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		<title>Endnotes - Kommunisierung und Wertformtheorie</title>
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		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
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&lt;p&gt;Einleitung &lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Die Wertform des Arbeitsprodukts ist die abstrakteste, aber auch allgemeinste Form der b&#252;rgerlichen Produktionsweise, die hierdurch als eine besondere Art gesellschaftlicher Produktion und damit zugleich historisch charakterisiert wird.&#8220; &lt;br class='autobr' /&gt;
In der ersten Nummer von Endnotes beschrieben wir die Entstehung der Theorie der Kommunisierung in den Jahren nach Mai 1968 in Frankreich. Der folgende Text und andere in dieser Nummer stehen in der Tradition dieser Perspektive der (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://kommunisierung.net/Endnotes" rel="tag"&gt;Endnotes&lt;/a&gt;

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 <content:encoded>&lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/logo/yokai_large.png?1689536961' class='spip_logo spip_logo_right' width='101' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Einleitung&lt;/strong&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wir bedanken uns bei den deutschen Genossen f&#252;r die n&#252;tzlichen Kommentare zu (&#8230;)&#034; id=&#034;nh1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die Wertform des Arbeitsprodukts ist die abstrakteste, aber auch allgemeinste Form der b&#252;rgerlichen Produktionsweise, die hierdurch als eine besondere Art gesellschaftlicher Produktion und damit zugleich historisch charakterisiert wird.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;K. Marx, Das Kapital, Bd. 1, MEW 23, S. 95, FN 32.&#034; id=&#034;nh2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der ersten Nummer von &lt;i&gt;Endnotes&lt;/i&gt; beschrieben wir die Entstehung der Theorie der Kommunisierung in den Jahren nach Mai 1968 in Frankreich. Der folgende Text und andere in dieser Nummer stehen in der Tradition dieser Perspektive der Kommunisierung, doch sie sind auch stark beeinflusst von theoretischen Entwicklungen im Bereich der Marxschen Theorie der Wertform und insbesondere von der Tendenz der &#8222;systematischen Dialektik&#8220;, welche in den letzten Jahren aufgekommen ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Eine unvollst&#228;ndige Liste der Autoren w&#228;re Chris Arthur, Werner Bonefeld, (&#8230;)&#034; id=&#034;nh3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Marx war diesbez&#252;glich klar, dass das, was seinen Ansatz von anderen unterschied und ihn zu einer Kritik eher als zu einer Fortsetzung der politischen &#214;konomie machte, die Analyse der Wertform war. In seiner ber&#252;hmten Darstellung &#8222;Der Fetischcharakter der Ware und sein Geheimnis&#8220; schreibt er:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die politische &#214;konomie hat nun zwar, wenn auch unvollkommen Wert und Wertgr&#246;&#223;e analysiert und den in diesen Formen versteckten Inhalt entdeckt. Sie hat niemals auch nur die Frage gestellt, warum dieser Inhalt jene Form annimmt, warum sich also die Arbeit im Wert und das Ma&#223; der Arbeit durch ihre Zeitdauer in der Wertgr&#246;&#223;e des Arbeitsprodukts darstellt? Formen, denen es auf der Stirn geschrieben steht, da&#223; sie einer Gesellschaftsformation angeh&#246;ren, worin der Produktionsproze&#223; die Menschen, der Mensch noch nicht den Produktionsproze&#223; bemeistert, gelten ihrem b&#252;rgerlichen Bewu&#223;tsein f&#252;r ebenso selbstverst&#228;ndliche Naturnotwendigkeit als die produktive Arbeit selbst.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;K. Marx, Das Kapital, Bd. 1, op. cit., S. 94-96.&#034; id=&#034;nh4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotz solchen Aussagen von Marx spielte die Verbindung zwischen der Wertform und dem Fetischismus &#8211; die Verkehrung und Umkehrung der Verh&#228;ltnisse, in welcher die Menschen von den Resultaten ihrer eigenen T&#228;tigkeit beherrscht werden &#8211; bis in die 1960er Jahre kaum eine Rolle in der Art und Weise, &lt;i&gt;Das Kapital&lt;/i&gt; zu interpretieren. Stattdessen betonten Darstellungen der &#8222;Marxschen &#214;konomie&#8220; das scheinbar simple Argument der ersten zwei Unterkapitel des ersten Kapitels im &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt;, wo Arbeit als das definiert wird, was hinter dem Wert der Waren steht. Die letzten beiden Unterkapitel des Kapitels &#8211; &#252;ber die Warenform und den Fetischismus &#8211; wurden in der Regel als mehr oder weniger verschachtelte Art und Weise der Beschreibung des Marktes betrachtet und einfach schnell mal quergelesen. Dadurch wurde die sorgf&#228;ltige Art und Weise von Marx nicht untersucht, seine Sichtweise von der klassischen politischen &#214;konomie von Ricardo zu unterscheiden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gleichzeitig schien Marx anzuerkennen, dass seine Wertformanalyse (&#8230;)&#034; id=&#034;nh5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn sich Marxisten auf die &#8222;Arbeitswerttheorie&#8220; beriefen, taten sie dies im Sinne eines quantitativen Ansatzes betreffend der Substanz und dem Betrag des Werts und nicht im Sinne der qualitativen Frage der Wert&lt;i&gt;form&lt;/i&gt;. Gegen die neoklassische Revolution in der b&#252;rgerlichen &#214;konomie, welche die Arbeitswerttheorie verachtete, versuchten die Marxisten, den klassischen Standpunkt zu verteidigen, dass Arbeit die Substanz des Werts und dass der Wert die im Produkt enthaltene Arbeit ist. Genau wie die klassische politische &#214;konomie kamen die Marxisten nie auf die Idee, die Besonderheit des gesellschaftlichen Prozesses der Reduzierung zu untersuchen, welcher notwendig ist, damit solch quantitative Betr&#228;ge verglichen werden k&#246;nnen. Das heisst, dass sie die Frage genauso wenig stellten, wieso die Arbeit in der Wertform ihres Produkts erscheint und welche Art der Arbeit so erscheinen kann. Doch, gem&#228;ss der Beschreibung von Marx, k&#246;nnen die daraus folgenden Formen des Geldes und des Kapitals, oder wie die menschliche T&#228;tigkeit die Form der Kapitalakkumulation annimmt, nur verstanden werden, wenn man die Komplexit&#228;t der Wertform versteht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r Marx ist die Wertform ein Ausdruck des Doppelcharakters der Arbeit im Kapitalismus &#8211; ihr Charakter als konkrete Arbeit erscheint im Gebrauchswert der Ware und ihr Charakter als abstrakte Arbeit in der Wertform. Obwohl die Wertform historisch dem Kapitalismus eigen ist, bedeutet die Unterlassung, diese beiden Aspekte klar zu unterscheiden, dass die Wertform als ein Ausdruck einfacher nat&#252;rlicher Arbeit des Menschen betrachtet wird. Arbeit als Inhalt oder Substanz des Werts wurde als k&#246;rperliche Arbeit betrachtet &#8211; als etwas, das von seiner gesellschaftlichen Form unabh&#228;ngig ist. Hier wird die Substanz als etwas betrachtet, das der Sache nat&#252;rlicherweise innewohnt, doch f&#252;r Marx sind die Arbeit und der Wert etwas komplizierter. Der Wert ist ein Verh&#228;ltnis oder ein Prozess, welcher sich durch verschiedene Formen entfaltet &#8211; Geld oder Waren, welche den Arbeitsprozess ausmachen (inklusive der Ware Arbeitskraft), dann das Produkt als Ware und dann wieder Geld &#8211; ein Verh&#228;ltnis seiner Geldform zu seiner Warenform und umgekehrt immer aufrechterhaltend. F&#252;r Marx ist also der Wert weder die Verk&#246;rperung des Werts in der Ware, noch eine starre Substanz. Es ist eher ein Verh&#228;ltnis oder ein Prozess, welcher jene beherrscht, welche ihn hervorbringen: Eine Substanz, die gleichzeitig Subjekt ist. In der orthodoxen marxistischen Tradition gab es allerdings niemals die Erkenntnis, dass &#8222;abstrakte Arbeit&#8220; eine gesellschaftlich und historisch besondere Formatierung eines Teils der menschlichen T&#228;tigkeit darstellt, welche die Umwandlung menschlicher Wesen in eine Ressource f&#252;r eine grenzenlose Ausbreitung dieser T&#228;tigkeit und die Umwandlung ihres Resultats in einen Selbstzweck bedingt. Das Verst&#228;ndnis des Werts als lediglich eine &#8211; durch das private Eigentum der Produktionsmittel &#8211; auferlegte Form auf der Grundlage eines an und f&#252;r sich unproblematischen Inhalts ging Hand in Hand mit einer Konzeption des Sozialismus als eine vom Staat dirigierte Version einer wesentlich gleichen industriellen Arbeitsteilung, wie sie vom Markt im Kapitalismus organisiert wird. Von diesem Standpunkt aus wird die im Kapitalismus von Marktformen eingeschr&#228;nkte Arbeit zu einem bewussten Organisationsprinzip der Gesellschaft im Sozialismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine erw&#228;hnenswerte Ausnahme zur traditionellen marxistischen Vernachl&#228;ssigung der Wertform und des Fetischismus war der russische &#214;konom Isaak Rubin. In seinem bahnbrechenden Werk in den 1920er Jahren erkannte er, dass &#8222;[d]ie Fetischismustheorie [&#8230;] die Grundlage der gesamten marxschen &#246;konomischen Theorie und seiner Werttheorie im Besonderen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;I. Rubin, Die marxsche Theorie des Warenfetischismus.&#034; id=&#034;nh6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; ist und dass abstrakte Arbeit als Substanz des Werts nicht eine &#8222;Form als etwas dem Inhalt &#196;usserliches ist&#8220;, &#8222;[v]ielmehr wird mit der Entfaltung des Inhalts selbst die Form erzeugt, die schon in ihm verborgen lag&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;I. Rubin, Zur Marxschen Werttheorie. Ricardo Bellofiore hat bemerkt, dass (&#8230;)&#034; id=&#034;nh7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Doch Rubins in Russland verbotenes Werk ist lange mehr oder weniger unbekannt geblieben. Von der Orthodoxie &#8211; der &#8222;marxistischen politischen &#214;konomie&#8220; &#8211; wurde die Behauptung der b&#252;rgerlichen Kritiker nicht bestritten, Marx sei im wesentlichen ein Sch&#252;ler Ricardos. Viel mehr wurde er &lt;i&gt;auf genau dieser Grundlage&lt;/i&gt; als jener verteidigt, welcher endlich Ordnung in die Ricardosche Anerkennung der Arbeit als Inhalt des Werts und der Arbeitszeit als ihre Masseinheit gebracht habe &#8211; als Pionier einer mehr oder weniger linkslastigen Ricardianischen Ausbeutungstheorie. Von diesem Standpunkt aus ist die Arbeit etwas fast nat&#252;rlich im Produkt existierendes und Ausbeutung ein Problem der Distribution ebendieses Produkts &#8211; womit die Arbeiter, durch den Staat oder andere Mittel, zur &#8222;L&#246;sung&#8220; des Problems Kapitalismus werden, indem sie diese zu ihren Gunsten beeinflussen. Wenn die Ausbeutung eine Frage der Aneignung eines Teils des gesellschaftlichen Produkts durch eine parasit&#228;re herrschende Klasse ist, dann muss der Sozialismus die Form der Warenproduktion nicht zwingend substanziell ver&#228;ndern; er kann sie unter Umst&#228;nden schlicht &#252;bernehmen, die parasit&#228;re Klasse liquidieren und das Produkt gerecht verteilen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein gemeinsamer Hintergrund&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Vernachl&#228;ssigung von Form und Fetischismus in der Lekt&#252;re des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; wurde erst Mitte der 1960er Jahre &#8211; teilweise durch eine Wiederentdeckung Rubins &#8211; in verschiedenen Ans&#228;tzen, die ab und zu als &#8222;Wertformtheorie&#8220; etikettiert werden, ernsthaft herausgefordert. Die Debatten &#252;ber die Feinheiten der Wertform, Fragen der Methodik, Marxens Verh&#228;ltnis zu Hegel und so weiter kamen zum gleichen Zeitpunkt auf wie die Theorie der Kommunisierung. Sowohl die Wertformtheorie als auch die Kommunisierung dr&#252;cken eine Unzufriedenheit mit &#252;berlieferten Interpretationen Marxscher Werke aus und somit eine Ablehnung des &#8222;orthodoxen&#8220; oder &#8222;traditionellen&#8220; Marxismus&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Orthodoxie bedeutet mittlerweile dogmatischer Marxismus. Luk&#225;cs machte einen (&#8230;)&#034; id=&#034;nh8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. F&#252;r uns gibt es eine implizite Gemeinsamkeit zwischen der Wertformtheorie und der Theorie der Kommunisierung, wodurch sie durchaus produktiv interagieren k&#246;nnten. Wir werden hier die historischen Parallelen und Gemeinsamkeiten dieser beiden Str&#246;mungen untersuchen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von der Mitte der 1960er bis Ende der 1970er Jahre war der Kapitalismus weltweit durch intensive Klassenk&#228;mpfe und radikale soziale Bewegungen charakterisiert: von den st&#228;dtischen Ausschreitungen in den USA hin zu den aufst&#228;ndischen Streiks in Polen, von Studentenbewegungen und &#8222;Jugendrevolten&#8220; hin zum Umsturz von gew&#228;hlten oder nicht gew&#228;hlten Regierungen durch Arbeiterunruhen. Beschleunigte Arbeitsverh&#228;ltnisse wurden genauso hinterfragt wie die Familie, Gender und Sexualit&#228;t, die Psychiatrie und die Beziehung des Menschen zur Natur innerhalb einer allgemeinen, die Gesellschaft durchziehenden Unzufriedenheit. Mit diesen K&#228;mpfen verbunden endete der Nachkriegsboom in einer kapitalistischen Akkumulationskrise mit hoher Inflation und steigender Arbeitslosigkeit. Die revolution&#228;re &#220;berwindung des Kapitalismus und seiner Pseudo-Alternative in den L&#228;ndern des Ostblocks schien f&#252;r viele wieder zu einer aktuellen Frage zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese K&#228;mpfe und die revolution&#228;ren Hoffnungen, welche sie ausl&#246;sten, waren die Voraussetzung der Emergenz sowohl des kritischen Marxismus der Wertformtheorie als auch der Theorie der Kommunisierung. Diese beiden Str&#246;mungen wurden zum selben Zeitpunkt hervorgebracht und flauten auch gleichzeitig mit den sie hervorbringenden K&#228;mpfen ab. Die Akkumulationskrise der 1970er Jahre f&#252;hrte, statt zu einer Intensivierung der Klassenk&#228;mpfe und ihrer Entwicklung in eine revolution&#228;re Richtung, zu einer radikalen kapitalistischen Restrukturierung, innerhalb welcher die damit verbundenen Bewegungen und revolution&#228;ren Erwartungen umfassend besiegt wurden. Diese Restrukturierung f&#252;hrte zu einem relativen Abflauen dieser Diskussionen. Genau wie die Diskussion rund um die Kommunisierung in Frankreich, welche Anfang der 1970er Jahre begann und in den 1980er und fr&#252;hen 1990er Jahren abflaute, um sich vor kurzem wieder zu beleben, ist das zeitgen&#246;ssische Interesse in &#8222;systematische Dialektik&#8220; in vielerlei Hinsicht eine R&#252;ckkehr zu den Wertformdebatten der 1970er Jahre nach einer Periode der relativ stillen Diskussion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kommunisierung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Nicht die &lt;i&gt;Einheit&lt;/i&gt; der lebenden und t&#228;tigen Menschen mit den nat&#252;rlichen, unorganischen Bedingungen ihres Stoffwechsels mit der Natur, und daher ihre Aneignung der Natur - bedarf der Erkl&#228;rung oder ist Resultat eines historischen Prozesses, sondern die &lt;i&gt;Trennung&lt;/i&gt; zwischen diesen unorganischen Bedingungen des menschlichen Daseins und diesem t&#228;tigen Dasein, eine Trennung, wie sie vollst&#228;ndig erst gesetzt ist im Verh&#228;ltnis von Lohnarbeit und Kapital.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;K. Marx, Grundrisse, MEW 42, S. 397.&#034; id=&#034;nh9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Theorie der Kommunisierung entstand als Kritik diverser, vom Marxismus der zweiten und dritten Internationalen der Arbeiterbewegung geerbten Konzeptionen der Revolution als auch seiner dissidenten Str&#246;mungen und Oppositionen. Die Erfahrungen revolution&#228;ren Scheiterns waren scheinbar die wesentliche Frage zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die Frage, ob die Arbeiter Macht durch die Partei oder den Staat (Leninismus, die italienische kommunistische Linke) oder durch die Organisation am Ort der Produktion (Anarchosyndikalismus, deutsch-holl&#228;ndische Linke) aus&#252;ben sollen. Einerseits sagen einige, es sei die Abwesenheit einer Partei &#8211; oder der richtigen Partei &#8211; welche zum Scheitern der revolution&#228;ren Gelegenheiten in Deutschland, Italien oder Spanien f&#252;hrte, w&#228;hrend andere sagen, es sei eben genau die Partei und die &#8222;staatliche&#8220;, &#8222;politische&#8220; Konzeption der Revolution gewesen, welche in Russland gescheitert sei und anderswo eine sch&#228;dliche Rolle gespielt habe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jene, welche die Theorie der Kommunisierung entwickelten, verweigerten die Problematisierung der Revolution in Begriffen der &lt;i&gt;Formen&lt;/i&gt; der Organisation und versuchten stattdessen, die Revolution in Begriffen des &lt;i&gt;Inhalts&lt;/i&gt; zu erfassen. Die Kommunisierung implizierte eine Ablehnung einer Konzeption der Revolution als ein Ereignis, wo Arbeiter die Macht &#252;bernehmen, gefolgt von einer &#220;bergangsphase: Stattdessen wurde sie als eine durch unmittelbare kommunistische Massnahmen (wie die freie G&#252;terverteilung) charakterisierte Bewegung konzipiert, sowohl zu ihrem Vorteil, als auch um die materielle Grundlage der Konterrevolution zu zerst&#246;ren. Wenn die Bourgeoisie nach der Revolution enteignet ist, doch die Arbeiter immer noch Arbeiter sind, die in getrennten Unternehmungen produzieren, f&#252;r ihren Lebenserhalt von ihrem Verh&#228;ltnis zu diesem Arbeitsplatz abh&#228;ngig sind und mit anderen Unternehmungen Handel treiben, dann ist es ziemlich unbedeutend, ob dieser Handel von den Arbeitern selbstorganisiert oder durch einen &#8222;Arbeiterstaat&#8220; zentralisiert ist: Der kapitalistische Inhalt bleibt und fr&#252;her oder sp&#228;ter wird die getrennte Rolle oder Funktion des Kapitalisten wieder aufkommen. Die Revolution als kommunisierende Bewegung w&#252;rde hingegen alle kapitalistischen Kategorien zerst&#246;ren, indem sie diese nicht mehr konstituiert und reproduziert: Austausch, Geld, Waren, die Existenz von getrennten Unternehmungen, den Staat und &#8211; allen voran &#8211; die Lohnarbeit und die Arbeiterklasse selbst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Theorie der Kommunisierung entstand also teilweise aus der Erkenntnis, dass die Ablehnung des leninistischen Staatsparteienmodells mit einer anderen Zusammenstellung von &#8211; demokratischen, anti-autorit&#228;ren, r&#228;tekommunistischen &#8211; Organisationsformen nicht den Kern des Problems angreift. Teilweise entstand diese neue Art des Denkens &#252;ber die Revolution aus den Charakteristika und Formen des Klassenkampfes, welche in dieser Periode in den Vordergrund r&#252;ckten &#8211; Sabotage, Absentismus und andere Formen der Verweigerung der Arbeit &#8211; und aus sozialen Bewegungen ausserhalb des Arbeitsplatzes, was alles als Ablehnung der Affirmation der Arbeit und der Arbeiteridentit&#228;t als Grundlage der Revolution betrachtet werden k&#246;nnte. Ein grosser Ansporn f&#252;r die Entwicklung des Begriffs der Kommunisierung war die Arbeit der &lt;i&gt;Situationistischen Internationalen&lt;/i&gt; (SI), die mit ihrer Perspektive einer totalen, in der Transformation des allt&#228;glichen Lebens verwurzelten Revolution die neuen in den K&#228;mpfen ausgedr&#252;ckten Bed&#252;rfnisse gef&#252;hlt und theoretisiert hatte und somit sp&#228;ter als jene anerkannt wurden, welche den Geist der Ereignisse 1968 in Frankreich am besten vorgegriffen und ausgedr&#252;ckt hatten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch obwohl das Konzept der Kommunisierung gewissermassen ein Produkt der K&#228;mpfe und Entwicklungen dieser Zeit war, war die F&#228;higkeit des franz&#246;sischen Milieus, ihnen einen Ausdruck zu geben, untrennbar mit einer R&#252;ckkehr zu Marx und im besonderen zum &#8222;unbekannten Marx&#8220; von Texten wie die &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Resultate des unmittelbaren Produktionsprozesses&lt;/i&gt; (nachfolgend &lt;i&gt;Resultate&lt;/i&gt;) verbunden. Bevor diese Texte Ende der 1960er Jahre verf&#252;gbar waren, tendierten die SI und andere Kritiker des orthodoxen Marxismus dazu, den jungen Marx, z.B. der &lt;i&gt;&#214;konomisch-philosphischen Manuskripte&lt;/i&gt; von 1844, heranzuziehen. Sogar im Falle der SI und der Frankfurter Schule, welche auch die dem &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; entlehnten Theorien des Fetischismus und der Verdinglichung benutzten, war Luk&#225;cs der Vermittler, es war kein Produkt einer detaillierten Aneignung der drei B&#228;nde des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt;. Somit tendierte die reife Kritik der politischen &#214;konomie als Ganzes dazu, in den H&#228;nden des traditionellen Marxismus zu verbleiben. Wie wir schon betont haben, wurden die Relevanz der Marxschen Beschreibung seines Werks als eine &lt;i&gt;Kritik&lt;/i&gt; der politischen &#214;konomie, die Wichtigkeit der Wertform und des Fetischismus innerhalb dieser positivistischen Interpretation geflissentlich &#252;bersehen. Die neu verf&#252;gbaren Texte wie die &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt; untergruben die traditionellen Lesarten und erlaubten es, die Radikalit&#228;t der reifen Kritik zu erkennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch ihr marginales Verh&#228;ltnis zum orthodoxen Marxismus waren jene, welche sich mit linkskommunistischen Kritiken des Bolschewismus und der Ereignisse in Russland identifizierten, in einer guten Position um die neu erh&#228;ltlichen Marxschen Texte zu lesen. Jacques Camatte und die ab 1968 erscheinende Zeitschrift &lt;i&gt;Invariance&lt;/i&gt; waren im franz&#246;sischen Kontext sehr wichtig. &lt;i&gt;Invariance&lt;/i&gt; dr&#252;ckte sowohl eine &#214;ffnung der &#8222;bordigistischen&#8220; italienischen linken Tradition gegen&#252;ber den Erfahrungen der deutsch-holl&#228;ndischen Linken und als auch gegen&#252;ber den sich entfaltenden K&#228;mpfen dieser Zeit aus und war der Ort einer neuen Marx-Lekt&#252;re. Camattes ehemaliger Weggenosse &#8211; Roger Dangeville &#8211; &#252;bersetzte die &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt; und die &lt;i&gt;Resultate&lt;/i&gt; ins Franz&#246;sische &#8211; womit er Sand ins Getriebe der in Frankreich vorherrschenden althusserianischen anti-hegelianischen Interpretation von Marx streute. Camatte ver&#246;ffentliche in &lt;i&gt;Invariance&lt;/i&gt; einen bedeutenden Kommentar zu diesen Texten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jacques Camatte, Capital and Community: the Results of the Immediate Process (&#8230;)&#034; id=&#034;nh10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Text von Camatte spielte eine &#228;hnliche Rolle f&#252;r die franz&#246;sischen Diskussionen nach 1968 wie Rosdolskys &lt;i&gt;Zur Entstehungsgeschichte des Marxschen &#8222;Kapital&#8220;&lt;/i&gt; f&#252;r die Diskussion nach 1968 in Deutschland&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Roman Rosdolsky, Zur Entstehungsgeschichte des Marxschen &#8222;Kapital&#8220;, 1968.&#034; id=&#034;nh11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Beide Texte st&#252;tzen sich stark auf Zitate, um in die Bedeutung von damals weitgehend unbekannten Texten von Marx einzuf&#252;hren und sie zu untersuchen. Rosdolsky erstellt eine verst&#228;ndliche Studie der &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt;, w&#228;hrend Camattes weniger systematischer Bericht andere Marxsche Entw&#252;rfe heranzieht, besonders die &lt;i&gt;Resultate&lt;/i&gt;. Obwohl Camatte die Verdienste des Buches von Rosdolsky anerkennt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Camatte kritisiert Rosdolsky trotzdessen, &#8222;er erfasst den f&#252;r uns zentralen (&#8230;)&#034; id=&#034;nh12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; besteht ein Unterschied darin, dass Rosdolsky schliesslich die &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt; auf eine blosse Vorbereitung des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; reduziert, w&#228;hrend Camatte sich st&#228;rker auf die Art und Weise konzentriert, wie darin und in anderen Entw&#252;rfen des Kapital &#252;ber das marxistische Verst&#228;ndnis letzteres hinausgewiesen wird. Camatte erkannte, dass die verschiedenen Arten von Marx, in die Kategorie des Werts in den diversen Versionen der Kritik der politischen &#214;konomie einzuf&#252;hren und sie zu entwickeln, eine Bedeutung haben, die &#252;ber die progressive Verbesserung der Pr&#228;sentation hinausgeht. Einige fr&#252;he Betrachtungen heben Aspekte hervor wie die historische Autonomisierung des Werts, die Definition des Kapitals als prozessierender Wert und die Wichtigkeit der Kategorie der Subsumtion, in einer Art und Weise, die in der ver&#246;ffentlichten Version nicht so klar ist. Man findet in Camattes Lesart der neu verf&#252;gbaren Texte eine Anerkennung, dass die Auswirkungen der Marxschen Kritik der politischen &#214;konomie viel radikaler sind, als die positivistische marxistische Interpretation des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; glaubte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Dies ist eine Lekt&#252;re der Grundrisse, die sp&#228;ter mit Negri identifiziert (&#8230;)&#034; id=&#034;nh13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es existiert ein faszinierender Bruch mit traditionellen marxistischen Thesen in Camattes Werk, ein Bruch, der ganz klar wird im Kontrast zwischen seinem anf&#228;nglichen Kommentar Mitte der 1960er Jahre und den Anmerkungen, welche er Anfang der 1970er Jahre hinzuf&#252;gte. W&#228;hrend n&#228;mlich die fr&#252;heren Kommentare in der klassischen marxistischen Theorie des &#220;bergangs verankert sind, erkennt man, wie in den sp&#228;teren Anmerkungen diese Thesen verworfen werden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Als er seine fr&#252;here Idee einer &#8222;formellen Herrschaft des Kommunismus&#8220; (&#8230;)&#034; id=&#034;nh14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Er beschliesst schliesslich 1972 seine Bemerkungen mit einem Aufruf zur Kommunisierung:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die Gesamtheit der Menschen erhebt sich gegen die Totalit&#228;t der kapitalistischen Gesellschaft: ein Kampf gegen das Kapital und gegen die Arbeit, zwei Aspekte derselben Wirklichkeit. Das heisst, das Proletariat muss gegen seine Herrschaft k&#228;mpfen, um sich als Klasse zerst&#246;ren zu k&#246;nnen &#8211; und damit das Kapital und die Klassen. Ist der Sieg im Weltmassstab gesichert, verschwindet die universelle Klasse, die sich im Verlauf eines weiten Prozesses vor der Revolution (in der Bildung ihrer Partei), im Kampf gegen das Kapital herauskristallisiert und die Gesellschaft auch psychologisch ver&#228;ndert hat, und wird Menschheit. Dann gibt es ausserhalb von ihr keine Gruppe mehr, der Kommunismus entwickelt sich frei. Die Periodisierung unterer und oberer Kommunismus entf&#228;llt ebenfalls.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 165.&#034; id=&#034;nh15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r die meisten sp&#228;teren Theoretiker der Kommunisierung wurden die zuvor nicht verf&#252;gbaren Marxschen Texte zu grundlegenden Texten. Die &#220;bersetzung der &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt; und des nun ber&#252;hmten &#8222;Maschinenfragments&#8220; hat Gilles Dauv&#233;s prototypische Argumentation zugunsten der Kommunisierung direkt beeinflusst&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Dauv&#233; &#8216;Sur L'Ultragauche' (1969), erstmals ver&#246;ffentlicht auf English (&#8230;)&#034; id=&#034;nh16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In diesem Fragment beschreibt Marx, wie das Kapital aufgrund seines Drangs, die Mehrarbeitszeit zu vergr&#246;ssern, notwendige Arbeitszeit durch den massiven Einsatz von Wissenschaft und Kenntnissen auf ein Minimum reduziert. Dies erschafft die M&#246;glichkeit der Aneignung durch all dieses entfremdete System der Kenntnisse, was die Wiederaneignung dieser Mehrarbeitszeit als disponible Zeit erlaubt. Kommunismus wird somit nicht in Begriffen einer neuen Distribution des gleichen, auf Arbeitszeit basierenden Wohlstands verstanden, sondern als auf einer neuen Form von Wohlstand basierend, der in disponibler Zeit gemessen wird&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Denn der wirkliche Reichtum ist die entwickelte Produktivkraft aller (&#8230;)&#034; id=&#034;nh17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Im Kommunismus geht es um nicht weniger als ein neues Verh&#228;ltnis zur Zeit oder sogar um eine andere Art der Zeit. F&#252;r Dauv&#233; impliziert diese Fokussierung auf die Zeit bei Marx einen radikalen Bruch zwischen Kapitalismus und Kommunismus, der &#8222;jede Vorstellung eines &lt;i&gt;schrittweisen&lt;/i&gt; &#220;bergangs zum Kommunismus durch die allm&#228;hliche Zerst&#246;rung des Wertgesetzes ausschlie&#223;t&#8220;, was beweist, dass die r&#228;tekommunistische und demokratische Alternative zum Leninismus als solches unzureichend ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Dauv&#233;, Fran&#231;ois Martin, Niedergang und Wiederkehr der kommunistischen (&#8230;)&#034; id=&#034;nh18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die fr&#252;hen Entw&#252;rfe deuten auch auf ein radikaleres Konzept der Revolution auf einer fundamentaleren ontologischen Ebene hin. Diese Entw&#252;rfe zeigen, dass f&#252;r Marx die Kritik der politischen &#214;konomie die Trennung zwischen Subjektivit&#228;t und Objektivit&#228;t, die Gegebenheit dessen, was ein Individuum sein soll, und was unser Sein ist und nicht ist, in Frage stellt. F&#252;r Marx sind diese ontologischen Fragen im wesentlichen &lt;i&gt;gesellschaftlich&lt;/i&gt;. Er war der Auffassung, dass die politischen &#214;konomen mehr oder weniger erfolgreich die Kategorien erkl&#228;rten, welche die gesellschaftlichen Lebensformen unter dem Kapitalismus definieren. W&#228;hrend die Bourgeoisie diese allerdings als ahistorische Notwendigkeiten zu pr&#228;sentieren sucht, erkannte sie Marx als historisch besondere Formen menschlicher Beziehungen und dem Verh&#228;ltnis der Menschen zur Natur. Er erkannte, dass die Vermittlung menschlicher T&#228;tigkeit durch die gesellschaftlichen Beziehungen zwischen Dingen der menschlichen Subjektivit&#228;t einen atomisierten, gegenstandslosen Charakter gibt. Die individuelle Erfahrung im Kapitalismus ist eine Erfahrung reiner Subjektivit&#228;t, alle Gegenst&#228;ndlichkeit existiert gegen sie in Form von Kapital:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;&lt;i&gt;Trennung des Eigentums von der Arbeit&lt;/i&gt; erscheint als notwendiges Gesetz dieses Austauschs zwischen Kapital und Arbeit. Die Arbeit als das &lt;i&gt;Nicht-Kapital&lt;/i&gt; als solches gesetzt, ist: 1. &lt;i&gt;Nicht-vergegenst&#228;ndlichte Arbeit, negativ gefa&#223;t&lt;/i&gt; [...] die von allen Arbeitsmitteln und Arbeitsgegenst&#228;nden, von ihrer ganzen Objektivit&#228;t getrennte Arbeit. Die lebendige als Abstraktion von diesen Momenten ihrer realen Wirklichkeit existierende Arbeit (ebenso Nicht-Wert); diese v&#246;llige Entbl&#246;&#223;ung, aller Objektivit&#228;t bare, rein subjektive Existenz der Arbeit. Die Arbeit als die &lt;i&gt;absolute Armut&lt;/i&gt;: die Armut, nicht als Mangel, sondern als v&#246;lliges Ausschlie&#223;en des gegenst&#228;ndlichen Reichtums. [...] 