971.&#034; id=&#034;nh1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In seinem ber&#252;hmten Text &#252;ber den schlesischen Aufstand [&#8230;] definiert Marx auf klare Art und Weise das kommunistische Programm des europ&#228;ischen Proletariats zwischen 1844 und 1848:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Er zeigt, dass &#8222;die &lt;i&gt;klassische&lt;/i&gt; Periode des politischen Verstandes&#8220;, jene der &#8222;franz&#246;sische[n] Revolution&#8220;, vorbei ist;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Er zeigt, dass das, wovon das Proletariat getrennt ist, und dies &lt;i&gt;durch seine Arbeit selbst&lt;/i&gt;, nicht der politische Staat, d.h. die b&#252;rgerliche Ordnung, sondern &#8222;das &lt;i&gt;Leben&lt;/i&gt; selbst, das physische und geistige Leben, die menschliche Sittlichkeit, die menschliche T&#228;tigkeit, der menschliche Genu&#223;, das &lt;i&gt;menschliche&lt;/i&gt; Wesen&#8220; ist;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Am Schluss zeigt er, wie die Revolution eine politische Revolution mit einem gesellschaftlichen Geist sein wird, d.h. wie der politische Akt der Zerst&#246;rung der b&#252;rgerlichen Macht und der damit verwachsenen gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse Teil eines &lt;i&gt;Moments&lt;/i&gt; in einer breiteren gesellschaftlichen Bewegung ist, die gleichbedeutend mit der (Wieder-)Erschaffung der &lt;i&gt;menschlichen Gemeinschaft&lt;/i&gt; und damit &lt;i&gt;dem Ende der Politik&lt;/i&gt; ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Davon ausgehend kann das Proletariat nicht mehr nach der Beseitigung seiner Isolation gegen&#252;ber dem Staat und der Macht, d.h. nach der Reorganisation einer herrschenden Schicht streben, sondern muss auf eine Zerst&#246;rung der Trennung der Gesellschaft in Klassen abzielen, da es &#8222;&lt;i&gt;kein besondres&lt;/i&gt; Recht in Anspruch nimmt, weil kein &lt;i&gt;besondres Unrecht&lt;/i&gt;, sondern das &lt;i&gt;Unrecht schlechthin&lt;/i&gt; an ih[m] ver&#252;bt wird&#8220;.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung.&#034; id=&#034;nh2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die verschiedenen theoretischen und programmatischen Beitr&#228;ge von Marx und Engels (&lt;i&gt;Das Elend der Philosophie&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Das kommunistische Manifest&lt;/i&gt;, um nur die wichtigsten zu nennen) liefern der entstehenden proletarischen Bewegung eine historisch situierte theoretische Grundlage, obwohl sie nur von wenigen Arbeitern, und h&#228;ufig von jenen, welche bez&#252;glich der Klasse in einer peripheren Situation sind (Handwerker, proletarisierte Handwerker), gelesen und diskutiert werden, gleichzeitig gehen sie &lt;i&gt;definitiv&lt;/i&gt; &#252;ber den utopischen Sozialismus, den utopischen Kommunismus, den Proudhonschen Sozialismus und den blanquistischen Radikalismus hinaus. Obwohl diese Sekten weiterhin aktiv innerhalb des Proletariats existieren und h&#228;ufig dessen wirkliche Vertreter sind (siehe die Situation in Frankreich in den &lt;i&gt;M&#233;moires d'un r&#233;volutionnaire&lt;/i&gt; von Gustave Lefran&#231;ais), existierte &lt;i&gt;formell&lt;/i&gt; eine Sekte, die &#252;ber die Sekten hinausging, und deren &lt;i&gt;wirklicher&lt;/i&gt; Inhalt die &#220;berschreitung einer Vorhersage des Kommunismus war, sie war der Ausdruck des revolution&#228;ren Wesens in seiner Bewegung: Diese Sekte war der Bund der Kommunisten. Diese Grundlage dr&#252;ckte die theoretische/praktische Verbindung mit der revolution&#228;ren Gegenwart der Bewegung selbst in ihrer konkreten und unmittelbaren Perspektive aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Daher erschien die kommunistische Perspektive als direkt verbunden mit der b&#252;rgerlichen demokratischen-nationalen Revolution von 1848, die vom Kleinb&#252;rgertum und der Arbeiterklasse angef&#252;hrt wurde. Die Theorie erlaubte somit ausgehend von der wirklichen Situation, die Strategie und die Taktik des europ&#228;ischen &lt;i&gt;Proletariats&lt;/i&gt; zu erstellen, die ihm durch sein Wesen selbst auferlegt worden waren. Wir werden nicht weiter auf diese Taktik und diese Strategie zur Zeit der progressiven b&#252;rgerlichen Revolutionen eingehen und k&#246;nnen einfach beil&#228;ufig zwei Dinge festhalten: a) Der Kommunismus wird gleichzeitig als &lt;i&gt;Produkt&lt;/i&gt; des Kapitals ab einem gewissen Stadium der Entwicklung der Produktivkr&#228;fte, &lt;i&gt;doch auch, und zugleich&lt;/i&gt;, als Best&#228;tigung und Austreten seiner globalen Natur verstanden, und dies &lt;i&gt;von Anfang an&lt;/i&gt;, d.h. dass die Notwendigkeit, sich zwischen 1844 und 1848 als politische Partei zu konstituieren, eben genau mit der Verweigerung der rein politischen Praxis verbunden ist, ein dialektischer Gegensatz, der sich im Verlauf der revolution&#228;ren Krise von 1848 aufl&#246;st. b) Das Proletariat wird aktiv als eine aus der Arbeiterklasse kommende, autonome Klasse im Verh&#228;ltnis zur Demokratie erfasst, eben genau und v.a., weil es auf &lt;i&gt;lebendige Art und Weise&lt;/i&gt; gr&#246;sstenteils unter Nicht-Arbeitern existiert. &lt;i&gt;Das Proletariat ist also historisches Verh&#228;ltnis und Sinn f&#252;r dieses Verh&#228;ltnis&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kommunistische Bewegung ist somit genau der Widerschein der historischen T&#228;tigkeit des Proletariats von 1848, das damals Arbeiterklasse war. Der Bund der Kommunisten ist sowohl Tr&#228;ger der zentralen Perspektive, als auch ihrer wirklichen Grenzen. Seine T&#228;tigkeit verlor sich unmittelbar im Wutausbruch, und dann in der Niederlage, doch &#8222;die proletarische Bewegung taucht im Verlauf eines Prozesses auf, dessen einheitlicher und eindeutiger Charakter die Vereinigung der historischen und formellen Ausdr&#252;cke der Bewegung andeuten, welche die zuk&#252;nftige kommunistische Revolution aufzeigen wird&#8220;.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;La Perspective du communisme.&#034; id=&#034;nh3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1848 ist also die erste einheitliche Erscheinung des Proletariats/der Arbeiterklasse. Aufgrund des Entwicklungsstadiums der damaligen Produktiv- und der historischen Kr&#228;fte k&#246;nnen die Arbeiter nur der Bourgeoisie helfen und sich danach &lt;i&gt;verteidigen&lt;/i&gt; (Juni 1848); doch in dieser &#8222;Verteidigung&#8220; selbst &#8211; die es nur erlaubte, das kommunistische Programm auf negative Art und Weise zu bekr&#228;ftigen, die Zerst&#246;rung eines Mechanismus wie des Tausches konnte nicht in die Problemstellung eingehen, da materiell nicht l&#246;sbar &#8211; in dieser &#8222;Verteidigung&#8220; also ist das, was wichtig ist, die Tatsache, dass die Bourgeoisie (und ihre verschiedenen provisorischen Verb&#252;ndeten) &lt;i&gt;gezwungen&lt;/i&gt; war, die Arbeiter anzugreifen, die in den Strassen von Paris ein Gespenst spazieren f&#252;hrten, das sofort in den Gehirnen der Herrschenden zu spuken begann, und jene, dass sie unter dem Risiko der R&#252;ckkehr der Ketten der feudalen Macht bevorzugte, sie anzugreifen. In Deutschland warf sie sich in die liebenden Arme der Feudalisten; in Frankreich, wo die Situation &lt;i&gt;politisch&lt;/i&gt; weiter fortgeschritten war, tanzte sie den Reigen der B&#252;ndnisse bis 1871. Die Verbindung Kommunisten/Proletarier als andere Lektion der proletarischen Verteidigung von Juni 1848 erscheint allerdings nicht als Verh&#228;ltnis F&#252;hrer/Gef&#252;hrte, sondern als praktische Organisation des theoretischen und programmatischen Ausdrucks, als wirkliche Bewegung. Die durch die praktischen Grenzen der Epoche (u.a. die Abwesenheit der bewussten Koordination zwischen proletarischen Elementen verschiedener Nationen aufgrund der Abwesenheit einer Perspektive, die &#252;ber die Verteidigung hinausgeht) eingeschr&#228;nkte Verbindung zwischen dem Proletariat und der kommunistischen Theorie liess schon etwas qualitativ h&#246;her stehendes erkennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;II. Gleichzeitig erlitt das Proletariat seine erste Niederlage als autonome Klasse; der konterrevolution&#228;re Zyklus beginnt. Es kam somit nicht mehr in Frage, eine formelle Organisation weiterzuf&#252;hren, die f&#228;hig war, das revolution&#228;re Programm zu h&#252;ten und zu verwirklichen. Nach kurzen Illusionen (zwischen 1850 und 1852) verstehen Marx und Engels, dass es ihre Aufgabe ist, Lehren aus dieser Revolution von 1848 zu ziehen, ihre Grenzen und ihre m&#246;gliche &#220;berschreitung zu verstehen. Sie entscheiden sich, den Bund der Kommunisten aufzul&#246;sen, um besser auf der kommunistischen Linie zu bleiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Bei dieser allgemeinen Prosperit&#228;t, worin die Produktivkr&#228;fte der b&#252;rgerlichen Gesellschaft sich so &#252;ppig entwickeln, wie dies innerhalb der b&#252;rgerlichen Verh&#228;ltnisse &#252;berhaupt m&#246;glich ist, kann von einer wirklichen Revolution keine Rede sein. Eine solche Revolution ist nur in den Perioden m&#246;glich, wo diese &lt;i&gt;beiden Faktoren&lt;/i&gt;, die &lt;i&gt;modernen Produktivkr&#228;fte&lt;/i&gt; und die &lt;i&gt;b&#252;rgerlichen Produktionsformen&lt;/i&gt;, miteinander &lt;i&gt;in Widerspruch&lt;/i&gt; geraten. Die verschiedenen Z&#228;nkereien, in denen sich jetzt die Repr&#228;sentanten der einzelnen Fraktionen der kontinentalen Ordnungspartei ergehn und gegenseitig kompromittieren, weit entfernt zu neuen Revolutionen Anla&#223; zu geben, sind im Gegenteil nur m&#246;glich, weil die Grundlage der Verh&#228;ltnisse momentan so sicher und, was die Reaktion nicht wei&#223;, so &lt;i&gt;b&#252;rgerlich&lt;/i&gt; ist.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx und Engels, &#8222;Revue, Mai bis Oktober 1850&#8220; in Neue Rheinische (...)&#034; id=&#034;nh4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie weigern sich, auf die Verschw&#246;rung (siehe &lt;i&gt;Enth&#252;llungen &#252;ber den Kommunistenprozess zu K&#246;ln&lt;/i&gt; von Marx), die milit&#228;rische gewaltt&#228;tige Aktion einer Minderheit, die Propaganda und die Agitation zur&#252;ckzugreifen. Es geht n&#228;mlich darum, sich nicht von den Formen der Revolution und/oder ihrer Niederlage beeinflussen und/oder sich nicht vom Realismus der konterrevolution&#228;ren Wirklichkeit anstecken zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Ich habe ferner das Mi&#223;verst&#228;ndnis zu beseitigen gesucht, als ob ich unter 'Partei' einen seit 8 Jahren verstorbnen 'Bund' oder eine seit 12 Jahren aufgel&#246;ste Zeitungsredaktion verstehe. Unter Partei verstand ich die Partei im gro&#223;en historischen Sinn.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx an Freiligrath, Brief vom 29. Februar 1860, MEW, Bd. 30, 1974, S. 495.&#034; id=&#034;nh5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Die einzige Arbeit ist also die theoretische Arbeit, v.a. die Kritik der politischen &#214;konomie und die Pr&#228;zisierung des Wesens der kommunistischen Produktion. In dieser Zeit der Konterrevolution (1850-1864) verweigert Marx jegliche andere Organisation als jene seiner theoretischen und praktischen Arbeit (sofern es praktische T&#228;tigkeit gibt). Dieser Anti-Formalismus erlaubt ihm gleichzeitig, die hier und dort handelnden &#8222;Sozialisten&#8220; radikal zu kritisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;III. Die 1864 gegr&#252;ndete Erste Internationale (IAA: Internationale Arbeiter-Assoziation) ist mit dem Wiederaufkommen proletarischer K&#228;mpfe, dem revolution&#228;ren Aufschwung und der Wirtschaftskrise verbunden. Die Erste Internationale vereinigt alle Fraktionen des Proletariats, die das theoretische Bewusstseins des Kampfes erlangt haben, wenn auch und v.a. nur partiell. Die Erste Internationale ist &lt;i&gt;tats&#228;chlich&lt;/i&gt; ein verbindendes Element zwischen den verschiedenen Schichten des Proletariats und seinen verschiedenen gesellschaftlichen Situationen in Europa. Sie ist ein Moment des Vereinigungsprozesses und beschleunigt ihn gleichzeitig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gegen&#252;ber dem Proudhonismus des reaktion&#228;ren Kleinb&#252;rgertums und dem Lasallismus, der zugleich der Vorg&#228;nger der Sozialdemokratie als auch schon Insolvenzverwalter ist, sind die Revolution&#228;re in zwei Lager geteilt: die Kollektivisten mit Bakunin und die um Marx gruppierten Kommunisten. Diese Teilung &#252;berschnitt sich damals fast perfekt mit der Teilung zwischen entwickelten und wenig entwickelten kapitalistischen Zonen; diese These ist durchaus bekannt, doch sie hilft nur, einen Aspekt des Problems zu verstehen: Ausser der Tatsache, dass England n&#228;her bei einem Proudhonschen Sozialismus als bei einem marxistischen Kommunismus ist, &#252;berschneidet (und kaschiert) diese Teilung eine andere Trennung &lt;i&gt;innerhalb des Proletariats selbst&lt;/i&gt;. Einerseits geht es auf der Marxschen Seite darum, &#8222;den Bed&#252;rfnissen des Klassenkampfes und der Organisation der Arbeiter zur Klasse unmittelbar Nahrung und Ansto&#223; [zu] geben&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Marx an Kugelmann, Brief vom 9. Oktober 1866, MEW, Bd. 31, 1965, S. 529.&#034; id=&#034;nh6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und damit alle Arbeiter auf der Grundlage eines f&#252;r das europ&#228;ische Proletariat in seiner Gesamtheit unmittelbar realisierbaren Programms zu vereinigen. Diese Konzeption der Internationale entsprang einer realistischen Konzeption des historischen Zyklus des Proletariats: Entwicklung der Produktivkr&#228;fte, jeweilige Bedeutungen der k&#228;mpfenden gesellschaftlichen Klassen, wirkliche Reformm&#246;glichkeiten, die das politische Feld der Emanzipation des Proletariats &#246;ffnen, doch dabei &#8222;das Endziel klar hindurchsehn&#8220; usw. Andererseits ging die anti-autorit&#228;re Konzeption vom Auftauchen der proletarischen Autonomie selbst aus, ihrer historischen Emergenz, ihrer Forderung von Beginn an nach der unmittelbaren kommunistischen Revolution und somit von der Verweigerung, den wirklichen Zustand der Kr&#228;fte, die Notwendigkeit der Vermittlungen usw. in Betracht zu ziehen. Auf der einen Seite, im Namen einer klaren Definition des Kommunismus, der Durchmarsch durch das politische Feld unter dem Risiko, sich darin zu verlieren (siehe Marx, der urspr&#252;nglich die Kommune im Namen einer schon sozialdemokratischen Taktik- und Strategieanalyse missbilligt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die anf&#228;nglichen Positionen von Marx bez&#252;glich der Kommune k&#246;nnen sehr gut (...)&#034; id=&#034;nh7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;) und auf der anderen Seite die naive D&#252;rftigkeit, die freie Gesellschaft unmittelbar durch einfachen Willen (siehe Bakunin in Lyon&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Am Abend des 14. September verl&#228;sst Michail Bakunin Genf in Richtung Lyon. (...)&#034; id=&#034;nh8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;) im Namen einer noch sehr schmalen Definition dieser Gesellschaft zu verwirklichen: der Kollektivismus. Diese beiden Konzeptionen, wovon eine zum Kult der &#8222;politischen&#8220; Aktion, die andere zum Kult der wirtschaftlichen Aktion f&#252;hren konnte und die in zwei verschiedenen Zonen der historischen Entwicklung entstanden sind, dr&#252;cken eigentlich ein tieferes Ph&#228;nomen aus: die tragische Dualit&#228;t der Praxis des damaligen Proletariats selbst. Einerseits konnten die wirklichen M&#246;glichkeiten der K&#228;mpfe nicht die kommunistische Revolution bringen und zwangen das Proletariat, mit anderen Schichten Kompromisse zu schliessen; andererseits taucht die unmittelbare Bekr&#228;ftigung der Revolution auf, obschon unm&#246;glich. Diese beiden Konzeptionen waren eine Spaltung des Wesens des Proletariats selbst; losgel&#246;st von ihrem Kontext des revolution&#228;ren Aufschwungs f&#252;hrte die eine zur Aufopferung des revolution&#228;ren Ziels zu Gunsten eines immediatistischen Kampfes &lt;i&gt;im Namen selbst der notwendigen historischen Verkettung der unmittelbaren K&#228;mpfe, die zum revolution&#228;ren Endkampf f&#252;hren sollten&lt;/i&gt;, die andere zur Aufopferung des wirklichen Verst&#228;ndnisses der Entwicklung der K&#228;mpfe zu Gunsten einer Bekr&#228;ftigung des revolution&#228;ren Ziels &lt;i&gt;im Namen selbst des revolution&#228;ren Endkampfes, von dem behauptet wurde, er sei in jedem unmittelbaren Moment des Kampfes gegenw&#228;rtig&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Offensichtlich repr&#228;sentiert das Marxsche Lager die Theorie des fortgeschrittenen Industrieproletariats und ist somit auf theoretischer Ebene Tr&#228;ger davon, d.h. Tr&#228;ger der Theorie des Proletariats als gesellschaftliches Verh&#228;ltnis und als historisches Werden. Es ist eine &lt;i&gt;Zeugungslinie&lt;/i&gt;, denn verschiedene Str&#246;mungen, vom Proudhonismus bis zum Blanquismus, existieren und sind sogar quantitativ bedeutender als jene um Marx und Bakunin. Doch wichtig ist die Tatsache, dass das Lager von Marx (die &#8222;Partei&#8220; Marx) das Korpus des kommunistischen Programms (Beseitigung der Lohnarbeit und des Handels) selbst entwirren konnte, w&#228;hrend jenes von Bakunin beim Kollektivismus stecken geblieben ist, einer Art hybriden Mischung, auf halbem Weg zwischen dem korporatistischen Proudhonschen Mutualismus und dem Kommunismus, ein Abbild der Situation selbst dieser neuen Proletarier, welche gerade erst das Handwerk oder das Landleben verlassen haben, von einer Produktionsweise in die n&#228;chste wechseln und in Richtung Kommunismus gehen. Zu diesem Zeitpunkt ist das Wesentliche der kommunistischen Theorie (1867, Buch 1 des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt;, &#252;brigens von Bakunin ins Russische &#252;bersetzt) mit der Entwicklung der IAA verbunden. Die IAA vereinigt alle Fraktionen des Proletariats und ihre Teilungen &#8222;Marxisten/Bakuninisten&#8220; werden erst nach der Niederlage der Revolution, nach der Kommune wirklich &lt;i&gt;wirksam&lt;/i&gt;. Die Erste Internationale ist somit eine der Fraktionen der Partei, die sich ab 1868, v.a. in Paris, innerhalb des Proletariats manifestiert; sie ist die Fraktion des Bewusstseins davon genau wie die Blanquisten die milit&#228;rische Fraktion davon sind (diese Teilung in organische &#8222;Fraktionen&#8220; ist Zeichen der Grenzen). F&#252;r Marx war es damals unn&#246;tig, die anderen Str&#246;mungen aus der formellen Organisation Erste Internationale ausschliessen zu wollen, da er diese nicht mit der historischen Partei identifizierte und bemerkenswert klar verstand, dass die Zw&#228;nge des revolution&#228;ren Kampfes die Fraktionen innerhalb der Organisation und &lt;i&gt;ausserhalb&lt;/i&gt; davon vereinigen werden. Und wenn sich auch die Spannungen zwischen der &#8222;Partei Marx&#8220; und der &#8222;Partei Bakunin&#8220; ab 1868 klar abzeichnen, war doch die Kommune und ihre Niederlage der Ort und der Zeitpunkt der progressiven Spaltung. Eigentlich ist die Erste Internationale sowohl &lt;i&gt;formelle Partei, als auch wirtschaftliches und programmatisches Organ&lt;/i&gt;. Die Einheit des Proletariats und &lt;i&gt;seiner revolution&#228;ren Fraktionen&lt;/i&gt; werden darin trotz den grundlegenden Gegens&#228;tzen (die hier nicht diskutiert werden, &lt;i&gt;jedoch stets ohne Verh&#228;ltnis zum Zyklus analysiert wurden&lt;/i&gt;) aufrechterhalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;IV. Die Vermittlungen zwischen der Klasse und ihrem Programm, wenn sie auch sehr wichtig sein m&#246;gen, sind mit ihrer wirklichen Entwicklung verbunden. Sie sind sogar ein Ausdruck davon.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die parlamentarische Politik bis 1871 kann z.B. durch den Grad der Entwicklung des Kapitalismus als spezifische Produktionsweise erkl&#228;rt werden. Die schwache Entwicklung des Proletariats, die mit der schwachen Entwicklung des Kapitals zusammenh&#228;ngt, &lt;i&gt;zwingt&lt;/i&gt; es dazu, zu versuchen, seine entstehende Kraft und seine Momente der Revolte in der parlamentarischen Sph&#228;re zu &lt;i&gt;konkretisieren&lt;/i&gt;. Umgekehrt wird seine Intervention auf diesem Terrain durch die Tatsache &lt;i&gt;m&#246;glich&lt;/i&gt; gemacht, dass keine Klasse f&#228;hig ist, ihre Forderungen diskussionslos zu diktieren. Das Parlament ist alternativ und &lt;i&gt;effizient&lt;/i&gt; der Ort der Absprache und der Konfrontation zwischen der Handelsbourgeoisie, der Finanzaristokratie und unter gewissen Bedingungen dem Proletariat&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;In England z.B., siehe &#8222;Du rackett politique au cirque &#233;lectoral&#8220; in Le (...)&#034; id=&#034;nh9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es ist die Bl&#252;tezeit der &lt;i&gt;demokratischen&lt;/i&gt; Epoche der Bewegung; obwohl die Marxisten die Demokratie ablehnen, akzeptieren sie diese, um daran als politische Partei teilzunehmen, und die Anti-Autorit&#228;ren hingegen nehmen nicht daran teil, doch beanspruchen sie wahr und rein, nicht b&#252;rgerlich, nicht parlamentarisch usw. Diese Eigenschaft zeigt gut den ambivalenten Charakter der damaligen Diskussion Marxisten/Bakuninisten innerhalb der IAA.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;V. Die Kommune ist der H&#246;hepunkt der wirklichen Bewegung, deren Ausdruck die Erste Internationale ist. Das dialektische Verh&#228;ltnis zwischen der historischen Partei und der revolution&#228;ren Machtergreifung in Verbindung mit den formellen Organen ist klar. Marx erkl&#228;rt in einem Brief an Kugelmann (vom 12. April 1871), dass die Kommune &#8222;die glorreichste Tat unserer Partei seit der Pariser Juni-Insurrektion&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;MEW, Bd. 33, 1976, S. 206.&#034; id=&#034;nh10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; ist; was klar die absolute Einheit und Kontinuit&#228;t in seiner Konzeption der Handlung der Klasse und &lt;i&gt;der Klassenorganisation&lt;/i&gt; (d.h. ihrer praktischen Aufgaben) zeigt, ausserhalb jeglichem &lt;i&gt;Formalismus&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ausserdem ist die Kommune die Verwirklichung der ihr vorhergehenden Bewegung. Innerhalb der Kommune &lt;i&gt;sind die ideologischen Gegens&#228;tze &#252;berwunden: Die Spaltung Mehrheit/Minderheit geht durch jede Fraktion und die direkte Demokratie ist in ihr verwirklicht&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit ihrer glorreichen Niederlage schliesst sich ein Zyklus proletarischer K&#228;mpfe (eigentlich dauert er bis 1873-1874: Auswirkungen in Belgien, Skandinavien, Spanien usw.). Die formelle Organisation des Proletariats ist an einen neuen Wendepunkt gelangt: 1848 ging es darum, sich an der b&#252;rgerlichen Revolution zu beteiligen und auf &lt;i&gt;virtuelle&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;geheime&lt;/i&gt; Art und Weise als politische Partei organisiert zu sein; 1871 ging es darum, die politische Demokratie zu organisieren, um &lt;i&gt;die Grundlagen&lt;/i&gt; des Terrains der gesellschaftlichen Emanzipation des Proletariats zu legen, und somit als &lt;i&gt;wirkliche politische Partei&lt;/i&gt; organisiert zu sein. Nach 1871 kommt all das nicht mehr in Frage: Mehrere programmatische Errungenschaften erweisen sich als prinzipielle Lehren der Kommune:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Die &#196;ra der progressiven b&#252;rgerlichen, nationalen Revolutionen ist vorbei, das Proletariat braucht keine Kompromisse mehr mit anderen gesellschaftlichen Schichten zu schliessen, es muss entweder Teil von ihnen werden, sie zerst&#246;ren oder von ihnen zerst&#246;rt werden. Es muss seine &lt;i&gt;Diktatur&lt;/i&gt; bekr&#228;ftigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Das Proletariat kann sich nicht mehr in der politischen (und erst recht parlamentarischen) Sph&#228;re entwickeln; die einzige &#252;brig bleibende &lt;i&gt;politische&lt;/i&gt; Frage ist der Inhalt seiner Diktatur und diese Frage bleibt &lt;i&gt;politisch&lt;/i&gt;, denn es ist noch nicht &lt;i&gt;gesellschaftlich vorherrschend&lt;/i&gt; (die Frage des Staates ist die Folge dieser Lehre).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Das Proletariat tr&#228;gt von nun an, in seiner eigenen Existenz, den unmittelbaren Inhalt seiner Aufgaben und braucht keine &lt;i&gt;formelle Partei&lt;/i&gt; mehr. Es kann nur als seine eigene &lt;i&gt;historische Partei&lt;/i&gt; &#8222;sein&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Das kommunistische Programm erscheint klar als autonomes Programm des Proletariats, als &lt;i&gt;Zerst&#246;rung des Tausches&lt;/i&gt;, wenn auch negativ (in Anbetracht des Entwicklungsniveaus der Produktivkr&#228;fte).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;VI. &#8222;1871 war das Proletariat zu isoliert, um auf einen Sieg hoffen zu k&#246;nnen. H&#228;tte es Versailles &lt;i&gt;milit&#228;risch&lt;/i&gt; besiegt, w&#228;re es, einerseits, unmittelbar mit der europ&#228;ischen Konterrevolution, wovon die preussische Armee ein blosser Vorposten war, konfrontiert gewesen, andererseits, und v.a., mit den Problemen der kommunistischen Transformation des Produktions- und Verteilungsapparats, w&#228;hrend der Kapitalismus erst mit der Vergesellschaftung der Produktion begonnen hatte.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Fran&#231;ois Martin, Quelques le&#231;ons d'une insurrection pass&#233;e pour une (...)