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		<title>Ecuador: Eine kurze Bilanz &#252;ber den proletarischen Kampf </title>
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		<dc:subject>Ecuador</dc:subject>

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&lt;p&gt;Analyse aus Ecuador &#252;ber den 11-t&#228;gigen Aufstand. &lt;br class='autobr' /&gt;
Das Proletariat wird durch seine eigene Natur als lohnabh&#228;ngige und ausgebeutete Klasse in den Klassenkampf geworfen, ohne dass es Lektionen von irgendjemandem bedarf; es k&#228;mpft, weil es &#252;berleben muss. Wenn das Proletariat sich als bewusste revolution&#228;re Klasse konstituiert, also als Gegenpol zur Partei des Kapitals, muss es sowohl die theoretischen als auch die praktischen Erfahrungen des Klassenkampfes und seiner Geschichte aufnehmen. (...)&lt;/p&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='https://kommunisierung.net/IMG/logo/barricadaelarbolito.jpg?1689283468' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='113' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Analyse aus Ecuador &#252;ber den 11-t&#228;gigen Aufstand.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Das Proletariat wird durch seine eigene Natur als lohnabh&#228;ngige und ausgebeutete Klasse in den Klassenkampf geworfen, ohne dass es Lektionen von irgendjemandem bedarf; es k&#228;mpft, weil es &#252;berleben muss. Wenn das Proletariat sich als bewusste revolution&#228;re Klasse konstituiert, also als Gegenpol zur Partei des Kapitals, muss es sowohl die theoretischen als auch die praktischen Erfahrungen des Klassenkampfes und seiner Geschichte aufnehmen. Nur so lassen sich unvermeidliche Fehler &#252;berwinden, die begangenen Fehler kritisch korrigieren und die politischen Positionen - anhand einer Bewusstwerdung der eigenen Defizite oder blinden Flecke - st&#228;rken. So l&#228;sst sich das Programm des Proletariats vervollst&#228;ndigen. Kurz gesagt, geht es darum, die noch nicht gel&#246;sten Probleme zu l&#246;sen: d. h. aus den Erkenntnissen, die uns die Geschichte selbst hinterlassen hat, zu lernen.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Und dieses Lernen kann nur in der Praxis des Klassenkampfes erfolgen, in der Praxis der verschiedenen revolution&#228;ren Affinit&#228;tsgruppen und der verschiedenen Organisationen des Proletariats.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Agust&#237;n Guillam&#243;n, Proletariat und soziale Klassen heute (2013).&#034; id=&#034;nh1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Verschiedene Schw&#228;chen und Widerspr&#252;che, wie auch der ideologische Ballast und unterschiedliche praktische Fehler, durchdrangen die reale Bewegung, die w&#228;hrend den letzten Oktobertagen dieses Jahres Ecuador ersch&#252;tterte. Dazu z&#228;hlen: Der Mangel an Radikalit&#228;t und Autonomie gegen&#252;ber dem kapitalistischen Staat, der Dialog und die Verhandlungen mit der Regierung, die Forderung nach Vermittlung der UNO, die Spaltung innerhalb der indigenen Bewegung zwischen einigen F&#252;hrungskr&#228;ften und der Basis, der Pazifismus einiger Akteur*innen der Bewegung, die Einstellung der Mobilisierungen im Zuge der R&#252;cknahme des Treibstoffdekrets, der Ruf nach Neuwahlen, die Abwesenheit einiger proletarischer Sektoren, die Anwesenheit opportunistischer Politiker, die in der Hitze des Gefechts versuchten ihre politische Karriere anzukurbeln, die nationalistische und populistische Diskurse und Symbole, der Mangel an Klarheit was Organisation und offensive Strategien angeht. Trotz allem, sahen wir in Ecuador, w&#228;hrend den 11 Tagen der Unruhe, eine wahre proletarische Revolte mit aufst&#228;ndischen Tendenzen, die es schaffte den b&#252;rgerlichen Staat herauszufordern und zu einem R&#252;ckzug zu bewegen. Die Bewegung tat, was getan werden konnte, was die wirklich existierenden Kr&#228;fte zu tun erlaubten, nicht mehr und nicht weniger. Konkret hei&#223;t das, dass die letzten kapitalistischen Sparma&#223;nahmen bzw. der &lt;i&gt;paquetazo&lt;/i&gt; der Regierung Morenos, d. h. das Dekret 883, teilweise abgeschafft wurden. Dies wurde auf den Stra&#223;en, Tag f&#252;r Tag und Nacht f&#252;r Nacht erk&#228;mpft. Und, wie Marx sagte, ein Schritt vorw&#228;rts der realen Bewegung ist mehr wert als ein dutzend Programme.