2. &lt;i&gt;Nicht-vergegenst&#228;ndlichte Arbeit, Nicht-Wert, positiv&lt;/i&gt; gefa&#223;t, oder sich auf sich beziehende Negativit&#228;t [...]. Die Arbeit nicht als Gegenstand, sondern als T&#228;tigkeit; nicht als selbst &lt;i&gt;Wert&lt;/i&gt;, sondern als die &lt;i&gt;lebendige Quelle&lt;/i&gt; des Werts. [...] Es widerspricht sich also in keiner Weise oder vielmehr der in jeder Weise sich widersprechende Satz, da&#223; die Arbeit einerseits die &lt;i&gt;absolute Armut als Gegenstand&lt;/i&gt;, andrerseits die &lt;i&gt;allgemeine M&#246;glichkeit&lt;/i&gt; des Reichtums als Subjekt und als T&#228;tigkeit ist, bedingen sich wechselseitig und folgen aus dem Wesen der Arbeit, wie sie als Gegensatz, als gegens&#228;tzliches Dasein des Kapitals vom Kapital &lt;i&gt;vorausgesetzt&lt;/i&gt; ist und andrerseits ihrerseits das Kapital voraussetzt.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;K. Marx, Grundrisse, op. cit., S. 217-218.&#034; id=&#034;nh19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Solche ontologischen Betrachtungen spielen eine gewichtige Rolle im Werk von &lt;i&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/i&gt; (&lt;i&gt;TC&lt;/i&gt;), eine Gruppe, die Mitte der 1970er Jahre im Rahmen der Diskussionen im Milieu der Kommunisierung nach 1968 entstand. F&#252;r &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; erschafft die als Kommunisierung verstandene kommunistische Revolution keine &#8222;Republik der Arbeit&#8220; oder irgendwelche neuen Formen der Verwaltung der Produktionsmittel. Sie ist eher die &#220;berwindung des entfremdeten gesellschaftlichen Produktionsverh&#228;ltnisses, welches die im Kapitalismus erlebte Trennung von Subjektivit&#228;t und Objektivit&#228;t darstellt. Durch die &#220;berwindung der Trennung der Individuen voneinander und von den Produktionsmitteln &#252;berwindet die Kommunisierung die Trennung zwischen menschlicher Subjektivit&#228;t und &#8222;vergegenst&#228;ndlichter Arbeit&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Und von der Natur, welche f&#252;r das Kapital &#8211; wie menschliche Wesen &#8211; einzig (&#8230;)&#034; id=&#034;nh20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, d.h. die Aufspaltung von Subjekt und Objekt, welche die Grundlage der gesellschaftlichen Realit&#228;t im Kapitalismus darstellt. TC stellt sich das als &#220;berwindung von jeder von Marx in den &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt; beschriebenen Dimension vor: Arbeit existiert nicht mehr als getrennte T&#228;tigkeit; Produktion unterscheidet sich nicht mehr von der Reproduktion und beherrscht sie nicht mehr; Bed&#252;rfnisse sind nicht mehr getrennt von F&#228;higkeiten und die Individuen sind nicht mehr durch die Vermittlung des Austausches ihrer Produkte oder in Form des Staates mit ihrer Sozialit&#228;t konfrontiert &#8211; sie werden &lt;i&gt;direkt&lt;/i&gt; gesellschaftlich. Die Revolution als Kommunisierung l&#246;st sowohl die gesellschaftlichen Formen der Dinge auf, d.h. ihre Existenz als Tr&#228;ger &#8222;vergegenst&#228;ndlichter Arbeit&#8220;, Wert (sie werden wieder zu Dingen), als auch die atomisierte, leere und abgetrennte Subjektform des Individuums. F&#252;r TC wie f&#252;r Marx in den &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt;&lt;i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;TC behauptet indes nicht, die Kommunisierung sei Marxens Konzept der (&#8230;)&#034; id=&#034;nh21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/i&gt; beherrscht also das zuvor &#8222;objektive&#8220; Moment der Produktion das subjektive Moment nicht mehr, sondern wird zum &#8222;[organisch gesellschaftlichen] Leib, worin die Individuen sich reproduzieren als Einzelne, aber als gesellschaftliche Einzelne&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;K. Marx, Grundrisse, op. cit., S. 723.&#034; id=&#034;nh22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die deutschen Debatten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Wiederaneignung von Marx, aus welcher die Perspektive der Kommunisierung entstand, war Teil eines viel breiteren Prozesses der Wiederaneignung und der Entwicklung radikaler Lesarten der Marxschen Theorie. Nach der ungarischen Revolution von 1956 hatte der offizielle Kommunismus keine Hegemonie mehr &#252;ber Meinungsverschiedenheiten und die Interpretation Marxscher Theorie in westlichen L&#228;ndern. W&#228;hrend Marx gesagt hatte, man solle &#8222;alles bezweifeln&#8220;, tendierte der orthodoxe oder traditionelle Marxismus dazu, sich selbst als einheitliche Weltanschauung zu pr&#228;sentieren, welche auf jede Frage eine Antwort hat. Er hatte eine allumfassende Philosophie (&#8222;Dialektischer Materialismus&#8220;), eine mechanistische Sichtweise der Geschichte (&#8222;Historischer Materialismus&#8220;) und seine eigene &#214;konomie (&#8222;Marxistische politische &#214;konomie&#8220;)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;F&#252;r eine Interpretation des &#8222;traditionellen Marxismus&#8220; als &#8222;Weltanschauungsmarxi&#034; id=&#034;nh23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Diese S&#228;ulen der offiziellen Version des Marxismus wurden durch eine R&#252;ckkehr zum kritischen Geist von Marx in Frage gestellt und dies auf eine &#228;hnliche Art und Weise, wie eine fr&#252;here Generation kritischer Marxisten, welche sich unmittelbar nach der russischen Revolution entwickelt hatte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zentrale Werke dieser Periode sind Luk&#225;cs' Geschichte und Klassenbewusstsein,&#034; id=&#034;nh24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Wiederbelebung der Marxschen Theorie in dieser Periode &#8211; wie in den 1920er Jahren &#8211; bedingte einen Bruch mit einem Marxismus, der als positives Wissenssystem betrachtet wurde, und eine neuerliche Anerkennung seiner kritischen Dimension &#8211; wodurch auch das Verh&#228;ltnis zwischen Marx und Hegel erneut problematisiert wurde. Gegen Mitte der 1960er Jahre ging die Ablehnung &#252;berlieferter Interpretationen von Marx &#252;ber &lt;i&gt;Das Kapital&lt;/i&gt; &#8211; sein zentrales Werk &#8211; hinweg. Neue Lesarten zogen fr&#252;here Entw&#252;rfe der Kritik der politischen &#214;konomie heran und interessierten sich nicht f&#252;r die Resultate, sondern auch f&#252;r die von Marx benutzten Methoden, um zu ihnen zu gelangen. In Frankreich wurde &lt;i&gt;Das Kapital&lt;/i&gt; strukturalistisch gelesen, in Italien lasen es Tronti und der Operaismus &#8222;vom Standpunkt der Arbeiterklasse aus&#8220; und in Deutschland entstand eine &lt;i&gt;Neue Marx-Lekt&#252;re&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die deutsche Sprache gab der &lt;i&gt;Neuen Marx-Lekt&#252;re&lt;/i&gt; einen klaren Vorteil gegen&#252;ber Untersuchungen des Marxschen Werks in anderen L&#228;ndern. Die neuen Texte des &#8222;unbekannten Marx&#8220; waren in der Regel zuerst auf deutsch erh&#228;ltlich und bekannt und es gab selbstverst&#228;ndlich keine &#220;bersetzungsprobleme. Zudem war die grosse kulturelle Ressource, welche Marx in seiner Kritik der politischen &#214;konomie benutzte &#8211; der klassische deutsche Idealismus &#8211; nicht den gleichen Problemen mit der Rezeption des Hegelschen Denkens ausgesetzt wie in anderen L&#228;ndern. W&#228;hrend also die neuen Marx-Lekt&#252;ren in Italien und Frankreich als Reaktion auf fr&#252;here Moden des Hegelianismus und des &#8222;Hegelianischen Marxismus&#8220; dazu tendierten, eine starke anti-hegelianische Ausrichtung zu haben, waren die deutschen Diskussionen f&#228;hig, ein nuancierteres und besser informiertes Bild der Verbindung zwischen Hegel und Marx zu entwickeln. Und am wichtigsten ist die Tatsache, dass sie erkannten, dass Marx in seiner Beschreibung der logischen Struktur der realen Totalit&#228;t der kapitalistischen gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse im &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; eher in der Schuld von Hegels systematischer Dialektik der &lt;i&gt;Logik&lt;/i&gt;, denn in jener seiner Konzeption einer historischen Dialektik stand. Der neue kritische Marxismus, manchmal geringsch&#228;tzig als &lt;i&gt;Kapitallogik&lt;/i&gt; bezeichnet, hatte also weniger mit dem fr&#252;hen kritischen Marxismus von Luk&#225;cs und Korsch als mit jenem von Rubin und Pashukanis gemeinsam. Die &lt;i&gt;Neue Marx-Lekt&#252;re&lt;/i&gt; war keine homogene Schule, sondern ein kritischer Ansatz, der eine gewisse gemeinsame Richtung teilte trotz vielen Diskussionen und Uneinigkeiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der politische Kontext der deutschen Debatten war das Erstarken einer radikalen Studentenbewegung. Sie hatte zwei Pole &#8211; einen traditionalistischen, der manchmal Verbindungen zum ostdeutschen Staat und einen &#8222;orthodox marxistischen&#8220; Ansatz gegen&#252;ber der Arbeiterbewegung hatte, und einen eher &#8222;anti-autorit&#228;ren&#8220;, der von der kritischen Theorie der Frankfurter Schule beeinflusst war, im besonderen von ihrer psychoanalytischen Dimension, welche eine Erkl&#228;rung f&#252;r das Desinteresse der Arbeiter f&#252;r die Revolution bot&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Dies beinhaltete ein Interesse an Freud und Reich kombiniert mit Adornos (&#8230;)&#034; id=&#034;nh25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die deutsche Studentenbewegung erlangte schnell einen Ruf f&#252;r die theoretische Raffinesse ihrer Debatten, was nicht zuletzt dem Einfluss der Frankfurter Schule geschuldet war. Die Einsichten, aber auch die Instabilit&#228;t und die Ambivalenz des &#8222;anti-autorit&#228;ren&#8220; Pols dr&#252;ckten sich in der Laufbahn ihres charismatischen Anf&#252;hrers Rudi Dutschke aus. Er historisierte 1966, stark von Korsch beeinflusst, die Marxsche &#8222;Zwei-Phasen-Theorie der kommunistischen Revolution&#8220; als anachronistisch und als &#8222;f&#252;r unsere Zeit [&#8230;] kaum noch Bedeutung haben[d]&#8220;, weil sie &#8222;die wirkliche Emanzipation der Arbeiterklasse in die Zukunft verlegte&#8220; und &#8222;die Eroberung des b&#252;rgerlichen Staates durch das Proletariat als prim&#228;r f&#252;r die soziale Revolution ansah&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Rudi Dutschke, &#8216;Zur Literatur des revolution&#228;ren Sozialismus von K. Marx bis (&#8230;)&#034; id=&#034;nh26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Doch er pr&#228;gte auch die Parole des &#8222;langen Marsches durch die Institutionen&#8220;, welche zum Daseinszweck der deutschen Gr&#252;nen Partei wurde (welcher er sich, wie der andere charismatische Anti-Autorit&#228;re Daniel Cohn-Bendit, sp&#228;ter anschloss). Heute identifiziert sich die durch und durch etatistische und reformistische &lt;i&gt;Die Linke&lt;/i&gt; am st&#228;rksten mit seinem Erbe. In theoretischer Hinsicht war Hans-J&#252;rgen Krahl eine bedeutendere Figur des SDS, vor allem nachdem Dutschke angeschossen wurde. Krahl war ein Student Adornos und brachte viele Schl&#252;sselkonzepte der Kritischen Theorie in die Bewegung, doch er war auch ein Aktivist &#8211; Adorno beging die Schandtat, die Bullen auf ihn und seine Kommilitonen zu hetzen, als sie eines der Geb&#228;ude des Instituts besetzten &#8211; und orientierte sich weiterhin am Proletariat und am Klassenkampf&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Krahl starb in einem Autounfall 1970. Die posthum ver&#246;ffentliche Sammlung (&#8230;)&#034; id=&#034;nh27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Obwohl die Frankfurter Schule in ihrer Wendung hin zur Psychoanalyse, zur Kultur und zur Philosophie das Studium der Marxschen Kritik der politischen &#214;konomie weitgehend den orthodoxen Marxisten &#252;berlassen hatte, waren es Krahl und andere Studenten Adornos &#8211; Hans-Georg Backhaus, Helmut Reichelt &#8211;, welche die &lt;i&gt;Neue Marx-Lekt&#252;re&lt;/i&gt; initiierten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend also f&#252;r das Milieu der Kommunisierung der Hintergrund der R&#228;tekommunismus und andere linkskommunistische Kritiken des Bolschewismus waren, was dazu f&#252;hrte, dass die Radikalit&#228;t der neuen Marxschen Texte auf fruchtbaren Boden fiel, spielte in Deutschland &#8211; wo diese Str&#246;mungen w&#228;hrend der Nazizeit ausgel&#246;scht wurden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Eine bedeutende Ausnahme war Willy Huhn, der verschiedene Mitglieder des (&#8230;)&#034; id=&#034;nh28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &#8211; Adorno und die Frankfurter Schule gewissermassen eine &#228;hnliche Rolle. Sowohl der R&#228;tekommunismus als auch die Frankfurter Schule hatten sich als Nachdenken &#252;ber das Scheitern der deutschen Revolution von 1918/1919 entwickelt. W&#228;hrend das Verh&#228;ltnis des R&#228;tekommunismus zur deutschen Revolution direkterer Natur ist, beschreibt Sohn-Rethel in einem Text &#252;ber die Frankfurter Schule und ihr nahestehende Denker wie Luk&#225;cs und Bloch ihr eher komplex vermitteltes Verh&#228;ltnis zu dieser Zeit mit einer widerspr&#252;chlichen Formulierung:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die neue Entwicklung des Denkens, welche diese Leute repr&#228;sentieren, entstand als theoretischer und ideologischer &#220;berbau einer Revolution, die nie stattfand&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Er f&#252;gt an: &#8222;Die widerspr&#252;chliche Bedingung dieser ideologischen Bewegung (&#8230;)&#034; id=&#034;nh29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotz ihrer Distanz zu den Milieus der Arbeiterklasse hatte die Frankfurter Schule versucht, einen kritischen und emanzipatorischen Marxismus gegen seine Entwicklung als eine apologetische Ideologie f&#252;r staatszentrierte Akkumulation in Russland am Leben zu erhalten. Die Affinit&#228;t zum R&#228;tekommunismus zeigt sich am deutlichsten in fr&#252;heren Texten, z.B. in Horkheimers Text &lt;i&gt;Autorit&#228;rer Staat&lt;/i&gt;, welchen die anti-autorit&#228;ren Studenten trotz der Missbilligung des sp&#228;teren, eher konservativen Horkheimers ver&#246;ffentlichten. Trotzdem bleibt eine radikale Kritik der kapitalistischen Gesellschaft im Zentrum von Adornos weniger offensichtlich politischen Texten der 1950er und 1960er Jahre &#8211; vielleicht eben genau wegen ihrer Verweigerung der Logik unmittelbarer politischer Effizienz. W&#228;hrend die &#8222;Ultralinke&#8220; versucht hatte, das emanzipatorische Versprechen der marxistischen Theorie gegen&#252;ber den zeitgen&#246;ssischen Entwicklungen der Arbeitsbewegungen am Leben zu erhalten, indem die Autonomie der Arbeiterklasse gegen ihre Repr&#228;sentation und ihre Institutionen betont wurde, versuchte die Frankfurter Schule paradoxerweise das gleiche, indem sie sich vom unmittelbaren Klassenkampf und &#8222;&#246;konomischen Fragen&#8220; abwendete.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das bedeutete, dass die radikale Wiederaneignung der Marxschen Theorie im Deutschland der 1960er Jahre notwendigerweise die Form sowohl einer Weiterf&#252;hrung des Erbes der Frankfurter Schule, als auch eines Bruches damit annahm. Die Schnittfl&#228;che zwischen einer von der Frankfurter Schule geerbten Sensibilit&#228;t und einer Wendung hin zum detaillierten Studium der von ihr gemiedenen Kritik der politischen &#214;konomie wird in einer Anekdote &#252;ber Backhaus deutlich. Gem&#228;ss Reichelt k&#246;nnte der Anfang des Programms der &lt;i&gt;Neuen Marx-Lekt&#252;re&lt;/i&gt; zu einem Zeitpunkt 1963 verortet werden, als Backhaus, damals Bewohner eines Studentenwohnheims, zuf&#228;llig auf eine damals sehr seltene Erstausgabe des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; stiess&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb30&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die erste deutsche Ausgabe des Kapital enthielt wesentliche Unterschiede &#8211; (&#8230;)&#034; id=&#034;nh30&#034;&gt;30&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Er bemerkte, dass die Unterschiede zur zweiten Ausgabe offensichtlich waren, doch das waren sie nur, weil er Adornos Vorlesungen &#252;ber die dialektische Theorie der Gesellschaft geh&#246;rt hatte:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Ohne Adornos wiederholt vorgetragene Vorstellung eines &#187;Begrifflichen in der Realit&#228;t selbst&#171;, eines auf die Tauschabstraktion zur&#252;ckzuf&#252;hrenden real Allgemeinen, ohne seine Fragen nach der Konstitution der Kategorien und deren inneren Zusammenhang in der politischen &#214;konomie und seine Vorstellung von objektiver, verselbst&#228;ndigter Struktur w&#228;re dieser Text stumm geblieben. So wie dies der Fall war in der gesamten (damals!) hundertj&#228;hrigen Diskussion der Marxschen Werttheorie.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb31&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Helmut Reichelt, Neue Marx-Lekt&#252;re: Zur Kritik sozialwissenschaftlicher (&#8230;)&#034; id=&#034;nh31&#034;&gt;31&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach 1968 kamen die Debatten &#252;ber die neue Lesart des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; wirklich in Schwung. Die diskutierten Probleme wurden in der Regel erst sp&#228;ter und oft mit weniger Tiefgang in den Diskussionen in anderen Sprachen aufgegriffen: der Charakter der Marxschen Methode und die G&#252;ltigkeit des Engelsschen Verst&#228;ndnisses davon; das Verh&#228;ltnis zwischen der dialektischen Entwicklung der Kategorien im &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; und der hegelianischen Dialektik; die Bedeutung der unvollendeten Aspekte der Marxschen Pl&#228;ne f&#252;r seine Kritik; die Wichtigkeit des Begriffes &#8222;Kritik&#8220; und der Unterschied zwischen der Marxschen Werttheorie und jener der klassischen politischen &#214;konomie und das Wesen der Abstraktion im Marxschen Konzept der abstrakten Arbeit und in der Kritik der politischen &#214;konomie allgemein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotz ihrem h&#228;ufig philologischen und abstrakten Charakter wurde gemeinhin zugestanden, dass die Debatten &#252;ber die neue Lesart des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; eine politische Bedeutung bez&#252;glich der Spannung zwischen dem anti-autorit&#228;ren und traditionalistischen Pol der Studentenbewegung hatten. Letztere hielten am Standpunkt fest, dass das Ger&#252;st des orthodoxen Marxismus bloss modernisiert und angeglichen werden musste&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb32&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;W&#228;hrend der traditionelle marxistische Pol der SDS bis 1968 im wesentlichen (&#8230;)&#034; id=&#034;nh32&#034;&gt;32&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die &lt;i&gt;Neue Marx-Lekt&#252;re&lt;/i&gt; bek&#228;mpfte dieses Projekt einer erneuerten Orthodoxie mit der Forderung nach nicht weniger als einer grundlegenden Rekonstruktion der Kritik der politischen &#214;konomie&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb33&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Michael Heinrich, &#8216;Reconstruction or Deconstruction? Methodological (&#8230;)&#034; id=&#034;nh33&#034;&gt;33&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu dieser Zeit war die vorherrschende Sichtweise der im &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; angewendeten Methode eine Variante der von Engels in Texten wie in seiner Rezension der Marxschen &lt;i&gt;Zur Kritik der politischen &#214;konomie&lt;/i&gt; von 1859 und seinem Vorwort und seinem Anhang zum dritten Band des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; vorgeschlagenen logisch-historischen Methode. Von diesem Standpunkt aus folgt die Entwicklung der Kategorien des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; eng deren historischen Entwicklung, die ersten paar Kapitel des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; werden also als Beschreibung einer vorkapitalistischen Zeit &#8222;einfacher Warenproduktion&#8220; betrachtet, wo das &#8222;Wertgesetz&#8220; auf reine Art und Weise funktioniert haben soll. In den deutschen Diskussionen, und danach auch in den internationalen, wurde Engels Autorit&#228;t &#8211; sowie auch jene des traditionellen Marxismus, die von ihr abhing &#8211; umfassend in Frage gestellt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb34&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#8216;The Moving Contradiction', Endnotes 2.&#034; id=&#034;nh34&#034;&gt;34&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die &lt;i&gt;Neue Marx-Lekt&#252;re&lt;/i&gt; behauptete, dass weder die Engelssche Interpretation, noch irgendeine der vorgeschlagenen Modifikationen derselben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb35&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Grossmann z.B. verteidigte die Idee einer sukzessiven Ann&#228;herung, gem&#228;ss (&#8230;)&#034; id=&#034;nh35&#034;&gt;35&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; der Bewegung in der Ordnung und der Entwicklung der Kategorien des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; gerecht werden. Die Bewegung im Kapital ist kein Fortschreiten von einer nicht-kapitalistischen Fr&#252;hphase, einem hypothetischen vereinfachten Modell einfacher Warenproduktion zu einer sp&#228;teren Phase, einem komplexeren Modell, der kapitalistischen Warenproduktion, sondern musste als Pr&#228;sentation der kapitalistischen Totalit&#228;t von Anfang an analysiert werden, welche sich vom Abstrakten hin zum Konkreten bewegt. In seinem Werk &lt;i&gt;Die logische Struktur des Kapitalbegriffs bei Karl Marx&lt;/i&gt; entwickelte Helmut Reichelt eine Konzeption, die heutzutage auf die eine oder andere Weise grundlegend ist f&#252;r die Theoretiker der systematischen Dialektik: Die &#8222;Logik des Kapitalbegriffs&#8220; als selbstbestimmender Prozess entspricht dem &#220;bersichhinausgehen des Konzepts in Hegels Logik&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb36&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Helmut Reichelt, Zur logischen Struktur des Kapitalbegriffs bei Karl Marx (&#8230;)&#034; id=&#034;nh36&#034;&gt;36&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Gem&#228;ss dieser Sichtweise kann die Welt als objektiv idealistisch betrachtet werden: D.h. die Ware ist ein &#8222;sinnlich-&#252;bersinnliches Ding&#8220;. Die Dialektik der Wertform zeigt, wie die materiellen und konkreten Aspekte des gesellschaftlichen Lebensprozesses, ausgehend von der einfachsten Warenform, von den abstrakten und idealen gesellschaftlichen Formen des Werts beherrscht werden. Der Marxsche Standpunkt gem&#228;ss Reichelt ist folgender:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Kapital ist daher konzipiert als ein st&#228;ndiger Wechsel der Formen, in welchen der Gebrauchswert immer wieder integriert und abgesto&#223;en wird. In diesem Prozess wird der Gebrauchswert zur Gestalt eines best&#228;ndig verschwindenden Objekts. Aber dieses permanent erneuerte Verschwinden des Objekts ist die Bedingung f&#252;r den Fortbestand des Wertes selbst- durch diesen best&#228;ndigen Wandel der Formen ist gesichert, da&#223; die unmittelbare Einheit von Gebrauchswert und Wert aufrecht erhalten wird. Auf diese Weise kommt es zu einer verkehrten Welt, in der die Sinnlichkeit im weitesten Sinne - als Gebrauchswert, als Arbeit, Austausch mit der Natur - degradiert wird zu einem Mittel der Aufrechterhaltung eines abstrakten Prozesses, der die gesamte objektive Welt einem andauernden Wandel unterwirft [&#8230;] Die sinnlich-stoffliche Welt der Menschen, die sich reproduzieren durch Arbeit und Befriedigung ihrer Bed&#252;rfnisse, wird Schritt f&#252;r Schritt buchst&#228;blich in diesen Prozess hineingesaugt, in welchem alle Aktivit&#228;ten sich verkehren. Sie sind alle, in ihrem verschwindenden Erscheinen, ihr eigenes Gegenteil, die Aufrechterhaltung eines Allgemeinen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb37&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Helmult Reichelt, &#8216;Social Reality as Appearance: Some Notes on Marx's (&#8230;)&#034; id=&#034;nh37&#034;&gt;37&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dies ist die ontologische Umkehrung, die Beherrschung des materiellen Lebens durch den Geist des Kapitals. Genau das erfasste Camatte in seiner Anerkennung der Wichtigkeit, das Kapital als prozessierenden Wert und als Subsumtion zu begreifen. Wenn es keinen anderen Gebrauchswert gibt als die Wertform der kapitalistischen Gesellschaft, wenn Wert und Kapital eine zwingende, totalisierende Form der Sozialisierung darstellen, welche jeden Aspekt des Lebens formt, so ist deren &#220;berwindung keine Frage der blossen Ersetzung von Marktmechanismen durch eine staatliche Manipulation oder die Selbstverwaltung der Arbeiter dieser Formen mehr, sondern verlangt eine radikale Transformation jeder Lebenssph&#228;re. Im Gegensatz dazu trennte die traditionelle marxistische, von Engels &#8211; der behauptete, das Wertgesetz sei schon vor dem Kapitalismus da gewesen &#8211; abgeleitete Konzeption die Markttheorie und die Wertform vom Mehrwert und der Ausbeutung und er&#246;ffneten somit die M&#246;glichkeit, ein sozialistisches Wertgesetz, eine sozialistische Geldform, &#8222;Marktsozialismus&#8220; und anderes zu denken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der unvollst&#228;ndige Marx?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Teil des dogmatischen Wesens des orthodoxen Marxismus war die Tatsache, dass die Marxschen Werke als komplettes System betrachtet wurden, das nur mit historischen Analysen sp&#228;teren Phasen des Kapitalismus wie dem Imperialismus erg&#228;nzt werden musste. Die Entdeckung der Entw&#252;rfe und Pl&#228;ne f&#252;r die Kritik der politischen &#214;konomie zeigten, dass &lt;i&gt;Das Kapital&lt;/i&gt; unvollst&#228;ndig war, nicht nur in jenem Sinne, dass der zweite und dritte Band, sowie die &lt;i&gt;Theorien &#252;ber den Mehrwert&lt;/i&gt; von Marx nicht abgeschlossen und sp&#228;ter von Engels und Kautsky herausgegeben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb38&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Als Moskau eine neue Ausgabe der Theorien &#252;ber den Mehrwert ver&#246;ffentlichte, (&#8230;)&#034; id=&#034;nh38&#034;&gt;38&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; wurden, sondern in jenem, dass diese nur den ersten von sechs geplanten B&#228;nden darstellten, welche mit B&#228;nden &#252;ber das Landeigentum, die Lohnarbeit, den Staat, den Aussenhandel und den &#8222;Weltmarkt und Krisen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb39&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Rosdolsky argumentiert kontrovers, dass das zweite und dritte Buch Teil (&#8230;)&#034; id=&#034;nh39&#034;&gt;39&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; erg&#228;nzt h&#228;tten werden sollen. Die Anerkennung der Tatsache, dass das, was vom Marxschen Projekt existiert, nur ein Fragment darstellt, war von enormer Bedeutung, denn das implizierte, dass die Marxsche Theorie als radikal offenes Projekt betrachtet werden musste und dass Bereiche der Untersuchung entwickelt werden konnten, welche von Marx selbst kaum in Betracht gezogen wurden. Die sogenannte Staatsableitungsdebatte und die Debatte &#252;ber den Weltmarkt waren Versuche, einige dieser Bereiche zu entwickeln, welche Marx im &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; nicht systematisch analysiert hatte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb40&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zur Staatsableitungsdebatte siehe: John Holloway, Sol Picciotto, eds,. State (&#8230;)&#034; id=&#034;nh40&#034;&gt;40&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gest&#252;tzt auf das bahnbrechende Werk von Pashukanis begriffen die Teilnehmer der Staatsableitungsdebatte die Trennung zwischen &#8222;dem &#214;konomischen&#8220; und &#8222;dem Politischen&#8220; als etwas, dass der kapitalistischen Herrschaft eigen ist. Die Folge davon war, dass &#8211; weit entfernt vom Aufbau einer sozialistischen Wirtschaft und eines Arbeiterstaates wie im traditionellen Marxismus &#8211; die Revolution als Zerst&#246;rung sowohl &#8222;des &#214;konomischen&#8220; als auch &#8222;des Staates&#8220; begriffen werden sollte. Trotz dem abstrakten &#8211; und manchmal scholastischen &#8211; Anschein dieser Debatten k&#246;nnen wir also an ihnen erkennen, inwiefern die kritische R&#252;ckkehr zu Marx auf der Grundlage der K&#228;mpfe der sp&#228;ten 1960er Jahre in Deutschland spezifische &#8211; und besonders radikale &#8211; Folgen hatte f&#252;r unsere Konzeption der &#220;berwindung der kapitalistischen Produktionsweise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dies gilt genauso f&#252;r den Kern der Marxschen Kategorie der abstrakten Arbeit und deren Konzeption in den deutschen Debatten in Bezug auf den Wert. W&#228;hrend in der b&#252;rgerlichen Sozialwissenschaft und in den vorherrschenden Formen des Marxismus die Abstraktion ein geistiger Akt war, argumentierte Marx, dass im Kapitalismus eine andere Form der Abstraktion existiert: &#8222;Real-&#8220; oder &#8222;praktische Abstraktion&#8220;, welche die Leute im Austausch aus&#252;ben, ohne sich dessen bewusst zu sein. Reichelts Anekdote &#252;ber Backhaus zeigt, dass Adornos Idee einer objektiven Konzeptualit&#228;t des kapitalistischen gesellschaftlichen Lebens den Ansatz der &lt;i&gt;Neuen Marx-Lekt&#252;re&lt;/i&gt; zur Marxschen Kritik der politischen &#214;konomie inspirierte. Diese Idee von Adorno und sein Begriff des &#8222;Identit&#228;tsdenken&#8220; waren selbst von Ideen inspiriert, welche Sohn-Rethel mit ihm in den 1930er Jahren diskutiert hatte. Die deutsche Diskussion wurde also durch die Ver&#246;ffentlichung dieser Ideen in Sohn-Rethels Buch &lt;i&gt;Geistige und k&#246;rperliche Arbeit&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb41&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Alfred Sohn-Rethel, Geistige und k&#246;rperliche Arbeit. Zur Theorie (&#8230;)&#034; id=&#034;nh41&#034;&gt;41&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; 1970 beschleunigt. In diesem Werk identifiziert Sohn-Rethel die Abstraktion vom Gebrauch, welche im Austauschprozess realisiert wird, nicht nur als Wurzel f&#252;r die merkw&#252;rdige Art gesellschaftlicher Synthese in Warengesellschaften, sondern als Wurzel f&#252;r die Existenz selbst von abstraktem konzeptuellem Denken und von der Erfahrung des unabh&#228;ngigen Intellekts. Sohn-Rethels These ist, dass das &#8222;transzendentale Subjekt&#8220;, wie es explizit von Kant theoretisiert wurde, nichts anderes ist als ein theoretischer und gleichzeitig blinder Ausdruck f&#252;r die Einheit oder Gleichheit der durch Austausch konstituierten Dinge. Solche Ideen, zusammen mit jenen von Pashukanis betreffend der historisch gemeinsamen Hervorbringung von &#8222;Rechtssubjekt&#8220; und Ware, n&#228;hrten eine Periode kritischer Hinterfragung, in welcher alle Aspekte des Lebens, auch unser Sinn selbst von innerer Subjektivit&#228;t und Bewusstsein, als vom Kapital und vom Wert formbestimmt begriffen wurden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r Marx war das augenf&#228;lligste Beispiel von &#8222;Realabstraktion&#8220; die Geldform des Werts und der weitgehendste Beitrag der deutschen Debatten stellt vielleicht deren Entwicklung einer &#8222;monet&#228;ren Werttheorie&#8220; entlang der schon von Rubin gelegten Grundlinien dar. In einer bedeutenden Passage der ersten Ausgabe des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; beschreibt Marx Geld als eine Abstraktion, die perverserweise unabh&#228;ngig von ihrer individuellen Manifestation eine Existenz in der wirklichen Welt annimmt - &#8222;Es ist als ob neben und ausser L&#246;wen, Tigern, Hasen und allen anderen wirklichen Tieren [&#8230;] auch noch &lt;i&gt;das Tier&lt;/i&gt; existierte, die individuelle Inkarnation des gesamten Tierreichs.