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		<title>Chile: Bericht &#252;ber die proletarische Revolte in Santiago</title>
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		<dc:subject>Chile</dc:subject>

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&lt;p&gt;Der gestrige Tag, 18. Oktober, &#246;ffnete die B&#252;chse der Pandora des proletarischen Aufstands in Chile. Von nun an wissen wir nicht, was passieren wird. Das Proletariat ist auf den Stra&#223;en und weder das Milit&#228;r noch die Bullen k&#246;nnen dem Aufkommen seiner dezentralen und anarchischen Aktionen etwas entgegenwirken. &#220;berall gibt es Barrikaden und Topfschlag-Proteste. Die Fahrpreiserh&#246;hung hat sich als die Spitze des Eisbergs erwiesen, aber tief im Inneren wusste jeder, dass die chilenische (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Stimmen-aus-den-Kampfen" rel="tag"&gt;Stimmen aus den K&#228;mpfen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Chile" rel="tag"&gt;Chile&lt;/a&gt;

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 <content:encoded>&lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/logo/chile.png?1689282973' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='100' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Der gestrige Tag, 18. Oktober, &#246;ffnete die B&#252;chse der Pandora des proletarischen Aufstands in Chile. Von nun an wissen wir nicht, was passieren wird. Das Proletariat ist auf den Stra&#223;en und weder das Milit&#228;r noch die Bullen k&#246;nnen dem Aufkommen seiner dezentralen und anarchischen Aktionen etwas entgegenwirken. &#220;berall gibt es Barrikaden und Topfschlag-Proteste. Die Fahrpreiserh&#246;hung hat sich als die Spitze des Eisbergs erwiesen, aber tief im Inneren wusste jeder, dass die chilenische Gesellschaft eine Zeitbombe war. Die Prekarisierung des Lebens ist unertr&#228;glich - eine D&#252;rre die immer weiter fortschreitet, die Lebenshaltungskosten sind unversch&#228;mt hoch, 80 % der Bev&#246;lkerung lebt verschuldet und die Renten sind ein historischer Betrug. Zweifellos war der Aufstand in Ecuador eine Inspirationsquelle f&#252;r die Massen, die sich mit der Wut unserer Br&#252;der und Schwestern im Norden identifizieren. Es gibt viele Gr&#252;nde.&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_59 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='http://kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L300xH200/100002010000012c000000c8df12511fc5dcd435-a612a.png?1784171850' width='300' height='200' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Auf den Stra&#223;en herrscht Zorn, Emp&#246;rung und Wut gegen die Polizei, aber auch Solidarit&#228;t, ein lebendiges und lautes Durcheinander und Ekstase, weil wir auf den Stra&#223;en sind und Seite an Seite gegen das k&#228;mpfen, was uns unterdr&#252;ckt. Dutzende Busse wurden abgefackelt, das Firmengeb&#228;ude von ENEL (einem privaten multinationalen Unternehmen aus dem Elektrizit&#228;tssektor) wurde niedergebrannt, 7 U-Bahn-Stationen in Brand gesetzt, mehrere Superm&#228;rkte und Gesch&#228;fte gepl&#252;ndert, ein Denkmal der Bullen, mitsamt ihrer Flagge, wurde ebenfalls den Flammen &#252;berlassen. Die Stadt brannte an allen Ecken.&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_60 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/png/100002010000060800000350c33cde3c89326c85.png?1689282547' width='500' height='274' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Heute, 19. Oktober, scheint der Konflikt weiterzugehen. Pr&#228;sident Pi&#241;era verbrauchte die Patronen des Milit&#228;rs viel zu schnell und auf den Stra&#223;en beginnen die Menschen, sich zu sammeln, Stra&#223;en zu blockieren, die Topfschlag-Proteste begannen bereits am Mittag und werden sich bald in Stra&#223;enproteste verwandeln. Es herrscht eine allgemeine Angst, aber auch Wut &#252;ber die Milit&#228;rpr&#228;senz, die unmittelbar an die Zeiten der Diktatur erinnert. Aber die Stimmung ist besser denn je. Der Kampfeswille ist in der Luft zu riechen. Diese Tage werden Geschichte schreiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von den Stra&#223;en Santiagos aus, mit dem Herzen in der Hand und einer Leidenschaft, die die alte Welt in Flammen sehen m&#246;chte, rufen wir zur internationalen Solidarit&#228;t und zur Ausweitung der Revolte auf. Wir wissen, dass es der Beginn von etwas Sch&#246;nem ist. Wir wissen, dass dieser Weg nicht ohne Schmerz sein wird, wie das Leben selbst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hic Rhodus hic Salta!