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Teilsieg vom 13. Oktober (der aufgrund unserer Toten und dem Fortbestehen einer Regierung von Dieben und M&#246;rdern mitsamt ihren verheerenden Arbeitsreformen, einen bitterer Nachgeschmack hinterl&#228;sst) war das Ergebnis aller direkten Aktionen der Massen seit dem 3. Oktober: Regierungsinstitutionen, &#214;lquellen, Autobahnen wurden eingenommen, Demonstrationen und die sogenannten &#8222;Topfschlag-Proteste&#8220; (&lt;i&gt;cacerolazos&lt;/i&gt;) organisiert, Streikposten und Barrikaden errichtet, Gesch&#228;fte gepl&#252;ndert, Polizeiregimente und Panzer abgefackelt, Polizisten und Milit&#228;rs gefangen genommen und festgehalten, der Pr&#228;sident war gezwungen, nach Guayaquil zu fliehen und in der Hauptstadt, dem Epizentrum des Generalstreiks, wurde die Kommune von Quito errichtet. In 11 Tagen wurde mehr erreicht als in den letzten 11 Jahren. 11 Tage lang war ein partieller, fl&#252;chtiger, prek&#228;rer aber realer Bruch mit der kapitalistischen Normalit&#228;t zu beobachten, insbesondere innerhalb der Proteste selbst: Anstelle von Lohnarbeit, Warenverkehr, Privateigentum und Geld, standen Solidarit&#228;t und Kostenlosigkeit (in den Sammelzentren und den &#8222;Volksk&#252;chen&#8220;). Diskussionen und kollektive Entscheidungsfindungen in den Vollversammlungen standen ebenfalls auf der Tagesordnung, genauso wie die mutige Selbstverteidigung auf den Barrikaden gegen die brutale Unterdr&#252;ckung durch die uniformierten Wachhunde der Reichen und M&#228;chtigen. Kurz gesagt, w&#228;hrend den 11 Tagen der Revolte, haben die Ausgebeuteten und Unterdr&#252;ckten einen freien Raum des Kommunismus und der Anarchie geschaffen und gelebt; ein spontaner, chaotischer, widerspr&#252;chlicher, lokal begrenzter, kurzlebiger, aber echter Freiraum. All dies war keine Kleinigkeit, es war ein historisches Ereignis mit weltweitem Echo, wenn man bedenkt, dass die proletarischen Massen auf dem Land und in der Stadt der 'Mitte der Welt' so viele Jahre lang geschlafen haben oder inaktiv waren und es endlich nicht mehr sind. Sie explodierten wie Vulkane und sind immer noch gl&#252;hend hei&#223;. Und die autonomen Antikapitalist*innen, die als Bestandteil der proletarischen Massen an den K&#228;mpfen teilnahmen, ebenfalls.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch die Toten und Verletzten durch den Staatsterrorismus sind keine Kleinigkeit. Es waren keine 'Unf&#228;lle', es waren Verbrechen des Staates. Wir werden weder vergeben noch vergessen! &#220;ber die Toten zu schweigen oder die Morde des Staates kleinzureden, wie es einige rechte und sogar linke Akteur*innen tun, ist zynisch und zeugt von Respektlosigkeit gegen&#252;ber den Angeh&#246;rigen und den Genoss*innen die ihnen nahe standen. Das Mindeste, was es jetzt, nach der Zuspitzung des Klassenkampfes, braucht, ist: Solidarit&#228;t mit den inhaftierten Genoss*innen und den Familien der gefallenen Genoss*innen, ein entschlossenes Anprangern des Staatsterrorismus und der Regierung, die in diesem Moment gezielt gegen Mitglieder*innen sozialer Organisationen vorgeht, die am Streik teilgenommen haben, es gilt ebenfalls wachsam zu bleiben um neue, verschleierte und &#8222;angepasste&#8220; Sparma&#223;nahmen zu verhindern (ein allf&#228;lliges neues Dekret beispielsweise), oder um sich gegen den Beginn der Privatisierungen zu wehren. Auch die f&#252;r Ende dieses Monats angek&#252;ndigten Mobilisierungen gegen die noch immer g&#252;ltigen Flexibilisierungs-/Prekarisierungs-Arbeitsreformen d&#252;rfen nicht vernachl&#228;ssigt werden und, was ebenfalls