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb42&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx, &#8222;Ware und Geld&#8220; in Das Kapital, Hamburg, 1867, S. 27. Die (&#8230;)&#034; id=&#034;nh42&#034;&gt;42&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Die Produkte privater Arbeit m&#252;ssen zur Realisierung ihrer gesellschaftlichen G&#252;ltigkeit als Tatsache mit dieser konkreten Repr&#228;sentation der abstrakten Arbeit ausgetauscht werden. Somit existiert eine Abstraktion &#8211; und nicht ein Produkt des Denkens &#8211; in der Welt als Ding mit einer gesellschaftlichen Objektivit&#228;t, der wir uns alle f&#252;gen m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der traditionelle Marxismus &#252;bersah diese Diskussion und folgte in der Regel Ricardo und den b&#252;rgerlichen Wirtschaftswissenschaften in der Ansicht, Geld sei schlichtweg ein n&#252;tzliches Werkzeug, um den Austausch von existierenden Warenwerten zu erleichtern. Die deutschen Debatten hingegen drehten sich pl&#246;tzlich um die merkw&#252;rdige Art der Objektivit&#228;t des Werts &#8211; die Tatsache, dass er nicht einer besonderen Ware innewohnt, sondern nur im Verh&#228;ltnis der &#196;quivalenz zwischen einer Ware und der Totalit&#228;t der Waren existiert &#8211; etwas, das nur mit Geld zustande gebracht werden kann. Diese Rolle des Geldes in einer allgemeinen Warengesellschaft beeinflusst die Erfahrung lebendiger Arbeit selbst. Insofern, als dass Arbeit schlichtweg eine f&#252;r Geld ausgef&#252;hrte T&#228;tigkeit darstellt, ist die Art geleisteter Arbeit eine Frage der Gleichg&#252;ltigkeit und des Gl&#252;cks. Die organische Verbindung zwischen einzelnen Individuen und besonderen Formen von Arbeit, welche in vorhergehenden Gesellschaften existierte, ist zerrissen. Ein Subjekt entwickelt sich, das f&#228;hig ist, sich gleichg&#252;ltig zwischen verschiedenen Formen von Arbeit hin- und herzubewegen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Hier also wird die Abstraktion der Kategorie &#8222;Arbeit&#8220;, &#8222;Arbeit &#252;berhaupt&#8220;, Arbeit sans phrase, der Ausgangspunkt der modernen &#214;konomie, erst praktisch wahr. Die einfachste Abstraktion also, welche die moderne &#214;konomie an die Spitze stellt und die eine uralte und f&#252;r alle Gesellschaftsformen g&#252;ltige Beziehung ausdr&#252;ckt, erscheint doch nur in dieser Abstraktion praktisch wahr als Kategorie der modernsten Gesellschaft.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb43&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx, Grundrisse, op. cit., S. 39.&#034; id=&#034;nh43&#034;&gt;43&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abstrakte Arbeit als &lt;i&gt;praktische&lt;/i&gt; Abstraktion ist also grundlegend die kapitalistische Form der Arbeit &#8211; ein Produkt der Reduzierung aller T&#228;tigkeiten auf abstrakte, Geld generierende T&#228;tigkeit. In der traditionellen Sichtweise war die &#220;berwindung der kapitalistischen Produktionsweise nicht mit der Beseitigung abstrakter Arbeit verbunden: Abstrakte Arbeit ist, gem&#228;ss dieser Sichtweise, eine &lt;i&gt;generische&lt;/i&gt; Abstraktion, eine allgemeine transhistorische Wahrheit, welche der Erscheinung von Marktformen in der kapitalistischen Produktionsweise zugrunde liegen. Diese Wahrheit w&#252;rde im Sozialismus hell strahlen, da die Parasitenrolle des Kapitalisten eliminiert ist und die anarchische Marktorganisation ersetzt wird durch (staatliche) Planung. Von einer kritischen Perspektive aus kann man sagen, dass der traditionelle Marxismus die kapitalistischen Formen und Gesetze in allgemeine Gesetze der Geschichte verwandelte: In relativ r&#252;ckst&#228;ndigen Zonen wie Russland, wo der Marxismus zur Ideologie f&#252;r industrielle Entwicklung unter staatlicher F&#252;hrung wurde, wurde &lt;i&gt;Das Kapital&lt;/i&gt; zu einer &#8222;Bedienungsanleitung&#8220;. F&#252;r die Wertformtheoretiker ist die Marxsche Werttheorie als monet&#228;re Werttheorie hingegen &#8222;nicht eine Theorie der Verteilung gesellschaftlichen Reichtums, sondern eine Theorie &#252;ber die Konstitution des gesellschaftlichen Zusammenhangs unter den Bedingungen kapitalistischer Warenproduktion&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb44&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Michael Heinrich, &#8222;Invaders from Marx&#8220;, op. cit.&#034; id=&#034;nh44&#034;&gt;44&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Problematik entfernte sich also von der Verteilung und die &#220;berwindung der Form der Arbeit, des Wohlstands und der kapitalistischen Produktionsweise selbst r&#252;ckte ins Zentrum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In anderen L&#228;ndern wurden, manchmal als Reaktion auf die deutschen Diskussionen, doch auch unabh&#228;ngig davon, durch die &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt; und Rubins &lt;i&gt;Essays&lt;/i&gt;, &#228;hnliche Fragen gestellt und &#228;hnliche Antworten darauf gefunden. Die Wichtigkeit der Wertform wurde beispielsweise vom damaligen Noch-Althusserianer Jacques Ranci&#232;re aufgenommen. Althusser bemerkte zurecht, dass Marx komplett mit dem theoretischen Feld von Ricardo und der klassischen politischen &#214;konomie brach, doch er war unf&#228;hig, die Analyse der Wertform als Schl&#252;ssel f&#252;r diesen Bruch zu analysieren, weil er diese aufgrund ihres &#8222;Hegelianismus&#8220; ablehnte. Ranci&#232;re jedoch machte folgende Bemerkung: &#8222;Durch die Analyse der Wertform der Ware (oder Warenform des Arbeitsproduktes) unterscheidet sich Marx radikal von der klassischen &#214;konomie.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb45&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jacques Ranci&#232;re, Der Begriff der Kritik und die Kritik der politischen (&#8230;)&#034; id=&#034;nh45&#034;&gt;45&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Diese Erkenntnis wurde auch von einem anderen Anti-Hegelianer &#8211; Colletti&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb46&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Lucio Colletti, Hegel und der Marxismus, 1984.&#034; id=&#034;nh46&#034;&gt;46&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &#8211; wieder aufgenommen und in eine italienische Debatte &#252;ber den Wert eingebracht, welche von ihm und Napoleoni&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb47&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Riccardo Bellofiore, &#8216;The Value of Labour Value: the Italian Debate on (&#8230;)&#034; id=&#034;nh47&#034;&gt;47&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; initiiert wurde und zu &#228;hnlichen Schlussfolgerungen kam wie die Wertformtheoretiker. In den englischsprachigen Diskussionen, die bis Ende der 1970er Jahre fast ohne &#220;bersetzungen der deutschen Debatten auskommen mussten, hatte Rubin eine elementare Bedeutung&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb48&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Doch &#252;berraschenderweise wurde die Bedeutung Rubins in den deutschen (&#8230;)&#034; id=&#034;nh48&#034;&gt;48&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Innerhalb der &lt;i&gt;Konferenz der sozialistischen &#214;konomen&lt;/i&gt;, welche ein zentrales Forum f&#252;r diese Debatten darstellt, war eine zentrale Diskussion jene zwischen einer von Rubin inspirierten abstrakten gesellschaftlichen Arbeitswerttheorie und einer eher traditionellen Arbeitswerttheorie. Erstere bewegten sich in Richtung einer monet&#228;ren Werttheorie, wie in den deutschen Debatten, doch es gab weit weniger Diskussionen zur Relevanz der Hegelschen &lt;i&gt;Logik&lt;/i&gt; zum Verst&#228;ndnis des systematischen Verh&#228;ltnisses der Kategorien des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb49&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Eine erw&#228;hnenswerte Ausnahme ist der bahnbrechende Essay von Jairus Banaji: (&#8230;)&#034; id=&#034;nh49&#034;&gt;49&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und sie wurde somit kaum zur Kenntnis genommen. Ohne &#220;bersetzungen von Reichelt und Backhaus wurden die paar wenigen Englischsprachigen, welche den Deutschen im Wunsch folgten, &lt;i&gt;Das Kapital&lt;/i&gt; zu rekonstruieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb50&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Z. B.: Michael Eldred, Critique of Competitive Freedom and the (&#8230;)&#034; id=&#034;nh50&#034;&gt;50&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &#8211; die Konstanz-Sydney-Schule, welche als &#8222;Wertformschule&#8220; betrachtet wurde &#8211; von den meisten anderen Diskussionsteilnehmern als zu extrem qualifiziert. Es ist ein Merkmal der vor nicht allzu langer Zeit entstandenen systematischen Dialektik, dass solche Vorschl&#228;ge bez&#252;glich der Notwendigkeit f&#252;r eine radikalere Rekonstruktion nun im Zentrum der Diskussion stehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die (Anti-)Politik der Werttheorie&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kritische Bedeutung der Wertformtheorie ist die Tatsache, dass sie jegliche auf der Affirmation des Proletariats als Produzent des Werts basierende politische Konzeption in Frage stellt. Sie erkennt das Marxsche Werk als eine wesentlich negative &lt;i&gt;Kritik&lt;/i&gt; der kapitalistischen Gesellschaft. Durch die Rekonstruktion der Marxschen Dialektik der Wertform demonstriert sie, wie der Prozess des gesellschaftlichen Lebens unter die Wertform subsumiert &#8211; oder von ihr &#8222;formbestimmt&#8220; wird. Was diese &#8222;Formbestimmung&#8220; charakterisiert, ist eine perverse Priorit&#228;t der Form &#252;ber ihren Inhalt. Arbeit hat nicht einfach eine Existenz vor ihrer Verdinglichung in Form der kapitalistischen Ware, welche eine positive Grundlage sein und im Sozialismus oder Kommunismus durch die &#196;nderung ihres formellen Ausdrucks befreit werden k&#246;nnte. Es ist eher so, dass Wert grundlegend &#8211; als prim&#228;re Form gesellschaftlicher Vermittlung &#8211; vor der Arbeit existiert und sich zu ihr priorit&#228;r verh&#228;lt. Das sagt auch Chris Arthur:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Im Kern liegt das Scheitern jener Tradition, welche das Modell der &#8222;einfachen Warenproduktion&#8220; ben&#252;tzt, an der Tatsache, dass sie sich auf das menschliche Individuum als Ausgangspunkt der Wertverh&#228;ltnisse fokussiert, statt menschliche T&#228;tigkeiten als objektiv von der Wertform bestimmt zu betrachten...In Tat und Wahrheit wird jedoch das Wertgesetz durch die Effektivit&#228;t eines Systems auferlegt, dessen Herz das Kapital ist, welchem die Warenproduktion untersteht, es ist das Ziel der Verwertung und das reale Subjekt (und als solches von Marx identifiziert), mit dem wir konfrontiert sind.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb51&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Chris Arthur, &#8216;Engels, Logic and History' in Riccardo Bellofiore, ed., (&#8230;)&#034; id=&#034;nh51&#034;&gt;51&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl es als wahr und politisch effektiv erscheint&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb52&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mike Rooke kritisiert z.B. Chris Arthur und den Ansatz der systematischen (&#8230;)&#034; id=&#034;nh52&#034;&gt;52&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, zu sagen, wir produzieren Kapital durch unsere Arbeit, ist es eigentlich pr&#228;ziser, (in einer wirklich auf den Kopf gestellten Welt) zu sagen, dass wir als Subjekte der Arbeit vom Kapital produziert werden. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist &lt;i&gt;nur&lt;/i&gt; der Massstab des Werts, &lt;i&gt;weil die Wertform Arbeit als ihren Inhalt postuliert&lt;/i&gt;. In einer Gesellschaft, welche nicht mehr von entfremdeten gesellschaftlichen Formen beherrscht wird &#8211; und nicht mehr die eigene Expansion von abstraktem Wohlstand zur Grundlage hat &#8211; wird der die kapitalistische Produktionsweise charakterisierende Arbeitszwang verschwinden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb53&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ausserhalb einer Klassengesellschaft ist &#8222;Arbeit&#8220; &#8211; das menschliche (&#8230;)&#034; id=&#034;nh53&#034;&gt;53&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Genau wie der Wert verschwindet abstrakte Arbeit als Kategorie. Die Reproduktion der Individuen und ihre Bed&#252;rfnisse werden zu einem Selbstzweck. Ohne die Kategorien des Werts, der abstrakten Arbeit und des Lohns h&#228;tte die &#8222;Arbeit&#8220; nicht mehr ihre systematische Rolle, wozu sie durch die prim&#228;re gesellschaftliche Vermittlung bestimmt wird: den Wert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Deswegen deutet die Wertformtheorie bez&#252;glich des daraus folgenden Begriffs der Revolution in die gleiche Richtung wie die Kommunisierung. Die &#220;berwindung der kapitalistischen gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse besteht nicht aus einer einfachen &#8222;Befreiung der Arbeit&#8220;; der einzige &#8222;Ausweg&#8220; ist wohl eher die Beseitigung des Werts selbst &#8211; jener Wertform, welche abstrakte Arbeit als Massstab von Wohlstand postuliert. Die Kommunisierung ist gleichbedeutend mit der Zerst&#246;rung der Warenform und dem gleichzeitigen Aufbau von unmittelbaren gesellschaftlichen Beziehungen zwischen Individuen. Der Wert, verstanden als totale Form gesellschaftlicher Vermittlung, kann nicht durch halbe Sachen beseitigt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Tatsache, dass die wenigsten Wertformtheoretiker explizit solche radikalen politischen Schlussfolgerungen aus ihrer Arbeit gezogen haben, ist absolut unbedeutend: Solch radikale politische (oder anti-politische) Schlussfolgerungen sind f&#252;r uns eine logische Folge der Analyse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine R&#252;ckkehr zu Marx?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Erkenntnis des &#8222;versteckten Kerns&#8220; der Marxschen Kritik der politischen &#214;konomie durch die Wertformtheorie w&#252;rde darauf hindeuten, dass Marx schon 1867 Wert als totalisierende, als Ganzes zu &#252;berwindende Form gesellschaftlicher Vermittlung erkannt hatte. Somit k&#246;nnte der Marxismus, mit seiner Geschichte der Affirmation der Arbeit und seiner Identifikation mit staatlich gef&#252;hrter &#8222;sozialistischer Akkumulation&#8220; als Geschichte der Fehlinterpretation Marxens betrachtet werden. Die richtige Lesart, welche in Richtung einer radikalen Negation des Werts deutet, wurde dadurch gewissermassen verpasst. Doch wenn die Marxsche Theorie der Wertform Kommunisierung im modernen Sinne implizierte, dann ist ihm das selbst ganz klar auch nicht aufgefallen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Marxens eigene Haltung gegen&#252;ber der Wichtigkeit seiner Werttheorie war ambivalent. Zwar bestand Marx auf ihrer &#8222;wissenschaftlichen&#8220; Bedeutung, doch als Reaktion auf die Schwierigkeiten seiner Leser, die Subtilit&#228;ten davon zu erfassen, war er bereit, sie zu Gunsten der Rezeption seines restlichen Werks zu kompromittieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb54&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;F&#252;r eine (von Backhaus inspirierte) Diskussion siehe Michael Eldred, Vorwort (&#8230;)&#034; id=&#034;nh54&#034;&gt;54&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Zudem war er auch bereit, sein Werk bekannt zu machen und &#8222;seine Methode zu verstecken&#8220; und darum erlaubte er Engels (der, wie wir bereits gesehen haben, einer jener Leute war, welche Schwierigkeiten mit diesem Aspekt des Werks seines Freundes hatte), etliche Rezensionen zu schreiben, welche die Behandlung von Wert und Geld herunterspielten, damit diese nicht &#8222;vom Hauptthema ablenken&#8220; w&#252;rden. Marxens Position war scheinbar folgende:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die Werttheorie ist die logische Vorbedingung zu seiner Theorie der kapitalistischen Produktion, doch sie ist nicht unerl&#228;sslich f&#252;r das Verst&#228;ndnis letzterer Theorie und v.a. der Kritik der kapitalistischen Produktion. Die marxistische Diskussion in den letzten Jahren hat diese scheinbar Marxsche Haltung (siehe Marxens Rat an Frau Kugelmann&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb55&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Marx empfahl, dass die Frau seines Freundes, aufgrund der Schwierigkeit, das (&#8230;)&#034; id=&#034;nh55&#034;&gt;55&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;) in jeglicher Hinsicht adoptiert, indem die Frage diskutiert wurde, ob die Marxsche Werttheorie f&#252;r die Marxsche Analyse der Klassenausbeutung notwendig ist oder nicht.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb56&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Michael Eldred, op. cit., S. xlix-l.&#034; id=&#034;nh56&#034;&gt;56&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Marx akzeptierte scheinbar, dass eine mehr oder weniger linksricardianische Lesart seines Werks f&#252;r die Bed&#252;rfnisse der Arbeiterbewegung angemessen w&#228;re. Seine politischen Schriften implizierten, dass eine starke Arbeiterklasse, welche sich um eine zunehmend homogene Arbeiteridentit&#228;t sammelte, durch ihre Gewerkschaften und Parteien ihre allt&#228;glichen K&#228;mpfe zu einer revolution&#228;ren &#220;berwindung der kapitalistischen Gesellschaft ausbauen w&#252;rde. Gegen den Lassallschen sozialdemokratischen Marxismus seiner Zeit schrieb Marx die beissende &lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt;, wo er ihn f&#252;r seine affirmative Haltung zur Arbeit und seine inkoh&#228;renten Anschauungen im Bereich der politischen &#214;konomie scharf angriff. Doch er hielt es nicht f&#252;r notwendig, den Text zu ver&#246;ffentlichen. Zudem sind die in der (sp&#228;ter von Engels ver&#246;ffentlichten) &lt;i&gt;Kritik&lt;/i&gt; verteidigten Ideen keineswegs unproblematisch. Sie beinhalten eine Theorie des &#220;bergangs, w&#228;hrend welchem das b&#252;rgerliche Recht im Bereich der Verteilung durch den Gebrauch von Arbeitsscheinen nach wie vor gelten w&#252;rde und seine Beschreibung des &#8222;ersten Stadiums des Sozialismus&#8220; ist viel n&#228;her beim Kapitalismus als beim viel attraktiveren zweiten Stadium, ohne dass irgendein Mechanismus beschrieben w&#252;rde, der erkl&#228;ren k&#246;nnte, wie ersteres zu zweiterem wird&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb57&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe R.N. Berki, Insight and Vision: The Problem of Communism in Marx's (&#8230;)&#034; id=&#034;nh57&#034;&gt;57&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es w&#228;re falsch, zu suggerieren, dass die deutsche Diskussion die Diskrepanz zwischen der radikalen Haltung, welche viele davon von der Marschen Kritik ableiteten oder von ihr ausgehend entwickelten, und Marxens eigener Politik ignorierte. Ende der 1970er Jahre war eine bedeutende Art und Weise, wie diese Frage neuerdings verstanden wurde, die Unterscheidung zwischen einem &#8222;esoterischen Marx&#8220; mit einer radikalen Kritik der Wertform als totalisierende gesellschaftliche Vermittlung und einem &#8222;exoterischen Marx&#8220; mit einer Orientierung hin zu den Zielen der Arbeiterbewegung seiner Zeit, die er auch unterst&#252;tzte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb58&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Obwohl sie vielleicht von Backhaus abgeleitet werden kann, wurde die (&#8230;)&#034; id=&#034;nh58&#034;&gt;58&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der exoterische Marx wurde mit einer Fehlinterpretation des radikalen Potenzials des Proletariats des 19. Jahrhunderts erkl&#228;rt. Es wurde zu einer starken Tendenz im deutschen Kontext, den &#8222;exoterischen Marx&#8220; zu Gunsten des &#8222;esoterischen Marx&#8220; &#252;ber Bord zu werfen. Marxens Idee des Kapitals als unbewusstes automatisches Subjekt wurde dahingehend betrachtet, dass sie die Idee des Proletariats als Subjekt der Geschichte, die er scheinbar auch hatte, in den Hintergrund r&#252;ckte. Klassenkampf wird in dieser Sichtweise nicht bestritten, jedoch als &#8222;systemimmanent&#8220; &#8211; als sich innerhalb der Kategorien bewegend &#8211; abgetan und die Abschaffung der Kategorien wurde anderweitig gesucht. Gem&#228;ss dieser Sichtweise war die Identifikation Marxens mit der Arbeiterbewegung schlichtweg ein Fehler, sp&#228;te Einsicht hat uns gezeigt, dass sie eine Bewegung f&#252;r die Emanzipation innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft und nicht f&#252;r die Abschaffung dieser Gesellschaft war. Diese Tendenz zeigt sich beispielhaft in den Gruppen der &#8222;Wertkritik&#8220; &lt;i&gt;Krisis&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Exit&lt;/i&gt;. Obwohl er die Unterscheidung zwischen esoterisch und exoterisch nicht ben&#252;tzt, verteidigt Moishe Postone, der seine Ideen in Frankfurt Anfang der 1970er Jahre entwickelte, im wesentlichen die selbe Position. In &lt;i&gt;Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft&lt;/i&gt; behauptet er, Marx biete eine &#8222;Kritik der Arbeit im Kapitalismus&#8220; (der esoterische Marx), statt &#8211; wie im traditionellen Marxismus &#8211; eine &#8222;Kritik vom Standpunkt der Arbeit&#8220; (der exoterische Marx). Es ist interessant, dass Postone, abgesehen von seiner Abwendung von der Klasse, bez&#252;glich aus seiner Theorie zu ziehenden Schlussfolgerungen expliziter ist als die meisten akademischen Wertformmarxisten, was ihn politisch innerhalb der &#8222;Ultralinken&#8220; und nicht allzu weit von der These der Kommunisierung positioniert&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb59&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wie Dauv&#233; benutzt Postone das &#8222;Maschinenfragment&#8220;, um die Konzeptionen des (&#8230;)&#034; id=&#034;nh59&#034;&gt;59&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei weitem nicht all jene, welche von der &lt;i&gt;Neuen Marx-Lekt&#252;re&lt;/i&gt; beeinflusst sind, und sicher auch nicht alle im weiteren Bereich eines an der kritischen Wertform orientierten Marxismus, haben sich vom Klassenkampf abgewendet. In englischsprachigen Diskussionen hat im allgemeinen die Adoption einer &#8222;monet&#228;ren&#8220; oder an &#8222;abstrakter gesellschaftlicher Arbeit&#8220; orientierten Werttheorie nicht die gleiche Ablehnung der Klassenanalyse impliziert, jedoch auch nicht die gleiche Kritik traditionell linker Anschauungen wie in Deutschland. Werner Bonefeld, der mehr als die meisten anderen zur Einf&#252;hrung von von der deutschen Diskussion abgeleiteten kritischen Konzeptionen in den englischsprachigen Marxismus beigetragen hat, hat auf jeden Fall eine eindeutig klassenorientierte Perspektive&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb60&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe z.B. Werner Bonefeld, &#8216;On Postone's Courageous but Unsuccessful (&#8230;)&#034; id=&#034;nh60&#034;&gt;60&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Trotzdem definieren die meisten Beschreibungen der &lt;i&gt;Neuen Marx-Lekt&#252;re&lt;/i&gt; die Ablehnung der Marxschen historischen Mission des Proletariats als eine ihrer zentralen Charakteristika und eine Sensibilit&#228;t zur Skepsis gegen&#252;ber dem Klassenkampf war in der deutschen Linken vorherrschend. Doch wenn innerhalb dieser Sichtweise das Proletariat als Tr&#228;ger der Revolution abgelehnt wird, stellt sich selbstverst&#228;ndlich die Frage: Woher wird die Abschaffung der Klassengesellschaft kommen? Die ziemlich unbefriedigende Antwort, welche in diversen Formen in den deutschen Diskussionen vorherrschend ist, ist scheinbar, dass es eine Frage der richtigen Kritik ist &#8211; d.h. indem die Revolution zu einer Frage der Aneignung des richtigen Bewusstseins wird. In dieser Fokussierung auf richtiges Bewusstsein und richtige Kritik schimmert scheinbar ironischerweise &#8211; nach all dieser Hinterfragung des traditionellen Marxismus &#8211; eine gewisse leninistische Problematik der Trennung zwischen Lehrer und Sch&#252;ler durch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben die Art und Weise unterstrichen, wie die &lt;i&gt;Neue Marx-Lekt&#252;re&lt;/i&gt; eine Entwicklung ausgehend von der Frankfurter Schule und eine Verbesserung davon darstellt. Adornos dialektische Gesellschaftstheorie &#8211; bez&#252;glich ihrer eigenen Reproduktion hinter dem R&#252;cken der Individuen, der Umkehrung von Subjekt und Objekt und der Existenz der Realabstraktion &#8211; war von Marxens Kritik der politischen &#214;konomie abgeleitet. Doch Adorno unternahm selbst kein detailliertes Studium des Kapital und seinen Entw&#252;rfen und st&#252;tzte sich weitgehend auf Forschungen von anderen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb61&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Genau wie das Werk von Luk&#225;cs und Sohn-Rethel stand Adorno in der Schuld von (&#8230;)&#034; id=&#034;nh61&#034;&gt;61&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die &lt;i&gt;Neue Marx-Lekt&#252;re&lt;/i&gt; zeigte die Richtigkeit von Adornos Verst&#228;ndnis der kapitalistischen Gesellschaft, nicht im allgemeinen Bereich der Philosophie und der Gesellschaftstheorie, sondern auf dem traditionell marxistischen Terrain der &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt;interpretation. Adorno und Horkheimer schienen allerdings unf&#228;hig, den theoretischen Entwicklungen ihrer Studenten zu folgen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb62&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Helmut Reichelt &#8216;From the Frankfurt School to Value-Form Analysis' (&#8230;)&#034; id=&#034;nh62&#034;&gt;62&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Nach ihrem Tod erlitt das Erbe der Frankfurter Schule einen vollst&#228;ndigen Verfall zu b&#252;rgerlicher Theorie unter Habermas, w&#228;hrend die kritische Theorie der &lt;i&gt;Neuen Marx-Lekt&#252;re&lt;/i&gt; gedeihte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gewissermassen k&#246;nnen die Ergebnisse der &lt;i&gt;Neuen Marx-Lekt&#252;re&lt;/i&gt; aber auch als hinter Adorno zur&#252;ckfallend betrachtet werden. Die Kategorie der Klasse spielt eine geringe Rolle in den Schriften von Backhaus und Reichelt und sie behandeln die Frage der Revolution als ausserhalb von ihrem akademischen Forschungsfeld stehend und somit ist es ironischerweise Adorno, sogar mit seiner Idee der Integration des Proletariats, der diesbez&#252;glich mehr zu sagen hat. In Essays wie &lt;i&gt;Gesellschaft&lt;/i&gt; (1965), &lt;i&gt;Anmerkungen zum sozialen Konflikt heute&lt;/i&gt; (1968) oder &lt;i&gt;Sp&#228;tkapitalismus oder Industriegesellschaft?