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		<title>Von Bagdad bis Beirut, wir werden weitermachen. Weder Sunni noch Schia!</title>
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		<dc:subject>Stimmen aus den K&#228;mpfen</dc:subject>
		<dc:subject>Irak</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Die irakische Regierung besteht aus allen b&#252;rgerlichen Fraktionen Iraks und wird von den Regionalm&#228;chten und der globalen Bourgeoisie akzeptiert, doch das Proletariat hat versucht, sie zu st&#252;rzen. &lt;br class='autobr' /&gt;
Die &#8222;Gr&#252;ne Zone&#8220; in Bagdad ist das Zentrum des globalen Kapitalismus, das Proletariat hat versucht, sie zu besetzen, und daf&#252;r viele Leben verloren. &lt;br class='autobr' /&gt;
Der Hafen von Basra ist ein globaler Korridor f&#252;r &#214;lexporte und den internationalen Handel, das Proletariat hat ihn blockiert und versucht, ihn (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://kommunisierung.net/Irak" rel="tag"&gt;Irak&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/logo/iraq27j.jpg?1689278501' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='76' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Die irakische Regierung besteht aus allen b&#252;rgerlichen Fraktionen Iraks und wird von den Regionalm&#228;chten und der globalen Bourgeoisie akzeptiert, doch das Proletariat hat versucht, sie zu st&#252;rzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#8222;Gr&#252;ne Zone&#8220; in Bagdad ist das Zentrum des globalen Kapitalismus, das Proletariat hat versucht, sie zu besetzen, und daf&#252;r viele Leben verloren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Hafen von Basra ist ein globaler Korridor f&#252;r &#214;lexporte und den internationalen Handel, das Proletariat hat ihn blockiert und versucht, ihn zu kontrollieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die irakische Polizei, die Sicherheitskr&#228;fte, die Spezialkr&#228;fte und das Milit&#228;r sind Organe des globalen Kapitalismus (mit der Beteiligung der schiitischen, sunnitischen, christlichen, kurdischen und turkmenischen Bourgeoisie, mit einer grossen Anzahl regionaler und internationaler Kr&#228;fte, z.B. amerikanische und europ&#228;ische, t&#252;rkische, iranische Truppen und viele mehr), doch das Proletariat hat sie angegriffen, genau wie ihre Zentren und ihre Kommandos in den Strassen und bis zu 650 Proletarier sind erschossen und &#252;ber 20&#8216;000 verletzt worden (ohne von der Anzahl Entf&#252;hrungen und Gef&#228;ngnisstrafen zu sprechen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Proletariat in allen rebellischen Regionen Iraks hat die Sitze aller politischen Parteien (religi&#246;s und national, ohne Ausnahme) und H&#228;user von Parlamentsmitgliedern und Staatsfunktion&#228;ren niedergebrannt, sowie Polizeiposten und Sicherheitskr&#228;fte, die Medien, die Institutionen und das Ministerium der Justiz, die Zeitungen und die Fernsehsender angegriffen. Indem es so handelt, greift das Proletariat den Staat in seiner Gesamtheit an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gem&#228;ss dem Premierminister Adil Abd al-Mahdi hat diese Bewegung die nationale &#214;konomie (den Kapitalismus) in jeglicher Hinsicht zerst&#246;rt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Angriffe des Proletariats in seinem Kampf waren alles andere als exklusiv, sie waren gegen alle Symbole, alle Personen, alle m&#246;glichen Grundlagen, verbunden mit der Geschichte der Autorit&#228;t und der Repression, gerichtet, auch gegen die milit&#228;rischen und diplomatischen Institutionen, die Superm&#228;rkte und die Geheimdienste, sowohl in- als auch ausl&#228;ndisch. All die Angriffe gegen die repressiven Kr&#228;fte der Pasdaran in der Stadt Kerbala sind nicht wirklich anti-iranisch, wie es die Medien behauptet haben, sondern sie sind Teil einer Aktion der Klasse gegen die repressiven Kr&#228;fte und ihre Zentren in all ihren Formen, genau wie die Angriffe gegen die Gr&#252;ne Zone und andere Orte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist das nicht klar, wenn man sich die einheitliche proletarische Aktion und ihre Parolen veranschaulicht: &#8222;Nieder mit allen Dieben&#8220;, &#8222;Von Bagdad bis Beirut, wir werden weitermachen. Weder Sunni noch Schia&#8220;, &#8222;Keine Heimat, keine Arbeit, wir bleiben alle auf der Strasse&#8220;, &#8222;Keine Heimat, keine Arbeit vor dem Sturz des Systems&#8220;. Das Proletariat hat es auf die Konterrevolution in ihrer Totalit&#228;t abgesehen, genau wie in Basra im September 2018.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bourgeoisie hat immer versucht, das Klassenterrain unserer revolution&#228;ren Bewegung zu deformieren. Sie haben verschiedene Methoden benutzt, um unserem Kampf jeglichen revolution&#228;ren Inhalt zu entziehen, sie erfinden Verschw&#246;rungstheorien und beschimpfen uns. All das, um die blutige Repression und die Zerst&#246;rung unserer revolution&#228;ren Bewegung hinter b&#252;rgerlichen Konflikten zu verstecken. Das Proletariat hat sich in sozialer Hinsicht gegen alle Ausbeuter erhoben und will sie all ihrer Macht berauben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Proletariat versteht sehr wohl, dass sowohl die aus- als auch die inl&#228;ndischen der weltweit reichsten Kapitalisten (schiitisch, sunnitisch, kurdisch, christlich, j&#252;disch usw.) Teil des Staates sind und sie sind alle vereint zur Ausbeutung der Menschheit, darum muss der proletarische Kampf ein vereinter Kampf gegen sie alle sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das k&#228;mpfende Proletariat erlaubt niemandem, es zu repr&#228;sentieren, es hat keine Forderungen und verhandelt nicht. Es hat &#252;berhaupt kein politisches Programm. Ist diese Rebellion nicht zutiefst ein Kampf der Klasse gegen das kapitalistische System in seiner Gesamtheit? Das einzige Programm des Proletariats ist seine Entschlossenheit, den vereinten Kampf gegen die Diktatur des Kapitals und des Staates weiterzuf&#252;hren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Wir sind gegen euch alle und wir werden euch alles wegnehmen&#8220;, es ist die Autonomie der Klasse und die St&#228;rke im Kampf unserer Bewegung. Deshalb ist es nicht einfach f&#252;r den Staat, diese Bewegung zu beruhigen oder zu vernichten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Proletariat ist nicht in einer Situation des Wartens oder der Depression. Seit dem Beginn der Bewegung und bis jetzt geht diese Bewegung weiter, trotz der massiven Repression und den staatlichen Morden gegen sie, und sie weitet die Tragweiten ihrer K&#228;mpfe und ihrer Taktiken Tag f&#252;r Tag aus. In Bagdad hat die Bewegung z.B. Kampfeinheiten gebildet und hat sich in sich in der ganzen Stadt verbreitet, um den Verkehr zu unterbrechen und die Kontrolle &#252;ber die Br&#252;cken und die wichtigen Punkte zu &#252;bernehmen. Sie hat kollektive Koordinationst&#228;tigkeiten aufgebaut, um ihren Kampf auszuweiten und zu verbreitern, um den n&#228;chsten Tag und die n&#228;chsten Ziele zu planen, sie hat Flugbl&#228;tter &#252;ber ihren Kampf ver&#246;ffentlicht und die verletzten Genossen gepflegt, all das ist die Koordination, die Organisation und die Ausweitung ihrer Kampfbereitschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die proletarischen K&#228;mpfe der Vergangenheit haben stets einander Kraft gegeben. Genau so geht der Kampf weiter und steht zu seinen Klasseninteressen und seinem Internationalismus. Indem sie die geographischen Grenzen, den ideologischen, wirtschaftlichen und demokratischen Rahmen sowie den Nationalstaat zerschl&#228;gt, richtet sich diese Bewegung gegen das Kapital und den globalen Kapitalismus. Und heute existiert genau der gleiche Kampf in der Realit&#228;t.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das heutige Proletariat (in Haiti, Frankreich, Hongkong, &#196;gypten, Lateinamerika, im Libanon, im Irak und im Iran) befindet sich im gleichen Kampf, wir k&#228;mpfen gegen den gleichen Feind, wir haben die gleichen Interessen und die gleiche Hoffnung: der Sturz des Kapitalismus und die Verwirklichung der Gemeinschaft des menschlichen Lebens ohne Lohnarbeit, Ausbeutung, Profit, Kapital, Arbeit, Verschmutzung, Ungerechtigkeit, Kriege und Zerst&#246;rung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser proletarische Kampf ist weder ein &#8222;anarchistischer&#8220; noch ein &#8222;sozialistischer&#8220; Kampf, auch kein Kampf f&#252;r die demokratische Macht oder die Kontrolle des Nationalstaates &#8211; es ist ein revolution&#228;rer und internationaler Kampf der Klasse gegen die kapitalistische Diktatur &#252;ber das Leben (und die Erde). Es ist ein Kampf, um das Leben von jeglicher Form menschlicher Sklaverei zu befreien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn heute junge Aktivisten auf die Strasse gehen, die Initiative &#252;bernehmen im Kampf und sich daran aktiv beteiligen, so ist das etwas nat&#252;rliches!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Denn diese Generation, obwohl sie t&#228;glich vor der Katastrophe des Kapitals fl&#252;chtet, tr&#228;umt vom Leben. Sie sind es, die nicht die geringste Stabilit&#228;t im Leben haben. Was sie heute haben, wird vielleicht nicht bis morgen andauern. Was ihnen heute als nah erscheint, scheint morgen sehr weit weg zu sein. Die Habgier des Kapitalismus, seine Kriege und sukzessiven Katastrophen liessen ihnen keine andere Wahl als den konstanten Kampf. Diese Situation intensiviert sich immer mehr auf globaler Ebene und wird zu einer H&#246;lle, welche das Proletariat in den Kampf dr&#228;ngt. Ihr Kampf ist ein Kampf des Lebens gegen diese kapitalistische H&#246;lle. Die Proletarier im Kampf verstehen den Kapitalismus und seine Katastrophe und sie f&#252;hlen sich lebendig und gl&#252;cklich in ihrem Kampf f&#252;r das Leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der proletarische Kampf ist der Kampf der ausgebeuteten Klasse gegen den globalen Kapitalismus. Es ist ein Kampf f&#252;r das Leben, gegen die Ausbeutung und die t&#246;dlichen Verh&#228;ltnisse des globalen Kapitals.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Proletariat k&#228;mpft weiter: in Frankreich und im Libanon, im Irak und in Chile, in Hongkong und im Iran und es appelliert an alle anderen anliegenden Regionen, wo es m&#246;glich ist, sich zu vereinigen und Aktionen der Klasse in diesem Kampf gegen den Kapitalismus zu koordinieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In unserer Region blockiert die Beteiligung des Proletariats in der T&#252;rkei, in Israel und im Iran die M&#246;glichkeiten des kapitalistischen Krieges und gibt unserem internationalen Klassenkrieg eine bessere Perspektive.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nieder mit der Ausbeutung und der Unterdr&#252;ckung! Nieder mit dem Krieg! Nieder mit dem Kapitalismus!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf dass der Klassenkampf in der gesamten Welt weitergehen m&#246;ge!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genossen des internationalen Kampfes&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Internationalistische Proletarier&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mittlerer Osten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;November 2019&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Internationale Kommunikation unter Genossen: internationalist [at] riseup.net&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.autistici.org/tridnivalka/from-baghdad-to-beirut-we-shall-continue-no-sunni-no-shia/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen/Englischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Doc Sportello - Zur &#8222;Wurzel&#8220; des Islamischen Staats: Eine Kritik der &#8222;Thesen zum Islamismus&#8220; von La Banda Vaga</title>
		<link>http://kommunisierung.net/Zur-Wurzel-des-Islamischen-Staats</link>
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		<dc:subject>Bericht/Analyse</dc:subject>
		<dc:subject>Doc Sportello</dc:subject>
		<dc:subject>Eigene Texte</dc:subject>
		<dc:subject>Afghanistan</dc:subject>
		<dc:subject>Jihadismus</dc:subject>
		<dc:subject>Irak</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Version fran&#231;aise &lt;br class='autobr' /&gt;
Im Oktober 2018 hat La Banda Vaga ihre &#8222;Thesen zum Islamismus&#8220; ver&#246;ffentlicht. Ihre er&#246;ffnende Feststellung kann durchaus geteilt werden: &#8222;Die journalistische und wissenschaftliche Flut an Interpretationen und Theorien ist kaum noch zu &#252;berschauen, lediglich brauchbare materialistische Analysen tauchen wenn &#252;berhaupt nur vereinzelt auf. Darum erscheint es uns dringend notwendig eine linke Debatte &#252;ber das Wesen des Islamismus und den Umgang damit in Gang zu setzen.&#8220; (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://kommunisierung.net/Bericht-Analyse" rel="tag"&gt;Bericht/Analyse&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Doc-Sportello" rel="tag"&gt;Doc Sportello&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Eigene-Texte" rel="tag"&gt;Eigene Texte&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Afghanistan" rel="tag"&gt;Afghanistan&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Jihadismus" rel="tag"&gt;Jihadismus&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Irak" rel="tag"&gt;Irak&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/logo/destroyed_neighborhood_in_raqqa.png?1689328838' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='72' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;#Versionfran&#231;aise&#034;&gt;Version fran&#231;aise&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Oktober 2018 hat La Banda Vaga ihre &lt;a href=&#034;https://kosmoprolet.org/de/thesen-zum-islamismus&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Thesen zum Islamismus&#8220;&lt;/a&gt; ver&#246;ffentlicht. Ihre er&#246;ffnende Feststellung kann durchaus geteilt werden: &#8222;Die journalistische und wissenschaftliche Flut an Interpretationen und Theorien ist kaum noch zu &#252;berschauen, lediglich brauchbare materialistische Analysen tauchen wenn &#252;berhaupt nur vereinzelt auf. Darum erscheint es uns dringend notwendig eine linke Debatte &#252;ber das Wesen des Islamismus und den Umgang damit in Gang zu setzen.&#8220; Zudem ist es sehr begr&#252;ssenswert, dass der Islamismus als &#8222;ein modernes Ph&#228;nomen&#8220; charakterisiert wird, der Bezug auf einen konstruierten &#8222;wahren Islam&#8220; ist diesbez&#252;glich nur scheinbar ein Widerspruch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben es also nicht mit einer &#8222;Steinzeitideologie&#8220; zu tun, wie gemeinhin oft schwadroniert wird. Die gesamte seri&#246;se Forschung zum Thema teilt in der Regel diese Definition als kleinsten gemeinsamen Nenner: &#8222;Die politische Dimension des Islamismus ist komplex und weitgehend verbunden mit den Identit&#228;tspolitiken seiner Anh&#228;nger. Islamistische Ideen sind allerdings in einem grossen Ausmass Teil eines muslimischen Modernismus, der mehr als ein Jahrhundert zur&#252;ckreicht. Der Islamismus hat seine Wurzeln im sp&#228;ten 19. Jahrhundert, als viele muslimische intellektuelle Bewegungen entstanden. Sie waren im wesentlichen die Antwort der intellektuellen Eliten auf den politischen Niedergang des Osmanischen Reiches und die damit einhergehende St&#228;rkung der kolonialen Kontrolle muslimischer Gesellschaften durch imperiale europ&#228;ische M&#228;chte.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Emin Poljarevic, &#034;Islamism&#034; in The Oxford Encyclopedia of Islam and (...)&#034; id=&#034;nh1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Zeilen w&#228;ren jedoch niemals geschrieben worden, wenn es an den Thesen nicht auch einiges zu kritisieren g&#228;be. Ein erster Kritikpunkt ist die mangelnde definitorische Pr&#228;zision: &#8222;Eine Bewegung ist dementsprechend erst dann islamistisch, wenn sie den Anspruch hat eine alternative Wirklichkeit zu den bestehenden Verh&#228;ltnissen zu schaffen, die sozialen Strukturen, kulturellen Normen und &#246;konomische Basis der Gesellschaft weitgehend entsprechend islamistischen Doktrinen umzugestalten.&#8220; So ziemlich jede politische Bewegung will &#8222;eine alternative Wirklichkeit zu den bestehenden Verh&#228;ltnissen&#8220; schaffen und die Umgestaltung &#8222;d[er] sozialen Strukturen, kulturellen Normen und [der] &#246;konomischen Basis&#8220; ist alles andere denn eine pr&#228;zise Beschreibung von irgendwas. In Bezug auf &#8222;die sozialen Strukturen&#8220; und die &#8222;kulturellen Normen&#8220; ist die Definition tautologisch: Es ist Islamist, wer will, dass die Gesellschaft islamistisch wird. In Bezug auf die &#8222;&#246;konomische Basis&#8220; fragt man sich hingegen, was das genau bedeuten soll. Sind wir uns einig, dass die &#8222;&#246;konomische Basis&#8220; weltweit die globale kapitalistische Gesellschaft als Totalit&#228;t ist oder ist f&#252;r La Banda Vaga der &#8222;Islamismus in einem Land&#8220; m&#246;glich?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Oxford formuliert es jedoch auch nicht viel pr&#228;ziser: &#8222;Der Begriff &#8218;Islamismus&#8216; repr&#228;sentiert allermindestens eine Form von gesellschaftlichem und politischem Aktivismus, der auf der Idee gr&#252;ndet, dass das &#246;ffentliche und politische Leben von einer Reihe an islamischen Prinzipien geleitet sein sollte. In anderen Worten sind Islamisten jene, welche glauben, dass der Islam eine wichtige Rolle in der Organisation einer mehrheitlich muslimischen Gesellschaft spielen sollte, und versuchen, diese Ansicht zu verbreiten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 1.&#034; id=&#034;nh2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Das liegt haupts&#228;chlich daran, dass der Begriff &#8222;Islamismus&#8220; unter einem Etikett sehr viele, teilweise sehr unterschiedliche Str&#246;mungen vereint und sich daher denkbar schlecht f&#252;r eine pr&#228;zise Definition eignet. Das ist das grundlegende Problem der Thesen: Sind es Thesen zum IS, zu den Taliban, zu den Muslimbr&#252;dern, zum Iran oder zum gesamten von konservativen Traditionen auf die eine oder andere Art inspirierten Islam?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Iran als S&#252;ndenbock&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus nahezu unerkl&#228;rbaren Gr&#252;nden wird zuerst mal der Iran erw&#228;hnt: &#8222;Dieser Ansatz f&#252;hrt unseren Blick nicht nur, aber in starkem Ma&#223;, auf den Iran. Mit dessen &#8218;islamischer Revolution&#8216; bzw. korrekterweise Konterrevolution betrat der Islamismus im Jahr 1979 zum ersten Mal als eigenst&#228;ndige Macht die Weltb&#252;hne. Als einflussreiches &#8218;Erfolgsmodell&#8216; des Islamismus bildet er trotz aller (nicht zuletzt konfessionellen) Differenzen auch eine Wurzel f&#252;r den gegenw&#228;rtigen Terror und die Staatsbildungsversuche des IS.&#8220; Das Problem hier ist, dass das Staatsmodell des Irans alles andere als ein &#8222;traditionell muslimisches&#8220; ist: Der Iran ist eine Republik mit einer Verfassung, einer Gewaltenteilung und mehr oder weniger demokratischen Wahlen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Olivier Roy hat die Situation bereits 1992 in seinem Werk &lt;i&gt;L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique&lt;/i&gt; ziemlich treffend analysiert: &#8222;Wieso sollte ein positives Recht aufgebaut werden, obwohl es die Scharia gab? Der Iran hat sich tats&#228;chlich eine wahrhaftige Verfassung gegeben, die nicht nur eine leere Parole ist, sondern wirklich die Funktionsweise einer Gesamtheit von Institutionen organisiert, ohne sich gross ob ihrer Konformit&#228;t mit der Scharia zu sorgen; auf bedeutende Art und Weise ist die Legitimit&#228;t der Verfassung in ihrem Artikel 1 explizit auf den Volkswillen gegr&#252;ndet, und nicht einzig und allein auf der Scharia.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Roy, L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique, Paris, Seuil, 2015 [1992], S. 252.