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;St&#252;rzen wir uns ins Leben! Proletarier*innen der Welt vereinigt euch gegen die kapitalistische Katastrophe, jetzt ist es an der Zeit!Santiago de Chile, 19. Oktober 2019&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus dem Spanischen &#252;bersetzt von Mariana Lautr&#233;amont.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://agitacioninmanente.noblogs.org/post/2019/10/19/reporte-desde-la-revuelta-proletaria-en-santiago-panfleto-insurgente/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_61 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='http://kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L443xH627/10000201000002a7000003c064ff68547dd67bc1-53c0e.png?1784171850' width='443' height='627' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Flugblatt vom 19. Oktober, Vorder- und R&#252;ckseite:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Demokratie ist die Diktatur des Kapitals! F&#252;r die Aufhebung des Ausnahmezustands! Milit&#228;r und Polizei weg von den Strassen!&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_62 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://kommunisierung.net/IMG/png/10000201000002a7000003c0f43bc3d0aa7c3f4a.png' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/png&#034;&gt; &lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/png/10000201000002a7000003c0f43bc3d0aa7c3f4a.png?1689282548' width='500' height='707' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Die massive Revolte vom 18. Oktober war nicht nur gegen die Erh&#246;hung der Transportpreise gerichtet, sondern es war eine Rebellion gegen die totale Ungerechtigkeit, die unsere Leben regiert: Bezahlen, um zu leben, und leben, um zu bezahlen. Wir rebellieren, weil wir nicht mehr Sklaven des Geldes, der Lohnarbeit und des Kapitals sein wollen. Wir sind menschliche Wesen, keine Waren! Wir rufen alle Ausgebeuteten zur Selbstorganisation und zur Rebellion gegen den Ausnahmezustand auf! Gestern war ein grosser Sieg, zeigen wir unsere St&#228;rke auf den Strassen. Jetzt kommen wir f&#252;r mehr. &lt;br class='manualbr' /&gt;Auf dass der Kampf des Proletariats die Unentgeltlichkeit des Transports durchsetzt! F&#252;r den Kommunismus und die Anarchie!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Flugblatt vom 18. Oktober, Vorder- und R&#252;ckseite:&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_63 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='http://kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L458xH355/10000201000002000000018dc8ac94e85fcf34a9-0a05b.png?1784171850' width='458' height='355' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Bezahlen, um zu leben, leben, um zu bezahlen&lt;br class='manualbr' /&gt;Springen wir &#252;ber das Drehkreuz des Nicht-Lebens&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_64 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='http://kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L474xH353/100002010000020e00000188295ee3a1e9dba8f1-ff52a.png?1784171850' width='474' height='353' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Gegen die Erh&#246;hung der Ticketpreise um $830CLP, eine neue Massnahme, die unsere Existenzen noch prek&#228;rer macht rufen wir alle Ausgebeutete zu Revolte und Selbstorganisation auf! K&#228;mpfen wir f&#252;r die Unentgeltlichkeit des Transports, denn es ist inakzeptabel, dass wir bezahlen m&#252;ssen, um zu jener Arbeit zu fahren, die uns das Leben raubt. &lt;br class='manualbr' /&gt;Wir sind keine Waren!