wichtig sein d&#252;rfte, die spontane Organisierung, die w&#228;hrend den sozialen Unruhen entstand, sollte aufrechterhalten werden, damit die gesammelten Erfahrungen nicht untergehen und die Bewegung sich mittel- und langfristig radikalisieren kann und sich eine autonomen und revolution&#228;ren Perspektive verallgemeinern kann. In diesem Sinne hat der Kampf erst begonnen. Es geht weiter. Bis zum Ende. Denn es geht nicht darum, mit dem kleinsten &#220;bel zu &#252;berleben, sondern wirklich zu leben. Und es geht nicht darum, die Herrschenden auszuwechseln, sondern die gesamte Herrschaft loszuwerden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist die begrenzte, mangelnde Befriedigung der konkreten Alltagsbed&#252;rfnisse und nicht irgendeine Ideologie, die die Arbeiterklasse dazu bringt, sich gegen die Herrschenden und den Staat aufzulehnen. Im Inneren dieses Kampfes entstehen und entwickeln sich bewusste, organisierte und aktive Minderheiten, die bestrebt sind, die Erinnerung, die Lehren und die schwarz-rote Flamme der proletarischen Revolution am Leben zu erhalten. Es ist eine Sache, revolution&#228;r zu sein und sich im wirklichen und widerspr&#252;chlichen Klassenkampf 'die H&#228;nde schmutzig machen', dort zu sein, wo es brennt, die Solidarit&#228;t und den Kampfeswillen unserer proletarischen Klasse bei eigenem Leibe zu erleben, pers&#246;nliche Streitereien oder Konflikte unter verschiedenen Gruppen beiseite zu legen, mit selbst&#228;ndigem und kritischem Geist, wie auch mit Demut, ohne ideologische Vorurteile, so viel wie m&#246;glich beizutragen und zu lernen (sowohl auf den Barrikaden als auch in den Sammelzentren und Vollversammlungen). Eine ganz andere Sache jedoch, ist es, von der Bequemlichkeit des eigenen Bettes, hinter dem Bildschirm, dem Schreibtisch oder vom B&#252;rgersteig aus, sich Revolution auf die Fahne zu schreiben und im Einklang mit eurozentristischen/rassistischen, pazifistischen, die Rolle der Arbeiter*innen affirmierenden und puristischen Ideologien, sich selbst als 'Kommunist*in' und 'Internationalist*in' zu inszenieren. Genauso Ablehnungswert ist die 'marxistisch-leninistisch-maoistische' Ideologie mit ihrer 'Avantgarde' und auch die 'anarchistisch'- nihilistische bzw. die 'mir-doch-alles-scheissegal' Ideologie. Wie auch immer. Die soziale Revolution entsteht nicht durch Ideologien, vielmehr ist sie immer eine reale oder materielle Tatsache und daher diffus und widerspr&#252;chlich. Dies muss man im Hinterkopf behalten w&#228;hrend man Seite an Seite mit den Massen und anderen darin aktiven Minderheiten k&#228;mpft, denn wir m&#252;ssen gegen die Klassengegner*innen zusammenhalten wenn der soziale Krieg ausbricht, wie er hier ausgebrochen ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Selbstverst&#228;ndlich sind wir hier und &#252;berall noch weit entfernt von der kommunisch-anarchistischen Weltrevolution. Die Bedingungen und Kr&#228;fte daf&#252;r sind noch nicht gegeben, aber irgendwo muss man nach so langer historischer Lethargie ja beginnen. Der aufkommende und gegenw&#228;rtige proletarische Kampf in Ecuador (die indigenen Massen sind Teil der proletarischen Massen, sie sind Teil des Landproletariats, sie sind nicht 'ein nicht ausgebeuteter Sektor'. Es gilt auch nicht zu vergessen, dass die proletarischen Massen der St&#228;dte sich ebenfalls an den K&#228;mpfen beteiligten) ist Teil einer ganzen internationalen Welle von proletarischen K&#228;mpfen (Haiti, Hongkong, Frankreich, Algerien, Irak, etc.). Damit endet langsam ein historischer Zyklus der Konterrevolution, der durch Sparma&#223;nahmen und staatlicher Repression charakterisiert war, und ein neuer Zyklus des Klassenkampfes verbreitet und intensiviert sich inmitten der gegenw&#228;rtigen kapitalistischen Weltkrise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Rolle der revolution&#228;ren Minderheiten besteht wie immer darin, die Entwicklung der proletarischen Autonomie zu f&#246;rdern und den