&#034; id=&#034;nh11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die revolution&#228;re Organisation dr&#252;ckte die besiegte Kommune aus und die IAA musste sich aufl&#246;sen. Es war die Zeit der heftigen Spaltungen zwischen Fraktionen, die Partei Marx und die Partei Bakunin wollten die F&#252;hrung &#252;bernehmen: So dr&#252;ckte die Apparatspolitik die Konterrevolution aus. Die verschiedenen und partiellen Zonen und Aspekte der Totalit&#228;t der Klasse, die im revolution&#228;ren Angriff vereinigt waren, stehen dieses Mal im Gegensatz zueinander. Die Konterrevolution l&#246;ste die Einheit der Klasse auf, spaltete sie, sowie auch ihren theoretischen und programmatischen Ausdruck. Mit dem Schwung der Kommune und ihren Auswirkungen konnten Marx und Engels, obwohl sie sich der Politik hingaben (Kampf um den Generalrat), die grundlegende Errungenschaft der Kommune bis ungef&#228;hr 1875 theoretisieren (&lt;i&gt;B&#252;rgerkrieg in Frankreich&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt;). Nach 1875 &lt;i&gt;waren sie alleine&lt;/i&gt;. Die historische Partei lebte bei ihnen dank der Wiederaufnahme der theoretischen Arbeit weiter, die durch den revolution&#228;ren Sturm unterbrochen worden war (&lt;i&gt;Das Kapital&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Anti-D&#252;hring&lt;/i&gt; usw.), doch diese Arbeit war nicht direkt mit der &lt;i&gt;Praxis&lt;/i&gt; des Proletariats verbunden, das auf den Zustand des variablen Kapitals beschr&#228;nkt worden war. Das zeigt, bis zu welchem Punkt die &lt;i&gt;politischen&lt;/i&gt; Positionen von Marx, und dann v.a. von Engels, nicht revolution&#228;r waren; und bez&#252;glich Engels konterrevolution&#228;r. Die Dichotomie zwischen der Aussage der kommunistischen Theorie, die sie verfeinerten (es ging nur darum, auf eine zuvor formulierte und ausgearbeitete Theorie zur&#252;ckzukommen), und ihrer Praxis &lt;i&gt;im Zeitalter&lt;/i&gt; war absolut geworden, das Zeitalter war konterrevolution&#228;r und das Zeitalter und ihre Praxis korrumpierten sogar die Aussage der kommunistischen Theorie, bei Engels in mehreren Texten wie &lt;i&gt;Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft&lt;/i&gt;, welche klar den sozialdemokratischen und &lt;i&gt;undialektischen&lt;/i&gt; Inhalt zeigen. Nach 1875 bleiben also zwei M&#228;nner &#252;brig, die eine grundlegende theoretische Arbeit weiter f&#252;hren (v.a. Kritik der &#214;konomie und der Wissenschaften), sich der Situation aber gleichzeitig nur halbwegs bewusst sind (Marx etwas mehr, siehe den Brief an Nieuwenhuis, &lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt;). Nach 1883, dem Todesjahr von Marx, bleibt ein Mann &#252;brig, der das Werk der &#8222;Partei Marx&#8220; &#8222;treu&#8220;, d.h. &lt;i&gt;ideologisch&lt;/i&gt; weiterf&#252;hrt, doch ein f&#252;r alle Mal in der Konterrevolution versinkt und Anf&#252;hrer des &lt;i&gt;Marxismus&lt;/i&gt; wird, der Theorie der Sozialdemokratie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;VII. Zwar ist die Niederlage der Kommune &lt;i&gt;historisch&lt;/i&gt; gehaltvoll, doch sie besiegelt die Teilung der proletarischen Bewegung in:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;- politische Fraktionen&lt;/i&gt;: die beiden rivalisierenden IAA, jene von Marx/Engels bis 1874 und jene der Bakuninisten, die in Genf, Spanien und Italien weiter besteht; dann die Gruppen, Gruppierungen, Sekten, Parteien usw.;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;- wirtschaftliche Fraktionen&lt;/i&gt;: die berufsst&#228;ndischen und gewerkschaftlichen Organisationen;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;- programmatische Fraktionen&lt;/i&gt;: Marx/Engels alleine gegen ihre Sch&#252;ler bis ungef&#228;hr 1880 (&#8222;Was Du &#252;ber die Deutschen schreibst, verwundert mich in keiner Weise. Hier ganz ebenso. Engels und ich haben uns daher ganz von dem Pack zur&#252;ckgezogen [&#8230;].&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx, Brief an Sorge vom 27. September 1877, MEW 34, S. 295.&#034; id=&#034;nh12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;); dann der kleine informelle und internationale Zusammenschluss von Anarchisten rund um Malatesta, usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der soziale Frieden ist gesichert und die intensive freie Entwicklung des Kapitals hat auch freien Lauf. Die b&#252;rgerliche nationale Revolution vollendet sich (Deutschland, Italien) und vereinigt ihre Ausbeutungsbedingungen. Der &#220;bergang zur reellen Herrschaft des Werts steht auf der Tagesordnung und die Zerst&#246;rung der sich ihm entgegenstellenden Hindernisse ist im Gang. Die Arbeit wird allm&#228;hlich von der Mehrarbeit aufgezehrt. Der Maschinenbetrieb entwickelt sich. Die Sozialdemokratie als koh&#228;renter Ausdruck dieser Entwicklung wird zur gesellschaftlichen H&#252;lle des Kapitals.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;VIII. Als Paraphrase und Berichtigung der Einsch&#228;tzung von Karl Korsch in &lt;i&gt;Krise des Marxismus&lt;/i&gt; (1931) k&#246;nnen wir bekr&#228;ftigen, dass sich mit den Jahren 1871 bis 1875 der erste grosse historische Zyklus der kapitalistischen Entwicklung vollendet. Im Verlauf desselben hat der Kapitalismus auf der damaligen &lt;i&gt;begrenzten&lt;/i&gt; Grundlage schon alle Phasen seiner Entwicklung bis zu jenem Punkt durchlaufen, wo der bewusste Teil des Proletariats die soziale Revolution der Arbeiterklasse selbst auf die Tagesordnung setzen kann, jener Arbeiterklasse, die damals das Proletariat war. Folglich hat die Klassenbewegung des Proletariats &#8211; auf dieser &lt;i&gt;begrenzten&lt;/i&gt; Grundlage &#8211; schon ein &lt;i&gt;ziemlich hohes&lt;/i&gt; Entwicklungsstadium erreicht: Die revolution&#228;ren K&#228;mpfe, welche zu dieser Zeit von isolierten Fraktionen der Arbeiterklasse gef&#252;hrt wurden, sind der praktische Ausdruck davon und die Mitglieder der Internationale die historische Verbindung gewesen; jene, welche die &#8222;Partei Marx&#8220; formten, indem sie damals den definitiven (momentanen und zuk&#252;nftigen) Inhalt der bewussten Praxis der proletarischen Klasse formulierten, haben den theoretischen Ausdruck daf&#252;r geliefert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;B. Sozialdemokratie und Bewegung des Kapitals&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;I. Die Entstehung der Zweiten Internationale ist mehr oder weniger erzwungen und der Epoche zuwiderlaufend. Ihre prinzipielle Basis ist die deutsche Sozialdemokratie; man kann sogar sagen, dass die Zweite Internationale ironischerweise die Ausdehnung des &#8222;deutschen Sozialismus&#8220; ist, wovon Marx sprach und sich 1871 den Sieg zusammen mit jenem von Bismarck w&#252;nschte! Die deutsche Sozialdemokratie, deren Konstitution kurz nach der proletarischen Niederlage (Gothaer Kongress, 1875) nur eine Vereinigung des Lassallianismus mit einigen marxistischen Prinzipien war, die man zur wissenschaftlichen Dekoration behielt, stellte die Basis der gesamten europ&#228;ischen sozialistischen Bewegung dar. Der instruktivste Text &#252;ber die Entstehung der Zweiten Internationale ist diese Passage von Engels in seinem Brief an Sorge vom 8. Juni 1889: &#8222;Sonst hat der Kongre&#223; wenig zu bedeuten. Ich gehe nat&#252;rlich nicht hin, ich kann mich dauernd nicht wieder in die Agitation st&#252;rzen. Aber die Leute &lt;i&gt;wollen&lt;/i&gt; nun einmal wieder Kongresse spielen, und da ist es besser, diese werden nicht von Brousse&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Paul Brousse (1843-1912) ist zu dieser Zeit der Anf&#252;hrer des franz&#246;sischen (...)&#034; id=&#034;nh13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und Hyndman dirigiert. Es war grade noch Zeit, ihnen das Handwerk zu legen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;MEW, Bd. 37, S. 232.&#034; id=&#034;nh14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Es ist klar, dass die Position von Engels, ein Bef&#252;rworter des Beitritts der aus Gotha entstandenen deutschen Partei zu dieser Internationale des Opportunismus, und zwar nur, um zu verhindern, dass die Possibilisten und die Engl&#228;nder die F&#252;hrung davon &#252;bernehmen, nicht im Geringsten ambivalent ist: Sie ist zutiefst manipulativ und konterrevolution&#228;r. Als ob die Revolution&#228;re sich an einer konterrevolution&#228;ren Institution beteiligen m&#252;ssten, um zu verhindern, dass sie von Konterrevolution&#228;ren angef&#252;hrt wird! Indem er das tat, gab er sich mit gefesselten H&#228;nden dem internationalen Reformismus hin, und von diesem Moment an bleiben alle Kritiken &#8222;privat&#8220; (beispielsweise in Briefen) oder werden von der Bebel-Gruppe zensiert. Doch es kommt noch besser: Neben der Tatsache, dass er seinem bemerkenswerten Satz zur Bewegung des Proletariats 1884 [Ad&#220;: 1885] widersprach (&#8222;Die internationale Bewegung des europ&#228;ischen und amerikanischen Proletariats ist jetzt so erstarkt, da&#223; nicht nur ihre erste enge Form - der geheime Bund -, sondern selbst ihre zweite, unendlich umfassendere Form - die &#246;ffentliche Internationale Arbeiterassoziation - eine Fessel f&#252;r sie geworden und da&#223; das einfache, auf der Einsicht in die Dieselbigkeit der Klassenlage beruhende Gef&#252;hl der Solidarit&#228;t hinreicht, unter den Arbeitern aller L&#228;nder und Zungen eine und dieselbe gro&#223;e Partei des Proletariats zu schaffen und zusammenzuhalten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten&#8220;, MEW Bd. 21, S. 223.&#034; id=&#034;nh15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;), einem Satz, in dem ein richtiges Verst&#228;ndnis der historischen Partei gegen&#252;ber der formellen Partei unter Beweis gestellt wird, hiess er auch die internationale Sozialdemokratie gut, indem er ihr ideologische Waffen lieferte; der &#8222;Marxismus&#8220; wurde somit zu einer Ideologie mit einer &lt;i&gt;unmittelbaren praktischen Funktion in der kapitalistischen Gesellschaft&lt;/i&gt;. Die Entstehung des Marxismus (siehe Marx: &#8222;Ich bin kein Marxist&#8220;) ist ein Kind der Niederlage des Proletariats und des b&#252;rgerlichen Sieges.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf diese Art und Weise gab Engels w&#228;hrend der in der Sozialdemokratie ausbrechenden Krise den &#8222;Stimmton&#8220; f&#252;r den Ausschluss der linken Fraktionen an. Er wurde nicht nur von den Deutschen benutzt, indem sie ihn zensierten, sondern er half auch den gleichen Leuten, innere Konflikte der Partei im Interesse der fundamental opportunistischen F&#252;hrung zu regeln. Seine Haltung erlaubte es der Zweiten Internationale, alle revolution&#228;ren Elemente auszuschliessen und sie umso monolithischer zu machen. Tats&#228;chlich manifestierte sich von Anfang an eine &lt;i&gt;m&#228;chtige&lt;/i&gt; internationale Bewegung der Kritik der Sozialdemokratie und sie wurde jedes Mal mit dem Segen von Engels ausgeschlossen; ihre Geschichte wurde aus offensichtlichen Gr&#252;nden von allen Historikern der Arbeiterbewegung vernachl&#228;ssigt: in Deutschland die Opposition der &#8222;Jungen&#8220;, welche zwischen 1889 und 1892 in Berlin konzentriert waren, obwohl unf&#228;hig, ihrer Position eine tiefe theoretische Perspektive zu geben, stellte besonders ihr Anti-Parlamentarismus eine gesunde und revolution&#228;re Reaktion dar; in D&#228;nemark die antifrontistische d&#228;nische Linke von Trier, welche ein B&#252;ndnis mit den Parteien der b&#252;rgerlichen, liberalen und b&#228;uerlichen Opposition ablehnte und 1889 aus der d&#228;nischen Partei ausgeschlossen wurde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;In D&#228;nemark wird 1889 die linke oppositionelle Minderheit, die von Gerson (...)&#034; id=&#034;nh16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;; in Schweden die um Bergregen versammelte Gruppe, die sich dem Reformismus und dem Parlamentarismus heftig widersetzte, in Verbindung mit den deutschen &#8222;Jungen&#8220; stand und 1891 aus der Partei ausgeschlossen wurde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Eine Bewegung zwischen der d&#228;nischen und der holl&#228;ndischen entwickelte (...)&#034; id=&#034;nh17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;; die revolution&#228;ren Sozialisten in England rund um William Morris und auch die in den revolution&#228;ren Gewerkschaften organisierten Sozialisten wie Tom Mann; die Holl&#228;nder mit F. D. Nieuwenhuis usw., und es gab, obwohl weniger zahlreich, Gruppen und Individuen mit &#228;hnlichen Positionen in Frankreich, Italien, Spanien, den USA und Japan.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Zweite Internationale wurde zum aktiven Zentrum der gesellschaftlichen b&#252;rgerlichen Entwicklung nach einem internationalen Kampf gegen 1) die revolution&#228;ren Elemente, wie jene linken Fraktionen, welche sie kritisierten, 2) und &lt;i&gt;die anarcho-kommunistische Bewegung, die mit &lt;/i&gt;&lt;i&gt;Gewalt von den Kongressen 1891, 1893 und 1894 ausgeschlossen wurde&lt;/i&gt;. Die Zweite Internationale ist nie degeneriert; sie wurde zu einem Zeitpunkt erschaffen, wo es &#252;berhaupt keine revolution&#228;re Perspektive gab, und deshalb beteiligte sie sich &lt;i&gt;von Anfang an&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;total&lt;/i&gt; am politischen System der Bourgeoisie. Einer der grossen Schw&#228;chen der wieder erstehenden kommunistischen Bewegung gegen 1905 (Trotzki, Rosa Luxemburg, Pannekoek usw.) war das Unverst&#228;ndnis des Wesens der Sozialdemokratie. Doch die Gr&#252;nde, weswegen die Zweite Internationale am b&#252;rgerlichen politischen Spiel teilnehmen &lt;i&gt;und es konsolidieren&lt;/i&gt; konnte, sind sehr tief.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;II. Nach der Niederlage der Pariser Kommune und ihren verschiedenen Auswirkungen &#8222;war die Arbeiterklasse geschlagen, die Konterrevolution triumphierte. &lt;i&gt;Die Zweite Internationale entsprach den konterrevolution&#228;ren Bedingungen, der kapitalistischen Entwicklung&lt;/i&gt;&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;La Perspective du communisme.&#034; id=&#034;nh18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Deshalb muss von einer Charakterisierung der Periode ausgegangen werden: &lt;i&gt;die Periode der formellen Herrschaft des Werts&lt;/i&gt;. W&#228;hrend dieser Periode gibt es eine Dichotomie zwischen der Besonderheit der kapitalistischen Produktionsweise: &lt;i&gt;die Lohnarbeit&lt;/i&gt; und die &#196;hnlichkeit des kapitalistischen Produktionsprozesses mit den vorhergehenden: a) der unmittelbare Arbeitsprozess ist, wenn auch nicht vorherrschend, zumindest sehr wichtig und hat den Mann als Grundlage (&#8222;der Arbeiter&#8220; [&#8222;l'ouvrier&#8220;, wortw&#246;rtlich &#8222;der Werker&#8220;]), die Bezeichnung ist vielsagend, vollbringt die &lt;i&gt;Totalit&#228;t&lt;/i&gt; des Produktionsprozesses, oder zumindest ann&#228;hernd, und die notwendige Arbeitszeit entspricht ungef&#228;hr der Mehrarbeitszeit; b) weite Gebiete haben nur eine pr&#228;kapitalistische Produktion, sowohl ausserhalb als auch &lt;i&gt;innerhalb&lt;/i&gt; der kapitalistischen L&#228;nder.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;In Folge hat der Proletarier im Produktionsprozess einen doppelten Charakter &#8211; sagen wir halb halb &#8211; als Produzent von Gebrauchswert (Arbeiter) und Produzent von Tauschwert (Proletarier). &lt;i&gt;Daraus entsteht eine &#8222;Dichotomie&#8220; innerhalb des Proletariers selbst&lt;/i&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;als potentielle Ware (Ware Arbeitskraft) &#8211; enteignet &#8211; ist er vollst&#228;ndig Proletarier;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;als besondere, im Produktionsprozess operierende Ware (Arbeits- und Verwertungsprozess) ist er &#8222;sowohl Proletarier als auch Arbeiter, aber allen voran Arbeiter.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;N&#233;gation I, 'Le Prol&#233;tariat comme destructeur du travail'.&#034; id=&#034;nh19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Proletariat erscheint also zu dieser Zeit als &lt;i&gt;Klasse der Arbeit&lt;/i&gt;, was eben der Entwicklung des Produktionsprozesses entspricht. Die Arbeiterklasse erschafft sich also die Verteidigungsorgane ihrer unmittelbaren Interessen, die Verteidigung des Preises ihrer Arbeitskraft: die Gewerkschaften. Sie treten als die Repr&#228;sentanten des menschlichen Arbeitsprozesses gegen den wissenschaftlichen und mechanisierten Arbeitsprozess, gegen den Verwertungsprozess zutage. Es ist jedoch hier, wo sich das Verh&#228;ltnis zwischen Arbeit und Kapital als invariable Gr&#246;sse zeigt, diese Verteidigung der Interessen der Arbeitskraft innerhalb jenes kapitalistischen Verh&#228;ltnisses der Lohnarbeit, welches zum Triumph des Verwertungsprozesses tendiert. &#8222;Betr&#228;chtliche Lohnerh&#246;hungen zwingen das Kapital tats&#228;chlich immer dazu, sich zu mechanisieren, lang- oder kurzfristig, und immer mehr; das gleiche gilt f&#252;r die Verk&#252;rzung des Arbeitstages; es ist somit der &#220;bergang von einer extensiven zu einer intensiven Ausbeutungsweise, vom absoluten zum relativen Mehrwert.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Tat und Wahrheit &lt;i&gt;ist die &#8222;Arbeiterbewegung&#8220; der ad&#228;quate Ausdruck der Wertbewegung selbst&lt;/i&gt;, denn sie tendiert dazu, den Verwertungsprozess im Sinne der reellen Herrschaft des Werts voranzutreiben. Die Arbeiterbewegung ist die wirkliche Lenkerin der Proletarisierungsbewegung. Im Paar Kapital-Arbeit ist es die Arbeit, die aktiv ist und, durch ihre eigenen Forderungen, ihrem mit ihr verbundenen Feind &#8211; dem Kapital &#8211; die Reproduktion erm&#246;glicht. &lt;i&gt;Die Arbeiterbewegung ist der Ausdruck der Bewegung des variablen Kapitals, des Proletariats als &#246;konomische Kategorie des Kapitalismus&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unter diesen Bedingungen fiel die Entwicklung der gewaltigen deutschen (und anderen) sozialdemokratischen Gewerkschaften mit den Interessen der progressiven, industriellen Bourgeoisie zusammen; es war eben eine Notwendigkeit f&#252;r die Entwicklung des Kapitals, zum offensichtlichen Nachteil der reaktion&#228;ren Landbourgeoisie. Die wesentlichen Probleme der Geschichte waren die nationale Einigung und die Planungsorganisation des Kapitals. Die sich intensiv entwickelnden Gewerkschaften wurden schnell von der radikalen Bourgeoisie unterst&#252;tzt: Die Organisation des variablen Kapitals war eine Voraussetzung f&#252;r die Entwicklung der nationalen kapitalistischen Akkumulation. Die Sozialdemokratie war der politische Ausdruck dieses Ph&#228;nomens. Die nationale Planung der Arbeitskraft machte aus den Sozialdemokraten die Makler und die Organisatoren dieser Arbeitskraft und die Verteidiger der National&#246;konomie, der Verstaatlichung der Produktion. Der Mythos der Verstaatlichung der Produktion als Sozialismus war von Engels im &lt;i&gt;Anti-D&#252;hring&lt;/i&gt; gut analysiert worden: &#8222;Aber weder die Verwandlung in Aktiengesellschaften noch die in Staatseigentum, hebt die Kapitaleigenschaft der Produktivkr&#228;fte auf. Bei den Aktiengesellschaften liegt dies auf der Hand. Und der moderne Staat ist wieder nur die Organisation, welche sich die b&#252;rgerliche Gesellschaft gibt, um die allgemeinen &#228;u&#223;ern Bedingungen der kapitalistischen Produktionsweise aufrechtzuerhalten gegen &#220;bergriffe, sowohl der Arbeiter wie der einzelnen Kapitalisten. Der moderne Staat, was auch seine Form, ist eine wesentlich kapitalistische Maschine, Staat der Kapitalisten, der ideelle Gesamtkapitalist. Je mehr Produktivkr&#228;fte er in sein Eigentum &#252;bernimmt, desto mehr wird er wirklicher Gesamtkapitalist, desto mehr Staatsb&#252;rger beutet er aus. Die Arbeiter bleiben Lohnarbeiter, Proletarier. Das Kapitalverh&#228;ltnis wird nicht aufgehoben, es wird vielmehr auf die Spitze getrieben.&#8220; &#8222;Das Konzept der Arbeiterklasse war eine Antwort auf die Wirklichkeit der kapitalistischen &#214;konomie; es war eine pazifistische, gradualistische, demokratische und reformistische &#246;konomische Konzeption.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;La Perspective du communisme.&#034; id=&#034;nh21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Die Arbeiter mussten sich als Konsumenten (deswegen die Genossenschaften) und als Produzenten (deswegen die Gewerkschaften), als W&#228;hler (deswegen die parlamentarischen Gruppen), als Quartierbewohner (deswegen die Gemeindegruppen) und als Teilnehmer am ideologischen und kulturellen Leben (deswegen die Ch&#246;re, die Schulen, die kulturellen Gruppen usw.) organisieren. &lt;i&gt;Die Partei war der all diese Teile verbindende Organismus, die organisatorische und ideologische Koh&#228;sion der Arbeiterbewegung&lt;/i&gt;. Das Proletariat, die revolution&#228;re Klasse war verschwunden, um den kapitalistischen Kategorien Platz zu machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;III. Das Proletariat/variable Kapital fand also seinen Ausdruck in der sozialdemokratischen Partei. Die gew&#246;hnlichen Erkl&#228;rungen bez&#252;glich des Wesens der Sozialdemokratie, entweder anhand der Existenz der Arbeiteraristokratie, oder dem Wirken einer reformistischen F&#252;hrung, sind besonders unzutreffend. Doch noch weniger real ist die Erkl&#228;rung der Sozialdemokratie als Repr&#228;sentantin der Mittelschichten der Bourgeoisie: Professoren usw. &lt;i&gt;Sie war die Repr&#228;sentantin des Proletariats als variables Kapital, nicht weniger und nicht mehr&lt;/i&gt;. Sie war die Repr&#228;sentantin der modernen Entwicklung des Kapitals: nationale Einigung, &#220;bergang zur reellen Herrschaft, Konzentration der Produktivkr&#228;fte, &#8222;Vergesellschaftung&#8220;, Laizisierung der Schule, Organisation der Arbeitskraft, Entwicklung der wissenschaftlichen Forschung, progressive Fusion der Wirtschaft und der Politik, Staatsverehrung usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was Lassalle und Bismarck, dann Bebel, Liebknecht, Kautsky, Volmar und Bernstein zu tun versuchten, wird 1919 von Ebert, Noske und Scheidemann verwirklicht. Das Wirtschaftsprogramm der Sozialdemokratie wird vom Nationalsozialismus verwirklicht: Die unmittelbaren Forderungen des Proletariats werden gegen dasselbe verwirklicht. Die Sozialdemokratie war die politische Bewegung der Tendenz des Proletariats, gesellschaftlich vorherrschende Klasse zu werden (innerhalb des Kapitalismus, da Klasse und Proletariat/Arbeiterbewegung).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Analyse der sozialdemokratischen Praxis ist nicht das Ziel dieses Textes, diese w&#228;re sehr langwierig und w&#252;rde eine vertiefte Studie erfordern, die &#252;brigens nie unternommen worden ist; doch wir k&#246;nnen auf der Ebene der allt&#228;glichen Existenz der deutschen Gesellschaft gewisse Z&#252;ge skizzieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Sozialdemokratie stellte die unglaublichste Einbettungs- und Disziplinierungskraft der Arbeiterklasse dar, im Austausch gegen ein Feilschen um den Preis der Arbeitskraft; ihre Kontrolle &#252;ber die Gewerkschaften war absolut. &#8222;Die personelle Vereinigung, wovon wir weiter oben sprachen, ist umso mehr garantiert, als dass es vereinbart ist, dass die Gewerkschaften nur permanente Sekret&#228;re, und gewissermassen Funktion&#228;re w&#228;hlen, welche Mitglieder der Partei sind.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Encyclop&#233;die socialiste syndicale et coop&#233;rative de l'Internationale (...)&#034; id=&#034;nh22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Sie war eine wahrhaftige Gesellschaft in der Gesellschaft, ein Staat im Staate mit ihren Gewerkschaften, Funktion&#228;ren, Abgeordneten, Frauenb&#252;nden, Jugendorganisationen, Journalisten und ihrer Presse (zu der bis zu 89 &lt;i&gt;Tageszeitungen&lt;/i&gt; gez&#228;hlt werden k&#246;nnen!), Parteischule, einer wahrhaftigen Universit&#228;t, ihren Gemeindeabgeordneten, Kultur-, Turn- oder Musikgesellschaften, Sanatorien, ihrem Geld, ihren Aktien usw. Ihre Organisation diente daher als Grundlage f&#252;r den deutschen Wiederaufbau nach dem Ersten Weltkrieg. Diese enorme Maschine sonderte selbstverst&#228;ndlich eine Masse an Berufst&#228;tigen, Gewerkschaftsbonzen und politischen Funktion&#228;ren, Journalisten und &#214;konomen ab, die sehr schnell zu einer wirklichen gesellschaftlichen Schicht mit ihren materiellen Interessen, ihrer Mentalit&#228;t, ihrem Gewicht in der politischen Waage wurden. Diese Fraktion des Kleinb&#252;rgertums, welche wortw&#246;rtlich durch die Entwicklung der Sozialdemokratie &lt;i&gt;erschaffen&lt;/i&gt; wurde, wurde durch den Einschluss eines betr&#228;chtlichen Teils des deutschen Klein- und Mittelb&#252;rgertums gest&#228;rkt; alle &#8222;treibenden Kr&#228;fte&#8220; der deutschen Gesellschaft schlossen sich der Organisation an: Professoren, Intellektuelle, Akademiker, Doktoren, Schriftsteller, Juristen, &#214;konomen usw. Und selbstverst&#228;ndlich wurde das B&#252;ndnis dieser verschiedenen Elemente sehr schnell zur Grundlage der F&#252;hrung der Partei selbst. Das B&#252;ndnis zwischen der Arbeiterklasse (durch die Vermittlung der &#8222;Arbeiteraristokratie&#8220; und ihren verschiedenen gewerkschaftlichen und politischen Repr&#228;sentanten) und der sozialdemokratischen Intelligenzija &lt;i&gt;kam im Sinne einer absoluten Unterordnung des deutschen Proletariats unter das Mittelb&#252;rgertum der Partei, unter ihre Anf&#252;hrer zu Stande&lt;/i&gt;. Der Burgfrieden von 1914 war darin schon vorgezeichnet. Und die Wurzeln der marxistischen (d.h. kautskystischen, dann leninistischen) Ideologie waren darin getr&#228;nkt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;IV. Die &#8222;marxistische&#8220; Theorie, die allen voran von Engels, und dann Bernstein und Kautsky ausgearbeitet und formuliert wurde, geht von dieser historischen Grundlage aus. Wir wiederholen hier die allseits bekannte Analyse dieser ideologischen Wende nicht, die von Karl Korsch ausf&#252;hrlich analysiert wurde und wozu sich auch Jean Barrot [Gilles Dauv&#233;] und Pierre Guillaume in ihren Nachworten zu &lt;i&gt;Trois sources du marxisme&lt;/i&gt; [&lt;i&gt;Die historische Leistung von Karl Marx&lt;/i&gt;] in den Cahiers Spartacus &#228;usserten, sondern wir wollen nur die Basis dieser ideologischen Wende verstehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das B&#252;ndnis/Herrschaftsverh&#228;ltnis zwischen den Arbeitern und den Intellektuellen innerhalb der Partei musste zwangsl&#228;ufig zur daraufhin in &lt;i&gt;Was tun?