&#034; id=&#034;nh3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; In der Schlussfolgerung betont er noch einmal explizit die kulturelle Modernit&#228;t des schiitischen Islamismus im Vergleich mit seinem sunnitischen Pendant: &#8222;Die politischen und sogar kulturellen Modelle, welche in der islamischen Revolution im Iran am Werk sind, sind modern im Verh&#228;ltnis zu Regimen wie jenem in Saudi-Arabien oder sogar im Verh&#228;ltnis zu den Debatten unter Neofundamentalisten &#252;ber die Tugenden, welche ein k&#252;nftiger &#8218;Emir&#8216; eines islamischen Staates haben muss.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 286.&#034; id=&#034;nh4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die islamische Konterrevolution&#8220; war eben auch eine b&#252;rgerliche Revolution, wenn auch angef&#252;hrt von der konservativen und religi&#246;sen Bourgeoisie. Es sollte nicht vergessen werden, dass dabei eine mehr als 2&#8216;000 Jahre alte Monarchie in den M&#252;lleimer der Geschichte bef&#246;rdert worden ist. Die Niederlage des kommunistischen Teils des Aufstands gegen den Schah ist ein Ausdruck des beginnenden Niedergangs der Arbeiterbewegung weltweit. H&#228;tte die Tudeh-Partei die Macht an sich gerissen, w&#228;ren die iranischen Proletarier einfach nach Afghanistan statt in den Irak als Kanonenfutter gekarrt worden und der iranische Staat w&#228;re zw&#246;lf Jahre sp&#228;ter mit dem ganzen sowjetischen Imperium untergegangen. Es gab zumindest die Scharfsinnigkeit in der Tendenz rund um Mansoor Hekmat und unter den sowieso gr&#246;sstenteils skeptischen kurdischen Kommunisten, einem B&#252;ndnis mit den Mollahs per se zu misstrauen. Die Geschichte hat ihnen, zumindest diesbez&#252;glich, Recht gegeben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heutzutage sind Teheran und Moskau nichtsdestotrotz enge B&#252;ndnispartner. Mit der Entstehung des IS hat die ganze Sache wenig bis gar nichts zu tun, w&#228;hrend &lt;a href=&#034;https://ctc.usma.edu/the-mysterious-relationship-between-al-qaida-and-iran/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;mit Al-Qaida eine Art Waffenstillstand vielleicht immer noch existiert oder zumindest existierte, der jedoch nie eine wirkliche Zusammenarbeit war, wenn es die gab, war sie gepr&#228;gt von Opportunismus und gegenseitiger Erpressung&lt;/a&gt;, gab es das mit dem IS nie, iranische Truppen bek&#228;mpfen ihn aktiv im Irak, auch &lt;a href=&#034;https://www.washingtonpost.com/world/asia_pacific/recruited-by-iran-to-fight-for-syrian-regime-young-afghans-bring-home-cash-and-scars/2018/07/29/ecf9e34c-64e0-11e8-81ca-bb14593acaa6_story.html?noredirect=on&amp;utm_term=.ba1253a2995a&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;mithilfe von Kanonenfutter in Form von Hazara aus Afghanistan, denen man die iranische Staatsb&#252;rgerschaft verspricht, sollten sie das Gemetzel tats&#228;chlich &#252;berleben&lt;/a&gt;. Die j&#252;ngere Geschichte des Irans w&#252;rde einen eigenst&#228;ndigen Text verdienen und kann ganz sicher nicht als eine &#8222;Wurzel&#8220; des IS dargestellt werden, umso weniger, als dass auch die Beziehungen zu Al-Qaida und der historischen Tradition dahinter voller Widerspr&#252;che sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sunnitischer Islamismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Wurzel sucht man besser in der Geschichte des sunnitischen Islamismus. Grob schematisch kann seine moderne Phase in drei Perioden unterteilt werden. Die erste davon beginnt am Ende des 19. Jahrhunderts wie weiter oben von Poljarevic skizziert, sie ist die Periode der theoretischen Hervorbringung, der Islamismus ist auf der politischen B&#252;hne nicht oder kaum pr&#228;sent. Die 1906 gegr&#252;ndete All-indische Muslimliga ist eine der ersten explizit politischen Organisationen. Es handelte sich jedoch v.a. um einen alternativen Nationalismus zu jenem der hinduistischen Mehrheit, das gleiche gilt f&#252;r die 1941 gegr&#252;ndete Jamaat-e-Islami, historisch sind diese Entwicklungen allerdings sehr wohl bedeutend, sei es nur schon wegen der mit ihr verbundenen Deobandi-Tradition, ein wichtiger ideologischer Bezugspunkt der Taliban. Wie im Text von La Banda Vaga wird diese spezifisch regionale Tradition des Islamismus auf dem indischen Subkontinent h&#228;ufig &#252;bersehen, viel bekannter ist die mit Azhar verbundene &#228;gyptische Tradition und die damit verbundene Gr&#252;ndung der Muslimbruderschaft 1928.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist der Beginn der politischen Periode, sie ist durch den zunehmenden Aktivismus einer Bourgeoisie gepr&#228;gt, die in der Regel mehr oder weniger politisch isoliert ist und ideologisch f&#252;r eine alternative Form der kapitalistischen Modernisierung steht, welche den religi&#246;sen Traditionen mehr Platz einr&#228;umen w&#252;rde. Politisch war der Einfluss der Muslimbruderschaft beschr&#228;nkt, einen gewissen Einfluss gewann sie durch die Verwaltung von Bildungsinstitutionen, z.B. in Katar ab den 1950er Jahren. Auf dem indischen Subkontinent lieferten sich die muslimische und die hinduistische Bourgeoisie einen Zweikampf um die Aufteilung des postkolonialen Kuchens, das f&#252;hrte zur Abspaltung Pakistans, wovon sich sp&#228;ter wiederum Bangladesch abspaltete.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein wichtiger Theoretiker der &#228;gyptischen Tradition dieser Zeit war Sayyid Qutb, obwohl er diese Bedeutung gr&#246;sstenteils erst posthum erhielt. Er wurde am 9. Oktober 1906 in eine Familie konservativer Landeigent&#252;mer geboren und schloss sich Anfang der 1950er Jahre der Muslimbruderschaft an, nachdem er bereits seine ersten theoretischen Schriften verfasst hatte. Gilles Kepel fasst Qutbs spezifische theoretische Innovation folgendermassen zusammen: &#8222;F&#252;r Saiyid Qutb und seine Nacheiferer dagegen hatte die moderne Geschichte der islamischen L&#228;nder seit ihrer Entlassung in die Unabh&#228;ngigkeit keinerlei exemplarische Bedeutung. Sie wurde von ihm sogar durch ein arabisches Wort, das aus dem Koran stammt &#8211; &lt;i&gt;jahiliyya&lt;/i&gt; &#8211;, entwertet und ge&#228;chtet; dieses Wort bezeichnet den Zustand der Unwissenheit, in dem die Araber lebten, bevor der Islam zu Beginn des 7. Jahrhunderts dem Propheten Muhammed offenbart wurde. Wie die heidnischen Araber der urspr&#252;nglichen &lt;i&gt;jahiliyya&lt;/i&gt;, so Qutb, seien auch die Muslime im Zeitalter des Nationalismus von einer tiefen Unkenntnis &#252;ber den Islam erf&#252;llt. So wie die vorislamischen Araber steinerne G&#246;tzenbilder anbeteten, verehrten die Zeitgenossen von Qutb in seinen Augen symbolische G&#246;tzen wie Nation, Partei und Sozialismus. Indem Qutb auf diese Weise den Anspruch der Nationalisten bestritt, die Geschichte neu zu begr&#252;nden, und indem er die Nationalisten gleichsam in die finstere Epoche vor der Offenbarung einordnete, wollte er eine kulturelle Revolution ansto&#223;en.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des (...)&#034; id=&#034;nh5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Er ist wohl der erste islamistische Theoretiker, welcher den &lt;i&gt;tauhid&lt;/i&gt; in einer konsequenten und modernen politischen Version theoretisierte. &lt;i&gt;Tauhid&lt;/i&gt; ist der Glaube an die Einheit/Einzigkeit Gottes, die ersten Worte der Schahada, das Glaubensbekenntnis, welches die erste S&#228;ule des Islams darstellt. Kaum ein Muslim w&#252;rde auf die Idee kommen, sie so auszulegen, niemand will sich das Leben unn&#246;tig komplizierter machen als es ist. Qutb wurde 1966 unter Nasser hingerichtet, aber sein theoretisches Erbe hat mehr Schaden angerichtet als anfangs irgendwer h&#228;tte glauben k&#246;nnen. Im Namen dieses Prinzips mussten im M&#228;rz 2001 beispielsweise zwei Buddha-Statuen in Bamyan von den Taliban gesprengt werden, um den Bewohnern ihres Emirats &lt;i&gt;schirk&lt;/i&gt; zu ersparen, den Fall in die G&#246;tzendienerei, den Unglauben, das Gegenteil von &lt;i&gt;tauhid&lt;/i&gt;. Alte Statuen l&#246;sten damals viel Emp&#246;rung aus, viel mehr als die permanente und systematische Repression gegen &lt;i&gt;alle politischen Gegner&lt;/i&gt; und gegen &lt;i&gt;fast alle, insbesondere Frauen&lt;/i&gt;. Es ist der theoretische Hintergrund gegen jegliche westlichen Konzepte der Staatsf&#252;hrung, das Ziel ist das Kalifat, die Herrschaft der Umma, man ist sich nur nicht einig wie, doch die Begeisterung &#252;ber die Idee einer &lt;i&gt;islamischen Republik&lt;/i&gt; ist in diesen Kreisen ganz klar eher bis ganz inexistent.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#8222;Sieg des Petroislam&#8220;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der &#8222;Sieg des Petroislam&#8220; war saudisch, nicht iranisch. Die &#214;lkrise 1973 erlaubte es Saudi-Arabien, die B&#252;chse der Pandora zu &#246;ffnen: &#8222;Saudi-Arabien verf&#252;gte nunmehr &#252;ber schier unbegrenzte Mittel, um sein altes Streben nach &#8218;Deutungshoheit&#8216; &#252;ber den Islam auf der Ebene der &lt;i&gt;umma&lt;/i&gt;, der Gemeinschaft der Muslime, in die Tat umzusetzen. In den sechziger Jahren hatte der dynamische Nationalismus die politische Bedeutung der Religion geschw&#228;cht. Der Krieg von 1973 mischte die Karten neu. Die wahhabitische Doktrin stand au&#223;erhalb der Arabischen Halbinsel nur bei orthodoxen Gruppen (bzw. den Salafisten) in hohem Ansehen, die ein buntgemischtes Spektrum umfa&#223;ten: neben den arabischen Muslimbr&#252;dern fanden sich hier indische und pakistanische Gruppen sowie schwarzafrikanische und asiatische Muslime, die nach Mekka gereist waren und nach der R&#252;ckkehr in ihre Heimatl&#228;nder &#8218;auf arabische Art&#8216; predigten, um den Islam von &#8218;abergl&#228;ubischen Vorstellungen&#8216; zu reinigen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 94-95.&#034; id=&#034;nh6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nicht dass das irgendwie beabsichtigt oder geplant gewesen w&#228;re (h&#246;chstens erhofft), aber die Konjunktur war passend. Das Problem war, dass diese &#8222;neue Fr&#246;mmigkeit&#8220; unvermeidlich fr&#252;her oder sp&#228;ter die Frage des saudisch-wahhabitischen Pakts und des saudischen Herrschaftsanspruchs stellen musste. Das geschah am 20. November 1979, dem ersten Tag des Jahres 1400 gem&#228;ss islamischem Kalender. Die Wahl des Datums bezieht sich auf die muslimische Tradition des &lt;i&gt;mujaddid&lt;/i&gt;, auf den sich auf einen Hadith beziehenden Glauben, dass an jedem Jahrhundertwechsel ein Erneuerer erscheint, der den Islam von &#228;usseren Elementen reinigt und ihm seine urspr&#252;ngliche Reinheit zur&#252;ckgibt. Zwischen 300 und 600 bewaffnete K&#228;mpfer brachten die Grosse Moschee von Mekka unter ihre Kontrolle. Sie nannten sich die Ichwan, die Br&#252;der, der Name der hanbalitischen Miliz, welche in den 1910er und 1920er Jahren f&#252;r einen grossen Teil der saudischen Territorialgewinne verantwortlich gewesen war und daraufhin zwischen 1927 und 1930 erfolglos gegen die Dynastie der Saud revoltiert hatte. Erst am 4. Dezember, nach heftigen K&#228;mpfen, mehreren Hundert Toten und Verletzen und dem Einsatz pakistanischer und franz&#246;sischer Spezialkr&#228;fte konnte die saudische Armee die Kontrolle &#252;ber die Moschee zur&#252;ckgewinnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man sollte nicht vergessen, dass Saudi-Arabien, wie es Steve Coll treffend bemerkte, der einzige moderne Nationalstaat ist, der durch einen Jihad geschaffen worden ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Steve Coll, Ghost Wars. The Secret History of the CIA, Afghanistan, (...)&#034; id=&#034;nh7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Diese Tatsache pr&#228;destinierte das K&#246;nigreich dazu, auch im 1979 ausgerufenen Jihad gegen die sowjetischen Invasoren Afghanistans eine zentrale Rolle zu spielen. Ende April 1978 &#252;bernahm die Demokratische Volkspartei Afghanistans (DVPA) mithilfe eines milit&#228;rischen Putsches die Macht in Kabul. Entgegen anf&#228;nglichen Vermutungen im Westen war der Putsch nicht von Moskau angeordnet worden. Obwohl die DVPA die offizielle moskautreue Partei Afghanistans war, war ihr Putsch nicht Grund f&#252;r besonders grossen Enthusiasmus im Kreml: &#8222;Sp&#228;ter offenbarte mir der Anf&#252;hrer der DVPA, Taraki, dass die afghanischen Anf&#252;hrer die M&#246;glichkeit gehabt h&#228;tten, die Sowjets &#252;ber den sich abzeichnenden Staatsstreich zu informieren, doch dass sie es absichtlich nicht getan h&#228;tten, denn sie bef&#252;rchteten, dass Moskau sie davon w&#252;rde abbringen wollen, eine bewaffnete Rebellion zu unternehmen, mit dem Argument der Abwesenheit einer revolution&#228;ren Situation in Afghanistan als Vorwand. Diese Bef&#252;rchtungen waren nicht unbegr&#252;ndet. H&#228;tte die UdSSR Kenntnis gehabt von ihren Absichten, h&#228;tte sie ihnen wahrscheinlich geraten, von diesem Projekt abzusehen, denn es gab von einem marxistischen Standpunkt aus tats&#228;chlich keine revolution&#228;re Situation im Land und die Beziehungen der UdSSR mit Afghanistan waren freundschaftlich unter Zahir Schah und unter Daoud, trotz dem Flirt Daouds mit dem Westen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Assem Akram, Histoire de la guerre d&#8216;Afghanistan, Paris, Balland, 1996, S. (...)&#034; id=&#034;nh8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die DVPA wurde Anfang 1965 im Haus Tarakis gegr&#252;ndet. Sie war von Anfang an gezeichnet vom Graben zwischen Stadt und Land, verk&#246;rpert durch die beiden Fraktionen Parcham (&#8222;Fahne&#8220;) und Khalq (&#8222;Volk&#8220;). Parcham war jene Fraktion, welche Daoud 1973 in seinem Putsch unterst&#252;tzte und grunds&#228;tzlich das Vertrauen Moskaus genoss, der eher urbane Fl&#252;gel der Partei, Khalq, die rurale, haupts&#228;chlich paschtunische Fraktion der Partei hatte in Moskau wenig Kredit. Zwischen 1966 und 1976 waren sie komplett gespalten, die Wiedervereinigung 1976 erlaubte den Putsch 1978, der sich sehr bald f&#252;r praktisch alle Beteiligten als sehr problematisch erweisen w&#252;rde, Nur Muhammad Taraki, der historische Anf&#252;hrer der Khalq-Fraktion, sass auf einem Schleudersitz&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 98-108.&#034; id=&#034;nh9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Neben dem &#8222;Aufbau des Sozialismus&#8220; genoss auch die Liquidation der gegnerischen Fraktion eine sehr hohe Priorit&#228;t: &#8222;Sie nahmen eine maximalistische Politik mit Landreform und Alphabetisierung in Angriff und leiteten den sofortigen Aufbau des Sozialismus ein, der sie &#8211; begleitet von Tausenden Verhaftungen und Hinrichtungen &#8211; der breiten Masse der Bev&#246;lkerung entfremdete. Mit einer S&#228;uberungsaktion, der sogar f&#252;hrende K&#246;pfe aus den eigenen Reihen zum Opfer fielen, schaltete die radikalere Khalq-Fraktion die Parcham aus, deren F&#252;hrung nach Moskau fl&#252;chtete. Ab April 1979 brachen &#252;berall im Land Aufst&#228;nde aus, und im Dezember kontrollierte die Partei nur noch die St&#228;dte.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., S. 174.&#034; id=&#034;nh10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Im September 1979 traf es Taraki selbst: Er wurde von seinem &#8222;Genossen&#8220; Hafizullah Amin zum R&#252;cktritt gezwungen und einen Monat sp&#228;ter ermordet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der afghanisch-sowjetische Krieg&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit der 1968 als nachtr&#228;gliche Rechtfertigung der Invasion der Tschechoslowakei erschaffenen, die Irreversibilit&#228;t einer sozialistischen Revolution postulierenden Breschnew-Doktrin auf der einen Seite und der Pflicht zum defensiven Jihad im Falle einer Invasion des Dar al-Islam auf der anderen war der Spielraum f&#252;r Verhandlungen schon auf rein ideologischer Ebene gering, die geostrategische Bedeutung Afghanistans und der Kontext des Kalten Krieges besorgten den Rest. Gem&#228;ss Akram wurde die Entscheidung zugunsten einer sowjetischen Intervention am 12. Dezember 1979 in Moskau gef&#228;llt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Assem Akram, op. cit., S. 141. Am 10. gem&#228;ss Rodric Braithwaite, (...)&#034; id=&#034;nh11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Zuerst einmal mussten die Fraktionsk&#228;mpfe zu Moskaus Zufriedenheit geregelt werden, deshalb wurde am 27. Dezember 1979 Amin von einem sowjetischen Spezialkommando im Pr&#228;sidentenpalast eliminiert und durch Babrak Karmal ersetzt, den Anf&#252;hrer der Parcham-Fraktion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Washington war man sich selbstverst&#228;ndlich einig, dass man Moskau nicht einfach gew&#228;hren lassen k&#246;nnte. Schon ein paar Tage nach dem sowjetischen Einmarsch &lt;a href=&#034;https://sites.temple.edu/immerman/brezenski-memoranda-to-carter-on-soviet-intervention-in-afghanistan/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;war f&#252;r Brzezinski klar: Endlich w&#252;rde man sich an der UdSSR f&#252;r Vietnam r&#228;chen k&#246;nnen.&lt;/a&gt; Das &#8222;sowjetische Vietnam&#8220; war in den folgenden Jahren ein gefl&#252;geltes Bonmot in prowestlichen diplomatischen Kreisen. Besonders ein texanischer demokratischer Kongressabgeordneter machte sich Afghanistan zu seiner Mission: Charlie Wilson, ein undurchsichtiger Gesch&#228;ftsmann, pers&#246;nlicher Freund von Somoza, Alkoholiker und nicht besonders diskreter Kokainkonsument&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Falls nicht anders angegeben, stammen alle Angaben zu Wilson aus George (...)&#034; id=&#034;nh12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Zusammen mit seinem Kumpel Gust Avrakotos von der CIA war er dabei, der im Sommer 1979 unter Carter lancierten Operation Cyclone eine ganz neue Qualit&#228;t zu verschaffen, ohne sich gross um demokratische Gepflogenheiten und Transparenz zu sorgen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Januar 1980 gab Carter gr&#252;nes Licht f&#252;r die direkte Bewaffnung der Mudjahedin, in Wirklichkeit begann die Unterst&#252;tzung allerdings wohl schon im Mai 1979, als &lt;a href=&#034;https://nsarchive2.gwu.edu//NSAEBB/NSAEBB57/essay.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;ein &#8222;Beamter der CIA&#8220; Hekmatyar traf, die ersten Treffen begannen ab April 1979, das wissen wir kurioserweise nur, weil iranische Studenten Anfang November 1979 in die amerikanische (und auch in die britische) Botschaft eindrangen, dort heftig randalierten und u.a. die das belegenden Dokumente der CIA pl&#252;nderten&lt;/a&gt;. Washington und Riad waren im wesentlichen f&#252;r die Beschaffung von Geld und Waffen verantwortlich, der pakistanische Geheimdienst ISI f&#252;r die Verteilung des Materials und dem Kontakt zu den afghanischen Aufst&#228;ndischen. Die Verbindungsm&#228;nner zwischen CIA und ISI waren haupts&#228;chlich Wilson und Avrakotos. Die milit&#228;rische Operationshoheit &#252;ber die Geld- und Waffenfl&#252;sse wurden, einmal in Karachi angekommen, dem ISI &#252;bergeben, welcher sich um den Transport nach Peschawar und die dortige Verteilung an die afghanischen Mudjahedin k&#252;mmerte. Sieben sunnitische islamistische Parteien wurden unterst&#252;tzt, die drei ersten werden allgemein als &#8222;gem&#228;ssigt&#8220;, die vier letzteren als &#8222;radikal&#8220; klassifiziert:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Islamische und Nationale Revolutionsbewegung Afghanistans: kleine Bewegung, aktiv haupts&#228;chlich im S&#252;den und Osten Afghanistans, zerfiel in den 1990er Jahren, einige desertierten zu den Taliban, andere gr&#252;ndeten die marginale Nationale und Islamische Partei f&#252;r Wohlstand Afghanistans;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Nationale Befreiungsfront: konservative paschtunische Sufi-Tradition, die Bewegung zerfiel weitgehend, der historische Anf&#252;hrer Sibghatullah Modschaddedi zog sich nach dem R&#252;ckzug der Russen fast vollst&#228;ndig aus dem politischen Leben zur&#252;ck und erschien zwischendurch wieder als Experte und/oder Vermittler auf der politischen B&#252;hne, er starb Anfang 2019;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Nationale Islamische Front Afghanistans: einflussreich v.a. in der Provinz Nangarhar und in Kabul, haupts&#228;chlich ein Familienunternehmen von Ahmed Gailani (1932-2017), er unterst&#252;tzte Ende der 1990er die Nordallianz gegen die Taliban und 2004 Karzai in seinem Pr&#228;sidentschaftswahlkampf, verschwand daraufhin nahezu g&#228;nzlich in der Bedeutungslosigkeit;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Islamische Vereinigung Afghanistans: als &#252;berwiegend von ethnischen Tadschiken gepr&#228;gt ist sie die einzige nicht-paschtunische vom ISI unterst&#252;tzte Partei &#8211; verb&#252;ndet damals mit Ahmad Schah Massoud, dem &#8222;L&#246;wen von Pandjschir&#8220; und ungl&#252;cklichen Geheimfavoriten des MI6, der am 9. September 2001 von zwei sich als belgische Journalisten ausgebenden Selbstmordattent&#228;tern ermordet wurde &#8211; Ende der 1990er Jahre Teil der Nordallianz und heute im afghanischen Parlament vertreten;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Islamische Union f&#252;r die Befreiung Afghanistans: paschtunische Partei mit einer tadschikischen Minderheit, haupts&#228;chlich stark in Paghman, im Westen der Provinz Kabul, Partei von Abdul Rasul Sayyaf, verd&#228;chtigt, in der Ermordung Massouds eine Rolle gespielt zu haben, heute relativ erfolgreicher Politiker in der Provinz Kandahar, im B&#252;rgerkrieg auf der Seite der Taliban und f&#252;r hemmungslose Brutalit&#228;t ber&#252;chtigt, seit 2007 marginale Partei in der rechten Ecke des afghanischen Parlaments, die sich haupts&#228;chlich f&#252;r die Begnadigung von gefangenen K&#228;mpfern der Taliban einsetzt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Islamische Partei (Chalis-Fraktion): eine &#8222;gem&#228;ssigte&#8220; Abspaltung von Gulbuddin Hekmatyars 1973 gegr&#252;ndeter Islamischer Partei, die Partei unter der F&#252;hrung von Junis Chalis unterst&#252;tzte in den 1990er Jahren die Taliban, aus dieser Partei stammt urspr&#252;nglich auch der 2018 gestorbene Jalaluddin Haqqani (den Wilson damals als &#8222;personifizierte Gottheit&#8220; bezeichnet hatte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 473.