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		<title>Miguel Amor&#243;s - Professionelle Anarchie und theoretische Abr&#252;stung: Zum Insurrektionalismus (2007)</title>
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&lt;p&gt;Wir sind sicher, dass aus unserem Kampf hier und jetzt die Gemeinschaften der Freude hervorgehen werden. &lt;br class='autobr' /&gt;
Alfredo Bonanno, Die bewaffnete Freude &lt;br class='autobr' /&gt;
W&#228;hrend den letzten zehn Jahren ungef&#228;hr wurde das &#252;berholte spanische libert&#228;re Milieu von einer anarchistischen Str&#246;mung ersch&#252;ttert, deren T&#228;tigkeiten bez&#252;glich des Ansatzes zur revolution&#228;ren Aktion zu einem Wechsel der Perspektive gef&#252;hrt haben. Da sie ihre Kritik auf Fragen der Taktik beschr&#228;nkt und alles andere ignoriert, waren ihre (...)&lt;/p&gt;


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		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Wir sind sicher, dass aus unserem Kampf hier und jetzt die Gemeinschaften der Freude hervorgehen werden.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Alfredo Bonanno, &lt;i&gt;Die bewaffnete Freude&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend den letzten zehn Jahren ungef&#228;hr wurde das &#252;berholte spanische libert&#228;re Milieu von einer anarchistischen Str&#246;mung ersch&#252;ttert, deren T&#228;tigkeiten bez&#252;glich des Ansatzes zur revolution&#228;ren Aktion zu einem Wechsel der Perspektive gef&#252;hrt haben. Da sie ihre Kritik auf Fragen der Taktik beschr&#228;nkt und alles andere ignoriert, waren ihre Beitr&#228;ge nicht zahlreich. Die wirklichen Bedingungen der gegenw&#228;rtigen Zeit, beginnend mit der Abwesenheit grosser K&#228;mpfe, der Nichtexistenz einer Arbeiterbewegung und einem im Niedergang begriffenen anarchistischen Milieu, waren nicht die besten Umst&#228;nde, unter welchen die insurrektionalistischen Aktionsvorschl&#228;ge mit dem pazifistischen Spektakel der sozialen Pseudo-Bewegungen brechen k&#246;nnte, welche vor kurzem aufgekommen sind. Die Sabotageaktionen der &#8222;Insus&#8220; wurden von den unbewussten Massen als etwas ihnen fremdes wahrgenommen, was die Repression gegen sie erleichterte. Doch wir w&#252;rden uns auf der Seite der Unnachsichtigkeit verirren, w&#252;rden wir nicht im Antrieb hinter diesen Aktionen einen authentischen Willen zum Kampf und eine Intelligenz erkennen, welche effizienter in Richtung einer radikalen Kritik der bestehenden Bedingungen deutet als jene anderer moderner libert&#228;rer Str&#246;mungen, wie die primitivistische, gr&#252;ne, kommunalistische, munizipalistische usw. Das ist Grund genug, um sich mit der Frage der insurrektionalistischen Str&#246;mung auseinanderzusetzen und ihre zentralen Postulate kritisch zu w&#252;rdigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zuerst muss gesagt werden, dass der insurrektionalistische Anarchismus sehr stark mit der Figur Bonannos verbunden scheint, er ist sein Hauptvertreter, auch wenn er keine offizielle Position in der Bewegung inne hat und auch keine F&#252;hrungsrolle spielt; er ist einfach durch die St&#228;rke seiner Pers&#246;nlichkeit in der Bewegung repr&#228;sentiert. Obwohl es wahr ist, dass seine Meinungen und Aktionen auch feindliche Kritik und Meinungsverschiedenheiten zwischen den Gruppen provoziert haben und dass es auch andere bedeutende &#8222;Theoretiker&#8220; wie Constantino Cavallieri gegeben hat, ist seine Rolle in der Entstehung jener Taktik unbestreitbar, welche den Insurrektionalismus charakterisiert. Bonanno ist ein anarchistischer Veteran mit sehr viel Erfahrung und ein &#246;ffentlicher Feind der Herrschaft, was er dem Staat mit etlichen Prozessen und Haftstrafen bezahlte. Er hat etliche Texte ver&#246;ffentlicht, die uns erlauben, ein klares Bild seiner Ideen zu bekommen, welche alles andere als kompliziert oder originell sind; aufgrund seines Hintergrunds und seines Charakters hat er seit jeher jegliches bedeutende philosophische Nachdenken als &#8222;Metaphysik&#8220; abgetan, was keine &#220;berraschung darstellen sollte, denn der wirkliche Bonanno ist zuerst ein Agitator und ein Mann der Aktion und erst danach ein analytischer und klarer Denker. Das Ziel dieses Texts ist es, das Auftauchen insurrektionalistischer Ideen zu verorten und seiner Entwicklung durch eine Zusammenfassung seiner Erfahrungen und seinem pers&#246;nlichen Werdegang zu folgen, allerdings mit methodischer Vorsicht und auf der Tatsache bestehend, dass Insurrektionalismus nicht nur aus Bonnanismus besteht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alfredo Maria Bonanno wurde 1937 in Catania (Sizilien) geboren und war der Sohn einer relativ wohlhabenden Familie. Wir wissen nichts &#252;ber seine ersten dreissig Jahre; seine ersten bekannten Schriften entstanden Ende der 1970er Jahre und handeln vom Atheismus und der &#8222;Autonomie der Basis der produktiven Kerne&#8220;. Ein Text von 1971 spricht von &#8222;Gegenmacht&#8220;, was auf &#8222;operaistische&#8220; Einfl&#252;sse deutet, welche vermutlich entweder von Negri oder von der spontaneistischen maoistischen Organisation &#8222;Potere Operaio&#8220; kamen. Der &#8222;Operaismus&#8220; war eine kritische marxistische Str&#246;mung, welche in den 1960er Jahren ungef&#228;hr die gleiche Rolle spielte in Italien wie &#8222;Socialisme ou Barbarie&#8220; in Frankreich und theoretische Erneuerung in die Reihen der libert&#228;ren Milieus brachte. Bonanno &#252;bersetzte auch Klassiker wie Rudolf Rocker und weniger klassische Theoretiker wie Gast&#243;n Leval. Als die Wasser des italienischen Anarchismus sich zu bewegen begannen als Resultat von Mai 68 und den Streiks des &#8222;heissen Herbsts&#8220; 1969, war unser Protagonist schon genug vertraut mit anarchistischer Ideologie, um sich in der Generationendebatte eindeutig &#8222;links&#8220; zu positionieren. Die jungen Libert&#228;ren wollten ihre Aktionen nicht auf Propaganda und Bekehrung beschr&#228;nken; sie wollten tats&#228;chlich an wirklichen K&#228;mpfen teilnehmen, um &#8222;zur Ausbreitung eines revolution&#228;ren anarchistischen Bewusstseins in den Massen beizutragen&#8220;. Die Organisation der glorreichen &#196;lteren und ihrer Anh&#228;nger war mehr mit Sitzungen und Kongressen als mit K&#228;mpfen besch&#228;ftigt und hatte einzig zum Ziel, &#8222;so viele Leute wie m&#246;glich unter einem K&#252;rzel oder einer Fahne zu versammeln&#8220; und interessierte sich kaum f&#252;r &#8222;den Angriff auf die Macht, sondern eher daf&#252;r, sie so wenig wie m&#246;glich zu st&#246;ren, um die winzigen R&#228;ume zu ben&#252;tzen, wo ihre K&#228;mpfe stattfanden oder wo sie den Illusionen &#252;ber ihre K&#228;mpfe fr&#246;nt&#8220;. Es war also &#8222;eine Bewegung, welche als H&#252;terin eines Erbguts an Ideen, Analysen und besonderen Erlebnissen dient, doch sie hat keine direkte Beziehung zu den K&#228;mpfen, welche gegenw&#228;rtig stattfinden&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bonanno, &#8220;Fictitious Movement and Real Movement&#8221;: .&#034; id=&#034;nh1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ein Morast von impliziten Abmachungen und Prozeduren erlaubte einer kleinen B&#252;rokratie von Offiziellen, jede Initiative zu l&#228;hmen, welche nicht mit der offiziellen Linie &#252;bereinstimmte, genau deshalb ist es jenes implizite Vorgehen, welches den zentralen &lt;i&gt;casus belli&lt;/i&gt; in der Auseinandersetzung zwischen den alten bewegungslosen Aktivisten und der neuen Generation darstellte. Die italienische anarchistische F&#246;deration war auf der Grundlage eines &#8222;assoziativen Pakts&#8220; organisiert, welcher von Malatesta selbst ausgearbeitet worden war. Als eine &#8222;synthetische&#8220; Organisation hatte es Platz f&#252;r Anarchisten aller Str&#246;mungen, doch nicht f&#252;r alle Taktiken, denn diese wurden bequem an den Kongressen bestimmt, wo &#8222;kleine geistlose Machtzentren&#8220; Minderheitsmeinungen kontrollierten, beurteilten, verurteilten oder ihnen die Absolution erteilten. Die jungen Anarchisten verteidigten eine flexible Struktur von &#8222;Affinit&#228;tsgruppen&#8220;, ohne Programm, Regeln oder Komitees und ohne vereinendes Band ausser individueller Autonomie und pers&#246;nlicher Verantwortung. Sie waren kritisch gegen&#252;ber den Gewerkschaften und verteidigten die Idee kleiner Basisorganisationen, unabh&#228;ngig von jeglicher politischen oder gewerkschaftlichen Struktur, wie z.B. die autonome Bewegung der Eisenbahnarbeiter Turins, als optimales Mittel zur Intervention in K&#228;mpfen f&#252;r die Anarchisten. Bonanno proklamierte: &#8222;Wir sind Anh&#228;nger der Organisation [&#8230;] doch Organisation soll nicht zum Selbstzweck verkommen, soll nicht vom Kampf isoliert sein und kein Hindernis darstellen, das &#252;berwunden werden muss, um Zugang zur Arena des Klassenkrieges zu haben.