&lt;/i&gt; von Lenin entwickelten Theorie f&#252;hren. Kautsky schrieb: &#8222;Das moderne sozialistische Bewu&#223;tsein kann nur erstehen auf Grund tiefer wissenschaftlicher Einsicht. [&#8230;] Der Tr&#228;ger der Wissenschaft ist aber nicht das Proletariat, sondern die &lt;i&gt;b&#252;rgerliche Intelligenz&lt;/i&gt; [&#8230;] Das sozialistische Bewu&#223;tsein ist also etwas in den Klassenkampf des Proletariats von au&#223;en Hineingetragenes, nicht etwas aus ihm urw&#252;chsig Entstandenes.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Kautsky, zitiert gem&#228;ss Lenin, Was tun?&#034; id=&#034;nh23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Diese These ist freilich die Negation der Marxschen Hauptthese: &#8222;Es ist nicht das Bewu&#223;tsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewu&#223;tsein bestimmt.&#8220; Von da an war und wurde alles m&#246;glich. Die Trennung zwischen Sein und Bewusstsein auf der Ebene der Theorie reflektierte die Trennung zwischen konterrevolution&#228;rer Praxis und revolution&#228;rer Theorie. Die von Marx formulierte Theorie des Proletariats wurde zur &#8222;marxistischen&#8220; Theorie. Die Kritik der politischen &#214;konomie, der Bedingungen, die das Proletariat unweigerlich dazu bringen, sie zu zerst&#246;ren, wurde zur Wissenschaft der &#214;konomie und ihrer Gesetze. Die Dialektik wurde zu einer Technik der formellen Logik. Die Kategorien des Denkens wurden autonom. Der historische Materialismus wurde zu einer Methode f&#252;r die Wissenschaften (zu einem Moment des b&#252;rgerlichen Denkens). Die Theorie verwandelte sich in Soziologie, &#214;konomie, Rechtswissenschaft, Rezeptbuch f&#252;r die politische Aktion usw. Sie wurden zu einer Wissenschaft unter anderen, zur h&#246;chsten Wissenschaft, zur Wissenschaft der Synthese. Denn eine Sache ging in all dem vergessen: &lt;i&gt;Die von Marx ausgearbeitete Theorie war eine Theorie des Proletariats, eine Theorie der Bewegung der praktischen Subversion der Gesellschaft&lt;/i&gt;, und nicht eine Wissenschaft, der Begriff &#8222;wissenschaftlicher&#8220; Sozialismus war nur eine Antwort auf den &#8222;utopischen&#8220; Sozialismus. Diese &#8222;Ideologisierung&#8220; der Theorie musste zwangsl&#228;ufig mit der Trennung des Proletariats von seiner Theorie einhergehen; sie wurde zur Theorie der Trennung, zur theoretischen Grundlage der gesellschaftlichen Trennung. Sie tendierte dazu, die gesellschaftliche Trennung als ewig zu theoretisieren, und somit, sich in eine Theorie der gesellschaftlichen Bewegung als ewige Bewegung zu verwandeln, zur Theorie der kapitalistischen Dynamik des Werts, und &lt;i&gt;v.a. dazu, das Endziel in der Versenkung verschwinden zu lassen: den Kommunismus&lt;/i&gt; (siehe Bernstein: &#8222;Die Bewegung ist alles&#8220;). Die Trennung zwischen der &#214;konomie und dem Sozialismus wurde als historische Wahrheit beansprucht, w&#228;hrend der &#214;konomismus w&#252;tete. Dieses Verschwinden des &#8222;Endziels&#8220; in der Versenkung ging mit einer Unkenntnis grundlegender Marxscher Schriften (die &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt;) oder ihrer Bewertung als relativ nebens&#228;chlich (Jugendschriften) einher, was die Str&#246;mung der Ablehnung der unmittelbaren Bewegung selbst w&#228;hrend punktuellen Momenten des Bruchs nur st&#228;rkte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Sozialdemokratie war das konterrevolution&#228;rste Organ dieser Zeit: Da sie intern die kapitalistische Gesellschaft neu erschuf, konnte sie diese nur verewigen. Der Marxismus war die Musik dieser Symphonie und wurde deshalb von allen &#8222;Revolution&#228;ren&#8220; der Zeit kritisiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;C. Anarchismus und kommunistische Bewegung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;I. Um die qualitative Bedeutung der anarchistischen Bewegung zwischen 1875 und 1905 zu verstehen, m&#252;ssen wir von zwei durch die Niederlage des revolution&#228;ren Angriffs ausgel&#246;sten ideologischen Wenden ausgehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Allen voran verwandelte sich die &#8222;Partei Marx&#8220; nach dem Tod von Marx bekannterweise in die marxistische Partei, doch der Prozess begann schon als er noch lebte; die letzte revolution&#228;re Intervention, die &lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt;, blieb &lt;i&gt;privat&lt;/i&gt;, Marx und Engels begannen, gegen&#252;ber den Sozialdemokraten &lt;i&gt;&#246;ffentlich&lt;/i&gt; nachzugeben, obwohl Marx in etlichen Briefen die Marxisten hart kritisiert, bleibt das sorgf&#228;ltig kaschiert. In Tat und Wahrheit bevorzugt er es, sich mehr oder weniger abseits all dieser Agitation zu halten und unerm&#252;dlich seine 1871 unterbrochene Kritik der politischen &#214;konomie weiterzuf&#252;hren, worin er so weit geht &#8211; ein Zeichen, dass er sich auf der H&#246;he der Zeit und der kommenden Revolutionen platzierte &#8211; sich dem Studium der russischen Wirtschaft und Gesellschaft zu widmen. In dieser T&#228;tigkeit repr&#228;sentierte er die revolution&#228;re Bewegung inmitten eines konterrevolution&#228;ren Zyklus, und nicht in seiner &#246;ffentlichen T&#228;tigkeit, so mager sie auch gewesen sein mag (was sie willentlich war), innerhalb der Sozialdemokratie, eine T&#228;tigkeit, welche ihn hin zu ambivalenten Positionen abgleiten liess, statt mit all diesen Leuten zu brechen. Nach seinem Tod diente Engels, wie wir gesehen haben, dem internationalen, d.h. sozialdemokratischen Marxismus als Feigenblatt &lt;i&gt;und all seine politische T&#228;tigkeit war in ihrer Gesamtheit konterrevolution&#228;r&lt;/i&gt;, obwohl er weiterhin die Arbeit der ehemaligen Partei Marx theoretisierte und der zuk&#252;nftigen Bewegung einen wichtigen Beitrag lieferte (&lt;i&gt;Anti-D&#252;hring&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Dialektik der Natur&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Ursprung der Familie&lt;/i&gt; usw.), wobei er der Radikalit&#228;t der revolution&#228;ren Kritik in einigen Punkten in seinen Werken eine gewisse W&#252;rze nahm. Die Wende ist vollbracht: Die von der &#8222;Partei Marx&#8220; formulierte Theorie, welche der Ausdruck der revolution&#228;ren T&#228;tigkeit des Proletariats bis 1874 und der kommunistischen Bewegung von ihrer Entstehung bis zu ihrer Verwirklichung war, ist zu einem ideologischen System mit wissenschaftlichen Anspr&#252;chen geworden, das mehrere Sektionen enth&#228;lt: &#214;konomie, Soziologie, Geschichte, Politik usw. Die Kategorie der Totalit&#228;t wird zu ihrem Gegenteil: anstatt Subversion der Gesellschaft wird sie zur Gesellschaft selbst. Die Annahme dieses ideologischen Systems durch die konterrevolution&#228;re Arbeiterbewegung verl&#228;uft &#252;brigens nicht ohne die Beseitigung oder Entstellung gewisser Aspekte. Die Transformation der von Marx formulierten Theorie und der Organisationen, welche sie beanspruchen, &lt;i&gt;in organisatorische und ideologische Verl&#228;ngerungen&lt;/i&gt; des Systems geht mit dem Vergessen des Wesens des Kommunismus und der kommunistischen Revolution einher. Die Franzosen (Jules Guesde und seine Freunde) gehen sogar so weit, zum &lt;i&gt;Kollektivismus&lt;/i&gt; zur&#252;ckzukehren: Der Kreis ist geschlossen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die anti-autorit&#228;re Partei hat sich &#252;brigens auch ver&#228;ndert. Zuvor Sekte innerhalb der Ersten Internationale und bis etwa 1875 &#8211; was einerseits einer gewissen Unvollst&#228;ndigkeit des Verst&#228;ndnisses der wirklichen Bewegung und des Wesens der proletarischen Revolution, andererseits der &lt;i&gt;unmittelbaren&lt;/i&gt; Kritik der Politik durch die Arbeiterklasse entsprach &#8211; wurde sie mit dem Ankommen der vielen ihr beitretenden Kommunarden nach der Niederlage zum Refugium von Arbeitergruppen, die sich hier und dort gegen die Repression zur Wehr setzen, von einigen Revolution&#228;ren, die sich der Niederlage verweigern. Alles in allem ist die anti-autorit&#228;re Partei die Fahne, rund um welche sich die &#220;berlebenden verb&#252;nden. Doch es kommt zu einem viel tieferen Ph&#228;nomen; in unterschiedlichem Ausmass, je nach Ort mehr oder weniger schnell, verj&#252;ngt neues Blut die Bewegung: Viele Revolution&#228;re, man k&#246;nnte gar sagen &lt;i&gt;fast alle Revolution&#228;re&lt;/i&gt;, wurden Teil davon, entweder um Anarchisten zu werden oder mit ihnen zu arbeiten. Ein grosses zentrales Thema vereinigt sie alle: &lt;i&gt;die Verweigerung der Sozialdemokratie, der offiziellen sozialistischen, etatistischen, parlamentarischen Bewegung&lt;/i&gt; usw., und somit des &#8222;Marxismus&#8220;. Seien es Pindy&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jean-Louis Pindy (oder Pendy) (1840-1917) war ein Schreiner, der 1867 der (...)&#034; id=&#034;nh24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; oder Lefran&#231;ais&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gustave Lefran&#231;ais (1825-1901) ist sicher einer der bemerkenswertesten und (...)&#034; id=&#034;nh25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, welche die radikalste Fraktion der Kommune repr&#228;sentieren, William Morris 1884 oder Nieuwenhuis 1893, es handelt sich um eine zeitlich und r&#228;umlich vielf&#228;ltige Bewegung. In Deutschland und in Schweden entsteht die anarchistische Bewegung auf der Grundlage einer Spaltung innerhalb der Sozialdemokratie. Ob die einen, wie Pindy oder Nieuwenhuis, Anarchisten werden; die anderen, wie Morris oder Lefran&#231;ais, nicht, &#228;ndert nichts am Problem. Es handelt sich hier um eine unumkehrbare Bewegung. Und w&#228;hrend die Marxisten aus &#8222;Realismus&#8220; zu &lt;i&gt;Kollektivisten&lt;/i&gt; werden, werden die Anti-Autorit&#228;ren zu &lt;i&gt;Kommunisten&lt;/i&gt;; ein Ph&#228;nomen, das ungef&#228;hr mit dem Tod Bakunins einsetzt, was nicht ohne Bedeutung ist &#8211; die bakuninistische (kollektivistische) anarchistische Bewegung war mit der Ersten Internationale, der Kommune und ihren Folgen verbunden; es geht hier also nicht um den Versuch, diese Epoche der anti-autorit&#228;ren Bewegung zu erfassen, eine &#252;brigens sehr interessante Epoche, die jedoch nicht das Thema dieser Arbeit ist. Folgendes sollte hingegen gesagt sein, es ist sehr wichtig, um diese &lt;i&gt;globale Epoche&lt;/i&gt; der Arbeiterbewegung (in ihrer Gesamtheit) zu verstehen und es bleibt h&#228;ufig im Dunkeln: Genau wie sich die Sozialdemokratie in der &lt;i&gt;ideologischen&lt;/i&gt; Kontinuit&#228;t der von Marx und Engels formulierten Theorie des Proletariats organisiert hat, gr&#252;ndete der kommunistische Anarchismus auf der von Bakunin zwischen 1866 und 1873 formulierten Kritik des Staates. Auf beiden Seiten handelt es sich um einen Wechsel der Perspektive, doch in unterschiedliche Richtungen: R&#252;ckschritt auf einer Seite, &#220;berwindung auf der anderen (die Theorie von Bakunin wird als Grundlage f&#252;r eine zur Radikalit&#228;t tendierenden Kritik benutzt).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;II. In Tat und Wahrheit findet man alle grundlegenden Diskussionen der kommunistischen Bewegung und Theorie, &lt;i&gt;geschminkt mit einem anarchistischen Vokabular und Apparat&lt;/i&gt;, in der anti-autorit&#228;ren Bewegung zwischen 1875 und 1905 wieder. Der Anarchismus ist w&#228;hrend dieser konterrevolution&#228;ren Periode das Refugium der &#8222;kommunistischen&#8220; Leute und Ideen. Dieses Ph&#228;nomen einer proletarischen und revolution&#228;ren Sekte, die das Wesentlichste des &lt;i&gt;verknoteten&lt;/i&gt; Erbes des kommunistischen Projekts bewahrt, um es den k&#252;nftigen Generationen, &lt;i&gt;wenn auch auf eine partielle und mystifizierte Art und Weise&lt;/i&gt;, zu &#252;bermitteln, steht &#252;brigens in einem direkten Zusammenhang mit der Verweigerung einer &lt;i&gt;formellen&lt;/i&gt; Organisation. Es ist eben genau die Verweigerung einer Organisation als politische Partei, die es den Anarchisten erlaubte, &lt;i&gt;dem Laufe der Zeit&lt;/i&gt; zwischen zwei revolution&#228;ren Angriffen zu widerstehen, da jeglicher Aufbau einer formellen Organisation oder Gruppierung w&#228;hrend einer konterrevolution&#228;ren Periode nur diese Periode organisch best&#228;tigen und entwickeln kann. W&#228;hrend dem Ersten Weltkrieg bilden sich die kommunistischen Gruppen oder Kerne auf der Grundlage der Kritik &lt;i&gt;der Zweiten Internationale, nicht nur als theoretisches Korpus, sondern auch als Institution des Kapitals&lt;/i&gt;, und des Bruches damit, und die Anarchisten konnten in umgekehrtem Verh&#228;ltnis zu ihrem Grad der Organisation die revolution&#228;re Theorie w&#228;hrend der Periode, die uns interessiert, mehr oder weniger bekr&#228;ftigen. Der Platz fehlt hier f&#252;r eine geschichtliche Abhandlung oder eine vertieftes Studium dieses Ph&#228;nomens, doch wir k&#246;nnen dessen Manifestation aufgrund eines unserer Meinung nach grundlegenden Beispiels veranschaulichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;III. Die erste Diskussion betrifft den Gegensatz &#8222;kollektivistische Anarchisten&#8220; und &#8222;kommunistische Anarchisten&#8220; und den &#220;bergang von einer Konzeption zur anderen. Es ist &#252;beraus klar, dass sich diese Diskussion und alles, was sie begleitet (Problem des &#220;berflusses, des Nehmens von einem Haufen, der Berechnung der Arbeitszeit usw.), mit der &lt;i&gt;wesentlichen&lt;/i&gt;, von Marx formulierten Problematik deckt (v.a. die &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt; und die &lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt;), &lt;i&gt;die von allen Marxisten aufgegeben worden war&lt;/i&gt; (erst mit Pannekoek und den holl&#228;ndischen Tribunisten und Bordiga wird die Frage des &lt;i&gt;Wesens&lt;/i&gt; der kommunistischen Produktion wieder gestellt). Diese Problematik wurde offenkundig auf diese absolute Art und Weise beiseite gelegt, weil die historische Wirklichkeit nicht die kommunistische Revolution, sondern die Entwicklung des Kapitals trug; die Arbeiterbewegung, eben bestehend aus Arbeiter der Kapitalbewegung, konnte sich nicht theoretisch mit einem Problem auseinandersetzen, das sie nicht einmal versuchen konnte, zu l&#246;sen; nur einige Individuen und Gruppen, welche trotz der Zeit die Perspektive des Kommunismus behielten, konnten sich mit dem Problem auf kaum bewusste Art und Weise auseinandersetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir werden die Entwicklung dieser Diskussion schlicht und einfach durch eine Montage von Texten zeigen, welche wir mit einem &#8222;Marxschen&#8220; Text vergleichen (jedoch ohne diese Diskussion historisch aufzuarbeiten, eine Studie, die mehr als einige Seiten verdienen w&#252;rde und der wir uns als n&#228;chstes widmen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der erste Text, welcher den anarchistischen Kommunismus erw&#228;hnt, erscheint im Februar 1876 in Genf in der Brosch&#252;re &lt;i&gt;Travailleurs manuels partisans de l'action politique&lt;/i&gt; [&lt;i&gt;Handarbeiter als Anh&#228;nger der politischen Aktion&lt;/i&gt;] und stammt von Dumartheray, Teil einer Gruppe von Fl&#252;chtlingen aus Lyon und den Savoyen, &#8222;L'Avenir&#8220; [&#8222;Die Zukunft&#8220;].&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tats&#228;chlich ist bis dahin der von Bakunin und v.a. James Guillaume verteidigte Kollektivismus das unangefochtene Prinzip.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die Internationale, wie sie aus ihrem Basler Kongre&#223; 1869 hervorging, war kollektivistisch, aber sie war &#8211; auch in ihren fortschrittlichsten Sektionen &#8211; nur wenig anarchistisch. Sie war &lt;i&gt;kollektivistisch&lt;/i&gt; im damaligen Sinne des Wortes, was bedeutete, da&#223; der Boden, die Arbeitswerkzeuge, kurz, alle Produktionsmittel Kollektiveigentum sein w&#252;rden und da&#223; jeder Arbeiter, ob allein oder assoziiert, ein Recht auf das vollst&#228;ndige Produkt seiner Arbeit haben w&#252;rde. Doch hatte sie keine klaren und bestimmten Vorstellungen &#252;ber die Art und Weise, wie jedem Individuum oder jeder Assoziation der jeweilige Bodenanteil, die Rohstoffe und die Werkzeuge zugewiesen werden sollten, wie die Arbeit eines jeden gemessen und wie ein Wertma&#223;stab f&#252;r den Tausch festgesetzt werden sollte. All dies sollte von der &#8222;Kollektivit&#228;t' besorgt werden, und man achtete nicht allzusehr auf die Gefahr, da&#223; diese &#8222;Kollektivit&#228;t' in Wirklichkeit dann nichts anderes als eine Regierung sein k&#246;nnte, das hei&#223;t einige Personen, die die Macht ergriffen und den anderen ihren Willen aufgezwungen h&#228;tten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Errico Malatesta, &#8222;Kollektivistische Internationale und anarchistischer (...)&#034; id=&#034;nh26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;DAS EIGENTUM: Wir haben bereits gesagt, da&#223; das individuelle Eigentum aufgehoben wird, besser noch, da&#223; seine Aufhebung und die Beseitigung s&#228;mtlicher sich vorgeblich aus ihm ergebender Rechte (Erbschaft usw.) notwendige Voraussetzung f&#252;r den Sieg der Solidarit&#228;t in den menschlichen Beziehungen darstellt. Wir m&#246;chten jetzt einige Worte zu dem organisatorischen System sagen, das an die Stelle des Systems des Privateigentums treten wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Internationale war lange Zeit &lt;i&gt;kollektivistisch&lt;/i&gt;, das hei&#223;t sie wollte, da&#223; der Boden, Rohstoffe, Arbeitswerkzeuge, kurz, alles, was der Mensch f&#252;r seine &#8211; produktive &#8211; T&#228;tigkeit braucht, Kollektiveigentum w&#252;rde, dessen ein jeder sich f&#252;r seine Arbeit bedienen d&#252;rfe; sie wollte, da&#223; das Produkt der Arbeit voll und ganz dem Arbeiter geh&#246;re, sei dieser nun allein oder assoziiert, mit Ausnahme des proportionellen Anteils f&#252;r die allgemeinen Ausgaben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Daraus folgten die Formeln: &lt;i&gt;einem jeden nach seiner Arbeit&lt;/i&gt;, oder, was das gleiche ist: &lt;i&gt;dem Arbeiter das vollst&#228;ndige Produkt seiner Arbeit &#8211; wer arbeitet, i&#223;t, wer nicht arbeitet, i&#223;t nicht&lt;/i&gt; - es sei denn, es best&#252;nde Arbeitsunf&#228;higkeit: in diesem Fall h&#228;tte der Arbeitsunf&#228;hige das Recht, von der Gesellschaft die zur Befriedigung seiner Bed&#252;rfnisse erforderlichen Mittel zu erhalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch ist der Kollektivismus Gegenstand zahlreicher, schwerwiegender Einw&#228;nde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In &#246;konomischer Hinsicht beruht er voll und ganz auf dem Prinzip, da&#223; sich der Wert des Produkts nach der zu seiner Herstellung erforderlichen Arbeitszeit bemi&#223;t. Nun ist es aber unm&#246;glich, den so definierten Wert festzusetzen, wenn man nicht nur die Dauer oder andere der Arbeit &#228;u&#223;erliche Elemente ber&#252;cksichtigen will, sondern auch die gesamte mechanische und intellektuelle Anstrengung, die diese erfordert. Da au&#223;erdem die verschiedenen Bodenanteile mehr oder weniger produktiv und die Arbeitswerkzeuge nicht alle von der gleichen Qualit&#228;t sind, w&#252;rde jeder versuchen, den besten Boden oder die besten Werkzeuge zu erhalten, ebenso wie er versuchen w&#252;rde, den eigenen Produkten den gr&#246;&#223;ten Wert und den Produkten der anderen den kleinstm&#246;glichen Wert zuzumessen, so da&#223; die Verteilung der Werkzeuge und der Austausch der Produkte schlie&#223;lich nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage erfolgen w&#252;rden, was einen R&#252;ckfall in die Konkurrenz, in die b&#252;rgerliche Welt bedeuten w&#252;rde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor allem jedoch ist der Kollektivismus mangelhaft in Bezug auf seine sittliche Grundlage. Er gr&#252;ndet sich, genau wie die b&#252;rgerliche Ideologie, auf das Prinzip des Kampfes, nur versucht er, zwischen den K&#228;mpfern von Beginn an Gleichheit herzustellen. L&#228;&#223;t man das Prinzip des Kampfes gelten, dann gibt es zwangsl&#228;ufig Sieger und Besiegte, und wer den ersten Sieg davontr&#228;gt, erwirbt sich Vorteile, die ihm fast immer noch gr&#246;&#223;ere Siege sichern. Der Kollektivismus ist unf&#228;hig, jene Revolution, jene tiefgreifende sittliche Ver&#228;nderung des Menschen herbeizuf&#252;hren, in deren Folge niemand mehr etwas tun wird und tun wollen wird, das anderen schaden k&#246;nnte: deshalb ist er unf&#228;hig, sich zu halten. Er ist unvereinbar mit der &lt;i&gt;Anarchie&lt;/i&gt;; er bed&#252;rfte einer regulierenden und m&#228;&#223;igenden Macht, die jedoch unterdr&#252;ckerisch und ausbeuterisch werden und den Weg zuerst zum korporativen und dann zum individuellen Eigentum bereiten w&#252;rde.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Errico Malatesta, &#8222;Programm und Organisation der internationalen (...)&#034; id=&#034;nh27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;In Italien waren wir nur einige wenige (Cafiero, Covelli, Costa, ich selbst und ein oder zwei andere, an die ich mich nicht mehr erinnern kann), welche zum Entschluss kamen, den Kollektivismus aufzugeben, der bis anhin in der Internationale propagiert wurde, und die Delegierten am Kongress von Florenz (1876) dazu zu bringen, den Kommunismus zu akzeptieren, was somit f&#252;r die gesamte italienische F&#246;deration der Internationale galt...&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Errico Malatesta, &#8222;Wille&#8220;, nachgedruckt im R&#233;veil, Genf, M&#228;rz 1914.&#034; id=&#034;nh28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Eine wichtige Thatsache ist der Beitritt des italienischen Sozialismus zur Gemeinschaftlichkeit des Arbeitsertrages...&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Paul Brousse, Arbeiter-Zeitung, Bern, 28. Oktober 1876, S. 4.&#034; id=&#034;nh29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die italienische F&#246;deration betrachtet das kollektive Eigentum der Produkte der Arbeit als notwendige Erg&#228;nzung zum kollektiven Fortschritt; der Einsatz aller zur Befriedigung eines jeden ist die einzige Regel der Produktion und des Konsums, welche dem Prinzip der Solidarit&#228;t entspricht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der f&#246;derale Kongress von Florenz hat auf redegewandte Art und Weise die Meinung der Italienischen Internationale zu diesem und dem vorhergehenden Punkt aufgezeigt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gruss und Solidarit&#228;t,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die f&#246;deralen italienischen Abgeordneten am Kongress von Florenz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Errico Malatesta, Carlo Cafiero.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb30&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bulletin jurassien, Dezember 1876.&#034; id=&#034;nh30&#034;&gt;30&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;In Italien haben wir uns viel mit diesen Fragen besch&#228;ftigt. Einig mit den Internationalisten aller L&#228;nder hinsichtlich des Prinzips, da&#223; alle Arbeiter sein m&#252;&#223;ten, da&#223; niemand die M&#246;glichkeit haben d&#252;rfte, durch die Unterdr&#252;ckung und Ausbeutung der anderen zu leben und da&#223; Br&#252;derlichkeit und Solidarit&#228;t unter allen Menschen an die Stelle von Kampf und Konkurrenz f&#252;r einen Wohlstand auf Kosten anderer treten m&#252;ssen, waren wir allerdings der Auffassung, da&#223; im Kollektivismus weiterhin ein Grund zum Kampf um die Zuteilung der vorteilhaftesten Produktionsmittel und um den Wert, den ein jeder seinen eigenen Produkten im Vergleich zu den anderen w&#252;rde geben wollen, vorhanden war.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb31&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Errico Malatesta, &#8222;Kollektivistische Internationale und anarchistischer (...)&#034; id=&#034;nh31&#034;&gt;31&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im April oder Mai 1877 erscheint in Bern in der Schweiz eine Brosch&#252;re, &lt;i&gt;Statuten der anarchistisch-kommunistischen Partei der Leute deutscher Sprache&lt;/i&gt;, welche unter den Einfluss von Brousse, Costa und Kropotkin von deutschen Arbeitern geschrieben wurde, welche der Gruppe mit Emil Werner, Rinke und Reinsdorf angeh&#246;rten, jene Leute, welche sp&#228;ter die Gruppe rund um &lt;i&gt;Freiheit&lt;/i&gt; von Johann Most bildeten. Im September 1877 am Kongress von Verviers der Internationale entsteht eine grosse Debatte zwischen Costa und Brousse einerseits, die den Kommunismus unterst&#252;tzten, gegen die Spanier Morago und Vinas andererseits, die den Kollektivismus verteidigten. Doch ab 1879 wird der Kommunismus &#8211; ausser von den Spaniern der F&#246;deration der Arbeiter, die Vorg&#228;ngerorganisation der zuk&#252;nftigen CNT und einigen Ausnahmen wie die Anarchosyndikalisten &lt;i&gt;avant la lettre&lt;/i&gt; James Guillaume und Adh&#233;mar Schwitzgu&#233;bel, die den Bakuninschen Kollektivismus der alten Jurassischen F&#246;deration repr&#228;sentieren &#8211; von der gesamten revolution&#228;ren anarchistischen Bewegung ins Programm aufgenommen (wir sprechen nat&#252;rlich nicht von den Individualisten, den Proudhonianern, Mutualisten).