&lt;br class='manualbr' /&gt;Spring &#252;ber das Drehkreuz!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Froher erster Tag unseres Lebens&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_65 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/png/100002010000104000000c306ac71ba335dcff5b.png?1689282549' width='500' height='375' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Wir sind heute erwacht und blicken dem Leben in die Augen. Bis zum Montag, den 14. Oktober, stand unsere Ohnmacht im Vordergrund. Eine Ohnmacht die sich aus unseren scheinbar erfolglosen Bem&#252;hungen, etwas zu ver&#228;ndern, n&#228;hrte. Bis zum Montag beklagten wir uns nur. Sei es im Bus, am Arbeitsplatz, in den Schulen, an Familien- und Freundschaftstreffen, in den Quartieren oder in den autonomen Organisationen, die, trotz der ewigen Lethargie, an unterschiedlichen Orten aus dem Boden schie&#223;en. Die Lethargie schien ein wesentliches Merkmal der Menschen in Chile zu sein. Doch im Alltag wurden die Klagen immer lauter und h&#228;ufiger, Leute beschwerten sich &#252;ber die Wasserknappheit, die unser &#220;berleben bedroht, &#252;ber die Verschmutzung in denjenigen Regionen, die f&#252;r die Industrie aufgeopfert werden und den Tod von Kindern zur Folge haben, &#252;ber die erb&#228;rmlichen Renten, die unsere Gro&#223;eltern in den Selbstmord treiben, &#252;ber den permanenten Diebstahl den wir, in Form von Stra&#223;enbenutzungsgeb&#252;hren und den Preisen des &#246;ffentlichen Verkehrs, &#252;ber uns ergehen lassen m&#252;ssen, &#252;ber die miserable &#246;ffentliche Gesundheitsversorgung und auch, weil niemand gen&#252;gend Mittel hat, um sich bis Ende des Monats &#252;ber Wasser halten zu k&#246;nnen. Diese Klageschreie waren oft von Hoffnungslosigkeit begleitet. Wir trauten bereits den Leuten kaum zu, zu erwachen, der Realit&#228;t ins Auge zu sehen und zu rebellieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die k&#228;mpfenden Menschen in Ecuador waren eine Inspirationsquelle. Dies, gekoppelt an den Mut der hiesigen Sekundarsch&#252;ler*innen, war der Funke, der den Schmerz entflammte, den wir jede Nacht zu Bett tragen. Wir leben in Angst, weil wir nicht wissen, wie wir unsere Probleme l&#246;sen k&#246;nnen, wie wir weitermachen k&#246;nnen, wie wir &#252;berleben sollen. Unsere K&#246;rper werden jeden Tag kranker, unser Verstand leidet immer mehr, und wir weigern uns die Zeichen, die er uns sendet, zu akzeptieren. L&#246;sungen soll es scheinbar nur auf individueller Ebene geben, wir verkriechen uns in individuellen Therapien und trachten nach Placebo-Effekten. Die Aussicht unseres baldigen, nicht-zuf&#228;lligen Aussterbens zieht uns runter. Angesichts der fortschreitenden Zerst&#246;rung der Erde, scheint die einfachste L&#246;sung zu sein, die gesamte Menschheit zum Geschw&#252;r und Pest in Einem zu deklarieren, genauso wie es die dystopischen Bilderwelten auf den Bildschirmen suggerieren:&lt;br class='manualbr' /&gt;Die Menschheit ist so oder so verloren, sie kann, angesichts des Kapitalismus, nur verlieren, und nicht der Kapitalismus, sondern alle Menschen sollen gleicherma&#223;en Schuld an der gegenw&#228;rtigen Klimakrise sein. Man versucht uns die Verantwortung f&#252;r die aktuelle Misere zu geben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am vergangenen Montag gingen die Sekundarsch&#252;ler*innen in Scharen auf die Stra&#223;en, was nat&#252;rlich unsere Herzen erw&#228;rmte. Unbekannte Szenen spielten sich ab: Unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Generationen unterst&#252;tzten die unz&#228;hligen Aktionen, die die Kontrolle und die herrschende Ordnung in Frage stellten und das heilige Privateigentum bedrohten. Die Topfschlag-Proteste sind in der ganzen Stadt zu h&#246;ren und sie scheinen zu beteuern, dass weder der soziale Frieden noch das langsame Dahinsiechen erstrebenswerte Optionen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kapitalistische Klasse und ihr Verb&#252;ndeter, die b&#252;rgerliche Presse, sind