&#8220; Die wichtigste Frage, welche alte und junge Libert&#228;re spaltete, war allerdings die Frage der revolution&#228;ren Gewalt. Zu dieser Zeit experimentierte die italienische Bourgeoisie mit dem Terror und das Problem einer gewaltt&#228;tigen Antwort darauf kam auf, die bewaffneten K&#228;mpfe oder die gewaltt&#228;tigen Angriffe waren blosse Aspekte dieses Problems, welche man unm&#246;glich ignorieren konnte. Die tonangebenden Aktivisten der FAI vermieden es nicht nur, an solchen Debatten teilzunehmen; sie versuchten auch all jene durch Verleumdungen und hinterh&#228;ltige Machenschaften zu isolieren, welche sie f&#252;r n&#246;tig hielten. Schliesslich wurde jener Punkt erreicht, wo das, was die jungen Libert&#228;ren mit der FAI verband, komplett von dem &#252;berdeckt wurde, was sie von ihr entfremdete, womit es schon bald zu den ersten Spaltungen kam. Sie begannen 1969; es gab ungeduldige Aktivisten, welche Lotta continua oder Potere operaio beitraten, w&#228;hrend andere die F&#246;derierten anarchistischen Gruppen gr&#252;ndeten und &lt;i&gt;A Rivista anarchica&lt;/i&gt; ver&#246;ffentlichten, w&#228;hrend Jahren die Trib&#252;ne der &#8222;alternativen&#8220; Anarchisten. Ein interessanter Beitrag dieser Str&#246;mung war ihre Kritik der &#8222;Technob&#252;rokratie&#8220; und des neuen &#8222;Managementkapitalismus&#8220;, der Begriff wurde James Burnhams &lt;i&gt;Das Regime der Manager&lt;/i&gt; entlehnt, ein Buch, zu dem sich Bonanno Notizen machte und diese in sp&#228;teren Texten wiederk&#228;ute. Eine dritte Str&#246;mung wurde von jenen geformt, welche von der Plattform Arschinows und Makhnos inspiriert waren, wie die franz&#246;sische ORA verteidigten sie eine noch strengere und besonders avantgardistischere Organisation, welche die H&#252;terin der Prinzipien eines eifrig verteidigten Anarchismus sein sollte. Abgesehen von den Spaltungen schien allerdings der Einfluss der situationistischen Ideen seit 1968 das Hauptproblem der FAI, es war das wahrhafte L&#246;sungsmittel der stereotypen Aktivistenparolen und der l&#228;hmenden Ideologie, welche unf&#228;hig war, sich in einer einheitlichen und radikalen Kritik der neuen Klassengesellschaft zu beteiligen, innerhalb welcher sich die K&#228;mpfe gegen eine erneuerte Macht orientieren mussten. Die Situationistische Internationale, welche eine italienische Sektion hatte, verk&#246;rperte in ihren letzten Jahren die Figur des &#8222;historischen B&#246;sen&#8220; f&#252;r die alte Garde der FAI, jene Ideologen einer besonderen Art des Anarchismus, welcher durchwegs kompatibel mit der modernisierten Klassengesellschaft war. Die Spannung zwischen dieser alten Garde und einem dissidenten Sektor im Zustand konstanter Unruhe, welcher erstere des B&#252;rokratismus und der Ideologie bezichtigte, eine Kritik des allt&#228;glichen Lebens verteidigte, von Arbeiterr&#228;ten sprach, gewaltt&#228;tige Methoden proklamierte, provozierte bei der alten Garde der FAI einen paranoiden Verteidigungsreflex. Die B&#252;rokraten der FAI dachten, sie seien von mysteri&#246;sen situationistischen Agenten infiltriert worden und reagierten, indem sie einen Kongress einberiefen, den zehnten der FAI, welcher am 10. April 1971 in Carrara gehalten wurde und besonders dem Kampf gegen das Phantom der SI gewidmet war. Der Kongress stimmte f&#252;r den Ausschluss der &#8222;Anarcho-Situationisten&#8220;, um zu verhindern, dass ihrem Beispiel in den lokalen Gruppen und F&#246;derationen gefolgt wird. Die unbedeutende FAI, besessen mit etwas, das nicht mehr war, als die antib&#252;rokratischen Effekte der ersten Stufe der proletarischen Autonomie, blieb blind f&#252;r die wirkliche Gefahr, jene der Manipulation der libert&#228;ren Bewegung durch die Geheimdienste des italienischen Staates. So schob die Polizei die faschistischen Bombenanschl&#228;ge am 29. April 1969 in Mailand und auf der Piazza Fontana am 12. Dezember 1969 den Anarchisten in die Schuhe. Ein Anarchist, Giuseppe Pinelli, wurde aus dem Fenster einer Polizeistation geworfen und ein anderer, Pietro Valpreda, wurde als S&#252;ndenbock auserkoren, um f&#252;r die Bombenanschl&#228;ge zu bezahlen. Die Aff&#228;re ging &#252;ber den Bereich des libert&#228;ren Milieus hinaus und ersch&#252;tterte die gesamte Gesellschaft. Die Stimmung wurde im Mai 1972 weiter angeheizt als der Anarchist Franco Serantini von der Polizei an einer Demonstration totgeschlagen und der daf&#252;r verantwortliche Polizeiverantwortliche Calabresi ein paar Tage sp&#228;ter von einem Kommando erschossen wurde. Die durch die Ereignisse aufgeschreckte FAI z&#246;gerte nicht, sich von den gewaltt&#228;tigen Antworten auf die Repression zu distanzieren, indem sie die Angriffe und die Bombenanschl&#228;ge gegen die Polizei und die Justiz verurteilte. Bonanno, der die Bombenanschl&#228;ge in Mailand ein Jahr zuvor verurteilt hatte, nahm eine diametral entgegengesetzte Position ein, zeigte in einem Artikel f&#252;r die von ihm herausgegebene Publikation &lt;i&gt;Sinistra libertaria&lt;/i&gt; mit dem Titel &#8222;I Know Who Killed Chief Superintendent Luigi Calabresi&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe .&#034; id=&#034;nh2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; einen gewissen Sinn f&#252;r Humor und war mutig genug, um daf&#252;r mit zwei Jahren und zwei Monaten Gef&#228;ngnis f&#252;r &#8222;Anstachelung zu Verbrechen&#8220; zu bezahlen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alles deutet darauf hin, dass er im Knast viel las, denn er ver&#246;ffentlichte 1974 einige Pamphlete &#252;ber den Staat, die Stimmenthaltung und die Revolution. Auf dieser Stufe seiner Laufbahn glaubte er, er habe in seinem Denken eine Schwelle &#252;berschritten und ver&#246;ffentlichte in Eigenregie eine dicke Anthologie mit dem Titel &lt;i&gt;Selbstverwaltung und Anarchie&lt;/i&gt;. W&#228;hrend den n&#228;chsten Jahren druckte er weiterhin Exemplare des Buches, welches gem&#228;ss einer Copypaste-Methode zusammengestellt war [&#8230;] und schrieb weiterhin Artikel f&#252;r die zweimonatlich erscheinende Zeitschrift Anarchismo, welche er in Catania gegr&#252;ndet hatte. Er rechtfertigte die Ablehnung der dialektischen Methode mit dem Argument, sie gehe Hand in Hand mit &#8222;autorit&#228;ren&#8220; Denkformen, welche autorit&#228;ren Aktionsformen entsprechen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#8222;Economic Crisis and Revolutionary Opportunity&#8220;.&#034; id=&#034;nh3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Gem&#228;ss Bonanno ist Marx nicht einmal f&#252;r die Kritik der &#214;konomie n&#252;tzlich, denn sein Denken sei philosophisch, hegelianisch und somit &#8222;metaphysischer Rauch&#8220;. Allergisch auf die Begrifflichkeit der Philosophie geht er so weit, das Marxsche Werk als &#8222;ein Programm&#8220; zu definieren, &#8222;das seine Wurzeln im protestantischen Mystizismus des Mittelalters hat&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;After Marx, Autonomy&#8220;.&#034; id=&#034;nh4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, ein Standpunkt, den man so akzeptieren k&#246;nnte, h&#228;tte der Protestantismus irgendwas mit Mystizismus zu tun und v.a. im Mittelalter bereits existiert. Bonanno wird immer das Problem haben, zu allem irgendwas sagen zu k&#246;nnen, ob er etwas davon versteht oder nicht, und h&#228;ufig tauchen im weiten Katalog seiner Werke l&#228;cherliche Fehler auf. Durch das Beispiel Bakunins, eine unvergleichliche Figur des Hegelschen Einflusses, h&#228;tte er leicht die Rolle der klassischen deutschen Philosophie in der Entwicklung des revolution&#228;ren Denkens erkennen k&#246;nnen. Bonannos Kritik der Gewerkschaften wiederholte, was man bereits seit Mai 68 wusste: &#8222;Der alte Kapitalismus wurde durch eine neue Version des Managements ersetzt. Dieser neue Kapitalismus weiss sehr gut, dass sein bester Freund und B&#252;ndnispartner die Gewerkschaft ist.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8220;A Critique of Syndicalist Methods&#8221;, 1975: .&#034; id=&#034;nh5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Soweit sagt er das selbe wie die r&#228;tekommunistischen Marxisten (er zitiert Pannekoek), doch er richtet seine Kritik einzig und allein gegen die libert&#228;ren Gewerkschaften. Er legt den Fokus allerdings nicht auf Arbeiterr&#228;te, Versammlungen, Komitees und andere Formen horizontaler Koordination, schliesslich interessiert sich Bonanno nicht f&#252;r die Arbeiterklasse &#8222;an sich&#8220;, sondern nur f&#252;r die Art und Weise, wie in ihrer Selbstorganisation der Anarchismus artikuliert werden kann. Die Anarchisten m&#252;ssen ihre Ideen nicht von aussen durch Propaganda in die Massen injizieren: &#8222;Das revolution&#228;re anarchistische Projekt beginnt beim besonderen Kontext aktueller K&#228;mpfe, [es] kann nicht das Produkt einer Minderheit sein. Es wird nicht von letzterer innerhalb ihres Theoriegeb&#228;udes ausgearbeitet und dann ganz oder teilweise in die Bewegung exportiert [&#8230;] es ist notwendig, vom aktuellen Niveau der K&#228;mpfe zu beginnen, vom konkreten, materiellen Niveau des Klassenkampfes, indem kleine autonome Basisorganisationen aufgebaut werden, die f&#228;hig sind, den Konvergenzpunkt zwischen der totalen Vision der Befreiung und die f&#252;r eine revolution&#228;re Zusammenarbeit unvermeidliche teilweise strategische Sichtweise zu besetzen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8220;Fictitious Movement and Real Movement&#8221;: .