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die Anarchisten wollen f&#252;r die Zukunft:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1) den &lt;i&gt;anarchistischen Kommunismus&lt;/i&gt; als Ziel, mit dem &lt;i&gt;Kollektivismus&lt;/i&gt; als &#220;bergangsform des Eigentums...&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb32&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;'Allgemeine Sitzung der Jurassischen F&#246;deration am 12. Oktober in La (...)&#034; id=&#034;nh32&#034;&gt;32&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;An den ersten Kongressen der Internationale des franz&#246;sischen Proletariats gab es nur einige Arbeiter, welche die Idee des kollektiven Eigentums &lt;i&gt;akzeptierten&lt;/i&gt;. Es brauchte die Beleuchtung der ganzen Welt durch die Br&#228;nde der Kommune, um die revolution&#228;re Idee zu pr&#252;fen und zu verbreiten, was uns zum Kongress von Le Havre f&#252;hrt, der durch die Stimme von 48 franz&#246;sischen Arbeitern den &lt;i&gt;libert&#228;ren Kommunismus&lt;/i&gt; als Ziel anerkennt.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb33&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cafiero, Le R&#233;volt&#233;, Genf, Dezember 1880.&#034; id=&#034;nh33&#034;&gt;33&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;JEDEM NACH SEINEN BED&#220;RFNISSEN, JEDEM NACH SEINEN F&#196;HIGKEITEN:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;...Wir f&#252;gen an, dass das Eingest&#228;ndnis, dass jeder nur das Recht auf den Konsum seiner Produktion hat, die Erschaffung der deutlichsten Ungleichheit darstellt, es bedeutet, gegen die nat&#252;rlichen Gesetze in den Aufstand zu treten, die einzigen, welche unver&#228;nderlich sind. Kurz, es bedeutet die Rekonstitution dieses individuellen Eigentums in k&#252;rzester Zeit, jenes individuellen Eigentums, gegen welches wir uns heute erheben und welches die Ursache all unserer &#220;bel und all unseres Elends ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn wir jedem Arbeiter das Recht anerkennen, die Frucht seiner Produktion sein eigen zu nennen, wird wohl tats&#228;chlich einger&#228;umt werden m&#252;ssen, dass er frei sein wird, sie zu konsumieren oder nicht, oder zumindest davon nur so viel zu konsumieren, wie er m&#246;chte, um den Mehrertrag zu sparen und eines Tages von den Aufw&#228;nden der Produktion befreit zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Mitglieder der Gesellschaft frei sind, das Produkt zu konsumieren oder nicht, wie werdet ihr dieses jeder gut organisierten Gesellschaft notwendige Gleichgewicht erstellen, d.h. das Gleichgewicht zwischen der Produktion und dem Konsum...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gehen wir von zwei zusammenlebenden Wesen aus, jedoch unter gegenteiligen nat&#252;rlichen Bedingungen; der eine ist zur Produktion unf&#228;hig mit einem Temperament, das einen ausgiebigen Konsum braucht; der andere hingegen ist voller Intelligenz, doch hat ein Wesen, das sich mit guten Lebensmitteln zur Garantie seiner Existenz begn&#252;gen kann; diese zwei Wesen sind gleich, die Gesellschaft folgt ihnen, gibt ihnen alles, was sie brauchen bis ins Mannesalter, doch ab diesem Alter sind sie auf sich allein gestellt. Was wird geschehen? Der eine wird nicht einmal genug produzieren k&#246;nnen, um satt zu werden, w&#228;hrend der andere nie wenig genug arbeiten k&#246;nnen wird, um nur das zu produzieren, was er braucht... Wenn der Zweite nicht sein gesamtes Produkt konsumieren kann, warum nicht eingestehen, dass der Erste davon profitieren kann?&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb34&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;La R&#233;volution sociale, August 1881.&#034; id=&#034;nh34&#034;&gt;34&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man sieht in diesen paar Ausz&#252;gen sehr klar, wie die kommunistische Produktion durch ihre grundlegenden Prinzipien eingegrenzt ist:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; die gesellschaftliche Produktion ist unmittelbar,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; der Tausch ist abgeschafft,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; die Arbeitszeit ist nicht mehr der Massstab der menschlichen T&#228;tigkeit und somit ist der Wert abgeschafft,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; die Produktion orientiert sich an der Befriedigung der menschlichen Bed&#252;rfnisse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und das kommunistische Programm des 19. Jahrhunderts, unter der formellen Herrschaft, ist klar skizziert: &lt;i&gt;Die Arbeit wird auf alle ausgeweitet, da ihre Abschaffung damals nicht m&#246;glich war&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch schon sehr schnell entstehen Probleme, die Anh&#228;nger des Kollektivismus machen den Einwand geltend, dass es den &#220;berfluss auf der Erde brauche, um dieses Ideal zu verwirklichen, und dass dieser nicht existiere. Zu diesem Zeitpunkt entwickelt sich eine simplistische und dogmatische kommunistisch-anarchistische Str&#246;mung, die behauptet, die Verwirklichung des Kommunismus sei in Anbetracht des in der kapitalistischen Gesellschaft bereits vorherrschenden &#220;berflusses unmittelbar ohne &#220;bergangsphase m&#246;glich. Diese &#8222;amorphe&#8220; Str&#246;mung begn&#252;gt sich danach mit der Beschreibung eines subutopischen Systems der idealen Gesellschaft, ohne sich mit der wirklichen Bewegung zu befassen, die dorthin f&#252;hrt, und dies sogar w&#228;hrend die b&#252;rgerliche Gesellschaft zerst&#246;rt wird. Auf diese Ideologie des &#8222;Nehmens von einem Haufen&#8220; antwortet Malatesta mit einer Pr&#228;zisierung des Inhalts des Kommunismus, indem er ihn als zu erreichendes Ziel und sich entwickelnde menschliche Bewegung pr&#228;sentiert, er macht nach der Revolution den Umweg &#252;ber die kollektivistische Organisation mit allem, was sie an &#8222;b&#252;rgerlichem Recht&#8220; voraussetzt, diese Etappe wird als notwendig betrachtet. Malatesta muss sehr lange gegen den simplistischen und dogmatischen Anarchismus-Kommunismus k&#228;mpfen, er war sehr schnell vorherrschend und wurde gegen das Ende des Jahrhunderts unter der Schirmherrschaft von Kropotkin die Norm. Merlino steht ihm in seiner Kritik w&#228;hrend den 1880er Jahren bei. Zitieren wir noch zweimal Malatesta:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;&lt;i&gt;Alles geh&#246;rt allen, alles wird zum Vorteil aller genutzt; jeder mu&#223; f&#252;r die Gesellschaft alles in seinen Kr&#228;ften Stehende tun und hat das Recht, von der Gesellschaft die Befriedigung seiner s&#228;mtlichen Bed&#252;rfnisse entsprechend dem Stand der Produktion und der gesellschaftlichen Kr&#228;fte zu fordern.&lt;/i&gt; (Malatesta f&#228;hrt fort, dass es daf&#252;r notwendige Bedingungen gibt: 1) moralische, 2) materielle: ein &#220;berfluss der Produktion, damit jeder konsumieren kann, ohne seine Arbeitszeit zu z&#228;hlen, und eine Organisation der Arbeit, welche weder f&#252;r irgendjemanden abstossend, noch m&#252;hsam ist.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann diesen Widerspr&#252;chen abhelfen, indem man den Kommunismus sofort nur an den Orten und in den Grenzen verwirklicht, wie sie die Umst&#228;nde gestatten und im &#252;brigen, jedoch nur &lt;i&gt;vor&#252;bergehend&lt;/i&gt;, den Kollektivismus akzeptiert. In den ersten Zeiten wird der Kollektivismus, von der Begeisterung des zu neuem Leben erwachten Volkes korrigiert und vom m&#228;chtigen revolution&#228;ren Impuls gedr&#228;ngt, keine Zeit haben, seine schlechten Auswirkungen hervorzubringen. Um jedoch sp&#228;ter einen R&#252;ckfall in die b&#252;rgerliche Ideologie zu vermeiden, wird er sich rasch zum Kommunismus hin entwickeln m&#252;ssen. Und dabei wird die Aktion einer bewu&#223;t kommunistischen Partei, die Aktion der Internationale, von lebenswichtiger Bedeutung sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Internationale mu&#223; den Kommunismus &#252;berall vertreten; sie mu&#223; auf die Vorteile verweisen, die sich dort ergeben haben, wo er praktiziert wurde; sie mu&#223; zu veranlassen suchen, da&#223; so viele Dinge wie m&#246;glich in Gemeinbesitz &#252;berf&#252;hrt werden. Vor allem mu&#223; sie fordern, da&#223; der Kommunismus sofort und vollst&#228;ndig &#252;ber die Dinge hinaus, wo er schon jetzt Anwendung findet, wie Wasser, gew&#246;hnliche Stra&#223;en, Beleuchtung, &#246;ffentliche Hygiene usw. auf Wohnungen, Bildung, Krankenpflege, Kinderversorgung und die notwendigsten Lebensmittel angewandt wird, bevor er sich allm&#228;hlich auf s&#228;mtliche Produktionszweige ausdehnt. (Danach greift Malatesta die Ideologie des Nehmens von einem Haufen heftig an.)&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb35&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Errico Malatesta, &#8222;Kollektivistische Internationale und anarchistischer (...)&#034; id=&#034;nh35&#034;&gt;35&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Mit Ausnahme der extremen Fragen haben wir keine Gr&#252;nde, uns, im Fieber der Entscheidung, was die k&#252;nftige Gesellschaft, mit &#220;bertreibungen und Details, verschieden je nach Ort und Zeit, genau sein m&#246;ge, in kleine Kommissionen zu spalten, obwohl wir weit davon entfernt sind, alle Ressourcen und m&#246;glichen Kombinationen davon vorherzusehen. Es gibt z.B. keinen Grund, uns &#252;ber Fragen wie diese zu spalten: ob die Produktion ein tieferes oder h&#246;heres Niveau haben wird; ob die Landwirtschaft komplett mit der Industrie verbunden sein wird; ob es &#252;ber grosse Distanzen m&#246;glich sein wird, den Tausch auf der Grundlage der Gegenseitigkeit zu organisieren; ob alle Dinge gemeinschaftlich oder gem&#228;ss einer Norm genutzt sein werden; oder ob der Gebrauch von einem davon mehr oder weniger besonders sein wird. Schliesslich werden die Modalit&#228;ten und Besonderheiten der Vereinigungen und der B&#252;ndnisse, der Organisation der Arbeit und des gesellschaftlichen Lebens weder einheitlich sein, noch k&#246;nnen sie im Vornhinein vorhergesehen oder bestimmt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir k&#246;nnen die Ver&#228;nderungen der Industrie, der Sitten, der Produktionsmechanismen, des Aussehens der St&#228;dte, der Besch&#228;ftigungen, der Gef&#252;hle der Menschen und der Beziehungen und gesellschaftlichen Verbindungen nicht planen, oder nur sehr vage. Es ist zumindest absurd, uns aufgrund einfacher Hypothesen zu spalten. Die Unterscheidung zwischen dem anarchistischen Kollektivismus und dem Kommunismus ist auch eine Frage der Modalit&#228;ten und der &#220;bereink&#252;nfte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist gewiss, dass die 'Verg&#252;tung gem&#228;ss ausgef&#252;hrten Arbeiten', die von den Kollektivisten bef&#252;rwortet wird, zu einer ungleichen Akkumulation der Produkte und einer R&#252;ckkehr des Wuchers f&#252;hren kann; ausser die Akkumulation und der Wucher w&#228;ren aufgrund von Verboten und Besteuerungen unm&#246;glich, die nur despotisch und hassenswert sein k&#246;nnten. Andererseits k&#246;nnte das 'Nehmen nach Belieben' der reichlich vorhandenen Produkte und die Beschaffung weniger reichlich vorhandener Produkte auch zu Willk&#252;r und erniedrigenden Pflichten f&#252;hren. Das kommunistische System ist also nicht frei von jeglichen Nachteilen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind entschlossen kommunistisch. Doch darin muss das wissenschaftlich Bewiesene von dem unterschieden werden, was sich noch im Zustand von Hypothesen und Prognosen pr&#228;sentiert; man muss zwischen dem entscheiden, was auf revolution&#228;re Art und Weise gemacht werden wird, d.h. durch Zwang und unmittelbar, und dem, was das Resultat der zuk&#252;nftigen Entwicklung sein soll, vertrauen wir also auf die freien Energien aller, welche spontan und schrittweise harmonisiert werden.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb36&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Aufruf&#8220; und &#8222;Programm&#8220;, L'Azzociazione, Nizza-London, 1890.&#034; id=&#034;nh36&#034;&gt;36&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vergleichen wir das mit Marx selbst, in seiner Kritik des Gothaer Programms schreibt er 1875:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Um zu wissen, was man sich bei dieser Gelegenheit unter der Phrase 'gerechte Verteilung' vorzustellen hat, m&#252;ssen wir den ersten Paragraphen mit diesem zusammenhalten. Letzterer unterstellt eine Gesellschaft, worin 'die Arbeitsmittel Gemeingut sind und die Gesamtarbeit genossenschaftlich geregelt ist', und aus dem ersten Paragraphen ersehn wir, da&#223; 'der Ertrag der Arbeit unverk&#252;rzt, nach gleichem Rechte, allen Gesellschaftsmitgliedern geh&#246;rt'. 'Allen Gesellschaftsgliedern'? Auch den nicht arbeitenden? Wo bleibt da 'der unverk&#252;rzte Arbeitsertrag'? Nur den arbeitenden Gesellschaftsgliedern? Wo bleibt da 'das gleiche Recht' aller Gesellschaftsglieder? [&#8230;]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nehmen wir zun&#228;chst das Wort 'Arbeitsertrag' im Sinne des Produkts der Arbeit, so ist der genossenschaftliche Arbeitsertrag &lt;i&gt;das gesellschaftliche Gesamtprodukt&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Davon ist nun abzuziehen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Erstens&lt;/i&gt;: Deckung zum Ersatz der verbrauchten &lt;i&gt;Produktionsmittel&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Zweitens&lt;/i&gt;: zus&#228;tzlicher Teil f&#252;r Ausdehnung der Produktion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Drittens&lt;/i&gt;: Reserve- oder Assekuranzfonds gegen Mi&#223;f&#228;lle, St&#246;rungen durch Naturereignisse etc.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Abz&#252;ge vom 'unverk&#252;rzten Arbeitsertrag' sind eine &#246;konomische Notwendigkeit, und ihre Gr&#246;&#223;e ist zu bestimmen nach vorhandenen Mitteln und Kr&#228;ften, zum Teil durch Wahrscheinlichkeitsrechnung, aber sie sind in keiner Weise aus der Gerechtigkeit kalkulierbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bleibt der andere Teil des Gesamtprodukts, bestimmt, als Konsumtionsmittel zu dienen. Bevor es zur individuellen Teilung kommt, geht hiervon wieder ab:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erstens: die allgemeine, nicht direkt zur Produktion geh&#246;rigen Verwaltungskosten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Teil wird von vornherein aufs bedeutenste beschr&#228;nkt im Vergleich zur jetzigen Gesellschaft und vermindert sich im selben Ma&#223;, als die neue Gesellschaft sich entwickelt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Zweitens: was zur gemeinschaftlichen Befriedigung von Bed&#252;rfnissen bestimmt ist&lt;/i&gt;, wie Schulen, Gesundheitsvorrichtungen etc.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Teil w&#228;chst von vornherein bedeutend im Vergleich zur jetzigen Gesellschaft und nimmt im selben Ma&#223; zu, wie die neue Gesellschaft sich entwickelt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Drittens: Fonds f&#252;r Arbeitsunf&#228;hige&lt;/i&gt; etc., kurz, f&#252;r, was heute zur sog. offiziellen Armenpflege geh&#246;rt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erst jetzt kommen wir zu der 'Verteilung', die das Programm, unter Lassalleschem Einflu&#223;, bornierterweise allein ins Auge fa&#223;t, n&#228;mlich an den Teil der Konsumtionsmittel, der unter die individuellen Produzenten der Genossenschaft verteilt wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der 'unverk&#252;rzte Arbeitsertrag' hat sich unterderhand bereits in den 'verk&#252;rzten' verwandelt, obgleich, was dem Produzenten in seiner Eigenschaft als Privatindividuum entgeht, ihm direkt oder indirekt in seiner Eigenschaft als Gesellschaftsglied zugut kommt. [&#8230;]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Womit wir es hier zu tun haben, ist eine kommunistische Gesellschaft, nicht wie sie sich auf ihrer eignen Grundlage &lt;i&gt;entwickelt&lt;/i&gt; hat, sondern umgekehrt, wie sie eben aus der kapitalistischen Gesellschaft &lt;i&gt;hervorgeht&lt;/i&gt;, also in jeder Beziehung, &#246;konomisch, sittlich, geistig, noch behaftet ist mit den Muttermalen der alten Gesellschaft, aus deren Scho&#223; sie herkommt. Demgem&#228;&#223; erh&#228;lt der einzelne Produzent - nach den Abz&#252;gen - exakt zur&#252;ck, was er ihr gibt. Was er ihr gegeben hat, ist sein individuelles Arbeitsquantum. Z.B. der gesellschaftliche Arbeitstag besteht aus der Summe der individuellen Arbeitsstunden. Die individuelle Arbeitszeit des einzelnen Produzenten ist der von ihm gelieferte Teil des gesellschaftlichen Arbeitstags, sein Anteil daran. Er erh&#228;lt von der Gesellschaft einen Schein, da&#223; er soundso viel Arbeit geliefert (nach Abzug seiner Arbeit f&#252;r die gemeinschaftlichen Fonds), und zieht mit diesem Schein aus dem gesellschaftlichen Vorrat von Konsumtionsmitteln soviel heraus, als gleich viel Arbeit kostet. Dasselbe Quantum Arbeit, das er der Gesellschaft in einer Form gegeben hat, erh&#228;lt er in der andern zur&#252;ck.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es herrscht hier offenbar dasselbe Prinzip, das den Warenaustausch regelt, soweit er Austausch Gleichwertiger ist. Inhalt und Form sind ver&#228;ndert, weil unter den ver&#228;nderten Umst&#228;nden niemand etwas geben kann au&#223;er seiner Arbeit und weil andrerseits nichts in das Eigentum der einzelnen &#252;bergehn kann au&#223;er individuellen Konsumtionsmitteln. Was aber die Verteilung der letzteren unter die einzelnen Produzenten betrifft, herrscht dasselbe Prinzip wie beim Austausch von Waren&#228;quivalenten, es wird gleich viel Arbeit in einer Form gegen gleich viel Arbeit in einer andern ausgetauscht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das &lt;i&gt;gleiche Recht&lt;/i&gt; ist hier daher immer noch - dem Prinzip nach - das &lt;i&gt;b&#252;rgerliche Recht&lt;/i&gt;, obgleich Prinzip und Praxis sich nicht mehr in den Haaren liegen, w&#228;hrend der Austausch von &#196;quivalenten beim Warenaustausch nur &lt;i&gt;im Durchschnitt&lt;/i&gt;, nicht f&#252;r den einzelnen Fall existiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotz dieses Fortschritts ist dieses &lt;i&gt;gleiche Recht&lt;/i&gt; stets noch mit einer b&#252;rgerlichen Schranke behaftet. Das Recht der Produzenten ist ihren Arbeitslieferungen &lt;i&gt;proportionell&lt;/i&gt;; die Gleichheit besteht darin, da&#223; an &lt;i&gt;gleichem Ma&#223;stab&lt;/i&gt;, der Arbeit, gemessen wird. Der eine ist aber physisch oder geistig dem andern &#252;berlegen, liefert also in derselben Zeit mehr Arbeit oder kann w&#228;hrend mehr Zeit arbeiten; und die Arbeit, um als Ma&#223; zu dienen, mu&#223; der Ausdehnung oder der Intensit&#228;t nach bestimmt werden, sonst h&#246;rte sie auf, Ma&#223;stab zu sein. Dies &lt;i&gt;gleiche&lt;/i&gt; Recht ist ungleiches Recht f&#252;r ungleiche Arbeit. Es erkennt keine Klassenunterschiede an, weil jeder nur Arbeiter ist wie der andre; aber es erkennt stillschweigend die ungleiche individuelle Begabung und daher Leistungsf&#228;higkeit der Arbeiter als nat&#252;rliche Privilegien an. &lt;i&gt;Es ist daher ein Recht der Ungleichheit, seinem Inhalt nach, wie alles Recht.&lt;/i&gt; Das Recht kann seiner Natur nach nur in Anwendung von gleichem Ma&#223;stab bestehn; aber die ungleichen Individuen (und sie w&#228;ren nicht verschiedne Individuen, wenn sie nicht ungleiche w&#228;ren) sind nur an gleichem Ma&#223;stab me&#223;bar, soweit man sie unter einen gleichen Gesichtspunkt bringt, sie nur von einer &lt;i&gt;bestimmten&lt;/i&gt; Seite fa&#223;t, z.B. im gegebnen Fall sie &lt;i&gt;nur als Arbeiter&lt;/i&gt; betrachtet und weiter nichts in ihnen sieht, von allem andern absieht. Ferner: Ein Arbeiter ist verheiratet, der andre nicht; einer hat mehr Kinder als der andre etc. etc. Bei gleicher Arbeitsleistung und daher gleichem Anteil an dem gesellschaftlichen Konsumtionsfonds erh&#228;lt also der eine faktisch mehr als der andre, ist der eine reicher als der andre etc. Um alle diese Mi&#223;st&#228;nde zu vermeiden, m&#252;&#223;te das Recht, statt gleich, vielmehr ungleich sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber diese Mi&#223;st&#228;nde sind unvermeidbar in der ersten Phase der kommunistischen Gesellschaft, wie sie eben aus der kapitalistischen Gesellschaft nach langen Geburtswehen hervorgegangen ist. Das Recht kann nie h&#246;her sein als die &#246;konomische Gestaltung und dadurch bedingte Kulturentwicklung der Gesellschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einer h&#246;heren Phase der kommunistischen Gesellschaft, nachdem die knechtende Unterordnung der Individuen unter die Teilung der Arbeit, damit auch der Gegensatz geistiger und k&#246;rperlicher Arbeit verschwunden ist; nachdem die Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste Lebensbed&#252;rfnis geworden; nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch ihre Produktivkr&#228;fte gewachsen und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller flie&#223;en - erst dann kann der enge b&#252;rgerliche Rechtshorizont ganz &#252;berschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahne schreiben: Jeder nach seinen F&#228;higkeiten, jedem nach seinen Bed&#252;rfnissen!&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie man sehen kann, ist diese Demonstration schl&#252;ssig und wir k&#246;nnten sie mit anderen Beispielen fortsetzen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;- zum Problem der Gewerkschaft und des Syndikalismus&lt;/i&gt;: ein sehr heftiger Widerstand gegen den revolution&#228;ren Syndikalismus oder den Anarchosyndikalismus (v.a. Malatesta, aber auch Nieuwenhuis), oder sogar gegen die gewerkschaftliche Aktion selbst (Paraf-Javal&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb37&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Paraf-Javal (1888-1942), ein sehr ambivalenter individualistischer (...)&#034; id=&#034;nh37&#034;&gt;37&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; z.B.) trat in der anarchistischen Bewegung zutage, &lt;i&gt;er ging der praktischen Kritik des deutschen Proletariats w&#228;hrend der Bewegung der Arbeiterr&#228;te voraus&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zitieren wir einfach einige sehr charakteristische S&#228;tze:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Kurz, die Gewerkschaften sind ihrer Natur nach reformistisch, niemals revolution&#228;r. [&#8230;] Die Gewerkschaft kann mit einem sozialistischen, revolution&#228;ren oder anarchistischen Programm aus der Taufe gehoben werden, und das war bei vielen Gewerkschaften tats&#228;chlich der Fall. Aber treu bleiben sie diesem Programm nur, solange sie schwach und ohnm&#228;chtig sind, d. h. solange sie von ein paar Enthusiasten und Idealisten initiierte und am Leben erhaltene Propagandagruppen, nicht aber zu effektiver Aktion f&#228;hige Organismen sind. Wenn sie erst einmal die Massen anzuziehen wissen und damit die Macht erlangen, Verbesserungen zu fordern und zu erzwingen, wird das urspr&#252;ngliche Programm zu einer hohlen Phrase, um die sich niemand mehr k&#252;mmert.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb38&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Errico Malatesta, &#8222;Anarchismus und Gewerkschaften&#8220;, Pensiero e Volont&#225;, (...)&#034; id=&#034;nh38&#034;&gt;38&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter sind die schlimmsten Feinde der Revolution.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb39&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Henri Dhorr, Le Libertaire, Juni 1897.&#034; id=&#034;nh39&#034;&gt;39&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Was ist eine Gewerkschaft? Es ist eine Gruppierung, in welcher sich Idioten nach Berufen sortieren, um zu versuchen, die Verh&#228;ltnisse zwischen Bossen und Arbeitern etwas weniger unertr&#228;glich zu machen. Entweder, oder: Entweder haben sie keinen Erfolg, dann ist die gewerkschaftliche Arbeit nutzlos, oder sie haben Erfolg, dann ist die gewerkschaftliche Arbeit sch&#228;dlich, denn eine Gruppe von Menschen wird ihre Situation ertr&#228;glicher gemacht haben und somit &lt;i&gt;die gegenw&#228;rtige Gesellschaft l&#228;nger fortbestehen lassen&lt;/i&gt;.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb40&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Paraf-Javal, Le Libertaire, April 1904.