emp&#246;rt und beklagen sich &#252;ber die Proteste. Sie haben genug Kapazit&#228;t, um ihre Verachtung uns gegen&#252;ber durch lautes Geschrei kundzutun, doch wir haben heute beschlossen, nicht auf sie zu h&#246;ren. Wir werden beide gleicherma&#223;en mit ihren L&#252;gen, wie auch mit der Verantwortung, die sie gegen&#252;ber unser geraubtes Leben haben, konfrontieren. Unser Geist, unser K&#246;rper, unsere Erde, alles wird vernichtet, sie pl&#252;ndern uns das Leben weg. Vergessen wir nicht, dass Chile die Gesellschaft mit den meisten psychischen Problemen in ganz Lateinamerika ist. Doch wir sind nicht bereit mit leeren H&#228;nden dazustehen, gemeinsam sind wir stark und wir brauchen die herrschende Klasse nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die immer gleichen Opportunisten versuchen kollektive Forderung zu stellen, versuchen Petitionen zu lancieren. Doch die Realit&#228;t sieht anders aus. Dies ist ein spontaner Aufstand, es gibt keine Liste mit Forderungen die uns ruhig stellen k&#246;nnte, wir haben keine Vertreter*innen, denn, was uns umbringt, ist die Gesamtheit des Lebens im Kapitalismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um 16.30 Uhr des heutigen Tages behauptete die B&#252;rgermeisterin Karla Rubilar: 'Was die Menschen brauchen, ist Ruhe und Frieden.' Dazu beteuerte sie, dass niemand friedliche Proteste (die die &#246;ffentliche Ordnung nicht st&#246;ren) verhindern wolle. Bis gestern Abend wurden die Protestierenden als Kriminelle bezeichnet und den Protesten wurde jegliche Legitimit&#228;t abgesprochen. Doch nun scheinen alle politische Sektoren auf magische Art und Weise die angestaute Unzufriedenheit anzuerkennen. Uns wurde &#252;ber Jahre hinweg stillschweigend unsere Zeit geraubt. Die Herrschenden sind verzweifelt, sie wissen, dass wir keine Angst haben, sie greifen zu ihrer st&#228;rksten Waffe, dem Milit&#228;r, das vor einigen Jahrzehnten versucht hat, eine ganze Generation von Revolution&#228;r*innen auszul&#246;schen. Doch die Leute bleiben auf den Stra&#223;en, sie weigern sich, sich in ihren H&#228;usern zu verkriechen. Wir wollen euer Frieden nicht. Wir wollen leben, wirklich leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die von Student*innen initiierten massenhaften Umgehungen der Zugangsschranken der U-Bahn werden sogar von U-Bahn-Mitarbeiter*innen unterst&#252;tzt. 41 Stationen waren von den Demonstrationen betroffen, mehrere von ihnen wurden v&#246;llig zerst&#246;rt, Genoss*innen aus verschiedenen St&#228;dten (z. B. San Antonio, Concepci&#243;n und Iquique) haben mit Solidarit&#228;t reagiert. Die Revolte verbreitet sich. Dieses Schreiben soll ebenfalls dazu beitragen, dass sich die Unruhen ausdehnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den fr&#252;hen Morgenstunden wurde der Ausnahmezustand ausgerufen: Die Versammlungs- und Bewegungsfreiheit wurde eingeschr&#228;nkt, das Milit&#228;r patrouilliert auf den Stra&#223;en. Heute Nachmittag wurde der &#246;ffentliche Verkehr in Santiago eingestellt, ab 17 Uhr werden die S-Bahnen still stehen, Einzelhandelsgesch&#228;fte blieben heute geschlossen und wurden gepl&#252;ndert, Hafenarbeiter*innen schlossen sich den Mobilisierungen an, in mehreren Gemeinden der Stadt f&#228;llt der Schulunterricht aus, Gemeindegeb&#228;ude, Polizei- und U-Bahn-Stationen gingen in Flammen auf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenige Minuten nach der Ank&#252;ndigung der Ausgangssperre, nach einem langen Tag, wurde klar, dass das g&#228;ngige Bild &#252;ber die chilenischen Leute, als Leute voller Angst, &#252;ber Bord geworfen wurde. Ja, man hat uns ermordet, uns gefoltert, die Bilder unseres Leidens verbreitet, und dennoch werden wir f&#252;r das allgemeine Elend und den ganzen Schrecken verantwortlich gemacht. Sie haben versucht uns ihre Regeln aufzuzwingen, uns geknebelt, aber sie k&#246;nnen nicht mit unserer Wut fertig werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hoffentlich ist dies erst der Anfang. Organisieren wir die Gemeinschaft des Kampfes, gehen