&lt;/i&gt; (1968) zeigt Adorno ein &#8222;orthodoxes&#8220; (in einem positiven Sinn) Interesse f&#252;r die Realit&#228;t des Klassenantagonismus und der Ausbeutung. Im mit Ursula Jaerisch geschriebenen Text Anmerkungen greift er den Begriff des sozialen Konflikts als &#8222;positivistische&#8220; Abflachung von Marxens Konzept des Klassenkampfes auf, wenn auch ein Klassenkampf, der so durch die Entwicklung der Klassengesellschaft objektiv m&#246;glich gemacht worden ist (Integration). Obwohl er nicht bewusst gek&#228;mpft wird, ist gem&#228;ss Adorno der Klassenantagonismus nach wie vor der Kern der gegenw&#228;rtigen Gesellschaft. Diese Tatsache wird in den Notizen zu einer Adornovorlesung von Backhaus hervorgehoben als die &lt;i&gt;Neue Marx-Lekt&#252;re&lt;/i&gt; inspirierend. Adorno betont hier wiederholt, dass das &#8222;das Tauschverh&#228;ltnis [&#8230;] in Wirklichkeit durch die Klassenverh&#228;ltnisse [pr&#228;formiert ist]&#8220;; der einzige Grund, weshalb der Arbeiter die gegebenen Verh&#228;ltnisse akzeptiert, ist die Tatsache, dass er &#8222;nichts anderes [...] als seine Arbeitskraft&#8220; zu verkaufen hat. Im Gegensatz zu Backhaus' eigenen Schriften liegt Adornos Fokus sehr stark auf der Tatsache, dass, w&#228;hrend der Austausch keine blosse Illusion ist, der &#8222;Schein im Tauschvorgang [&#8230;] im Begriff des Mehrwerts&#8220; liegt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb63&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die Notizen von Backhaus zu einer Lesung von Adorno 1962 sind im Anhang der (&#8230;)&#034; id=&#034;nh63&#034;&gt;63&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. W&#228;hrend sich also Backhaus und Reichelt viel eingehender mit Marxens Schriften besch&#228;ftigt haben, war Adorno gewissermassen weniger &#8222;akademisch&#8220;, &#8222;politischer&#8220; und n&#228;her an Marxens Interesse an der Ausbeutung und am Klassenantagonismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diesbez&#252;glich war Krahl ebenfalls komplett anders als seine Erben. Wie es der volle Titel seiner posthum ver&#246;ffentlichten Schriften&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb64&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Hans-J&#252;rgen Krahl: Konstitution und Klassenkampf. Zur historischen Dialektik (&#8230;)&#034; id=&#034;nh64&#034;&gt;64&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; zeigt, hatte Krahl nicht nur den Verdienst, sich f&#252;r die Vermittlung der Kategorien des Werts und des Klassenkampfes zu interessieren, sondern auch jenen, eine klar historische Perspektive zu haben, eine Perspektive, die in den wesentlich philologischen Werken von Reichelt und Backhaus gr&#246;sstenteils fehlt. Nach Krahl l&#246;st ein Interesse an Systemrekonstruktion alles Interesse an Geschichte in der &lt;i&gt;Neuen Marx-Lekt&#252;re&lt;/i&gt; ab. Die Entwicklung von Backhaus, Reichelt und der n&#228;chsten Generation von Werttheoretikern wie Heinrich ging dahin, dass alles, was nach &#8222;unwissenschaftlicher&#8220; Geschichtsphilosophie oder Revolutionstheorie roch, aus dem Marxschen Werk ausgeschlossen wurde. Es geht nicht darum, eine Art mechanische Anwendung von Theorie zu finden, sondern anzuerkennen, dass jene Fragen, welche Adorno und Krahl verschieden beantworteten, nicht verschwunden sind. System muss historisch und Geschichte systematisch gedacht werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Statt einer simplistischen R&#252;ckkehr zur Position von Adorno (oder diesbez&#252;glich zu jener der nicht &#252;bersetzten Schriften Krahls), geht es darum, Adornos pessimistische Haltung zu den Klassenk&#228;mpfen seiner Zeit als einen Versuch einer ehrlichen Konfrontation mit den Widerspr&#252;chen und Sackgassen dieser Zeit zu begreifen, und nicht als sein blosses Scheitern. &#196;hnlich verh&#228;lt es sich mit der Abwendung von den Krahlschen Fragestellungen, der Skepsis in deutschen Diskussionen gegen&#252;ber dem &#8222;Klassenkampfmarxismus&#8220; und dem Versuch, eine revolution&#228;re Theorie auf etwas anderem zu gr&#252;nden, es sind nicht blosse ideologische Verirrungen. Wenn sie es auch scheinbar nicht geschafft haben, zu einer &#252;berzeugenden Alternative zu gelangen, so haben sie zumindest ein reales Problem identifiziert. In Anbetracht der Geschichte ist es nicht offensichtlich, dass die Arbeiterbewegung in Richtung eines Kommunismus verstanden als Ende des Werts, der Klassen, des Staates usw. deutet &#8211; sogar eher, so scheint es, in die gegenteilige Richtung. Das Argument, Klassenkampf sei systemimmanent erfasst den &#8222;eingeklemmten&#8220; Charakter der K&#228;mpfe innerhalb des Kapitals. Die Idee des esoterischen und des exoterischen Marx &#8211; der Wunsch, Marxsche Kritik vom Klassenkampf zu entkoppeln &#8211; bietet scheinbar eine, wenn auch ziemlich ketzerische, so doch plausible L&#246;sung f&#252;r das Problem des Scheiterns der Arbeiterklasse, ihre &#8222;historische Aufgabe&#8220; zu erf&#252;llen: Die Idee, dass die Arbeiterbewegung nie wirklich an sich revolution&#228;r war und dass die wirklich revolution&#228;re Perspektive schlichtweg in Marxens &#8222;esoterischer&#8220; Sichtweise liegt. Doch solch eine Entkopplung liesse uns nat&#252;rlich kein plausibles alternatives Szenario f&#252;r die Verwirklichung derselben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist klar, dass die Werttheorie und die Klassenanalyse letztendlich nicht voneinander getrennt werden k&#246;nnen. Die Kategorien des Werts und der Klasse bedingen sich gegenseitig. Durch das Verst&#228;ndnis des Kapitals als in Begriffen der &#8222;systematischen Dialektik&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb65&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#8216;The Moving Contradiction', op. cit.&#034; id=&#034;nh65&#034;&gt;65&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; funktionierend, erkennt man, dass deren Verh&#228;ltnis ein inneres ist, dass &#8222;das Setzen der gesellschaftlichen Arbeit in der Form des Gegensatzes von Kapital und Lohnarbeit &#8211; [&#8230;] die letzte Entwicklung des Wertverh&#228;ltnisses [ist]&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb66&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Marx, Grundrisse, op. cit., S. 600.&#034; id=&#034;nh66&#034;&gt;66&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und dass Wertverh&#228;ltnisse ein Produkt der Trennung lebendiger Arbeit von vergegenst&#228;ndlichter Arbeit und somit ein Klassenverh&#228;ltnis ist. Doch obwohl es nun zwecklos ist, die Abschaffung des Werts woanders zu suchen als in der Klasse, welche gezwungen ist, ihn zu produzieren, und von ihm zunehmend &#252;berfl&#252;ssig gemacht wird, m&#252;ssen die Zweifel &#252;ber das revolution&#228;re Potenzial der Arbeiterklasse vieler Wertkritiker hinterfragt werden. Uns scheint es, dass &lt;i&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/i&gt; dies tut.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Erkenntnis der gegenseitigen Verwicklung von Proletariat und Kapital befindet sich im Kern der Theorie von &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt;. Sie stellt die grundlegende Frage, wie der Kampf einer Klasse, welche eine Klasse der kapitalistischen Gesellschaft ist, diese Gesellschaft abschaffen kann. Ein wichtiges Element des Beitrags von &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; ist die Tatsache, der Versuchung widerstanden zu haben, diese Frage mit einem revolution&#228;ren menschlichen Wesen des Proletariats jenseits seines Klassen- und Kapitalcharakters zu beantworten, und gleichzeitig die Zentralit&#228;t des Klassengegensatzes nicht aus den Augen zu verlieren. Die Antwort ist eher, das Klassenverh&#228;ltnis als sich in Kampfzyklen historisch entwickelnd zu begreifen, was stets eine gegenseitige Verwicklung impliziert. F&#252;r &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; ist die Tatsache zentral, dass die &#8222;Kommunisierung&#8220; nicht ist, was der Kommunismus und die Revolution &#8222;immer wirklich gewesen ist oder gewesen h&#228;tte sein sollen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb67&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie Communiste, &#8216;Much Ado About Nothing' Endnotes Nr.1 (2008), S. 192.&#034; id=&#034;nh67&#034;&gt;67&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es ist eher so, dass das Konzept der Kommunisierung sich historisch entwickelt mit dem Ende eines Kampfzyklus, w&#228;hrend welchem der Kommunismus und die Revolution als etwas anderes erschienen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; war die klassische Arbeiterbewegung zu Lebzeiten Marxens, sowie w&#228;hrend der zweiten und dritten Internationalen Teil eines Kampfzyklus, den sie Programmatismus&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb68&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Das ist der zentrale Streitpunkt zwischen Dauv&#233; und TC, siehe Endnotes Nr. 1.&#034; id=&#034;nh68&#034;&gt;68&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; nennen. W&#228;hrend dieser Periode existierten Arbeiterk&#228;mpfe und die Vision der &#220;berwindung des Kapitalismus, welche sich aus ihnen entwickelten, auf der Grundlage der Autonomie und Positivit&#228;t, welche die Arbeiter f&#228;hig waren innerhalb des Kapital-Arbeits-Verh&#228;ltnisses aufrechtzuerhalten. Die Revolution dieser Periode k&#246;nnte als unm&#246;glicher Versuch beschrieben werden, ein Verh&#228;ltnis abzuschaffen, indem einer seiner Pole bejaht wird. Die Trag&#246;dien der Sozialdemokratie und des Stalinismus und die Erfahrungen des Anarchismus in Spanien waren das Produkt der Widerspr&#252;che des gesetzten Ziels und der Methoden der Bewegung in ihrer Glanzzeit, welche ihrerseits ein Produkt der Konfiguration des Klassenverh&#228;ltnisses dieser Zeit waren &#8211; d.h. der Art und Weise, wie sich Kapital und Klasse miteinander konfrontierten. Fran&#231;ois Danel fasst die Situation im folgenden Auszug zusammen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Da die Entwicklung des kapitalistischen Verh&#228;ltnisses &#8211; d.h. des Klassenkampfes &#8211; nicht unmittelbar Tr&#228;gerin der Abschaffung der Lohnarbeit, sondern ihrer Verallgemeinerung war, abstrahierte das Proletariat das Endziel der Bewegung und machte die Revolution &#8211; seine Machtergreifung &#8211; von einer Reifung der objektiven (die Entwicklung der Produktivkr&#228;fte) und subjektiven (sein Wille und sein Klassenbewusstsein) Bedingungen abh&#228;ngig. Es setzte also den Kommunismus als Programm und seine volle Verwirklichung als letzte Etappe eines unm&#246;glichen &lt;i&gt;&#220;bergangs&lt;/i&gt;: Die proletarische Beherrschung der Wertbewegung, w&#228;hrend die Lohnarbeit als &#8222;degenerierend&#8220; vermutet wurde, sobald man Geld mit Arbeitsscheinen ersetzte [&#8230;] Was die Arbeiterbewegung damit in Frage stellte, war nicht das Kapital als Produktionsweise, sondern nur die Verwaltung der Produktion durch die Bourgeoisie. Es ging f&#252;r die Arbeiter darum, den Produktivapparat dieser parasit&#228;ren Klasse zu entreissen und ihren Staat zu zerst&#246;ren, um einen anderen wieder aufzubauen, angef&#252;hrt von der Tr&#228;gerpartei des Bewusstseins, oder die Macht des b&#252;rgerlichen Staates durch die basisnahe Selbstorganisation der Produktion mit Hilfe der Organe der Gewerkschaften oder der R&#228;te zu untergraben. Doch die Frage nach dem Wert wurde nicht gestellt und es wurde nicht versucht, das Wertgesetz abzuschaffen &#8211; den Zwang zur Akkumulation und somit zur Reproduktion der Ausbeutung, die sich sowohl im Maschinenpark, im fixen Kapital als Kapital an sich, als auch in der notwendigen Existenz einer der Arbeiterklasse entgegen stehenden, b&#252;rgerlichen oder b&#252;rokratischen Ausbeuterklasse als kollektiver Agens dieser Reproduktion materialisiert.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb69&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Fran&#231;ois Danel, Einleitung zu Rupture dans la th&#233;orie de la revolution: (&#8230;)&#034; id=&#034;nh69&#034;&gt;69&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das bestimmte Scheitern dieser programmatischen Revolution hinterliess einen Nachkriegskapitalismus, in welchem die Arbeiterbewegung eine gewisse Macht innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft, doch ihren fr&#252;heren Aspekt der autonomen revolution&#228;ren Affirmation verloren hatte. Die Entwicklung einer revolution&#228;ren Theorie musste sich mit dieser Situation konfrontieren. Die K&#228;mpfe, welche dann zu neuer Theorieproduktion in den 1960er und 1970er Jahren f&#252;hrten, hatten &#8211; unabh&#228;ngig von den Hoffnungen von Gruppen wie der SI &#8211; den Programmatismus noch nicht &#252;berwunden. Sie nahmen eher einen widerspr&#252;chlichen Charakter an: konterkulturellen Utopismus und &#8222;Widerstand gegen die Arbeit&#8220;, Fragen des allt&#228;glichen Lebens, welche mit der St&#228;rke einer programmatischeren Bewegung zusammenfiel &#8211; und in vielen Hinsichten von ihr abhing. Es war innerhalb dieses Widerspruchs und diesen K&#228;mpfen, wo die Theorie der Kommunisierung und der neue kritische Marxismus entstehen konnten. Der Ausgang dieser K&#228;mpfe zu Gunsten des Kapitals markierten das Ende dieses Zyklus in Form einer Restrukturierung, im Zuge welcher die M&#246;glichkeiten der Klasse zu einer positiven Autonomie und zur Affirmation zu Relikten der Vergangenheit geworden sind. F&#252;r &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; ist es eben genau diese Niederlage, welche eine neue Konfiguration des Klassenverh&#228;ltnisses erschafft, innerhalb welcher die Existenz der Klasse nicht mehr als eine zu bejahende Positivit&#228;t erlebt wird, sondern als &#228;usserer Zwang in Form des Kapitals. Und es ist diese Konfiguration, welche sowohl ein neues Verst&#228;ndnis von Kommunismus als auch eine neue Marx-Lekt&#252;re erfordert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist m&#246;glich, diese &#8222;R&#252;ckkehr zu Marx&#8220; in Begriffen eines Aufs und Abs kommunistischer Theorie parallel zu jenem revolution&#228;rer Wellen zu verstehen: 1917, 1968 usw. Doch genau wie sich die Perspektive der Kommunisierung auch in den marginalen ketzerischen Tendenzen fr&#252;herer revolution&#228;rer Perioden nicht entwickelte, so ging auch der fr&#252;here kritische Marxismus nie so weit wie jener, welcher in den 1960er Jahren entstand. Luk&#225;cs, Rubin und Pashukanis entwickelten ihre Konzeptionen im Verh&#228;ltnis zu einer aufsteigenden Arbeiterbewegung, welche eine gewisse Konfiguration des Arbeit-Kapital-Verh&#228;ltnisses ausdr&#252;ckte. Das Werk fr&#252;herer kritischer Marxisten, genau wie das Werk von Marx &#8211; der erste Wertformtheoretiker &#8211; hatte Widerspr&#252;che und Grenzen, welche die sp&#228;tere Generation, die schrieb als der Programmatismus sich seinem Ende n&#228;herte, &#252;berwinden konnte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb70&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Obwohl zum Beispiel Rubin einen grossen Teil der sp&#228;teren Wertformtheorie (&#8230;)&#034; id=&#034;nh70&#034;&gt;70&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Obwohl das affirmative proletarische Projekt des Programmatismus notwendigerweise zum Scheitern verurteilt war, nicht nur aus unserer Perspektive der Kommunisierung, sondern sogar &#8211; und das ist wichtig &#8211; in Bezug auf die Ziele, welche es sich selber setzte, so gab es doch dem Gegensatz von Kapital und Arbeit &#8222;Raum zur Bewegung&#8220;. Gegen Ende der 1960er Jahre war dieser Raum langsam aufgebraucht. F&#252;r die Theoretiker der &#8222;zweiten revolution&#228;ren Welle&#8220; des 20. Jahrhunderts war eine zentrale Frage die Ablehnung der Idee und der Praxis des Sozialismus in Form von Arbeitern, welche den wahren Wert ihrer Arbeit in einer Planwirtschaft erhalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kritische Marx-Lekt&#252;re erfasst die Radikalit&#228;t der Implikationen einer revolution&#228;ren Negation des Werts: Wir sprechen sowohl von der &#220;berwindung von uns selbst als auch von etwas &#8222;da draussen&#8220;. Der Beitrag von &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; ist es, zu erfassen, wie und warum die Konfiguration des Gegensatzes zwischen Kapital und Arbeit in einer fr&#252;heren Periode eine solche &#220;berwindung nicht in Betracht zog. Zu Marxens Lebzeiten, und w&#228;hrend der historischen Arbeiterbewegung, setzte das Verh&#228;ltnis zwischen Kapital und Proletariat die Revolution in Begriffen der Affirmation, statt in jenen der Negation der Arbeit, des Werts und der Klasse. Das Werk von &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; suggeriert, dass der radikale &#8222;Ausweg&#8220; von der Wertform vorgegeben ist und vermutlich von der historischen Entwicklung des Kapital-Arbeit-Verh&#228;ltnisses selbst bestimmt wird, und nicht das Produkt eines geschichtslosen richtigen Bewusstseins, eines frei schwebenden wissenschaftlichen Standpunkts oder einer Perspektive der Kritik ist. Die historische Perspektive der Klassenverh&#228;ltnisse ist komplement&#228;r zur Wertformtheorie. Und die durchdachte Analyse kapitalistischer gesellschaftlicher Verh&#228;ltnisse der systematischen Dialektik und der Wertformtheorie kann die Perspektive der Kommunisierung durch eine Ausf&#252;hrung zu dem stimulieren, was dieses Klassenverh&#228;ltnis genau &lt;i&gt;ist&lt;/i&gt; und wie die besonderen gesellschaftlichen Beziehungen in der kapitalistischen Gesellschaft als solche formbestimmt sind. Systematische Dialektik und die Wertformtheorie k&#246;nnen uns helfen, den Charakter des kapitalistischen Klassenverh&#228;ltnisses zu verstehen, d.h. was es genau ist als etwas, das eine Geschichte haben kann, w&#228;hrend welcher sich jene Revolution damals in Form des Programmatismus pr&#228;sentierte, deren angemessener Horizont heute die Kommunisierung ist. Der Kommunismus erfordert die Abschaffung eines facettenreichen Verh&#228;ltnisses, das sich mit der Zeit entwickelte, doch es abzuschaffen, bedeutet schlichtweg, dass wir aufh&#246;ren Wert zu konstituieren und er h&#246;rt auf, uns zu konstituieren. Die Radikalit&#228;t unserer Zeit zeigt sich in der Tatsache, dass das nun die einzige Art und Weise ist, das zu konzipieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Quelle: &lt;i&gt;Endnotes&lt;/i&gt; 2&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wir bedanken uns bei den deutschen Genossen f&#252;r die n&#252;tzlichen Kommentare zu den Entw&#252;rfen dieses Artikels, besonders bei DD und Felix vom &lt;i&gt;Kosmoprolet&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;K. Marx, &lt;i&gt;Das Kapital&lt;/i&gt;, Bd. 1, MEW 23, S. 95, FN 32.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Eine unvollst&#228;ndige Liste der Autoren w&#228;re Chris Arthur, Werner Bonefeld, Hans George Backhaus, Riccardo Bellofiore, Michael Eldred, Michael Heinrich, Hans J&#252;rgen Krahl, Patrick Murray, Moishe Postone, Helmult Reichelt, Geert Reuten, Ali Shamsavari, Felton Shortall, Tony Smith, Michael Williams.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;K. Marx, &lt;i&gt;Das Kapital&lt;/i&gt;, Bd. 1, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 94-96.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gleichzeitig schien Marx anzuerkennen, dass seine Wertformanalyse problematisch war, was dazu f&#252;hrte, dass er mindestens vier Versionen der Abhandlung schrieb. Es gibt betr&#228;chtliche Unterschiede zwischen der Entwicklung des Werts in den &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt;, im &lt;i&gt;Urtext&lt;/i&gt;, in der &lt;i&gt;Kritik der politischen &#214;konomie&lt;/i&gt;, der ersten Ausgabe des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; mit ihrem Anhang und der zweiten Ausgabe des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt;; und die sp&#228;teren Versionen k&#246;nnen auf keinen Fall als Verbesserungen im Vergleich zu den &#228;lteren betrachtet werden. In der Tat verlieren die etwas popul&#228;reren sp&#228;teren Pr&#228;sentationen &#8211; welche Marx als Reaktion auf die Verst&#228;ndnisschwierigkeiten entwickelte, welche sogar Leute hatten, die im nahe standen &#8211; gewisse ihrer dialektischen Subtilit&#228;ten und neigen eher zur linksricardianischen Lekt&#252;re, welcher in der Arbeiterbewegung eine goldene Zukunft bevorstand. Siehe Hans-Georg Backhaus, &#8216;On the Dialectics of the Value-Form', &lt;i&gt;Thesis Eleven&lt;/i&gt; 1,1980; Helmut Reichelt, &#8216;Why Marx Hid his Dialectical Method' in Werner Bonefeld et al., eds., &lt;i&gt;Open Marxism&lt;/i&gt; vol. 3 (Pluto Press 1995).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;I. Rubin, &lt;i&gt;Die marxsche Theorie des Warenfetischismus&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;I. Rubin, &lt;i&gt;Zur Marxschen Werttheorie&lt;/i&gt;. Ricardo Bellofiore hat bemerkt, dass Rosa Luxemburg eine andere Ausnahme unter traditionellen Marxisten ist und der Wertform viel Aufmerksamkeit schenkte. Siehe seine Einf&#252;hrung zu &lt;i&gt;Rosa Luxemburg and the Critique of Political Economy&lt;/i&gt; (Routledge 2009), S. 6.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Orthodoxie bedeutet mittlerweile dogmatischer Marxismus. Luk&#225;cs machte einen interessanten Versuch, den Sinn von Orthodoxie zu rehabilitieren, indem er sagte, sie beziehe sich ausschliesslich auf die Methode. Vielleicht aufgrund der ambivalenten Bedeutung von Orthodoxie haben kritische Marxisten die Begriffe &#8222;Weltanschauungsmarxismus&#8220; und &#8222;traditioneller Marxismus&#8220; entwickelt, um sich auf althergebrachten Interpretationen von Marx zu beziehen, welche sie zu Fall bringen m&#246;chten. Hier benutzen wir orthodoxen und traditionellen Marxismus als Synonyme.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;K. Marx, &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt;, MEW 42, S. 397.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jacques Camatte, &lt;i&gt;Capital and Community: the Results of the Immediate Process of Production and the Economic Works of Marx&lt;/i&gt; (Unpopular Books 1998). Urspr&#252;nglich ver&#246;ffentlicht in &lt;i&gt;Invariance&lt;/i&gt; Serie I Nr. 2 (1968).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Roman Rosdolsky, &lt;i&gt;Zur Entstehungsgeschichte des Marxschen &#8222;Kapital&#8220;&lt;/i&gt;, 1968.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Camatte kritisiert Rosdolsky trotzdessen, &#8222;er erfasst den f&#252;r uns zentralen Punkt nicht: Kapital ist prozessierender Wert, Entstehung von Menschen&#8220;. J. Camatte, &lt;i&gt;Capital and Community&lt;/i&gt; (Unpopular Books 1998) S. 163.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Dies ist eine Lekt&#252;re der &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt;, die sp&#228;ter mit Negri identifiziert wird. Es wurde in der Tat behauptet, sein Fr&#252;hwerk stehe in der Schuld von Camatte. Auffallenderweise findet man, trotz den Ambivalenzen autonomer Politik, im Kapitel &#8222;Communism and Transition&#8220; in Negris &lt;i&gt;Marx Beyond Marx&lt;/i&gt; (1978) im wesentlichen ein Argument f&#252;r die Kommunisierung.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Als er seine fr&#252;here Idee einer &#8222;formellen Herrschaft des Kommunismus&#8220; kommentierte, schrieb Camatte: &#8222;Die Periodisierung verliert heutzutage ihre G&#252;ltigkeit; somit wird die Geschwindigkeit der Verwirklichung des Kommunismus h&#246;her sein als zuvor geglaubt worden war. Schliesslich muss pr&#228;zisiert werden, dass der Kommunismus weder eine Produktionsweise, noch eine Gesellschaft ist...&#8220; J. Camatte, op. cit., S. 148, FN 19.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 165.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Dauv&#233; &#8216;Sur L'Ultragauche' (1969), erstmals ver&#246;ffentlicht auf English als &#8216;Leninism and the Ultraleft' in: Jean Barrot (Gilles Dauv&#233;) and Fran&#231;ois Martin, &lt;i&gt;Eclipse and Re-Emergence of the Communist Movement&lt;/i&gt; (Black and Red, 1974), S. 104.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Denn der wirkliche Reichtum ist die entwickelte Produktivkraft aller Individuen. Es ist dann keineswegs mehr die Arbeitszeit, sondern die disposable time [verf&#252;gbare Zeit] das Ma&#223; des Reichtums.&#8220;Marx, &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 604. Es ist interessant, dass f&#252;r Moishe Postone, der bez&#252;glich der radikalen politischen Implikationen des Wertformansatzes explizit war, diese Passage grundlegend ist f&#252;r die Neuinterpretation von Marx. Siehe &lt;i&gt;Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Dauv&#233;, Fran&#231;ois Martin, &lt;i&gt;Niedergang und Wiederkehr der kommunistischen Bewegung&lt;/i&gt;, Beilage zu Wildcat-Zirkular 52/53, Juli 1999, S. 77. Ad&#220;: Einen herzlichen Dank an die Wildcat-Redaktion f&#252;r die Bereitstellung des pdf.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;K. Marx, &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 217-218.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Und von der Natur, welche f&#252;r das Kapital &#8211; wie menschliche Wesen &#8211; einzig und allein eine Ressource f&#252;r die Expansion abstrakten Wohlstands ist.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; behauptet indes nicht, die Kommunisierung sei Marxens Konzept der Revolution gewesen &#8211; siehe die Diskussion &#252;ber &#8222;Programmatismus&#8220; weiter unten.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;K. Marx, &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 723.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;F&#252;r eine Interpretation des &#8222;traditionellen Marxismus&#8220; als &#8222;Weltanschauungsmarxismus&#8220; siehe Michael Heinrich, &#8222;Invaders from Marx&#8220;, &lt;i&gt;Jungle World&lt;/i&gt; Nr. 38, 21. September 2005. Diese Art und Weise, &#8222;traditionellen Marxismus&#8220; zu charakterisieren, scheint auf den humanistischen Marxisten Iring Fetscher zur&#252;ckzugehen, unter welchem sowohl Reichelt als auch Postone studierten. Siehe sein &lt;i&gt;Karl Marx und der Marxismus&lt;/i&gt;, 1967.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zentrale Werke dieser Periode sind Luk&#225;cs' &lt;i&gt;Geschichte und Klassenbewusstsein&lt;/i&gt;, Rubins &lt;i&gt;Studien zur Marxschen Werttheorie&lt;/i&gt; und Pashukanis' &lt;i&gt;Allgemeine Rechtslehre und Marxismus&lt;/i&gt;. Eine der Eigenschaften der neuen Periode war die Wiederentdeckung vieler Texte fr&#252;herer Perioden und eine Vertiefung ihrer Problematiken.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Dies beinhaltete ein Interesse an Freud und Reich kombiniert mit Adornos vernichtenden Angriffen auf den Revisionismus der zeitgen&#246;ssischen Psychoanalyse; Marcuses &lt;i&gt;Eros und Zivilisation&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Der eindimensionale Mensch&lt;/i&gt; und die Besch&#228;ftigung der Frankfurter Schule mit der &#8222;autorit&#228;ren Pers&#246;nlichkeit&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Rudi Dutschke, &#8216;Zur Literatur des revolution&#228;ren Sozialismus von K. Marx bis in die Gegenwart', &lt;i&gt;SDS-Korrespondenz&lt;/i&gt; Sondernummer 1966.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Krahl starb in einem Autounfall 1970. Die posthum ver&#246;ffentliche Sammlung seiner Schriften &#8211; &lt;i&gt;Konstitution und Klassenkampf&lt;/i&gt; &#8211; ist nie ins Englische &#252;bersetzt worden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Eine bedeutende Ausnahme war Willy Huhn, der verschiedene Mitglieder des Berliner SDS beeinflusste. Er war Mitglied der &#8222;Roten K&#228;mpfer&#8220;, eine Gruppe von KAPD-Mitgliedern Ende der 1970er Jahre, und wurde 1933/1934 kurz von den Nazis eingesperrt, wonach er sich der theoretischen Arbeit widmete, welche eine bedeutende Kritik der Sozialdemokratie mit einschliesst: &lt;i&gt;Der Etatismus der Sozialdemokratie. Zur Vorgeschichte des Nazifaschismus&lt;/i&gt;. Die R&#228;tekommunisten wurden allerdings erst nach dem H&#246;hepunkt der Bewegung wirklich wieder entdeckt und ver&#246;ffentlicht.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Er f&#252;gt an: &#8222;Die widerspr&#252;chliche Bedingung dieser ideologischen Bewegung hilft vielleicht, ihre fast ausschliessliche Besch&#228;ftigung mit Fragen des &#220;berbaus und den auff&#228;lligen Mangel an Besch&#228;ftigung mit der darunter liegenden materiellen und &#246;konomischen Basis zu erkl&#228;ren.&#8220; Alfred Sohn-Rethel, &lt;i&gt;Intellectual and Manual Labour&lt;/i&gt; (Humanities Press 1978), S. xii (Vorwort der englischen Ausgabe). Siehe die erste Zeile von Adornos &lt;i&gt;Negative Dialektik&lt;/i&gt;: &#8222;Philosophie, die einmal &#252;berholt schien, erh&#228;lt sich am Leben, weil der Augenblick ihrer Verwirklichung vers&#228;umt ward.&#8220; Th. Adorno, &lt;i&gt;Negative Dialektik&lt;/i&gt;, Suhrkamp, 1966, S. 13.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb30&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh30&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 30&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;30&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die erste deutsche Ausgabe des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; enthielt wesentliche Unterschiede &#8211; besonders in der Struktur und der Entwicklung des ersten Kapitels &#252;ber die Ware und den Wert &#8211; im Vergleich zur zweiten, was die Grundlage war f&#252;r leicht modifizierte sp&#228;tere Ausgaben und &#220;bersetzungen in andere Sprachen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb31&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh31&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 31&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;31&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Helmut Reichelt, &lt;i&gt;Neue Marx-Lekt&#252;re: Zur Kritik sozialwissenschaftlicher Logik&lt;/i&gt; (VSA-Verlag, 2008) S.11. Einen herzlichen Dank an den VSA-Verlag f&#252;r die Bereitstellung des pdf der Einleitung.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb32&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh32&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 32&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;32&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;W&#228;hrend der traditionelle marxistische Pol der SDS bis 1968 im wesentlichen reformistisch war und einen legalen &#220;bergang zum Sozialismus verteidigte, entstand nach 1968 ein anti-revisionistischer, maoistisch-stalinistischer Pol. Es war die Zeit, wo viele fr&#252;here &#8222;Anti-Autorit&#228;re&#8220; ihre Kritik des Parteimarxismus verloren und sich in Formationen wie den K-Gruppen engagierten.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb33&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh33&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 33&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;33&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Michael Heinrich, &#8216;Reconstruction or Deconstruction? Methodological Controversies about Value and Capital, and New Insights from the Critical Edition' in Riccardo Bellofiore and Roberto Fineschi, eds., &lt;i&gt;Re-Reading Marx: New Perspectives after the Critical Edition&lt;/i&gt; (Palgrave Macmillan 2009).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb34&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh34&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 34&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;34&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &#8216;The Moving Contradiction', &lt;i&gt;Endnotes&lt;/i&gt; 2.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb35&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh35&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 35&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;35&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Grossmann z.B. verteidigte die Idee einer sukzessiven Ann&#228;herung, gem&#228;ss welcher das &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; als Serie analytischer Modelle betrachtet wurde, die immer komplexer wurden, je mehr zus&#228;tzliche Aspekte der Wirklichkeit hinzukamen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb36&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh36&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 36&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;36&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Helmut Reichelt, &lt;i&gt;Zur logischen Struktur des Kapitalbegriffs bei Karl Marx&lt;/i&gt; (Suhrkamp Verlag 1970). Die N&#228;he dieser Entsprechung wird rege debattiert. Siehe die Debatten zwischen Chris Arthur, Tony Smith und Robert Finelli in &lt;i&gt;Historical Materialism&lt;/i&gt; (Nr. 11.1, 15.2 und 17.1). In Deutschland w&#252;rden Michael Heinrich und Dieter Wolff die Idee einer &#8222;Homologie&#8220; zwischen Kapital und Geist auf ziemlich unterschiedliche Art und Weise kritisieren.