&#034; id=&#034;nh40&#034;&gt;40&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;- zum Problem der politischen Aktion&lt;/i&gt;, dessen zwei Achsen der &lt;i&gt;Parlamentarismus&lt;/i&gt; und die &lt;i&gt;Eroberung des Staates&lt;/i&gt; sind. Auch hier schaffen es die Anarchisten, da sie die Lektion der Kommune gelernt und sich eigentlich die Demonstration des jungen Marx &lt;i&gt;zur Politik&lt;/i&gt; angeeignet haben, das wirkliche Wesen der proletarischen Bewegung hervorzuheben. W&#228;hrend die Teilnahme am politischen Spiel anfangs (1848-1850, 1864-1873) noch akzeptabel war aufgrund von einer gewissen Anzahl an historischen Bedingungen, die man &#252;brigens in Frage stellen k&#246;nnte, was hier jedoch nicht unsere Absicht ist, kommt sie nach 1871 nicht mehr in Frage und die Beteiligung der Sozialdemokraten an der schrecklichen parlamentarischen Farce erlaubt den Anarchisten, daraus alle n&#246;tigen theoretischen Konsequenzen zu ziehen. Was die Eroberung des Staates betrifft, sind die Anarchisten mit der Praxis eben dieser Sozialdemokraten konfrontiert, &lt;i&gt;mit ihrem Eindringen in die Regierungsgesellschaft&lt;/i&gt;; sie brauchen nur noch die Konsequenzen daraus zu ziehen, womit sie zur gleichen Schlussfolgerung bez&#252;glich der Notwendigkeit der Zerst&#246;rung der Staatsmaschine kommen wie Marx in &lt;i&gt;Der B&#252;rgerkrieg in Frankreich&lt;/i&gt; von 1871. Wir werden diesen Punkt nicht vertiefen, da der Text von Nieuwenhuis [&lt;i&gt;Le Socialisme en danger&lt;/i&gt;] die hierf&#252;r passende Argumentation darstellt; obwohl sich andererseits auch eine umgekehrte Str&#246;mung manifestiert, welche auf Bakunin zur&#252;ckgeht und zum Anarchosyndikalismus f&#252;hrt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;IV. Offenkundig hindern die Grenzen des Anarchismus selbst ihn daran, &lt;i&gt;zur Analyse der wirklichen Bewegung &#252;berzugehen&lt;/i&gt;, obwohl er es geschafft hat, die Kritik der Sozialdemokratie, der Politik und des Syndikalismus und das Wesen der kommunistischen Produktion auszudr&#252;cken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kritik des Staates liegt die Illusion einer f&#246;derativen Gesellschaft zugrunde, die auf der Autonomie der Kommunen basiert, ein historischer und pr&#228;kapitalistischer R&#252;ckschritt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kritik der politischen Aktion liegt der Kult der putschistischen oder illegalen Aktion und der Propaganda zugrunde und sie bleibt auf einer ideologischen Ebene.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kritik des Syndikalismus bei einigen wird vom Kult der &#8222;wirtschaftlichen&#8220; Aktion bei anderen und, bei vielen davon, jenem des Syndikalismus begleitet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kritik des Parlamentarismus wird mit dem Glauben an seine vollendete Form und seine Verwirklichung kompensiert, die direkte Demokratie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schliesslich haben sie &#252;berhaupt keine Theorie &#252;ber die herrschenden Bedingungen in der Entwicklung des Kapitals, die zur Entstehung vom Kommunismus als Bewegung und als Gesellschaft f&#252;hren; ihr Weltbild ist ideologisch, es &#252;bernimmt die b&#252;rgerliche Dichotomie: Individuum/Gesellschaft, Wirtschaft/Politik usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Humanismus, Wissenschaftsgl&#228;ubigkeit, Idealismus und Demokratismus begleiten eine utopische Vision einer neuen Welt, die der Welt bloss gezeigt werden muss und durch einfachen Willen verwirklicht werden kann. Das Buch von Nieuwenhuis stellt den lebendigen Beweis daf&#252;r dar, v.a. die beiden letzten Texte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;All diese Eigent&#252;mlichkeiten sind die Gr&#252;nde, welche aus dem Anarchismus eine &lt;i&gt;revolution&#228;re Ideologie in einer konterrevolution&#228;ren Periode&lt;/i&gt; gemacht haben, aber &lt;i&gt;keine Grundlage f&#252;r eine revolution&#228;re Theorie in Perioden des revolution&#228;ren Aufschwungs&lt;/i&gt;. F&#252;r eine solche Theorie wird Marx die Grundlage sein (Trotzki, Rosa Luxemburg, J. Knieff, A. Pannekoek usw.), obwohl die Anarchisten in &lt;i&gt;praktischer&lt;/i&gt; Hinsicht im revolution&#228;ren Aufschwung, und dann im revolution&#228;ren Angriff von 1919 bis 1921 eine wichtige Rolle spielen werden, entweder direkt (Italien, Russland), oder durch auf die &#8222;Arbeiterfrage&#8220; fokussierte Organisationen wie die IWW oder FAUD (USA und Deutschland).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Wiedergeburt der proletarischen Bewegung gegen 1905 wird ziemlich &#252;berall einen R&#252;ckgang des revolution&#228;ren Anarchismus bringen (ausser vielleicht in Italien und Spanien) und die Bl&#252;tezeit der besonderen Anarchismen, mehr oder weniger bedeutender Sekten: &#8222;Illegalismus&#8220;, &#8222;Anarchosyndikalismus&#8220;, Anarchismus mit kulturellen Anspr&#252;chen (freie Bildung, Freik&#246;rperkultur, Nomadismus, Vegetarismus usw.), die seine historische Dekadenz bedeuten werden, welche Kropotkin w&#228;hrend seinem Kriegseintritt auf Seiten der Alliierten best&#228;tigen wird. Der Lauf der Zeit war jedoch verknotet worden, gut verknotet. Die jungen &#8222;marxistischen&#8220; revolution&#228;ren Theoretiker werden &#8211; &lt;i&gt;sogar ohne es zu wissen und entgegen ihren Erkl&#228;rungen&lt;/i&gt; &#8211; das Wesentliche des anarcho-kommunistischen Inhalts (Anti-Parlamentarismus, Anti-Etatismus) wieder aufnehmen, ohne allerdings auf der Ebene der Vision der zuk&#252;nftigen Gesellschaft gleich weit zu gehen, denn das Problem der kommunistischen Produktion wird bis zur Arbeit der holl&#228;ndischen R&#228;tekommunisten und danach der italienischen Linken, schon lange nach der Niederlage, fast nie in irgendeiner Debatte der Bewegung erw&#228;hnt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;D. Revolution&#228;re Theorie und historische Zyklen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;I. Die kommunistische Bewegung ist mit der offiziellen Errichtung der b&#252;rgerlichen Zivilgesellschaft geboren worden. Sie schmiedet ihre ersten Waffen im Laufe der b&#252;rgerlichen Revolution, von Beginn weg der kapitalistischen Gesellschaft spricht sie ihre erste Bekr&#228;ftigung aus. Der Kapitalismus tr&#228;gt seit seiner historischen Gr&#252;ndung den Kommunismus in sich und die kommunistische Bewegung, welche durch die Dynamik des Werts hervorgebracht worden ist, b&#252;rdet dem Kapital und der Bourgeoisie die Notwendigkeit auf, von ihrer eigenen Revolution ausgehend die Konterrevolution zu organisieren. Die erste Niederlage des Proletariats ereignete sich w&#228;hrend der b&#252;rgerlichen Revolution selbst (Enrag&#233;s, Sansculotten, Babeuf usw.). Was bedeutet, dass das kommunistische Programm im Innern der kapitalistischen Entwicklung selbst eingraviert ist und dass es sie wie ein feindlicher Doppelg&#228;nger, ein b&#246;ser Schatten begleitet. Die kommunistische Bewegung existiert also w&#228;hrend der ganzen kapitalistischen Epoche, von Anfang an bis zu ihrem Ende; es handelt sich um eine Bewegung, die revolution&#228;re und konterrevolution&#228;re Zyklen durchquert, was ein Ausdruck des grundlegenden Widerspruchs des Kapitals ist, das sich schlichtweg entwickelt. Die wirkliche Bewegung des Proletariats, die revolution&#228;re Bewegung entsteht nur in revolution&#228;ren Zyklen, bestimmt werden sie von der Wirtschaftskrise, die sich teilweise mit der konstanten Krise des Werts deckt, sie bis zur Endkrise reproduziert und durch sie zyklisch reproduziert wird. Nach jedem besiegten revolution&#228;ren Angriff liquidiert die sich ausbreitende Konterrevolution ein bisschen mehr die Vermittlungen zwischen der kommunistischen Bewegung und dem kommunistischen Programm. Die kommunistische Theorie wird sich also w&#228;hrend dem n&#228;chsten Angriff neu formieren k&#246;nnen, sie integriert das Programm und die wirkliche Bewegung und befruchtet sie getragen von der Praxis der revolution&#228;ren Klasse. Die Unterscheidung zwischen dem Programm und der Theorie ist also sehr wichtig, um die &lt;i&gt;praktische&lt;/i&gt; Verbindung zwischen den Momenten des Bruchs zu erfassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;II. Die Momente des revolution&#228;ren Aufschwungs sind gleichbedeutend mit der Wiederaufnahme der revolution&#228;ren Theoretisierung. Das Wiedererscheinen der kommunistischen Bewegung als gesellschaftliche Bewegung, und nicht mehr einfach als objektive Bewegung des Werts (Erschaffung der Bedingungen des revolution&#228;ren Angriffs selbst), erlaubt es der Theorie, zur Theorie der gesellschaftlichen Bewegung, Theorie der Praktiken des Bruchs der Klasse zu werden. &#8222;Hier ist der &#220;bergang von der 'Theorie des Endziels', welche gewissermassen die Zukunft verdinglichte, indem sie das Ziel (den Kommunismus) von seiner Bewegung abstrahierte, da dieses nicht existierte, zur kommunistischen Theorie, welche sich als Theorie einer gesellschaftlichen Bewegung, einer wirklichen Tendenz der Gesellschaft hin zum Kommunismus entwickelt.'&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb41&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Le Bulletin communiste, &#8222;Prol&#233;taires et communistes&#8220;.&#034; id=&#034;nh41&#034;&gt;41&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht also nicht um eine Umsetzung in die Tat, eine irdische Verwirklichung der Theorie, die w&#228;hrend dem ganzen konterrevolution&#228;ren Zyklus wie eine Reliquie aufbewahrt worden w&#228;re und auf die wirklichen M&#246;glichkeiten angewendet werden m&#252;sste. Es geht um eine &lt;i&gt;verallgemeinerte Aneignung der Theorie durch die Kommunisten&lt;/i&gt;, d.h. eine Hervorbringung der Theorie der wirklichen Bewegung selbst, eine Hervorbringung der Theorie durch die wirkliche Bewegung, unter dem Zwang der Krise. Diese &lt;i&gt;Aneignung/Hervorbringung&lt;/i&gt; der Theorie des Kommunismus als revolution&#228;re Bewegung entsteht nicht nur gegen das in Form von versteinerten &#8222;Prinzipien&#8220; &#252;bermittelte kommunistische Programm, welches entstellt und erstarrt und aufgrund der Wirkung der Konterrevolution und &lt;i&gt;der Niederlage&lt;/i&gt; des letzten revolution&#228;ren Angriffs partiell und auf abstrakte Weise doktrin&#228;r geworden ist, sondern auch von diesem Programm ausgehend, durch die unter dem Druck der Ereignisse kritische Verdauung davon. Die Revolution&#228;re korrigieren, komplettieren und vervollst&#228;ndigen das Programm angesichts der wirklichen M&#246;glichkeiten der gesellschaftlichen Bewegung, genau wie sie umgekehrt das Programm mit dem Verst&#228;ndnis der Bewegung, ihrer Momente des Bruchs und ihrer organischen Richtung verbinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Theorie des Proletariats, die kommunistische Theorie ist somit sowohl Kommunikation des Programms, &lt;i&gt;als auch Aneignung&lt;/i&gt; des theoretischen Verst&#228;ndnisses, &lt;i&gt;Synthese der Theorie und der Praxis in der Praxis&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der revolution&#228;re Aufschwung ist gleichbedeutend mit &#8222;dem Ende der theoretischen T&#228;tigkeit als getrennte T&#228;tigkeit aufgrund &lt;i&gt;der zwingenden Notwendigkeit der praktischen Aneignung der Theorie durch das Proletariat&lt;/i&gt;&#8220;.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb42&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh42&#034;&gt;42&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Eine Klasse, worin sich die revolution&#228;ren Interessen der Gesellschaft konzentrieren, sobald sie sich erhoben hat, findet unmittelbar in ihrer eigenen Lage den Inhalt und das Material ihrer revolution&#228;ren T&#228;tigkeit: Feinde niederzuschlagen, durch das Bed&#252;rfnis des Kampfes gegebene Ma&#223;regeln zu ergreifen; die Konsequenzen ihrer eigenen Taten treiben sie weiter. Sie stellt keine theoretischen Untersuchungen &#252;ber ihre eigene Aufgabe an.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb43&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx, Die Klassenk&#228;mpfe in Frankreich 1848-1850, MEW 7, S. 19-20.&#034; id=&#034;nh43&#034;&gt;43&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Theorie ist somit keine theoretische &#8222;Forschung&#8220;, keine von der Praxis getrennte T&#228;tigkeit mehr; sie ist keine Theorie mehr &#252;ber die Praxis, sie stellt die Verbindung wieder her mit jenen F&#228;den, die sie mit dem vorhergehenden Angriff und dem Programm verbinden, indem sie die vorhergehenden Errungenschaften dieser Theorie benutzt und &#252;berwindet. Das Ende der Trennung Theorie/Praxis ist mit dem Ende anderer Trennungen verbunden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zuerst verschwindet die Trennung Proletariat/Theoretiker. Die Revolution&#228;re sind schlichtweg eine Hervorbringung der Bewegung, sind Proletarier unter anderen, welche auf diese Art und Weise gleichbedeutend mit der Bewegung der Klasse selbst sind. Die Theorie steht in Zusammenhang mit ihrer gesellschaftlichen Bedingung, mit ihrem Leben selbst. Die Theorie ist zu einem Synonym eines Prozesses der gesellschaftlichen Vereinigung geworden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die andere Trennung ist jene zwischen den verschiedenen Urspr&#252;ngen der Revolution&#228;re. Leute verschiedener Urspr&#252;nge nehmen an der Periode des revolution&#228;ren Aufschwungs teil, sie haben mit verschiedenen ideologischen Gruppen gebrochen und davon die Kritik gemacht (heutzutage haben die Kommunisten sehr verschiedene Vergangenheiten: ehemalige Bordigisten, ehemalige Anarchisten, ehemalige Trotzkisten, Ehemalige von &lt;i&gt;Socialisme ou Barbarie&lt;/i&gt;, ehemalige R&#228;tekommunisten usw.), sie benutzen also verschiedene Sprachen und haben nicht eine absolut gemeinsame Einsch&#228;tzung der Bewegung. Dies, in Verbindung mit der Herkunft von verschiedenen Bereichen der gesellschaftlichen Entwicklung, der besonderen historischen Situationen, wird langsam aber sicher vom revolution&#228;ren Aufschwung negiert und &#252;berwunden: &lt;i&gt;Der Vereinigungsprozess macht die Theorie einheitlich&lt;/i&gt;, was nicht bedeutet, dass es keine Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten mehr gibt; ganz im Gegenteil.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einer Periode des revolution&#228;ren Aufschwungs (z.B. die Erste Internationale) hat die Theorie aufgrund des sie auf dr&#252;ckende Art und Weise vereinenden historischen Zwangs einen einheitlichen Charakter. Hier liegt ihre Verbindung zur zentralen Perspektive des Kommunismus, &lt;i&gt;die Totalit&#228;t der Situation, welche die &#196;usserlichkeit des Programms zerst&#246;rt&lt;/i&gt;. Die Welt zeigt (erneut) ihre versteckte Fratze als ihr &#246;ffentliches Gesicht und die Revolution&#228;re vereinen sich auf praktische Art und Weise, die Theorie ist der Kreislauf dieser Vereinigung und ihrer praktischen Bedingungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;III. In einer konterrevolution&#228;ren Periode ist die Errungenschaft des kommunistischen Programms und der kommunistischen Theorie der vorhergehenden Revolution innerhalb der Gruppen, harten Kerne und Sekten zerstreut, die somit zur k&#246;rperlichen und geistigen Verbindung zwischen den revolution&#228;ren Angriffen werden. Die Abwesenheit wirklich kommunistischer K&#228;mpfe des Proletariats verwandelt die Theorie in Dogmen, Prinzipien, Programme, Probleme, Hypothesen usw., genauso zahlreich wie die Gruppen, harten Kerne oder Sekten. Die kommunistische Theorie wird jedoch von jenen Leuten bewahrt, welche versuchen, der Epoche zu widerstehen, sich nicht an ihr zu beteiligen. Der Ausschluss vom &#8222;&#246;ffentlichen Leben&#8220; ist die unerl&#228;ssliche Bedingung f&#252;r die M&#246;glichkeit, die kommunistische Theorie und das kommunistische Programm den folgenden Generationen zu &#252;bermitteln. Eben gerade &lt;i&gt;weil&lt;/i&gt; sie isoliert, vom &#246;ffentlichen Leben, der somit konterrevolution&#228;ren historischen T&#228;tigkeit getrennt sind, k&#246;nnen die Revolution&#228;re den programmatischen Lauf der Bewegung weiterf&#252;hren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man sollte gewiss nicht glauben, dass es m&#246;glich ist, der wirklichen Welt zu entkommen. Der Idealismus, welcher im Glauben besteht, es sei m&#246;glich, das kommunistische Programm w&#228;hrend eines vollst&#228;ndigen konterrevolution&#228;ren Zyklus ohne Abweichungen, Entartungen oder Amputationen zu bewahren, geht zwingend mit einer zeitlosen Konzeption des ewigen Revolution&#228;rs, einem &#8222;Battilocchio&#8220; der Theorie einher. Die Theorie, welche immer Theorie einer historischen Bewegung ist, kann, wenn diese historische Bewegung unmittelbar konterrevolution&#228;r ist, nur durch verschiedene Vermittlungen und Ideologisierungen revolution&#228;r sein. Sie lebt nicht durch die Gnade der Geschichte, von der konterrevolution&#228;ren Wirklichkeit verschont, sie geht sogar so weit, dass sie diese in gewissen Aspekten ausdr&#252;ckt; als &#220;berlebende eines konterrevolution&#228;ren Zyklus wird sie &#252;brigens zum Ausdruck der Konterrevolution w&#228;hrend dem erneuten revolution&#228;ren Aufschwung: So wurden der Bordigismus oder der R&#228;tekommunismus zu konterrevolution&#228;ren Ausdr&#252;cken der gegenw&#228;rtigen wirklichen Bewegung und sie werden sich schon bald &lt;i&gt;aktiv&lt;/i&gt; an der praktischen Konterrevolution beteiligen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch die kommunistische Theorie &#252;berlebt die Niederlagen der revolution&#228;ren Angriffe, weil sie die Theorie einer Bewegung ist, welche die gesamte kapitalistische Periode, all ihre Zyklen durchdringt. Sie ist keine unmittelbare Hervorbringung. Sie ist &#8211; &lt;i&gt;und das ist ihre grundlegende Eigenschaft&lt;/i&gt; &#8211; immer ein bisschen weiter als der historische Moment, denn sie dr&#252;ckt seinen Sinn, seine Richtung, seine M&#246;glichkeiten und seine Notwendigkeiten aus. Die kommunistische Theorie ist nicht nur dem ganzen kapitalistischen Zyklus innewohnend, d.h., dass sie sich als grundlegendes Programm von Beginn weg des Zyklus herausbildet, sondern sie ist auch zu jedem Zeitpunkt &lt;i&gt;Prophezeiung&lt;/i&gt;. Die immediatistische Konzeption der Theorie ist eine Pforte, hinter welcher es von &#8222;theoretisierten&#8220; Empirismen wimmelt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das hindert die revolution&#228;re Bewegung nicht daran, w&#228;hrend konterrevolution&#228;rer Perioden unter verschiedenen Erscheinungen, Sprachen, Kost&#252;men, Masken zu &lt;i&gt;&#252;berleben&lt;/i&gt; (z.B. der Anarchismus zwischen 1875 und 1905, die bordigistischen, r&#228;tekommunistischen, surrealistischen usw. Sekten nach 1921 und bis Mai 1968). Diese Bewegung ist so m&#228;chtig, so stark, dass sie manchmal gar die Konterrevolution dazu zwingt, mit ihren offiziellen Stimmen in ihrem Namen zu sprechen (Beispiele von Rassinier, Rossi usw.). Doch diese verschiedenen Masken kleben ihr zwangsl&#228;ufig an der Haut und ver&#228;ndern sie, setzen sich darin fest. W&#228;hrend einer konterrevolution&#228;ren Periode hat die Theorie einen disparaten Charakter: Sie ist auf die Kritik partieller Aspekte der Totalit&#228;t fixiert (die Kritik des Stalinismus z.B., oder die Kritik der Arbeit im Namen des Spiels, ein anderes Beispiel), ohne alle Aspekte zu sehen. Sie versteht in der Regel den zeitgen&#246;ssischen Zyklus nicht als konterrevolution&#228;r und jeder gesellschaftliche Zwischenfall oder jede Rationalisierung des Systems wird zum unmittelbaren Bevorstehen der kommunistischen Revolution (Anarchisten) oder dem Weltkrieg (&lt;i&gt;Socialisme ou Barbarie&lt;/i&gt;). Die Bewegung verf&#228;llt dem Aktivismus (Programme communiste), w&#228;hrend sie gleichzeitig von A bis Z eine pers&#246;nliche Geschichte bastelt, in welcher sie immer vollst&#228;ndig eine reine und feste Doktrin verteidigt hat. Sie ist unf&#228;hig, eine Bilanz zu erstellen, und das ist gar eine ihrer Eigenschaften. Keine Theorie der wirklichen Bewegung existiert, die ihr erlauben k&#246;nnte, sich als besonderen Moment zu erfassen. Man theoretisiert den Rat wie man die Partei theoretisiert, doch man erfasst ihren historischen Inhalt nicht. Kurz, die Bewegung befasst sich w&#228;hrend einer konterrevolution&#228;ren Periode nicht mit kommunistischer Theorie, sondern mit Versatzst&#252;cken und Ann&#228;herungen. Zudem gibt es genauso viele Systeme zum Verst&#228;ndnis der vergangenen Niederlage wie es Anspr&#252;che daf&#252;r gibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eigentlich folgt die Theoretisierung w&#228;hrend einer konterrevolution&#228;ren Periode vier Hauptachsen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;a) &lt;i&gt;die Unf&#228;higkeit, eine Lehre aus der besiegten Revolution zu ziehen&lt;/i&gt;, daraus eine theoretische Bilanz zu erstellen, die nicht nur partiell ist. Deshalb h&#228;lt sie sich in der Regel zu lange mit ideologischen Fixierungen, mit den Formen der revolution&#228;ren Bewegung auf (R&#228;te f&#252;r die deutsch-holl&#228;ndische Linke nach 1921, die Kommune f&#252;r die Kommunarden wie Lefran&#231;ais und sogar f&#252;r die Anarcho-Kommunisten wie Kropotkin nach 1871) und befasst sich nicht mit dem kommunistischen Inhalt der Bewegung. Oder aber sie geht nicht weiter als eine negative Bekr&#228;ftigung dieses Inhalts: Kritik von allen unmittelbaren und formellen Gegnern der Bewegung (Parteien, Gewerkschaften, Bolschewismus usw. f&#252;r die deutsch-holl&#228;ndische Linke), ohne f&#228;hig zu sein, die Bewegung als aktive Negation zu sehen, welche den Kommunismus oder die Bedingungen seiner Umsetzung bekr&#228;ftigt, und zu verstehen, was &lt;i&gt;wirklich&lt;/i&gt; den kommunistischen Sieg verhinderte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese F&#228;higkeit/M&#246;glichkeit, die wirkliche Bewegung zu erfassen und sie auszudr&#252;cken, existiert nur w&#228;hrend einer Periode des revolution&#228;ren Aufschwungs und des Zur&#252;ckgehens davon, wenn die Revolution, auf ihren angeh&#228;uften Leichen sitzend, noch mit ihrem Blut den Sinn des Moments und seine Lehren skizziert (z.B. Marx, welcher &lt;i&gt;B&#252;rgerkrieg in Frankreich&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt; gegen das Ende der Bewegung schrieb). Die kommunistische Theorie, welche die Theorie einer zum Kommunismus gehenden Bewegung ist, ist dann Theorie der historischen Bedingungen, ihres Ausgangs &lt;i&gt;in facto&lt;/i&gt;. Dazwischen ist sie nur der unwirkliche Schatten oder, im besten Fall, das Spiel der Wellen vor dem Sturm. &lt;i&gt;Es ist der gegenw&#228;rtige revolution&#228;re Aufschwung, welcher es erlaubt, die vergangene Revolution zu verstehen, Lehren daraus zu ziehen, sie zu theoretisieren.&lt;/i&gt; Genau wie man vom Menschen ausgehen muss, um den Affen zu verstehen, muss man vom aktuellen Sturm, inmitten seiner Irrwege und Verbrechen, ausgehen, um den vergangenen Sturm zu verstehen, in dem wir &#8211; und wenn es nicht wir sind, sind es unsere vorherigen Br&#252;der &#8211; untergegangen sind und aus dem wir rauskommen m&#252;ssen. Die Theorie ist wohl Prophezeiung, aber auch &lt;i&gt;Neuerschaffung der Vergangenheit&lt;/i&gt;, erhellende und erkl&#228;rende Erfassung unserer Geschichte als Sinn, welcher unsere gegenw&#228;rtige Praxis der vergangenen Geschichte gibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;b) &lt;i&gt;die Vorherrschaft der theoretischen Arbeit, welche darin besteht, die Formulierung und die Definition des kommunistischen &#8222;Programms&#8220; zu pr&#228;zisieren und zu vervollst&#228;ndigen.&lt;/i&gt; Diese Arbeit kann nur dogmatisch, rigid und doktrin&#228;r sein. Sie ist gleichbedeutend mit der Theoretisierung des Endziels als abstrakte Wesenheit, doch erlaubt seine Transkription und v.a. das &lt;i&gt;Verst&#228;ndnis seines wirtschaftlichen Aspekts&lt;/i&gt;. Diese Arbeit der Klassifizierung und der Bekr&#228;ftigung des kommunistischen Programms kann die Gestalt der Konstitution eines doktrin&#228;ren Korpus annehmen, das den Kommunismus als absolute Opposition gegen die Wirklichkeit und die sie verteidigenden Bewegungen pr&#228;sentiert (italienische, sogenannt bordigistische Linke), indem speziell auf die Definition seines &lt;i&gt;Wesens&lt;/i&gt; beharrt wird (Abschaffung der Lohnarbeit, Zerst&#246;rung des Tausches und des Werts, Abschaffung der Produktion durch Unternehmen), wobei einige Aspekte vergessen gehen und &lt;i&gt;zudem absolut konterrevolution&#228;re Positionen in Bezug auf den ganzen Rest gewahrt werden&lt;/i&gt;. Sie kann die Gestalt eines Versuchs der Beschreibung &lt;i&gt;der wirtschaftlichen Mechanismen&lt;/i&gt; annehmen, welche die kommunistische Transformation der Gesellschaft, die Zerst&#246;rung der Lohnarbeit und des Tausches in einer Periode der formellen Herrschaft konstituieren, wobei sie schnell der &lt;i&gt;Konstruktion&lt;/i&gt; eines Systems organisatorischer Rezepte verf&#228;llt (holl&#228;ndische Linke, Arbeit der GIK &#252;ber die kommunistische Wirtschaft). Schliesslich kann sie in selteneren F&#228;llen die Gestalt eines Versuchs der &lt;i&gt;Systematisierung des zentralen Kerns der materialistischen Theorie&lt;/i&gt; annehmen: Dialektik und Geschichte, Bewusstsein und Praxis, Marxismus und Arbeiterbewegung, mit dem Risiko, schnell der getrennten philosophischen Forschung zu verfallen (z.B. Korsch).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;c) &lt;i&gt;die Ansicht und Beschreibung der &#8222;neuen&#8220;, mit der Entwicklung des Kapitals w&#228;hrend des konterrevolution&#228;ren Zyklus erschienenen Ph&#228;nomene der Gesellschaft.