wir auf die Stra&#223;en, um Barrikaden zu errichten, aber auch, um das soziale Gef&#252;ge zu errichten, das unseren Bed&#252;rfnissen gerecht wird. Es ist unerl&#228;sslich, unsere eigenen Organisationen zu st&#228;rken, eine Notfall-Vollversammlung einzuberufen, damit wir uns klar werden k&#246;nnen was die Bed&#252;rfnisse des Kampfes momentan sind und wie wir diesen gerecht werden. Dem Chaos des Kapitalismus m&#252;ssen wir mit Kraft und Organisation entgegentreten. Die antagonistische Gemeinschaft muss aus der Asche der Hauptstadt auferstehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genossen und Genossinnen, wir m&#252;ssen die Klarheit haben, uns nicht von den Reden &#252;ber den Frieden verf&#252;hren zu lassen, wir m&#252;ssen mit mehr Kraft nach der menschlichen Revolution, nach der Diktatur der menschlichen Bed&#252;rfnisse, nach der Abschaffung des Kapitals streben. Der Kapitalismus bietet uns nichts. Kapitalismus bedeutet Tod. Und heute Abend entz&#252;nden wir endlich das Leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Froher erster Tag unseres Lebens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Santiago de Chile, 20. Oktober 2019&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus dem Spanischen &#252;bersetzt von Mariana Lautr&#233;amont.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://agitacioninmanente.noblogs.org/post/2019/10/20/feliz-primer-dia-de-nuestras-vidas/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;TROTZ BRUTALER STAATLICHER REPRESSION BREITET SICH DIE REVOLTE AUS: AUF ZUM GENERALSTREIK DIESEN MONTAG 21. OKTOBER! ES GEHT UM ALLES! &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als in Santiago vor einer Woche die U-Bahn-Geb&#252;hr auf den stratosph&#228;rischen Preis von 830 Pesos [ca. 1,04 Euro, Anm. d. &#220;.] stieg, startete die unkontrollierbare studentisch-proletarische Jugend &#8211; deren Tugend es ist, die Negation dieser Welt in der Praxis voranzutreiben und jeden Dialog mit der Macht abzulehnen &#8211; eine Offensive zur massenhaften Umgehung der Zugangsschranken der U-Bahnen, indem sie eine gro&#223;e und selbstorganisierte Bewegung des Ungehorsams entfesselte. Diese stie&#223; von Anfang an auf enorme Sympathie innerhalb unserer Klasse, da die Fahrpreiserh&#246;hungen viele Leute betreffen, zumal t&#228;glich mindestens 3 Millionen Leute die U-Bahn benutzen. Der Staat mobilisierte hunderte von Spezialeinheiten zur Bewachung der U-Bahn-Stationen, was zu heftigen Konfrontationen f&#252;hrte, bei denen hunderte Menschen verletzt und verhaftet wurden. Am Freitag, dem 18. Oktober, kam es zu einem einschneidenden Ereignis: W&#228;hrend dem Protesttag gegen die Tariferh&#246;hung wurden ab 15 Uhr nach und nach alle U-Bahn geschlossen, was zu einem kompletten Stillstand f&#252;hrte, den man so im st&#228;dtischen Nahverkehr noch nie zuvor erlebt hatte. An jenem Tag entsprang ein Funke und die proletarische Klasse demonstrierte ihre Macht, als sich tausende von Menschen auf die Stra&#223;e st&#252;rzten. Die Menschenmenge &#252;berrollte die &#252;berforderten Repressionsorgane des Staates und es kam zu unerwartet gro&#223;en Unruhen im Zentrum der Stadt. Das Firmengeb&#228;ude von ENEL [einem in Chile t&#228;tigen Elektrizit&#228;tsunternehmen, Anm. d. &#220;.] brannte nieder und mehrere U-Bahn-Stationen erlitten das gleiche Schicksal. Der Staat des Kapitals zeigte sein wahres Gesicht und erkl&#228;rte den &#171;Ausnahmezustand&#187;. So patrouillierte das Milit&#228;r zum ersten Mal seit dem Ende der Diktatur in den Stra&#223;en. Von dieser Nacht an wird nichts mehr so sein wie fr&#252;her.