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb37&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh37&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 37&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;37&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Helmult Reichelt, &#8216;Social Reality as Appearance: Some Notes on Marx's Conception of Reality' in Werner Bonefeld, Kosmas Psychopedis, eds., &lt;i&gt;Human Dignity. Social Autonomy and the Critique of Capitalism&lt;/i&gt; (Hart Publishing 2005), S. 46-47. Ad&#220;: Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an Helmut Reichelt f&#252;r die &#220;bersetzung der Passage.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb38&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh38&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 38&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;38&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Als Moskau eine neue Ausgabe der &lt;i&gt;Theorien &#252;ber den Mehrwert&lt;/i&gt; ver&#246;ffentlichte, wurden die editorischen Entscheidungen von Kautsky hinterfragt, etwas, das f&#252;r die erheblichen &#196;nderungen von Engels am dritten Band nie in Betracht gezogen worden w&#228;re. Die Ver&#246;ffentlichung der Originalmanuskripte (auf Deutsch) zeigt, dass Engels viele Passagen neu schrieb und fragw&#252;rdige editorische Entscheidungen traf, doch eine solche Hinterfragung des Kernkorpus des Marxismus war f&#252;r den traditionellen Marxismus ein Tabu. Siehe Michael Heinrich: &#8216;Engels' Edition of the Third Volume of Capital and Marx's Original Manuscript', in: &lt;i&gt;Science &amp; Society&lt;/i&gt;, vol. 60, Nr. 4, 1996, S. 452-466.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb39&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh39&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 39&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;39&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Rosdolsky argumentiert kontrovers, dass das zweite und dritte Buch Teil eines ge&#228;nderten Plans f&#252;r das &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; sind, doch sogar wenn man mit ihm statt mit den Gegenargumenten von Lebowitz und Shortall einverstanden ist, bleibt es dabei, dass die restlichen drei B&#252;cher klar unvollendet sind.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb40&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh40&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 40&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;40&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zur Staatsableitungsdebatte siehe: John Holloway, Sol Picciotto, eds,. &lt;i&gt;State and Capital: A Marxist Debate&lt;/i&gt; (University of Texas Press 1978) und K. Held (Hg.), &lt;i&gt;Der b&#252;rgerliche Staat&lt;/i&gt; (1993), Gegenstandpunkt, 1999. Nur ein sehr geringer Teil der Weltmarktdebatte ist &#252;bersetzt worden, doch siehe: Oliver Nachtwey, Tobias ten Brink, &#8216;Lost in Transition: the German World-Market Debate in the 1970s,' H&lt;i&gt;istorical Materialism&lt;/i&gt; 16.1 (2008), S. 37-70.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb41&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh41&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 41&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;41&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Alfred Sohn-Rethel, &lt;i&gt;Geistige und k&#246;rperliche Arbeit. Zur Theorie gesellschaftlicher Synthesis&lt;/i&gt; (Suhrkamp 1970).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb42&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh42&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 42&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;42&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx, &#8222;Ware und Geld&#8220; in &lt;i&gt;Das Kapital&lt;/i&gt;, Hamburg, 1867, S. 27. Die Rechtschreibung wurde modernisiert.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb43&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh43&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 43&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;43&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx, &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 39.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb44&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh44&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 44&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;44&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Michael Heinrich, &#8222;Invaders from Marx&#8220;, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb45&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh45&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 45&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;45&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jacques Ranci&#232;re, &lt;i&gt;Der Begriff der Kritik und die Kritik der politischen &#214;konomie&lt;/i&gt;, Merve, 1972, S. 55. Ad&#220;: Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an den Merve-Verlag f&#252;r die &#252;beraus aktive Mithilfe zur Lokalisierung der Passage.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb46&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh46&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 46&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;46&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Lucio Colletti, &lt;i&gt;Hegel und der Marxismus&lt;/i&gt;, 1984.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb47&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh47&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 47&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;47&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Riccardo Bellofiore, &#8216;The Value of Labour Value: the Italian Debate on Marx, 1968-1976' in der englischen Spezialausgabe der &lt;i&gt;Rivista di Politica Economica&lt;/i&gt; IV-4-5V (April-Mai 1999).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb48&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh48&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 48&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;48&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Doch &#252;berraschenderweise wurde die Bedeutung Rubins in den deutschen Debatten untersch&#228;tzt. Die Essays wurden erst 1973 (vom Englischen) ins Deutsche &#252;bersetzt und das erste Kapitel &#252;ber den Fetischismus wurde ausgelassen. Siehe DD, &#8222; Sachliche Vermittlung und soziale Form. I.I. Rubins Rekonstruktion der marxschen Theorie des Warenfetischismus&#8220; im n&#228;chsten &lt;i&gt;Kritik der politischen Philosophie&lt;/i&gt;, Eigentum, Gesellschaftsvertrag, Staat II.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb49&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh49&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 49&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;49&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Eine erw&#228;hnenswerte Ausnahme ist der bahnbrechende Essay von Jairus Banaji: &#8216;From the Commodity to Capital: Hegel's Dialectic in Marx's Capital,' in Diane Elson, ed., &lt;i&gt;Value: The Representation of Labour in Capitalism&lt;/i&gt; (CSE Books 1979).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb50&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh50&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 50&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;50&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Z. B.: Michael Eldred, &lt;i&gt;Critique of Competitive Freedom and the Bourgeois-Democratic State: Outline of a Form-Analytic Extension of Marx's Uncompleted System&lt;/i&gt; (Kurasje 1984).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb51&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh51&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 51&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;51&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Chris Arthur, &#8216;Engels, Logic and History' in Riccardo Bellofiore, ed., &lt;i&gt;Marxian Economics a Reappraisal: Essays on Volume III of Capital&lt;/i&gt;, vol. 1 (Macmillan 1998), S. 14.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb52&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh52&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 52&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;52&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mike Rooke kritisiert z.B. Chris Arthur und den Ansatz der systematischen Dialektik f&#252;r die &#8222;Verdinglichung der Dialektik&#8220; und den damit einher gehenden Verlust des Sinns als &#8222;Dialektik der Arbeit&#8220;. &#8216;Marxism, Value and the Dialectic of Labour,' &lt;i&gt;Critique&lt;/i&gt; Vol. 37, Nr. 2, Mai 2009, S. 201-216.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb53&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh53&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 53&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;53&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ausserhalb einer Klassengesellschaft ist &#8222;Arbeit&#8220; &#8211; das menschliche Bed&#252;rfnis, mit der Natur zu interagieren (&#8222;der unorganische Leib des Menschen [&#8230;] mit dem er in best&#228;ndigem Proze&#223; bleiben mu&#223;, um nicht zu sterben&#8220;, K. Marx, &#8222;Die entfremdete Arbeit&#8220; in &#214;konomisch-philosophische Manuskripte) nicht ein &#228;usserer Zwang, sondern ein Ausdruck unserer eigenen Natur. Bestimmung im Sinne, dass man z.B. Dinge tun muss, um essen zu k&#246;nnen, ist nicht Zwang.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb54&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh54&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 54&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;54&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;F&#252;r eine (von Backhaus inspirierte) Diskussion siehe Michael Eldred, Vorwort zu &lt;i&gt;Critique of Competitive Freedom and the Bourgeois-Democratic State&lt;/i&gt; (Kurasje 1984), S. xlv-li.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb55&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh55&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 55&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;55&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Marx empfahl, dass die Frau seines Freundes, aufgrund der Schwierigkeit, das erste Kapitel des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; (&#252;ber den Wert und das Geld) auslassen k&#246;nne &#8211; Eldred bezieht sich hier auf die Tatsache, dass viele Leser von Marx, z.B. die Anh&#228;nger von Sraffa und Althusser, denken, dies sei der richtige Ansatz.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb56&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh56&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 56&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;56&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Michael Eldred, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. xlix-l.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb57&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh57&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 57&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;57&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe R.N. Berki, &lt;i&gt;Insight and Vision: The Problem of Communism in Marx's Thought&lt;/i&gt; (JM Dent 1984) Kapitel 5.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb58&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh58&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 58&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;58&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Obwohl sie vielleicht von Backhaus abgeleitet werden kann, wurde die Unterscheidung, gem&#228;ss van der Linden, von Stefan Breuer im Text &#8222;Krise der Revolutionstheorie&#8220; (1977) gepr&#228;gt. Marcel van der Linden, &#8216;The Historical Limit of Workers' Protest: Moishe Postone, Krisis and the &#8220;Commodity Logic&#8221;,' &lt;i&gt;Review of Social History&lt;/i&gt;, vol. 42 Nr. 3 (Dezember 1997), S. 447-458.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb59&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh59&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 59&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;59&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wie Dauv&#233; benutzt Postone das &#8222;Maschinenfragment&#8220;, um die Konzeptionen des Sozialismus des traditionellen Marxismus zu untergraben; er betrachtet den traditionellen Marxismus als ricardianischen Marxismus, dessen Ziel eine Selbstverwirklichung des Proletariats ist, statt &#8211; wie bei Marx &#8211; seine Selbstabschaffung, er betrachtet die &lt;i&gt;UdSSR&lt;/i&gt; als kapitalistisch und, wie &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt;, betont er die historische Konstitution von Objektivit&#228;t und Subjektivit&#228;t. Doch sobald es um praktische Positionen in der Gegenwart geht, tendiert er zu Reformen, indem er aussagekr&#228;ftig bemerkt, dass seine Analyse &#8222;nicht bedeutet, dass ich ein Ultra bin&#8220;. Moishe Postone, Timothy Brennan, &#8216;Labor and the Logic of Abstraction: an Interview' &lt;i&gt;South Atlantic Quarterly&lt;/i&gt; 108:2 (2009) S. 319.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb60&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh60&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 60&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;60&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe z.B. Werner Bonefeld, &#8216;On Postone's Courageous but Unsuccessful Attempt to Banish the Class Antagonism' &lt;i&gt;Historical Materialism&lt;/i&gt; 12.3 (2004).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb61&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh61&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 61&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;61&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Genau wie das Werk von Luk&#225;cs und Sohn-Rethel stand Adorno in der Schuld von Alfred Schmidt f&#252;r alle Grundrisse-Zitate, die er in Negative Dialektik benutzt. Siehe Michael Eldred, Mike Roth, Einleitung des &#220;bersetzers zu &#8216;Dialectics of the Value-Form' in &lt;i&gt;Thesis Eleven&lt;/i&gt; Nr. 1 (1980) S. 96.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb62&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh62&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 62&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;62&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Helmut Reichelt &#8216;From the Frankfurt School to Value-Form Analysis' &lt;i&gt;Thesis Eleven&lt;/i&gt; Nr. 4 (1982) S. 166.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb63&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh63&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 63&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;63&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die Notizen von Backhaus zu einer Lesung von Adorno 1962 sind im Anhang der &lt;i&gt;Dialektik der Wertform&lt;/i&gt;, 1997.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb64&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh64&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 64&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;64&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Hans-J&#252;rgen Krahl: &lt;i&gt;Konstitution und Klassenkampf. Zur historischen Dialektik von b&#252;rgerlicher Emanzipation und proletarischer Revolution&lt;/i&gt;, Verlag Neue Kritik, 2008.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb65&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh65&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 65&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;65&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &#8216;The Moving Contradiction', &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb66&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh66&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 66&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;66&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Marx, &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 600.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb67&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh67&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 67&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;67&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie Communiste, &#8216;Much Ado About Nothing' &lt;i&gt;Endnotes&lt;/i&gt; Nr.1 (2008), S. 192.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb68&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh68&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 68&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;68&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Das ist der zentrale Streitpunkt zwischen Dauv&#233; und &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt;, siehe &lt;i&gt;Endnotes&lt;/i&gt; Nr. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb69&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh69&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 69&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;69&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Fran&#231;ois Danel, Einleitung zu &lt;i&gt;Rupture dans la th&#233;orie de la revolution: Textes 1965-1975&lt;/i&gt; (Senonevero 2003).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb70&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh70&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 70&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;70&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Obwohl zum Beispiel Rubin einen grossen Teil der sp&#228;teren Wertformtheorie antizipiert oder direkt inspiriert, k&#246;nnen manche seiner Kategorien, wie z.B. die transhistorische Kategorie der &#8222;physiologisch gleichen Arbeit&#8220; und jene der &#8222;sozial gleichgesetzten Arbeit&#8220; als Grundlagen des Sozialismus, als Ausdruck der Art und Weise, wie die Revolution in dieser Zeit definiert wurde, und auch seiner Situation als Staatsplaner betrachtet werden. Wenn auch die meisten zeitgen&#246;ssischen Wertformtheoretiker nicht explizit eine programmatische Konzeption der Revolution ablehnen, so gibt es trotzdessen eine viel st&#228;rkere Bewegung weg von der Affirmation der Arbeit als im fr&#252;heren kritischen Marxismus. Die &#8222;revolution&#228;ren&#8220; Implikationen der Wertformtheorie werden erst deutlich, wenn die Entwicklung des Klassenkampfes &#8211; d.h. des Kapitalismus &#8211; dies erlaubt.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Endotes - Th&#233;orie communiste und Troploin</title>
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&lt;p&gt;Die Debatte zwischen Th&#233;orie communiste (TC) und Troploin (Dauv&#233; und Nesic), welche wir hier reproduziert haben, dreht sich um die grundlegende Frage, wie die Geschichte und die Aktualit&#228;t des Klassenkampfes und der Revolution in der kapitalistischen Epoche theoretisiert werden soll. Wie wir schon in der Einleitung betonten, waren beide Seiten der Debatte Produkte des gleichen politischen Milieus in Frankreich nach den Ereignissen von 1968; beide Gruppen teilen bis zum heutigen Tag ein (&#8230;)&lt;/p&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/logo/yokai_large-2.png?1689539754' class='spip_logo spip_logo_right' width='101' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Die Debatte zwischen Th&#233;orie communiste (TC) und Troploin (Dauv&#233; und Nesic), welche wir hier reproduziert haben, dreht sich um die grundlegende Frage, wie die Geschichte und die Aktualit&#228;t des Klassenkampfes und der Revolution in der kapitalistischen Epoche theoretisiert werden soll. Wie wir schon in der &lt;a href=&#034;https://www.kommunisierung.net/Bringt-eure-Toten-raus&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Einleitung&lt;/a&gt; betonten, waren beide Seiten der Debatte Produkte des gleichen politischen Milieus in Frankreich nach den Ereignissen von 1968; beide Gruppen teilen bis zum heutigen Tag ein Verst&#228;ndnis der Bewegung, welche die kapitalistischen gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse aufhebt, als eine Bewegung der Kommunisierung. Gem&#228;ss diesem geteilten Standpunkt ist der &#220;bergang zum Kommunismus nicht etwas, das nach der Revolution geschieht. Es ist eher so, dass die Revolution als Kommunisierung selbst die Aufl&#246;sung kapitalistischer gesellschaftlicher Verh&#228;ltnisse durch vom Proletariat ergriffene kommunistische Massnahmen ist, diese beseitigen die Form der Unternehmung, die Warenform, den Tausch, das Geld, die Lohnarbeit und den Wert und zerst&#246;ren den Staat. Die Kommunisierung ist also die unmittelbare Produktion des Kommunismus: Die Selbstaufhebung des Proletariats, indem es das Kapital und den Staat aufhebt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was die Position von TC allerdings klar von jener von Troploin unterscheidet, ist die Art und Weise, wie die beiden Gruppen die Hervorbringung, oder die &lt;i&gt;historische&lt;/i&gt; Hervorbringung, dieser Bewegung der Kommunisierung theoretisieren. F&#252;r keine der beiden ist eine erfolgreiche kommunistische Revolution vom &#8222;objektiven&#8220; Niedergang des Kapitalismus abh&#228;ngig; die Konzeption der Geschichte des Klassenkampfes von Troploin ist allerdings, wie bei einem grossen Teil der breiten Ultralinken, ein ver&#228;nderlicher Antagonismus zwischen Klassen, ein Auf und Ab des Klassenkampfes, der revolution&#228;re Kampf des Proletariats scheint manchmal untergetaucht zu sein oder ist es tats&#228;chlich, nur um danach an gewissen &#8222;H&#246;hepunkten&#8220; (z.B. 1848, 1871, 1917-21, 1936, 1968-69) wieder aufzutauchen. Gem&#228;ss dieser Sichtweise erleben wir im Moment ein verl&#228;ngertes Abflauen des Klassenkampfes (zumindest in fortgeschrittenen kapitalistischen L&#228;ndern) und es ist ein Beispiel des Wartens auf das n&#228;chste Wiederauftauchen der kommunistischen Bewegung oder darauf, dass das revolution&#228;re Proletariat seine subversive Aufgabe wieder verrichtet: &#8222;Brav gew&#252;hlt, alter Maulwurf!&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;MEW, Band 8, &#034;Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte&#034;, Dietz Verlag, (&#8230;)&#034; id=&#034;nh2-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Somit ist f&#252;r Troploin der Kommunismus als Kommunisierung eine schon immer dagewesene (wenn auch zeitweise untergetauchte) M&#246;glichkeit, welche, obwohl es keine Garantie f&#252;r ihre Verwirklichung gibt, eine Invariante in der kapitalistischen Epoche darstellt. F&#252;r TC ist die Kommunisierung hingegen die spezifische Form, welche die kommunistische Revolution im gegenw&#228;rtigen Kampfzyklus annehmen muss. Im Unterschied zu Troploin ist TC also f&#228;hig, selbstreflektiv ihre Konzeption der Kommunisierung auf einem Verst&#228;ndnis der kapitalistischen Geschichte als Kampfzyklen zu gr&#252;nden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kampfzyklen und Akkumulationsphasen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;TC historisiert das widerspr&#252;chliche Verh&#228;ltnis zwischen dem Kapital und dem Proletariat auf der Grundlage der Periodisierung der Subsumtion der Arbeit unter das Kapital; diese Periodisierung unterscheidet zwischen Kampfzyklen, welche qualitativen Ver&#228;nderungen im Ausbeutungsverh&#228;ltnis entsprechen. Diese Geschichte enth&#228;lt f&#252;r TC drei allgemein unterscheidbare Perioden: (1) die formelle Subsumtion &#8211; welche um 1900 endet; (2) die erste Phase der reellen Subsumtion &#8211; von 1900 bis in die 1970er Jahre; (3) die zweite Phase der reellen Subsumtion &#8211; von den 1970er Jahren bis heute.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r TC ist wichtig, dass die Subsumtion der Arbeit unter das Kapital nicht bloss eine Frage der technischen Organisation der Arbeit im unmittelbaren Produktionsprozess ist, in welcher formelle Subsumtion mit der Extraktion von absolutem Mehrwert (durch die Verl&#228;ngerung des Arbeitstages) einherginge und reelle Subsumtion mit der Extraktion von relativem Mehrwert (durch die Erh&#246;hung der Produktivit&#228;t dank der Einf&#252;hrung neuer Produktionstechniken, welche es den Arbeitern erlauben, den Wert ihres Lohnes in k&#252;rzerer Zeit zu reproduzieren, womit sie mehr Mehrarbeit an einem Arbeitstag einer gegebenen L&#228;nge verrichten). In der Konzeption von TC ist der Charakter und das Ausmass oder der Grad der Subsumtion der Arbeit unter das Kapital auch, und wohl grundlegend, von der Art und Weise bestimmt, wie die zwei Pole des Kapital-Arbeit-Verh&#228;ltnisses, d.h. das Kapital und das Proletariat, sich als Klassen einer kapitalistischen Gesellschaft zueinander verhalten. F&#252;r TC ist also der Schl&#252;ssel zur Geschichte des Kapitals der &#228;ndernde Modus der &lt;i&gt;Reproduktion&lt;/i&gt; kapitalistischer gesellschaftlicher Verh&#228;ltnisse als ganzes im Verh&#228;ltnis zur dialektischen Entwicklung des Verh&#228;ltnisses zwischen Klassen. Selbstverst&#228;ndlich ist diese Entwicklung untrennbar mit den Erfordernissen der Mehrwertextraktion verbunden. Kurz, f&#252;r TC vermittelt die Subsumtion der Arbeit unter das Kapital den spezifischen historischen Charakter des Klassenverh&#228;ltnisses auf der Ebene der Gesellschaft als ganzes und wird dadurch vermittelt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sowohl in der Art und Weise, wie TC das Konzept der Subsumtion benutzt, um den Kapitalismus zu periodisieren, als auch in der Art und Weise, wie damit einer der bedeutendsten Aspekte der Entwicklung des Klassenverh&#228;ltnisses verschleiert wird, welcher ihre Theorie sonst durchaus Beachtung schenkt, sind gewisse Aspekte problematisch. Streng genommen ist formelle und reelle Subsumtion der Arbeit unter das Kapital nur auf den unmittelbaren Produktionsprozess anwendbar. In welchem Sinne kann irgendwas, das jenseits des Arbeitsprozesses liegt, als tats&#228;chlich &lt;i&gt;subsumiert&lt;/i&gt;, statt als bloss beherrscht oder ver&#228;ndert durch das Kapital bezeichnet werden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wir werden diese Fragen in der n&#228;chsten Ausgabe von Endnotes weiter untersuchen.&#034; id=&#034;nh2-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;? TC versucht allerdings unter der Rubrik dieser Kategorien der Subsumtion den Charakter des kapitalistischen Klassenverh&#228;ltnisses per se zu theoretisieren, anstatt schlicht die Art und Weise, wie der Arbeitsprozess eigentlich zum Prozess der Kapitalverwertung wird. Dennoch ist es gerade ihre fragw&#252;rdige theoretische Entwicklung der Kategorien der Subsumtion, welche es TC erm&#246;glicht, eine neue Konzeption der historischen Entwicklung des Klassenverh&#228;ltnisses zu entwerfen. &lt;i&gt;Innerhalb dieser Periodisierung ist der Grad der Integration der Kreisl&#228;ufe der Reproduktion von Kapital und Arbeitskraft von entscheidender Bedeutung.&lt;/i&gt; Der Schl&#252;ssel zur historischen Periodisierung des Klassenverh&#228;ltnisses ist das Ausmass der Integration der Reproduktion der Arbeitskraft, und somit des Proletariats als Klasse, in den Kreislauf der Selbstvorraussetzung des Kapitals&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Unter &#8222;Selbstvoraussetzung des Kapitals&#8220; versteht TC die Art und Weise, wie (&#8230;)&#034; id=&#034;nh2-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#8222;Periode der formellen Subsumtion&#8220; von TC ist durch ein unvermitteltes, &#228;usserliches Verh&#228;ltnis zwischen Kapital und Proletariat charakterisiert: Die Reproduktion der Arbeiterklasse ist nicht vollst&#228;ndig in den Zyklus der Kapitalverwertung integriert. In dieser Periode stellt das Proletariat einen positiven Pol dieses Verh&#228;ltnisses dar und ist f&#228;hig, seine Autonomie gegen&#252;ber dem Kapital zu behaupten, gleichzeitig ist die kapitalistische Entwicklung gleichbedeutend mit seinem Machtgewinn. Die aufsteigende Macht der Klasse innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft und ihre autonome Affirmation befinden sich allerdings immer mehr im Widerspruch zueinander. In der Zerschlagung der Arbeiterautonomie in den Revolutionen und Konterrevolutionen nach dem Ersten Weltkrieg wird dieser Widerspruch als Machtgewinn der Klasse aufgel&#246;st, der sich als nichts anderes denn die kapitalistische Entwicklung selbst erweist. Diese qualitative Ver&#228;nderung im Klassenverh&#228;ltnis markiert das Ende des &#220;bergangs von der Periode der formellen Subsumtion zur ersten Phase der reellen Subsumtion. Von diesem Punkt an ist die Reproduktion der Arbeitskraft vollst&#228;ndig in die kapitalistische Wirtschaft integriert, wenn auch in einer stark vermittelten Art und Weise, und der Produktionsprozess wird gem&#228;ss den Erfordernissen der Kapitalverwertung transformiert. Das Verh&#228;ltnis zwischen Kapital und Proletariat in dieser Phase der Subsumtion wird intern, doch durch den Staat, der Teilung der Weltwirtschaft in nationale Territorien und Akkumulationszonen im Osten und im Westen (jede davon mit einem begleitenden Entwicklungsmodell f&#252;r die &#8222;Dritte Welt&#8220;), kollektiver Verhandlung innerhalb des Rahmens des nationalen Arbeitsmarktes und die fordistischen Deals vermittelt, welche Produktivit&#228;t und Lohnerh&#246;hungen miteinander verbinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was TC &#8222;Programmatismus&#8220; der Arbeiterbewegung nennt, beschreibt die Positivit&#228;t des proletarischen Pols innerhalb des Klassenverh&#228;ltnisses w&#228;hrend der Phase der formellen Subsumtion und der ersten Phase der reellen Subsumtion, ihre Organisationen, Parteien und Gewerkschaften (ob sozialdemokratisch oder kommunistisch, anarchistisch oder syndikalistisch) repr&#228;sentierten die wachsende Macht des Proletariats und hielten das Programm der Befreiung der Arbeit und der Selbstaffirmation der Arbeiterklasse hoch. Der Charakter des Klassenverh&#228;ltnisses in der Periode der programmatischen Arbeiterbewegung bestimmt also die kommunistische Revolution in diesem Kampfzyklus als Selbstaffirmation eines Pols innerhalb des Kapital-Arbeit-Verh&#228;ltnisses. Als solches beseitigt die Revolution das Verh&#228;ltnis nicht, sie ver&#228;ndert bloss seine Begriffe, und tr&#228;gt in sich die Konterrevolution in Form der Arbeiterverwaltung der Wirtschaft und der andauernden Kapitalakkumulation. Dezentralisierte Verwaltung der Produktion durch Fabrikr&#228;te einerseits und zentrale Planung durch den Arbeiterstaat andererseits sind zwei Seiten der gleichen Medaille, zwei Formen desselben Inhalts: Arbeitermacht sowohl als Revolution als auch als Konterrevolution.