&#034; id=&#034;nh13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;), dessen Haqqani-Netzwerk, das seit 2014 von seinem Sohn angef&#252;hrt wird, bis heute eng mit den Taliban zusammenarbeitet;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Islamische Partei (Hekmatyar-Fraktion): 1973 gegr&#252;ndete islamistische Partei unter der F&#252;hrung von Gulbuddin Hekmatyar, der als Urvater des afghanischen Jihadismus bezeichnet werden kann und der heimliche Favorit des ISI war, die Praxis der Partei w&#228;hrend dem Krieg und dem darauf folgenden B&#252;rgerkrieg waren von einer kompromisslosen Linie und hemmungsloser Brutalit&#228;t gepr&#228;gt, den &#220;bernamen &#8222;Schl&#228;chter von Kabul&#8220; hat sich Hekmatyar redlich verdient, das 1984 von Abdallah Yusuf Azzam, Osama bin Laden und Aiman al-Zawahiri gegr&#252;ndete Dienstleistungsb&#252;ro (das weiter unten etwas ausf&#252;hrlicher analysiert wird) arbeitete haupts&#228;chlich mit ihm zusammen, w&#228;hrend dem Taliban-Regime war er im iranischen Exil, schloss sich aber ab 2001 bin Laden an, &lt;a href=&#034;https://www.rferl.org/a/islamic-state-afghanistan-hekmatyar/27114317.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;proklamierte 2015 seine Unterst&#252;tzung des IS&lt;/a&gt; und unterzeichnete am 22. September 2016 ein Friedensabkommen mit der afghanischen Regierung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Daneben k&#228;mpften eine vom Iran unterst&#252;tzte schiitische und eine von China unterst&#252;tzte maoistische Koalition gegen die sowjetische Invasion, in Anbetracht der, je nach Sch&#228;tzungen, zwischen &lt;a href=&#034;http://www.bpb.de/internationales/amerika/usa/10625/reagan-jahre?p=all&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;zwei&lt;/a&gt; und &lt;a href=&#034;http://www.spiegel.de/einestages/30-jahre-afghanistan-invasion-a-948665.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;sechs&lt;/a&gt; von der CIA im Rahmen der Operation Cyclone in die sunnitischen Gruppen investierten Milliarden sind diese beiden Koalitionen jedoch vernachl&#228;ssigbar und es soll hier nicht weiter auf sie eingegangen werden. Es sollte allerdings pr&#228;zisiert werden, dass die Maoisten unter der DVPA mit einer systematischen Repression konfrontiert waren, aber auch von ihren islamistischen &#8222;Waffenbr&#252;dern&#8220; sehr misstrauisch be&#228;ugt und immer mal wieder angegriffen wurden, so wurde z.B. Faiz Ahmad, der Anf&#252;hrer der Afghanischen Befreiungsorganisation, am 12. November 1986 zusammen mit sechs seiner Genossen von Hekmatyars Schergen ermordet. Eine erw&#228;hnenswerte Ausnahme des afghanischen Maoismus in diesem Kontext ist die 1977 gegr&#252;ndete Revolution&#228;re Vereinigung der Frauen Afghanistans (RAWA), sie verurteilte sowohl die Regierung der DVPA als auch das B&#252;ndnis mit den Islamisten und hat bis heute den historischen Verdienst, seit ihrer Gr&#252;ndung keine einzige afghanische Regierung und ausl&#228;ndische Invasion unterst&#252;tzt zu haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es soll hier nur in den groben Linien auf den genauen Kriegsverlauf eingegangen werden. Akram folgend kann er in drei Abschnitte unterteilt werden, die &#8222;Stationierung der Truppen&#8220; 1979-1982, der &#8222;intensivste Abschnitt&#8220; 1982-1986 und &#8222;sowjetische R&#252;ckschl&#228;ge und R&#252;ckzug&#8220; 1986-1989&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Assem Akram, op. cit., S. 173-176.&#034; id=&#034;nh14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Er sch&#228;tzt, dass schon 1981-1982 80% des Territoriums von den Mudjahedin kontrolliert war, nachts wurde es dort vollst&#228;ndig dunkel, um sowjetische Luftangriffe zu vermeiden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 176.&#034; id=&#034;nh15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Vielleicht noch mehr, je nachdem, ob seine Sch&#228;tzung sich auf den Tag oder die Nacht bezieht, denn sie kontrollierten die l&#228;ndlichen Regionen in der Nacht, auch wenn es am Tag nicht unbedingt der Fall war&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Rodric Braithwaite, op. cit., S. 164. Das gleiche gilt heute in (...)&#034; id=&#034;nh16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Desertionen waren ein grosses Problem f&#252;r die afghanische Armee, bis zu 60% der Soldaten sollen zu den Mudjahedin &#252;bergelaufen sein&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 136-137.&#034; id=&#034;nh17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ein gewisser Teil vielleicht aus ideologischen Gr&#252;nden, aber wohl eher wegen der kaltbl&#252;tigen Grausamkeit der Kriegsf&#252;hrung auf beiden Seiten, in einer solchen Situation kann es vorkommen, dass man sich der st&#228;rkeren Fraktion ohne jegliche ideologische Betrachtungen anschliesst&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Gregory Feifer, The Great Gamble. The Soviet War in Afghanistan, New (...)&#034; id=&#034;nh18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abgesehen von einigen wenigen kritischen, haupts&#228;chlich feministischen Stimmen war &lt;a href=&#034;https://fair.org/extra/forgotten-coverage-of-afghan-freedom-fighters/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;die Begeisterung &#252;ber die afghanischen &#8222;Freiheitsk&#228;mpfer&#8220; in der westlichen Medienwelt einhellig&lt;/a&gt;. In einem Anflug orientalistischen &#220;bereifers war der Enthusiasmus f&#252;r die frommen und b&#228;rtigen Mudjahedin &#252;berschw&#228;nglich, sie wurden als unschuldige und bescheidene Stammesangeh&#246;rige dargestellt, die, in Anbetracht einer Invasion durch das &#8222;Reich des B&#246;sen&#8220;, bloss ihre Traditionen und ihre Religion verteidigen wollten und dabei von westlichen Geheimdiensten &#8222;ein bisschen&#8220; unterst&#252;tzt wurden. Kritische Journalisten &lt;a href=&#034;https://fair.org/extra/forgotten-coverage-of-afghan-freedom-fighters/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;riskierten, von eingebetteten Missionen mit den Mudjahedin ausgeschlossen zu werden&lt;/a&gt; und somit fast jeglichen Zugang zu Informationen zu verlieren. Die Berichterstattung der sowjetischen Presse war vermutlich sogar kritischer und objektiver, sie wird h&#228;ufig als Beleg f&#252;r Gorbatschows Politik der Glasnost angef&#252;hrt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe z.B. ebd., S. 213.&#034; id=&#034;nh19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Im Gegensatz zu den anderen sowjetischen Journalisten, die in Kabul stationiert waren, war Artyom Borovik ab 1987 in diverse sowjetische Truppen eingebettet&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Sarah E. Mendelson, Changing Course. Ideas, Politics, and the Soviet (...)&#034; id=&#034;nh20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Er schrieb kritische Artikel im Magazin &lt;i&gt;Ogonyok&lt;/i&gt; und ver&#246;ffentlichte 1990 ein Buch, das simultan auf Englisch und Russisch erschien&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Artyom Borovik, The Hidden War. A Russian Journalist&#8216;s Account of (...)&#034; id=&#034;nh21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schon auf der ersten Seite ist der def&#228;tistische Ton gegeben: &#8222;Verr&#252;ckte Leute nannten Afghanistan &#8218;eine Schule des Mutes&#8216;. Und waren weise genug, ihre S&#246;hne nicht dorthin zu schicken. Sie sprachen von &#8218;internationaler Pflicht&#8216;, &#8218;der Schlacht gegen die S&#246;ldner des Imperialismus an den s&#252;dlichen Grenzen unseres Vaterlandes&#8216;, &#8218;der resoluten Zur&#252;ckweisung der Aggression durch die Reaktion&#228;re der Region&#8216;. Und so weiter, und so fort. Sie versuchten, sich selbst und den Rest des Landes von der Tatsache zu &#252;berzeugen, dass Afghanistan &#8218;aus unreifen Jugendlichen standhafte K&#228;mpfer f&#252;r unseren kommunistischen Glauben macht&#8216;. Doch sollte Afghanistan Leute zum Glauben inspiriert haben, so war es ein Glaube, der ganz anders war, als jener, welcher von unserer Propaganda proklamiert wurde.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 1.&#034; id=&#034;nh22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Zudem r&#228;umt er offen ein, dass Amin vom KGB ermordet worden ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 5.&#034; id=&#034;nh23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, spricht von Desertionen, verkauften sowjetischen Dienstwaffen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 36.&#034; id=&#034;nh24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und auch &#252;ber die von sowjetischen Soldaten begangenen Grausamkeiten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe z.B. ebd., S. 258.&#034; id=&#034;nh25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Dar&#252;ber hinaus zeigt sein Bericht, dass phantasievolle improvisierte Sprengfallen nicht vom IS erfunden worden sind: &#8222;Der Zwischenfall [die Entdeckung eines Thermoskruges mit eingebauter Sprengfalle] erweckt Verwunderung in mir &#252;ber den betr&#228;chtlichen Erfindergeist dieser Banditen, &#252;ber deren reiche und unersch&#246;pfliche Vorstellungskraft. Innerhalb jedes befestigten Punktes &#8211; den Bunkern, Betonbunkern, den vierst&#246;ckigen Sch&#252;tzengr&#228;ben unter dem Boden &#8211; finden die Soldaten mit Sprengfallen versehene Kugelschreiber, Uhren, Feuerzeuge, Kassettenrekorder und &#228;hnliches. Der versteckte Tod ist so meisterhaft getarnt worden, dass nur jemand mit einem ge&#252;bten Auge ihn sehen kann.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 35-36.&#034; id=&#034;nh26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Heroin als Bumerang&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie schon damals in Vietnam, war Heroin erneut der Treibstoff des Krieges: &#8222;Aber sie [die amerikanischen und arabischen Zahlungen] f&#252;hrten auch, da sich viele an ihnen bereichern wollten, zu einem rapiden Anstieg der Kriminalit&#228;t, vor der jeder die Augen verschlo&#223;, solange die Russen in Afghanistan standen, deren verheerende Folgen aber den Verwerfungen am Ende des Jahrzehnts den Weg bereiteten. So versorgten riesige Schiffsladungen mit leichten Waffen, die von der CIA geliefert und im Hafen von Karatschi gel&#246;scht wurden, zun&#228;chst den lokalen Markt (und machten diese Stadt zu einer der gewaltt&#228;tigsten der Welt), ehe sie an die offiziellen Empf&#228;nger weitergeleitet wurden. Und zur&#252;ck kamen die Lastwagen mit Heroin, das aus dem in Afghanistan und in den &#8218;Stammesgebieten&#8216; an der pakistanischen Grenze angebauten Opium gewonnen und &#252;ber Karatschi exportiert wurde. Die Begehrlichkeiten, die die amerikanischen und arabischen Hilfslieferungen weckten, und die riesigen Profite, die Gelegenheitskriminelle aus ihnen zogen, bereiteten nach Abzug der Sowjets zun&#228;chst den USA, dann auch den arabischen Staaten gr&#246;&#223;tes Kopfzerbrechen, als hochger&#252;stete Gruppen, die ihrer Kontrolle entglitten waren und vom Drogenhandel lebten, nach eigenem Gutd&#252;nken &#252;berall auf dem Globus den Dschihad ausriefen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., S. 180-181.&#034; id=&#034;nh27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Dieser Drogenschmuggel der Mudjahedin war ein offenes Geheimnis und wird auch von Mohammad Yousuf, dem f&#252;r die Mission verantwortlichen Kommandanten des ISI, in seinen Memoiren offen einger&#228;umt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Mohammad Yousaf, Mark Adkin, The Bear Trap. The Defeat of A (...)&#034; id=&#034;nh28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mitte der 1980er Jahre begann als direkte Folge der Heroinpreis ziemlich &#252;berall im Westen zu sinken und Heroinabh&#228;ngige wurden in dieser Zeit in den meisten grossen St&#228;dten zu einem g&#228;ngigen Strassenbild. Der Goldene Halbmond l&#246;ste gleichzeitig allm&#228;hlich das Goldene Dreieck als wichtigster geographischer Ursprung des weltweit konsumierten Heroins ab. Heutzutage produziert Afghanistan je nach Sch&#228;tzungen etwa 90% davon. 2017 wurde der Umsatz der Heroinproduktion Afghanistans auf &lt;a href=&#034;https://www.unodc.org/documents/crop-monitoring/Opium-survey-peace-security-web.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;zwischen 4.1 und 6.6 Milliarden Dollar gesch&#228;tzt, was 20 bis 32% des afghanischen BIP repr&#228;sentiert&lt;/a&gt;, &lt;a href=&#034;https://www.politifact.com/global-news/statements/2017/apr/04/ted-yoho/yoho-afghanistan-poppy-growth-way/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;sie garantiert etwa 400&#8216;000 Afghanen einen Job, mehr als die afghanische Armee&lt;/a&gt;. Gleichzeitig ist die Abh&#228;ngigkeit von Opiaten auch in der afghanischen Bev&#246;lkerung explodiert, was in einem Land, &lt;a href=&#034;https://www.nytimes.com/2016/06/06/world/asia/afghanistan-kabul-graveyard.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;wo es an Platz f&#252;r Friedh&#246;fe mangelt&lt;/a&gt;, alles andere als erstaunlich ist. &lt;a href=&#034;https://www.vice.com/de_ch/article/yvea8j/afghanistans-opiumplage&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Epizentrum der afghanischen Drogenszene ist das Untergeschoss der Br&#252;cke Pul-sokhta in Kabul&lt;/a&gt;, eine massive Konzentration verdr&#228;ngten Elends.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In die andere Richtung flossen anf&#228;nglich haupts&#228;chlich leichte Waffen und die Absender waren um eine gewisse Diskretion bem&#252;ht. Gem&#228;ss Yousuf seien bis 1985 nur urspr&#252;nglich aus dem sozialistischen Block stammende Waffen an die Mudjahedin geliefert worden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 83.&#034; id=&#034;nh29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Damit konnten sie zwar den Boden kontrollieren, doch die sowjetische Armee kontrollierte die Luft: &#8222;Luftmacht war gewiss des Feindes gr&#246;sste St&#228;rke. Sie bescherte ihm nicht nur unbegrenzte Feuerkraft sondern auch Mobilit&#228;t. Richtig benutzt und zusammen kombiniert k&#246;nnte dies zur taktischen, oder gar strategischen Niederlage der Guerillas auf dem Schlachtfeld f&#252;hren. Das Problem vom Standpunkt der Mudjahedin aus gesehen war nicht einmal, dass sie selbst keine Luftmacht hatten, sondern dass ihre Mittel, um den Beschuss der Flugzeuge und Helikopter des Feindes zu erwidern, sich auf einige alte SA-7 beschr&#228;nkten, schultergest&#252;tzte Kurzstrecken-Boden-Luft-Raketen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb30&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 59.&#034; id=&#034;nh30&#034;&gt;30&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das sollte sich 1986 &#228;ndern: Am 26. September testeten K&#228;mpfer Hekmatyars zum ersten Mal die brandneue amerikanische Flugabwehrrakete Stinger im Gefecht&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb31&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe George Crile, op. cit., S. 426-427.&#034; id=&#034;nh31&#034;&gt;31&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ob diese Tatsache ein Wendepunkt im Kriegsverlauf darstellte oder nicht, dar&#252;ber streiten sich die Experten. Sie d&#252;rfte jedenfalls die sowjetische Niederlage besiegelt haben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb32&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Rodric Braithwaite, op. cit., S. 205.&#034; id=&#034;nh32&#034;&gt;32&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Unerw&#252;nschter Nebeneffekt der Sache war, dass die etwa 1&#8216;000 gelieferten Stinger aufgrund der Korruption oder als Kriegsbeute manchmal bei ungeplanten Empf&#228;ngern landeten, schon bald waren auch der Iran und Russland stolze Besitzer davon. &lt;a href=&#034;https://slate.com/news-and-politics/2001/10/stingers-stingers-who-s-got-the-stingers.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Noch 2011 fragte man sich&lt;/a&gt;, wo die Stinger mittlerweile genau sein k&#246;nnten, diverse jihadistische Gruppen rund um die Welt besitzen einen oder mehrere und die CIA investierte sogar doppelt so viel wie die Stinger selbst gekostet hatten, 65 Millionen Dollar, um so viele wie m&#246;glich davon zur&#252;ckzukaufen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sowjetischer R&#252;ckzug, Machtergreifung der Taliban und Globalisierung des Jihad&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau wie heute ein bisschen &#252;berall auf der Welt schlossen sich auch damals ausl&#228;ndische Freiwillige den Mudjahedin an, haupts&#228;chlich von der arabischen Halbinsel und anderen islamischen Regionen. W&#228;hrend gewisse junge Araber aus reichem Haus (oder Palast) Afghanistan benutzten, um einen abenteuerlichen Urlaub zu verbringen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb33&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Gilles Kepel, op. cit., S. 185.&#034; id=&#034;nh33&#034;&gt;33&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, kamen andere ausl&#228;ndische Freiwillige mit ernsthafteren Absichten, so &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Contre-l-Etat-islamique-contre-la&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;reiste z.B. ein gewisser Abu Mus&#8216;ab al-Zarqawi Ende der 1980er Jahre nach Afghanistan, um sich Hekmatyars Fraktion anzuschliessen&lt;/a&gt;. Es war der Beginn einer langen jihadistischen Karriere und man w&#252;rde sp&#228;ter noch viel von ihm h&#246;ren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zur Betreuung der ausl&#228;ndischen Freiwilligen gr&#252;ndete der Pal&#228;stinenser Abdullah Azzam, ein nicht unbedeutender jihadistischer Theoretiker dieser Zeit, 1984 gemeinsam mit Osama bin Laden und Ayman al-Zawahiri das Dienstleistungsb&#252;ro, das 1986 sogar ein erstes amerikanisches B&#252;ro in Tucson im Bundesstaat Arizona er&#246;ffnete, um dort in der arabischen Gemeinschaft f&#252;r die Mudjahedin zu rekrutieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb34&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Steve Coll, op. cit., S. 155.&#034; id=&#034;nh34&#034;&gt;34&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Azzam starb am 24. November 1989 und bin Laden &#252;bernahm das Dienstleistungsb&#252;ro. Er gab ihm einen neuen Namen: die Basis, auf Arabisch Al-Qaida&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb35&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 204.