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ab Samstag Mittag kam es im Zuge einer Versammlung auf der Plaza Italia schnell zu einer verallgemeinerten Revolte mit aufst&#228;ndischen Tendenzen, die trotz der starken milit&#228;rischen Pr&#228;senz auf den Stra&#223;en jeden Winkel der Stadt erreichte. Der Aufstand verbreitete sich im wahrsten Sinne des Wortes in jeder Stadt Chiles. Die Topfschlag-Proteste, die Barrikaden, die Angriffe auf staatliche Einrichtungen und die Sabotage strategischer Infrastrukturen f&#252;r den Kapitalverkehr (Mautstationen auf Autobahnen, 80 U-Bahn-Stationen wurden teilweise zerst&#246;rt und 11 vollst&#228;ndig zu Asche reduziert, dutzende von abgefackelten Bussen usw.) verbreiteten sich wie ein &#214;lfleck. Hinzu kamen Angriffe auf 130 Bankfilialen, 250 zerst&#246;rte Geldautomaten, die Belagerung von Polizeiwachen und einer Milit&#228;rkaserne in Iquique und &#8211; was die herrschende Klasse am meisten irritiert hat &#8211; die Pl&#252;nderung von Superm&#228;rkten und gro&#223;en Einkaufszentren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Angesichts solch k&#228;mpferischen Szenen, die f&#252;r uns ein Fest sind und in denen sich das Proletariat selbst organisiert, um sich gegen seine Prekarisierung zu wehren, wurde der &#171;Ausnahmezustand&#187; auf etwa zehn St&#228;dte ausgedehnt, die sich dem Kampf angeschlossen haben. Zus&#228;tzlich wurde auch auch eine &#171;Ausgangssperre&#187; verh&#228;ngt, die mit vorgehaltener Waffe von der Milit&#228;r- und Polizeimeute durchgesetzt wird. Zurzeit sind 10&#8216;500 Mann auf den Stra&#223;en und sie haben freie Hand, um zu schie&#223;en.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#220;ber die Pl&#252;nderungen und die sofortige Befriedigung der menschlichen Bed&#252;rfnisse&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das sakrosankte Privateigentum wurde von zehntausenden von Proletarier*innen radikal in Frage gestellt, die sich in den zahlreichen Superm&#228;rkten und gro&#223;en Kaufh&#228;usern mit allem, was sie konnten, versorgten und die Regale leer r&#228;umten. In vielen F&#228;llen wurden die Filialen sogar in Brand gesteckt, was die Bourgeoisie unheimlich ver&#228;ngstigte und ihre Repr&#228;sentant*innen dazu veranlasste, die Leute aufzurufen die &#171;kleine Gruppe von Gewaltt&#228;tern und Vandalen&#187; ohne Vorbehalte &#171;niederzutrampeln&#187;. Doch die Realit&#228;t sieht anders aus. Selbst wenn die Herrschenden es nicht wahrhaben wollen, handelt es sich bei den Pl&#252;nderungen nicht um eine Aktion von Minderheiten, sondern um ein Massenph&#228;nomen, das sich mit ungeheurer Kraft verbreitet hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diejenigen von uns, denen alles genommen wurde und die st&#228;ndig versuchen, irgendwie zu &#252;berleben, verschuldet, ohne die M&#246;glichkeit finanziell &#252;ber die Runden zu kommen, haben in der Praxis erkannt, dass wir f&#252;r den Zugang du dem, was wir zur Befriedigung unserer Bed&#252;rfnisse ben&#246;tigen, nicht bezahlen m&#252;ssen. Die Reproduktion des t&#228;glichen &#220;berlebens, die uns in der heutigen kommodifizierten Lebensweise auferlegt wird, ist konstant der Kapitalakkumulation der Bourgeoisie untergeordnet. All dies auf Kosten von uns Lohnarbeiter*innen, die dieses elende Leben Tag f&#252;r Tag ertragen m&#252;ssen. Wir haben nichts anderes getan, als uns das zu nehmen, was uns geh&#246;rt. Wir haben uns das zur&#252;ckgeholt, was uns seit jeher das Leben raubt, und das k&#246;nnen die Herrschenden nicht ertragen. Kurz gesagt, die verallgemeinerte Revolte bedeutet, unser Menschsein zu bejahen, indem wir unsere Existenz als blo&#223;e Waren verneinen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Presse: Wortf&#252;hrer*in und Apologet*in der Warenwelt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Presse hat eine grundlegende Rolle bei der Verteidigung des &#171;gesunden Menschenverstands&#187; und der Kanalisierung der so genannten &#171;&#246;ffentlichen Meinung&#187; gespielt. D. h. der herrschenden Logik des kapitalistischen Systems, wo materielle Dinge im Vordergrund stehen, denn die Produktion von G&#252;tern z&#228;hlt mehr als Menschenleben. Die Presse inszeniert sich als die Verteidigerin der &#171;&#246;ffentlichen Ordnung&#187;, der &#171;Menschenrechte&#187;, des Privateigentums und des &#171;sozialen Friedens&#187;, um das Massaker zu rechtfertigen, das von der Wirtschaft und den