&lt;/i&gt; Diese Praxis, den Finger auf die modernen Aspekte der Gesellschaft zu legen, ist in der Regel Teil der Gr&#252;ndung von ideologischen Systemen, welche komplett auf diesen Ph&#228;nomenen basieren, ohne dass sie versuchen, sie mit dem kommunistischen Programm in Verbindung zu bringen oder sie innerhalb der Theorie des Proletariats und davon ausgehend zu verstehen. Beispiele daf&#252;r sind u.a. die &#8222;sexuelle Befreiung&#8220;, die &#8222;Kritik der Arbeit&#8220;, das &#8222;Spiel&#8220;, das &#8222;Spektakel&#8220;, die &#8222;Ware&#8220; usw. Diese Gruppen haben in den meisten F&#228;llen nicht die geringste (oder nur eine sehr schwache) Verbindung mit dem zuvor niedergeschlagenen revolution&#228;ren Angriff und sind g&#228;nzlich ein Produkt der konterrevolution&#228;ren Periode (&lt;i&gt;Socialisme ou Barbarie&lt;/i&gt;, die Situationistische Internationale z.B.). Sie sind auf ambivalente Weise der genauste Ausdruck davon; sie gehen mit der ganzen Ideologie, dem ganzen Modernismus und den falschen, mit der Konterrevolution verbundenen Problemen hausieren; doch andererseits &lt;i&gt;legen sie mit Gewalt den Finger&lt;/i&gt; auf die neuen Bedingungen der kommenden Revolution und erlauben sich, eine heftige Kritik aller Theorien vor ihnen auszuarbeiten, und dies vom offensichtlichen Standpunkt der modernsten Konterrevolution aus, jene, welche am n&#228;chsten bei der Revolution liegt. (Man muss z.B. festhalten, dass, w&#228;hrend dem sich aktuell vollendenden konterrevolution&#228;ren Zyklus, nur die &#8222;R&#228;tekommunisten&#8220; direkt der revolution&#228;ren Bewegung der 1920er Jahre entstammen; die Bordigisten waren bis ungef&#228;hr 1930 eine extremistische Fraktion der Sozialdemokratie nach bolschewistischer Spielart, welche w&#228;hrend der Bewegung der Fabrikbesetzungen keine andere Rolle als eine politische gegen die italienischen Proletarier spielte.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;d) &lt;i&gt;die Kritik der konterrevolution&#228;ren Gesellschaft&lt;/i&gt;, d.h. v.a. die Kritik dessen, was diese Gesellschaft vereinigt, ausdr&#252;ckt und symbolisiert. Diese Kritik der &lt;i&gt;Politik&lt;/i&gt; haben fast alle theoretischen Manifestationen des Kommunismus w&#228;hrend einer konterrevolution&#228;ren Periode gemeinsam. Sie ist eine Frontalopposition gegen die schlichte Existenz in dieser Gesellschaft. Zu einem Zeitpunkt, wo die &#8222;Arbeiterbewegung&#8220; in ihrer staatlichen oder privaten Form eines der Organe des Kapitals und die &lt;i&gt;Politik&lt;/i&gt; jenes T&#228;tigkeitsfeld ist, wo die gesellschaftlichen Kategorien ihre Stellung innerhalb verschiedener taktischer B&#252;ndnisse regulieren, ist es unm&#246;glich, die Politik und alles, was sie umgibt, nicht zu kritisieren (Parlamentarismus, Staatsgl&#228;ubigkeit, Klassenb&#252;ndnisse, Gr&#252;ndung formeller Organisationen usw.). Nat&#252;rlich ist diese Kritik je nach Gruppen und Perioden mehr oder weniger lebendig (die Kritik der Politik durch die Anarchisten zwischen 1875 und 1905 war einiges st&#228;rker als jene der &#8222;Linken&#8220; seit 1929, das h&#228;ngt auch mit der unterschiedlichen Situation im Kontext einer Epoche des &#8222;nationalen&#8220; Wiederaufbaus zusammen usw.) und v.a. &lt;i&gt;mehr oder weniger&lt;/i&gt; bewusst anti-politisch. Was jedoch die Kraft dieser Kritik ausmacht, &lt;i&gt;ist ihr tief kommunistischer Charakter&lt;/i&gt;: die einfache Bekr&#228;ftigung, dass die Revolution ein gesellschaftlicher Prozess ist und dass das entl&#246;hnte Elend sehr wohl eine Trennung der menschlichen Gemeinschaft, und nicht des politischen Lebens ist; die Bekr&#228;ftigung, dass die Klassenbewegung des Proletariats nur gleichbedeutend mit der Zerst&#246;rung der Trennung zwischen produktiver und menschlicher T&#228;tigkeit sein kann; die Bekr&#228;ftigung des autonomen Projekts des Proletariats, zwar innerhalb der Dynamik des Kapitals, aber dagegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn es die Revolution&#228;re so schaffen, die Prinzipien des Kommunismus in den H&#228;nden zu behalten, wenn alles auf ihr Vergessen durch die Menschen hindeutet, wenn diese Revolution&#228;re das allen Hindernissen zum Trotz tun, obwohl sie diese entstellen und den folgenden Generationen entstellt weitergeben, indem sie ihnen &lt;i&gt;nur&lt;/i&gt; Prinzipien weitergeben, &lt;i&gt;indem sie auf diese Art und Weise den Faden der Zeit weben&lt;/i&gt;, braucht man sich trotzdem keine Illusionen zu machen. Neben der Tatsache, dass dieser Faden rot ist, rot jedoch aufgrund vom w&#228;hrend seinem Weben erduldeten Leiden wie die Abg&#228;nge, die Selbstmorde, die St&#252;rze in den Wahnsinn, &lt;i&gt;was der Trag&#246;die des Kommunismus&lt;/i&gt; (seine unm&#246;gliche Verwirklichung, die Abwesenheit einer wirklichen gesellschaftlichen Basis) &lt;i&gt;in dieser Periode entspricht&lt;/i&gt;, sollte einem bewusst sein, dass die fortbestehenden Revolution&#228;re nicht Verk&#246;rperungen ihres Willens sind, sondern auch von der Geschichte hervorgebracht werden. Es gibt keine so totale Konterrevolution, dass sie nicht &lt;i&gt;kontinuierlich&lt;/i&gt; gegen (zukunftslose) Revolten, Widerst&#228;nde (gegen die Rationalisierung des Kapitals), proletarische K&#228;mpfe (ohne organische Richtung) k&#228;mpfen m&#252;sste. Zudem erleben gewisse geographische Zonen die Entwicklung des revolution&#228;ren Prozesses mit Versp&#228;tung (das Beispiel von Nieuwenhuis und Holland) oder sind im Gegenteil dem Aufschwung voraus usw. &lt;i&gt;Sogar zu diesem Preis bestehen die Revolution&#228;re fort. Es gibt wirklich keinen Ausweg.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;IV. Der &#8222;Marxismus&#8220; ist eine Ideologisierung der von der &#8222;Partei Marx&#8220; formulierten Theorie. Dieser beteiligte sich selbst an dieser Versteinerung, v.a. durch seine &lt;i&gt;politischen&lt;/i&gt; Schriften und Positionen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Widerspruch von Marx ist die Tatsache, das Leben eines Wesens, des Kapitals, von seiner Geburt bis zu seinem Tod zu beschreiben, obwohl er zu einer Zeit lebte, wo dieses Wesen sich erst am Entwickeln war, der Wert beherrschte noch nicht &lt;i&gt;reell&lt;/i&gt;, sondern nur &lt;i&gt;formell&lt;/i&gt; die Arbeit und die Gesellschaft, daher kommt die Verherrlichung der &lt;i&gt;Politik&lt;/i&gt;, da die &#8222;Partei Marx&#8220;, welche somit &#8222;marxistisch&#8220; wurde, ihre Analyse der kapitalistischen Produktionsverh&#228;ltnisse in die unmittelbare und aktive Wirklichkeit umsetzen wollte. Die &lt;i&gt;Politik&lt;/i&gt; ist die unumg&#228;ngliche T&#228;tigkeit, welche mit der formellen Herrschaftsweise des Werts verbunden ist, zu einem Zeitpunkt, wo nicht nur die kapitalistische Produktionsweise existiert, sondern auch &#228;ussere und innere, immer noch pr&#228;kapitalistische Zonen. &lt;i&gt;Taktik. Demokratie.&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb44&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Le Voyou, Nr. 1.&#034; id=&#034;nh44&#034;&gt;44&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein &lt;i&gt;schrecklicher&lt;/i&gt; Widerspruch existierte zwischen den praktischen M&#246;glichkeiten der Bewegung, welche zu diesem Zeitpunkt nur eine Bewegung der Arbeiter war und h&#246;chst politische Aufgaben zu erf&#252;llen hatte (Einf&#252;hrung der b&#252;rgerlichen Demokratie 1848, Einf&#252;hrung der direkten Volksdemokratie 1871, Verallgemeinerung der Lohnarbeit und des Proletariats w&#228;hrend der Zweiten Internationale, dann politische Diktatur des Proletariats 1919), ein Widerspruch zwischen dem und ihren eigenen Schlussfolgerungen, die &#252;ber den Rahmen ihrer &lt;i&gt;bestimmten&lt;/i&gt; Epoche hinausgingen und Marx aus seiner Analyse des Kapitals und seiner wirklichen Bewegung, sowie den &lt;i&gt;grundlegend kommunistischen&lt;/i&gt; Charakter der K&#228;mpfe des Proletariats zwischen 1848 und 1871 gezogen hatte, trotz ihrer Grenzen. Was Marx bez&#252;glich des Programms und des Verst&#228;ndnisses der wirklichen Bewegung zwischen 1848 und 1871 sagte, war eine &lt;i&gt;radikale&lt;/i&gt; Kritik dessen, was er zwischen diesen Zeitpunkten und danach, und sogar teilweise &lt;i&gt;dessen, was er w&#228;hrend dieser Zeit tun konnte&lt;/i&gt;. Marx konnte den Einfluss seines theoretischen Werks in der unmittelbaren Bewegung nur &lt;i&gt;qualitativ&lt;/i&gt; begrenzen. Engels beschr&#228;nkte sich hingegen nach dem Tod von Marx darauf, ihn zu schw&#228;chen und zum Verschwinden zu bringen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Nichts zeigt den revolution&#228;ren Charakter von Marx&#180; Theorien deutlicher als die Schwierigkeit, sie in nichtrevolution&#228;ren Zeiten zu verteidigen. [&#8230;] Aber es ist schwieriger, 'au&#223;erhalb dieser Welt' zu stehen, denn niemand kann wissen, wann sich die Dinge &#228;ndern [&#8230;] man kann jedoch sagen, da&#223; Marx selbst nicht von Widerspr&#252;chen frei war, d.h., da&#223; auch er einer sich &#228;ndernden Wirklichkeit Achtung erweisen und, um &#252;berhaupt reagieren zu k&#246;nnen, in nichtrevolution&#228;ren Zeiten auf eine nichtrevolution&#228;re Weise reagieren mu&#223;te. [&#8230;] Da der Marxismus w&#228;hrend der Aufschwungphase des Kapitalismus nicht stumm bleiben wollte, konnte er sich nur in einer Weise &#228;u&#223;ern, die einer Theorie widersprach, die aus der Erkenntnis eines realen und immer existierenden Klassenkampfes resultierte. Die Theorie eines immerw&#228;hrenden Klassenkampfes ist nicht gerechtfertigter, als das b&#252;rgerliche Konzept des Fortschritts. Zwei Alternativen [boten] sich ihm: Er konnte sich entweder au&#223;erhalb der aktuellen Entwicklung stellen und sich auf ein praxisfernes radikales Denken zur&#252;ckziehen oder unter den gegebenen Umst&#228;nden an den aktuellen K&#228;mpfen teilnehmen und die revolution&#228;ren Theorien f&#252;r 'bessere Zeiten' aufheben. Diese letzte Alternative wurde umgesetzt in das 'richtige Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxis' und Niederlage oder Erfolg proletarischer Aktivit&#228;ten wurde damit wieder einmal das Ergebnis von 'richtiger' oder 'falscher' Taktik, der Frage der richtigen Organisation und der korrekten F&#252;hrung.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb45&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Paul Mattick, &#8222;Karl Kautsky: Von Marx zu Hitler&#8220; in Jahrbuch (...)&#034; id=&#034;nh45&#034;&gt;45&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Marx und dann Engels waren also die ersten B&#252;rokraten und Ideologen der Arbeiterbewegung. Ihre grundlegenden Schriften (&lt;i&gt;&#214;konomisch-philosophische Manuskripte&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Zur Kritik der politischen &#214;konomie&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats&lt;/i&gt;) machen erst heute wirklich Sinn; denn erst heute hat sich der von Marx beschriebene Kapitalismus vollst&#228;ndig verwirklicht und erst heute steht die Frage des Kommunismus vollst&#228;ndig auf der Tagesordnung, ohne Vermittlungen oder &#220;bergangsphase.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Marxschen Werke konnten also nur der ideologischen Ausbildung der sozialdemokratischen B&#252;rokratie dienen, welche aus im Umgang mit der Dialektik und der &#214;konomie, allerdings als getrennte Sph&#228;ren, spezialisierten Intellektuellen und einem Teil der Arbeiteraristokratie zusammengesetzt war. Die &#8222;Marxsche&#8220; Theorie diente nur noch dazu, die Notwendigkeit des Kapitalismus durch die wissenschaftliche Kenntnis seiner Gesetze und Strukturen zu beweisen (siehe aktuell Althusser) und damit die kapitalistischen Verh&#228;ltnisse unter der seelsorgerischen F&#252;hrung der kleinen und grossen politischen und gewerkschaftlichen Chefs zu verewigen. Die Kritik der politischen &#214;konomie verwandelte sich von einem Zentrum der Theorie innerhalb der kommunistischen Praxis des Proletariats &#8211; da Studie jener Widerspr&#252;che, welche den Kapitalismus niederringen sollten &#8211; in eine Wissenschaft der &#214;konomie, eine b&#252;rgerliche wissenschaftliche Kategorie. Dieser &#214;konomismus hatte die Notwendigkeit als Grundlage, die kapitalistische Wirtschaft zu verstehen, um die Lohnarbeit innerhalb des kapitalistischen Verh&#228;ltnisses gegen das Kapital, d.h. die Entwicklung des Kapitalismus (Deutschland) zu &lt;i&gt;verteidigen&lt;/i&gt; oder die Akkumulation des nationalen Kapitals zu erschaffen (Russland). &lt;i&gt;Der &#8222;Marxismus&#8220; wurde somit zur Theorie des variablen Kapitals, und ist es geblieben.&lt;/i&gt; Diesbez&#252;glich ist er eines der solidesten Aush&#228;ngeschilder der Konterrevolution. Er wurde auch zum Diskurs der herrschenden Klasse des &#246;stlichen Kapitalismus (UdSSR, China, Kuba usw.) und zum im Westen tendenziell vorherrschenden akademischen Diskurs. &lt;i&gt;Die kommunistische Theorie bildet sich durch die Zerst&#246;rung des Marxismus und nur die Apostel der Konterrevolution werden sich noch &#252;ber seine durch etliche kapitalistische Diskurse zersetzte Leiche beugen.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;V. Die Anarchisten hatten im 19. Jahrhundert mit ihrer Behauptung Recht, &lt;i&gt;dass der proletarische Staat ein Ding der Unm&#246;glichkeit sei&lt;/i&gt;. Sie lagen auch in ihrer Verweigerung der Politik richtig, sie zeigten und bekr&#228;ftigten damit das besondere Wesen der proletarischen Revolution, welche aus menschlichen, und nicht politischen Gr&#252;nden gemacht wird. Sie dr&#252;ckten das aus, was Marx seit 1844 geschrieben, jedoch beiseite gelegt hatte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ihre Bekr&#228;ftigungen waren jedoch ambivalent: &lt;i&gt;Die Ideologie der (Lohn-)Arbeit&lt;/i&gt; war bei ihnen besonders &#252;bersteigert und somit kam die Politik auf &#8222;Umwegen&#8220; zur&#252;ck. Tats&#228;chlich wurde die Richtigkeit ihrer Konzeption auf einen &lt;i&gt;subutopischen&lt;/i&gt;, humanistischen und religi&#246;sen Zustand reduziert, &lt;i&gt;der Ausdruck der formellen Herrschaft des Werts &#252;ber die Arbeit war&lt;/i&gt;, denn die Politik und die formelle Herrschaft des Werts sind miteinander verbunden.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb46&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#8222;Le prol&#233;tariat comme destructeur du travail&#8220;, op. cit.&#034; id=&#034;nh46&#034;&gt;46&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der anarchistische F&#246;deralismus war nicht im geringsten kommunistisch, &lt;i&gt;d.h. &#252;berhaupt nicht staatszerst&#246;rerisch&lt;/i&gt;, er war eine reaktion&#228;re Konzeption des historischen R&#252;ckschritts: Gruppen von Produzenten sind in einem durch die Regularisierung des Anti-Staats &#8222;gerecht&#8220; gemachten &lt;i&gt;Markt&lt;/i&gt; miteinander konfrontiert. &lt;i&gt;Die menschliche Gemeinschaft wird gleichzeitig anarchisch und zentralisiert&lt;/i&gt;, auf dem gesellschaftlichen Menschen und seinem Bewusstsein basierend sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was diesen Punkt (die Kritik der Entfremdung) betrifft, haben die Anarchisten &lt;i&gt;betr&#228;chtlich viel&lt;/i&gt; beigetragen, obwohl es die meiste Zeit nur eine &lt;i&gt;humanistische&lt;/i&gt; Bekr&#228;ftigung sein konnte, welche die Gestalt des Mystizismus annahm und somit selber &lt;i&gt;mystifizierend&lt;/i&gt; wurde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem sie als Sammelbecken f&#252;r die Revolution&#228;re zwischen 1875 und 1905 gedient hatte, kompromittierte sich die anarchistische Ideologie, wie alle sozialistischen Str&#246;mungen damals, w&#228;hrend des Ersten Weltkrieges und verwirklichte sich, fand ihre &lt;i&gt;Wirklichkeit&lt;/i&gt; im Spanien von 1936, wo der &lt;i&gt;Skandal&lt;/i&gt; nicht nur die Beteiligung der CNT-AIT an der &lt;i&gt;republikanischen, konterrevolution&#228;ren&lt;/i&gt; Regierung war, welche Arbeiter erschoss (und kritische K&#228;mpfer wie Berneri ermordete), sondern auch der &lt;i&gt;Grund&lt;/i&gt; dieser Beteiligung: Die &lt;i&gt;Kollektivierungen&lt;/i&gt;, welche von ihnen als Zerst&#246;rung der kapitalistischen Produktionsverh&#228;ltnisse betrachtet wurden, wurden dort auch sehr schnell nur zu einem Potenzial der Verallgemeinerung, trotz den vielversprechenden Pr&#228;missen des fabelhaften Kampfes der spanischen Proletarier und Kleinbauern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;VI. Die Theorie ist einheitlich w&#228;hrend einer revolution&#228;ren Periode; sie wird disparat und partiell w&#228;hrend einer konterrevolution&#228;ren Periode.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kommunistische Theorie kann nichts anderes sein als gebunden an die gesellschaftliche Praxis der proletarischen Bewegung, sie ist weder &#8222;marxistisch&#8220; noch &#8222;anarchistisch&#8220;. Obwohl uns Marx &lt;i&gt;alle&lt;/i&gt; (oder fast alle) Grundlagen der kommunistischen Theorie &#252;berlassen hat, muss man sich der Wichtigkeit und der Funktion der anarchistischen Bewegung bis etwa 1905 (und sogar danach, in einigen F&#228;llen), deren &lt;i&gt;explosiven&lt;/i&gt;, mit dem Entstehen des proletarischen Bewusstseins bis zum Ende des kapitalistischen Prozesses verbundenen &lt;i&gt;Inhalts&lt;/i&gt; (konstante Bekr&#228;ftigung des kommunistischen Endziels, auch wenn es nicht m&#246;glich ist, es zu verwirklichen, und sei es nur negativ) bewusst sein, welcher mit dem Auftauchen &lt;i&gt;des proletarischen Bewusstseins&lt;/i&gt; bis zum Ende des kapitalistischen Prozesses verbunden ist. Diese vom Anarchismus unternommene &#8222;Kritik der Politik&#8220;, welche der Marxismus verpasste, m&#252;ssen und k&#246;nnen wir uns zu einem historischen Zeitpunkt wiederaneignen, wo der revolution&#228;re Prozess der kommunistischen Transformation der Welt die Kritik der Politik und der (Lohn-)Arbeit, die Erschaffung des &#8222;Gemeinwesens&#8220;, d.h. der menschlichen Gemeinschaft bekr&#228;ftigt. &lt;i&gt;Der Text von Nieuwenhuis ist ein Beispiel f&#252;r die Wiederaneignung der Theorie durch die wirkliche Bewegung.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum Zeitpunkt, wo das Kapital die Politik dank der sich allen ideologischen Voraussetzungen entledigenden reellen Herrschaft des Werts liquidiert, wird die anarchistische Kritik wieder in die kommunistische Theorie integriert, auf schon fast &lt;i&gt;teleskopische&lt;/i&gt; Art und Weise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum Zeitpunkt, wo die gesamte gesellschaftliche T&#228;tigkeit eigentlicher Prozess des Kapitals ist, wo der Gebrauchswert zu einem einfachen Grenztr&#228;ger der Wertbewegung geworden ist, wo jede gesellschaftliche Kategorie eine Funktion f&#252;r das Kapital im Tausch gegen die verallgemeinerte Lohnarbeit darstellt, &#8222;braucht das Kapital keine Kr&#252;cken mehr, um sich zu bewegen, es entledigt sich der alten ideologischen Vermittlungen wie z.B. der politischen Ideologie und kann von nun an direkt das Leben der Menschheit durch die T&#228;tigkeit des Werts organisieren&#8220;. Zu diesem Zeitpunkt gibt es f&#252;r uns keinen Gegensatz mehr zwischen der von den Anarchisten formulierten Kritik der Politik und der von Marx formulierten materialistischen Theorie des proletarischen Kampfes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Das Proletariat kann keine Vermittlung zwischen ihm und seiner Revolution mehr zulassen, d.h. keine andere Partei ausser seine eigene Bewegung des Bruchs mit dem Kapital und seiner eigenen Zerst&#246;rung. Die Selbstaufhebung des Proletariats wird gleichzeitig die Zerst&#246;rung der politischen Erpressung verwirklichen, welche gegen&#252;ber dem sich rekonstituierenden Proletariat gezwungen sein wird, sich objektiv in einer Bewegung zu vereinigen: in jener der universellen Konterrevolution des Kapitals.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Ende des Kapitals ist gleichbedeutend mit dem Ende der Demokratie, &lt;i&gt;dem Ende der Politik&lt;/i&gt; und ihres &#228;ussersten Inhalts: des Spektakels.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb47&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Le Voyou, Nr. 1.&#034; id=&#034;nh47&#034;&gt;47&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;August 1973&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Quelle: Jean-Yves B&#233;riou, &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;http://tempscritiques.free.fr/spip.php?article368&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Th&#233;orie r&#233;volutionnaire et cycles historiques&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, La Sociale, Montreal, 2013.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.bahoebooks.net/buch/revolutionaere-theorie-und-historische-zyklen/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Buchausgabe&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;La Perspective du communisme&lt;/i&gt;, 1971.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx, &lt;i&gt;Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;La Perspective du communisme&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx und Engels, &#8222;Revue, Mai bis Oktober 1850&#8220; in &lt;i&gt;Neue Rheinische Zeitung&lt;/i&gt;, F&#252;nftes und Sechstes Heft, MEW, Bd. 7, 5. Aufl., 1973, S. 440.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx an Freiligrath, Brief vom 29. Februar 1860, MEW, Bd. 30, 1974, S. 495.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Marx an Kugelmann, Brief vom 9. Oktober 1866, MEW, Bd. 31, 1965, S. 529.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die anf&#228;nglichen Positionen von Marx bez&#252;glich der Kommune k&#246;nnen sehr gut mit seiner &lt;i&gt;strategischen&lt;/i&gt; Analyse der &#8222;progressiven&#8220; nationalen K&#228;mpfe erkl&#228;rt werden, v.a. in Deutschland.&lt;br class='manualbr' /&gt;F&#252;r Marx war der franz&#246;sisch-preussische Krieg auf Seiten Preussens ein &lt;i&gt;progressiver&lt;/i&gt; Krieg, denn er sei nicht gegen das franz&#246;sische Volk, sondern gegen das &lt;i&gt;imperialistische&lt;/i&gt; franz&#246;sische Regime von Napoleon III. gerichtet gewesen. Diese Konzeption der Ereignisse war Teil einer Sichtweise, welche den Anspruch hatte, eine globale der sozialen Revolution zu sein. Tats&#228;chlich sah er das Epizentrum der Konterrevolution im zaristischen Russland, das mit dem kapitalistischen England und dem imperialistischen Frankreich verb&#252;ndet war; diese Konterrevolution verhinderte die Entwicklung der nationalen Einheit Deutschlands, somit der dazugeh&#246;rigen Industrialisierung und gleichzeitig des deutschen Proletariats. F&#252;r ihn war das deutsche Proletariat das Epizentrum der europ&#228;ischen sozialen Revolution, man musste also die deutsche Bourgeoisie in ihrer historischen Aufgabe und somit im franz&#246;sisch-preussischen Krieg unterst&#252;tzen, womit zudem das franz&#246;sische Proletariat vom bonapartistischen Regime befreit w&#252;rde.&lt;br class='manualbr' /&gt;Nat&#252;rlich endete diese Theoretisierung in dieser unglaublichen Idee, welche er in einem Brief an Engels erw&#228;hnt:&lt;br class='manualbr' /&gt;&#8222;Die Franzosen brauchen Pr&#252;gel. Siegen die Preu&#223;en, so die Zentralisation der &lt;i&gt;state power&lt;/i&gt; n&#252;tzlich der Zentralisation der deutschen Arbeiterklasse. Das deutsche &#220;bergewicht w&#252;rde ferner den Schwerpunkt der westeurop&#228;ischen Arbeiterbewegung von Frankreich nach Deutschland verlegen, und man hat blo&#223; die Bewegung von 1866 bis jetzt in beiden L&#228;ndern zu vergleichen, um zu sehn, da&#223; die deutsche Arbeiterklasse theoretisch und organisatorisch der franz&#246;sischen &#252;berlegen ist. Ihr &#220;bergewicht auf dem Welttheater &#252;ber die franz&#246;sische w&#228;re zugleich das &#220;bergewicht unsrer Theorie &#252;ber die Proudhons etc.&#8220; (Marx an Engels, 20. Juli 1870, MEW 33, S. 5.)&lt;br class='manualbr' /&gt;Nat&#252;rlich f&#252;hrte diese ganze Sichtweise, welche selbst von der noch unvollendeten Konterrevolution hervorgebracht wurde, zu Positionen, die sp&#228;ter zu den politischen Grundlagen der sozialdemokratischen Doktrin wurden. Das Verh&#228;ltnis zwischen Marx und der Sozialdemokratie ist nicht nur negativ, sondern auch positiv. Dieser Wille, das gem&#228;ss den Gesetzen der historischen und &#246;konomischen Entwicklung notwendige Voranschreiten der Ausweitung der Klassenk&#228;mpfe und ihrer Folgen durch eine Epoche reich an besonderen Situationen und bedeutenden historischen Vermittlungen auf einer universellen Ebene (Zeit und Raum) global zu betrachten, brachte ihn dazu, mit gesenktem Kopf in diese Vermittlungen hineinzufallen. Nat&#252;rlich geht es hier nicht um das Individuum &#8222;Marx&#8220;, sondern um das gesellschaftliche Verh&#228;ltnis.&lt;br class='manualbr' /&gt;Die Unterst&#252;tzung des deutschen Kapitalismus zur Zerst&#246;rung des Bonapartismus und zur Erschaffung eines gr&#246;sseren Handlungsspielraumes f&#252;r das franz&#246;sische Proletariat und gleichzeitig zur Erschaffung der Grundlagen einer Verst&#228;rkung der Proletarisierung in Deutschland usw., dieses ganze taktische Kalk&#252;l im Namen der grossen &#8222;wissenschaftlichen&#8220; Strategie f&#252;hrte dazu, die wirkliche Bewegung, die Bewegung der revolution&#228;ren Klasse zu opfern. Zwei Punkte sind klar:&lt;br class='manualbr' /&gt;1) &lt;i&gt;Das Epizentrum der Revolution war eindeutig das franz&#246;sische Proletariat&lt;/i&gt;, das w&#228;hrend der Kommune der ganzen Welt als Tr&#228;ger des Inhalts der historischen Bewegung erschien.&lt;br class='manualbr' /&gt;2) Diese Haltung war gleichbedeutend mit der Unterst&#252;tzung Bismarcks in Deutschland und der Entwaffnung der deutschen Proletarier im Namen der f&#252;r ihren k&#252;nftigen Kampf notwendigen, b&#252;rgerlichen nationalen Revolution, &lt;i&gt;obwohl ihr Kampf schon existierte&lt;/i&gt;. Wenn Dangeville in den von ihm herausgegebenen &lt;i&gt;&#201;crits militaires&lt;/i&gt; von Marx und Engels versucht, dies durch eine pseudodialektische Gymnastik zu rechtfertigen, enth&#252;llt er seine teleologischen R&#252;ckst&#228;nde: &#8222;Tats&#228;chlich waren die franz&#246;sischen Arbeiter unf&#228;hig, ihre Bourgeoisie zu st&#252;rzen (und Bismarck &#252;bernahm diese Aufgabe).