Bruch mit dem kapitalistischen System, in jeder Hinsicht zu vertiefen, d.h. dazu beizutragen, dass die Ausgebeuteten und Unterdr&#252;ckten, sich mit eigener Kraft vollst&#228;ndig vom Kapital und dem Staat befreien k&#246;nnen. Es gilt auch das unver&#228;nderliche Programm der sozialen Revolution, das inmitten der historischen K&#228;mpfe des Weltproletariats geschmiedet wurde, wieder aufzugreifen, um es ein f&#252;r allemal Wirklichkeit werden zu lassen. Zu diese Programm geh&#246;rt die Abschaffung und &#220;berwindung von: Privateigentum, Lohnarbeit (in all ihren Formen), Wert, Geld, Klassen, Staat, Markt, Nationen, &#8222;Rassen&#8220;, Geschlechter und allen anderen Formen der Trennung und der Unterdr&#252;ckung gegen&#252;ber Mensch und Natur, die verhindern, dass eine echte Gemeinschaft in echter Freiheit leben kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber all das ist nur m&#246;glich, wenn man an den realen sozialen K&#228;mpfen teilnimmt, wenn man sich die H&#228;nde schmutzig macht, wenn man Fehler macht, Erfolge feiert, entschlossen voranschreitet und den Widerspruch zwischen Fortschritte, R&#252;ckschl&#228;ge, Siege und Niederlagen aush&#228;lt. Mann muss aktiver und fester Teil der revoltierenden Masse sein, der ausgebeuteten und unterdr&#252;ckten Klasse, die f&#252;r ihre materiellen Bed&#252;rfnisse k&#228;mpft. Nur aus den sozialen K&#228;mpfen heraus und nicht aus der Ideologie, der Bequemlichkeit oder dem Zynismus, lassen sich empirische und theoretische Erkenntnisse gewinnen, die uns helfen k&#246;nnen unsere Schw&#228;chen und Widerspr&#252;che zu &#252;berwinden, immer mit der klaren und unersch&#252;tterlichen Perspektive im Kopf, die Revolution bis zum Ende zu bringen, d.h. bis zum Sturz dieses ganzen Systems der Ausbeutung, des Elends und des Todes. Deshalb sagen wir aus dem Herzen des Widerstandes heraus und unsere W&#252;rde hochhaltend, eine W&#252;rde die nur der soziale Kampf gew&#228;hrt: f&#252;r unsere Toten und f&#252;r unser Leben: keine einzige Minute des Schweigens, nur ein lebenslanger Kampf! Die Solidarit&#228;t ist unsere beste Waffe und wird die Herrschenden wieder zittern lassen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige angepisste Proletarier*innen aus Ecuador.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r die kommunistisch-anarchistische Weltrevolution!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus dem Spanischen &#252;bersetzt von Mariana Lautr&#233;amont.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://proletariosrevolucionarios.blogspot.com/2019/10/ecuador-breve-balance-y-perspectiva-de.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Agust&#237;n Guillam&#243;n, Proletariat und soziale Klassen heute (2013).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Ecuador: Kurze Analyse des paquetazo und der kommenden Proteste von einem radikalen Kritiker</title>
		<link>https://kommunisierung.net/Ecuador-Kurze-Analyse-des</link>
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		<dc:date>2019-10-09T21:42:00Z</dc:date>
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		<dc:subject>Ecuador</dc:subject>

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&lt;p&gt;Der folgende Text ist die &#220;bersetzung eines Flugblatts, das auf der Homepage von Proletarios revolucionarios ver&#246;ffentlicht worden ist. Proletarios revolucionarios war eine kommunistische Gruppe aus Quito, die sich 2016 aufgel&#246;st hat. Mangels Spanischkenntnissen ist der Text aus dem Englischen &#252;bersetzt worden. &lt;br class='autobr' /&gt;
Die j&#252;ngsten wirtschaftlichen Massnahmen der ecuadorianischen Regierung sind Sparmassnahmen, die in Zeiten kapitalistischer Krisen eingesetzt werden, sie wurden von rechten, (...)&lt;/p&gt;