&#034; id=&#034;nh35&#034;&gt;35&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Sorgen dar&#252;ber machte sich bei der CIA damals niemand, bin Laden war schliesslich gem&#228;ss der g&#228;ngigen Einsch&#228;tzung &#8222;nicht anti-amerikanisch&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb36&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 156.&#034; id=&#034;nh36&#034;&gt;36&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu diesem Zeitpunkt war der sowjetische R&#252;ckzug schon weit fortgeschritten und der sowjetisch-afghanische Krieg ging allm&#228;hlich in den afghanischen B&#252;rgerkrieg &#252;ber. Bereits am 4. Dezember 1987 war in Washington der geordnete sowjetische R&#252;ckzug zwischen der CIA und dem KGB diskutiert worden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb37&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 168-169.&#034; id=&#034;nh37&#034;&gt;37&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Nach dem Mauerfall Anfang November 1989 war den meisten Beteiligten klar, dass die B&#252;ndnisse von gestern nicht mehr die B&#252;ndnisse von morgen sein w&#252;rden, das &#8222;Ende der Geschichte&#8220; und seine genauen Konturen kannte allerdings noch niemand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Herbst 1990 kam es zum Bruch zwischen bin Laden und Saudi-Arabien. Bin Laden wollte das Problem der irakischen Invasion von Kuwait mithilfe des Jihad l&#246;sen, Saudi-Arabien hielt eine amerikanische Intervention f&#252;r die vern&#252;nftigere L&#246;sung, auch Hekmatyar und Sayyaf wollten kein B&#252;ndnis mit den USA&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb38&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 222-223.&#034; id=&#034;nh38&#034;&gt;38&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Mitte 1991 wurde bin Laden vom saudischen Geheimdienst freundlich informiert, dass die USA ihm wom&#246;glich auf den Fersen seien und er zu &#8222;seinem eigenen Wohl&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb39&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 231.&#034; id=&#034;nh39&#034;&gt;39&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; aus Saudi-Arabien verbannt werde. Nach einem Zwischenhalt, je nach Quellen, in Afghanistan oder Pakistan fand er 1992 Unterschlupf im Sudan&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb40&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 601-602.&#034; id=&#034;nh40&#034;&gt;40&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, wo 1989 die islamistische Nationale Kongresspartei von Omar al-Bashir durch einen Putsch an die Macht gekommen war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am 13. September 1991 einigten sich der amerikanische Staatssekret&#228;r James Baker und der sowjetische Aussenminister Boris Pankin auf eine beidseitige Einstellung der Unterst&#252;tzung f&#252;r die Rebellen respektive die Regierung der DVPA&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb41&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 232.&#034; id=&#034;nh41&#034;&gt;41&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Im Dezember 1991, kurz vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion, zog sich der KGB aus Afghanistan zur&#252;ck und Anfang 1992 wurde wie vereinbart die Hilfe f&#252;r Najibullah eingestellt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb42&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Rodric Braithwaite, op. cit., S. 299.&#034; id=&#034;nh42&#034;&gt;42&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Nach dem Fall seiner Regierung im April 1992 gibt es nicht mehr viele Gr&#252;nde f&#252;r eine aufgrund der grossen Gefahr und der chaotischen Lage sehr kostspielige amerikanische Pr&#228;senz. Die T&#252;ren der amerikanischen Botschaft waren schon seit 1989 in der Regel geschlossen, Ende 1992 zog dann das gesamte Personal in ruhigere Gefilde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der letzte amerikanische Botschafter in Kabul f&#252;r eine Periode, die neun Jahre dauern sollte, Peter Tomsen, sorgte sich in seinem letzten Memo am 18. Dezember 1992 ziemlich weitsichtig &#252;ber &#8222;die Bem&#252;hungen der islamischen Extremisten, Afghanistan als Basis f&#252;r Training und Ausf&#252;hrung von Terrorismus in der Region und dar&#252;ber hinaus zu benutzen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb43&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Steve Coll, op. cit., S. 239.&#034; id=&#034;nh43&#034;&gt;43&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Seine Einsch&#228;tzung der Lage war (zurecht) d&#252;ster, er schrieb einige Wochen sp&#228;ter: &#8222;Amerikanische Beharrlichkeit in der Aufrechterhaltung unserer schon etablierten Stellung in Afghanistan k&#246;nnte betr&#228;chtlich &#8211; auf g&#252;nstige Art und Weise &#8211; zu einem gem&#228;ssigten Ausgang beitragen, das w&#228;re gleichbedeutend mit der Untergrabung der Extremisten, der Aufrechterhaltung einer Freundschaft mit einem strategisch gelegenen, freundlich gesinnten Land, einem Beitrag zur Erf&#252;llung anderer Ziele in Afghanistan und einer breiteren zentralasiatischen Region, z.B. Bet&#228;ubungsmittel, Wiedererlangung der Stinger, Anti-Terrorismus&#8230; Wir setzen uns der Gefahr aus, jene St&#228;rken wegzuwerfen, welche wir uns in den letzten zehn Jahren zu einem betr&#228;chtlichen Preis aufgebaut haben&#8230; Unser Einsatz, wenn auch beschr&#228;nkt, ist wichtig im heutigen geostrategischen Zusammenhang. Die Gefahr ist, dass wir das Interesse verlieren und vorteilhafte Investitionen in Afghanistan aufgeben, was eine Region gef&#228;hrdet, wo wir wenige, aber wertvolle Hebel haben.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb44&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh44&#034;&gt;44&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Kassandra h&#228;tte es nicht besser formulieren k&#246;nnen&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es soll hier nicht detailliert auf den bis 1996 dauernden B&#252;rgerkrieg eingegangen werden, einzig auf jene politische Kraft, welche am Ende davon an die Macht gelangt war: die Taliban. &#8222;Taliban&#8220; ist Paschtunisch f&#252;r &#8222;Studenten&#8220; und verweist auf ihren Ursprung in den Koranschulen der Region Kandahar und der pakistanischen Grenzregion. Im Fr&#252;hling 1994 eroberten sie die erste Ortschaft, das Dorf Spin Boldak an der pakistanischen Grenze. Am 3. November des gleichen Jahres fiel ihnen die zweitgr&#246;sste Stadt Afghanistans, die s&#252;dliche Grossstadt Kandahar in die H&#228;nde, weniger als ein Jahr sp&#228;ter, im September 1995, die drittgr&#246;sste, mehrheitlich nicht-paschtunische Grossstadt Herat im Westen. Schon seit Fr&#252;hling genossen sie die alleinige &#8211; wenn auch etwas misstrauische &#8211; Unterst&#252;tzung des ISI, die Fraktion von Jaladdin Haqqani hatte sich damals ebenfalls den Taliban angeschlossen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb45&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 293.&#034; id=&#034;nh45&#034;&gt;45&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Im September 1996 eroberten sie Kabul und proklamierten am 27. das &#8222;Islamische Emirat Afghanistans&#8220;, der Beginn ihrer f&#252;nfj&#228;hrigen Herrschaft &#252;ber das Land.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erst nach einem langen Hin und Her schafften sie es, den Norden des Landes vollst&#228;ndig zu kontrollieren. Die im Mai 1997 begonnene blutige Auseinandersetzung mit den haupts&#228;chlich von Russland und dem Iran unterst&#252;tzten lokalen Machthabern der Metropole des Nordens und viertgr&#246;ssten Stadt Masar-e Sharif kulminierte im August 1998 in der Macht&#252;bernahme der Taliban und einem Massaker Tausender, haupts&#228;chlich schiitischer Zivilisten. Nachdem ihre Regierung schon nach der Eroberung Kabuls von den USA anerkannt worden war, folgten nun Pakistan, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, auf der zwischenzeitlich im Herbst 1997 erschienen ersten offiziellen amerikanischen Liste ausl&#228;ndischer terroristischer Organisationen sucht man die Taliban oder Al-Qaida vergeblich&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb46&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd, S. 334, 349 und 351.&#034; id=&#034;nh46&#034;&gt;46&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kurz vor dem Fall von Kabul griff bin Laden, der bereits im Mai 1996 nach Afghanistan zur&#252;ckgekehrt war, tief in seine Tasche und &#252;bergab den Taliban drei Millionen Dollar von seinem pers&#246;nlichen Verm&#246;gen zur Unterst&#252;tzung des Angriffs auf Kabul, die Unterst&#252;tzung des ISI verst&#228;rkte sich derweil mit dem Fall der Hauptstadt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb47&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 331-332.&#034; id=&#034;nh47&#034;&gt;47&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Nach den erfolglosen Attentatsversuchen gegen den &#228;gyptischen Premierminister Atef Sidki 1993 und den Pr&#228;sidenten Hosni Mubarak 1995 geriet die mit bin Laden verbundene &#228;gyptische Gruppe Al-Jihad zunehmend unter Druck, genau wie die Gamaa Islamiya, die ebenfalls Kontakte zu ihm unterhielt, 1992 den Publizisten Faradsch Fauda ermordete und 1997 f&#252;r das Massaker von Luxor verantwortlich war (62 Tote, haupts&#228;chlich Touristen), und damit einhergehend auch das sudanesische Regime, das ihn beherbergte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die R&#252;ckkehr der &#8222;Afghanen&#8220; nach &#196;gypten und Algerien Anfang der 1990er Jahre war gleichbedeutend mit der Einf&#252;hrung ihrer in Afghanistan gelernten Methoden: &#8222;In beiden L&#228;ndern f&#252;hrte die Einnahme Kabuls durch die Mudschahiddin noch im gleichen Jahr [1992] zu einer deutlichen Zunahme der Gewalt. Mehrere hundert algerische und &#228;gyptische &#8218;Afghanen&#8216; waren in ihre Heimat zur&#252;ckgekehrt. Sie hatten in Peschawar den &#8218;salafistischen Dschihadismus&#8216; kennengelernt und sorgten nun mit ihrer internationalen Erfahrung f&#252;r eine Radikalisierung des lokalen Dschihad.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb48&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., S. 332.&#034; id=&#034;nh48&#034;&gt;48&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Andere ausl&#228;ndische Afghanistan-Veteranen trugen den Jihad nach Bosnien, Tschetschenien und Tadschikistan&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb49&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 356.&#034; id=&#034;nh49&#034;&gt;49&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, auch der Kaschmir-Konflikt nahm als direkte Folge zunehmend eine jihadistische Wendung auf Seiten Pakistans&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb50&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 179-180.&#034; id=&#034;nh50&#034;&gt;50&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend der ersten Schlacht von Mogadischu, dem amerikanischen Fiasko am 3. und 4. Oktober 1993, waren ebenfalls &#8222;Afghanen&#8220; beteiligt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb51&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 377.&#034; id=&#034;nh51&#034;&gt;51&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. &lt;i&gt;Black Hawk Down&lt;/i&gt;, das 1999 erschienene Buch dar&#252;ber vom Journalisten Mark Bowden wurde 2001 von Ridley Scott verfilmt. Nach dem Abschuss von zwei Helikoptern wurden zwei amerikanische Soldaten vom Mob gelyncht, einige konnten gerettet werden, die Operation kostete 18 Soldaten der amerikanischen Koalition (zusammen mit Malaysia und Pakistan) das Leben, mehr als Tausend auf Seiten der Somalischen Nationalen Allianz und der mit ihnen verb&#252;ndeten Jihadisten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Truppen der UNO verliessen 1995 das Land und die verschiedenen Fraktionen bekriegten sich weiter. Die 2000 in Nairobi gebildete &#220;bergangsregierung konnte erst im Dezember 2006 mit tatkr&#228;ftiger Unterst&#252;tzung &#196;thiopiens die jihadistische Allianz Union islamischer Gerichte aus Mogadischu vertreiben und eine prek&#228;re Kontrolle &#252;ber die Hauptstadt erlangen. Die gem&#228;ssigten Kr&#228;fte der Allianz gingen ins Exil, eine Fraktion blieb: Al-Shabaab, Arabisch f&#252;r &#8222;die Jugend&#8220;, der vollst&#228;ndige Name ist &#8222;Bewegung der Mudjahedin-Jugend&#8220;. Bereits als unabh&#228;ngige Fraktion innerhalb der Allianz bestehend, wurde sie 2006 von Aden Hashi Ayro neu organisiert, er soll zuvor &lt;a href=&#034;https://www.independent.co.uk/news/obituaries/aden-hashi-ayro-militant-islamist-leader-in-somalia-820385.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;in einem afghanischen Trainingslager von Al-Qaida ausgebildet worden sein&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Al-Qaida, ein globales Netzwerk f&#252;r den Jihad&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch Afghanistan-Veteranen auf der Suche nach dem verlorenen Jihad alimentierten nicht nur diverse Kriege rund um den Globus, sondern waren auch dabei, Al-Qaida in Form eines globalen jihadistischen Netzwerkes neu zu organisieren, in jener Form also, wie man die Organisation heutzutage im wesentlichen kennt. Am 29. Dezember 1992 kam es in Aden, der ehemaligen Hauptstadt des S&#252;djemens, zu einem gegen das amerikanische Milit&#228;r gerichteten Bombenanschlag. Die Bomben explodierten in zwei Hotels, die bekannt daf&#252;r waren, amerikanisches Milit&#228;rpersonal zu beherbergen, doch er verfehlte sein Ziel, es starben dabei ein Hotelangestellter und ein &#246;sterreichischer Tourist, auch unter den Verletzten waren einzig Hotelangestellte und Touristen. Es ist historisch das erste Attentat von Al-Qaida in ihrer heutigen Form.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Autobombe, die am 26. Februar 1993 in einem unterirdischen Parkhaus des World Trade Center in New York explodierte und sechs Opfer forderte, genau wie jene am 13. November 1995 in einem Trainingszentrum des amerikanischen Milit&#228;rs in Riad, welche f&#252;nf Amerikaner und zwei Inder t&#246;tete, werden ihr zugeschrieben, obwohl sie sich nie offiziell dazu bekannte. Erst die parallelen Anschl&#228;ge gegen die amerikanischen Botschaften in Nairobi und Dar-es-Salam mit 224 Toten und mehr als 5&#8216;000 Verletzten am 7. August 1998 konnten die amerikanischen Kriegsstrategen endg&#252;ltig davon &#252;berzeugen, dass f&#252;r die Verb&#252;ndeten von gestern das B&#252;ndnis definitiv Geschichte war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es war der Wendepunkt im amerikanischen Verh&#228;ltnis zu den Taliban. Aufgrund der seit Anfang der 1990er Jahre geplanten Trans-Afghanistan-Pipeline hatte die amerikanische &#214;lfirma Unocal 1996 gar ein B&#252;ro in der Taliban-Hochburg Kandahar er&#246;ffnet&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb52&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Steve Coll, op. cit., S. 338.&#034; id=&#034;nh52&#034;&gt;52&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, um die Chancen auf einen lukrativen Vertrag gegen&#252;ber ihrer argentinischen Konkurrentin Bridas zu erh&#246;hen. Der zunehmende feministische Druck hatte schon im Herbst 1997 dazu gef&#252;hrt, dass das Regime der Taliban erstmals von amerikanischer Seite durch Madeleine Albright und Hillary Clinton &#246;ffentlich kritisiert worden war&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb53&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 362-363.&#034; id=&#034;nh53&#034;&gt;53&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend die CIA begann, &#252;ber eine geheime Operation zur Ergreifung bin Ladens in Afghanistan nachzudenken, verlor das Regime der Taliban Mitte September 1998 die Unterst&#252;tzung Saudi-Arabiens&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb54&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 413-415.&#034; id=&#034;nh54&#034;&gt;54&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Zusammenarbeit mit den pakistanischen und saudischen Partnern im &#8222;Kampf gegen den Terrorismus&#8220; war jedoch prek&#228;r und von Ambivalenzen gepr&#228;gt und trotz dem saudischen Bruch mit den Taliban flossen immer noch Millionen via saudische islamische Hilfsorganisationen in ihre Kassen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb55&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 511-513.&#034; id=&#034;nh55&#034;&gt;55&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Keinem Geheimdienst gelang es, den harten Kern von Al-Qaida zu infiltrieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb56&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 513.&#034; id=&#034;nh56&#034;&gt;56&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und niemand wusste, dass bin Laden seit sp&#228;testens Ende 1999 in Kandahar dabei war, grosse Pl&#228;ne zu schmieden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb57&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 485.&#034; id=&#034;nh57&#034;&gt;57&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Pl&#228;ne wurden am 11. September 2001 umgesetzt, zwei Tage nach der Ermordung Massouds, die Folgen davon sind allseits bekannt. Die im Oktober 2001 begonnene amerikanische Invasion Afghanistans genoss sogar die Unterst&#252;tzung Russlands und ein paar Monate sp&#228;ter war das Regime der Taliban gest&#252;rzt. Die Chefetage landete entweder in Guantanamo oder im pakistanischen Exil, wo die Bewegung als Miliz 2003 wieder neu aufgebaut war. Der pakistanische Geheimdienst ISI hielt all das nicht davon ab, weiterhin &lt;a href=&#034;https://www.aljazeera.com/mritems/Documents/2010/6/13/20106138531279734lse-isi-taliban.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;einen Fuss in der Bewegung zu halten und sich gleichzeitig als treuer Verb&#252;ndeter im &#8222;Krieg gegen den Terror&#8220; darzustellen&lt;/a&gt;. Seitens der USA genoss Afghanistan seit dem Sturz der Taliban nicht mehr die oberste Priorit&#228;t, man war mittlerweile schon mit dem Irak besch&#228;ftigt, eine Invasion, die auch f&#252;r Al-Qaida gleichbedeutend mit dem Beginn eines neuen Kapitels war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach dem Sturz von Saddam Hussein durch die amerikanische Invasion 2003 war der Widerstand gegen die amerikanische Besatzung von Anfang an betr&#228;chtlich. Die von Abu Mus&#8216;ab al-Zarqawi angef&#252;hrte Organisation Jamaat al-Tawhid wal-Jihad (&#8222;Partei f&#252;r den Monotheismus und den Jihad&#8220;) war eine massgebliche Kraft im Guerillakrieg gegen die neuen Machthaber in Bagdad. Im Herbst 2004 schwor er Al-Qaida die Treue und seine Organisation wurde zu ihrer Filiale im Irak, der Name wurde ge&#228;ndert in Tanzim Qaidat al-Jihad fi Bilad al-Rafidayn (&#8222;Basisorganisation des Jihad in Mesopotamien&#8220;), gemeinhin bekannt als Al-Qaida im Irak. Die Gruppe wurde 2007 umbenannt in Islamischer Staat im Irak, 2013 endete das schon immer angespannte Verh&#228;ltnis in einem Bruch und es entstand der Islamische Staat im Irak und der Levante&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb58&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe den Text Doc Sportello, &#8222;Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; (...)&#034; id=&#034;nh58&#034;&gt;58&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, der 2014 ein globales Kalifat proklamierte und sich von da an, um diesen universellen Anspruch zu unterstreichen, schlichtweg Islamischer Staat nannte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zu den Thesen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Soviel zur wirklichen historischen Wurzel des IS, kommen wir nun zu den eigentlichen Thesen. Es ist ein marxistischer Gemeinplatz, eine beliebige unangenehme Sache als &#8222;ein Ph&#228;nomen der kapitalistischen Krise&#8220; zu proklamieren und dieser Versuchung erlag auch La Banda Vaga. Die Verbindung zwischen Weltwirtschaftskrise und Aufstieg der Muslimbruderschaft m&#252;sste allerdings schon belegt werden. Wie weiter oben schon angesprochen, muss der Ursprung des Islamismus eher in der Konkurrenz verschiedener Fraktionen der Bourgeoisie im Kampf gegen die britische Kolonialisierung gesucht werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bez&#252;glich der 1970er Jahre geht bei La Banda Vaga vergessen, dass die damalige &#214;lkrise f&#252;r &#214;l exportierende L&#228;nder wie den Iran und Saudi-Arabien alles andere als eine Krise war. Wie weiter oben schon erw&#228;hnt, hat sie und die damit beginnende kapitalistische Restrukturierung zweifelsohne mit der Ausbreitung des Islamismus zu tun, doch diese Verbindung sind die daraus folgende ideologische Missionierung Saudi-Arabiens und der beginnende Niedergang der Arbeiterbewegung, der es den Islamisten erst m&#246;glich machte, &#8222;die arme st&#228;dtische Jugend&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb59&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gillel Kepel, op. cit., S. 32.