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r TC endet dieser Kampfzyklus mit den Bewegungen von 1968-73, welche die Obsoleszenz des Programms der Befreiung der Arbeit und der Selbstaffirmation des Proletariats markiert; die auf diese K&#228;mpfe folgende kapitalistische Restrukturierung und die Krise im Verh&#228;ltnis zwischen Kapital und Proletariat fegt die Institutionen der alten Arbeiterbewegung weg oder h&#246;hlt sie aus. Die Konflikte von 1968-73 leiten also einen Akkumulations- und Kampfzyklus ein, welcher TC die zweite Phase der reellen Subsumtion nennt, er ist charakterisiert durch die kapitalistische Restrukturierung oder &lt;i&gt;Konterrevolution&lt;/i&gt; von 1974-95, welche den Charakter des Verh&#228;ltnisses zwischen Kapital und Proletariat grundlegend ver&#228;ndert. Alle Beschr&#228;nkungen der Akkumulation sind nun weg &#8211; alle Hindernisse f&#252;r die Fluidit&#228;t und internationale Mobilit&#228;t des Kapitals &#8211; repr&#228;sentiert durch die Starrheit der nationalen Arbeitsm&#228;rkte, den Wohlfahrtsstaat, die Teilung der Weltwirtschaft in die Bl&#246;cke des Kalten Krieges und die gesch&#252;tzte nationale Entwicklung, welche diese an der &#8222;Peripherie&#8220; der Weltwirtschaft erlaubten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Krise des auf dem fordistischen Produktionsmodell und dem keynesianischen Wohlfahrtsstaat basierenden Gesellschaftsvertrags endet mit Finanzialisierung, dem Abbau und der Delokalisierung der industriellen Produktion, der Brechung der Arbeitermacht, Deregularisierung, dem Ende des kollektiven Verhandelns, Privatisierung, der Verlagerung hin zu tempor&#228;rer, flexibler Arbeit und der Ausbreitung neuer Dienstleistungsindustrien. Die globale kapitalistische Restrukturierung &#8211; die Entstehung eines zunehmend vereinigten globalen Arbeitsmarktes, die Umsetzung neoliberaler Politik, die Liberalisierung der M&#228;rkte und internationaler Druck auf L&#246;hne und Bedingungen &#8211; repr&#228;sentiert eine Konterrevolution, deren Resultat ist, dass sich Kapital und Proletariat jetzt direkt auf internationaler Ebene gegen&#252;berstehen. Die Kreisl&#228;ufe der Reproduktion des Kapitals und der Arbeitskraft &#8211; Kreisl&#228;ufe, durch welche das Verh&#228;ltnis selbst reproduziert wird &#8211; sind nun vollst&#228;ndig integriert: Diese Kreisl&#228;ufe sind nun unmittelbar intern miteinander in Beziehung stehend. Der Widerspruch zwischen Kapital und Proletariat verlagert sich nun auf die Ebene ihrer Reproduktion als Klassen; was von diesem Moment an auf dem Spiel steht, ist die Reproduktion des Klassenverh&#228;ltnisses selbst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit der Restrukturierung des Kapitals (welche gleichbedeutend ist mit der Aufl&#246;sung aller Vermittlungen im Klassenverh&#228;ltnis) entsteht f&#252;r das Proletariat die Unm&#246;glichkeit, sich selbst positiv gegen&#252;ber dem Kapital zu verhalten: die Unm&#246;glichkeit der proletarischen Autonomie. Von einem positiven Pol im Verh&#228;ltnis als Verhandlungspartner oder Antagonist der kapitalistischen Klasse wird das Proletariat zu einem negativen Pol. Seine Existenz selbst als Proletariat, dessen Reproduktion vollst&#228;ndig in den Kreislauf des Kapitals integriert ist, wird &#228;usserlich zu sich selbst. Was den gegenw&#228;rtigen Kampfzyklus im Widerspruch zum vorhergehenden definiert, ist der Charakter des &lt;i&gt;Verh&#228;ltnisses&lt;/i&gt; des Proletariats &lt;i&gt;zu sich selbst&lt;/i&gt;, welches nun unmittelbar sein Verh&#228;ltnis zum Kapital ist. Gem&#228;ss der Formulierung von TC ist die Klassenzugeh&#246;rigkeit des Proletariats im gegenw&#228;rtigen Zyklus gegen es selbst als &#228;usserer Zwang, als Kapital vergegenst&#228;ndlicht&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Diese grundlegende Negativit&#228;t des Verh&#228;ltnisses des Proletariats zu sich (&#8230;)&#034; id=&#034;nh2-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese grundlegende Transformation des Charakters des Klassenverh&#228;ltnisses, welche von dieser Umkehrung im Verh&#228;ltnis des Proletariats zu sich selbst als Pol des Ausbeutungsverh&#228;ltnisses hervorgebracht wird, ver&#228;ndert den Charakter der Klassenk&#228;mpfe und zwingt das Proletariat, seine eigene Existenz als Klasse der kapitalistischen Produktionsweise in Frage zu stellen. Die Revolution als Kommunisierung ist also f&#252;r TC eine historisch spezifische Hervorbringung: Es ist der Horizont &lt;i&gt;dieses&lt;/i&gt; Kampfzyklus&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;F&#252;r eine Diskussion &#252;ber diese Problematik in Bezug auf konkrete K&#228;mpfe, (&#8230;)&#034; id=&#034;nh2-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine hervorgebrachte &#220;berwindung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r TC ist das Verh&#228;ltnis zwischen Kapital und Proletariat nicht eins zwischen zwei getrennten Subjekten, sondern eines der &lt;i&gt;gegenseitigen Implikation&lt;/i&gt;, in welchem beide Pole des Verh&#228;ltnisses als Momente einer selbstdifferenzierenden Totalit&#228;t konstituiert sind. Es ist diese Totalit&#228;t selbst &#8211; dieser prozessierende Widerspruch &#8211; welche ihre eigene Abschaffung durch die revolution&#228;re Aktion des Proletariats gegen sein eigenes Wesen als Klasse, gegen das Kapital hervorbringt. Diese innewohnende, dialektische Konzeption des historischen Verlaufs des kapitalistischen Klassenverh&#228;ltnisses macht die damit verbundenen Dualismen Objektivismus/Subjektivismus und Spontaneismus/Voluntarismus, welche den gr&#246;ssten Teil der marxistischen Theorie im 20. Jahrhundert charakterisierte und bis heute charakterisiert, &#252;berfl&#252;ssig. Die Dynamik und der unbest&#228;ndige Charakter dieses Verh&#228;ltnisses wird also als einheitlicher Prozess verstanden, und nicht einfach in Form von Wellen proletarischer Offensiven und kapitalistischer Konteroffensiven.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gem&#228;ss TC sind es die qualitativen Ver&#228;nderungen innerhalb des kapitalistischen Klassenverh&#228;ltnisses, welche den revolution&#228;ren Horizont des gegenw&#228;rtigen Kampfzyklus als Kommunisierung bestimmen. F&#252;r uns ist auf einer allgemeineren Ebene ebenfalls klar, dass das widerspr&#252;chliche Verh&#228;ltnis zwischen Kapital und Proletariat &lt;i&gt;schon immer&lt;/i&gt; &#252;ber sich selbst hinaus verwiesen hat, gewissermassen hat es &#8211; von Anfang an &#8211; seine eigene &#220;berwindung als innewohnender Horizont gegenw&#228;rtiger K&#228;mpfe hervorgebracht. Dieser Horizont ist allerdings untrennbar mit den wirklichen, historischen Formen des prozessierenden Widerspruchs verbunden. Es ist also nur in diesem bedingten Sinne, dass wir transhistorisch (d.h. die Geschichte der kapitalistischen Produktionsweise durchziehend) von Kommunismus sprechen k&#246;nnen. Wir verstehen die kommunistische Bewegung nicht als Besonderheit der Totalit&#228;t &#8211; und auch nicht als eine Bewegung von Kommunisten oder der Klasse &#8211; sondern als die Totalit&#228;t selbst, sie ist sowohl transhistorisch als auch variabel je nach historisch spezifischen Konfigurationen des kapitalistischen Klassenverh&#228;ltnisses. Was die kommunistische Bewegung &#8211; die kommunistische Revolution &#8211; dazu bestimmt, im gegenw&#228;rtigen Zyklus die spezifische Form der Kommunisierung anzunehmen, ist die Dialektik der Integration der Kreisl&#228;ufe der Reproduktion des Kapitals und der Arbeitskraft&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wir werden diese Fragen in der n&#228;chsten Ausgabe von Endnotes weiter untersuchen.&#034; id=&#034;nh2-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Sie bringt die radikale Negativit&#228;t des Verh&#228;ltnisses des Proletariats zu sich selbst gegen&#252;ber dem Kapital hervor. Indem es in dieser Periode seine &#8222;radikalen Ketten&#8220; abwirft, verallgemeinert das Proletariat nicht seine Bedingung auf die gesamte Gesellschaft, sondern l&#246;st seine eigene Existenz unmittelbar durch die Beseitigung des kapitalistischen Klassenverh&#228;ltnisses auf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen von &lt;a href=&#034;https://www.kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://endnotes.org.uk/articles/14&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb2-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;MEW, Band 8, &#034;Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte&#034;, Dietz Verlag, Berlin/DDR, 1960, S. 196.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wir werden diese Fragen in der n&#228;chsten Ausgabe von Endnotes weiter untersuchen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Unter &#8222;Selbstvoraussetzung des Kapitals&#8220; versteht TC die Art und Weise, wie das Kapital sich sowohl als Bedingung als auch Resultat seines eigenen Prozesses durchsetzt. Dies dr&#252;ckt sich im Gebrauch des Begriffs Zwickm&#252;hle aus (im gleichen Sinne wie im Kapital), der sich auf zwei sich &#252;berschneidende Kreisl&#228;ufe bezieht, jener der Reproduktion des Kapitals und jener der Reproduktion der Arbeitskraft.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Diese grundlegende Negativit&#228;t des Verh&#228;ltnisses des Proletariats zu sich selbst gegen&#252;ber dem Kapital wird bei TC durch den Gebrauch des Begriffs &#233;cart ausgedr&#252;ckt, der als &#8222;Diskrepanz&#8220; &#252;bersetzt werden kann. F&#252;r TC dr&#252;ckt dieses Konzept die Idee aus, dass das Handeln des Proletariats als Klasse die Grenze dieses Kampfzyklus darstellt; seine K&#228;mpfe haben keinen anderen Horizont als seine eigene Reproduktion als Klasse, es ist jedoch unf&#228;hig, dies als solches zu best&#228;tigen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;F&#252;r eine Diskussion &#252;ber diese Problematik in Bezug auf konkrete K&#228;mpfe, siehe den Text von TC &lt;a href=&#034;https://libcom.org/library/self-organisation-is-the-first-act-of-the-revolution-it-then-becomes-an-obstacle-which-the-revolution-has-to-overcome&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Self-organisation is the first act of the revolution; it then becomes an obstacle which the revolution has to overcome&#8220;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wir werden diese Fragen in der n&#228;chsten Ausgabe von Endnotes weiter untersuchen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Vorwort Endnotes 3</title>
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&lt;p&gt;Diese Ausgabe von Endnotes war lange unterwegs. Ihre Ver&#246;ffentlichung versp&#228;tete sich aufgrund von Erfahrungen und Diskussionen, welche uns dazu zwangen, unseren Analysen mehr Klarheit zu geben und sie manchmal ganz zu &#252;berarbeiten. Viele der Artikel in dieser Ausgabe sind das Produkt jahrelanger Diskussionen. Einige Artikel waren schliesslich so lange, dass wir die Ausgabe in zwei Teile gliedern mussten. Endnotes 4 wird also bald erscheinen, nicht wieder in drei Jahren, sondern eher in den (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Diese Ausgabe von &lt;i&gt;Endnotes&lt;/i&gt; war lange unterwegs. Ihre Ver&#246;ffentlichung versp&#228;tete sich aufgrund von Erfahrungen und Diskussionen, welche uns dazu zwangen, unseren Analysen mehr Klarheit zu geben und sie manchmal ganz zu &#252;berarbeiten. Viele der Artikel in dieser Ausgabe sind das Produkt jahrelanger Diskussionen. Einige Artikel waren schliesslich so lange, dass wir die Ausgabe in zwei Teile gliedern mussten. Endnotes 4 wird also bald erscheinen, nicht wieder in drei Jahren, sondern eher in den n&#228;chsten sechs Monaten. In diesem Text beschreiben wir, als Erkl&#228;rung f&#252;r die Verz&#246;gerung, einige der Fragen und Zwickm&#252;hlen, welche am Anfang dieser und der n&#228;chsten Ausgabe standen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1 Neue K&#228;mpfe&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die ersten zwei Ausgaben von Endnotes verlangten eine erneuerte Sichtweise auf die K&#228;mpfe unserer Zeit, frei von der B&#252;rde des toten Gewichts &#252;berholter Theorien. Wir selbst boten allerdings kaum Analysen von K&#228;mpfen. Wohl auch, weil der Klassenkonflikt zu dieser Zeit an einem Tiefstand angelangt war, was Ausfl&#252;ge in die Abstraktion attraktiver machte. Doch es war auch, weil wir nicht wussten, was wir sagen k&#246;nnten &#252;ber die laufenden K&#228;mpfe und wir dachten, es sei das beste, nicht so zu tun, als ob dem nicht so w&#228;re. Wir begannen diese Zeitschrift als einen Ort, um Ideen sorgf&#228;ltig auszuarbeiten. Wir wollten keine &#252;berst&#252;rzten Schlussfolgerungen ziehen, nur um aktuell zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und das Milieu, wovon wir Teil sind &#8211; die sogenannte Str&#246;mung der Kommunisierung &#8211; bot eine Analyse der K&#228;mpfe, die wir attraktiv fanden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beteiligte dieses Milieus beobachteten, dass das Wiederauftauchen einer affirmativen Arbeiterklassenidentit&#228;t vom Tisch schien, sogar in Fabrikk&#228;mpfen: Die Arbeiter organisierten sich selbst, doch ohne Illusionen &#252;ber das revolution&#228;re Potenzial dieser Selbstorganisation. In einigen Fabriken beispielsweise &#8211; in S&#252;dkorea, in Frankreich, in den USA und anderswo &#8211; &#252;bernahmen die Arbeiter ihre Arbeitspl&#228;tze, nicht um sie selbst zu verwalten, sondern um bessere Abfindungszahlungen zu verlangen. In der Zwischenzeit entstanden viele K&#228;mpfe ausserhalb der Arbeitspl&#228;tze &#8211; welche Studenten, Arbeitslose, rassifizierte Minderheiten betrafen &#8211; und sie zeigten nicht das geringste Interesse, ihren Weg in die Produktion zu finden. Die K&#228;mpfe der Arbeiter in den ehemaligen Festungen der Arbeiterklasse (Industrie, Bau, Bergbau und Versorgung) waren nicht mehr ein Beh&#228;lter f&#252;r die Belange der Klasse als ganzes. K&#228;mpfe, welche die &#8222;Reproduktion&#8220; betreffen, verdr&#228;ngen jene, welche die &#8222;Produktion&#8220; betreffen, obwohl erstere scheinbar nicht jene Macht gegen&#252;ber dem Kapital haben, welche letztere historisch aus&#252;bten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Str&#246;mung der Kommunisierung bot auch folgende Analyse dieser K&#228;mpfe. Sie scheinen auf zwei Beinen zu humpeln. Ihr erstes Bein ist die &lt;i&gt;Grenze&lt;/i&gt; des Kampfes: Als Klasse zu handeln bedeutet, keinen Horizont zu haben, der &#252;ber das Verh&#228;ltnis Kapital-Arbeit hinausgeht. Ihr zweites Bein ist die &lt;i&gt;Dynamik&lt;/i&gt;: Klassenzugeh&#246;rigkeit wird dann als &#8222;&#228;usserer Zwang&#8220;, als etwas erlebt, das &#252;berwunden werden muss. In der Bewegung gegen die Globalisierung autonomisierte sich die Dynamik des Klassenkampfes vom Kampf selbst: Die Aufgabe der Klassenposition war die Grundlage, auf welcher das Kapital angegriffen wurde. Von der gegenw&#228;rtigen Krise wurde erwartet, dass sie die Beine des Klassenkampfes zwingen w&#252;rde, zusammen zu laufen. Man erwartete K&#228;mpfe an den Arbeitspl&#228;tzen, rund um eine strukturell &#8222;illegitime&#8220; Lohnforderung&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;R.S., &#8222;The Present Moment&#8220;, SIC 1, November 2011, S. 96.&#034; id=&#034;nh3-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Formen, welche den Klassenkampf seit der Restrukturierung charakterisierten (radikaler Demokratismus, Aktivismus), sollten &#252;berwunden werden, um zu den Grundlagen zur&#252;ckzukommen: Die von innerhalb des Arbeitsplatzes kommende Aufgabe der Klassenposition ist nur als allgemeine &#220;berwindung der Klassengesellschaft m&#246;glich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das geschah nicht. Stattdessen hatten wir den arabischen Fr&#252;hling, die Emp&#246;rten, Occupy, Taksim, sowie etliche Aufst&#228;nde. Wie es im Text &#8222;The Holding Pattern&#8220; in dieser Ausgabe dargelegt ist, schienen diese K&#228;mpfe mehr wie eine Transformation der Bewegung gegen die Globalisierung, als auch ihre Ausbreitung auf einen gr&#246;sseren Teil der Bev&#246;lkerung. Das heisst nicht, dass die j&#252;ngeren K&#228;mpfe die Theorie der Kommunisierung untergruben (oder dass die dynamischen K&#228;mpfe an den Arbeitspl&#228;tzen nicht wieder entstehen). In diesen Bewegungen best&#228;tigte viel die kommunisierende Perspektive: Eine Intensivierung der K&#228;mpfe war nicht mit der R&#252;ckkehr der Arbeiteridentit&#228;t verbunden. Wie wir gesagt haben, war es eben genau die Nichtverf&#252;gbarkeit einer konstituierenden Identit&#228;t &#8211; rund um die Arbeiterklasse oder anders &#8211;, um die es in den Dynamiken der Bewegung der Pl&#228;tze ging.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Anbetracht dieser K&#228;mpfe scheint es klar, dass jetzt nicht die Zeit f&#252;r Behauptungen ist, sondern f&#252;r sorgf&#228;ltige Analyse. In &lt;i&gt;Endnotes&lt;/i&gt; 1 und 2 versuchten wir, die beiden miteinander verbundenen Fallen zu zerlegen, welche f&#252;r uns Ende des letzten Jahrhunderts aufgestellt worden sind: Tendenzen, entweder, (1) die Dinge abseits von der sich selbst untergrabenden Dynamik des Kapitals zu analysieren, um sich besser auf die Klassenk&#228;mpfe ausserhalb des Arbeitsplatzes zu fokussieren, oder (2) eine Analyse der Krisentendenzen aufrechtzuerhalten, doch nur um die Idee damit zu verbinden, dass die Arbeiterbewegung die einzige wirklich revolution&#228;re Form des Klassenkampfes ist. Wir schafften es, diese Fallen dank einiger k&#228;rglicher analytischer Werkzeuge zu meiden. Jetzt ist die Zeit gekommen, diese Werkzeuge einzusetzen, zu versuchen, die neue Sequenz der K&#228;mpfe in ihrer Entfaltung zu verstehen. Wir m&#252;ssen gegen&#252;ber der Gegenwart offen sein &#8211; ihrer Tendenz, uns zu &#252;berraschen, uns zu zwingen, jede vermeintlich fixe Wahrheit zu &#252;berdenken &#8211; gleichzeitig jedoch kompromisslos bez&#252;glich der Revolution als Kommunisierung: Es wird keine theoretischen Kompromisse geben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;2 &#220;bersch&#252;ssige Bev&#246;lkerungen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Endnotes&lt;/i&gt; 2 betonte die Rolle der &#252;bersch&#252;ssigen Bev&#246;lkerungen: Bev&#246;lkerungen mit prek&#228;ren Verbindungen zur Lohnarbeit. &#220;bersch&#252;ssige Bev&#246;lkerungen haben sich vergr&#246;ssert aufgrund eines schlichten Niedergangs in der Nachfrage nach Arbeit, eine Begleiterscheinung der Wiederbelebung des Widerspruchs der kapitalistischen Gesellschaft. Diese gesellschaftliche Form, welche auf der Zentralit&#228;t der Arbeit beruht, untergr&#228;bt diese Zentralit&#228;t im Laufe der Zeit. Kapitalistisches Wachstum macht also die Begriffe jenes Verh&#228;ltnisses zunichte, auf welchem es basiert: Die Produktion von &#252;bersch&#252;ssigen Bev&#246;lkerungen parallel zu jener &#252;bersch&#252;ssigen Kapitals ist letztendlich das Resultat des unmittelbaren Produktionsprozesses.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das heisst jedoch nicht, dass die &#252;bersch&#252;ssige Bev&#246;lkerung zu einem neuen revolution&#228;ren Subjekt wird. Im Gegenteil, das Wachstum der &#252;bersch&#252;ssigen Bev&#246;lkerungen untergr&#228;bt die Konsistenz des revolution&#228;ren Subjekts als solches. Es ist nicht mehr m&#246;glich, das Kapital als eine Produktionsweise mit Zukunft zu sehen, die f&#228;hig w&#228;re, immer mehr Leute durch &#8222;Entwicklung&#8220; zu integrieren, z.B. die Industrialisierung. Stattdessen schrumpft die industrielle Arbeiterklasse fast &#252;berall dahin. Die Arbeiterbewegung, welche sich zuvor rund um den qualifizierten Arbeiter organisierte, kann der Klasse keine Konsistenz mehr geben. Auch kein anderes Subjekt kann sich als Tr&#228;ger einer affirmativen Zukunft pr&#228;sentieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Wachstum der &#252;bersch&#252;ssigen Bev&#246;lkerungen ist eben genau die Aufl&#246;sung, die Zersetzung der Klasse. Die &#252;bersch&#252;ssige Bev&#246;lkerung kann n&#228;mlich nicht affirmativ sein &#8211; nicht nur, weil es eine Stellung subjektiver Armut oder Unterw&#252;rfigkeit ist &#8211; sondern auch, weil sie international stark intern differenziert ist. Oder pr&#228;ziser: Ihr Wachstum ist gleichbedeutend mit der verst&#228;rkten Differenzierung der Klasse als ganzes. Welche Rolle spielen &#252;bersch&#252;ssige Bev&#246;lkerungen heutzutage in K&#228;mpfen? &#8222;A Rising Tide Lifts All Boats&#8220; in dieser Ausgabe bietet eine Fallstudie der britischen Bewegung gegen die Sparpolitik 2010-2011 und der Ausschreitungen und untersucht die empirische Anwendbarkeit der Kategorie der &#8222;&#252;bersch&#252;ssigen Bev&#246;lkerung&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;3 Die Genderunterscheidung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit der Ver&#246;ffentlichung unserer letzten Ausgabe erschien &#8222;Communisation and the Abolition of Gender&#8220; in der Anthologie &lt;i&gt;Communization and its Discontents&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Benjamin Noys (Hg.), Communization and its Discontents, Minor Compositions, (&#8230;)&#034; id=&#034;nh3-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Dieser Text war das Produkt einer reifenden Debatte mit &lt;i&gt;Th&#233;orie Communiste&lt;/i&gt;, welche seither etwas verfault ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In ihrem Versuch, einen feministischen Zweisystemansatz mit ihrer zuvor ausgearbeiteten Theorie zu vers&#246;hnen, verlor sich TC in einer Debatte mit sich selbst dar&#252;ber, wie viele Widerspr&#252;che es in der modernen Gesellschaft gibt. F&#252;r uns hat ein Widerspruch zwischen Arbeitern und Kapital genauso wenig Sinn wie einer zwischen M&#228;nnern und Frauen. Eigentlich ist der einzige &#8222;Widerspruch zwischen&#8220; jener, mit welchem Marx die erste Ausgabe des &lt;i&gt;Kapitals&lt;/i&gt; beginnt, n&#228;mlich der Widerspruch zwischen Gebrauchs- und Tauschwert&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Der Begriff des &#8222;Klassenwiderspruchs&#8220; ist grunds&#228;tzlich mit der maoistischen (&#8230;)&#034; id=&#034;nh3-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Letztendlich sind kapitalistische gesellschaftliche Beziehungen widerspr&#252;chlich, weil sie auf dem Tausch &#228;quivalenter Werte beruhen &#8211; gemessen durch die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit zu ihrer Produktion &#8211; und gleichzeitig untergraben sie diese Grundlage, weil sie dazu tendieren, menschliche Arbeitskraft vom Produktionsprozess zu verdr&#228;ngen (das dr&#252;ckt sich paradoxerweise als Arbeits&#252;berlastung f&#252;r die einen und komplette oder partielle Arbeitslosigkeit f&#252;r andere aus).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Wirtschaft ist also eine gesellschaftliche T&#228;tigkeit, welche auf einem &lt;i&gt;logischen&lt;/i&gt; Widerspruch basiert, dieser breitet sich in der Zeit als Unfreiheit aus, als praktische Unm&#246;glichkeit f&#252;r die menschlichen Wesen, zu sein, was sie sein m&#252;ssen: &#8222;Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbev&#246;lkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen &#220;berz&#228;hligmachung.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Marx, Kapital, Bd. 1, MEW Bd. 23, S. 659. Zum logischen Charakter des (&#8230;)&#034; id=&#034;nh3-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Dieser Widerspruch verursacht etliche Antagonismen innerhalb kapitalistischer Gesellschaften, der Klassenantagonismus ist einer davon. Andere existieren: Ethnie, Gender, Sexualit&#228;t, Nation, Handel oder F&#228;higkeiten, religi&#246;ser Glaube, Status Immigrant usw. Es w&#228;re unm&#246;glich, alle Antagonismen der kapitalistischen Gesellschaft zu denken, wenn Antagonismus und Widerspruch nicht klar abgegrenzt w&#252;rden (sonst w&#228;re es notwendig, sich f&#252;r jeden Antagonismus einen anderen Widerspruch einfallen zu lassen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Punkt ist, dass gesellschaftliche Antagonismen in der kapitalistischen Gesellschaft im Verh&#228;ltnis zur widerspr&#252;chlichen Logik des Kapitals artikuliert und reartikuliert werden. Wie es im Text &#8222;The Logic of Gender&#8220; in dieser Ausgabe gezeigt wird, sind die Geschlechterrollen in kapitalistischen Gesellschaften rund um die Unterscheidung von Sph&#228;ren konstruiert, wir nennen eine &#8222;direkt vom Markt vermittelt&#8220; und die andere &#8222;indirekt vom Markt vermittelt&#8220;. Diese Unterscheidung ist nicht getrennt von der Klassengesellschaft. Sie ist im Gegenteil fundamental f&#252;r die Wertproduktion. Die kapitalistische Produktionsweise k&#246;nnte ohne eine Unterscheidung der Sph&#228;ren nicht existieren, eine Unterscheidung, die allerdings noch nie pr&#228;zis definiert worden ist. In dieser Ausgabe widmen wir uns der Kl&#228;rung von Konzepten, dem Verst&#228;ndnis der Grundlage und der Transformation des Genderverh&#228;ltnisses in der kapitalistischen Gesellschaft. Diese Kl&#228;rung erlaubt uns, die Prozesse der Entnaturalisierung der Geschlechterrollen &#8211; Butler nennt das ihre Verwirrung &#8211; besser zu erfassen, sowie auch die komplexen Dynamiken der laufenden Dekonstruktion der Geschlechterrollen (die Lockerung des Zwangs zur Heterosexualit&#228;t, die M&#246;glichkeit der Affirmation queerer oder transsexueller Identit&#228;ten) einerseits, die konstante Wiederaufzwingung der Geschlechterrollen andererseits, besonders angesichts der j&#252;ngsten Krise und der Sparpolitik.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;4 Nichtklassenbezogene Identit&#228;ten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Interesse f&#252;r Geschlechterrollen ist Teil einer allgemeinen theoretischen Wende. Die Arbeiterbewegung privilegierte den Klassenantagonismus vor allen anderen, weil sie die Arbeiterklasse als die Zukunft der Menschheit sah &#8211; wenn sie nur von ihrer Verbindung mit dem Kapital befreit werden k&#246;nnte. Man meinte, die Affirmation der Klassenidentit&#228;t sei die einzig m&#246;gliche Grundlage, um den Kapitalismus zu &#252;berwinden. Wenn sich die Arbeiter anhand anderer Linien mit sich selbst identifizierten, wurde das als falsches Bewusstsein betrachtet, dessen Gegenteil war ein wahres Klassenbewusstsein. Der Effekt dieser Orientierung war h&#228;ufig, dass die K&#228;mpfe gewisser Arbeiter (weiss, m&#228;nnlich, Staatsb&#252;rger) gegen&#252;ber anderen innerhalb der Klasse hervorgehoben wurden. Dies f&#252;hrte die K&#228;mpfe der &#8222;anderen&#8220; auch in Kan&#228;le, wo die produktivistische Perspektive der Arbeiterbewegung reproduziert wurde: Frauen verlangten, dass ihre Arbeit im Haushalt &#252;ber den Lohn als produktiv anerkannt wird; ehemals kolonisierte Bev&#246;lkerungen trieben ihre eigene heftige Industrialisierung voran, mit allem, was das zur Folge hatte, n&#228;mlich einen gewaltigen Tribut an menschlichem Leid.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotzdem erwarteten die Beteiligten der Arbeiterbewegung, dass andere Formen der Identit&#228;t &#8211; nichtklassenbezogene Identit&#228;ten &#8211; mit der Weiterentwicklung der Produktivkr&#228;fte verschwinden w&#252;rden. Die Bewegung beschrieb nichtklassenbezogene Identit&#228;ten als atavistische &#220;berbleibsel fr&#252;herer Produktionsweisen. Es gab keine Notwendigkeit, sie als etwas anderes denn todgeweiht zu betrachten. Doch kapitalistische gesellschaftliche Verh&#228;ltnisse untergraben nicht notwendigerweise nichtklassenbezogene Formen der Identit&#228;t. Im Gegenteil, kapitalistische gesellschaftliche Verh&#228;ltnisse ver&#228;ndern zumindest einige dieser Identit&#228;ten, oder modernisieren sie sogar. Mit der Arbeiterbewegung abzuschliessen &#8211; anzuerkennen, dass keine Klassenfraktion mehr eine Hegemoniestellung innerhalb der Klasse haben kann &#8211; bedeutet, dass es notwendig ist, das Verh&#228;ltnis zwischen klassenbezogenen und nichtklassenbezogenen Identit&#228;ten zu reartikulieren. &#8222;The Gender Logic&#8220; ist Teil dieser theoretischen Anstrengung. &#8222;The Limit Point of Capitalist Equality&#8220;, ein Gastbeitrag in dieser Ausgabe von Chris Chen, ebenfalls.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist zwingend erforderlich, drei Thesen des Marxismus aufzugeben, welche im Verlauf der Arbeiterbewegung ausgearbeitet wurden: (1) dass Lohnarbeit die wichtigste &#220;berlebensweise in kapitalistischen Gesellschaften ist und dass alle Proletarier fr&#252;her oder sp&#228;ter darin integriert werden, (2) dass alle Lohnarbeiter tendenziell in industrielle (oder reell subsumierte) Arbeitsprozesse integriert sind, welche sie homogenisieren und als den kollektiven Arbeiter zusammenbringen, und (3) dass Klassenbewusstsein somit das einzig wahre oder wirkliche Bewusstsein der Situation der Proletarier in kapitalistischen Gesellschaften ist. Keine dieser Thesen ist historisch g&#252;ltig gewesen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einerseits leben viele Proletarierinnen grosse Teile ihrer Leben ausserhalb des Verh&#228;ltnisses Kapital-Arbeit, siechen zu Hause als Hausfrauen dahin. Andererseits profitierte das Kapital am Arbeitsplatz von der Anstellung von Arbeitern, welche nicht formell (oder nicht g&#228;nzlich) frei waren: Sklaven, &#8222;Eingeborene&#8220;, Papierlose, Frauen. Im Verlauf des zwanzigsten Jahrhundert spielte &#8222;Rasse&#8220; weiterhin eine zentrale Rolle, um zu bestimmen, wer formell frei war, wer Arbeit bekam und besonders wer &#8222;gute&#8220; Arbeit bekam, wenn sie verf&#252;gbar war. Prozesse der Rassialisierung und der Unterw&#252;rfigkeit sind w&#228;hrend dieser Periode der Aufl&#246;sung des Kapital-Arbeit-Verh&#228;ltnisses intensiviert &#8211; aber auch ver&#228;ndert &#8211; worden, etliche Proletarier sind ganz oder teilweise ausgeschlossen von diesem Verh&#228;ltnis.