&#8220; Denn es ist &lt;i&gt;absolut&lt;/i&gt; klar, dass Bismarck den Aufstieg der franz&#246;sischen Bourgeoisie einleitete, indem er Thiers und Versailles, ihre wahren Repr&#228;sentanten, an die Macht brachte. Die Art und Weise, um jeden Preis die taktischen Positionen der Meister rechtfertigen zu wollen, eine morbide und l&#228;cherliche Manie der Bordigisten, erreicht hier ihren H&#246;hepunkt: die Anfertigung einer unwirklichen Geschichte, die f&#252;r die gute Sache der ideologischen Geschichte des &#8222;invariablen&#8220; Programms agiert. Dieser schlechte, von Dangeville &#252;bernommene Witz von Marx und Engels findet ihre wirkliche Vollendung in der Sozialdemokratie. Unmittelbar f&#252;hren einige F&#228;den direkt zu Bernstein und anderen: die metaphysischen Subtilit&#228;ten zwischen defensiven und offensiven Kriegen (man kennt den Weg, welchem sie folgen werden); die Unterst&#252;tzung Bismarcks, die sich kaum von jener Lassalles unterschied: &#8222;Darum aber den Antibismarckismus zum alleinleitenden Prinzip erheben, w&#228;re absurd. Erstens tut B[ismarck] jetzt, wie 1866, immer &lt;i&gt;ein St&#252;ck von unsrer Arbeit&lt;/i&gt;, in seiner Weise und ohne es zu wollen, &lt;i&gt;aber er tut's doch&lt;/i&gt;. Er schafft uns reineren Bord als vorher.&#8220; (Engels an Marx, 15. August 1870, MEW 33, S. 40); die Beteiligung an der Kriegsf&#252;hrung und am Aufruf zur Konsolidierung einer nationalen Armee gegen das Prinzip der Arbeitermilizen, all das verbunden mit der Forderung nach heftiger Repression des preussischen Staates gegen alle Arbeiter und Kleinbauern, die sich dem Milit&#228;reinsatz zu entziehen suchten (siehe den abstossenden Text von Engels &lt;i&gt;Die preussische Milit&#228;rfrage und die deutsche Arbeiterpartei&lt;/i&gt;, 1865); und wir k&#246;nnten diese Liste weiterf&#252;hren, welche beweist, dass Marx und Engels die Sozialdemokratie &lt;i&gt;im Vornhinein&lt;/i&gt; gr&#252;ndeten.&lt;br class='manualbr' /&gt;Es geht jedoch nicht darum, wie in der Schiessbude den Ball auf die beiden Herren zu werfen, sondern auch darum, zu erkennen, inwieweit Marx und Engels all diese Linie taktischer Positionen als &lt;i&gt;Notwendigkeiten des Moments&lt;/i&gt; konzipierten. Obwohl ihre Analyse &lt;i&gt;absolut falsch&lt;/i&gt; war, bezog sie sich auf eine kommunistische Sichtweise der Bewegung des Proletariats; sie kann sehr gut durch die blendenden Vermittlungen der Epoche erkl&#228;rt werden, obwohl die Sozialdemokraten und ihre &#8222;sozialistischen&#8220; oder &#8222;stalinistischen&#8220; Nachfolger diese ganze Analyse &#252;bernehmen werden, als ob sie nichts mit ihrem Kontext zu tun h&#228;tte, als ob sie absolut, ewig, f&#252;r immer und seit jeher g&#252;ltig w&#228;re (&#8222;Die Armee von Valmy&#8220;). Marx war ein Materialist und konnte sich t&#228;uschen, da materiell durch die Epoche beschr&#228;nkt, doch diese Schmierenkom&#246;dianten und Politiker wenden bloss &lt;i&gt;ad aeternum&lt;/i&gt; &#8222;marxistisch&#8220; genannte Prinzipien auf die L&#246;sung materieller Probleme an, was etwas ganz anderes ist. Marx rief zwar dazu auf, Bismarck zu unterst&#252;tzen, doch das war nur provisorisch usw. Zwei Tatsachen k&#246;nnen f&#252;r diese von der gegenw&#228;rtigen wirklichen Bewegung leider noch nicht gef&#252;hrte Diskussion &lt;i&gt;hier&lt;/i&gt; provisorisch als Schlussfolgerung dienen:&lt;br class='manualbr' /&gt;1) Marx &lt;i&gt;korrigierte&lt;/i&gt; sein Urteil &#252;ber die Kommune, Deutschland und die Sozialdemokratie und Russland (siehe den &lt;i&gt;Briefwechsel mit Vera Sassulitsch&lt;/i&gt;); und zwar korrigierte er sein Urteil auf eine Art und Weise, die &lt;i&gt;&#252;berhaupt keinen Raum f&#252;r Zweifel&lt;/i&gt; l&#228;sst.&lt;br class='manualbr' /&gt;2) Er bevorzugte die m&#228;chtige Entwicklung der deutschen Industrie gegen&#252;ber ihrer Stagnation, weil die Widerspr&#252;che sich desto st&#228;rker verschlimmern, je mehr eine Wirtschaft aufbl&#252;ht, was schlussendlich die f&#252;r die Revolution notwendigen, tiefen Krisen hervorbringt; er hatte diese Position also nicht, weil er an eine harmonische Entwicklung des gesellschaftlichen Prozesses glaubte, wie seine deutschen Sch&#252;ler; sondern weil eben die Theorie des Proletariats nur eine &lt;i&gt;Theorie der Katastrophe&lt;/i&gt; sein kann; eben genau aus dem umgekehrten Grund. &lt;br class='manualbr' /&gt;Die Positionen von Marx zum franz&#246;sisch-preussischen Krieg und der Entstehung der Kommune sind, obwohl sie hier nur kurz behandelt werden k&#246;nnen, von grundlegender Bedeutung f&#252;r das Verst&#228;ndnis der gegenw&#228;rtigen historischen Bewegung (milit&#228;rische Frage, nationale Frage usw.), doch diese Arbeit wurde bis anhin nur von &#8222;orthodoxen Sch&#252;lern&#8220;, von Ver&#228;chtern ohne Intelligenz realisiert, f&#252;r welche diese Intelligenz auch nicht notwendig war, weil es ihre wirkliche Situation nicht erforderte. Wir denken besonders, dass der Vergleich mit den Schriften Bakunins zur gleichen Zeit (&lt;i&gt;Briefe an einen Franzosen zur aktuellen Krise&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Das Knuto-germanische Kaiserreich&lt;/i&gt;) und ihre wirkliche Konfrontation es erlauben w&#252;rde, diesbez&#252;glich etwas klarer zu sehen und gleichzeitig die Erste Internationale unter dem Aspekt der organischen Verbindung zwischen den verschiedenen Entwicklungsphasen, sowie das existierende dialektische Verh&#228;ltnis zwischen diesem Aspekt und der Totalit&#228;t der Klassenk&#228;mpfe zwischen 1870 und 1871 zum Vorschein bringen w&#252;rde, eine Totalit&#228;t, die Marx und Bakunin, auf bestimmte Phasen des gesellschaftlichen Prozesses fixiert, erst im Nachhinein verstanden haben. Die Schriften Bakunins sind zur Analyse dieses entscheidenden historischen Moments unumg&#228;nglich: In Bezug auf den franz&#246;sisch-preussischen Krieg benutzt der Russe die gleichen Argumente wie Marx, jedoch zur Verteidigung der franz&#246;sischen Seite (Aufruf zur Volksarmee usw.), wobei er genau wie Marx die sogenannte Unf&#228;higkeit des franz&#246;sischen Proletariats verachtet, sich ihrer Bourgeoisie zu entledigen, es jedoch als Epizentrum der europ&#228;ischen Revolution betrachtet, und er auch in Bezug auf Bismarck und Deutschland einen treffenderen Standpunkt hat.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Am Abend des 14. September verl&#228;sst Michail Bakunin Genf in Richtung Lyon. Dort will er versuchen, sein Programm zu verwirklichen, die Schlussfolgerung der &lt;i&gt;Briefe an einen Franzosen&lt;/i&gt;, in welchen er erkl&#228;rt, Frankreich sei nur durch die Anarchie und die Revolte in den &lt;i&gt;Provinzen&lt;/i&gt; zu retten, indem &#8222;die Regierungsmaschine zerst&#246;rt&#8220; wird (das wird auch die wichtige Lehre der Niederlage der Kommune sein, auch wenn sie das w&#228;hrend ihrer Existenz, aufgrund ihrer Isolation von der Provinz, wo die Erhebungen unbedeutend waren oder sogleich niedergeschlagen wurden, nicht realisieren konnte).&lt;br class='manualbr' /&gt;Am 4. September hatte sich ein &lt;i&gt;Komitee zur Rettung&lt;/i&gt; im Rathaus eingerichtet, es war jedoch am 15. durch einen gew&#228;hlten, aus gem&#228;ssigten Tendenzen bestehenden Gemeinderat ersetzt worden. Am 17. und 18. wird im Verlauf von politischen Sitzungen, auf Anregung des russischen Revolution&#228;rs, ein &lt;i&gt;Komitee zur Rettung von Frankreich&lt;/i&gt; eingesetzt. Am 25. verfassen Bakunin und seine Freunde ein grosses Plakat, das einen Aufruf zum Aufstand darstellt und folgendes dekretiert: die Abschaffung der Verwaltungs- und Regierungsmaschine des Staates; Volksgerichtsbarkeit; die Bezahlung der Steuern und Hypotheken ist unterbrochen; in jeder Gemeinde &#252;bernimmt ein Komitee zur Rettung von Frankreich die Macht; die Gr&#252;ndung einer revolution&#228;ren Konvention zur Rettung von Frankreich in Lyon, das aus Delegierten aus den Komitees in den Departementen zusammengesetzt ist. Das Plakat schloss ab mit: &#8222;Zu den Waffen!!!&#8220; Die Unterzeichnenden kamen aus Lyon und der Region (Albert Richard, Palix, Blanc u.a.), aus Marseille (Bastelica) und aus Saint-&#201;tienne (Dupin). Am 26. findet eine &#246;ffentliche Sitzung statt, wo der Text des Plakats vorgelesen wird. Am 28. bricht der Aufstand aus, Cluseret wird als General der revolution&#228;ren Armee bejubelt, die Nationalgarden werden entwaffnet und das &lt;i&gt;Komitee zur Rettung von Frankreich&lt;/i&gt; richtet sich im Rathaus ein. Doch der Mangel einer ernsthaften Basis (einige Gruppen bewaffneter Arbeiter) und die Unentschlossenheit der von einem Opera-buffa-General (Cluseret, der sich, man weiss es, in Paris noch brillanter hervortut) angef&#252;hrten Operettenaufst&#228;ndischen zwingen die meisten Gef&#228;hrten Bakunins zur Flucht und bringen den Gemeinderat sogleich wieder zur&#252;ck. Der kurz in Gewahrsam genommene, und dann von seinem Freund Ozaroff gerettete Bakunin ist gezwungen, nach Marseille zu gehen.&lt;br class='manualbr' /&gt;Diese &#8222;verr&#252;ckte Eskapade&#8220; Bakunins, der zu ihrer Verwirklichung mit radikalen und jakobinischen, kleinb&#252;rgerlichen Phrasendreschern oder schlichtweg Verr&#228;tern (einige flogen als Agenten von Napoleon III. auf) zusammengearbeitet hatte, erlaubte es Marx auf etwas zu einfache Art und Weise, sich dar&#252;ber lustig zu machen, denn all das war voluntaristisch, putschistisch und &#8222;komiteebezogen&#8220; (die Komitees zur Rettung sind eine besonders &lt;i&gt;b&#252;rokratische&lt;/i&gt; Konzeption des revolution&#228;ren Aufstands); gleichzeitig war es ein ehrlicher Versuch, der Isolation von Paris vorzubeugen, ein praktischer Versuch, Thiers und seiner Bourgeoisie vorauszugehen, verbunden mit einer tiefen Angst in Anbetracht der entscheidenden Situation f&#252;r das franz&#246;sische Proletariat. Dieser Versuch war nicht dermassen absurd und die Niederlage war gleichbedeutend mit einer tieferen Niederlage: der unvermeidbaren Niederlage der Pariser Kommune. Zu jener Zeit, wo Marx die franz&#246;sische Arbeiterklasse &lt;i&gt;auf mehr als nur ambivalente und unrealistische Art und Weise&lt;/i&gt; mit Ratschl&#228;gen zur M&#228;ssigung &#252;bersch&#252;ttete, versuchten Leute mit ihren Mitteln und ihrer Energie den Aufstand auf ganz Frankreich auszuweiten. Doch Marx traf den Kern der Sache bez&#252;glich der Bedeutung des Problems in Bezug auf die Anmassung, den Staat per Dekret abschaffen zu wollen, Bakunin masste sich das an und diese Anmassung enth&#228;lt alle Ambivalenz und Ahistorizit&#228;t der anarchistischen Ideologie:&lt;br class='manualbr' /&gt;&#8222;Am 28. September, dem Tage seiner Ankunft, hatte das Volk sich des Stadthauses bem&#228;chtigt. Bakunin nahm Posto darin: der kritische, der lange Jahre hindurch erwartete Moment war endlich da, an welchem Bakunin den revolution&#228;rsten Akt vollziehen konnte, den die Welt jemals gesehen &#8211; er dekretierte die &lt;i&gt;Abschaffung des Staates&lt;/i&gt;. Aber der Staat, in der Form und Gestalt von zwei Kompanien Bourgeois-Nationalgarden, drang ein durch einen Eingang, den zu besetzen man vergessen hatte, fegte den Saal aus und schickte Bakunin eiligst auf den Weg nach Genf.&#8220; (Karl Marx, &lt;i&gt;Ein Komplott gegen die Internationale Arbeiter-Assoziation&lt;/i&gt;, 1873, MEW 18, S. 351.)&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;In England z.B., siehe &#8222;Du rackett politique au cirque &#233;lectoral&#8220; in &lt;i&gt;Le Voyou&lt;/i&gt;, Nr. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;MEW, Bd. 33, 1976, S. 206.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Fran&#231;ois Martin, &lt;i&gt;Quelques le&#231;ons d'une insurrection pass&#233;e pour une insurrection future&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx, Brief an Sorge vom 27. September 1877, MEW 34, S. 295.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Paul Brousse (1843-1912) ist zu dieser Zeit der Anf&#252;hrer des franz&#246;sischen Possibilismus. Brousse ist ein typischer Repr&#228;sentant des politischen Arbeiterkarrierismus, der politischen Tendenz, proletarische K&#228;mpfe auf &#214;konomismus, auf &#8222;praktische&#8220; Reformen, auf die emp&#246;rte Verweigerung jeglicher Theorie zu reduzieren. Was die verschiedenen Lebensabschnitte von Brousse miteinander verbindet, ist sein Anti-Marxismus einer ausgesprochen bornierten und reaktion&#228;ren Pr&#228;gung, der nicht vergleichbar ist mit seinem Pol der radikalen Kritik wie bei Malatesta, Nieuwenhuis usw. Paul Brousse oder &#8222;von der Bombe zu den Gemeinderatswahlen&#8220;.&lt;br class='manualbr' /&gt;Tats&#228;chlich war Paul Brousse zuerst Anarchist, und sogar einer dieser aktiven M&#228;nner zwischen 1872 und 1878. Er gr&#252;ndete mit Alerini und Camet im Fr&#252;hling 1873 das &lt;i&gt;Sozialistische revolution&#228;re Propagandakomitee S&#252;dfrankreichs&lt;/i&gt;, das seinen Sitz in Barcelona hatte und dort die Zeitung &lt;i&gt;La Solidarit&#233; r&#233;volutionnaire&lt;/i&gt; herausgab, eine anarchistische Zeitung, deren Artikel gr&#246;sstenteils von ihm selbst geschrieben waren und die klandestin nach Frankreich gebracht und dort verteilt wurde. Er ging danach in die Schweiz, um sich dort den Anti-Autorit&#228;ren anzuschliessen, nachdem er mehrere Monate in Lyon verbracht hatte, w&#228;hrend welchen er Kontakte zur bedeutenden revolution&#228;ren Gruppe im Quartier Croix-Rousse gekn&#252;pft hatte, jene Gruppe, welche sp&#228;ter im fl&#252;chtigen Wiederauftauchen subversiver Tendenzen innerhalb der franz&#246;sischen proletarischen Bewegung eine derart grosse Rolle spielt. Als Delegierter einer franz&#246;sischen Sektion und der spanischen F&#246;deration nahm er 1878 am ersten Kongress der anti-autorit&#228;ren IAA [Ad&#220;: gemeinhin bekannt als Juraf&#246;deration] teil, danach organisierte er in Bern das Treffen zwischen Bakunin, Alerini, Pindy und den Spaniern Farga und Vinas. Er war eine bedeutende Figur in der Westschweiz, v.a. innerhalb der Redaktion des &lt;i&gt;Bulletin de la F&#233;d&#233;ration jurassienne&lt;/i&gt;. Er gr&#252;ndete eine Sektion in Bern und war dort auch an der Gr&#252;ndung einer deutschsprachigen Sektion beteiligt, deren Zeitung die &lt;i&gt;Arbeiter-Zeitung&lt;/i&gt; (1876-1877) war und welche die Grundlage des Beginns der anarchistischen revolution&#228;ren Bewegung im deutschsprachigen Raum darstellt. Er war auch einer der Mitglieder dieser franz&#246;sischen, von Pindy gegr&#252;ndeten F&#246;deration und ihrer Verwaltungskommission (mit Pindy, Alerini, Dumartheray und Montels); im Juni 1877 gr&#252;ndete er mit der Hilfe von Kropotkin die Zeitung der F&#246;deration, &lt;i&gt;L'Avant-Garde&lt;/i&gt;, die klandestin in Frankreich verteilt wurde; schliesslich redigierte er das abstentionistische Manifest im Oktober 1877. W&#228;hrend er all diesen T&#228;tigkeiten nachging, war Brousse Teil der kleinen &#8222;revolution&#228;ren Gemeinschaft&#8220;, die mehr oder weniger geheim rund um Kropotkin organisiert war und parallel zur Organisation der IAA [Ad&#220;: Juraf&#246;deration] internationale Kontakte pflegte. Ausserdem war er zusammen mit Costa der Repr&#228;sentant des extremistischsten Fl&#252;gels der Bewegung im Februar 1877, er organisierte, obwohl die &#8222;Gem&#228;ssigten&#8220; rund um James Guillaume dagegen waren, eine Strassendemonstration in Bern, die betr&#228;chtliche Unruhen und, f&#252;r ihn, Gef&#228;ngnis und Verbannung zur Folge hatte; doch v.a. war er einer jener, welche offen die Notwendigkeit der &#8222;Propaganda der Tat&#8220; verteidigten: Mit Costa hielt er mehrere Konferenzen und &#228;usserte mehrere Erkl&#228;rungen, welche die Bombe und das Dynamit priesen. Und diese gleiche &lt;i&gt;Ungeduld&lt;/i&gt;, etwas zu erhalten, nicht auf die Revolution zu warten, f&#252;hrte ihn auf den Weg des Reformismus, der &lt;i&gt;dieser gleichen Ungeduld entspringt&lt;/i&gt;, denn Reformen erh&#228;lt man &#8222;w&#228;hrend man wartet&#8220;, &#8222;mangels besserer Alternativen&#8220;. Die italienische Linke sah immer die Bedeutung dieses Verh&#228;ltnisses, als sie bekr&#228;ftigte, dass &lt;i&gt;die Ungeduld die Quelle des Opportunismus ist&lt;/i&gt;. Und diese gleiche Ungeduld, die Brousse auf diese Weise zum Reformismus f&#252;hrte, f&#252;hrte ihn sogar sehr schnell dazu, denn er schlug 1878 am Kongress der Juraf&#246;deration die Teilnahme an den Gemeindewahlen und die Unterst&#252;tzung der Kandidatur Blanquis vor. Der Wille, die Geschichte durch Bomben oder den Putsch zu beschleunigen, hat die gleichen Wurzeln, wie die Tatsache, ihr kleine Dinge entreissen zu wollen, die trotz allem die Anf&#228;nge der grossen Revolution darstellen sollen. Als Brousse 1879 aus der Schweiz verwiesen wird, tritt er in die Reihe, indem er sich Guesde und seinen Freunden anschliesst.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;MEW, Bd. 37, S. 232.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten&#8220;, MEW Bd. 21, S. 223.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;In D&#228;nemark wird 1889 die linke oppositionelle Minderheit, die von Gerson Trier und Nicola&#239; Petersen angef&#252;hrt wird und die Wochenzeitung &lt;i&gt;Arbedjeren&lt;/i&gt; (&#8222;Der Arbeiter&#8220;) herausgibt, mit nur 2700 von 40000 Stimmen auf Anregung des Exekutivkomitees der d&#228;nischen sozialdemokratischen Partei nach verschiedenen b&#252;rokratischen Man&#246;vern, Wahlmanipulationen und einer heftigen, zur Personalisierung tendierenden Polemik, um der wirklichen Bedeutung und den theoretischen Grundlagen besser Einhalt zu gebieten, ausgeschlossen. Engels gibt in dieser Aff&#228;re, obwohl er ein pers&#246;nlicher Freund von Trier und mit ihnen einverstanden war, dem Ausschluss seine p&#228;pstliche Segnung, womit er einmal mehr die klare und deutliche Entwicklung der Zweiten Internationale hin zu einem eindeutig b&#252;rgerlichen Organismus beg&#252;nstigt, der nicht einmal mehr reformistisch ist.&lt;br class='manualbr' /&gt;Um sich bewusst zu machen, dass man es in diesem Fall genau wie in Holland oder Schweden nicht mit einem zuf&#228;lligen, mit einem &#8222;Fehler&#8220; oder einer &#8222;taktischen&#8220; Uneinigkeit zwischen verschiedenen Fraktionen zusammenh&#228;ngenden Ph&#228;nomen, sondern mit einem allgemeinen Ph&#228;nomen in einem bestimmten historisch-geographischen Bereich (die Zweite Internationale in den angels&#228;chsischen und n&#246;rdlichen L&#228;ndern) zu tun hat, ist es n&#252;tzlich, etwas zur&#252;ckzugehen und die Geschichte der sozialen Bewegung in D&#228;nemark bis 1889 zu skizzieren. &lt;br class='manualbr' /&gt;Es existierte 1871 eine Sektion der Zweiten Internationale, haupts&#228;chlich in Kopenhagen, deren F&#252;hrung &#8211; eine bemerkenswerte Tatsache &#8211; in den H&#228;nden von Arbeitern und intellektuellen Proletariern, und nicht in den H&#228;nden von Klein- oder Grossb&#252;rgerlichen wie in Deutschland (Doktoren, Professoren usw.) war. Sie hatte eine Zeitung, &lt;i&gt;Socialisten&lt;/i&gt;, die von Harald Brix herausgegeben wurde, ab April 1872 eine Tageszeitung war und mehrmals von der Zensur und der Polizei konfisziert wurde, was der Grund war, dass sie manchmal im Ausland, wie z.B. in Hamburg oder Malm&#246; (Schweden), erschien; um diese Zeitung war die gesamte aktive Fraktion des d&#228;nischen Proletariats gruppiert, die in den h&#228;ufig von Gewalt begleiteten, fast immer in physischen Konfrontationen mit der Polizei endenden Streiks intervenierte.&lt;br class='manualbr' /&gt;Dieser Prozess erreichte seinen H&#246;hepunkt am 5. Mai 1872. An diesem Tag streikten die Maurer und &lt;i&gt;Socialisten&lt;/i&gt; hatte alle Arbeiter Kopenhagens zu einem grossen, entscheidenden Treffen eingeladen. Selbstverst&#228;ndlich wurde es von der Regierung verboten, die Polizei lancierte einen Angriff gegen den &#246;ffentlichen Platz, wo das Treffen abgehalten werden sollte, und besetzte ihn; es kam zu einem heftigen Zusammenstoss und mehrere Anf&#252;hrer wurden verhaftet: Louis Piot, Paul Gellef, Harald Brix u.a. Angeklagt wegen Aufruf zu Mord und Pl&#252;nderung (damals schon!) wurden sie zu mehreren Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Trotzdem vergr&#246;sserte und vertiefte sich die Bewegung und im August 1873 wurde die Arbeiter-Assoziation von der Regierung verboten und aufgel&#246;st. &lt;i&gt;Daraufhin wurde die Sozialdemokratische Partei gegr&#252;ndet und alles begann langsam zu verfaulen&lt;/i&gt;.&lt;br class='manualbr' /&gt;Zwischen 1870 und 1873 ging Europa durch eine bedeutende wirtschaftliche und politisch-milit&#228;rische Krise, die es dem industriellen Proletariat erlaubte, ziemlich &#252;berall zu intervenieren, doch v.a. in Paris, und zum revolution&#228;ren Angriff und der Kommune f&#252;hrte. Nach der Niederlage der franz&#246;sischen Arbeiterklasse konnte die Konterrevolution die Ordnung mit Hilfe der Staaten wiederherstellen, die vor allen anderen Funktionen zu anti-proletarischen Waffen geworden waren.&lt;br class='manualbr' /&gt;Der Zyklus der Konterrevolution dauerte danach ungef&#228;hr 45 Jahre, charakterisiert war er haupts&#228;chlich durch den Aufstieg der Sozialdemokratie auf fast schon totalit&#228;re Art und Weise. Alles, was innerhalb der sozialistischen Bewegung theoretisch zum Kommunismus tendierte, wurde m&#252;hevoll und systematisch ausgehobelt und/oder aus der von den Sozialdemokraten komplett politisch monopolisierten Arbeiterbewegung ausgeschlossen; G-W-G' konnte ungest&#246;rt seinen Walzer tanzen: Innerhalb der Gleichung war ' gleichbedeutend mit dem Recht auf die demokratische Existenz f&#252;r das Proletariat. Dieses Schema wird umso &lt;i&gt;unbestreitbarer&lt;/i&gt;, je weiter man der d&#228;nischen Odyssee mit all ihren Unw&#228;gbarkeiten folgt.&lt;br class='manualbr' /&gt;Im August 1877 retteten sich Piot und Geleff durch die Ausreise nach Amerika, mit der Kasse, was gar nicht so dumm war. Darum erschien &lt;i&gt;Socialisten&lt;/i&gt; immer unregelm&#228;ssiger und der Skandal erreichte die sozialistische Bewegung. Dort geh&#246;rt die moralische Emp&#246;rung im allgemeinen und grossz&#252;gigerweise zum guten Ton, doch kritische H&#228;rte hat nichts mit Moral zu tun. Warum, und das ist die wahre Frage, die in sich selbst ihre Antwort enth&#228;lt, fl&#252;chten zwei Revolution&#228;re mit der Kasse, die das Beste (und das Schlimmste) ihres Lebens gegeben, das Gef&#228;ngnis riskiert und in die Strafkolonie verbannt worden waren und die radikale Str&#246;mung des d&#228;nischen Proletariats w&#228;hrend diesen Jahren intensiver K&#228;mpfe repr&#228;sentiert hatten? &lt;i&gt;Der Grund daf&#252;r war, dass es keine revolution&#228;re mehr, sondern eine konterrevolution&#228;re Bewegung war und sie darin nichts verloren hatten&lt;/i&gt;; Harald Brix hatte sein Zuhause in einem d&#228;nischen Gef&#228;ngnis aufgrund politischer Agitation; er starb 1881. Die Politiker hatten nun freie H&#228;nde.&lt;br class='manualbr' /&gt;Ende 1877 fand der erste Sozialistenkongress in D&#228;nemark statt. Er nahm das Gothaer Fusionsprogramm an und repr&#228;sentierte 7000 Mitglieder, w&#228;hrend die Assoziation auf dem H&#246;hepunkt der K&#228;mpfe 1872 kaum 700 hatte; was das &lt;i&gt;zwingend&lt;/i&gt; konterrevolution&#228;re Wesen einer solchen Partei mit 7000 Mitgliedern 1877 beweist, zu einer Zeit der gesellschaftlichen Ruhe und in einem kleinen Land wie D&#228;nemark. Es gen&#252;gt, die gew&#228;hlten Motionen zu lesen, um zu realisieren, inwieweit die revolution&#228;re Tendenz verschwunden war, um der &#8222;politischen&#8220; und &#8222;gewerkschaftlichen&#8220; Agitation Platz zu machen. Ihre beiden St&#252;tzpfeiler waren der Parlamentarismus und die gewerkschaftliche T&#228;tigkeit. Im Jahr 1884 verb&#252;ndete sich die d&#228;nische SP mit der b&#252;rgerlichen Opposition, um den Minister Estrup zu st&#252;rzen, was ihre Mitgliederzahl und ihre Popularit&#228;t auf beeindruckende Art und Weise anwachsen liess: Sie hatte ihr Eintrittsticket in die demokratische Arena erlangt. Und wir gehen &#252;ber den Rest hinweg.&lt;br class='manualbr' /&gt;In einem internen Rundschreiben zur Vorbereitung des Kongresses 1888 kann man folgendes lesen: &#8222;Wir m&#252;ssen alles versuchen, um praktische Reformen zu erreichen, welche dazu beitragen, die Situation des Kleinb&#252;rgertums zu verbessern.&#8220; Das gleiche stand auch in einer &#246;ffentlichen Erkl&#228;rung: &#8222;Der Staat muss den Bauern mit Landbesitz die notwendigen Kapitale g&#252;nstig zur Verf&#252;gung stellen.&#8220; W&#228;hrend den Gemeindewahlen 1888 in Kopenhagen erkl&#228;rte die d&#228;nische SP offen, dass sie die Interessen des Kleinb&#252;rgertums repr&#228;sentiere, und schlug die Vers&#246;hnung zwischen Arbeitern und Kleinb&#252;rgerlichen vor. Es geht hier nicht einmal mehr um taktische Klassenb&#252;ndnisse und das &#252;bliche Geschw&#228;tz bez&#252;glich dieser Fragen, sondern um einen &lt;i&gt;unverbl&#252;mten&lt;/i&gt; Seitenwechsel hinsichtlich der gesellschaftlichen Schranke. Und zu diesem Zeitpunkt gruppiert sich die anti-parlamentarische marxistische Minderheit um die Zeitung &lt;i&gt;Arbedjeren&lt;/i&gt;, um auf den Bruch hinzuarbeiten, von dem wir weiter oben gesprochen haben (zu diesem Thema muss angemerkt werden, dass es von Anfang eine um Sophus Phill gruppierte Opposition gab). Die Ausgeschlossenen, die von ihren Gegnern zu Unrecht als &#8222;Anarchisten&#8220; bezeichnet wurden, gr&#252;ndeten die &lt;i&gt;Revolution&#228;re sozialistische Partei&lt;/i&gt; und behielten &lt;i&gt;Arbedjeren&lt;/i&gt; als Parteizeitung. Sie k&#228;mpfen an drei Fronten: gleichzeitig gegen den Staat und die Polizei (Petersen ist immer mal wieder im Gef&#228;ngnis), gegen die Arbeitgeberschaft und gegen die Sozialdemokratie. Sie weigern sich, gem&#228;ss ihren eigenen Worten, &#8222;Politik zu machen&#8220; und setzen den politischen Kampf mit dem b&#252;rgerlichen Streben nach Reformen gleich, das sie ebenfalls bek&#228;mpfen. Am skandinavischen Kongress in Christiania (102 Delegierte) im August 1890 ist die Diskussion zwischen Sozialdemokraten und revolution&#228;ren Sozialisten heftig, letztere werfen ersteren ihre Weigerung vor, den Kampf der Arbeitslosen zu unterst&#252;tzen, eine Weigerung, die mit der Verteidigung der Interessen der Bauern mit Landeigentum, der Handwerker und der wohlhabenden Arbeiter und der organisierten Sabotage des unmittelbaren Kampfes f&#252;r den Acht-Stunden-Tag zu tun hat. Die d&#228;nische SP endet &#252;brigens ziemlich b&#246;se; nachdem sie im Parlament f&#252;nf Sitze gewonnen hat, verb&#252;ndet sie sich mit den radikalen B&#252;rgerlichen und wird zu einem europ&#228;ischen Mitglied des &#8222;Possibilismus&#8220;.