&#034; id=&#034;nh59&#034;&gt;59&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; zu rekrutieren, nicht ein von La Banda Vaga insinuiertes historisches Gesetz, gem&#228;ss welchem das Kapital bei jeder Krise mechanizistisch eine Dosis Islamismus absondere.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch die Abhandlung &#252;ber den &#8211; im islamistischen Diskurs durchaus pr&#228;senten &#8211; Antisemitismus kann mit einem kurzen Verweis auf Bernard Lewis nicht als erledigt betrachtet werden. Es ist erst einmal sehr erstaunlich, dass eine kommunistische Gruppe auf diesen h&#246;chst kontroversen Autoren verweist. Lewis war zwar zum Anfang seiner Karriere Marxist, aber 1986, als das Buch &lt;i&gt;Semites and Antisemites&lt;/i&gt; erschien, war er schon l&#228;ngst ein etablierter Propagandist der amerikanischen Neokonservativen. Der Verweis auf das antideutsche Dogma des &#8222;europ&#228;ische[n] Exportgut[s] des Antisemitismus&#8220; wird als Erkl&#228;rung weder den jeweiligen historischen Zusammenh&#228;ngen, noch jeglichem materialistischem Anspruch gerecht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sogar Lewis selbst f&#252;hrt einen materialistischen Grund f&#252;r die &#220;bersetzung der ersten Texte an: &#8222;Die christlichen Minderheiten hatten gute Gr&#252;nde, gegen die Juden zu opponieren, denn sie waren ihre sch&#228;rfsten kommerziellen Konkurrenten und es ist bezeichnend, da&#223; Ausbr&#252;che antij&#252;discher Agitation ohne Ausnahme von Boykottaufnahmen begleitet waren.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb60&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, &#8222;Treibt sie ins Meer!&#8220; Die Geschichte des Antisemitismus, (...)&#034; id=&#034;nh60&#034;&gt;60&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Nat&#252;rlich wird die Bourgeoisie die &#8222;Schuld an allem Elend&#8220; nicht in den Produktionsverh&#228;ltnissen suchen, sei es nur schon, weil diese ihr alles andere als Elend bringen. Zudem m&#252;ssten diese &#220;bersetzungen wohl auch im Kontext der ersten zionistischen Auswanderungswelle in Richtung osmanisches Pal&#228;stina gesehen werden, sowie der damit einhergehenden, beginnenden Theoretisierung des Zionismus, f&#252;r welche &#8211; zumindest im Falle Herzls &#8211; die Tradition des deutschen Nationalismus eine nicht unbedeutende Inspirationsquelle darstellte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man braucht gar nicht erst auf die Tatsache zu verweisen, dass Lewis Anfang der 2000er Jahre einer der fleissigsten intellektuellen Propagandisten f&#252;r die amerikanische Invasion des Iraks war, auch im zitierten Werk findet man h&#246;chst dubiose Aussagen, die nur mit einem Verweis auf den damaligen geopolitischen Kontext erkl&#228;rt werden k&#246;nnen. So behauptet er z.B., Kurdisch sei keine Sprache, und es gebe keine kurdische Literatur&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb61&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 50.&#034; id=&#034;nh61&#034;&gt;61&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Erkl&#228;rung f&#252;r diese &#8211; offensichtlich falsche &#8211; Behauptung muss im Kontext der starken Aktivit&#228;t und Propaganda der PKK in den 1980er Jahren und in der Tatsache gesucht werden, dass f&#252;r Lewis die T&#252;rkei &#8211; neben Israel &#8211; den verl&#228;sslichsten Partner des Westens im Nahen Osten darstellte und somit nat&#252;rlich gegen die separatistischen Bestrebungen der Kurden unterst&#252;tzt werden musste. Genau aus dem gleichen Grund wiederholt er auch in diesem Werk seine haneb&#252;chene These, gem&#228;ss welcher es nie einen V&#246;lkermord an den Armeniern gegeben habe, es war schlichtweg &#8222;eine entsetzliche menschliche Trag&#246;die&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb62&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 19.&#034; id=&#034;nh62&#034;&gt;62&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Berbersprache spricht er ebenfalls Schriftlichkeit und literarische Tradition ab&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb63&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 50.&#034; id=&#034;nh63&#034;&gt;63&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, das ist nicht minder falsch denn die Verbannung des Kurdischen in die weniger zivilisierten R&#228;nge, auch in diesem Fall ist die implizite Verteidigung der Arabisierungspolitik des damaligen algerischen Pr&#228;sidenten und Freund des Westens Chadli Bendjedid als Reaktion auf den Berberfr&#252;hling 1980 alles andere als ein Zufall.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r seinen epischen Widersacher Edward Said ist Lewis einer der Hauptvertreter des Orientalismus, d.h. jener Forschung, die, gem&#228;ss Said, den imperialistischen Interessen des Westens dient, indem sie einen durch den westlichen Intellektuellen konstruierten Orient zu analysieren versucht. Seine Analyse ist massgeblich von Michel Foucault beeinflusst und sie weist die gleichen Grenzen auf, n&#228;mlich den Widerspruch, dass einerseits jeglicher Diskurs als konstruiert gesetzt wird, aber andererseits dem &#8222;orientalistischen Diskurs&#8220; vorgeworfen wird, er spreche nicht vom &#8222;Orient als solche[n]&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb64&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Edward W. Said, Orientalismus, Frankfurt a.M., S. Fischer, 2009 [1978], S. 127.&#034; id=&#034;nh64&#034;&gt;64&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Said und Lewis f&#252;hrten gewissermassen einen Stellvertreterkrieg zwischen Pal&#228;stina und Israel innerhalb der Mauern der angels&#228;chsischen Akademie, doch ihre kulturalistische Sichtweise hinderte beide daran, die kapitalistische Produktionsweise als solche zu erfassen. Die &#8222;Beherrschung durch Europa&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb65&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, op. cit., S. 160.&#034; id=&#034;nh65&#034;&gt;65&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; bei Lewis findet ihr Echo in der &#8222;&lt;i&gt;St&#228;rke&lt;/i&gt; des westlichen kulturellen Diskurses&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb66&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Edward W. Said, op. cit., S. 36.&#034; id=&#034;nh66&#034;&gt;66&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; bei Said. Beide verkennen die Erschliessung des Weltmarkts durch das Kapital als materielle Grundlage der vermeintlichen kulturellen &#220;berlegenheit des Westens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau aus diesem Grund ist es problematisch, sich zur Etikettierung des Islamismus als antisemitisch auf Lewis zu berufen. F&#252;r ihn ist der Antisemitismus ein &#8222;Virus&#8220;, der &#8222;in den Blutkreislauf des Islams eingedrungen ist&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb67&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, op. cit., S. 319.&#034; id=&#034;nh67&#034;&gt;67&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, Kultur also als gesunden, homogenen K&#246;rper, der von Krankheiten bedroht wird, eine Sichtweise, die Kommunisten eigentlich fernliegen sollte. Islamistischer Antisemitismus ist nicht ein &#8222;Exportgut&#8220;, sondern manifestiert sich in den meisten F&#228;llen im Zusammenhang der Unterst&#252;tzung nationalistischer Anspr&#252;che der pal&#228;stinensischen Bourgeoisie. Die islamistische Feindschaft gegen&#252;ber Juden artikuliert sich weder auf einer rassistischen noch auf einer kulturalistischen Grundlage, Juden sind schlicht und einfach Ungl&#228;ubige und werden aus diesem Grund gehasst, genau wie die Christen, sie haben jedoch genau wie diese, zumindest theoretisch, als &lt;i&gt;ahl-ul-kitab&lt;/i&gt;, &#8222;Leute des Buches&#8220;, die M&#246;glichkeit, die Schutzsteuer &lt;i&gt;Jizya&lt;/i&gt; zu bezahlen und unbehelligt im Kalifat zu leben, im Gegensatz z.B. zu den als Ketzern betrachteten Schiiten oder den als Teufelsanbeter betrachteten Jesiden, die in der Hierarchie des IS deutlich tiefer stehen und denen im besten Falle ein Leben als Sklave zugestanden wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ende November 2015 erschien in der Nr. 7 der franz&#246;sischsprachigen Zeitschrift des IS &lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt; gar ein Nachdruck eines Texts des jihadophilen franz&#246;sischen Schriftstellers Marc-&#201;douard Nabe (auch bekannt unter seinem literarischen Pseudonym Alain Zannini), in welchem er die Verschw&#246;rungstheorien Alain Sorals angreift&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb68&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;L&#8216;&#201;tat islamique dans les mots de l&#8216;ennemi&#8220; in Dar al-Islam, Nr. 7, 30. (...)&#034; id=&#034;nh68&#034;&gt;68&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Islamisten glauben gewiss auch, dass Juden in diversen Verschw&#246;rungen engagiert sind (wozu jihadistische Anschl&#228;ge selbstredend nicht z&#228;hlen), aber dieser Glaube ist nicht ein ideologisch &#252;berdeterminierendes Element wie f&#252;r Nazis oder Spezialisten f&#252;r Verschw&#246;rungstheorien wie z.B. Els&#228;sser, Soral oder Meyssan. &#8222;Schuld an allem Elend&#8220; sind f&#252;r Islamisten logischerweise nicht &#8222;die Produktionsverh&#228;ltnisse&#8220;, aber auch nicht &#8222;verborgene Strippenzieher&#8220;, sondern schlicht und einfach die Tatsache, dass die Welt dekadent bleiben wird, solange sie nicht unter der Herrschaft eines globalen und gottgef&#228;lligen Kalifats steht. Konvertiten j&#252;dischen Ursprungs sind beim IS &#252;brigens sowohl &lt;a href=&#034;https://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-5062641,00.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;in der Telegram-Gruppe&lt;/a&gt; als auch &lt;a href=&#034;https://www.timesofisrael.com/2-israeli-jews-converted-to-islam-joined-is-in-syria/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;im Kalifat selbst willkommen&lt;/a&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb69&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe auch Farhad Khosrokhavar, Le Nouveau Jihad en Occident, Paris, (...)&#034; id=&#034;nh69&#034;&gt;69&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was die Thesen 2 und 3 betrifft, sind wir uns hingegen im wesentlichen einig. Leider haben beide einen toten Winkel, denn sie nicht f&#228;hig, zu erkl&#228;ren, weshalb sich die &#8222;arme st&#228;dtische Jugend&#8220; ab den 1970er Jahren den Islamisten anschloss, vorher jedoch nicht. Die Erkl&#228;rung hierf&#252;r ist die beginnende kapitalistische Restrukturierung und der damit einhergehende Niedergang der Arbeiterbewegung, zuvor engagierte sich dieses Segment der Bev&#246;lkerung gr&#246;sstenteils in panarabischen und/oder sozialistischen Bewegungen. Diese Restrukturierung kann gem&#228;ss Th&#233;orie communiste folgendermassen zusammengefasst werden: &#8222;Die Restrukturierung als Niederlage, Ende der 1960er Jahre und w&#228;hrend den 1970er Jahren, dieses auf die Arbeiteridentit&#228;t gegr&#252;ndeten Kampfzyklus hatte als Inhalt die Zerst&#246;rung all dessen, was zu einem Hindernis der Fluidit&#228;t der Selbstvoraussetzung des Kapitals geworden war. Man fand einerseits alle Trennungen, Absicherungen, Vorschriften, welche der Wertminderung der Arbeitskraft entgegen standen, da sie verhinderten, dass die gesamte Arbeiterklasse, weltweit, in der Kontinuit&#228;t ihrer Existenz, ihrer Reproduktion und ihrer Vergr&#246;sserung, sich als solche dem gesamten Kapital stellen musste. Man fand andererseits alle Zw&#228;nge des Kreislaufs, des Umschlags, der Akkumulation, welche die Umwandlung der &#220;berproduktion in Mehrwert und zus&#228;tzliches Kapital verhinderten. Jegliche &#220;berproduktion muss &#252;berall ihren Markt, jeglicher Mehrwert &#252;berall seine M&#246;glichkeit, als zus&#228;tzliches Kapital zu operieren, d.h. die M&#246;glichkeit, sich in Produktionsmittel und Arbeitskraft umzuwandeln, finden k&#246;nnen, ohne dass eine Formalisierung des internationalen Zyklus (Ostblock, Peripherie) diese Umwandlung vorherbestimmt. Das Finanzkapital war der leitende Architekt dieser Restrukturierung. Mit der in den 1980er Jahren vollendeten Restrukturierung fallen die Mehrwertproduktion und die Reproduktion der Produktionsbedingungen desselben zusammen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb70&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#8222;Kommunisierung im Pr&#228;sens&#8220;.&#034; id=&#034;nh70&#034;&gt;70&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Tatsache ist sicherlich eine &#8222;Niederlage der Linken&#8220;, doch sie ist viel mehr als nur das, allen voran hat sie grosse Auswirkungen auf die &#8222;sogenannte Unterentwicklung gro&#223;er Regionen des politischen S&#252;dens&#8220;. Am Ende der zweiten These wird der politische Islam auf einen Taschenspielertrick der herrschenden Klassen in den jeweiligen L&#228;ndern reduziert: &#8222;Nicht zuletzt angesichts dieser strukturellen Desintegration entdeckten viele Staaten des Nahen Ostens den Islam als integrative Kraft, um die gesellschaftlichen Probleme wenn schon nicht zu l&#246;sen, so doch ideologisch zu &#252;berdecken.&#8220; Ideologie ist weit mehr als diskursiver Betrug, &#8222;jede Ideologie [hat] die (sie definierende) Funktion [&#8230;], konkrete Individuen zu Subjekten zu &#8218;konstituieren&#8216;&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb71&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Louis Althusser, &#8222;Ideologie und ideologische Staatsapparate&#8220; in Ideologie (...)&#034; id=&#034;nh71&#034;&gt;71&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die 1973 beginnende &#8222;islamistische Epoche&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb72&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., S. 28.&#034; id=&#034;nh72&#034;&gt;72&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; ist auch damit zu erkl&#228;ren, dass kriselnde nationalistische Regime die zunehmend erstarkenden Islamisten als repressive Hilfskraft gegen die Linken benutzten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb73&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 92-93.&#034; id=&#034;nh73&#034;&gt;73&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die ideologische Neuorientierung der &#228;gyptischen Bourgeoisie auf den Tr&#252;mmern des Nasserismus und der im Werk Kepels umfassend dargestellte Aufstieg des Islamismus in der gesamten islamischen Welt k&#246;nnen nicht auf eine &#8222;Manipulation der Massen&#8220; reduziert werden, sie sind gleichbedeutend mit dem Beginn einer neuen Epoche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese neue Epoche, die von der Banda Vaga diagnostizierte &#8222;Niederlage der Linken&#8220;, ist der Beginn der Restrukturierung, sie beginnt zur gleichen Zeit wie Kepels &#8222;islamistische Epoche&#8220;. Die &#214;lkrise lieferte Saudi-Arabien die n&#246;tigen Ertr&#228;ge und machten ihren Beginn erst m&#246;glich. Die Restrukturierung er&#246;ffnete den Niedergang der Arbeiterbewegung und die industriellen Heilsversprechen diverser nationalistischer Regime wurden nun endg&#252;ltig als Illusion wahrgenommen. Diese Entwicklung wird in These 4 in ihren Grundz&#252;gen zusammengefasst. Auch in Bezug auf das Recycling des anti-imperialistischen Diskurses sind wir uns einig: &#8222;Obwohl er [der Islamismus] ein Produkt einer gescheiterten Modernisierung und des Niedergangs des panarabischen Nationalismus darstellt, f&#252;hrt er das Erbe des panarabischen Antiimperialismus in einer religi&#246;sen Form weiter, die Umma wird als von imperialistischen Ungl&#228;ubigen belagert betrachtet.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb74&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Doc Sportello, op. cit.&#034; id=&#034;nh74&#034;&gt;74&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Einzig die &#8222;emanzipatorische Hoffnung&#8220; des Sozialismus gilt es zu relativieren: Als vom Programmatismus getragene Affirmation der Arbeiterklasse ist diese Perspektive obsolet geworden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In These 5 bezeichnet La Banda Vaga den &#8222;Islamismus&#8220; als &#8222;patriarchales Projekt&#8220;. Es handelt sich jedoch viel eher um eine moderne Form der M&#228;nnerherrschaft. Ein &#8222;Patriarch&#8220; ist ein Stammesf&#252;hrer, der Begriff &#8222;Patriarchat&#8220; kann u.U. eine ad&#228;quate Darstellung der M&#228;nnerherrschaft z.B. in von Taliban beherrschten paschtunischen Stammesgebieten oder von Al-Shabaab kontrollierten D&#246;rfern irgendwo im somalischen Hinterland sein, aber bestimmt nicht bezogen auf den IS und auch nicht auf den Iran, beide sind Produkte der Moderne. Olivier Roy betonte schon 1992 den Unterschied zwischen dem Frauenbild im traditionellen Islam und im Islamismus: &#8222;Die Frauenfrage ist [&#8230;] einer der Punkte des Bruches des Islamismus mit dem traditionellen Fundamentalismus. Die Islamisten halten die Rolle der Frau in der Bildung und der Gesellschaft f&#252;r wesentlich. Sie sehen sie als Person und nicht mehr nur als Instrument zur Befriedigung der sexuellen Begierde und zur Reproduktion.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb75&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Roy, op. cit., S. 82.&#034; id=&#034;nh75&#034;&gt;75&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Einmal mehr ist der Iran ein denkbar schlechtes Beispiel, um diese These zu belegen. Zwar werden Frauen im Iran in diversen gesellschaftlichen Bereichen diskriminiert, doch die &#246;ffentliche Sph&#228;re ist ihnen nicht vollst&#228;ndig verschlossen wie unter einem eher traditionalistisch gepr&#228;gten islamistischen Regime wie z.B. jenem in Saudi-Arabien oder der Taliban.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das gleiche gilt f&#252;r das Regime des IS. Betreffend der Rolle der Frauen beim IS stellt der Soziologe Farhad Khosrokhavar zurecht einen Paradigmenwechsel fest: &#8222;Bevor der IS 2014 auftauchte, engagierten sich sehr wenige Frauen in Europa f&#252;r den Jihad. [&#8230;] Zwischen 2013 und 2015 sieht man einen betr&#228;chtlichen Anstieg der Anzahl im Jihad engagierten Frauen: Sie sind mehr als 500 (10%) von den ungef&#228;hr 5&#8216;000 Personen, die aus westlichen L&#228;ndern nach Syrien gereist sind.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb76&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Farhad Khosrokhavar, op. cit., S. 127.&#034; id=&#034;nh76&#034;&gt;76&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Frauen formten im Kalifat eine eigene Brigade der Sittenpolizei, sie k&#228;mpften manchmal an der Front oder ver&#252;bten Anschl&#228;ge, alles T&#228;tigkeiten, die z.B. ein paschtunischer Anh&#228;nger der Taliban als f&#252;r Frauen h&#246;chst unangebracht betrachten w&#252;rde. Vermutlich stimmt die etwas paternalistisch t&#246;nende Bemerkung der Banda Vaga, dass Frauen &#8222;in diesem System also eigentlich nichts zu gewinnen haben&#8220;, nur gibt es auf dieser Welt ohnehin nicht viel zu gewinnen, insbesondere als Frau und noch weniger als proletarische Frau.