&#034; id=&#034;nh6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Bonanno dachte 1975 (richtigerweise), dass die italienische Gesellschaft sich in einer vorrevolution&#228;ren Phase befand und dass die Grundlage davon die autonome Organisation der Arbeiter war, f&#252;r welche sie &#8222;autonome Basisgruppen&#8220; oder &#8222;autonome Arbeitergruppen brauchten&#8220;, die nichts anderes waren als &#8222;kleine autonome Basisorganisationen, welche sich dem radikalen Kampf gegen die bestehenden Produktionsbedingungen verschrieben&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;A Critique of Syndicalist Methods&#8220;.&#034; id=&#034;nh7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Diese Gruppen wurden als Schnittpunkt zwischen Anarchisten und dem Proletariat betrachtet. Er hatte kein Vertrauen mehr in breitere Strukturen wie Arbeiterversammlungen, weil sie die Autonomie der Gruppen einschr&#228;nkten und leicht von B&#252;rokraten und Demagogen manipuliert werden konnten. Er war nicht sehr konkret bez&#252;glich den Zwischenschritten hin zu einem qualitativen Sprung des gesellschaftlichen Konflikts hin zu einem Punkt, wo der bewaffnete Kampf auf dem Programm stand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mitte der 1970er Jahre war der italienische Staat ernsthaft geschw&#228;cht worden und diese Schw&#228;che hatte er durch seinen von den Medien und den Stalinisten unterst&#252;tzten R&#252;ckgriff auf inszenierten, fiktive Feinde erschaffenden Terrorismus entbl&#246;sst. Versuche, die Industrie zu restrukturieren, verschlimmerten die soziale Revolte, welche sich von den Fabriken auf die Strassen ausdehnte. In den Worten Bonannos: &#8222;Die revolution&#228;re Bewegung und in ihrem Inneren auch die anarchistische befand sich zu diesem Zeitpunkt noch in einer Entwicklungsphase und alles schien m&#246;glich, auch die Verbreiterung des revolution&#228;ren Kampfes.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die bewaffnete Freude,&#034; id=&#034;nh8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Existenz einer militarisierten Partei wie die Roten Brigaden erzeugte bei den Leuten aus dem anti-autorit&#228;ren Milieus die Angst, die Roten Brigaden w&#252;rden die F&#252;hrung &#252;ber die K&#228;mpfe &#252;bernehmen. Die Debatte um bewaffnete libert&#228;re Alternativen f&#252;hrte 1977 zur Entstehung von Azione rivoluzionaria, &#8222;eine Kampfstruktur, die so offen wie m&#246;glich f&#252;r die Basis ist&#8220;. Die Kritik der Waffen, &#8222;die einzige Kraft, welche einem Projekt Glaubw&#252;rdigkeit geben kann&#8220; gem&#228;ss Azione rivoluzionaria, erreichte nun ein derart hohes Niveau, dass sich die Konfrontationen nicht mehr nur auf die FAI beschr&#228;nkten (die, da interessierter an Gewerkschaftsarbeit, denn an der Revolution, den bewaffneten Kampf nat&#252;rlich verurteilte), sondern auch unter Revolution&#228;ren aufkamen. F&#252;r einige war das ganze eine getrennte Gewalt, welche nicht der Klassenkonfrontation, sondern dem Spektakel der Konfrontation n&#252;tzte und zur Kriminalisierung der &#8222;Autonomiebewegung&#8220; beitrug und Repression gegen sie provozierte. F&#252;r Azione rivoluzionaria w&#228;re die Bewegung ohne die bewaffneten Gruppen nie ernst genommen und gef&#252;rchtet worden. Es war logisch, dass die Repression die revolution&#228;re Offensive treffen w&#252;rde, bewaffnete Gruppen hin oder her, doch dank der Tatsache, dass diese zum Blitzableiter gegen den repressiven Apparat wurden, hatte die Bewegung immer noch ihre R&#228;ume, Zeitungen und Radiostationen. Bonannos Antwort nahm zuerst die Form eines Textes namens &#8222;Movement and Revolutionary Project&#8220; und dann eines Buches namens &lt;i&gt;Die bewaffnete Freude&lt;/i&gt; an, letzteres hatte eine grosse Wirkung zu dieser Zeit, nicht nur weil es die Tabus des aktivistischen Lebensstils brach, sondern auch weil es schnell verboten wurde (im Raum Bologna wurden ungef&#228;hr dreitausend Exemplare verkauft oder verteilt). Es wurde auch in diverse Sprachen &#252;bersetzt. Das Buch enth&#228;lt keine bedeutende Analysen und er&#246;rtert auch das Thema des bewaffneten Kampfes nicht ernsthaft: Es ist nicht ein Strategiebuch, sondern ein Buch der Prinzipien. Seine Neuartigkeit lag nicht im Inhalt, der dem Werk der Gruppe &#8222;Comontismo&#8220; (1972-1974) und von den Schriften &#8222;Terrorismus und Revolution&#8220; (1972) und &lt;i&gt;Vom wilden Streik zur generalisierten Selbstverwaltung&lt;/i&gt; (1974) des ehemaligen, in Italien einflussreichen Situationisten Raoul Vaneigem entlehnt wurde, sondern in der Tatsache, dass es auf einfache, einem breiten Publikum angepasste Art und Weise alle Themen zusammenfasst und er&#246;rtert, welche jene Rebellen interessieren k&#246;nnten, welche nicht gerne zu viel lesen und jene, f&#252;r welche die Revolution nicht un&#228;hnlich einer Art generalisierten Bar ist. Trotz einigen ver&#228;chtlichen Worten gegen&#252;ber Mai 68 ist die Sprache pro-situationistisch: Die Revolution ist ein Fest, du wirst nie mehr arbeiten m&#252;ssen, Selbstverwaltung ist die Selbstverwaltung der Ausbeutung, der Kampf ist Vergn&#252;gen, das Spiel ist eine Waffe, Zerst&#246;rung der Ware usw. Das Wort Spektakel wird Dutzende Male wiederholt, der Text enth&#228;lt hingegen, was f&#252;r einen anarchistischen Text ungew&#246;hnlich ist, kaum Anspielungen auf den Staat. In einer Vaneigemschen Sprache fordert Bonanno: &#8222;Der Ethik der Arbeit muss die &#196;sthetik des Nichtstuns entgegengesetzt werden.&#8220; Obwohl er kurz zuvor noch f&#252;r die &#8222;autonome Organisation der Produktion&#8220; agitierte, schreibt er nun: &#8222;Um dem Globalisierungsprojekt des Kapitals zu entkommen, gibt es f&#252;r die Ausgebeuteten nur einen Weg: Die Verweigerung der Arbeit, der Produktion und der politischen Wirtschaft [&#8230;] Die Revolution kann sich nicht darauf beschr&#228;nken, die Organisation der Arbeit zu ver&#228;ndern [&#8230;] Die Revolution wird immer und ausschliesslich die Negation der Arbeit und die Bejahung der Freude sein.&#8220; Trotz der Tatsache, dass er ein ganzes Buch der Idee gewidmet hat, dass die Enteigneten sich die Totalit&#228;t des Produktionsprozesses wieder aneignen sollten, d.h. Selbstverwaltung, verurteilt er sie nun als Mystifkation: &#8222;Wird der Kampf erfolgreich verwirklicht, wird die Selbstverwaltung der Produktion &#252;berfl&#252;ssig, denn nach der Revolution ist die Organisation der Produktion &#252;berfl&#252;ssig und konterrevolution&#228;r.&#8220; Falls man nach einem Ansatz von Strategie oder schlicht einigen praktischen Ideen zum Umgang mit den unmittelbaren Problemen der Revolution sucht, welche 1977 einen kritischen Punkt erreichten, wird man in diesem Buch nicht f&#252;ndig; es ist ein langer Ausdruck der Mystifikation, sogar in Bezug auf den bewaffneten Kampf. Neben dem Ausdruck von Befriedigung mit der gegen die Polizei, Arbeitgeber und b&#252;rgerlichen Journalisten gerichtete Gewalt und dem Aufruf &#8222;beeile dich, dich zu bewaffnen&#8220;, warnt er vor der Heiligsprechung der Maschinenpistole, denn der bewaffnete Kampf kann &#8222;nicht die revolution&#228;re Dimension repr&#228;sentieren&#8220;. Auf jeden Fall konnte der bewaffnete Kampf nicht hinterfragt werden, denn jegliche gegen ihn gerichtete Kritik w&#252;rde nur &#8222;den Folterknechten&#8220; zum Vorteil gereichen: &#8222;Indem wir sagen: Es ist nicht der richtige Moment f&#252;r einen bewaffneten Angriff gegen den Staat, &#246;ffnen wir die T&#252;ren der Irrenanstalten weit f&#252;r die Genossinnen, die diesen Angriff durchf&#252;hren.&#8220; Nichts mehr als das: Ein Aufruf, das Leben zu geniessen und die bewaffneten Gruppen in Frieden zu lassen, w&#228;hrend das italienische Proletariat mit dem Dilemma konfrontiert ist, die Arbeit abzuschaffen oder weiter zu arbeiten. Bonanno bemerkte in den Spalten von &lt;i&gt;Anarchismo&lt;/i&gt; die Verallgemeinerung illegaler Verhaltensweisen und die vorrevolution&#228;re Tendenz der Zeit, doch die Guerillaorganisation Azione rivoluzionaria ver&#246;ffentlichte ironische Kommentare &#252;ber den rein literarischen Charakter der Haltung des &#8222;kritischen Kritikers von Catania&#8220;, der &#8222;letztendlich die genaue Natur der revolution&#228;ren Aufgaben der Anarchisten pr&#228;zisieren will. Aufgrund seiner Pr&#228;missen w&#252;rden wir eine Antwort dieser Art erwarten: Die Anarchisten m&#252;ssen beginnen zu rebellieren. Doch das ist &#252;berhaupt nicht, was er sagt: Die Anarchisten m&#252;ssen die Ausgebeuteten dazu ermutigen, zu rebellieren. M&#246;chte man das b&#246;sartig interpretieren, k&#246;nnte das bedeuten: Die alte Leier der Leninisten, der Stalinisten und der Arbeiterrebellen; doch wieso sollten sich die Anarchisten darauf beschr&#228;nken, andere zur Rebellion zu ermutigen? Doch wer ermutigt dann die Ermutiger? Werden sie sich nicht einmal mehr ausserhalb der Geschichte befinden? Oder eine wohlwollendere Interpretation: Die Ausgebeuteten auf die einzig m&#246;gliche Art und Weise zur Rebellion ermutigen, n&#228;mlich durch Rebellion, und nicht durch Fl&#252;sse von Tinte...