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;5 Strategische Visionen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Text &#8222;Logistics, Counterlogistics and the Communist Prospect&#8220; &#8211; ein weiterer Gastbeitrag in dieser Ausgabe &#8211; er&#246;rtert Jasper Bernes, dass die globale Restrukturierung der kapitalistischen Produktion heutzutage die Antwort des Kapitals auf eine Situation darstellt, wo Arbeit in h&#246;chstem Masse im &#220;berfluss ist: Das Kapital n&#252;tzt enorme Lohnunterschiede quer &#252;ber den Globus zu seinem Vorteil, um Kosten zu reduzieren und Ausbr&#252;che von Arbeiterunruhen zu kontrollieren. Zulieferketten existieren im Wesentlichen, weil das Kapital sie ben&#252;tzt, um Preisunterschiede der Arbeitsm&#228;rkte auszunutzen. Aus diesem Grund bietet die logistische Infrastruktur keine Perspektiven eines neu auftauchenden kollektiven Arbeiters auf globaler Ebene. Viel eher hat sie eine solche M&#246;glichkeit untergraben, indem die Arbeiterklasse noch mehr fragmentiert wurde. Bernes zieht den Schluss, dass Zulieferketten nur insofern strategische Objekte zeitgen&#246;ssischer K&#228;mpfe sind, als dass sie unterbrochen werden k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Artikel von Bernes ist teilweise eine Antwort an Alberto Toscano, der die &#8222;Anh&#228;nger der Kommunisierung&#8220; in mehreren j&#252;ngeren Texten kritisiert hat. Er wirft ihnen vor, keine eigentliche strategische Orientierung zu haben, d.h. eine Orientierung zu allem, das &#8222;getan werden muss, um jene Art von Subjekten zu &lt;i&gt;erstellen&lt;/i&gt;, die kommunisierende Massnahmen ergreifen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Alberto Toscano, &#8222;Now and Never&#8220; in: Noys, Communization and its (&#8230;)&#034; id=&#034;nh3-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. F&#252;r Toscano gibt es viel vorzubereiten: Wir m&#252;ssen z.B. herausfinden, wie wir die logistische Infrastruktur lesen m&#252;ssen, nicht als etwas, das zerst&#246;rt werden muss, sondern als Ort f&#252;r &#8222;antikapitalistische L&#246;sungen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Alberto Toscano, &#8222;Logistics and Opposition&#8220;, Mute 3:2, Januar 2012.&#034; id=&#034;nh3-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Weil die Str&#246;mung der Kommunisierung keine positive Konzeption des Ausstiegs aus der kapitalistischen Gesellschaft hat (d.h. etwas anderes als diese Gesellschaft abstrakt zu negieren), wirft er ihr &#8222;intransitive Politik&#8220; vor und er verbindet diesen Standpunkt symptomatisch mit einem Mangel an strategischem Denken&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Toscano, &#8222;Now and Never&#8220;, S. 87.&#034; id=&#034;nh3-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Mit diesem Etikett &#252;bergeht Toscano zwei Ideen, einerseits jene, welche den &#220;bergang von der Revolution zum Kommunismus (die &#8222;&#220;bergangsphase&#8220;), andererseits jene, welche den &#220;bergang von allt&#228;glichen K&#228;mpfen zur Revolution betrifft (&#8222;&#220;bergangsforderungen&#8220;). In Bezug auf letztere stimmt es nat&#252;rlich, dass die Revolution nicht vom Himmel fallen wird. Sie wird nicht von nirgendwo kommen und pl&#246;tzlich &#252;berall sein. Sollte es eine Revolution geben, so wird sie nur als Antwort auf die Grenzen der aktuellen K&#228;mpfe ausgel&#246;st werden, im Verlauf ihrer Entfaltung. Der Bruch muss ein produzierter Bruch sein. Das ist die &#8222;transitive&#8220; Position, welche &lt;i&gt;Endnotes&lt;/i&gt; seit Beginn verteidigt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch genau diese Position lehnt Toscano ab. Toscano sieht nicht, wie es m&#246;glich ist, dass die Revolution aus den Grenzen heutiger K&#228;mpfe entsteht. Er glaubt nicht an &#8222;eine Art Lernen durch Handeln, welches sich scheinbar mutwillig nicht um die riesigen Hindernisse auf dem Weg zur Negation des Kapitals k&#252;mmert&#8220;; denn diese Negation &#8222;kann nicht im Vorbeigehen ausgef&#252;hrt werden&#8220;; und noch einmal, &#8222;der Weg wird nicht gemacht, indem er gelaufen wird&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 99.&#034; id=&#034;nh3-8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Scheinbar muss der Weg von Individuen gemacht werden, die &#8211; irgendwie &#8211; f&#228;hig sind, den Proletariern den Weg im Vorhinein aufzuzeigen. Hier betreten wir die listige Welt der Strategen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Text &#8222;Spontaneity, Mediation, Rupture&#8220; in dieser Ausgabe versuchen wir, das Verh&#228;ltnis zwischen Kampf und Revolution durch die Reartikulation von zentralen Konzepten der Geschichte revolution&#228;rer Theorie neu zu konzipieren. In der Einstellung zum Kampf sollte das Ende offen bleiben, es braucht einen Ansatz, der weder fahrl&#228;ssig herablassend, noch naiv bejahend ist. Klassenkampf ist nicht einfach der Ort einer krampfartigen Reaktion gegen die vom Kapital auferlegten Belastungen, sondern jener, wo die Widerspr&#252;che des Kapitalismus sich abspielen, der proletarischen Erfahrung innewohnend. Erst im Verlauf sich intensivierender K&#228;mpfe k&#246;nnen die strategischen Fragen einer &#196;ra gestellt und beantwortet werden, auf eine konkrete Art und Weise; nur hier k&#246;nnen Taktiken, Strategien und Organisationsformen &#8211; und auch die Bedeutung vom Kommunismus selbst &#8211; konkret Gestalt annehmen. Strategien entstehen als Antworten auf spezifische Grenzen einer Reihe von K&#228;mpfen. Sie k&#246;nnen nicht von aussen auferlegt werden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Toscano bezeichnet unsere Perspektive als abstrakt (in ihrer (&#8230;)&#034; id=&#034;nh3-9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;6 Kommunistische Perspektiven&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Endnotes&lt;/i&gt; 3 versucht also, Werkzeuge herzustellen, die uns erlauben, &#252;ber heutige K&#228;mpfe zu sprechen &#8211; in ihren eigenen Begriffen, indem alle Widerspr&#252;che und Paradoxa analysiert werden, anstatt sie zu verschweigen. Die Frage bleibt: Welches Verh&#228;ltnis haben diese K&#228;mpfe zur Revolution? Hier insistieren wir: Revolution ist ein m&#246;glicher Ausgang der heutigen K&#228;mpfe, aber nur als Kommunisierung. Denn die Revolution wird gezwungen sein, die Wertform abzuschaffen, weil diese Form keine brauchbare Art und Weise mehr ist, unsere Existenz zu organisieren. Direkte menschliche Arbeit ist ein immer geringerer Teil der gesellschaftlichen Produktion, w&#228;hrend eine imposante Masse an Technologien und Infrastruktur, die die &#246;kologische Grundlage menschlichen Lebens auf der Erde zerst&#246;rt, uns als Hauptkraft im gesellschaftlichen Leben entgegensteht. Der Kauf und Verkauf von Arbeit strukturiert allerdings immer noch alle Aspekte unserer Leben und Kapital bleibt unser Hauptmodus der Interaktion miteinander. Wie k&#246;nnten wir ohne auskommen? Es gibt keine einfachen Antworten &#8211; besonders wenn man der Tatsache Rechnung tr&#228;gt, dass die Reproduktion von jedem von uns heutzutage von einem Produktivapparat abh&#228;ngt, der auf der ganzen Welt zerstreut ist. Die Frage der Revolution wird trotzdem immer noch gestellt &#8211; auf notwendigerweise abstrakte, spekulative Art und Weise &#8211; aufgrund des widerspr&#252;chlichen Charakters des zentralen Verh&#228;ltnisses, auf welchem die Gesellschaft basiert. Und diese Frage kann nur in K&#228;mpfen selbst konkret werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://endnotes.org.uk/articles/17&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb3-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;R.S., &#8222;The Present Moment&#8220;, SIC 1, November 2011, S. 96.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Benjamin Noys (Hg.), Communization and its Discontents, Minor Compositions, 2011, S. 219-236.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Der Begriff des &#8222;Klassenwiderspruchs&#8220; ist grunds&#228;tzlich mit der maoistischen Tradition verbunden. Einige verteidigten seine Marxsche Druckerlaubnis, indem sie auf eine Passage in der Penguin-&#220;bersetzung der Grundrisse verwiesen, wo Marx sich auf eine &#8222;contradiction of capital and wage labour&#8220; (MECW 29, S. 90, &#220;bersetzung von Nicholaus) bezieht. Doch der deutsche Begriff ist Gegensatz, nicht Widerspruch. Der Widerspruch zwischen &#8222;Kapital und Arbeit&#8220; oder &#8222;Kapitalisten und Arbeitern&#8220; wird im Werk von Marx nirgends erw&#228;hnt.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Marx, Kapital, Bd. 1, MEW Bd. 23, S. 659. Zum logischen Charakter des Widerspruchs bei Marx und Hegel siehe Richard Gunn, &#8222;Marxism and Contradiction&#8220;, Common Sense 15, 1994.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Alberto Toscano, &#8222;Now and Never&#8220; in: Noys, Communization and its Discontents, S. 98.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Alberto Toscano, &#8222;Logistics and Opposition&#8220;, Mute 3:2, Januar 2012.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Toscano, &#8222;Now and Never&#8220;, S. 87.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 99.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Toscano bezeichnet unsere Perspektive als abstrakt (in ihrer &#8222;Kompromisslosigkeit&#8220; und ihrer Sorge um &#8222;theoretische Reinheit&#8220;), doch es ist Toscano, der die Frage der Revolution auf eine abstrakte Art und Weise stellt, indem er suggeriert, dass eine L&#246;sung f&#252;r strategische Probleme abstrakt von der konkreten Art und Weise, wie diese Probleme im Verlauf der aktuellen K&#228;mpfe auftreten, gefunden werden k&#246;nnte.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Endnotes - Bringt eure Toten raus</title>
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&lt;p&gt;&#8222;Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden. [&#8230;] Die soziale Revolution des neunzehnten Jahrhunderts kann ihre Poesie nicht aus der Vergangenheit sch&#246;pfen, sondern nur aus der Zukunft. Sie kann nicht mit sich selbst beginnen, bevor sie allen Aberglauben an die Vergangenheit abgestreift hat. Die fr&#252;heren Revolutionen bedurften der weltgeschichtlichen R&#252;ckerinnerungen, um &#252;ber ihren eigenen Inhalt zu bet&#228;uben. Die Revolution des neunzehnten (&#8230;)&lt;/p&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/logo/yokai_large-4.png?1689543692' class='spip_logo spip_logo_right' width='101' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&#8222;Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden. [&#8230;] Die soziale Revolution des neunzehnten Jahrhunderts kann ihre Poesie nicht aus der Vergangenheit sch&#246;pfen, sondern nur aus der Zukunft. Sie kann nicht mit sich selbst beginnen, bevor sie allen Aberglauben an die Vergangenheit abgestreift hat. Die fr&#252;heren Revolutionen bedurften der weltgeschichtlichen R&#252;ckerinnerungen, um &#252;ber ihren eigenen Inhalt zu bet&#228;uben. Die Revolution des neunzehnten Jahrhunderts muss die Toten ihre Toten begraben lassen, um bei ihrem eignen Inhalt anzukommen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx, Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte, 1852, (MEW 8), Kap. 1.&#034; id=&#034;nh4-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn es wahr war als Marx diese Passage schrieb, als man von Kommunismus nur im Futur sprechen konnte, so ist es heute umso wahrer, jetzt, wo Anarchisten und Kommunisten von ihren eigenen &#8222;Geschichten&#8220; sprechen k&#246;nnen und in der Tat selten von etwas anderem sprechen. Der Marxismus selbst ist nun eine Tradition toter Generationen und sogar die heutigen Situationisten scheinen Schwierigkeiten zu haben, &#8222;das zwanzigste Jahrhundert zu verlassen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Die S.I. jetzt&#8220; (SI Nr. 9, 1964).&#034; id=&#034;nh4-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir schreiben dies nicht aufgrund irgendeiner Vernarrtheit in die Gegenwart oder irgendeinem daraus resultierendem Drang, kommunistische Theorie zu &#8222;aktualisieren&#8220;. Das einundzwanzigste Jahrhundert &#8211; genau wie das vorhergehende &#8211; ist gepr&#228;gt vom Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital, der Trennung zwischen Arbeit und &#8222;Leben&#8220; und der Herrschaft der abstrakten Wertform &#252;ber alles. Somit ist es genauso wert, verlassen zu werden, wie das vorhergehende. Das &#8222;zwanzigste Jahrhundert&#8220;, welches den Situationisten vertraut war, seine Konturen der Klassenverh&#228;ltnisse, seine Zeitlichkeit des Fortschritts und seine postkapitalistischen Horizonte sind jedoch offensichtlich hinter uns. Theorien der Neuheit langweilen uns &#8211; Postmodernismus, Postfordismus und jedes neue Produkt der Akademie &#8211; nicht so sehr, weil sie es nicht schaffen, eine wesentliche Kontinuit&#228;t zu erfassen, sondern weil die kapitalistische Restrukturierung der 1970er und 1980er Jahre &lt;i&gt;nicht mehr neu ist&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In dieser ersten Ausgabe von &lt;i&gt;Endnotes&lt;/i&gt; haben wir eine Serie von Texten zusammengetragen (im wesentlichen ein Austausch zwischen zwei kommunistischen Gruppen in Frankreich), welche alle die Geschichte der Revolutionen im zwanzigsten Jahrhundert betreffen. Die Texte zeigen eindeutig, dass die Geschichte dieser Revolutionen eine Geschichte des Scheiterns ist, entweder, weil sie von der kapitalistischen Konterrevolution niedergeschlagen wurden, oder, weil ihre &#8222;Siege&#8220; selbst die Form der Konterrevolution annahmen &#8211; indem sie gesellschaftliche Systeme aufbauten, welche es, aufgrund ihrer Zuversicht in Handel mit Geld und Lohnarbeit, nicht schafften, den Kapitalismus zu &#252;berwinden. Letzteres war jedoch nicht einfach ein &#8222;Verrat&#8220;; genau wie ersteres nicht das Resultat von &#8222;strategischen Fehlern&#8220; oder fehlenden &#8222;historischen Bedingungen&#8220; war. Wenn wir uns mit der Frage dieses Scheiterns befassen, k&#246;nnen wir nicht auf den Tatsachen widersprechende &#8222;was, wenn&#8220; zur&#252;ckgreifen &#8211; indem wir alles andere (Anf&#252;hrer, Organisationsform, falsche Ideen, unreife Bedingungen) als die Bewegungen selbst in ihrem bestimmten Inhalt f&#252;r die Niederlage der revolution&#228;ren Bewegungen verantwortlich machen. Es ist das Wesen dieses Inhalts, welches im folgenden Austausch diskutiert wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch die Ver&#246;ffentlichung solch &#8222;historischer&#8220; Texte versuchen wir nicht, ein Interesse f&#252;r Geschichte per se zu ermutigen und auch nicht, dem Interesse f&#252;r die Geschichte der Revolutionen oder der Arbeiterbewegung neues Leben einzuhauchen. Wir hoffen, dass die Besch&#228;ftigung mit dem Inhalt der K&#228;mpfe des letzten Jahrhunderts dazu beitr&#228;gt, die Illusion zu untergraben, dass es irgendwie &#8222;unsere&#8220; Vergangenheit sei, etwas, das gesch&#252;tzt oder bewahrt werden sollte. Marxens Maxime erinnert uns an die Notwendigkeit, das tote Gewicht der Tradition abzuwerfen. Wir w&#252;rden so weit gehen, zu sagen, dass wir, mit Ausnahme der Anerkennung des historischen Bruchs, welcher uns von ihnen trennt, nichts aus dem Scheitern vergangener Revolutionen zu lernen haben &#8211; und sie auch nicht wiederholen m&#252;ssen, um ihre &#8222;Fehler&#8220; zu entdecken oder ihre &#8222;Wahrheiten&#8220; herauszudestillieren &#8211; es w&#228;re sowieso unm&#246;glich, sie zu wiederholen. Indem wir eine Bilanz dieser Geschichte erstellen, sie als beendet voraussetzen, ziehen wir eine Linie, welche die K&#228;mpfe unserer Zeit in den Vordergrund stellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die zwei Beteiligten des Austauschs, den wir ver&#246;ffentlichen, &lt;i&gt;Troploin&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Th&#233;orie Communiste&lt;/i&gt;, sind beide aus einer Tendenz Anfang der 1970er Jahre entstanden, welche sich, auf der Grundlage der neuen Eigenschaften des Klassenkampfes, die historische Ultralinke sowohl in ihrer deutsch-holl&#228;ndischen (r&#228;tekommunistischen) als auch in ihrer italienischen (bordigistischen) Spielart und auch das j&#252;ngere Werk der Situationistischen Internationalen und &lt;i&gt;Socialisme ou Barbarie&lt;/i&gt; kritisch angeeignet hat. Bevor wir in die Texte selbst einf&#252;hren, m&#252;ssen wir also in den gemeinsamen Hintergrund einf&#252;hren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von der Verweigerung der Arbeit zur &#8222;Kommunisierung&#8220;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Guy Debord 1954 &#8222;arbeitet niemals&#8220; auf die Bankwand im linken Durchgang schrieb, war die von Rimbaud kommende Parole&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Arbeiten? Nie und nimmer, o rasende Feuersflut!&#8220;, Arthur Rimbaud, Qu'est-ce (&#8230;)&#034; id=&#034;nh4-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; immer noch stark dem Surrealismus und dessen avantgardistischen Nachkommen verpflichtet. Das heisst, sie evozierte zumindest teilweise eine romantisierte Sichtweise der Boh&#232;me Ende des neunzehnten Jahrhunderts &#8211; eine Welt deklassierter K&#252;nstler und Intellektueller, welche gefangen waren zwischen den traditionellen Beziehungen des M&#228;zenatentums und dem neuen Kulturmarkt, in welchem sie gezwungen waren, ihre Waren zu verkaufen. Die negative Haltung der Boh&#232;me gegen&#252;ber der Arbeit war sowohl eine Revolte gegen diese polarisierte Bedingung als auch ein Ausdruck davon: Als Gefangene zwischen einer aristokratischen Verachtung f&#252;r das &#8222;Professionelle&#8220; und einem kleinb&#252;rgerlichen Ressentiment gegen&#252;ber allen anderen gesellschaftlichen Klassen betrachteten sie immer mehr alle Arbeit, auch ihre eigene, als entwertet. Die Surrealisten gaben dieser Verweigerungshaltung einen politischen Charakter, welcher die nihilistischen Gesten von Rimbaud, Lautr&#233;amont und der Dadaisten in einen revolution&#228;ren Aufruf f&#252;r einen &#8222;Krieg gegen die Arbeit&#8220; verwandelte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;La R&#233;volution Surr&#233;aliste Nr. 4 (1925). In der Praxis war die Verweigerung (&#8230;)&#034; id=&#034;nh4-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. F&#252;r die Surrealisten war allerdings, genau wie f&#252;r einige andere unorthodoxe Revolution&#228;re (z.B. f&#252;r Lafargue, Elemente der IWW und auch den jungen Marx), die &#220;berwindung der Arbeit auf einen utopischen Horizont auf der anderen Seite der Revolution hinausgeschoben, in ihrer Unmittelbarkeit wurde sie durch das sozialistische Programm als &lt;i&gt;Befreiung&lt;/i&gt; der Arbeit definiert &#8211; als Sieg der Arbeiterbewegung und Erhebung der Arbeiterklasse zur neuen herrschenden Klasse. Das Ziel der &#220;berwindung der Arbeit sollte also paradoxerweise erreicht werden, indem zuerst alle Grenzen der Arbeit entfernt werden (z.B. der Kapitalist als Parasit der Arbeit, die Produktionsverh&#228;ltnisse als Fessel der Produktion) &#8211; womit die Bedingung der Arbeit auf alle ausgedehnt (&#8222;jene, welche nicht arbeiten, sollen nichts essen&#8220;) und die Arbeit durch ihren gerechten Anteil am produzierten Wert belohnt w&#252;rde (durch verschiedene Modelle der Buchhaltung der Arbeit).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser scheinbare Widerspruch zwischen Mittel und Zweck, welcher sich in den schwierigen Beziehungen der Surrealisten zur franz&#246;sischen kommunistischen Partei zeigte, war typisch f&#252;r revolution&#228;re Theorien w&#228;hrend der aufsteigenden Periode der Arbeiterbewegung. Von den Anarchosyndikalisten bis zu den Stalinisten setzte ein grosser Teil dieser Bewegung ihre Hoffnung, den Kapitalismus und die Klassengesellschaft allgemein zu &#252;berwinden, in die steigende Macht der Arbeiterklasse innerhalb des Kapitalismus. Ab einem gewissen Punkt erwartete man, dass diese Arbeitermacht sich der Produktionsmittel bem&#228;chtigt und in eine &#8222;&#220;bergangsphase&#8220; zum Kommunismus oder der Anarchie aufbricht, eine Periode, w&#228;hrend welcher die Situation der Arbeiterklasse nicht &#252;berwunden, sondern verallgemeinert w&#252;rde. Somit koexistierte der finale Zweck der Beseitigung der Klassengesellschaft mit einer ganzen Palette revolution&#228;rer Mittel, welche ihren Fortbestand voraussetzten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Situationistische Internationale (SI) war die Erbin des surrealistischen Gegensatzes zwischen konkreten politischen Mitteln der Befreiung der Arbeit und des utopischen Endes ihrer &#220;berwindung. Ihre prinzipielle Errungenschaft war die Tatsache, ihn von einem durch das sozialistische Programm des &#220;bergangs vermitteltem &#228;usseren Widerspruch hin zu einem inneren Widerspruch zu verschieben, der ihre Konzeption der revolution&#228;ren T&#228;tigkeit antrieb. Letztere bedeutete, die Befreiung der Arbeit radikal zu &#252;berdenken, entlang von Linien, welche die Betonung auf die Verweigerung jeglicher Trennung zwischen revolution&#228;rer T&#228;tigkeit und der totalen Ver&#228;nderung des Lebens legten &#8211; eine Idee, die implizit in ihrem urspr&#252;nglichen Projekt der &#8222;Kreation von Situationen&#8220; ausgedr&#252;ckt wird. Die Wichtigkeit dieser Entwicklung sollte nicht untersch&#228;tzt werden, denn die &#8222;Kritik der Trennung&#8220; implizierte eine Negation jeglicher zeitlichen L&#252;cke zwischen Mitteln und Zwecken (und somit jeglicher &#220;bergangsphase) und auch eine Verweigerung jeglicher synchronen Vermittlung &#8211; sie bestanden auf eine universelle (direktdemokratische) Beteiligung an der revolution&#228;ren T&#228;tigkeit. Trotz dieser F&#228;higkeit, den Raum und die Zeit der Revolution neu zu denken, bestand die Erhabenheit des Widerspruchs der SI zwischen Befreiung und &#220;berwindung der Arbeit letztendlich im Kollaps ihrer zwei Pole in den jeweils anderen, in einer unmittelbaren widerspr&#252;chlichen Einheit, welche den Widerspruch zwischen Mittel und Zweck in einen zwischen &lt;i&gt;Form&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Inhalt&lt;/i&gt; verschob.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach ihrer Begegnung mit der neor&#228;tekommunistischen Gruppe &lt;i&gt;Socialisme ou Barbarie&lt;/i&gt; Anfang der 1960er Jahre &#252;bernahm die SI vorbehaltlos das revolution&#228;re Programm des R&#228;tekommunismus und pries den Rat &#8211; den Apparat, mittels welchem die Arbeiter ihre eigene Produktion selbst verwalten und zusammen mit anderen R&#228;ten die Gesamtheit der gesellschaftlichen Macht ergreifen w&#252;rden &#8211; als die &#8222;endlich vollendete Form&#8220; der proletarischen Revolution. Von diesem Moment an war alles Potenzial und alle Grenzen der SI in der Spannung zwischen ihrem Aufruf &#8222;die Arbeit zu &#252;berwinden&#8220; und ihrer zentralen Parole &#8222;alle Macht den Arbeiterr&#228;ten&#8220; enthalten. Einerseits war der &lt;i&gt;Inhalt&lt;/i&gt; der Revolution eine radikale Infragestellung der Arbeit selbst (und nicht nur ihrer Organisation) mit dem Ziel, die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit zu &#252;berwinden; andererseits jedoch war die &lt;i&gt;Form&lt;/i&gt; der Revolution die &#220;bernahme ihrer Arbeitsorte durch die Arbeiter und ihre demokratische Verwaltung&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die Situationisten waren sich des Kritikpotenzials bewusst und versuchten, (&#8230;)&#034; id=&#034;nh4-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was die SI daran hinderte, den Widerspruch zu &#252;berwinden, war die Tatsache, dass die Polarit&#228;ten von Inhalt und Form beide ihre Wurzel in der Affirmation der Arbeiterbewegung und der Befreiung der Arbeit hatten. Obwohl die SI sich vom jungen Marx (und den soziologischen Untersuchungen von &lt;i&gt;Socialisme ou Barbarie&lt;/i&gt;) die Besch&#228;ftigung mit der Entfremdung der Arbeit aneignete, betrachtete sie dennoch diese Kritik als m&#246;glich gemacht durch den technologischen Wohlstand des modernen Kapitalismus (die &#8222;Freizeit-Gesellschaft&#8220; als Potenzial der Automatisierung) und durch die Bataillons der Arbeiterbewegung, welche sowohl f&#228;hig waren, diese technischen Fortschritte umzunutzen (in ihren allt&#228;glichen K&#228;mpfen), als auch sich anzueignen (durch ihre revolution&#228;ren R&#228;te). Sie sahen also die &#220;berwindung der Arbeit als erm&#246;glicht auf der Grundlage bestehender Arbeitermacht in den Knotenpunkten der Produktion, sowohl von einem technischen als auch organisatorischen Standpunkt aus. Indem sie die Techniken der Kybernetiker und die Gesten der anti-k&#252;nstlerischen Boh&#233;miens in die zuverl&#228;ssigen, schwieligen H&#228;nde der organisierten Arbeiterklasse legten, waren die Situationisten f&#228;hig, die &#220;berwindung der Arbeit als &lt;i&gt;direktes&lt;/i&gt; Resultat ihrer Befreiung zu denken; d.h., sich die &#220;berwindung der Entfremdung als Resultat einer unmittelbaren technisch-kreativen Restrukturierung des Arbeitsplatzes durch die Arbeiter selbst vorzustellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Sinne repr&#228;sentiert die Theorie der SI die letzte Geste des Vertrauens in die revolution&#228;re Konzeption der Selbstverwaltung als integraler Teil des Programms der Befreiung der Arbeit. Doch ihre Kritik der Arbeit wird sp&#228;ter &#252;bernommen und ver&#228;ndert von jenen, welche versuchten die neuen K&#228;mpfe zu theoretisieren, welche aufkamen, als das Programm in den 1970er Jahren in eine unumkehrbare Krise kam. Letztere verstehen diese Kritik nicht im Sinne einer Affirmation der Arbeiterbewegung, sondern im Sinne der neuen Formen der K&#228;mpfe, welche mit ihrer Aufl&#246;sung zusammenfielen. Allerdings wurde der Versuch, den zentralen Widerspruch der SI zu &#252;berwinden, in den Texten von &lt;i&gt;Invariance&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;La Vieille Taupe&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Mouvement Communiste&lt;/i&gt; und anderen zuerst als Kritik des &#8222;Formalismus&#8220; ausgedr&#252;ckt, als Kritik der Tatsache, in der Ideologie des R&#228;tekommunismus die Form dem Inhalt vorzuziehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Kritik des R&#228;tekommunismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Entgegen den Instruktionen der SI rissen die an den Massenstreiks im Mai 68 beteiligten Arbeiter in Frankreich die Produktionsmittel nicht an sich, bildeten keine R&#228;te und versuchten auch nicht, die Fabriken unter Arbeiterkontrolle laufen zu lassen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die SI macht sp&#228;ter das Ausmass ihrer Selbstt&#228;uschung deutlich, indem sie im (&#8230;)&#034; id=&#034;nh4-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In den allermeisten besetzten Arbeitspl&#228;tzen waren die Arbeiter gl&#252;cklich, die gesamte Organisation den Gewerkschaftsdelegierten zu &#252;berlassen und diese hatten oft M&#252;he, die Arbeiter zu &#252;berzeugen, w&#228;hrend den Besetzungsversammlungen zu erscheinen, um &#252;ber die Fortsetzung des Streiks abzustimmen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bruno Astarian, Les gr&#232;ves en France en mai-juin 1968, (Echanges et (&#8230;)&#034; id=&#034;nh4-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In den wichtigsten Klassenk&#228;mpfen in den Jahren danach, vor allem in jenen Italiens, war die Form des Rates, der Inbegriff proletarischen Radikalismus im vorhergehenden Zyklus (Deutschland 1919, Italien 1921, Spanien 1936, Ungarn 1956), abwesend. Allerdings erlebte paradoxerweise die Ideologie des R&#228;tekommunismus in diesen Jahren einen Aufschwung, da die Wahrnehmung einer zunehmend widerspenstigen Arbeiterklasse und die abnehmende Vitalit&#228;t der alten Organisationen anzudeuten schien, dass das einzige, was fehlte, die f&#252;r spontane und nicht-hierarchische K&#228;mpfe angemessenste Form war. In diesem Kontext schafften es Gruppen wie Information Correspondance Ouvri&#232;re (ICO) in Frankreich, Solidarity in England, Root and Branch in den USA teilweise die Str&#246;mung der &lt;i&gt;operaisti&lt;/i&gt; in Italien, ein neues Interesse f&#252;r die deutsch-holl&#228;ndische Linke hervorzurufen, indem sie mit dem Finger auf die alten Feinde des R&#228;tekommunismus zeigten &#8211; alle linken Parteien und Gewerkschaften, alle &#8222;B&#252;rokraten&#8220; in der Sprache der SI &#8211; als Verantwortliche des Scheiterns jeder neuen Auflehnung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es konnte nicht lange dauern, bis diese Perspektive hinterfragt wurde, und diese Hinterfragung nahm zuerst die Form der Wiederbelebung der &lt;i&gt;anderen&lt;/i&gt; linkskommunistischen Tradition an. Unter der intellektuellen F&#252;hrung von Amadeo Bordiga kritisierte die italienische Linke den R&#228;tekommunismus lange Zeit (jenen R&#228;tekommunismus, welcher in &#8222;Der 'Linke Radikalismus', die Kinderkrankheit im Kommunismus&#8220; mit der italienischen Linken in einen Topf geworfen wurde), weil er Form vor Inhalt stellte und auch wegen seiner unkritischen Konzeption der Demokratie&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Z.B.: &#8222;Wenn diese Suche nach dem l&#228;cherlichen &#187;Inhalt&#171; sich aber auf die (&#8230;)&#034; id=&#034;nh4-8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es ist diese Position, gefiltert durch den Einfluss der dissidenten bordigistischen Zeitschrift &lt;i&gt;Invariance&lt;/i&gt;, welche Gilles Dauv&#233;s Kritik des R&#228;tekommunismus in &#8222;Leninismus und die Ultralinke&#8220; zugrundeliegt, einer der grundlegenden Texte der Tendenz, die wir beschreiben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Erstmals auf Englisch ver&#246;ffentlicht in Eclipse and Re-Emergence of the (&#8230;)&#034; id=&#034;nh4-9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Dauv&#233; wirft dem R&#228;tekommunismus in zweierlei Hinsicht Formalismus vor: Sein Ansatz der Frage der Organisation betrachtet die Form der Organisation als entscheidenden Faktor (ein &#8222;umgekehrter Leninismus&#8220;) und seine Konzeption der postrevolution&#228;ren Gesellschaft verwandelt die Form (die R&#228;te) in den Inhalt des Sozialismus, indem dieser vor allem als Frage der Verwaltung dargestellt wird. F&#252;r Dauv&#233;, genau wir f&#252;r Bordiga, war dies eine falsche Frage, denn der Kapitalismus ist nicht eine Verwaltungs- sondern eine Produktionsweise, in welcher &#8222;Verantwortungstr&#228;ger&#8220; jeglicher Art (Kapitalisten, B&#252;rokraten oder gar Arbeiter) lediglich die Funktion&#228;re sind, durch welche sich das Wertgesetz artikuliert. Wie es sp&#228;ter auch Pierre Nashua (&lt;i&gt;La Vieille Taupe&lt;/i&gt;) und Carsten Juhl (&lt;i&gt;Invariance&lt;/i&gt;) bemerkten, ersetzt eine solche Besch&#228;ftigung mit der Form statt mit dem Inhalt tats&#228;chlich das kommunistische Ziel der Zerst&#246;rung der Wirtschaft mit einer blossen Opposition gegen ihre Verwaltung durch die Bourgeoisie&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pierre Nashua (Pierre Guillaume), Perspektiven zu R&#228;ten, Arbeiterverwaltung (&#8230;)&#034; id=&#034;nh4-10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die wiederbelebte