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#252;rde es stimmen, dass sich diese Frauen, wie es La Banda Vaga behauptet, nur dem IS anschliessen, &#8222;weil sie zumindest psychisch vom Ordnungsversprechen des Islamismus profitieren, das ihnen einen festen Platz in der Weltordnung zuweist und dadurch Orientierung bietet&#8220;, muss die Frage aufgeworfen werden, wieso sich zuvor so wenige Frauen jihadistischen Gruppen anschlossen. Es muss wohl eher davon ausgegangen werden, dass f&#252;r die meisten dieser Frauen das Leben im Kalifat eine emanzipatorische Perspektive im Vergleich zum Leben im konservativen Elternhaus darstellte, auch wenn man diese Tatsache nur z&#228;hneknirschend akzeptieren kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die von La Banda Vaga vorgebrachten psychoanalytischen Erkl&#228;rungsversuche erkl&#228;ren in Wirklichkeit nicht gar viel, der subtil gehaltene Nazivergleich in Form der Anspielung auf Theweleits &#8222;M&#228;nnerphantasie&#8220; noch weniger. Pathologisierung ist keine Erkl&#228;rung. Im Absatz &#252;ber die rekrutierten Frauen glaubt man, zwischen den Zeilen eine Art Bedauern zu erkennen, dass &#8222;wir&#8220; es nicht geschafft haben, sie vorher zu rekrutieren, da es bei &#8222;uns&#8220; vermeintlich viel mehr &#8222;zu gewinnen&#8220; gibt. &#8222;Frauenrechte&#8220; sind, auch &#8222;wenn vorhanden&#8220;, proletarischen Frauen sowieso meistens nicht zug&#228;nglich, genauso wenig die &#246;ffentliche Sph&#228;re, das Netzwerk der RAWA in Afghanistan unter den Taliban beispielsweise wurde einfach noch klandestiner, besonders &#246;ffentlich war es schon zuvor nicht. Die Situation der Frauen unter islamistischen Regimes gr&#252;ndet nicht auf &#8222;M&#228;nnerphantasien&#8220;, sondern ganz klaren &lt;i&gt;ideologischen&lt;/i&gt; Vorgaben im theologischen Kleid (Koran, Hadithe, Scharia und einer &lt;i&gt;bestimmten&lt;/i&gt; Interpretation davon), und &#8222;M&#228;nnerphantasien&#8220; k&#246;nnen auch bestens unter s&#228;kularen Regimes ausgelebt werden, so war es z.B. in &#196;gypten 2011 der heutige Pr&#228;sident al-Sisi, der sich besonders eifrig f&#252;r &#8222;Jungfr&#228;ulichkeitstests&#8220; an Demonstrantinnen einsetzte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bez&#252;glich der These 6 k&#246;nnte man schwer das Gegenteil behaupten, nur wie h&#228;tte der Arabische Fr&#252;hling sein &#8222;Scheitern&#8220; vermeiden sollen? Einzig eine kommunistische Weltrevolution h&#228;tte uns letztendlich erlaubt, von einem &#8222;erfolgreichen&#8220; Arabischen Fr&#252;hling zu sprechen. Zudem waren die Proteste nicht zuerst &#8222;explizit s&#228;kular bzw. sozial&#8220; und nach ihrem &#8222;Scheitern&#8220; tauchten aus dem Nichts Islamisten auf. In Tunesien gelten Epizentren der Proteste wie Sfax, Kasserine oder Ben Guerdane als islamistische Hochburgen und das war auch vor 2010 schon so. Die Tatsache, dass die Muslimbr&#252;der ihren Mitgliedern in &#196;gypten verbieten mussten, an den Protesten teilzunehmen, deutet darauf hin, dass die Basis wohl ziemlich enthusiastisch daran teilnahm, vermutlich haupts&#228;chlich zur Verteidigung ihrer grundlegendsten Klasseninteressen, im Gegensatz zu radikaleren Islamisten wie z.B. die Anh&#228;nger des IS, die sich wohl eher in einer strategischen Optik der Destabilisierung der Staatsgewalt daran beteiligt haben d&#252;rften. Was Th&#233;orie communiste zum Interklassismus in den Gelbwesten schrieb, kann auch auf den Arabischen Fr&#252;hling angewendet werden: &#8222;Die Frage ist jene des Lebensstandards, der Einkommen. Doch diese Frage bleibt nicht eine wirtschaftliche Frage, sie wird unmittelbar politisch. Die Abgaben, die Steuern, das ist der Staat. In dieser unmittelbaren Verwandlung der Wirtschaft in Politik findet der Interklassismus seine Form, die ihn definiert und st&#228;rkt.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb77&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#8222;Anmerkung zur Bewegung der Gelbwesten&#8220;, November 2018.&#034; id=&#034;nh77&#034;&gt;77&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der These 7 bezeichnet La Banda Vaga den &#8222;Islamismus als ein Mittel imperialistischer Machtpolitik&#8220;, was er selbstverst&#228;ndlich sein kann, aber nicht zwingend sein muss. W&#228;hrend im Falle der Al-Qaida durch das B&#252;ro der Taliban in Doha eine lose Verbindung zur &#8222;Staatengemeinschaft&#8220; besteht, kann das vom IS nicht behauptet werden. Trotz punktueller t&#252;rkischer Unterst&#252;tzung, kann nicht von einem &#8222;B&#252;ndnis&#8220; gesprochen werden, wie in einem &#228;lteren Text bereits dargelegt wurde: &#8222;Waffenlieferungen aus der T&#252;rkei treffen freilich ziemlich regelm&#228;ssig in Syrien ein, wie z.B. &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2015/nov/27/turkish-journalists-charged-over-claim-that-secret-services-armed-syrian-rebels&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;jene, welche vor ein paar Jahren einen Skandal ausgel&#246;st hatte&lt;/a&gt;. Es ist auch wahrscheinlich, dass der Islamische Staat vom t&#252;rkischen Milit&#228;rapparat als geringeres &#220;bel im Vergleich zur PYD betrachtet wird. Das reicht jedoch nicht, um von einem &#8218;B&#252;ndnis&#8216; zu sprechen, die wirklichen Verb&#252;ndeten der T&#252;rkei sind eher gem&#228;ssigtere islamistische Gruppen wie z.B. der Jabhat Tahrir Suriya.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb78&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Doc Sportello, op. cit.&#034; id=&#034;nh78&#034;&gt;78&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das diplomatische Parkett des IS ist die kriminelle Unterwelt und dort werden sehr wohl Beziehungen gepflegt, z.B. &lt;a href=&#034;https://theglobalamericans.org/2017/09/gangs-guns-drugs-islamic-foreign-fighters-security-challenges-trinidad-tobago/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;zu als Rekrutierungsagenturen fungierenden islamistischen Strassengangs in Trinidad und Tobago&lt;/a&gt; oder &lt;a href=&#034;https://www.thedailybeast.com/the-mafia-runs-guns-for-isis-in-europe&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;zur Camorra&lt;/a&gt;. Es d&#252;rfte somit kein Zufall sein, dass &lt;a href=&#034;https://www.ilmattino.it/napoli/cronaca/napoli_sgominata_gang_permessi_soggiorno_soldi_napoli_terroristi_parigi-4510321.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;sich die Attent&#228;ter von Paris 2015 ihre gef&#228;lschten Dokumente via Neapel beschafften&lt;/a&gt;. Diese kriminelle Unterwelt ist nat&#252;rlich auch &#8222;in imperialistische Politik und die Dynamiken der Staatenkonkurrenz eingebettet&#8220;, nur ist es nicht immer so einfach, herauszufinden, auf welche pr&#228;zise Art und Weise. Es wird auch immer wieder mal gemutmasst, dass &lt;a href=&#034;https://www.thedailybeast.com/is-the-mafia-saving-italy-from-isis-or-just-profiting-from-them&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;diese &lt;i&gt;pax mafiosa&lt;/i&gt; der Hauptgrund daf&#252;r ist, dass es in Italien noch nie zu einem jihadistischen Anschlag gekommen ist&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der These 8 kommt La Banda Vaga zu folgender Schlussfolgerung: &#8222;Wer deshalb seine Hoffnung im Kampf gegen den Islamismus auf den aufgekl&#228;rten Westen setzt, scheint zumindest unter historischer Kurzsichtigkeit zu leiden.&#8220; Da sind wir nat&#252;rlich gleicher Meinung, das gleiche gilt f&#252;r die Bemerkung in der folgenden These: &#8222;Eine Verharmlosung des Islamismus aus Angst, die antimuslimischen Rassismus im Westen zu st&#228;rken und zu bef&#246;rdern, ist vor diesem Hintergrund ebenso fehl am Platz wie die &#8218;antiimperialistische&#8216; Verkl&#228;rung des Islamismus zu einer antikapitalistischen Bewegung, wie sie zumindest in Teilen der Linken bis heute anzutreffen ist.&#8220; Nicht minder einig sind wir uns in der Verurteilung einer &#8222;Volksfront gegen den Islamismus&#8220;, doch im restrukturierten Kapitalismus sind die Zeiten der Volksfronten sowieso hinter uns. Schade, dass auch hier wieder der implizite Nazivergleich durchschimmert, genau wie in der folgenden Bemerkung: &#8222;Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Islamismus schweigen.&#8220; Extremismustheoretische Betrachtungen sollten wir der Bourgeoisie &#252;berlassen, sie sind n&#228;mlich ebenfalls eine &#8222;Aufgabe der eigenen Positionen&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass wir in vielen Punkten gleicher Meinung sind. Neben den methodologischen Differenzen verorten sich unsere Meinungsverschiedenheiten allen voran in der Analyse des Antisemitismus, der Rolle des Irans, der Situation der Frauen und allgemeiner auf taxonomischer Ebene. Wie weiter oben betont, tendiert La Banda Vaga dazu, &#196;pfel mit Birnen zu vergleichen und nicht zwischen eher politischen und jihadistischen Auspr&#228;gungen des Islamismus zu unterscheiden, zudem wird der quietistische, unpolitische Teil des Salafismus nicht erw&#228;hnt, obwohl er eigentlich ebenfalls in die Kategorie &#8222;Islamismus&#8220; geh&#246;rt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Unterschiede zwischen dem Iran, den Muslimbr&#252;dern und dem IS sind viel gr&#246;sser, als man es bei der Lekt&#252;re der Thesen erahnen k&#246;nnte, es w&#228;re deshalb wohl auch sinnvoller, diese Ph&#228;nomene getrennt voneinander zu analysieren. Sowohl die Islamische Republik als auch die Muslimbruderschaft sind &#220;berbleibsel der Moderne, der IS hingegen repr&#228;sentiert nicht den &#8222;idealtypischen Islamismus&#8220; (eine materialistische Geschichtsschreibung kennt keine &#8222;Idealtypen&#8220;), sondern schlichtweg jihadistischen Islamismus auf der H&#246;he unserer Zeit, seine Verschmelzung mit der kriminellen Unterwelt als ein Produkt des restrukturierten Kapitalismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was tun? &#8222;Kommunismus oder Barbarei&#8220;, das ist in der Tat die Alternative. Erst wenn auch der letzte Gold-Dinar kommunisiert sein wird, werden wir keine solchen Texte mehr schreiben m&#252;ssen. Th&#233;orie communiste beschrieb das Verh&#228;ltnis vom Islamismus zur Globalisierung des restrukturierten Kapitalismus folgendermassen: &#8222;Er [der Islamismus als innere Opposition] ist nicht ihr Widerspruch, sondern ihr Schatten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb79&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#034;Das Erd&#246;l, die Geschlechterfrage und die Taliban&#034;.&#034; id=&#034;nh79&#034;&gt;79&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Wer einen Schatten bek&#228;mpfen will, w&#252;rde auch gegen Windm&#252;hlen k&#228;mpfen, die Erfolgsaussichten sind in beiden F&#228;llen gering. Und leider muss man davon ausgehen, dass das Kapital nicht den gleichen Fehler machen wird wie Peter Schlemihl.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Juni 2019&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#034;Versionfran&#231;aise&#034;&gt;Sur la &#171; racine &#187; de l'&#201;tat islamique : une critique des &#171; Th&#232;ses sur l'islamisme &#187; de La Banda Vaga&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;En octobre 2018, La Banda Vaga a publi&#233; ses &lt;a href=&#034;https://kosmoprolet.org/de/thesen-zum-islamismus&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#171; Th&#232;ses sur l'islamisme &#187;&lt;/a&gt;. Leur constat initial peut tout &#224; fait &#234;tre partag&#233; : &#171; Le flot d'analyses journalistiques et scientifiques n'est plus gu&#232;re g&#233;rable, des analyses mat&#233;rialistes d&#233;centes sont toutefois rares. C'est pour cette raison qu'il nous semble urgemment n&#233;cessaire de d&#233;clencher un d&#233;bat de gauche sur la nature de l'islamisme et la mani&#232;re d'y faire face. &#187; En outre, on ne peut que saluer la caract&#233;risation de l'islamisme comme &#171; un ph&#233;nom&#232;ne moderne &#187;, la r&#233;f&#233;rence &#224; la construction d'un &#171; islam v&#233;ritable &#187; ne constitue &#224; cet &#233;gard qu'une contradiction apparente.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;On n'a donc pas affaire &#224; une &#171; id&#233;ologie moyen&#226;geuse &#187;, comme on le pr&#233;tend fr&#233;quemment. Tout travail de recherche s&#233;rieux sur le sujet partage g&#233;n&#233;ralement cette d&#233;finition comme le plus petit d&#233;nominateur commun : &#171; La dimension politique de l'islamisme est complexe et en grande partie li&#233;e aux politiques identitaires de ses adeptes. Les id&#233;es islamistes font cependant largement partie d'un modernisme musulman vieux de plus d'un si&#232;cle. L'islamisme a &#233;merg&#233; &#224; la fin du XIXe si&#232;cle avec plusieurs autres mouvements intellectuels dans le monde musulman. Ils &#233;taient essentiellement la r&#233;ponse des &#233;lites intellectuelles au d&#233;clin politique de l'Empire ottoman et au renforcement subs&#233;quent du contr&#244;le colonial des soci&#233;t&#233;s musulmanes par les puissances imp&#233;riales europ&#233;ennes. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb80&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Emin Poljarevic, &#171; Islamism &#187; in The Oxford Encyclopedia of Islam and (...)&#034; id=&#034;nh80&#034;&gt;80&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ces lignes n'auraient pourtant jamais &#233;t&#233; &#233;crites si ces th&#232;ses n'&#233;taient pas passablement critiquables. Un premier point de critique est la pr&#233;cision d&#233;finitoire manquante : &#171; Un mouvement est en cons&#233;quence seulement islamiste s'il a la pr&#233;tention de cr&#233;er une r&#233;alit&#233; alternative aux rapports existants, de transformer en grande partie les structures sociales, les normes culturelles et la base &#233;conomique de la soci&#233;t&#233; selon les doctrines islamistes. &#187; Un peu pr&#232;s chaque mouvement politique veut &#171; cr&#233;er une r&#233;alit&#233; alternative aux rapports existants &#187; et la transformation des &#171; structures sociales, [d]es normes culturelles et [de] la base &#233;conomique &#187; est tout sauf une description pr&#233;cise de quoi que ce soit. Concernant &#171; les structures sociales &#187; et &#171; les normes culturelles &#187;, la d&#233;finition est tautologique : est islamiste, qui veut que la soci&#233;t&#233; devienne islamiste. Par rapport &#224; &#171; la base &#233;conomique &#187;, on se demande en revanche, ce que cela signifie pour de vrai. Sommes-nous d'accord que &#171; la base &#233;conomique &#187; est la soci&#233;t&#233; capitaliste en tant que totalit&#233; &#224; l'&#233;chelle mondiale ou est-ce que &#171; l'islamisme dans un pays &#187; est-il possible pour La Banda Vaga ?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Or, Oxford ne fournit pas de d&#233;finition beaucoup plus pr&#233;cise non plus : &#171; Le terme &#8216;islamisme' repr&#233;sente du moins une forme d'activisme social et politique bas&#233; sur l'id&#233;e que la vie publique et politique devrait &#234;tre guid&#233;e par une s&#233;rie de principes islamiques. En d'autres termes, les islamistes sont ceux qui pensent que l'islam devrait jouer un r&#244;le important dans l'organisation d'une soci&#233;t&#233; &#224; majorit&#233; musulmane et ils essayent de r&#233;pandre cette croyance. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb81&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 1.&#034; id=&#034;nh81&#034;&gt;81&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Cela est largement d&#251; au fait que le terme &#171; islamisme &#187; rassemble sous une &#233;tiquette beaucoup de courants parfois tr&#232;s diff&#233;rents les uns des autres et se pr&#234;te donc tr&#232;s mal &#224; une d&#233;finition pr&#233;cise. C'est le probl&#232;me fondamental des th&#232;ses : sont-elles des th&#232;ses sur l'EI, sur les talibans, sur les Fr&#232;res musulmans, sur l'Iran ou sur tout l'islam marqu&#233; d'une mani&#232;re ou d'une autre par des traditions conservatrices ?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;L'Iran comme bouc &#233;missaire&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pour des raisons &#224; peu pr&#232;s inexplicables, l'Iran est mentionn&#233; en premier : &#171; Cette approche dirige notre regard vers l'Iran, pas uniquement, mais en grande partie. Avec sa &#8216;r&#233;volution islamique', ce qui, pour de vrai, veut dire contre-r&#233;volution, l'islamisme monta sur la sc&#232;ne mondiale pour la premi&#232;re fois en tant que force propre. Comme &#8216;produit phare' influent de l'islamisme, il constitue aussi, malgr&#233; toutes les diff&#233;rences (notamment confessionnelles), une racine de la terreur et des tentatives de constitution d'un &#201;tat de la part de l'EI. &#187; Le probl&#232;me ici, c'est que le mod&#232;le &#233;tatique de l'Iran est tout sauf &#171; traditionnellement musulman &#187; : l'Iran est une r&#233;publique avec une constitution, une s&#233;paration des pouvoirs et des &#233;lections plus ou moins d&#233;mocratiques.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Olivier Roy a d&#233;j&#224; analys&#233; la situation de mani&#232;re assez pertinente en 1992 dans son ouvrage &lt;i&gt;L'&#201;chec de l'Islam politique&lt;/i&gt; : &#171; Pourquoi &#233;tablir un droit positif alors qu'il y a la &lt;i&gt;charia&lt;/i&gt; ? L'Iran s'est en effet dot&#233; d'une v&#233;ritable Constitution qui n'est pas de l'ordre du slogan, mais qui organise r&#233;ellement le fonctionnement d'un ensemble d'institutions, sans trop se soucier de leur conformit&#233; avec la &lt;i&gt;charia&lt;/i&gt; ; de mani&#232;re significative, la l&#233;gitimit&#233; de la Constitution est explicitement fond&#233;e en son article 1 sur la volont&#233; populaire, et non sur la seule &lt;i&gt;charia&lt;/i&gt;. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb82&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Roy, L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique, Paris, Seuil, 2015 [1992], p. 252.&#034; id=&#034;nh82&#034;&gt;82&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Dans sa conclusion, il souligne une fois de plus explicitement la modernit&#233; culturelle de l'islamisme chiite compar&#233; &#224; son pendant sunnite : &#171; Les mod&#232;les politiques et m&#234;me culturels &#224; l'&#339;uvre dans la r&#233;volution islamique d'Iran sont modernes par rapport &#224; des r&#233;gimes comme l'Arabie Saoudite, ou m&#234;me par rapport au d&#233;bat qui agite les n&#233;ofondamentalistes sur les vertus que doit avoir le futur &#8216;amir' d'un &#201;tat islamique .&#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb83&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 286.&#034; id=&#034;nh83&#034;&gt;83&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#171; La contre-r&#233;volution islamique &#187; fut malgr&#233; tout aussi une r&#233;volution bourgeoise, m&#234;me si la bourgeoisie conservatrice et religieuse s'est trouv&#233;e &#224; sa t&#234;te. Il ne faudrait pas oublier qu'une monarchie vieille de plus de deux mille ans a &#233;t&#233; envoy&#233;e dans les poubelles de l'histoire. La d&#233;faite de la composante communiste de l'insurrection contre le chah d&#233;coule du d&#233;but du d&#233;clin du mouvement ouvrier &#224; l'&#233;chelle globale. Si le Tudeh avait pris le pouvoir, les prol&#233;taires iraniens auraient tout simplement &#233;t&#233; envoy&#233;s comme chair &#224; canon en Afghanistan, non pas en Irak, et l'&#201;tat iranien aurait coul&#233; dix ans plus tard avec tout l'empire sovi&#233;tique. Il y avait &#224; tout le moins de la lucidit&#233; dans la tendance autour de Mansoor Hekmat et parmi les communistes kurdes, de toute mani&#232;re en grande partie sceptiques, de se m&#233;fier en soi d'une alliance avec les mollahs. Pour ceci en tout cas, l'histoire leur a donn&#233; raison.