&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Azione Rivoluzionaria, &#8220;The Movement of 1977 and the Guerrilla&#8221;.&#034; id=&#034;nh9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Es gab keinen Generalstreik, was die bewaffneten Gruppen und unrealistische Elemente wie Bonanno zunehmend isolierte. Obwohl aufgrund des R&#252;ckgangs der Bewegung von 1977 f&#252;r viele Rebellen der bewaffnete Kampf der einzige Ausweg war, bildeten sie nicht zehn, hundert oder tausend bewaffnete Zellen wie es die Azione rivoluzionaria in ihrem Gr&#252;ndungsmanifest ank&#252;ndigte. Die Gewerkschaften setzten die Ordnung in den Fabriken, die Polizei auf der Strasse durch. Der Staat war gest&#228;rkt und illegales Verhalten sah sich heftiger Repression gegen&#252;ber. Es folgten Wellen von Verhaftungen; der bewaffnete Kampf l&#246;ste sich auf wie ein Zuckerw&#252;rfel im Wasser. Ab 1979 waren die meisten Mitglieder von Azione rivoluzionaria im Gef&#228;ngnis und sie versetzten von ihren Zellen aus der Guerillabewegung den Gnadenstoss, einige davon schlossen sich der leninistischen Organisation Prima Linea an, was Zweifel bez&#252;glich der ideologischen Stabilit&#228;t von Azione rivoluzionaria aufkommen liess, obwohl sie so lautstark in den Flugbl&#228;ttern und Pressemitteilungen der Gruppe proklamiert wurde. Ende 1977 wurde Bonanno aufgrund seines Buches &lt;i&gt;Die bewaffnete Freude&lt;/i&gt; verhaftet und am 30. November 1979 daf&#252;r zu eineinhalb Jahren Gef&#228;ngnis verurteilt. Statt allerdings Angst zu haben oder zu bereuen, verbr&#252;derte er sich mit den anderen gefangenen Aktivisten, sogar mit jenen der Roten Brigaden und von P38 und denunzierte &#246;ffentlich Amadeo Bertolo und Paolo Finzi, welche, in den Spalten von &lt;i&gt;A Rivista anarchica&lt;/i&gt;, seine Rezension eines Buches &#252;ber Emile Henry entschieden verurteilten. Es war das erste Mal, dass er in den Spalten einer anarchistischen Zeitschrift &#246;ffentlich angegriffen worden war und es wurde daf&#252;r gesorgt, ihn an seinen Exhibitionismus zu erinnern, wenn er an Treffen sprach. Bonanno nutzte die Situation, um die Frage der Klassengewalt zu diskutieren ohne sich verd&#228;chtigem Moralismus hinzugeben: &#8222;Der Terrorist ist nicht jener, welcher die Konfrontation mit der Macht durch Gewalt sucht, um sie zu zerst&#246;ren, sondern jener, welcher gewaltt&#228;tige und grausame Mittel benutzt, um den Fortbestand der Ausbeutung zu sichern. Aus diesem Grund, da es nur eine kleine Minderheit ist, welche ein Interesse an diesem Fortbestand hat (Arbeitgeber, Faschisten, Politiker jeglicher Couleur, Gewerkschafter usw.), kann daraus logisch gefolgert werden, dass letztere die &#8222;wirklichen&#8220; Terroristen sind, insofern als dass sie gewaltt&#228;tige Mittel einsetzen, um Ausbeutung aufrechtzuerhalten. Und die Gewalt jener Leute wird durch Gesetze, in den Gef&#228;ngnissen, im Arbeitszwang, im automatischen Mechanismus der Ausbeutung ausge&#252;bt. Die Rebellion der Ausgebeuteten ist nie Terrorismus.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8220;On the Terrorism of Certain Imbeciles and Other Matters&#8221;, 1979.&#034; id=&#034;nh10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Durch die Identifikation der bestimmenden Faktoren mit der extremen Form von Herrschaft, identifizierte er letztere schlicht und einfach mit Terrorismus: &#8222;Wir sollten betonen, dass der Terrorist jene Person sein muss, welche eine andere terrorisiert und versucht, etwas zu erhalten durch die Durchsetzung ihres Standpunkts mit Handlungen, welche Schrecken verbreiten. Es ist somit klar, dass die Macht die Ausgebeuteten auf hundert verschiedene Arten terrorisiert. Die Ausgebeuteten haben Angst, keine Arbeit zu finden, haben Angst vor Armut, vor den Gesetzen, der Polizei, der &#246;ffentlichen Meinung; sie erdulden eine konzentrierte Form von psychologischem Terrorismus, welche sie auf eine Situation fast vollst&#228;ndiger Unterwerfung im Kampf gegen die Macht reduziert. Das ist Terrorismus.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Bonanno verteidigte allerdings nicht den bewaffneten Kampf, der auf strategischer Ebene immer noch diskutabel war, und noch weniger die Notwendigkeit einer &#8222;bewaffneten Partei&#8220;. Was er, weil er sie als manich&#228;isch betrachtete, ablehnte, war die absolute Gegen&#252;berstellung des bewaffneten Kampfes und jenes der Massen, weil sie zur Delegitimierung und Kriminalisierung jener f&#252;hrt, welche sich in ersterem engagieren. Er stellte die Frage, beantwortete sie jedoch nicht. Der bewaffnete Kampf war somit eine respektable Option, mit welcher man einverstanden sein kann oder nicht, doch wegen welcher kein H&#252;ter der Anarchie jemanden aufgrund der Unterst&#252;tzung exkommunizieren kann. Er ist nicht wirklich gut und auch nicht wirklich schlecht, doch stets ethisch zu rechtfertigen. Dieses Thema wurde zu seiner Spezialit&#228;t, doch er beliess es nicht dabei. Von diesem Zeitpunkt an zeigte sein Denken eine irritierende stilistische Diskontinuit&#228;t und Verwirrung. Bonanno litt an Graphomanie und nahm selbstbewusst jedes Problem mit einem geschwollenen Ton in Angriff, welcher einen Versuch widerspiegelte, einen Eindruck von Tiefe zu produzieren, und mit etlichen Anspielungen, um den Eindruck zu vermitteln, dass er nicht alles sagte, was er wusste; die &#252;blichen D&#252;nkel, um den durchschnittlichen Leser in Erstaunen zu versetzen. Fakten wurden selten erw&#228;hnt und er griff fast nie auf sie zur&#252;ck, um seine entschiedenen Behauptungen zu untermauern. Wenn er die &#8222;gegenw&#228;rtige Bewegung&#8220; erw&#228;hnte, war es bloss ein Klischee f&#252;r seine gezierte Rhetorik. Inmitten von Ausbr&#252;chen, unpassenden Themen, unbegr&#252;ndeten Behauptungen und, zwischendurch, einer Wahrheit, die zwischen so vielen S&#228;tzen fast versch&#252;ttet war, mischt er alles ohne die geringste logische Verbindung und geht von diesem zu jenem. Die Schlussfolgerung war das Prinzip: aufst&#228;ndische Aktion. Wir k&#246;nnen Dutzende Beispiele seiner Irrationalit&#228;t erw&#228;hnen; doch es wird reichen, einen Blick auf &#8222;The Baby and the Bathwater&#8220; zu werfen, in diesem Text versucht er u.a. seinen armselig aufgenommenen Situationismus, die &#8222;Bewegung&#8220;, die Dialektik und den Marxismus ineinander aufzul&#246;sen. Die Tatsache, dass Bonanno theoretische T&#228;tigkeit verachtete, wenn sie nicht zu unmittelbarer und kraftvoller Aktion f&#252;hrt, bewahrte ihn nicht davor, zu einem dieser, um seine eigenen Worte zu gebrauchen, &#8222;Liebhaber der Feder&#8220; zu werden, &#8222;welcher Analysen produziert wie FIAT Autos&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Mai 1980 f&#252;hrte die Polizei eine Razzia gegen mit der Zeitschrift &lt;i&gt;Anarchismo&lt;/i&gt; assoziierte Anarchisten durch. Bonanno und seine Genossen wurden beschuldigt, Mitglieder von Azione rivoluzionaria zu sein, doch schon w&#228;hrend die Beweise pr&#228;sentiert wurden, war die Show zu Ende. Die letzten Tage der revolution&#228;ren Bewegung entfalteten sich in Gegenwart von etlichen Informanten und Reum&#252;tigen. Toni Negri h&#246;chstpers&#246;nlich war der Anf&#252;hrer der &#8222;Spalter&#8220;, jene, welche im Austausch f&#252;r eine bevorzugte Behandlung im Gef&#228;ngnis versprachen, nie wieder gegen den Staat zu k&#228;mpfen, und f&#252;gte seinen Aufruf in den Chor jener ein, welche eine Amnestie forderten. Bonanno griff sie in einem kleinen Buch mit dem Titel &lt;i&gt;And We Will Still Be Ready to Storm the Heavens another Time: Against Amnesty&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe .&#034; id=&#034;nh12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; richtigerweise alle an, was ihm einen weiteren Prozess bescherte. Aufgrund der Tatsache, dass die Revolution&#228;re leicht besiegt wurden, zog er Schlussfolgerungen, die jenen der &#252;berlebenden anarchistischen Organisationen diametral widersprachen, denn seine Schlussfolgerungen wiesen in Richtung von gewaltt&#228;tiger Aktion gegen die Personen und Dinge, welche die Repression verk&#246;rperten, die b&#252;rgerliche Justiz, die Technob&#252;rokratie, Gewerkschaften und der Kapitalismus, all das muss sich &#8222;in konkrete Akte, Akte des Angriffs verwandeln, nicht nur verbal, sondern in Form von Taten&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8220;The Illogical Revolution&#8221;, 1984.&#034; id=&#034;nh13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Echte Anarchisten m&#252;ssen in einem Zustand permanenter Revolte sein und in die Offensive &#252;bergehen: &#8222;Wir bestehen beharrlich auf unserer &#220;berzeugung, dass der Gebrauch von organisierter Gewalt gegen die Ausbeuter, auch wenn er die Form isolierter Aktionen von Minderheiten annimmt, ein unverzichtbares Instrument des anarchistischen Kampfes gegen die Ausbeutung darstellt.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8220;And Us, Etc.