Kritik der Arbeit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kritik des R&#228;tekommunismus konnte nur dazu f&#252;hren, die anerkannten Thesen der italienischen Linken neu zu formulieren, entweder durch eine immanente Kritik (wie &lt;i&gt;Invariance&lt;/i&gt;) oder durch die Entwicklung einer Art italo-deutschen Mischform (wie &lt;i&gt;Mouvement Communiste&lt;/i&gt;). Was den Anstoss f&#252;r eine neue Konzeption der Revolution und des Kommunismus (als &lt;i&gt;Kommunisierung&lt;/i&gt;) gab, war nicht einfach ein Verst&#228;ndnis des Inhalts des Kommunismus, abgeleitet von einer gr&#252;ndlichen Lekt&#252;re von Marx und Bordiga, sondern auch der Einfluss einer ganzen Welle von Klassenk&#228;mpfen Ende der 1960er Jahre und Anfang der 1970er Jahre, welche &#8222;der Verweigerung der Arbeit&#8220; als besonderen Inhalt der Revolution einen neuen Sinn gaben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ende der 1970er Jahre begannen die Journalisten und die Soziologen von einer &#8222;Revolte gegen die Arbeit&#8220; zu sprechen, welche eine ganze neue Generation von Arbeitern in den traditionellen Industrien heimsuchte und schnell zu mehr Abwesenheit und Sabotage f&#252;hrte, genau wie zu einer weit verbreiteten Missachtung der Autorit&#228;t der Gewerkschaft. Kommentatoren machten verschiedene Ursachen daf&#252;r aus: das durch die Automatisierung ausgel&#246;ste Gef&#252;hl der &#220;berfl&#252;ssigkeit und Unsicherheit; die wachsende Kampfbereitschaft traditionell unterdr&#252;ckter Minderheiten; der Einfluss einer anti-autorit&#228;ren Gegenkultur; die Kraft und Bedeutung des Anspruchs, welcher durch den Nachkriegsboom und seinem hart erk&#228;mpften &#8222;sozialen Lohn&#8220; erm&#246;glicht worden ist. Was auch immer der Grund f&#252;r diese Entwicklungen sein mag, was die neuen K&#228;mpfe zu charakterisieren schien, war ein Zusammenbruch der traditionellen Formen, durch welche die Arbeiter versuchten, die Kontrolle &#252;ber den Arbeitsprozess zu gewinnen, nur der Ausdruck eines offenkundigen Wunsches, weniger zu arbeiten, ist &#252;brig geblieben. F&#252;r viele, welche von der SI beeinflusst worden sind, war dieser neue proletarische &#8222;Angriff&#8220; durch eine &#8222;Verweigerung der Arbeit&#8220; charakterisiert, welche sich auf die techno-utopischen und boh&#233;mien-k&#252;nstlerischen Elemente st&#252;tzte, welche die SI nie loswerden konnte. Gruppen wie &lt;i&gt;N&#233;gation&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Intervention Communiste&lt;/i&gt; vertraten die Auffassung, dass nicht nur die Macht der Gewerkschaft durch diese K&#228;mpfe untergraben worden ist, sondern das gesamte marxistische und anarchistische Programm der Befreiung der Arbeit und des Sieges der &#8222;Arbeitermacht&#8220;. Weit davon entfernt, ihre Arbeit zu befreien, sie unter eigene Kontrolle zu bringen und sie zu benutzen, um die Kontrolle der Gesellschaft durch die Selbstverwaltung des Arbeitsplatzes anzustreben, nahm die &#8222;Kritik der Arbeit&#8220; im franz&#246;sischen Mai 68 und im &#8222;schleichenden Mai&#8220; in Italien die Form von Hunderttausenden von von ihren Arbeitspl&#228;tzen desertierenden Arbeitern an. Statt als Anzeichen, dass die K&#228;mpfe nicht weit genug gegangen sind, wurde die Abwesenheit der Arbeiterr&#228;te w&#228;hrend dieser Periode somit als Ausdruck eines Bruchs mit dem verstanden, was sp&#228;ter als &#8222;alte Arbeiterbewegung&#8220; bekannt wurde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Konzept der Kommunisierung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gerade weil sie bez&#252;glich der obengenannten Verbreitung der Kritik des R&#228;tekommunismus einflussreich war, war die dissidente bordigistische Zeitschrift &lt;i&gt;Invariance&lt;/i&gt; ein wichtiger Wegbereiter der kritischen Reflexion &#252;ber die Geschichte und die Funktion der Arbeiterbewegung. F&#252;r &lt;i&gt;Invariance&lt;/i&gt; war die alte Arbeiterbewegung integraler Bestandteil der Entwicklung des Kapitalismus von einer lediglich &#8222;formellen&#8220; zu einer &#8222;reellen Herrschaft&#8220;. Das Scheitern der Arbeiter war notwendig, weil es das Kapital war, welches ihr organisierendes Prinzip konstituierte:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die Beispiele der deutschen und allen voran der russischen Revolution zeigen, dass das Proletariat absolut f&#228;hig war, die gesellschaftliche Ordnung zu zerst&#246;ren, welche ein Hindernis f&#252;r die Entwicklung der Produktivkr&#228;fte und somit f&#252;r die Entwicklung des Kapitals darstellte, doch als das Thema der Herstellung einer anderen Gemeinschaft aktuell wurde, blieb es gefangen in der Logik der Rationalit&#228;t der Entwicklung ebendieser Produktivkr&#228;fte und beschr&#228;nkte sich darauf, sie zu verwalten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jacques Camatte, &#8222;Proletariat und Revolution&#8220; (Invariance, Serie II, Nr. 6, (&#8230;)&#034; id=&#034;nh4-11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Somit wurde eine Frage, welche f&#252;r Bordiga eine Frage theoretischer und organisatorischer Fehler war, f&#252;r Camatte zu einer Frage der Definition der historischen Funktion der Arbeiterbewegung innerhalb des Kapitalismus. Die Selbstbefreiung der Arbeiterklasse bedeutete bloss die Entwicklung der Produktivkr&#228;fte, denn die prinzipielle Produktivkraft war die Arbeiterklasse selbst. Man brauchte Camatte nicht in die Wildnis zu folgen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Camatte wird sp&#228;ter, insbesondere durch seinen Einfluss auf Fredy Perlman, (&#8230;)&#034; id=&#034;nh4-12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, um mit dieser Einsch&#228;tzung einverstanden zu sein. Alles in allem war es in den 1970er Jahren klar, dass die Arbeiterbewegung, zumindest am Anfang, im Osten ein integraler Bestandteil der beispiellosen Steigerung der produktiven Kapazit&#228;t der sozialistischen Staaten war; w&#228;hrend im Westen die Arbeiterk&#228;mpfe f&#252;r bessere Bedingungen eine Schl&#252;sselrolle in der Erm&#246;glichung des Nachkriegsbooms und der daraus resultierenden globalen Expansion der kapitalistischen Produktionsweise spielten. Doch f&#252;r viele zeigte die Krise der Institutionen der Arbeiterbewegung in den 1970er Jahren, dass diese rein kapitalistische Funktion selbst in eine Krise geriet und dass die Arbeiter nun f&#228;hig w&#228;ren, die B&#252;rde der Geschichte loszuwerden. F&#252;r &lt;i&gt;Mouvement Communiste&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;N&#233;gation&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Intervention Communiste&lt;/i&gt; und andere war der Zusammenbruch der alten Arbeiterbewegung etwas, das gefeiert werden musste, nicht weil die korrupte F&#252;hrungsspitze der Arbeiterorganisationen nicht mehr f&#228;hig sein w&#252;rde, die Autonomie der Massen einzud&#228;mmen, sondern, weil eine solche Ver&#228;nderung eine Transzendenz der historischen Funktion der Arbeiterbewegung bedeutete, eine Transzendenz, welche ein Zeichen war f&#252;r das Wiederaufkommen der &lt;i&gt;kommunistischen Bewegung&lt;/i&gt;, die &#8222;wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Marx &amp; Engels, Die deutsche Ideologie, 1846, S. 35.&#034; id=&#034;nh4-13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Und sie tat es in einem unmittelbaren Sinn, denn die Aufst&#228;nde und wilden Streiks dieser Dekade wurden von diesen Autoren als totale Verweigerung aller Vermittlungen der Arbeiterbewegung interpretiert, nicht f&#252;r eine Art &#8222;demokratischere&#8220; Vermittlung wie die Arbeiterr&#228;te, sondern dahingehend, dass die unmittelbare Hervorbringung kommunistischer Beziehungen als einziger revolution&#228;rer Horizont verstanden wurde. Wenn also zuvor der Kommunismus als etwas betrachtet wurde, das &lt;i&gt;nach&lt;/i&gt; der Revolution aufgebaut werden musste, wurde die Revolution nun als nicht anderes als die Hervorbringung des Kommunismus (&#220;berwindung der Lohnarbeit und des Staates) betrachtet. Die &#220;bergangsphase ist &#252;ber Bord geworfen worden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die Idee der &#8222;&#220;bergangsphase&#8220;, welche man insbesondere in den politischen (&#8230;)&#034; id=&#034;nh4-14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einem k&#252;rzlich erschienenen Text fasst Dauv&#233; diese Einsch&#228;tzung der alten Arbeiterbewegung zusammen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die Arbeiterbewegung, welche 1900 oder immer noch 1936 existierte, wurde weder von der faschistischen Repression zerrieben, noch mit Radios und K&#252;hlschr&#228;nken gekauft: Sie zerst&#246;rte sich selbst als Kraft des Wandels, weil sie zum Ziel hatte, die proletarische Bedingung zu erhalten, nicht sie zu &#252;berwinden. [&#8230;] Der Zweck der alten Arbeiterbewegung war es, die &lt;i&gt;gleiche&lt;/i&gt; Welt zu &#252;bernehmen und sie anders zu verwalten: die Faulenzer zum Arbeiten zu bringen, die Produktion zu entwickeln, Arbeiterdemokratie einzuf&#252;hren (zumindest im Prinzip). Nur eine kleine Minderheit, sowohl &#8222;anarchistisch&#8220; als &#8222;marxistisch&#8220;, sagte stets, dass eine andere Gesellschaft gleichbedeutend mit der Zerst&#246;rung des Staates, der Ware und der Lohnarbeit ist, obwohl sie dies selten als einen Prozess definierte, eher als Programm, dass &lt;i&gt;nach&lt;/i&gt; der Machtergreifung umgesetzt werden muss...&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Dauv&#233;, &#8222;Out of the Future&#8220;,1997.&#034; id=&#034;nh4-15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gegen einen solchen programmatischen Ansatz verteidigten Gruppen wie &lt;i&gt;Mouvement Communiste&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;N&#233;gation&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;La Guerre Sociale&lt;/i&gt; eine Konzeption der Revolution als unmittelbare Zerst&#246;rung der kapitalistischen Produktionsverh&#228;ltnisse oder als &#8222;Kommunisierung&#8220;. Wie wir sehen werden, war das Verst&#228;ndnis der Kommunisierung zwischen den verschiedenen Gruppen unterschiedlich, doch sie bedeutete im wesentlichen die Anwendung kommunistischer Massnahmen &lt;i&gt;innerhalb&lt;/i&gt; der Revolution &#8211; als Bedingung ihres &#220;berlebens und als Hauptwaffe gegen das Kapital. Jegliche &#8222;&#220;bergangsphase&#8220; wurde als inh&#228;rent konterrevolution&#228;r betrachtet, nicht nur, weil sie zu einer alternativen Machtstruktur f&#252;hren w&#252;rde, welche nicht einfach &#8222;absterben&#8220; w&#252;rde (siehe anarchistische Kritiken der &#8222;Diktatur des Proletariats&#8220;), auch nicht einfach, weil grundlegende Aspekte der Produktionsverh&#228;ltnisse scheinbar nicht angegangen werden, sondern weil die Grundlage selbst der Arbeitermacht, auf welcher ein solcher &#220;bergang basierte, nun als etwas betrachtet wurde, das den K&#228;mpfen grundlegend fremd war. Arbeitermacht war nur die andere Seite der Medaille der Macht des Kapitals, die Macht, Arbeiter als Arbeiter zu reproduzieren; somit war die einzig verf&#252;gbare revolution&#228;re Perspektive die &#220;berwindung dieses gegenseitigen Verh&#228;ltnisses&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Es sollte erw&#228;hnt werden, dass Alfredo Bonnano und andere &#8222;aufst&#228;ndische (&#8230;)&#034; id=&#034;nh4-16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kommunisierung und Kampfzyklen: Troploin und Th&#233;orie Communiste&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Milieu, in welchem die Idee der Kommunisierung auftauchte, war nie besonders homogen und die Spaltungen vertieften sich mit den Jahren. Einige haben letztendlich alles aufgegeben, was von der r&#228;tekommunistischen Ablehnung der Partei &#252;brig geblieben war und sind zum &#252;brig gebliebenen Erbe der italienischen Linken zur&#252;ckgekehrt, sie haben sich rund um atavistische Sekten wie die Internationale Kommunistische Str&#246;mung (IKS) gesammelt. Andere benutzten die Infragestellung der alten Arbeiterbewegung und des Ideals der Arbeiterr&#228;te, um eine Infragestellung des revolution&#228;ren Potenzials der Arbeiterklasse zu fordern. In ihrer extremsten Form, jener der Zeitschrift &lt;i&gt;Invariance&lt;/i&gt;, f&#252;hrte dies zum Aufgeben der &#8222;Theorie des Proletariats&#8220;, um sie mit einem rein normativen Verlangen, diese Welt zu verlassen, zu ersetzen, eine Welt, in welcher die Gemeinschaft des Kapitals durch reelle Herrschaft die menschliche Gemeinschaft verdr&#228;ngt hat. Doch auch unter jenen, welche nicht so weit gingen, gab es ein best&#228;ndiges Gef&#252;hl, dass, solange die K&#228;mpfe an den Arbeitsplatz gebunden blieben, sie sich nur als Verteidigung der Bedingung der Arbeiterklasse ausdr&#252;cken k&#246;nnten. Trotz ihren verschiedenen Ans&#228;tzen kamen &lt;i&gt;Mouvement Communiste&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;La Guerre Sociale&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;N&#233;gation&lt;/i&gt; und ihre Nachfahren zum Schluss, dass die Revolten am Arbeitsplatz in den 1970er Jahren und die Verbreitung der K&#228;mpfe rund um die Reproduktion, mit welcher sie zusammenfielen, in jenem Masse, in welchem sie scheinbar den Zw&#228;ngen der Klassenidentit&#228;t entwischten, die &#8222;Klasse f&#252;r sich&#8220; von der &#8222;Klasse an sich&#8220; befreiten und dadurch das Potenzial der Kommunisierung als Verwirklichung der wahren menschlichen Gemeinschaft erkennen lassen. Einige Leute, welche dieser Tendenz nahe standen (insbesondere Pierre Guillaume und Dominique Blanc), trieben die Kritik des Antifaschismus (welche in gewissem Masse von allen geteilt wurde, welche die These der Kommunisierung verteidigten) so weit, dass sie in die &#8222;Faurisson-Aff&#228;re&#8220; Ende der 1970er Jahre verwickelt wurden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Robert Faurisson ist ein b&#252;rgerlicher Historiker, welcher Mitte der 1970er (&#8230;)&#034; id=&#034;nh4-17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Eine andere Tendenz, welche von &lt;i&gt;Th&#233;orie Communiste&lt;/i&gt; (nachstehend TC) repr&#228;sentiert wird, versuchte, die These der Kommunisierung selbst zu historisieren und betrachtete sie in den Begriffen der Wandel der Klassenverh&#228;ltnisse, welche Teil des Prozesses der Untergrabung der Institutionen der Arbeiterbewegung und der Identit&#228;t der Arbeiterklasse im allgemeinen waren. Sie konzeptualisierten daraufhin diese Ver&#228;nderung als grundlegende Restrukturierung der kapitalistischen Produktionsweise, welche dem Ende eines Kampfzyklus und dem Beginn, durch eine erfolgreiche Konterrevolution, eines neuen Zyklus entsprach. Das charakteristische Merkmal dieses neuen Zyklus ist f&#252;r TC die Tatsache, dass er Tr&#228;ger des Potenzials der Kommunisierung als Grenze des Klassenwiderspruchs ist, welcher sich von nun an auf der Ebene der Reproduktion befindet (siehe das Nachwort f&#252;r eine genauere Erkl&#228;rung der Theorie von TC diesbez&#252;glich)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Andere Gruppen, die in der Tradition dieser (lose definierten) Str&#246;mung der (&#8230;)&#034; id=&#034;nh4-18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend TC ihre Theorie der Restrukturierung Ende der 1970er Jahre entwickelte, folgten andere in den 1980er und 1990er Jahre dem gleichen Weg und die Gruppe &lt;i&gt;Troploin&lt;/i&gt; (die im wesentlichen aus Gilles Dauv&#233; und Karl Nesic besteht) hat vor kurzem in &#8222;Wither the World&#8220; [&#8222;Allm&#228;hlich aus der Welt verschwinden&#8220;] und &#8222;In for a Storm&#8220; [&#8222;Ein Sturm bahnt sich an&#8220;] etwas &#228;hnliches versucht. Der Unterschied zwischen den beiden Konzeptionen ist deutlich, nicht zuletzt, weil letztere scheinbar zumindest teilweise in Opposition zu ersterer entwickelt worden ist. Der Austausch zwischen &lt;i&gt;Th&#233;orie Communiste&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Troploin&lt;/i&gt;, welchen wir hier ver&#246;ffentlichen, fand in den letzten zehn Jahren statt und der Einsch&#228;tzung der revolution&#228;ren Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts, welche man in den Texten findet, liegen verschiedene Konzeptionen der kapitalistischen Restrukturierung und unterschiedliche Interpretationen der gegenw&#228;rtigen Periode zugrunde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der erste Text, &lt;i&gt;When Insurrections Die&lt;/i&gt; [&lt;i&gt;Wenn die Aufst&#228;nde sterben&lt;/i&gt;] basiert auf einer &#228;lteren Einleitung von Gilles Dauv&#233; zu einer Artikelsammlung der italienischen linkskommunistischen Zeitschrift &lt;i&gt;Bilan&lt;/i&gt; [&lt;i&gt;Bilanz&lt;/i&gt;] &#252;ber den spanischen B&#252;rgerkrieg. Dauv&#233; geht es in diesem Text darum, zu zeigen, wie die Welle der proletarischen Revolten in der ersten H&#228;lfte des 20. Jahrhunderts von den Launen des Kriegs und der Ideologie zerschlagen wurde. Auf diese Weise wird auch die Revolution in Russland dem B&#252;rgerkrieg geopfert und durch die Konsolidierung der bolschewistischen Macht zerst&#246;rt; in Italien und Deutschland werden die Arbeiter von den Gewerkschaften und Parteien und durch die L&#252;ge der Demokratie betrogen und in Spanien ist es einmal mehr der Marsch in Richtung Krieg (mit dem Antifaschismus als Marschmusik), welcher das Schicksal des gesamten Zyklus besiegelt, indem die proletarische Revolution in die Falle zweier b&#252;rgerlicher Fronten geriet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dauv&#233; spricht nicht &#252;ber die j&#252;ngeren K&#228;mpfe der 1960er und 1970er Jahre, doch es ist offensichtlich, dass Beurteilungen dieser Periode, in Bezug z.B. auf die Natur der Arbeiterbewegung als ganzes, seine Einsch&#228;tzung bez&#252;glich dessen beeinflusste, was &#8222;fehlte&#8220; in den alten besiegten Wellen der K&#228;mpfe. In ihrer Kritik von &lt;i&gt;Wenn die Aufst&#228;nde sterben&lt;/i&gt; greifen TC das an, was sie als Dauv&#233;s &#8222;normative&#8220; Perspektive betrachten, in welcher wirkliche Revolutionen dem gegen&#252;ber gestellt werden, was sie h&#228;tten sein &lt;i&gt;k&#246;nnen&lt;/i&gt; oder &lt;i&gt;sollen&lt;/i&gt; &#8211; einer nie ganz ausgesprochenen Formel einer wahren kommunistischen Revolution. TC ist im allgemeinen einverstanden mit Dauv&#233;s Konzeption der Revolution (als Kommunisierung), doch kritisiert Dauv&#233; daf&#252;r, sie ahistorisch fr&#252;heren revolution&#228;ren K&#228;mpfen als Mass ihres Erfolgs und ihres Scheiterns aufzuzwingen (und somit das historische Auftauchen der These der Kommunisierung selbst nicht zu ber&#252;cksichtigen). Gem&#228;ss TC folgt daraus, dass die einzige Erkl&#228;rung, welche Dauv&#233; f&#252;r das Scheitern vergangener Revolutionen geben kann, jene letztendlich tautologische ist, dass sie nicht weit genug gegangen seien &#8211; &#8222;die proletarischen Revolutionen scheiterten, weil es die Proletarier nicht schafften, die Revolution zu machen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe weiter unten, S. 207 [der englischen Papierausgabe].&#034; id=&#034;nh4-19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Im Gegensatz dazu behaupten sie, dass ihre eigene Theorie eine robuste Beschreibung des gesamten Zyklus der Revolution, der Konterrevolution und der Restrukturierung geben kann, in welcher gezeigt werden kann, dass die Revolutionen ihre eigenen Konterrevolutionen enthielten als inh&#228;rente Grenze des Zyklus, in welchem sie auftauchten und den sie beendeten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;F&#252;r eine ausf&#252;hrlichere Diskussion &#252;ber die verschiedenen ge&#228;usserten (&#8230;)&#034; id=&#034;nh4-20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den nachfolgenden drei Texten des Austauschs (zwei von &lt;i&gt;Troploin&lt;/i&gt; und einer von TC) werden mehrere Kontroversen untersucht, auch die Rolle des &#8222;Humanismus&#8220; in der Konzeption der Kommunisierung von &lt;i&gt;Troploin&lt;/i&gt; und die Rolle des &#8222;Determinismus&#8220; in jener von TC. Doch f&#252;r uns ist der interessanteste Aspekt dieses Austauschs, der Grund, wieso wir ihn hier ver&#246;ffentlichen, die Tatsache, dass er der offenste Versuch darstellt, dem wir begegnet sind, das Erbe der revolution&#228;ren Bewegungen des 20. Jahrhunderts im Sinne einer Konzeption des Kommunismus weder als Ideal, noch als Programm zu bewerten, sondern als eine Bewegung, welche der Welt des Kapitals immanent ist und kapitalistische gesellschaftliche Verh&#228;ltnisse auf der Basis von schon existierenden Pr&#228;missen aufhebt. Um Fragen zu diesen Pr&#228;missen zu stellen, zur Gegenwart &#8211; unserem Startpunkt &#8211; zur&#252;ckzukehren, versuchen wir, die Bedingungen ihres Auftauchens im laufenden Kampf- und Revolutionszyklus zu analysieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://endnotes.org.uk/articles/8&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb4-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx, &lt;i&gt;Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte&lt;/i&gt;, 1852, (MEW 8), Kap. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Die S.I. jetzt&#8220; (&lt;i&gt;SI&lt;/i&gt; Nr. 9, 1964).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Arbeiten? Nie und nimmer, o rasende Feuersflut!&#8220;, Arthur Rimbaud, &lt;i&gt;Qu'est-ce pour nous, mon c&#339;ur&lt;/i&gt; (1872) in: &lt;i&gt;&#338;uvres compl&#232;tes&lt;/i&gt; (Ren&#233;ville &amp; Mouquet, 1954), S.&#8201;124.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;La R&#233;volution Surr&#233;aliste&lt;/i&gt; Nr. 4 (1925). In der Praxis war die Verweigerung der Arbeit der Surrealisten h&#228;ufig auf K&#252;nstler beschr&#228;nkt, einhergehend mit der Verurteilung des Einflusses der Lohnarbeit auf die Kreativit&#228;t und Forderungen nach &#246;ffentlichen Zuwendungen, um ihre Lebenskosten zu zahlen. Sogar der Text, welcher Breton mit Trotzki schrieb, &lt;i&gt;F&#252;r eine unabh&#228;ngige revolution&#228;re Kunst&lt;/i&gt;, scheint zwischen zwei revolution&#228;ren Regimes zu unterscheiden, eins f&#252;r K&#252;nstler/Intellektuelle und eins f&#252;r die Arbeiter: &#8222;Damit sich die materiellen Produktivkr&#228;fte entwickeln k&#246;nnen und die Revolution ein sozialistisches Regime mit zentralisierter Kontrolle errichten kann, muss zuerst zur Entfaltung des geistigen Schaffens ein anarchistisches Regime individueller Freiheit gesichert werden!&#8220; Somit k&#246;nnte ein Grund, weshalb die Surrealisten den Widerspruch zwischen Befreiung und &#220;berwindung der Arbeit vernachl&#228;ssigten, die Tatsache sein, dass sie erstere als Angelegenheit anderer betrachteten.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die Situationisten waren sich des Kritikpotenzials bewusst und versuchten, davon abzulenken. Im Text &#8222;Vorbemerkungen &#252;ber die R&#228;te und die R&#228;teorganisation&#8220; (&lt;i&gt;SI&lt;/i&gt; Nr. 12, 1969) schreibt Riesel: &#8222;Wie bekannt, neigen wir keineswegs zu irgendeiner Art Proletkult&#8220;, doch beschreibt danach, wie die Arbeiter die &#8222;zentrale Kraft&#8220; innerhalb der R&#228;te und der Revolution bleiben. Dort, wo sie der Infragestellung der Affirmation des Proletariats am n&#228;chsten kommen, in der Theorie der &#8222;generalisierten Selbstverwaltung&#8220;, verlieren sie jegliche Koh&#228;renz &#8211; z.B.: &#8222;Nur das Proletariat, das sich selbst verneint, pr&#228;zisiert das Projekt der generalisierten Selbstverwaltung; da dieses von ihm objektiv und subjektiv getragen wird.&#8220; (Vaneigem, &#8222;Ratschl&#228;ge f&#252;r die Zivilisierten, die generalisierte Selbstverwaltung betreffend&#8220;, ebd.) Wenn das Proletariat das Projekt der Selbstverwaltung &#8222;tr&#228;gt&#8220;, folgt daraus, dass es dieses Projekt negieren muss, wenn es &#8222;sich selbst verneint&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die SI macht sp&#228;ter das Ausmass ihrer Selbstt&#228;uschung deutlich, indem sie im Nachhinein behauptet, die Arbeiter seien &#8222;in vielen Augenblicken objektiv nur eine Stunde [davon] entfernt [gewesen], w&#228;hrend den Mai-Ereignissen R&#228;te aufzubauen&#8220;. &#8222;Der Beginn einer Epoche&#8220; (&lt;i&gt;SI&lt;/i&gt; Nr. 12, 1969).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bruno Astarian, &lt;i&gt;Les gr&#232;ves en France en mai-juin 1968&lt;/i&gt;, (Echanges et Mouvement 2003).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Z.B.: &#8222;Wenn diese Suche nach dem l&#228;cherlichen &#187;Inhalt&#171; sich aber auf die vollst&#228;ndig sozialistische Gesellschaft bezieht, verlieren die Formeln Arbeiterkontrolle und Arbeiterverwaltung in noch weiterem Mass jeglichen Sinn. [&#8230;] Der Inhalt (wenn man dieses metaphysische Wort verwenden will) des Sozialismus wird nicht die Selbstbestimmung des Proletariats, wird nicht die proletarische Kontrolle und Verwaltung sein, sondern das Verschwinden des Proletariats; der Lohnarbeit; des Tauschs und auch des am l&#228;ngsten &#252;berlebenden: des Tausches zwischen Geld und Arbeitskraft; und schliesslich des Betriebs. Es wird nichts zu kontrollieren und verwalten dasein; niemanden, demgegen&#252;ber Selbstbestimmung zu verlangen w&#228;re.&#8220; Amadeo Bordiga, &lt;i&gt;Grundlagen des revolution&#228;ren marxistischen Kommunismus&lt;/i&gt;, 1957.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Erstmals auf Englisch ver&#246;ffentlicht in &lt;i&gt;Eclipse and Re-Emergence of the Communist Movement&lt;/i&gt; (Black and Red, 1974).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pierre Nashua (Pierre Guillaume), &lt;i&gt;Perspektiven zu R&#228;ten, Arbeiterverwaltung und der deutschen Linken&lt;/i&gt; (La Vieille Taupe 1974). Carsten Juhl, &#8222;Die deutsche Revolution und der Geist des Proletariats&#8220; (&lt;i&gt;Invariance&lt;/i&gt;, Serie II, Nr. 5, 1974).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jacques Camatte, &#8222;Proletariat und Revolution&#8220; (&lt;i&gt;Invariance&lt;/i&gt;, Serie II, Nr. 6, 1975).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Camatte wird sp&#228;ter, insbesondere durch seinen Einfluss auf Fredy Perlman, zu einer wichtigen Inspirationsquelle f&#252;r primitivistisches Denken &#8211; siehe &lt;i&gt;This World We Must Leave: and Other Essays&lt;/i&gt; (Autonomedia, 1995).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Marx &amp; Engels, &lt;i&gt;Die deutsche Ideologie&lt;/i&gt;, 1846, S. 35.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die Idee der &#8222;&#220;bergangsphase&#8220;, welche man insbesondere in den politischen Schriften von Marx und Engels findet, wurde von fast jeder Tendenz der Arbeiterbewegung geteilt. W&#228;hrend einer solchen Phase sollten die Arbeiter &#252;ber den politischen (Leninismus) oder den wirtschaftlichen (Syndikalismus) Apparat die Kontrolle erlangen und sie f&#252;r ihre eigenen Interessen verwalten. Dies entsprach einer allgemein geteilten Annahme, dass Arbeiter ihren Arbeitsplatz besser als ihre Bosse verwalten k&#246;nnen und dass somit die &#220;bernahme der Produktion auch gleichbedeutend mit ihrer Entwicklung war (L&#246;sungen f&#252;r Ineffizienz, Unvern&#252;nftigkeiten und Ungerechtigkeiten). Indem die kommunistische Frage (die praktische Frage der Aufhebung der Lohnarbeit, des Tausches und des Staates) auf die Zeit nach dem &#220;bergang verlegt wurde, wurde die Revolution zum Problem, wie man einige &#8222;negative&#8220; Aspekte des Kapitalismus (Ungleichheit, die Tyrannei der Parasitenklasse, die &#8222;Anarchie&#8220; des Marktes, die &#8222;Unvern&#252;nftigkeit unproduktiven&#8220; Strebens...) &#252;berwinden, jedoch gleichzeitig Aspekte kapitalistischer Produktion auf &#8222;vern&#252;nftigere&#8220; und weniger &#8222;ungerechte&#8220; Form (Gleichheit des Lohnes und des Arbeitszwanges, der Anspruch auf den gesamten Wert des fabrizierten Produkts nach Abzug der &#8222;gesellschaftlichen Kosten&#8220;...) erhalten kann.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Dauv&#233;, &#8222;Out of the Future&#8220;,1997.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Es sollte erw&#228;hnt werden, dass Alfredo Bonnano und andere &#8222;aufst&#228;ndische Anarchisten&#8220; unabh&#228;ngig davon auch zu etwas &#228;hnlichem wie der These der Kommunisierung kamen. Doch sie verstanden es als Lektion, die auf jeden Kampf angewendet werden musste. Wie es Debord vom Anarchismus allgemein sagt, &#8222;verl&#228;sst&#8220; eine derart idealistische und normative Methodik &#8222;das historische Terrain&#8220;, indem sie annimmt, alle angemessenen Praktiken seien schon entdeckt (Debord, &lt;i&gt;Gesellschaft des Spektakels&lt;/i&gt;, &#167; 93). Wie eine kaputte Uhr ist ein solcher Anarchismus immer &lt;i&gt;f&#228;hig&lt;/i&gt;, die richtige Zeit anzugeben, doch nur w&#228;hrend einem einzigen Augenblick und wenn dieser endlich da ist, ist es nicht mehr wirklich von Bedeutung, dass er letztendlich Recht hatte.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Robert Faurisson ist ein b&#252;rgerlicher Historiker, welcher Mitte der 1970er Jahre ins Scheinwerferlicht geriet, weil er die Existenz der Gaskammern in Auschwitz bestritt (jedoch nicht den Massenmord der Nazis an Zivilisten). Faurisson kam daf&#252;r vor Gericht. Aus Gr&#252;nden, die wohl nur er selbst wirklich kennt, wurde Pierre Guillaume zu einem prominenten Verteidiger Faurissons und schaffte es, verschiedene Leute aus dem Umfeld von &lt;i&gt;La Vieille Taupe&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;La Guerre Sociale&lt;/i&gt; von seinem Anliegen zu &#252;berzeugen (insbesondere Dominique Blanc). Das f&#252;hrte zu einer internen Polemik in der Pariser Ultralinken, die mehr als ein Jahrzehnt dauerte.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Andere Gruppen, die in der Tradition dieser (lose definierten) Str&#246;mung der 1970er Jahre stehen: &lt;i&gt;La Banquise&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;L'Ins&#233;curit&#233; Sociale&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Brise Glace&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Voyou&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Crise Communiste&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Hic Salta&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;La Mat&#233;rielle&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Temps Critiques&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe weiter unten, S. 207 [der englischen Papierausgabe].&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;F&#252;r eine ausf&#252;hrlichere Diskussion &#252;ber die verschiedenen ge&#228;usserten Einsch&#228;tzungen in diesem Austausch, siehe das Nachwort am Ende dieser Ausgabe.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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