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aujourd'hui, T&#233;h&#233;ran et Moscou sont n&#233;anmoins des partenaires tr&#232;s proches. Avec la constitution de l'EI, cela n'a quand m&#234;me pas grand-chose &#224; voir. Tandis qu'&lt;a href=&#034;https://ctc.usma.edu/the-mysterious-relationship-between-al-qaida-and-iran/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;il y avait une esp&#232;ce d'armistice avec Al-Qa&#239;da qui existe peut-&#234;tre toujours, qui n'&#233;tait pourtant jamais une v&#233;ritable collaboration, si elle existait, elle &#233;tait davantage fa&#231;onn&#233;e par l'opportunisme et le chantage mutuels&lt;/a&gt;, cela n'a jamais &#233;t&#233; le cas avec l'EI, les troupes iraniennes le combattent activement en Irak, souvent &lt;a href=&#034;https://www.washingtonpost.com/world/asia_pacific/recruited-by-iran-to-fight-for-syrian-regime-young-afghans-bring-home-cash-and-scars/2018/07/29/ecf9e34c-64e0-11e8-81ca-bb14593acaa6_story.html?noredirect=on&amp;utm_term=.ba1253a2995a&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#224; l'aide de chair &#224; canon comme les Hazaras d'Afghanistan auxquels on promet la citoyennet&#233; iranienne s'ils devaient vraiment survivre au massacre&lt;/a&gt;. L'histoire r&#233;cente de l'Iran m&#233;riterait son propre texte et ne peut certainement pas &#234;tre consid&#233;r&#233;e comme une &#171; racine &#187; de l'EI, d'autant moins que m&#234;me les rapports avec Al-Qa&#239;da et sa tradition historique sont pleins de contradictions.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;L'islamisme sunnite&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Cette racine, il vaut mieux la chercher dans l'histoire de l'islamisme sunnite. De mani&#232;re tr&#232;s sch&#233;matique, on peut diviser sa phase moderne en trois p&#233;riodes. La premi&#232;re commence, comme esquiss&#233; plus haut par Poljarevic, &#224; la fin du XIXe si&#232;cle, c'est celle de sa production th&#233;orique, l'islamisme n'est pas ou gu&#232;re pr&#233;sent sur la sc&#232;ne politique. La Ligue musulmane panindienne, fond&#233;e en 1906, est l'une des premi&#232;res organisations explicitement politiques. Il s'agissait n&#233;anmoins surtout d'un nationalisme alternatif &#224; celui de la majorit&#233; hindoue, la m&#234;me chose est valable pour la Jamaat-e-Islami fond&#233;e en 1941, d'un point de vue historique, ces d&#233;veloppements ont malgr&#233; tout de l'importance, ne serait-ce qu'au sujet de la tradition deobandie qui y est li&#233;e et qui est un point de rep&#232;re id&#233;ologique important pour les talibans. Comme dans le texte de La Banda Vaga, cette tradition sp&#233;cifiquement r&#233;gionale li&#233;e au sous-continent indien est souvent oubli&#233;e, la tradition &#233;gyptienne li&#233;e &#224; Al-Azhar et &#224; la fondation des Fr&#232;res musulmans en 1928 est bien plus connue.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;C'est l&#224; le d&#233;but de la p&#233;riode politique, elle est marqu&#233;e par un activisme croissant de la part d'une bourgeoisie qui est en r&#232;gle g&#233;n&#233;rale plus ou moins isol&#233;e politiquement et qui repr&#233;sente d'un point de vue id&#233;ologique une forme alternative de modernisation capitaliste avec une plus grande place pour les traditions religieuses. L'influence des Fr&#232;res musulmans &#233;tait politiquement peu importante, se limitant &#224; la gestion d'institutions scolaires comme par exemple au Qatar d&#232;s les ann&#233;es 1950. Sur le sous-continent indien, les bourgeoisies musulmane et hindoue se livr&#232;rent &#224; une bataille pour leur part de g&#226;teau postcolonial ce qui a eu comme r&#233;sultat l'ind&#233;pendance du Pakistan et ensuite celle du Bangladesh.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Un th&#233;oricien majeur de la tradition &#233;gyptienne &#233;tait Sayyid Qotb, m&#234;me s'il a acquis cette importance en grande partie apr&#232;s sa mort. Il est n&#233; le 9 octobre 1906 dans une famille de propri&#233;taires terriens conservateurs et se joignit aux Fr&#232;res musulmans au d&#233;but des ann&#233;es 1950 apr&#232;s avoir d&#233;j&#224; r&#233;dig&#233; ses premiers &#233;crits th&#233;oriques. Gilles Kepel r&#233;sume ainsi son innovation th&#233;orique particuli&#232;re : &#171; Pour Sayyid Qotb et ses &#233;mules, au contraire, l'histoire moderne des pays musulmans depuis les ind&#233;pendances est d&#233;nu&#233;e de toute valeur exemplaire. Elle est m&#234;me d&#233;valoris&#233;e, stigmatis&#233;e par un terme arabe venu du Coran, &lt;i&gt;jahiliyya&lt;/i&gt;, qui d&#233;signe l'&#233;tat d'ignorance' dans lequel vivaient les Arabes avant la R&#233;v&#233;lation de l'islam au proph&#232;te Mohammed, au d&#233;but du septi&#232;me si&#232;cle de l'&#232;re chr&#233;tienne. Les musulmans de l'&#226;ge des nationalismes ignorent l'islam, selon Qotb, &#224; l'instar des Arabes pa&#239;ens de la &lt;i&gt;jahiliyya&lt;/i&gt; primitive. De m&#234;me que ceux-ci adoraient des idoles de pierre, les contemporains de Qotb v&#233;n&#232;rent, selon lui, les idoles symboliques que sont la nation, le parti, le socialisme, etc. En d&#233;niant ainsi la pr&#233;tention des nationalistes &#224; fonder l'Histoire et en les rejetant dans les t&#233;n&#232;bres d'avant la R&#233;v&#233;lation, Qotb effectue une r&#233;volution culturelle. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb84&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, Jihad. Expansion et d&#233;clin de l&#8216;islamisme, Paris, Gallimard, (...)&#034; id=&#034;nh84&#034;&gt;84&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il est sans doute le premier th&#233;oricien islamiste &#224; avoir th&#233;oris&#233; le &lt;i&gt;tawhid&lt;/i&gt; dans une version politique cons&#233;quente et moderne. Le &lt;i&gt;tawhid&lt;/i&gt; est la croyance en l'unicit&#233; de Dieu, les premiers mots de la &lt;i&gt;chahada&lt;/i&gt;, la profession de foi repr&#233;sentant le premier pilier de l'islam. Cela ne viendrait &#224; l'id&#233;e &#224; un peu pr&#232;s aucun musulman de l'interpr&#233;ter ainsi, personne ne veut se rendre la vie plus compliqu&#233;e que ce qu'elle l'est d&#233;j&#224;. Qotb a &#233;t&#233; ex&#233;cut&#233; 1966 sous Nasser, mais son h&#233;ritage th&#233;orique, contrairement &#224; ce que l'on aurait pu croire initialement, a eu beaucoup d'impacts. Au nom de ce principe, les talibans ont d&#251; faire sauter deux statues de bouddha pour &#233;viter aux habitants de leur &#233;mirat le &lt;i&gt;shirk&lt;/i&gt;, la chute dans l'idol&#226;trie, la m&#233;cr&#233;ance, le contraire du &lt;i&gt;tawhid&lt;/i&gt;. De vieilles statues suscit&#232;rent &#224; l'&#233;poque beaucoup d'indignation, bien plus que la r&#233;pression permanente et syst&#233;matique contre &lt;i&gt;tous les adversaires politiques&lt;/i&gt; et contre &lt;i&gt;presque tout le monde&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;contre les femmes &lt;/i&gt;&lt;i&gt;en particulier&lt;/i&gt;. C'est la base th&#233;orique contre tous les concepts occidentaux de gouvernement, l'objectif est le califat, la domination de l'oumma, il y a seulement des d&#233;saccords sur la mani&#232;re, mais l'enthousiasme pour l'id&#233;e d'une &lt;i&gt;r&#233;publique islamique&lt;/i&gt; dans ces milieux est tr&#232;s limit&#233;, voire inexistant.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#171; La victoire du p&#233;tro-islam &#187;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#171; La victoire du p&#233;tro-islam &#187; n'&#233;tait pas iranienne, mais saoudienne. La crise p&#233;troli&#232;re de 1973 permit &#224; l'Arabie saoudite l'ouverture de la bo&#238;te de Pandore : &#171; L'Arabie Saoudite acquiert alors des moyens illimit&#233;s pour mettre en &#339;uvre son ancienne ambition d'h&#233;g&#233;monie sur le sens de l'islam &#224; l'&#233;chelle de l'Oumma, de la Communaut&#233; des Croyants tout enti&#232;re. Durant les ann&#233;es 1960 le dynamisme du nationalisme avait relativis&#233; l'importance politique de la religion. La guerre de 1973 change la donne. La doctrine wahhabite ne jouissait de prestige, en dehors de la p&#233;ninsule, que parmi les milieux rigoristes (ou &#8216;salafistes') qui se r&#233;clamaient d'une mouvance internationale disparate : les Fr&#232;res musulmans arabes y c&#244;toyaient des groupes indiens et pakistanais ainsi que des musulmans n&#233;gro-africains ou asiatiques pass&#233;s par La Mecque et revenus pr&#234;cher &#8216;&#224; l'arabe' dans leur pays pour y purger l'islam des &#8216;superstitions'. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb85&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 69-70.&#034; id=&#034;nh85&#034;&gt;85&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Cela n'a &#233;t&#233; ni pr&#233;vu ni planifi&#233; (peut-&#234;tre esp&#233;r&#233;), mais la conjoncture &#233;tait appropri&#233;e. Or, cette &#171; d&#233;votion moderne &#187; a d&#251; in&#233;vitablement poser la question du pacte saoudo-wahhabite et de la pr&#233;tention saoudienne &#224; la domination t&#244;t ou tard. Cela arriva le 20 novembre 1979, premier jour de l'an 1400 selon le calendrier islamique. Le choix de la date fait allusion &#224; la tradition musulmane du &lt;i&gt;moujaddid&lt;/i&gt;, une croyance se r&#233;f&#233;rant &#224; un hadith, selon lequel &#224; chaque tournant de si&#232;cle appara&#238;t un r&#233;novateur qui purge l'islam d'&#233;l&#233;ments ext&#233;rieurs et lui rend sa puret&#233; initiale. Entre trois cents et six cents combattants arm&#233;s r&#233;ussirent &#224; prendre le contr&#244;le de la Grande Mosqu&#233;e de La Mecque. Ils s'appelaient &lt;i&gt;ichwan&lt;/i&gt;, les fr&#232;res, le nom d'une milice hanbaliste qui avait &#233;t&#233; &#224; l'origine dans les ann&#233;es 1910 et 1920 d'une grande partie des gains territoriaux saoudiens et qui s'&#233;tait ensuite entre 1927 et 1930 r&#233;volt&#233;e sans succ&#232;s contre la dynastie des Saoud. Seulement le 4 d&#233;cembre, suite &#224; des combats violents, plusieurs centaines de morts et de bless&#233;s et la mobilisation de forces sp&#233;ciales pakistanaises et fran&#231;aises, l'arm&#233;e saoudienne a pu regagner le contr&#244;le de la mosqu&#233;e.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il ne faut pas oublier que l'Arabie saoudite est, comme l'a remarqu&#233; avec raison Steve Coll, le seul &#201;tat-nation moderne &#224; avoir &#233;t&#233; cr&#233;&#233; par un jihad&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb86&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Steve Coll, Ghost Wars. The Secret History of the CIA, Afghanistan, (...)&#034; id=&#034;nh86&#034;&gt;86&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Le royaume allait donc &#233;galement jouer un r&#244;le central dans le jihad contre les envahisseurs sovi&#233;tiques d'Afghanistan proclam&#233; en 1979. Fin avril 1978, le Parti d&#233;mocratique populaire d'Afghanistan (PDPA) prit le pouvoir &#224; Kaboul par un putsch militaire. Contrairement aux premiers soup&#231;ons en Occident, celui-ci n'avait pas &#233;t&#233; ordonn&#233; par Moscou. Malgr&#233; le fait que le PDPA &#233;tait officiellement le parti de Moscou en Afghanistan, son putsch ne suscita pas beaucoup d'enthousiasme dans le Kremlin : &#171; Plus tard, le chef du PDPA, Taraki, me confiera que les dirigeants afghans avaient eu la possibilit&#233; de pr&#233;venir les Sovi&#233;tiques du coup d'&#201;tat qui se tramait, mais qu'ils &#233;taient abstenus &#224; dessein, car ils craignaient que Moscou ne s'efforce de les dissuader d'entreprendre une r&#233;bellion arm&#233;e, en prenant pr&#233;texte de l'absence de situation r&#233;volutionnaire en Afghanistan. Ces craintes n'&#233;taient pas d&#233;pourvues de fondement. Si l'URSS avait eu vent de leurs intentions, elle leur aurait sans doute conseill&#233; de renoncer &#224; ce projet, car il n'y avait effectivement pas de situation r&#233;volutionnaire dans le pays, d'un point de vue marxiste, et les relations de l'URSS avec l'Afghanistan &#233;taient amicales sous Zaher-Chah et sous Daoud, malgr&#233; le flirt de ce dernier avec l'Occident. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb87&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Assem Akram, Histoire de la guerre d&#8216;Afghanistan, Paris, Balland, 1996, p. (...)&#034; id=&#034;nh87&#034;&gt;87&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le PDPA a &#233;t&#233; fond&#233; en 1965 dans la maison de Taraki. Il &#233;tait marqu&#233; d&#232;s le d&#233;part par un foss&#233; entre ville et campagne, incarn&#233; par les deux factions Parcham (&#171; Drapeau &#187;) et Khalq (&#171; Peuple &#187;). Parcham &#233;tait la faction qui avait soutenu Daoud dans son putsch en 1973, c'&#233;tait elle qui jouissait de la confiance de Moscou, l'aile plut&#244;t urbaine du parti, Khalq, la faction rurale, majoritairement pachtoune, n'y avait que peu de cr&#233;dit. Entre 1966 et 1976, la scission &#233;tait totale, la r&#233;unification 1976 permit le putsch de 1978 qui allait rapidement se r&#233;v&#233;ler comme tr&#232;s probl&#233;matique pour tous les participants, Nur Muhammad Taraki, le leader historique de la faction Khalq, &#233;tait assis sur un si&#232;ge &#233;jectable&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb88&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 98-108.&#034; id=&#034;nh88&#034;&gt;88&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Outre &#171; l'&#233;dification du socialisme &#187;, la liquidation de la faction ennemie &#233;tait tr&#232;s prioritaire : &#171; Ils mirent en &#339;uvre une politique maximaliste de r&#233;forme agraire, d'alphab&#233;tisation et de construction du socialisme &#8211; accompagn&#233;e de milliers d'arrestations et d'ex&#233;cutions &#8211; qui leur ali&#233;na la masse de la population. La faction Khalq, la plus extr&#233;miste, &#233;limina le Parcham, dont les dirigeants se r&#233;fugi&#232;rent &#224; Moscou, dans un processus d'&#233;puration qui toucha jusqu'aux chefs du Khalq m&#234;mes. &#192; partir d'avril 1979, des soul&#232;vements &#233;clat&#232;rent partout, et en d&#233;cembre le parti ne contr&#244;lait plus que les villes [&#8230;]. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb89&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., p. 138.&#034; id=&#034;nh89&#034;&gt;89&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; En septembre 1979, ce fut le tour &#224; Taraki : son &#171; camarade &#187; Hafizullah Amin le for&#231;a &#224; d&#233;missionner et l'assassina un mois plus tard.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;La guerre afghano-sovi&#233;tique&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Avec d'un c&#244;t&#233; la doctrine Brejnev, d&#233;finie en 1968 en guise de justification de l'invasion de la Tch&#233;coslovaquie et postulant l'irr&#233;versibilit&#233; d'une r&#233;volution socialiste, et de l'autre l'obligation du jihad d&#233;fensif en cas d'invasion du &lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt;, la marge de man&#339;uvre pour des n&#233;gociations &#233;tait d&#233;j&#224; limit&#233;e d'un point de vue purement id&#233;ologique, la signification g&#233;ostrat&#233;gique de l'Afghanistan et le contexte de la Guerre froide suffirent donc pour faire &#233;clater le conflit. Selon Akram, la d&#233;cision pour une invasion sovi&#233;tique fut prise le 12 d&#233;cembre 1979 &#224; Moscou&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb90&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Assem Akram, op. cit., p. 141. Le 10 selon Rodric Braithwaite, cf. (...)&#034; id=&#034;nh90&#034;&gt;90&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Avant tout, les conflits de factions durent &#234;tre r&#233;gl&#233;s &#224; la satisfaction de Moscou. Ainsi, Amin fut &#233;limin&#233; par un commando sovi&#233;tique sp&#233;cial dans le palais pr&#233;sidentiel le 27 d&#233;cembre 1979 et remplac&#233; par Babrak Karmal, le leader de la faction Parcham.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#192; Washington, on &#233;tait bien &#233;videmment d'accord qu'on ne pourrait pas laisser faire Moscou. D&#233;j&#224; quelques jours apr&#232;s l'invasion russe, &lt;a href=&#034;https://sites.temple.edu/immerman/brezenski-memoranda-to-carter-on-soviet-intervention-in-afghanistan/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Brzesinski &#233;tait convaincu d'une chose : enfin, on pourrait se venger aupr&#232;s de l'URSS pour Vietnam&lt;/a&gt;. Le &#171; Vietnam sovi&#233;tique &#187; devenait dans les ann&#233;es suivantes un bon mot r&#233;current dans les cercles diplomatiques pro-occidentaux. Un d&#233;put&#233; de congr&#232;s d&#233;mocrate texan consid&#233;rait l'Afghanistan comme sa mission sp&#233;ciale : Charlie Wilson, un homme d'affaires louche, ami personnel de Somoza, alcoolique et consommateur de coca&#239;ne peu discret&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb91&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Si rien d'autre n'est pr&#233;cis&#233;, toutes les informations sur Wilson (...)&#034; id=&#034;nh91&#034;&gt;91&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ensemble avec son pote Gust Avrakotos de la CIA, il &#233;tait en train de donner une toute nouvelle qualit&#233; &#224; l'Op&#233;ration Cyclone, lanc&#233;e en &#233;t&#233; 1979 sous la pr&#233;sidence de Carter, sans se soucier plus que tant des coutumes d&#233;mocratiques et de la transparence.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;En janvier 1980, Carter donna le feu vert pour l'armement direct des moudjahedines. En r&#233;alit&#233;, le soutien commen&#231;a sans doute d&#233;j&#224; en mai 1979 lorsqu'&lt;a href=&#034;https://nsarchive2.gwu.edu//NSAEBB/NSAEBB57/essay.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;un &#171; officier de la CIA &#187; rencontra Hekmatyar, les premi&#232;res rencontres eurent lieu en avril 1979. Curieusement, on le sait seulement parce que des &#233;tudiants iraniens p&#233;n&#233;tr&#232;rent dans l'ambassade am&#233;ricaine (et dans la britannique aussi), y laiss&#232;rent un bordel consid&#233;rable et pill&#232;rent entre autres les documents de la CIA l'attestant&lt;/a&gt;. Washington et Riyad &#233;taient les principaux responsables pour trouver de l'argent et des armes, le service de renseignement pakistanais ISI &#233;tait charg&#233; de la distribution du mat&#233;riel et du contact avec les insurg&#233;s afghans. Les hommes de liaison principaux entre la CIA et l'ISI &#233;taient Wilson et Avrakotos. D'un point de vue militaire, la souverainet&#233; op&#233;rationnelle sur les flux d'argent et d'armes &#233;tait, une fois arriv&#233;s &#224; Karachi, remise &#224; l'ISI qui s'occupait du transport &#224; Peshawar et l&#224;-bas de la distribution aux moudjahedines afghans. Sept partis islamistes sunnites &#233;taient soutenus, les trois premiers sont g&#233;n&#233;ralement consid&#233;r&#233;s comme &#171; mod&#233;r&#233;s &#187;, les quatre derniers comme &#171; radicaux &#187; :&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Mouvement r&#233;volutionnaire islamique et national d'Afghanistan (Harakat-i-Inqilab-i-Islami) : mouvement relativement petit, actif principalement dans le sud et l'est du pays, il s'est d&#233;compos&#233; dans les ann&#233;es 1990, certains ont d&#233;sert&#233; chez les talibans, d'autres ont fond&#233; le Parti national et islamique pour la prosp&#233;rit&#233; d'Afghanistan (Hezb-e Sa'adat-e Melli wa Islami-ye Afghanistan), un parti marginal ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Front de lib&#233;ration nationale (Dschebhe e Nedschat e Melli e Afghanistan) : tradition soufie pachtoune et conservatrice, le mouvement s'est en grande partie d&#233;compos&#233;, le leader historique Sibghatullah Mojaddedi s'est retir&#233; quasiment compl&#232;tement de la vie politique apr&#232;s le d&#233;part des Russes, de temps en temps, on le voyait en tant qu'expert et/ou n&#233;gociateur sur la sc&#232;ne politique, il est d&#233;c&#233;d&#233; d&#233;but 2019 ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Front islamique national d'Afghanistan (Mahaz-e Milli-ye Islami-ye Afghanistan) : influent surtout dans la province Nangarhar et &#224; Kaboul, surtout une entreprise familiale d'Ahmed Gailani (1932-2017), il soutint &#224; la fin des ann&#233;es 1990 l'Alliance du Nord contre les talibans et 2004 Karzai dans sa campagne pr&#233;sidentielle, est devenu quasiment insignifiant par la suite ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Front uni islamique et national pour le salut de l'Afghanistan (Jamiat-e-Islami) : compos&#233; majoritairement de Tadjiks, c'est le seul parti non-pachtoune soutenu par l'ISI &#8211; alli&#233; &#224; l'&#233;poque &#224; Ahmad Shah Massoud, &#171; le lion de Pandjir &#187;, le favori malheureux du MI6 qui a &#233;t&#233; assassin&#233; le 9 septembre 2001 dans un attentat-suicide par deux attaquants pr&#233;tendument journalistes belges &#8211; participant &#224; la fin des ann&#233;es 1990 &#224; l'Alliance du Nord et si&#233;geant dans le parlement afghan aujourd'hui ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Union islamique pour la lib&#233;ration d'Afghanistan (Ittehad-e Islami bara-ye Azadi-ye Afghanistan) : parti pachtoune avec une minorit&#233; tadjike, fort principalement dans la r&#233;gion Paghman &#224; l'ouest de la province de Kaboul, parti d'Abdul Rasul Sayyaf, soup&#231;onn&#233; d'avoir jou&#233; un r&#244;le dans l'assassinat de Massoud, aujourd'hui un politicien relativement c&#233;l&#232;bre dans la province de Kandahar, dans la guerre civile du c&#244;t&#233; des talibans, r&#233;put&#233; d'&#234;tre un adepte d'une brutalit&#233; sans retenue, depuis 2007 un parti de droite marginal dans le parlement afghan bataillant le plus souvent pour obtenir la gr&#226;ce pour des combattants incarc&#233;r&#233;s des talibans ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Parti islamique (&#7716;ezb-i Isl&#257;m&#299;, faction Khalis) : une scission &#171; mod&#233;r&#233;e &#187; du Parti islamique fond&#233; en 1973 par Gulbuddin Hekmatyar, le parti men&#233; par Mohammad Younes Khalis soutenait les talibans dans les ann&#233;es 1990, de ce parti est issu Djal&#226;louddine Haqqani (que Wilson avait &#224; l'&#233;poque appel&#233; une &#171; divinit&#233; personnifi&#233;e &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb92&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;George Crile, op. cit., p. 473.