&#8221;.&#034; id=&#034;nh14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Nachdem er jahrelang um den heissen Brei herum redete, wagte er schliesslich den Sprung. Die Diskussionen im Gef&#228;ngnis und das besch&#228;mende Spektakel der Reum&#252;tigen und Spalter trugen zu seiner Entscheidung bei. Bonanno, dem wir dankbar sein k&#246;nnen, dass er sich nicht mehr an Spinoza und den &#8222;diffusen Arbeiter&#8220; erinnerte, dr&#252;ckte offensichtliche Wahrheiten aus, die gl&#252;cklicherweise nicht hinter seinem &#252;berst&#252;rztem Redefluss versteckt waren: &#8222;Sie werden uns keine Amnestie geben. Wir werden daf&#252;r bezahlen m&#252;ssen.&#8220; Der Preis werden der revolution&#228;re Geist, die Ideen, die W&#252;rde, der Mut sein: &#8222;Indem wir das Abkommen heute akzeptieren, werden wir morgen im besten Fall vielleicht innerhalb jenes Ghettos k&#228;mpfen, wo die Macht uns eingepfercht hat [&#8230;] Kollaboration bedeutet bedingungslose Kapitulation vor dem Feind.&#8220; An die extremistischen Stalinisten gerichtet: &#8222;Die Reduzierung des Klassenkrieges auf eine blosse milit&#228;rische Konfrontation tr&#228;gt in sich die logische Schlussfolgerung, dass eine milit&#228;rische Niederlage auf diesem Terrain bedeutet, dass der Klassenkrieg als solches aufh&#246;rt zu existieren. Von dort kommen wir zur sowohl theoretischen als auch praktischen Absurdit&#228;t, dass es heute in Italien, nach der Niederlage der Kampforganisationen, keinen gegenw&#228;rtigen Klassenkrieg mehr gibt und das ist im Interesse aller (allen voran im Interesse des Staates), zur Verhandlung einer Kapitulation, um die Entwicklung, oder die kontinuierliche Entwicklung eines Kampfprozesses zu verhindern, der f&#252;r uns absolut inexistent und komplett nutzlos und auch gef&#228;hrlich ist.&#8220;(15)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8220;And We Will Still Be Ready To Storm The Heavens Another Time: Against (...)&#034; id=&#034;nh15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Der Verrat von Negri und den Kollaborateuren liegt in deren Leninismus, welcher alles in Begriffen getrennter Macht analysiert: Als selbsternannte Repr&#228;sentanten der Arbeiterklasse waren sie die privilegierten Ansprechpartner des Staates und ihre Rettung war die Besch&#246;nigung der zentralen Frage; die besiegte Partei w&#252;rde nicht f&#252;r ihre Befreiung k&#228;mpfen, sondern stattdessen versuchen, ihre Freiheit zu verhandeln, um den Kampf mit anderen Mitteln weiterzuf&#252;hren. Welche Art des Kampfes kann es mit der Zukunft als Staatshypothek sein? Bonanno stellte scharfsinnig fest, dass es nicht das gleiche ist, seine Waffe aufgrund einer Meinungs&#228;nderung niederzulegen oder weil die herrschende Macht es verlangt: &#8222;Sie fordern uns auf, nicht mehr jene unartigen Jungen zu sein, die wir immer waren, und die Situation zu verstehen. Sie fordern uns zur Kollaboration auf.&#8220; F&#252;r den Staat ist niemand unschuldig: &#8222;Wir k&#246;nnen uns jetzt nicht in Zwerge verwandeln, nachdem wir Seite an Seite vom Angriff auf die G&#246;tter und deren Sturz getr&#228;umt haben, w&#228;hrend jeder das Herzklopfen des n&#228;chsten f&#252;hlte. Das ist der Traum, welcher der Macht Angst einfl&#246;sst [&#8230;] Niemand kann neutral sein; wir sind der Planung und Vorbereitung dieses Klimas schuldig, das uns mit Enthusiasmus erf&#252;llte und uns weiterkommen liess. Sogar der kritischste von uns kann sich nicht auf vollst&#228;ndige Unschuld berufen. In den Augen des Staates ist es genau dieses Klima, das schuldig ist. Wir m&#252;ssen daf&#252;r Verantwortung tragen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Doch diese Anfl&#252;ge von Klarheit gen&#252;gten nicht, um Aufschluss zu geben &#252;ber das neue Panorama der 1980er Jahre mit einer besiegten Arbeiterklasse und Tausenden im Knast. In seinem Werk sucht man vergeblich nach einer Bilanz dieses Prozesses, welcher zur Katastrophe gef&#252;hrt hat. Bonanno offeriert uns nur eine Beteuerung: &#8222;In diesen Zeiten der Aufl&#246;sung und der Stagnation beteuern wir, dass unser Kampf ein Kampf f&#252;r totale Befreiung ist, jetzt und sofort.&#8220; Er benutzt einen umgekehrten Manich&#228;ismus und stellt dem Massenkampf den aufst&#228;ndischen Kampf gegen&#252;ber, denn er betrachtet ersteren nicht als Moment der Entwicklung letzteren, sondern als Instrument davon: &#8222;F&#252;r uns sind Teilk&#228;mpfe kein Ziel, sondern ein Mittel, das wir (sogar ziemlich oft) ben&#252;tzen, um ein anderes Ziel zu erreichen: die Leute zur Revolte anzuspornen [&#8230;] Wichtig ist, dass Teilk&#228;mpfe einen gewaltt&#228;tigen Ausgang haben, einen Punkt des Bruches, eine wesentliche Linie erreichen, ausserhalb welcher die Vereinnahmung unm&#246;glich wird...&#8220; Um diesen Punkt zu erreichen, brauchen wir ein Bewusstsein f&#252;r die Notwendigkeit der Verallgemeinerung der Gewalt und das war die Funktion der &#8222;spezifischen Bewegung&#8220;: &#8222;Wir m&#252;ssen die M&#246;glichkeit einer spezifischen Bewegung erschaffen, die f&#228;hig ist, die wirkliche Bewegung in jenen Pl&#228;tzen und Stimmungen zu treffen, wo der Puls letzterer f&#252;r erstere sp&#252;rbar wird.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Falls dieser &#252;berst&#252;rzte Redefluss irgendwelchen Sinn hat, t&#246;nt er schlecht: Die Massen waren unf&#228;hig, revolution&#228;re Ziele ohne die Existenz einer Elite &#8211; nennen wir sie &#8222;spezifische Bewegung&#8220; &#8211; zu erreichen, sonst werden ihre &#8222;Teilk&#228;mpfe&#8220; nie das notwendige aufst&#228;ndische Niveau erreichen. Bonannistischer Anarchismus verkam zu einer vulg&#228;ren Abenteuer- und Avantgardeideologie, in ihrer theoretischen Grundlage dem militaristischen Extremismus der &#8222;bewaffneten Partei&#8220; nicht un&#228;hnlich. In den folgenden Jahren erarbeitet Bonanno die wesentlichen Konzepte der insurrektionalistischen Ideologie auf der Grundlage der Trennung zwischen dem Kampf der Massen und dem aufst&#228;ndischen Kampf, eine Trennung, die nur mit Hilfe einer ausgew&#228;hlten, &#8222;spezifischen&#8220; Minderheit &#252;berwunden werden kann. Sein Werk wurde ausserhalb Italiens bekannt und er wurde zu einer notorischen Figur des internationalen Anarchismus. Seine grosse theoretische Entdeckung &#8211; dass jede Art von Aktion, wie minorit&#228;r sie auch sein mag, jederzeit m&#246;glich und erstrebenswert ist &#8211; zeigte ihm unfehlbar den zu gehenden Weg.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Anfang war die Tat. Die Trennung zwischen Theorie und Praxis reduziert erstere zu einer einfachen Begleiterscheinung und letztere zu einer blossen Technik. F&#252;r Bonanno erfordert die von den &#8222;spezifischen&#8220; anarchistischen Organisation vertretene &#8222;Verweigerung des Wartens&#8220; und ihr &#8222;&#220;bergang zur Aktion&#8220; eine andere Art der Organisation, die nicht permanent ist, als &#8222;informell&#8220; definiert wird und er glaubte, er habe in den Affinit&#228;tsgruppen eine solche Organisation gefunden. Diese Gruppen werden ein &#8222;Projekt&#8220; ausarbeiten m&#252;ssen, welches das Produkt ihrer Analysen und Diskussionen ist und den Gruppen Orientierung und einen Impuls zur Aktion gibt. Im technischen Jargon des Gesch&#228;ftsmarketings beschrieb er dieses Projekt in &lt;i&gt;Anarchismo&lt;/i&gt; als &#8222;jenen Ort, wo Theorie zu Praxis konvertiert wird&#8220; und pr&#228;zisierte die vier notwendigen Vorbedingungen f&#252;r seine Ausarbeitung, welche im Revolution&#228;r vereint sein m&#252;ssen, n&#228;mlich Mut, Beharrlichkeit, Kreativit&#228;t und &#8222;Materialit&#228;t&#8220; (eine Art &#8222;praktischer Sinn&#8220;). Ein rund um das Thema &#8222;Anarchismus und das aufst&#228;ndische Projekt&#8220; organisiertes Treffen in Mailand 1985 erlaubte es Bonanno, in groben Linien seine Sichtweise der im Kapitalismus stattgefundenen Transformationen darzulegen. Die oberfl&#228;chliche Art und Weise, wie er Plattheiten ausbreitete, welche dank der amerikanischen Soziologie in Mode waren (z.B. die Definition der Gesellschaft als &#8222;postindustriell&#8220;) und sein professorenhafter Ton, der schnell seinen Charme verlor, waren ziemlich schockierend. In der Niederschrift seiner Rede kann man folgende Ungeheuerlichkeit lesen: &#8222;Die F&#228;higkeit des Kapitals vom produktiven Standpunkt aus gr&#252;ndet heute nicht mehr auf den Ressourcen des Finanzkapitals, d.h. auf Investitionen und Geld, sondern im wesentlichen und fast in seiner Totalit&#228;t auf intellektuellem Kapital.&#8220; Auch wenn es nach einer L&#252;ge t&#246;nen mag, Bonanno wiederholte, was Professor Negri gesagt hatte. &#8222;Das Kapital muss nicht mehr auf Arbeiter zur&#252;ckgreifen, um zu produzieren&#8220;, denn &#8222;der zentrale Fokus der Arbeiterklasse liegt nun woanders. Zuerst, sch&#252;chtern, im Sinne einer Ausbreitung der Fabriken im Territorium [wieder Negri]. Dann entschiedener im Sinne einer graduellen Abl&#246;sung der sekund&#228;ren Produktionsprozesse durch terti&#228;re.