&lt;br class='manualbr' /&gt;Petersen muss ein Jahr (1892-1893) aufgrund eines Artikels im &lt;i&gt;Arbeiter&lt;/i&gt; ins Gef&#228;ngnis, der sich zum Aufstand und der Zerst&#246;rung des Staats bekennt. W&#228;hrend seinem Gef&#228;ngnisaufenthalt &#252;bernimmt eine andere, eher anarchistische Tendenz die F&#252;hrung in der Redaktion des &lt;i&gt;Arbeiter&lt;/i&gt; und beginnt, Artikel der von Landauer angef&#252;hrten Zeitung &lt;i&gt;Der Sozialist&lt;/i&gt; aus Berlin zu reproduzieren; nach einem Jahr kann der Arbeiter nicht mehr erscheinen (alles gem&#228;ss einem Brief von Petersen an Engels vom 8. Juli 1893). Um nicht zwischen Engels und den &#8222;Jungen&#8220; Position beziehen zu m&#252;ssen, behauptet Petersen, die d&#228;nische Opposition sei eine Opposition hinsichtlich taktischer Prinzipien, w&#228;hrend es zwischen der deutschen Opposition und der F&#252;hrung der deutschen SP nur &#8222;Nuancen&#8220; gebe (gem&#228;ss einem Artikel von Petersen im &lt;i&gt;Arbeiter&lt;/i&gt; am 8. November 1891). Die Ambivalenz ist tief und 1901 (u.a.) bringt der Druck der F&#252;hrung der Zweiten Internationale (Bebel, die &#214;sterreicher) die F&#252;hrung der d&#228;nischen SP dazu, die Ausschl&#252;sse von 1889 r&#252;ckg&#228;ngig zu machen.&lt;br class='manualbr' /&gt;W&#228;hrend der Periode zwischen 1889 und 1901 erreicht die Radikalit&#228;t der d&#228;nischen Linken der Zweiten Internationale ihren H&#246;hepunkt, Trier spricht sogar positiv vom Anarchismus in den 1894 ver&#246;ffentlichten Artikeln und proklamiert, er habe mehr mit Bakunin und Kropotkin gemeinsam als mit dem &#8222;Sozialdemokratismus&#8220;. Ausser 1916, wo Trier die SP aus Protest gegen ihren Ministerialismus verl&#228;sst, manifestiert sich die Opposition &lt;i&gt;innerhalb&lt;/i&gt; der Sozialdemokratie (1901-1916). Trier starb 1918, w&#228;hrend er seine Sympathie f&#252;r die neue &lt;i&gt;Sozialistische&lt;/i&gt; (sp&#228;ter Kommunistische) &lt;i&gt;Arbeiterpartei&lt;/i&gt; ausdr&#252;ckte, ihr jedoch nicht beitreten wollte, weil die Partei parlamentaristisch blieb.&lt;br class='manualbr' /&gt;Die eher anarchistische Tendenz der Redaktion nach 1892 ist kaum artikuliert; und erst in der ersten Dekade dieses [des 20.] Jahrhunderts entsteht mit der Tageszeitung &lt;i&gt;Die sozialistische Arbeiterzeitung&lt;/i&gt; (1908) von Chr. Christensen, ein Sch&#252;ler von Trier und Petersen, eine nicht-marxistische revolution&#228;re Tendenz (bis 1915 schreibt auch Petersen von Zeit zu Zeit in dieser Zeitung, danach wird er nach einem Selbstmordversuch mehr oder weniger verr&#252;ckt). Diese Tendenz, welche zwischen 1905 und 1908 einen anti-parlamentaristischen Text von Herman Teistler von ungef&#228;hr 1890 mit dem Titel &#8222;Wacht auf&#8220; ver&#246;ffentlicht, wird sp&#228;ter auch f&#252;r den Import der &#8222;revolution&#228;r syndikalistischen&#8220; Ideen nach D&#228;nemark verantwortlich sein. Im Jahr 1908 gr&#252;nden Chr. Christensen und andere die &lt;i&gt;Syndikalistische F&#246;deration&lt;/i&gt; und 1910 die &lt;i&gt;Union der gewerkschaftlichen Opposition&lt;/i&gt;, wovon eine Tendenz gegen 1920 versucht, sich mit der nicht-anarcho-syndikalistischen kommunistischen Linken zu vereinen (der Haupttext von Christensen datiert von 1921 und tr&#228;gt den Titel &#8222;Moskau und der Syndikalismus&#8220; &#8211; im gleichen Jahr zerst&#246;rt der vereinigende und spaltungsfeindliche Sinowjewismus diesen Versuch).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Eine Bewegung zwischen der d&#228;nischen und der holl&#228;ndischen entwickelte sich in Schweden, jedoch auf weniger radikalen Grundlagen und quantitativ unbedeutender. Besonders degenerierte die Bewegung nach einer terroristischen Phase schneller als woanders hin zu ihrer arbeiterorientierten Achse und war der Beginn der schwedischen anarchosyndikalistischen Bewegung, die heute noch existiert und sogar die einzige Bewegung dieser Art mit einer gewissen gewerkschaftlichen Bedeutung bleibt, nachdem die CNT in Wirklichkeit verschwunden ist. Die SAC ist ein Beispiel daf&#252;r, was die Grenzentwicklung des syndikalistisch-revolution&#228;ren Inhalts in der modernen Gesellschaft hervorbringen kann: &#8222;Apolitismus&#8220;, sozialer B&#252;rgersinn, sozialer Pazifismus, Mitbestimmung, Verherrlichung der Demokratie, Unterst&#252;tzung des Wohlfahrtsstaates usw. Bei Nettlau findet man einige Informationen zur Bergregen-Bewegung.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;La Perspective du communisme&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;N&#233;gation&lt;/i&gt; I, 'Le Prol&#233;tariat comme destructeur du travail'.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;La Perspective du communisme&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Encyclop&#233;die socialiste syndicale et coop&#233;rative de l'Internationale ouvri&#232;re&lt;/i&gt;, herausgegeben von Comp&#232;re-Morel.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Kautsky, zitiert gem&#228;ss Lenin, &lt;i&gt;Was tun?&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jean-Louis Pindy (oder Pendy) (1840-1917) war ein Schreiner, der 1867 der Internationale beitrat und deren Sektion in Brest gr&#252;ndete; im gleichen Jahr verlegte er seinen Wohnsitz nach Paris, wo er sich sehr schnell aktiv am Leben der IAA beteiligte. Pindy war damals in der von Tolain angef&#252;hrten proudhonianischen Fraktion, die am Basler Kongress (dritter Kongress der IAA) gegen das Kollektiveigentum des Bodens gestimmt und wo er als Repr&#228;sentant der Gewerkschaftskammer der Schreiner von Paris teilgenommen hatte. Pindy wurde, nachdem er aufgrund der gegen die IAA gerichteten Prozesse im Gef&#228;ngnis war, einer der Repr&#228;sentanten des revolution&#228;ren Proletariats, einer der agierenden Mitglieder der Partei des Proletariats w&#228;hrend der Agitation in den Jahren vor der Kommune. Er war einer der Gr&#252;nder des &lt;i&gt;Zentralkomitees der 20 Kreise&lt;/i&gt;; er signierte das &lt;i&gt;Rote Plakat&lt;/i&gt; vom 6. Januar 1871, das den Verrat der Regierung des 4. September verurteilte und radikale Massnahmen zur F&#252;hrung des &#8222;Volkskrieges&#8220; vorschlug und dessen letzten S&#228;tze lauteten &#8222;Platz dem Volk! Platz der Kommune!&#8220;; er beteiligte sich gleichzeitig an den Arbeiten des F&#246;deralrats der IAA und der Redaktionskommission derer neuen Zeitung, &lt;i&gt;La Lutte &#224; outrance&lt;/i&gt;; er tritt am 6. September 1870 in die Nationalgarde ein und wird Anfang M&#228;rz 1871 Mitglied des Zentralkomitees; und am 18. M&#228;rz geh&#246;rt er zu jenen, welche das Rathaus besetzen.&lt;br class='manualbr' /&gt;W&#228;hrend der Kommune, an welcher er sich beteiligte, war er Mitglied der Milit&#228;rkommission, dann folgte er auf Assi als Gouverneur des Rathauses und unterschrieb am 15. Mai die Erkl&#228;rung der &#8222;Minderheit&#8220; gegen den Wohlfahrtsausschuss.&lt;br class='manualbr' /&gt;Nachdem er es geschafft hatte, sich eine gewisse Zeit in Paris zu verstecken, fl&#252;chtete er in die Schweiz, wo er danach Gold- und Silberpunzer wurde. Er war sehr engagiert in der Juraf&#246;deration als Sekret&#228;r und Korrespondent des F&#246;deralkomitees, und das w&#228;hrend sehr langer Zeit, sein Wohnsitz war in La Chaux-de-Fonds, wo das Zentrum der Bewegung war.&lt;br class='manualbr' /&gt;Er gr&#252;ndete 1872 mit Dumartheray die franz&#246;sische F&#246;deration der IAA, die v.a. aus in die Schweiz gefl&#252;chteten Kommunarden bestand und versuchte, durch Kontakte mit einigen zerstreuten Individuen und Gruppen v.a. in der Region Rh&#244;ne-Alpes (Lyon, Saint-&#201;tienne usw.) und eine mehr oder weniger illegale Existenz, den durch die Niederschlagung der Kommune zerrissenen Faden wieder weiterzuspinnen. Die franz&#246;sische F&#246;deration blieb lange schattenhaft, doch durch die unaufh&#246;rliche Arbeit von Mitgliedern wie Camet, Gillet, Alerini usw., die zwischen Barcelona, der Schweiz und Lyon-Saint-&#201;tienne hin- und herreisten, schaffte sie es, die &#8222;revolution&#228;re&#8220; Fraktion des franz&#246;sischen Proletariats neu aufzubauen: Im Sommer 1877 gaben Paul Brousse und Pindy mit der Hilfe von Kropotkin die erste Nummer der &lt;i&gt;L'Avant-Garde&lt;/i&gt; heraus, die Zeitung der franz&#246;sischen F&#246;deration, deren Handlungsfeld die Propaganda in Frankreich war, wo sie klandestin verteilt wurde; einen Monat sp&#228;ter fand der erste Kongress der franz&#246;sischen F&#246;deration statt, er war eindeutig anarchistisch und kollektivistisch, die Organisatoren waren Montels und Brousse: Der Kongress nominierte eine Verwaltungskommission, die nur aus Verbannten bestand, Alerini, Brousse, Dumartheray, Montels und Pindy.&lt;br class='manualbr' /&gt;Im Oktober 1877 unterschrieb er das Plakat mit dem von Brousse verfassten und die Arbeiter zur Stimmenthaltung aufrufenden Manifest; diese fast &#252;berall in Frankreich plakatierte Erkl&#228;rung, die eine Antwort auf die Verleumdungen der Radikalen von Lyon war, welche sich die revolution&#228;ren Arbeiter zunutze machen wollten, um sich im Kontext der Krise des 16. Mai geschickt aus der Aff&#228;re zu ziehen, wurde mit einer zweiten fortgesetzt, die sie best&#228;tigte und von Jeallot, Ferr&#233;, Dumartheray, Alerini und Pindy unterschrieben war.&lt;br class='manualbr' /&gt;Pindy war einer der Unterzeichner und der Hauptredakteur des von der franz&#246;sischen F&#246;deration der anti-autorit&#228;ren IAA pr&#228;sentierten Berichts am zweiten Nationalkongress in Lyon, der, wenn er auch v.a. eine Versammlung von gewerkschaftlichen und Berufsdelegierten war, einer gem&#228;ssigter und &#8222;apolitischer&#8220; als der andere, so doch die Manifestation einer &#8222;revolution&#228;ren&#8220; Opposition bestehend aus etwa zehn Delegierten wie Ballivet und Dupiren erlebte, die ausserdem Mitglieder der IAA waren.&lt;br class='manualbr' /&gt;Er beteiligte sich auch am Leben der anti-autorit&#228;ren Internationale; am Kongress von Saint-Imier von 1872 war er Delegierter als Repr&#228;sentant mehrerer franz&#246;sischer Sektionen mit Montels, dann am sechsten Kongress der IAA in Genf, der eigentlich der erste Kongress der anti-autorit&#228;ren Internationale war, als Repr&#228;sentant des jurassischen F&#246;deralkomitees, danach wird er einer der Anf&#252;hrer der Organisation und nimmt an allen Kongressen bis zum letzten 1877 teil.&lt;br class='manualbr' /&gt;Im Jahr 1914 zeigt er sich wie so viele andere (wie sein Freund Montels, der das &lt;i&gt;Manifest der Sechzehn&lt;/i&gt; unterschrieb) sehr &#8222;Union sacr&#233;e&#8220; und erlangte schliesslich einen Geruch der patriotischen Heiligkeit, was f&#252;r einen Anarchisten nicht so schlecht war.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gustave Lefran&#231;ais (1825-1901) ist sicher einer der bemerkenswertesten und eigent&#252;mlichsten franz&#246;sischen Revolution&#228;re der zweiten H&#228;lfte des letzten Jahrhunderts. Lefran&#231;ais erlebte 1848, das Exil in England, die Vorbereitung der Kommune, die Erste Internationale und die Kommune, die anti-autorit&#228;re Internationale in der Schweiz usw., ohne je in den politischen S&#252;mpfen auf dieser Strecke den Boden unter den F&#252;ssen zu verlieren.&lt;br class='manualbr' /&gt;&#8222;Unser Leben ist eine Reise&lt;br class='manualbr' /&gt;Durch den Winter und die Nacht.&lt;br class='manualbr' /&gt;Wir suchen, was den Weg uns weise,&lt;br class='manualbr' /&gt;Am Himmel, wo kein Stern uns lacht.&#8220;&lt;br class='manualbr' /&gt;(&lt;i&gt;Lied der Schweizer Garden&lt;/i&gt;, 1793, das C&#233;line seinem Buch &lt;i&gt;Reise ans Ende der Nacht&lt;/i&gt; vorangestellt hat.)&lt;br class='manualbr' /&gt;Er stellt das seltene Beispiel eines Mannes dar, der den Kommunismus durch zwei Konterrevolutionen hindurch repr&#228;sentierte und der &lt;i&gt;trotz&lt;/i&gt; seiner Epoche &lt;i&gt;und gegen&lt;/i&gt; sie Kommunist blieb.&lt;br class='manualbr' /&gt;Lefran&#231;ais ist laizistischer, atheistischer und sozialistischer Lehrer, wird 1847 entlassen und wird Kanzleischreiber; er beteiligt sich an der Revolution 1848; 1849 beteiligt er sich am &lt;i&gt;Br&#252;derlichen Verein der sozialistischen Lehrer, Lehrerinnen und Professoren&lt;/i&gt; und an der Niederschrift seines Unterrichtsprogramms, aus diesem Grund findet im April 1850 ein Strafprozess gegen ihn statt und er wird zu Hausarrest in Dijon verurteilt.&lt;br class='manualbr' /&gt;Im Mai 1852 gelingt ihm die Ausreise nach London; dort lebt er im Elend und muss sich gegen die durchaus lebendige politische Erpressung verteidigen; Lefran&#231;ais, der seine Situation mit seinen Freunden wie Joseph D&#233;jacques teilt, macht sich Gedanken und nach eineinhalb Jahren in London kehrt ein kommunistischer Revolution&#228;r nach Paris zur&#252;ck, der die Kritik des Proudhonismus, des Mutualismus, des Blanquismus gemacht und v.a. verstanden hat, dass das Proletariat mit den kleinb&#252;rgerlichen Demokraten oder Jakobinern wie Ledru-Rollin nichts zu tun hat. Zwischen 1853 und 1868 trifft er sowohl alle revolution&#228;ren als auch die anderen Oppositionellen.&lt;br class='manualbr' /&gt;W&#228;hrend der Periode zwischen 1868 und 1871, die gleichbedeutend mit dem Erstarken des revolution&#228;ren Prozesses ist, bringt die noch unsichere Klasse Leute wie Pindy, Lefran&#231;ais, Leverdays, Vermorel usw. hervor, die sie, ohne &#8222;Theoretiker&#8220; oder &#8222;Zauberer&#8220; zu sein, &#252;ber ihre eigene geschichtliche Bewegung aufkl&#228;ren. Lefran&#231;ais wird schnell zu einem der popul&#228;rsten Redner in all den &#246;ffentlichen, in der Vauxhall, im Pr&#233;-aux-Clercs, in der Redoute abgehaltenen revolution&#228;ren Versammlungen, wo sich all die sich wirklich in Bewegung befindenden Randgruppen auf der Suche nach sich selbst hineindr&#228;ngen; Lefran&#231;ais ist dort einer der wichtigsten Vertreter und Verteidiger des Kommunismus, der freien Vereinigung usw. Er ist Mitglied des Komitees der Wachsamkeit im vierten Kreis, dann des Zentralkomitees der 20 Kreise, fordert vergeblich dringende Massnahmen. Nachdem er im Gef&#228;ngnis Mazas gewesen ist, wird er als Mitglied der Kommune, dann der Exekutivkommission gew&#228;hlt; er ist Teil der &#8222;Minderheit&#8220; gegen den Wohlfahrtsausschuss.&lt;br class='manualbr' /&gt;Nachdem er nach Genf gefl&#252;chtet ist, gr&#252;ndet er mit M&#226;lon und Ostyn die &lt;i&gt;Revolution&#228;re Genfer Propaganda- und Aktionssektion&lt;/i&gt;, deren f&#252;hrender Kopf er ist, und nimmt an den internationalen Kongressen der anti-autorit&#228;ren IAA teil.&lt;br class='manualbr' /&gt;Er arbeitet bis etwa 1878 bei vielen &#8222;anti-autorit&#228;ren&#8220; Zeitungen seiner Zeit mit; er ver&#246;ffentlicht auch Brosch&#252;ren (&lt;i&gt;R&#233;publique et r&#233;volution&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;De l'attitude &#224; prendre par le prol&#233;tariat en pr&#233;sence des partis politiques&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;De la dictature&lt;/i&gt; usw.), in welchen er versucht, den autonomen Kampf des Proletariats und die Verweigerung der Politik zu theoretisieren. Er will nicht mit den Anarchisten verbunden oder identifiziert werden: Er geh&#246;rt keiner Partei, keiner Sekte an.&lt;br class='manualbr' /&gt;Der &#8222;Kommunalismus&#8220; ist, mit Ausnahme des in ihm enthaltenen Fourierismus, ein Versuch, den Inhalt der proletarischen Bewegung der Epoche zu studieren und zu verstehen, er ist auf die von der Bewegung angenommene Form &#8222;Kommune&#8220; fixiert, genau wie der &#8222;R&#228;tekommunismus&#8220; sp&#228;ter die Bewegung auf ihre Form &#8222;Rat&#8220; reduzierte, nat&#252;rlich nach ihrer Niederlage.&lt;br class='manualbr' /&gt;Nachdem er die Lausanner Sektion neu organisiert hat und sich mit Vermeerch duellierte, kommt Lefran&#231;ais 1887 nach Paris zur&#252;ck; am Ende seines Leben hielt er sich fern &#8211; fern zwar, doch fern von der Politik.&lt;br class='manualbr' /&gt;&#8222;Ich sterbe immer &#252;berzeugter, dass die sozialen Ideen, welche ich mein ganzes Leben kundgetan und f&#252;r welche ich, so gut ich konnte, gek&#228;mpft habe, richtig und rein sind.&lt;br class='manualbr' /&gt;Ich sterbe immer &#252;berzeugter, dass die Gesellschaft, inmitten welcher ich gelebt habe, nur die zynischste und ungeheuerlichste aller R&#228;ubereien ist.&lt;br class='manualbr' /&gt;Ich sterbe, w&#228;hrend ich die tiefste Verachtung aller politischen Parteien kundtue, m&#246;gen sie sozialistisch sein, ich habe diese Parteien immer nur als Gruppierungen einfacher Naiver betrachtet, welche von scham- und skrupellosen Karrieristen angef&#252;hrt werden.&#8220; (Testament von Lefran&#231;ais.)&lt;br class='manualbr' /&gt;&#8222;Ihr Verr&#252;ckten seid noch jene Menschen, welche ich am meisten liebe. Mit Euch kann man arbeiten und sich selber bleiben.&#8220; (An Kropotkin.)&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Errico Malatesta, &#8222;Kollektivistische Internationale und anarchistischer Kommunismus&#8220;, &lt;i&gt;Pensiero e Volont&#224;&lt;/i&gt;, Rom, 25. August 1926 in &lt;i&gt;Gesammelte Schriften&lt;/i&gt;, Bd. 2, S. 42.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Errico Malatesta, &#8222;Programm und Organisation der internationalen Arbeiterassoziation&#8220;, &lt;i&gt;La Questione sociale&lt;/i&gt;, Florenz, Juni 1884 in &lt;i&gt;Gesammelte Schriften&lt;/i&gt;, Bd. 2, S. 43-44.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Errico Malatesta, &#8222;Wille&#8220;, nachgedruckt im &lt;i&gt;R&#233;veil&lt;/i&gt;, Genf, M&#228;rz 1914.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Paul Brousse, &lt;i&gt;Arbeiter-Zeitung&lt;/i&gt;, Bern, 28. Oktober 1876, S. 4.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb30&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh30&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 30&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;30&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Bulletin jurassien&lt;/i&gt;, Dezember 1876.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb31&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh31&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 31&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;31&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Errico Malatesta, &#8222;Kollektivistische Internationale und anarchistischer Kommunismus&#8220;, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 42.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb32&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh32&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 32&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;32&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;'Allgemeine Sitzung der Jurassischen F&#246;deration am 12. Oktober in La Chaux-de-Fonds', &lt;i&gt;Le R&#233;volt&#233;&lt;/i&gt;, Genf, Oktober 1879.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb33&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh33&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 33&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;33&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cafiero, &lt;i&gt;Le R&#233;volt&#233;&lt;/i&gt;, Genf, Dezember 1880.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb34&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh34&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 34&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;34&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;La R&#233;volution sociale&lt;/i&gt;, August 1881.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb35&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh35&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 35&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;35&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Errico Malatesta, &#8222;Kollektivistische Internationale und anarchistischer Kommunismus&#8220;, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 44-45.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb36&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh36&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 36&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;36&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Aufruf&#8220; und &#8222;Programm&#8220;, &lt;i&gt;L'Azzociazione&lt;/i&gt;, Nizza-London, 1890.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb37&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh37&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 37&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;37&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Paraf-Javal (1888-1942), ein sehr ambivalenter individualistischer Anarchist, d.h. einerseits sehr interessant in gewisser Hinsicht (Kritik der Gewerkschaften, der Politik) und andererseits beteiligt an jeglichem Schwachsinn wie die &#8222;freien Milieus&#8220;, &#8222;Freimaurer&#8220; usw. Er ist ein Freund des ber&#252;hmten &#8222;Libertad&#8220; (1875-1908) und gr&#252;ndet zusammen mit ihm und anderen Anarchisten wie Lorulot, der zuk&#252;nftige Kopf der Libre pens&#233;e, oder Kibaltschitsch (alias Victor Serge) 1905 die Zeitschrift &lt;i&gt;L'Anarchie&lt;/i&gt;. Diese Zeitschrift repr&#228;sentierte in der anarchistischen Bewegung die rein individualistische Str&#246;mung, sowie den Illegalismus (sie wird Bonnot beeinflussen) und die Kritik des gesellschaftlichen Lebens des Kapitals. Die letzte Nummer erscheint im Juli 1914.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb38&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh38&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 38&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;38&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Errico Malatesta, &#8222;Anarchismus und Gewerkschaften&#8220;, &lt;i&gt;Pensiero e Volont&#225;&lt;/i&gt;, 1925. Dieser Artikel ist zwar 1925 erschienen, er beschreibt jedoch sehr gut Malatestas Position von Anfang an.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb39&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh39&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 39&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;39&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Henri Dhorr, &lt;i&gt;Le Libertaire&lt;/i&gt;, Juni 1897.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb40&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh40&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 40&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;40&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Paraf-Javal, &lt;i&gt;Le Libertaire&lt;/i&gt;, April 1904.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb41&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh41&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 41&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;41&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Le Bulletin communiste&lt;/i&gt;, &#8222;Prol&#233;taires et communistes&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb42&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh42&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 42&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;42&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb43&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh43&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 43&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;43&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx, &lt;i&gt;Die Klassenk&#228;mpfe in Frankreich 1848-1850&lt;/i&gt;, MEW 7, S. 19-20.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb44&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh44&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 44&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;44&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;i&gt;Le Voyou&lt;/i&gt;, Nr. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb45&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh45&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 45&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;45&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Paul Mattick, &#8222;Karl Kautsky: Von Marx zu Hitler&#8220; in &lt;i&gt;Jahrbuch Arbeiterbewegung. Theorie und Geschichte&lt;/i&gt; 2, 1974.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb46&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh46&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 46&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;46&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &#8222;Le prol&#233;tariat comme destructeur du travail&#8220;, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb47&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh47&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 47&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;47&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Le Voyou&lt;/i&gt;, Nr. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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