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		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://kommunisierung.net/IMG/logo/ecuador5-50db7.jpg?1689284438' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='85' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Der folgende Text ist die &#220;bersetzung eines Flugblatts, das auf der Homepage von Proletarios revolucionarios ver&#246;ffentlicht worden ist. Proletarios revolucionarios war eine kommunistische Gruppe aus Quito, die sich 2016 aufgel&#246;st hat. Mangels Spanischkenntnissen ist der Text aus dem Englischen &#252;bersetzt worden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die j&#252;ngsten wirtschaftlichen Massnahmen der ecuadorianischen Regierung sind Sparmassnahmen, die in Zeiten kapitalistischer Krisen eingesetzt werden, sie wurden von rechten, &#8222;neoliberalen&#8220;, linken und &#8222;21.-Jh.-sozialistischen&#8220; Regierungen &#252;berall auf der Welt angewendet, denn sie sind alle von der gleichen Logik der kapitalistischen Produktion abh&#228;ngig, welche von der Ausbeutung der Arbeiterklasse lebt. In Krisenzeiten wendet das Kapital n&#228;mlich &#252;berall die gleiche Wirtschaftspolitik gegen unsere Klasse an: Zeit, den G&#252;rtel enger zu schnallen, oder es wird zu gr&#246;sserer Verarmung oder einer Intensivierung der Ausbeutung f&#252;hren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Falle des j&#252;ngsten &lt;i&gt;paquetazo&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;G&#228;ngiger Begriff f&#252;r das Sparpaket in Ecuador&#034; id=&#034;nh2-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; des [ecuadorianischen Pr&#228;sidenten Len&#237;n] Moreno kommt es erstens zu einer Erh&#246;hung der Lebenskosten aufgrund steigender Treibstoffpreise (denn hier in Ecuador wissen wir, dass, &#8222;wenn die Treibstoffpreise steigen, alle anderen auch steigen werden&#8220;); und zweitens zu allen Arbeitsgesetzreformen, die uns auferlegt werden, um &lt;i&gt;Flexibilit&#228;t&lt;/i&gt; und Prekarisierung zu beg&#252;nstigen (Lohnsenkungen, tiefere Renten, weniger Urlaub, &lt;i&gt;flexible&lt;/i&gt; Arbeitsvertr&#228;ge, Teleheimarbeit usw.).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotzdem sind weder das &lt;i&gt;paquetazo&lt;/i&gt;, noch die neoliberale Regierung oder der IWF die einzigen Probleme. Das grundlegende Problem ist, wie das Kapital direkt und unb&#228;ndig die Arbeiterklasse w&#228;hrend Krisenzeiten angreift und wie wir darauf antworten. Nat&#252;rlich ist der Kampf der richtige Weg. Doch wir m&#252;ssen den Kampf unserer Klasse auch selbstkritisch analysieren und daf&#252;r eine Strategie entwerfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn also die Hitze des sehr konkreten Kampfes des Proletariats aus dem demokratischen und b&#252;rgerlichen Terrain ausbricht, das Terrain der Bourgeoisie und des Staates, sowie auch aus dem Rollenspiel mit den Gewerkschaften und den linken Parteien, die nur den proletarischen Kampf kooptieren und anf&#252;hren wollen, damit sie f&#228;hig sind, mit der herrschenden Klasse &#252;ber &lt;i&gt;ihre eigenen&lt;/i&gt; spezifischen und karrieristischen Ziele zu verhandeln: Sobald das geschieht, war, ist und wird die st&#228;rkste und legitimste Antwort der Arbeiterklasse gegen diese Sparangriffe immer die direkte, autonome und antagonistische Aktion sein, um unsere wesentlichen konkreten Bed&#252;rfnisse zu verteidigen und durchzusetzen; oder zumindest m&#252;ssen wir k&#228;mpfen, damit die Reichen und M&#228;chtigen unsere ohnehin schon schrecklichen materiellen Existenzbedingungen nicht noch verschlechtern k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu diesem Zweck werden sich die Forderungen und die Proteste der Arbeiterklasse verallgemeinern und radikalisieren, bis zu einem Punkt, wo weder die Regierung noch das gesamte System solch &#8222;unm&#246;gliche&#8220; soziale Forderungen erf&#252;llen k&#246;nnen; nur der Umsturz von Kapital und Staat k&#246;nnte sie erf&#252;llen und wir w&#252;rden dann f&#252;r einen revolution&#228;ren Ausbruch aus der kapitalistischen Krise k&#228;mpfen. Doch sowohl hier als &#252;berall