&#8220; Man muss sich fragen, ob er weiss, was er sagt, denn die Prozesse des terti&#228;ren Sektors haben nichts mit Produktion zu tun, doch bonannistische Prosa war schon immer eine gequ&#228;lte Prosa, besonders wenn sie f&#252;r theoretische Zwecke gebraucht wird. Seiner Meinung nach wird die Arbeiterklasse zunehmend von der Produktion verdr&#228;ngt, womit sie ihre f&#252;hrende Rolle verliert und schliesslich kann die Revolution genauso gut stattfinden wie nicht stattfinden, weil in der postindustriellen Gesellschaft das Verh&#228;ltnis von Ursache und Wirkung zwischen K&#228;mpfen und ihren Konsequenzen verschwunden ist. Er sagt jedoch ohne Angabe von Gr&#252;nden, dass &#8222;genau aus diesem Grund die Revolution m&#246;glich wird&#8220;. Bonanno hatte von den Revolten in den marginalen Quartieren der englischen St&#228;dte geh&#246;rt und redete hochtrabend von der Aufgabe der Anarchisten: &#8222;Die Transformation der irrationalen Situationen der Erhebung in eine aufst&#228;ndische und revolution&#228;re Realit&#228;t.&#8220; Die Angelegenheit wurde auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verlegt, doch wir haben schon gesagt, dass Theorie nicht seine St&#228;rke ist und weil er regelm&#228;ssig Texte f&#252;r zwei Publikationen verfasste, nutzte er raubkopiertes Material ohne Skrupel. 1987 kopierte er das Format und typographische Merkmale der Zeitschrift &lt;i&gt;Encyclop&#233;die des Nuisances&lt;/i&gt; f&#252;r die neue Serie von &lt;i&gt;Anarchismo&lt;/i&gt;, was eine unschuldige Anekdote w&#228;re, h&#228;tte er nicht drei Artikel der &lt;i&gt;Encyclop&#233;die des Nuisances&lt;/i&gt; in seinen Publikationen mit ungenannten Streichungen, missbr&#228;uchlichen Einschiebungen, willk&#252;rlichen Korrekturen und etlichen scheinbar zwecklosen Fehlern ver&#246;ffentlicht, was die &lt;i&gt;Encyclop&#233;die des Nuisances&lt;/i&gt; zwang, ein Communiqu&#233; mit folgender Schlussfolgerung zu schreiben: &#8222;Jene, welche, wenn sie eine Kritik zur Schau stellen, die nicht ihre eigene ist, damit beginnen, ihre Herkunft so gut wie m&#246;glich zu verstecken, sowie die K&#228;mpfe, aus welchen diese Kritik entsteht, und die mit ihnen verbundenen Beziehungen zu verschleiern, zeigen somit, dass sie unf&#228;hig sind, sie zu benutzen und die Geheimnisse ihrer Epoche zu entdecken oder die diversen Spezialoperationen der spektakul&#228;ren Demokratie zu verstehen. Wo die Fiktion das grosse Bild beherrscht, k&#246;nnen kleine F&#228;lschungen keine Bedeutung haben. Wir nutzen allerdings die Gelegenheit, um unsere bescheidene &#220;berzeugung auszudr&#252;cken, dass diese F&#228;lschungen den Sieg der Fiktion in grossem Umfang erkl&#228;ren und dass die &#220;berwindung letzterer vom Ende ersterer abh&#228;ngt.&#8220; Solche Trivialit&#228;ten interessierten Bonanno nicht. Sein Problem war, einerseits, der &#8222;Angriff&#8220; und andererseits die Versuche von Teilen der Polizei, ihn in etliche terroristische Zwischenf&#228;lle einzubeziehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bonanno war der erste Agitator seit Blanqui, welcher die M&#246;glichkeit einer Offensive gegen die Macht w&#228;hrend einer Periode proklamiert, wo die Arbeiterklasse sich vollst&#228;ndig im R&#252;ckzug befindet. Das bedingt nat&#252;rlich einen Versuch, historischen Bestimmungen durch entschiedene Handlungen von Minderheiten zu entkommen. Gem&#228;ss Bonanno haben die informellen Gruppen die f&#252;hrende Rolle, sie sind die einzigen, welche zu ernsthaften Aktionen f&#228;hig sind. Solche revolution&#228;ren Feste waren nicht f&#252;r die Massen. Er verurteilte Massendemonstrationen als nutzlosen Pazifismus und schlug stattdessen &#8222;die Notwendigkeit von zerst&#246;rerischen Aktionen des direkten Angriffs auf kleinem Niveau gegen die Strukturen des Kapitals&#8220; vor, zusammen mit &#8222;aufst&#228;ndisch organisierten&#8220; Demonstrationen. Die Gruppen m&#252;ssen f&#252;r diese Angriffe die volle Verantwortung tragen und nicht von g&#252;nstigen oder ung&#252;nstigen Umst&#228;nden oder vom allgemeinen Niveau des Bewusstseins abh&#228;ngen. Die Entscheidung des direkten Angriffs auf das Kapital und den Staat bezieht nur die Revolution&#228;re ein, sie sind die H&#252;ter der aufst&#228;ndischen Essenz des Konflikts: &#8222;Entweder greifen wir an oder ziehen uns zur&#252;ck. Entweder akzeptieren wir die Klassenlogik der Konfrontation als unaufl&#246;slichen und unzerlegbaren Kontrast oder sonst schreiten wir zur&#252;ck, zur&#252;ck zu Verhandlungen, Details, sprachlicher und moralischer Verwirrung.&#8220; Sie wollen ihre Leben leben, ihre Instinkte befreien, b&#252;rgerliche Ideale negieren, ihre authentischen Bed&#252;rfnisse befriedigen oder jede andere Lappalie des befreiten Vokabulars von unzufriedenen Rebellen, doch Worte gen&#252;gen nicht. Jeder Anarchist muss die politischen und moralischen Hemmnisse &#252;berwinden, welche ihn daran hindern, zur Aktion &#252;berzugehen. Bonanno charakterisierte diese Bem&#252;hungen als &#8222;das grosse Projekt der Befreiung des neuen Menschen von der Ethik&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8220;The Moral Breaking Point&#8221; in: Provocazione, eine von ihm herausgegebene (...)&#034; id=&#034;nh18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Er verachtete Versammlungsmethoden, weil sie entschlossenere Aktionen verz&#246;gern oder verhindern, und auch Initiativen, die versuchen, so viele Unterst&#252;tzer wie m&#246;glich zu gewinnen, und die er als &#8222;Manie der Quantit&#228;t&#8220; bezeichnet. Deshalb beachtete er die auf dem Arbeitsplatz gr&#252;ndenden Forderungen solcher Basisbewegungen wie die im November 1987 gegr&#252;ndete COBAS nicht. Dem bonannistischen Modell entsprachen die &#8222;selbstverwalteten Ligen&#8220;, welche Anfang der 1980er Jahre von den Einwohnern von Comiso (Sizilien) gegr&#252;ndet wurden, um gegen den Bau einer amerikanischen Raketenbasis zu protestieren. Diese Gruppen bestanden aus informellen &#8222;Kernen&#8220; unter der F&#252;hrung von Anarchisten, deren einziges Ziel die Zerst&#246;rung der milit&#228;rischen Basis war, ohne jegliches Programm, autonom (unabh&#228;ngig von Parteien, Gewerkschaften oder anderen Formierungen), in &#8222;permanentem Konflikt&#8220; mit der Herrschaft und in einer &#8222;permanenten Offensive&#8220; engagiert, ohne Bereitschaft f&#252;r Dialog, Verhandlungen oder Abkommen. Zweifellos um diese K&#228;mpfe von K&#228;mpfen zu unterscheiden, die sich nicht unmittelbar in Richtung Zerst&#246;rung orientierten, nannte er letztere Art von Konflikt &#8222;Teilk&#228;mpfe&#8220;, w&#228;hrend die anderen weitgehendere Ziele hatten, welche vom &#8222;Werk des Aufstands&#8220; wie dem &#8222;Kampf gegen Technologie&#8220; angetrieben waren, was dazu f&#252;hrte, dass mehr als Hundert Hochspannungsmasten zwischen 1986 und 1988 mit Dynamit angegriffen wurden. Die &#220;bersetzung eines deutschen Pamphlets, welches die Details lieferte, wie ein solcher Masten zerst&#246;rt werden muss, bescherte Bonanno einen erneuten Aufenthalt im Gef&#228;ngnis. In dieser Kampagne gegen den Bau von Hochspannungsleitungen, an welcher sich Rebellen aus diversen L&#228;ndern beteiligten, kam die Manie der Quantit&#228;t durch die Hintert&#252;r wieder zur&#252;ck: Die Gewerkschafter z&#228;hlen Mitgliederkarten und die Aktivisten Angriffe. Der quantitative Geist beherrschte alles. Doch die Effizienz eines Angriffs h&#228;ngt nicht von der Anzahl Explosionen oder vom Ausmass der verursachten Zerst&#246;rung ab. Es gibt keine &#8222;Teilk&#228;mpfe&#8220;, welche wirklichen K&#228;mpfen entgegengesetzt sind; es gibt praktische und nutzlose K&#228;mpfe, K&#228;mpfe, welche das Bewusstsein f&#252;r die Herrschaft erwecken, und andere, welche es einschl&#228;fern. Die Polizei war unf&#228;hig, Bonanno in jegliche gewaltt&#228;tige Handlungen hineinzuziehen, doch sie haben es mit List geschafft, ihn in einen Raub&#252;berfall auf ein Juweliergesch&#228;ft hineinzuziehen. Er wurde am 2. Februar 1989 verhaftet und zwei Jahre sp&#228;ter entlassen, ohne dass irgendwelche Anschuldigungen den Weg in sein Dossier gefunden h&#228;tten. Als er entlassen wurde, nutzte er die Gelegenheit, um nach Spanien zu reisen und dem Insurrektionalismus den letzten Schliff zu verpassen, eine Ideologie, die in anarchistischen Szenen diverser L&#228;nder einflussreich gewesen ist, wo der Anarchismus stagnierte, schlief oder von Cliquen kontrolliert war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1992 schlugen Bonanno und einige seiner Genossen vor, einen qualitativen Sprung vorw&#228;rts in der Offensive durch den Aufbau einer &#8222;organisatorischen Gelegenheit&#8220; zu machen. Daf&#252;r gr&#252;ndeten sie eine Gruppe, um f&#252;r den Aufbau einer anti-autorit&#228;ren aufst&#228;ndischen Internationalen zu werben. Das Wort &#8222;aufst&#228;ndisch&#8220; wurde zu dieser Zeit gepr&#228;gt. Im Januar 1993 ging er nach Griechenland und sprach an zwei Konferenzen an den Universit&#228;ten von Athen und Thessaloniki, w&#228;hrend welchen er erkl&#228;rte, &#8222;wieso wir aufst&#228;ndische Anarchisten sind&#8220;. Was folgt, ist die aufst&#228;ndische Ideologie in sechs