reaktion&#228;rsten Kr&#228;ften der Gesellschaft gef&#246;rdert wird. Durch die Verzerrung und/oder Verheimlichung von Informationen, die Verbreitung von L&#252;gen und falschen Geschichten und die Kriminalisierung der sozialen Subversion, ist die gesamte Presse zu einer Kollaborateurin des Staatsterrorismus geworden. Daf&#252;r m&#252;ssen sie die Konsequenzen tragen. Es folgen einige Beispiele, um dies zu erl&#228;utern:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Die Presse verschleiert die Zahl der Mordf&#228;lle, die die repressiven Kr&#228;fte des Staates zu verantworten haben. Zudem schweigen sie &#252;ber die zahlreichen Berichte &#252;ber den &#171;unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igen Einsatz von Gewalt bei Verhaftungen, die Misshandlung von Kindern, Schl&#228;ge gegen Gesichter und Oberschenkel, Folter, das Entkleiden von Frauen und M&#228;nnern und sexuelle Erniedrigungen&#187;, die vom Nationalen Institut f&#252;r Menschenrechte ver&#246;ffentlicht wurden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Verbreitung von Falschinformationen. Z. B., dass in einigen Gemeinden wie La Pintana und Puente Alto kleine Bauernm&#228;rkte gepl&#252;ndert wurden, was v&#246;llig falsch ist. Die Bewohner*innen dieser Gemeinden haben in den sozialen Netzwerken und in den unabh&#228;ngigen/autonomen Medien beteuert, dass infiltrierte Polizist*innen versuchen Falschinformationen zu verbreiten, um einen internen Konflikt innerhalb unserer Klasse zu f&#246;rdern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Gezielte Angstmacherei, indem sie berichten, dass Pl&#252;nderungen auch Privathaushalte und kleine Unternehmen betreffen werden. Auch wenn es vereinzelt zu solchen Ereignissen kam, handelt es sich um Einzelf&#228;lle die unsere Klasse entschlossen ablehnen muss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Unterscheidung zwischen &#171;B&#252;rgern&#187; und &#171;Kriminellen&#187;, zwischen &#171;friedlichen&#187; und &#171;gewaltt&#228;tigen&#187; Demonstranten. Solch eine Einteilung zielt auf Spaltung ab und versucht die radikalsten Elemente der Bewegung, also der Teil der Bewegung, der der Revolte versucht eine antikapitalistische Richtung zu geben, zu isolieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Die Presse schweigt &#252;ber die Unterbrechung der Wasserversorgung, die mehrere Gemeinden in s&#252;dlichen Peripherie Santiagos direkt betrifft und macht sich dadurch mitschuldig. &#171;Zuf&#228;lligerweise&#187; findet die Unterbrechung an denjenigen Orten statt, an denen die K&#228;mpfe gegen den Staat des Kapitals und seinen Institutionen am st&#228;rksten waren und wo seine Autorit&#228;t am st&#228;rksten verachtet wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Regierung spricht bisher von 8 Toten, aber wir wissen, dass es viel mehr sind. W&#228;hrend Pr&#228;sident Sebasti&#225;n Pi&#241;era bekr&#228;ftigt, dass &#171;wir gegen einen m&#228;chtigen Feind k&#228;mpfen, der nichts und niemanden respektiert&#187;, beteuerte der verabscheuungsw&#252;rdige Innenminister Andr&#233;s Chadwick in einer kurzen Erkl&#228;rung im Fernsehen, dass 7 Menschen &#171;gestorben&#187; seien &#8211; und nicht durch den Staat ermordet wurden. Wir, die Teil dieses Kampfes sind und mit Genoss*innen in verschiedenen Teilen des Landes in Kontakt sind, wissen, dass die Toten viele mehr sind. In den sozialen Netzwerken und in den Gegeninformationsmedien kursieren Videos und Fotos von Menschen, die an unterschiedlichen Orten vom Milit&#228;r und der Polizei ermordet wurden. Diese Informationen werden mittlerweile systematisch aus dem Internet entfernt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Laut unserer Z&#228;hlung &#8211; die aufgrund der bewussten Kampagne der Verschleierung und der Desinformation des Staats des Kapitals immer noch nicht best&#228;tigt wurde &#8211; gab es bis jetzt 16 Tote: 1 Person in Quinta Normal, 2 in San Bernardo, 5 in Renca und 2 in der Gemeinde La Pintana, get&#246;tet durch Br&#228;nde inmitten von Pl&#252;nderungen, 1 