bleibt noch viel zu tun, speziell in diesem Land, wo das Niveau der akkumulierten Geschichte des Klassenkampfes, trotz einiger verwertbarer Episoden, in der Regel tief und unbest&#228;ndig war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vorerst ist es notwendig und gut, zum Protest mit Parolen wie &#8222;Nieder mit dem &lt;i&gt;paquetazo&lt;/i&gt;&#8220;, &#8222;Nieder mit Moreno&#8220; und &#8222;Nieder mit dem IWF&#8220;, &#8222;Bildet Affinit&#228;t in den Strassen&#8220; auf die Strasse zu gehen und das kollektiv, mehr oder weniger organisiert, mehr oder weniger autonom, mehr oder weniger k&#228;mpferisch zu tun, doch es muss weiter gehen (wie es heute Abend an einer Generalversammlung gesagt worden ist): &#8222;Nieder mit der Regierung&#8220;, &#8222;Nieder mit den Unternehmern und den Bankiers&#8220;, &#8222;&lt;i&gt;Que se vayan todos, que no quede ni uno solo&lt;/i&gt;&#8221;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Eine Parole, die auf die Wirtschaftskrise in Argentinien 2001 zur&#252;ckgeht, (...)&#034; id=&#034;nh2-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, &#8222;Nieder mit dem Kapital, nieder mit dem Staat, nieder mit allen Regierungen und ihren Lakaien&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Umdrehung des &lt;i&gt;paquetazo&lt;/i&gt; und der Sturz Morenos (genau wie Bucaram, Mahuad und Gutierrez in den letzten Jahren) w&#228;ren reale &#8222;Siege&#8220; f&#252;r eine nun m&#246;gliche, neue &#8222;Bewegung&#8220; sozialer Proteste in diesem Land. Aber objektiv betrachtet, hier und jetzt, fehlt es immer noch an notwendigen realen Bedingungen und gesellschaftlichen Kr&#228;ften, wie das Niveau des Klassenkampfes, doch etwas ist im Gang. Es k&#246;nnte sein, dass diese aus Gesch&#228;ftsm&#228;nnern und Bankiers bestehende Regierung durchkommt, doch der proletarische Klassenkampf in den Strassen wird versuchen, sie zu stoppen, und es wird nicht vergeblich sein. Der Kampf ist der Weg und es ist im Kampf, wo wir lernen, besonders w&#228;hrend Schl&#228;gen und Niederlagen, damit wir sie in k&#252;nftigen Schlachten zu unseren Gunsten n&#252;tzen k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Tatsache, dass es morgen zu mehr sozialen Protesten in diesem im letzten Jahrzehnt &#8222;schlafenden&#8220; Land kommen wird, ist keine geringe Leistung. Im Gegenteil, getrieben von starken und vorbildlichen Protesten der letzten Wochen in Bol&#237;var und Carchi, k&#246;nnten morgen die Oktobertage 2019 f&#252;r Ecuador beginnen. Der Protest wird wachsen und es k&#246;nnte zu gewissen Spr&#252;ngen kommen. Einige soziale Organisationen haben schon erkl&#228;rt, dass am 3. Oktober der &#8222;Nationalstreik&#8220; beginnen wird. Und es gab schon einige Proteste &#252;berall im Land. Schauen wir was morgen geschehen wird, wenn es wieder heiss werden wird auf den Strassen&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ja, wir m&#252;ssen rausgehen und protestieren, doch wir m&#252;ssen uns dar&#252;ber im Klaren sein, dass das nur der Beginn ist und dass wir es wagen m&#252;ssen, dar&#252;ber hinauszugehen. Wir m&#252;ssen uns letztendlich dar&#252;ber im Klaren sein, dass die Reichen und M&#228;chtigen nicht f&#252;r die Krise bezahlen werden; dass das nicht nur ein nationales oder &#8222;neoliberales&#8223; Problem, sondern eher ein globales und kapitalistisches ist; dass all das nie definitiv beseitigt sein wird, ausser wir beseitigen den Kapitalismus, der weiterhin angreifen und unsere Leben mit mehr Krisen und Sparmassnahmen verschlechtern wird; dass wir immer noch weit entfernt von einem neuen Zyklus (internationaler und lokaler) proletarischer K&#228;mpfe sind, welche die Wechselbeziehung zwischen gesellschaftlichen Kr&#228;ften ver&#228;ndern und dem kapitalistischen System eine Situation der revolution&#228;ren Krise auferlegen werden; doch gleichzeitig beginnt es mit dem Kampf zur Verteidigung unserer Bed&#252;rfnisse gegen die Ausbeutung des Kapitals