Punkten zusammengefasst:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Weil wir es als m&#246;glich erachten, die Entwicklung der Revolten zu f&#246;rdern, die &#252;berall spontan entstehen, und aus ihnen Massenaufst&#228;nde, das heisst eigentliche Revolutionen, zu machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weil wir einen kapitalistischen Zustand der Welt, der dank der informatischen Restrukturation ausschliesslich den Verwaltern der Klassenherrschaft technologisch n&#252;tzlich ist, zerst&#246;ren wollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weil wir f&#252;r den unmittelbaren und zerst&#246;rerischen Angriff gegen einzelne Strukturen, Personen und Organisationen von Kapital und Staat sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weil wir all jene konstruktiv kritisieren, die sich immer noch mit Kompromissen mit der Macht abgeben oder meinen, revolution&#228;rer Kampf sei jetzt nicht mehr m&#246;glich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weil wir, anstatt abzuwarten, entschlossen sind, zur Tat zu schreiten, auch wenn die Zeiten noch nicht reif sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weil wir diesem Zustand der Dinge sofort ein Ende bereiten wollen, und nicht erst sobald externe Bedingungen seine Ver&#228;nderung erm&#246;glichen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Das aufst&#228;ndische Projekt, .&#034; id=&#034;nh19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die organisatorische Konzeption, deren Elemente allm&#228;hlich im Verlauf der letzten 25 Jahre formuliert worden waren, komplettiert die Ideologie. Bonanno beschr&#228;nkte sich darauf, sie in ein beschreibendes Label einzubauen, mit dem viele nicht einverstanden w&#228;ren. &#8222;Die aufst&#228;ndische anarchistische Organisation&#8220; besteht aus Affinit&#228;tsgruppen, welche w&#228;hrend K&#228;mpfen &#8222;zum Zweck von pr&#228;zisen Aktionen gegen den Feind&#8220; und &#8222;um die besten Bedingungen f&#252;r eine massenhafte aufst&#228;ndische Erhebung zu erschaffen&#8220; gegr&#252;ndet werden. Der aufst&#228;ndische Charakter wird durch den &#8222;permanenten Konfliktzustand&#8220; gew&#228;hrt, d.h. durch das Wissen, gegen die Unterdr&#252;ckung von Kapital und Staat im Krieg zu sein. Diese Gruppen basieren auf &#8222;Basiskernen&#8220;, eine alte bonannistische Idee, deren Funktion es ist, &#8222;innerhalb der Arena der Teilk&#228;mpfe die alten Gewerkschaftsorganisationen des Widerstands zu ersetzen&#8220;, das alles auf einem Terrain, das &#8222;aus allem&#8220; besteht, &#8222;was von den Fabriken, Quartieren, Schulen, gesellschaftlichen Ghettos und all jenen Situationen &#252;brigbleibt, wo sich Klassenausschluss manifestiert&#8220;. F&#252;r Bonanno war es der zerst&#246;rerische Aspekt und nicht das Ausmass an Bewusstsein, welches eine Aktion in den Massen hervorruft, der den Standard zur Beurteilung der Effizienz einer Aktion ausmacht. Es muss nicht gesagt werden, dass die bevorzugte Aktionsform die Sabotage ist, &#8222;die klassische Waffe aller Ausgeschlossenen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8220;Another Turn of the Screw for Capitalism&#8221;.&#034; id=&#034;nh20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, sie ist in allen Situationen stichhaltig und f&#252;r alle Zeiten angemessen. Sabotage ist wie die Lust, sie hat weder Zeitplan oder noch Termine auf dem Kalender.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Analyse der gesellschaftlichen Realit&#228;t ist nach wie vor Bonannos Schwachpunkt. Er versichert die Inexistenz der &#8222;Fabrikmentalit&#228;t&#8220; und bezieht sich auf den &#8222;F&#228;higkeitsverlust&#8220; des Individuums, sowie die &#8222;Pulverisierung&#8220; der Arbeitsklasse, was der Grund ist, weshalb er jegliche Referenzen zu &#8222;l&#228;cherlichen Dichotomien wie jene zwischen Bourgeoisie und Proletariat&#8220; als unbegr&#252;ndet betrachtet, nur um sofort &#228;hnliche, von der Vulg&#228;rsoziologie abgeleitete Dichotomien zu gebrauchen: &#8222;Die spezifische gesellschaftliche Wirklichkeit [&#8230;] hat immer eine Konstante: die Klassentrennung zwischen Herrschenden und Beherrschten, zwischen Eingeschlossenen und Ausgeschlossenen.&#8220; Die Dichotomien h&#246;ren hier auch nicht auf, denn er bezieht sich auf &#8222;den Konflikt zwischen reichen und armen L&#228;ndern&#8220;, welche die Form von nationalen Befreiungsk&#228;mpfen oder Religionskriegen annimmt oder dazu tendiert. Diese Konfrontation, deren Ursache die Unf&#228;higkeit des Kapitalismus ist, &#8222;das wirtschaftliche Problem der armen L&#228;nder zu l&#246;sen&#8220;, f&#252;hrt ihn zur Entdeckung positiver Aspekte des Nationalismus und des islamischen Fundamentalismus, deren Manifestationen rund um das Mittelmeer ihn zur Schlussfolgerung dr&#228;ngen, dass diese Region die &#8222;B&#252;hne gesellschaftlicher Konfrontationen&#8220; sein wird, &#8222;welche sich schnell verallgemeinern werden&#8220;. Durch das Lesen der Zeitungen kam er zur &#220;berzeugung, er sei ein Experte f&#252;r Geopolitik, denn er behauptet unersch&#252;tterlich aufzuzeigen, dass in den Mittelmeerl&#228;ndern &#8222;Konflik[e], welche die gegenw&#228;rtigen Spannungen verschlimmern [&#8230;] in den n&#228;chsten Jahren [ausbrechen werden]&#8220;; er pr&#228;zisiert nicht, ob es sich um Klassen- oder Staatskonflikte handelt, vermutlich beides, doch auf jeden Fall kann nur die angemessenste Praxis zur Konfrontation mit diesen Konflikten dienen, n&#228;mlich der Insurrektionalismus&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8220;For an Anti-Authoritarian Insurrectionist International: Proposal for a (...)&#034; id=&#034;nh21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In Wirklichkeit bezieht sich Bonanno auf den Pal&#228;stinakonflikt, in welchen er grosse Hoffnungen setzt. Wie immer bleibt der bewaffnete Kampf, welcher intensiv genug ist, um einen globalen Standpunkt zu erlangen, in den Wolken des Dritte-Welt-Fetischismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sagen, dass die Revolution in auf dem Klassenantagonismus basierenden Gesellschaften von den unterdr&#252;ckten Massen realisiert wird, und nicht von formellen oder informellen Minderheiten. Die Organisation wird ein Produkt der gesellschaftlichen K&#228;mpfe sein und nicht des aktivistischen Voluntarismus oder der aktivistischen Propaganda. Die Zeit ist nicht reif, weil es keine bewussten Massenbewegungen gibt. Mangels besseren Alternativen tut man, was man kann, doch die Abwesenheit massiver K&#228;mpfe kann nie mit Aktivismus von einer Handvoll Gruppen kompensiert werden. Eine strategische Verteidigung muss darin bestehen, die B&#252;hne des sozialen Kriegs zur Bek&#228;mpfung des Klassenfeindes zu organisieren. Das bedeutet die Befreiung von R&#228;umen f&#252;r die Entwicklung von Bewusstsein in den Massen; in anderen Worten, f&#252;r das Aufkommen autonomer K&#228;mpfe. Im gegenteiligen Sinn ersetzt der Aktivismus nicht nur diese K&#228;mpfe, sondern erhebt sich selbst zu deren radikalem Spektakel, was der Grund ist, weshalb er das Fundament f&#252;r deren Verkn&#246;cherung legt, statt dass er zum Wiederaufleben revolution&#228;ren Protests beitr&#228;gt. Die unglaubliche Verwirrung der insurrektionalistischen Thesen war nicht akzeptabel, doch die Widerspr&#252;chlichkeit und Oberfl&#228;chlichkeit dieser Analysen st&#246;rte Bonanno nie, er war besessen von einem Wunsch nach Aktion und er wusste, wie er ihn jenen Anarchisten vermitteln kann, welche von der Unt&#228;tigkeit der traditionellen Organisationen desillusioniert sind. Diese Anarchisten wurden zu Anh&#228;ngern seiner Ideen trotz aller Logik, denn Logik war nicht gerade sein bevorzugtes Mittel um Anh&#228;nger anzulocken. Der Insurrektionalismus breitete sich nicht aufgrund seiner Klarheit oder theoretischen &#220;berlegenheit in gewissen jugendlichen Milieus aus. Sein Einfluss in diesen Milieus war auch nicht das Resultat der Effizienz seiner Aktionen, welche h&#228;ufig den bitteren Geschmack von Gef&#228;ngnis und pers&#246;nlichen Trag&#246;dien hatten; auch die Verwirklichung von Bonannos Mittelmeerprophezeiung trat nicht ein. Die Gr&#252;nde f&#252;r deren relativen Erfolg sind psychologisch: Jene, welche Aktion wollen, bekommen Aktion. Aktion war eine Art emotionales Ventil. Bonanno hatte bemerkt, dass &#8222;Anarchismus eine Spannung [&#8230;] und keine Realisierung&#8220; ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die anarchistische Spannung, .&#034; id=&#034;nh22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und beharrte auf dieser Tatsache. Bonanno beschrieb die Erreichung eines anarchistischen Bewusstseins als einen &#8222;pers&#246;nlichen Aufstand [&#8230;] jene Erleuchtung, welche eine kraftvolle Idee in uns hervorbringt&#8220;, eine Art Offenbarung, die einen Lebensstil bestimmt, nicht einfach eine Art und Weise, die Dinge zu sehen. Es bringt eine intime Befreiung hervor, die Erhebung zu einem Zustand der Anarcho-Gnade, welche einem hilft, sich von den Fesseln der Umwelt eines Individuums zu befreien: &#8222;Insurrektionalismus ist etwas pers&#246;nliches; jede Person muss den Aufstand in sich selbst tragen, ihre eigenen Ideen modifizieren, die sie umgebende Wirklichkeit ver&#228;ndern, wobei man mit der Familie und der Schule beginnen sollte, jene Strukturen, welche unser Gef&#228;ngnis darstellen...