Person in Lampa durch einen vors&#228;tzlichen Angriff der Polizei, 1 Person durch Sch&#252;sse des Milit&#228;rs in Colina, 3 in der Stadt La Serena und 1 Person in der Gemeinde Pedro Aguirre Cerda, die von der Polizei ermordet wurde. Diese vor&#252;bergehende Z&#228;hlung k&#246;nnte zunehmen, denn w&#228;hrend wir diesen Text schreiben, gibt es, trotz der Ausgangssperre, heftige Auseinandersetzungen mit dem Milit&#228;r, den Bullen und der Zivilpolizei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Generalstreik vom Montag, den 21. Oktober, und dessen Perspektiven&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Morgen, Montag den 21. Oktober, hat ein vielf&#228;ltiger Zusammenschluss von Massenorganisationen zu einem Generalstreik aufgerufen, einem ersten Generalstreik, der sehr effektiv sein k&#246;nnte, weil er sich, aufgrund des Zusammenbruchs des Verkehrssystems zumindest in der Stadt Santiago direkt auf die Produktion auswirken kann. Der Staat tut alles, damit die Menschen arbeiten gehen k&#246;nnen: Die U-Bahn Linie 1 ist teilweise in Betrieb, der Busverkehr soll ebenfalls wieder in Gang gesetzt werden und die Bev&#246;lkerung wurde aufgefordert, sich &#171;solidarisch&#187; zu zeigen, damit die Leute ihren Arbeitsplatz erreichen k&#246;nnen. Die Kapitalistenklasse ist nur daran interessiert, dass wir f&#252;r sie produzieren. Wir dienen lediglich der Warenproduktion und Zirkulation und sollen die Kapitalakkumulation erh&#246;hen. Aus diesem Grund rufen wir dazu auf, der Arbeit fern zu bleiben und sich aktiv am Streik zu beteiligen, so wie es die Gewerkschaft der U-Bahn-Arbeiter*innen aufgrund der polizeilichen und milit&#228;rischen Repression tut. Dar&#252;ber hinaus halten wir es f&#252;r wichtig, rund um folgende Punkte zu agitieren:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Wir d&#252;rfen nicht in gegenseitige Streitereien wegen Nahrung, Wasser oder sonstiger Bed&#252;rfnisse verfallen, denn Teil der Strategie des Staates, ist es uns zu spalten, um &#252;berhand zu gewinnen. Um unsere Probleme zu l&#246;sen, m&#252;ssen wir uns als Gemeinschaft organisieren. Es gibt keinen anderen Ausweg.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Wir m&#252;ssen verhindern, dass die Parteien und die Sozialdemokratie sich zu &#171;Repr&#228;sentanten&#187; der Bewegung hochstilisieren, sich den Kampf aneignen und einen Dialog mit dem Staat f&#252;hren, um das Feuer der Revolte zu l&#246;schen und um eine L&#246;sung des Konflikts auszuhandeln, der auf oberfl&#228;chlichen Reformen basiert, die nicht darauf abzielen, die Wurzel unserer Probleme zu beseitigen, die uns als Klasse plagen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Die Bildungsinstitutionen m&#252;ssen besetzen werden, um sie zu Orten des Widerstands, der Debatte, der Begegnung und der Selbstorganisation zu machen, Nahrung und Medizin zu sammeln und R&#228;ume f&#252;r die Betreuung unserer Verwundeten zu schaffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; In allen Gebieten, wo der soziale Kampf tobt, m&#252;ssen Basisversammlungen organisiert werden, um gemeinsam die Richtung der laufenden Revolte zu bestimmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Wir m&#252;ssen die Freiheit der etwa 1700 Verhafteten fordern, die im Zuge der Revolte strafrechtlich verfolgt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;AUF ZUM GENERALSTREIK! ES GEHT UM ALLES!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;LASST UNS EIN WIRKLICHES LEBEN ERK&#196;MPFEN!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige kommunistisch/anarchistische Proletarier*innen, die Teil der Revolte sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Spanischen von &lt;a href=&#034;https://www.kosmoprolet.org/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Eiszeit&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://agitacioninmanente.noblogs.org/post/2019/10/21/chile-la-revuelta-se-extiende/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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