und seine Akkumulation. Komme was wolle in Bezug auf K&#228;mpfe, Organisation und Bewusstsein, die kommenden Proteste werden viele Lehren und f&#252;r die Arbeiterklasse entz&#252;ndete Feuer in dieser &#8222;H&#228;lfte der Welt&#8223; hinterlassen. Es wurde Zeit. Schauen wir, was morgen in den Strassen geschieht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein angepisster Proletarier aus der Region Ecuador&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Papierversion, die mitten in den Strassenprotesten am 3. Oktober verteilt worden ist, der Tag der Wiederaufnahme des Klassenkrieges:&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_70 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L284xH400/100002010000011c000001902f449cf9bfaf7615-0dd93.png?1689284598' width='284' height='400' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class='spip_document_71 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L280xH400/100002010000011800000190e9fbaddf6094122b-3f2b5.png?1689284598' width='280' height='400' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class='spip_document_72 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L220xH400/10000201000000dc000001904b8c3c89b46e9b2f-bb893.png?1689284598' width='220' height='400' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class='spip_document_73 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L220xH400/10000201000000dc00000190c7a56241a546ec6a-7a3c7.png?1689284598' width='220' height='400' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Kurze Notiz zum 5. Oktober 2019. Dritter Tag des Nationalstreiks: Starke soziale Proteste mit direkten Aktion und brutaler Repression seitens der Polizei und des Milit&#228;rs &#252;berall im Land, wo der Ausnahmezustand verh&#228;ngt worden ist. Der proletarische Kampf hier und jetzt wird weitergehen, bis das paquetazo widerrufen wird (und nicht nur die Preiserh&#246;hungen) und die b&#252;rgerliche Regierung weg ist. Eine Aktualisierung der anstehenden Ereignisse ist von den Strassen aus menschlich nur schwer m&#246;glich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Klassenkampf im historischen Zentrum von Quito aufgrund von Sparpolitik und Repression (3. Oktober 2019):&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_74 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://kommunisierung.net/IMG/png/10000201000002620000015853b2abd606b1ee93.png?1689283898' width='500' height='282' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Ein Flyer f&#252;r eine indigene Mobilisierung in Richtung der ecuadorianischen Hauptstadt am 5. Oktober 2019:&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_75 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L374xH400/10000201000001760000019046f0776e0afddcf4-da74d.png?1689284598' width='374' height='400' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://proletariosrevolucionarios.blogspot.com/2019/10/ecuador-breve-analisis-del-paquetazo-y.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Spanische Originalversion&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;http://web.archive.org/web/20191120011500/https://ediciones-ineditas.com/2019/10/07/brief-analysis-on-the-paquetazo-and-the-coming-protests-in-ecuador-from-a-radical-critique/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Englische &#220;bersetzung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://dndf.org/?p=18063&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Franz&#246;sische &#220;bersetzung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb2-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;G&#228;ngiger Begriff f&#252;r das Sparpaket in Ecuador&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Eine Parole, die auf die Wirtschaftskrise in Argentinien 2001 zur&#252;ckgeht, &#034;Sie sollen alle gehen, nicht einer soll bleiben&#034;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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