&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Interview mit Bonanno auf Radio Onda Rossa, 20. November, 1997.&#034; id=&#034;nh23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Anarchisten, sofern sie wirklich Anarchisten sein wollen, m&#252;ssen alles, was sie tun und denken, t&#228;glicher Pr&#252;fung aussetzen, denn was sie tun und was sie denken, kann nicht voneinander getrennt werden. Entweder &#8222;Metaphysik&#8220; oder Anarchismus, d.h. Aktion. Aktion erlangt also eine existentielle Dimension. Ein Anarchist ohne Aktion ist wie ein Garten ohne Blumen oder ein Soldat ohne Uniform. Wie k&#246;nnte man stoppen, wenn man sich in einem Zustand des &#8222;permanente Konflikts&#8220; befindet? Aktion ist zu einem moralischen Kriterium geworden: Man ist ein guter oder schlechter Anarchist, je nachdem, ob man sich in Aktionen engagiert oder nicht. Bonannismus ist eine besondere Version der amerikanischen &#8222;Do It Yourself&#8220;- Haltung in revolution&#228;ren Begriffen und bietet alle Freuden eines sektiererischen Aktivistenlebensstils ohne dessen organische Knechtschaften. Die Abwesenheit wirklicher sozialer Bewegungen war nicht ein Nachteil, sondern eine Vorbedingung f&#252;r den Insurrektionalismus: Das illegale Wesen seiner Agitation f&#252;hrte dazu, dass es aus offensichtlichen Sicherheitsgr&#252;nden ratsam war, eine gewisse Distanz zur prosaischen Arbeit innerhalb der Massen zu halten. Ein extremer Individualismus, der &#8222;Autonomie&#8220; genannt und von einigen Passagen Stirners gest&#252;tzt wird, besch&#252;tzt den professionellen Anarchisten vor jeglicher Kritik. Der Insurrektionalist kann somit an die Salbung glauben, unabh&#228;ngig von der Irrelevanz oder der Sinnlosigkeit seiner Aktionen, denn da ihm die Massen gleichg&#252;ltig sind, muss er sich vor niemandem rechtfertigen. Er ist der einzige Richter seiner selbst. Durch eine Ironie der Geschichte &#252;berlebte der &#228;ltere Bonanno seine Widerspr&#252;che und Defizite dank Akne.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die insurrektionalistische Internationale traf sich in Athen im Herbst 1996, kurz bevor oder nach dem Gef&#228;ngnisaufenthalt Bonannos aufgrund der Mitgliedschaft in einer bewaffneten Bande. Auch die Repressionskr&#228;fte machten sich 1994 die Sache der Aktion zu eigen und es gab viele Verhaftungen und mediale Prozesse. &lt;i&gt;Anarchismo&lt;/i&gt; wurde eingestellt, doch in &lt;i&gt;Canenero&lt;/i&gt;, einer in Florenz publizierten Zeitschrift, kamen die diversen informellen Fraktionen der Internationalen f&#252;r kurze Zeit wieder zusammen. Die Insurrektionalisten hatten die revolution&#228;ren M&#246;glichkeiten der Mittelmeerl&#228;nder &#252;ber- und die repressiven F&#228;higkeiten des bis an die Z&#228;hne bewaffneten Staates untersch&#228;tzt. Die elementarste Strategie h&#228;tte allen voran dazu aufgerufen, folgende Frage zu stellen: Kann die insurrektionalistische Praxis jene Repression &#252;berleben, welche unmittelbar gegen sie entfesselt w&#252;rde? Nat&#252;rlich nicht. Der Mariniprozess war die Antwort des italienischen Staates gegen den Stich der insurrektionalistischen Fliege. Es gab &#228;hnliche Antworten in Griechenland und Spanien (Bonanno war kein Fanelli: Der Insurrektionalismus feierte 1996 in Spanien mit dem Fiasko des &#220;berfalls in Cordoba Premiere). Bonanno wurde im Oktober 1997 aus dem Gef&#228;ngnis entlassen. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen den diversen Gruppen wurden durch den Ausbruch der vorhersehbaren Repressionswelle verst&#228;rkt. Die Internationale traf sich zum zweiten Mal irgendwo in Italien und l&#246;ste sich offiziell auf. Vier Jahre sp&#228;ter gab es im Mariniprozess harte Urteile gegen die meisten Angeklagten. Die Insurrektionalisten haben allerdings nicht aufgegeben und ihre Gefangenen nicht vergessen. &#8222;Gebt Blumen den unterlegenen Rebellen&#8220;, wie Vanzetti sagte. Unsere Kritik hindert uns nicht daran, ihren Mut anzuerkennen und unsere Meinungsverschiedenheiten nicht daran, ihre Freiheit zu fordern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Miguel Amor&#243;s&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;M&#228;rz-August 2007&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Geschrieben auf Wunsch mehrerer Genossen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://libcom.org/library/professional-anarchy-theoretical-disarmament-insurrectionism-miguel-amor%C3%B3s&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Englische &#220;bersetzung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://bibliotecasantecaserio.wordpress.com/2019/06/24/recomendacion-del-mes-anarquia-profesional-y-desarme-teorico/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Spanische Originalversion&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bonanno, &#8220;Fictitious Movement and Real Movement&#8221;: &lt;a href=&#034;http://theanarchistlibrary.org/library/alfredo-m-bonanno-fictitious-movement-and-real-movement&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;http://theanarchistlibrary.org/library/alfredo-m-bonanno-fictitious-movement-and-real-movement&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;a href=&#034;http://theanarchistlibrary.org/authors/alfredo-m-bonanno&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;http://theanarchistlibrary.org/authors/alfredo-m-bonanno&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &#8222;Economic Crisis and Revolutionary Opportunity&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;After Marx, Autonomy&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8220;A Critique of Syndicalist Methods&#8221;, 1975: &lt;a href=&#034;http://theanarchistlibrary.org/authors/alfredo-m-bonanno&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;http://theanarchistlibrary.org/authors/alfredo-m-bonanno&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8220;Fictitious Movement and Real Movement&#8221;: &lt;a href=&#034;http://theanarchistlibrary.org/authors/alfredo-m-bonanno&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;http://theanarchistlibrary.org/authors/alfredo-m-bonanno&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;A Critique of Syndicalist Methods&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Die bewaffnete Freude&lt;/i&gt;, &lt;a href=&#034;http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/hefte/Alfredo_Bonanno_-_Die_bewaffnete_Freude.pdf&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/hefte/Alfredo_Bonanno_-_Die_bewaffnete_Freude.pdf&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Azione Rivoluzionaria, &#8220;The Movement of 1977 and the Guerrilla&#8221;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8220;On the Terrorism of Certain Imbeciles and Other Matters&#8221;, 1979.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;a href=&#034;http://theanarchistlibrary.org/authors/alfredo-m-bonanno&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;http://theanarchistlibrary.org/authors/alfredo-m-bonanno&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8220;The Illogical Revolution&#8221;, 1984.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8220;And Us, Etc.&#8221;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8220;And We Will Still Be Ready To Storm The Heavens Another Time: Against Amnesty&#8221;, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8220;The Moral Breaking Point&#8221; in: &lt;i&gt;Provocazione&lt;/i&gt;, eine von ihm herausgegebene Publikation, M&#228;rz 1988.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Das aufst&#228;ndische Projekt&lt;/i&gt;, &lt;a href=&#034;http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/hefte/Alfredo_Bonanno_-_Das_aufstaendische_Projekt.pdf&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/hefte/Alfredo_Bonanno_-_Das_aufstaendische_Projekt.pdf&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8220;Another Turn of the Screw for Capitalism&#8221;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8220;For an Anti-Authoritarian Insurrectionist International: Proposal for a Debate&#8221;, 1993: &lt;a href=&#034;http://theanarchistlibrary.org/authors/alfredo-m-bonanno&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;http://theanarchistlibrary.org/authors/alfredo-m-bonanno&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Die anarchistische Spannung&lt;/i&gt;, &lt;a href=&#034;http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/hefte/Alfredo_Bonanno_-_Die_anarchistische_Spannung_-_print.pdf&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/hefte/Alfredo_Bonanno_-_Die_anarchistische_Spannung_-_print.pdf&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Interview mit Bonanno auf Radio Onda Rossa, 20. November, 1997.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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