&#034; id=&#034;nh92&#034;&gt;92&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;), d&#233;c&#233;d&#233; en 2018, son r&#233;seau Haqqani, dont son fils est &#224; la t&#234;te depuis 2014, travaille jusqu'&#224; nos jours &#233;troitement avec les talibans ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Parti islamique (&#7716;ezb-i Isl&#257;m&#299;, faction Hekmatyar) : parti islamiste fond&#233; en 1973 et men&#233; par Gulbuddin Hekmatyar, qui peut &#234;tre appel&#233; l'anc&#234;tre du jihadisme afghan et qui &#233;tait le favori secret de l'ISI, la pratique du parti pendant la guerre et la guerre civile qui s'ensuivit &#233;tait marqu&#233;e par une violence excessive, Hekmatyar a litt&#233;ralement m&#233;rit&#233; le surnom &#171; boucher de Kaboul &#187;, le Bureau des services fond&#233; en 1984 par Abdallah Youssouf Azzam, Oussama ben Laden et Ayman al-Zawahiri (analys&#233; plus en d&#233;tail dans la suite du texte) travaillait principalement avec lui, pendant le r&#233;gime des talibans, il &#233;tait en exile en Iran, mais il rejoignit ben Laden d&#232;s 2001, &lt;a href=&#034;https://www.rferl.org/a/islamic-state-afghanistan-hekmatyar/27114317.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;en 2015, il proclama son soutien pour l'EI&lt;/a&gt; et il finit par signer un accord de paix avec le gouvernement afghan le 22 septembre 2016.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il y avait aussi une coalition chiite soutenue par l'Iran et une coalition mao&#239;ste soutenue par la Chine qui se battaient contre l'invasion sovi&#233;tique, mais, &#233;tant donn&#233; les &lt;a href=&#034;http://www.bpb.de/internationales/amerika/usa/10625/reagan-jahre?p=all&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;deux&lt;/a&gt; &#224; &lt;a href=&#034;http://www.spiegel.de/einestages/30-jahre-afghanistan-invasion-a-948665.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;six&lt;/a&gt; milliards, selon les estimations, investis par la CIA dans le cadre de l'Op&#233;ration Cyclone dans les groupes sunnites, ces deux coalitions sont n&#233;gligeables et seront laiss&#233;es de c&#244;t&#233; ici. Il faudrait pourtant pr&#233;ciser que les mao&#239;stes &#233;taient confront&#233;s sous le PDPA &#224; une r&#233;pression syst&#233;matique et en m&#234;me temps &#224; la m&#233;fiance profonde de leurs &#171; fr&#232;res d'armes &#187; islamistes qui les attaquaient fr&#233;quemment. Le 12 novembre 1986, Faiz Ahmad, le leader de l'Organisation de lib&#233;ration afghane, a &#233;t&#233; assassin&#233; avec six de ses camarades par les sbires de Hekmatyar. Une exception notable du mao&#239;sme afghan dans ce contexte est l'Association r&#233;volutionnaire des femmes d'Afghanistan (RAWA). Fond&#233;e en 1977, elle d&#233;non&#231;a autant le gouvernement du PDPA que l'alliance avec les islamistes et a jusqu'&#224; aujourd'hui le m&#233;rite historique de n'avoir soutenu aucun gouvernement afghan ni aucune invasion &#233;trang&#232;re depuis sa fondation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le d&#233;roulement de la guerre ne sera d&#233;crit ici que dans les grandes lignes. Suivant Akram, on peut distinguer trois phases, &#171; L'installation des troupes &#187; de 1979 &#224; 1982, &#171; La phase la plus intense de la guerre &#187; de 1982 &#224; 1986 et les &#171; Reculs sovi&#233;tiques et [le] retrait &#187; de 1986 &#224; 1989&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb93&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Assem Akram, op. cit., p. 173-176.&#034; id=&#034;nh93&#034;&gt;93&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Il estime que d&#233;j&#224; en 1981-1982, 80 % du territoire &#233;tait contr&#244;l&#233; par les moudjahedines, la nuit, il n'y avait pas la moindre lumi&#232;re afin d'&#233;viter les frappes a&#233;riennes sovi&#233;tiques&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb94&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 176.&#034; id=&#034;nh94&#034;&gt;94&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Le pourcentage est peut-&#234;tre m&#234;me plus &#233;lev&#233; si son estimation se r&#233;f&#232;re au jour, car ils contr&#244;laient les r&#233;gions rurales pendant la nuit sans que ce soit forc&#233;ment le cas le jour&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb95&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Rodric Braithwaite, op. cit., S. 164. La m&#234;me chose est valable (...)&#034; id=&#034;nh95&#034;&gt;95&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Les d&#233;sertions &#233;taient un r&#233;el probl&#232;me pour l'arm&#233;e afghane, jusqu'&#224; 60 % des soldats auraient rejoint les rangs des moudjahedines&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb96&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Rodric Braithwaite, op. cit., p. 136-137.&#034; id=&#034;nh96&#034;&gt;96&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Une partie peut-&#234;tre pour des raisons id&#233;ologiques, mais la plupart sans doute plut&#244;t &#224; cause de la mani&#232;re extr&#234;mement cruelle de faire la guerre des deux c&#244;t&#233;s, rejoindre la faction la plus forte dans une telle situation n'est pas forc&#233;ment une question d'affiliation&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb97&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Gregory Feifer, The Great Gamble. The Soviet War in Afghanistan, New (...)&#034; id=&#034;nh97&#034;&gt;97&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hormis quelques voix critiques, majoritairement f&#233;ministes, &lt;a href=&#034;https://fair.org/extra/forgotten-coverage-of-afghan-freedom-fighters/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;l'enthousiasme pour les &#171; combattants de la libert&#233; &#187; afghanes &#233;tait unanime dans le paysage m&#233;diatique occidental&lt;/a&gt;. On assistait &#224; un exc&#232;s de z&#232;le orientaliste pour les moudjahedines pieux et barbus, ils &#233;taient d&#233;peints comme des membres de clan innocents et modestes qui, &#233;tant donn&#233; une invasion par &#171; l'Empire du mal &#187;, voulaient seulement d&#233;fendre leurs traditions et leur religion, aid&#233;s &#171; un peu &#187; par les services de renseignement occidentaux. Les journalistes critiques &lt;a href=&#034;https://fair.org/extra/forgotten-coverage-of-afghan-freedom-fighters/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;risquaient d'&#234;tre exclus des missions embarqu&#233;es avec les moudjahedines&lt;/a&gt; et de perdre ainsi l'acc&#232;s &#224; quasiment toute information. La couverture de la presse sovi&#233;tique &#233;tait vraisemblablement m&#234;me plus critique et objective, elle est souvent cit&#233;e comme exemple de la politique gorbatch&#233;vienne de la glasnost&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb98&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. par exemple Gregory Feifer, op. cit., p. 213.&#034; id=&#034;nh98&#034;&gt;98&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Contrairement &#224; d'autres journalistes sovi&#233;tiques stationn&#233;s &#224; Kaboul, Artyom Borovik fut d&#232;s 1987 embarqu&#233; dans diverses troupes sovi&#233;tiques&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb99&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Sarah E. Mendelson, Changing Course. Ideas, Politics, and the Soviet (...)&#034; id=&#034;nh99&#034;&gt;99&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Il a r&#233;dig&#233; des articles critiques dans la revue &lt;i&gt;Ogonyok&lt;/i&gt; et il a publi&#233; en 1990 un livre qui parut simultan&#233;ment en anglais et en russe&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb100&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Artyom Borovik, The Hidden War. A Russian Journalist&#8216;s Account of the (...)&#034; id=&#034;nh100&#034;&gt;100&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;D&#233;j&#224; sur la premi&#232;re page, le ton est d&#233;faitiste : &#171; Des hommes fous appel&#232;rent l'Afghanistan &#8216;une &#233;cole du courage'. Et ils &#233;taient suffisamment sages pour ne pas y envoyer leurs fils. Ils parl&#232;rent du &#8216;devoir international', &#8216;de la bataille contre les mercenaires de l'imp&#233;rialisme aux fronti&#232;res m&#233;ridionales de notre patrie', &#8216;du rejet d&#233;termin&#233; de l'agression de la part des r&#233;actionnaires de la r&#233;gion'. Et ainsi de suite. Ils essay&#232;rent de se convaincre eux-m&#234;mes et de convaincre le reste du pays que l'Afghanistan &#8216;transformerait des jeunes immatures en fervents combattants pour notre foi communiste'. Mais, si l'Afghanistan a suscit&#233; la foi chez des gens, ce fut une foi tr&#232;s diff&#233;rente de celle promue par notre propagande. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb101&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 1.&#034; id=&#034;nh101&#034;&gt;101&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; En outre, il ne cache pas qu'Amin a &#233;t&#233; assassin&#233; par le KGB&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb102&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 5.&#034; id=&#034;nh102&#034;&gt;102&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, il parle des d&#233;sertions, des armes de service sovi&#233;tiques vendues&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb103&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 36.&#034; id=&#034;nh103&#034;&gt;103&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; et aussi des atrocit&#233;s commises par les soldats sovi&#233;tiques&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb104&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 258.&#034; id=&#034;nh104&#034;&gt;104&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Son r&#233;cit montre aussi que des pi&#232;ges explosifs cr&#233;atifs n'ont pas &#233;t&#233; invent&#233;s par l'EI : &#171; L'incident [la d&#233;couverte d'un thermos dot&#233; d'un pi&#232;ge &#224; feu] m'&#233;tonna de l'&#233;norme inventivit&#233; de ces bandits, de leur imagination riche et in&#233;puisable. &#192; l'int&#233;rieur de chaque fortification &#8211; des bunkers, des casemates, des tranch&#233;es-abris quatre &#233;tages au-dessous du sol &#8211; les soldats trouvent des stylos, des montres, des magn&#233;tophones et d'autres objets pi&#233;g&#233;s. La mort cach&#233;e &#233;tait camoufl&#233;e tellement magistralement que seul un &#339;il exp&#233;riment&#233; peut le voir. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb105&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 35-36.&#034; id=&#034;nh105&#034;&gt;105&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;L'h&#233;ro&#239;ne comme boomerang&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Comme &#224; l'&#233;poque au Vietnam, l'h&#233;ro&#239;ne fut encore le carburant de la guerre : &#171; En cons&#233;quence [des flux financiers am&#233;ricains et saoudiens] explose une criminalit&#233; qui parasite l'aide, sur laquelle chacun ferme les yeux tant que les Russes sont en Afghanistan, mais dont les cons&#233;quences d&#233;vastatrices ouvriront la voie &#224; toutes les d&#233;rives &#224; partir de la fin de la d&#233;cennie. Ainsi, des cargaisons d'armes l&#233;g&#232;res en quantit&#233;s &#233;normes, livr&#233;es par la CIA et d&#233;barqu&#233;es au port de Karachi, alimentent le march&#233; local (et feront de cette ville une des plus violentes du monde) avant d'&#234;tre achemin&#233;es par la route vers leurs destinataires officiels. Au retour, les camions seront charg&#233;s d'h&#233;ro&#239;ne extraite de l'opium cultiv&#233; en Afghanistan et dans les &#8216;zones tribales' de la fronti&#232;re pakistanaise, et export&#233; par Karachi. Les convoitises et les profits gigantesques suscit&#233;s par les &#224;-c&#244;t&#233;s criminels de l'aide am&#233;ricaine et arabe &#224; la r&#233;sistance deviendront une pr&#233;occupation majeure des &#201;tats-Unis, puis des &#201;tats arabes apr&#232;s le retrait sovi&#233;tique, lorsque des groupes &#233;chappant &#224; leur contr&#244;le, surarm&#233;s et financ&#233;s par les trafics locaux, propageront le &lt;i&gt;jihad&lt;/i&gt; o&#249; il leur semblera bon sur la plan&#232;te. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb106&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., p. 143-144.&#034; id=&#034;nh106&#034;&gt;106&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Ce trafic de drogue des moudjahedines &#233;tait un secret bien connu, le commandant de l'ISI responsable de la mission l'admet ouvertement dans ces m&#233;moires&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb107&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Mohammad Yousaf, Mark Adkin, The Bear Trap. The Defeat of A (...)&#034; id=&#034;nh107&#034;&gt;107&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Par cons&#233;quent, le prix de l'h&#233;ro&#239;ne baissa un peu partout en Occident au milieu des ann&#233;es 1980 et les h&#233;ro&#239;nomanes commenc&#232;rent dans la plupart des grandes villes &#224; faire partie du d&#233;cor pendant cette p&#233;riode. Le Croissant d'or rempla&#231;a en m&#234;me temps le Triangle d'or comme origine g&#233;ographique principale de l'h&#233;ro&#239;ne mondialement consomm&#233;e. Aujourd'hui, l'Afghanistan en produit selon les estimations environ 90 %. En 2017, le chiffre d'affaires de la production d'h&#233;ro&#239;ne &lt;a href=&#034;https://www.unodc.org/documents/crop-monitoring/Opium-survey-peace-security-web.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;fut estim&#233; entre 4.1 et 6.6 milliards de dollars, ce qui repr&#233;sente 20 &#224; 32 % du PIB afghan&lt;/a&gt;, &lt;a href=&#034;https://www.politifact.com/global-news/statements/2017/apr/04/ted-yoho/yoho-afghanistan-poppy-growth-way/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;elle garantit un emploi &#224; approximativement 400'000 Afghans, plus que l'arm&#233;e afghane&lt;/a&gt;. Parall&#232;lement, l'h&#233;ro&#239;nomanie a &#233;galement explos&#233; au sein de la population afghane, ce qui n'est tout sauf &#233;tonnant dans un pays &lt;a href=&#034;https://www.nytimes.com/2016/06/06/world/asia/afghanistan-kabul-graveyard.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;qui manque de cimeti&#232;res&lt;/a&gt;. &lt;a href=&#034;https://www.vice.com/de_ch/article/yvea8j/afghanistans-opiumplage&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;L'&#233;picentre du milieu afghan de la drogue est le sous-sol du pont Pul-sokhta &#224; Kaboul&lt;/a&gt;, une concentration massive de mis&#232;re refoul&#233;e.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le flux dans l'autre direction &#233;tait au d&#233;but essentiellement compos&#233; d'armes l&#233;g&#232;res et les exp&#233;diteurs se pr&#233;occupaient d'une certaine discr&#233;tion. Selon Yousuf, seulement des armes provenant du bloc socialiste auraient &#233;t&#233; livr&#233;es au moudjahedines jusqu'en 1985&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb108&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Mohammad Yousaf, Mark Adkin, op. cit., p. 83.&#034; id=&#034;nh108&#034;&gt;108&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ainsi, ils contr&#244;laient le sol, mais l'arm&#233;e sovi&#233;tique contr&#244;lait le ciel : &#171; La puissance a&#233;rienne &#233;tait certainement le plus grand atout de l'ennemi. Elle n'accorda pas seulement une puissance de feu illimit&#233;e, mais aussi la mobilit&#233;. Utilis&#233;es correctement, ces deux pouvaient &#234;tre combin&#233;es sur le champ de bataille pour vaincre les gu&#233;rillas de mani&#232;re tactique, voire strat&#233;gique. Le probl&#232;me, du point de vue des moudjahedines, n'&#233;tait pas tant qu'ils n'avaient pas de puissance a&#233;rienne propre, mais que leurs moyens de riposte aux avions et h&#233;licopt&#232;res ennemis ont &#233;t&#233; limit&#233;s &#224; quelques SA-7 p&#233;rim&#233;s, tir&#233;s &#224; l'&#233;paule, des missiles surface-air (SAM). &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb109&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 59.&#034; id=&#034;nh109&#034;&gt;109&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ceci changea en 1986 : le 26 septembre, des miliciens de Hekmatyar test&#232;rent pour la premi&#232;re fois le tout nouveau lance-missile sol-air am&#233;ricain Stinger dans un combat&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb110&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. George Crile, op. cit., p. 426-427.&#034; id=&#034;nh110&#034;&gt;110&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Cela fut-il ou non un tournant dans le cours de la guerre ? Les experts continuent &#224; en d&#233;battre. En tout cas, la d&#233;faite sovi&#233;tique &#233;tait d&#233;sormais scell&#233;e&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb111&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Rodric Braithwaite, op. cit., p. 205.&#034; id=&#034;nh111&#034;&gt;111&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. L'un des effets collat&#233;raux inattendus de l'op&#233;ration a &#233;t&#233; le fait que parmi environ 1'000 Stinger fournis, beaucoup finirent &#224; cause de la corruption ou en tant que butin de guerre chez des destinataires impr&#233;vus. Rapidement, l'Iran et la Russie se vant&#232;rent d'en poss&#233;der. &lt;a href=&#034;https://slate.com/news-and-politics/2001/10/stingers-stingers-who-s-got-the-stingers.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Encore en 2001, on se demandait&lt;/a&gt; o&#249; les Stinger pourraient bien &#234;tre. Entre-temps, des groupes jihadistes divers et vari&#233;s autour du globe en poss&#233;daient un, voire plusieurs, et la CIA a investi le double de leur co&#251;t initial, 65 millions de dollars, pour en racheter un maximum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Retrait sovi&#233;tique, prise de pouvoir des talibans et mondialisation du jihad&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#192; l'&#233;poque comme aujourd'hui, les volontaires d'un peu partout dans le monde se joignirent aux moudjahedines, venus dans leur grande majorit&#233; de la p&#233;ninsule arabique et d'autres r&#233;gions islamiques. Tandis que certains jeunes Arabes de bonne famille (bourgeoise, voire royale) se servirent de l'Afghanistan pour passer des vacances aventureuses&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb112&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Gilles Kepel, op. cit., p. 185.&#034; id=&#034;nh112&#034;&gt;112&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, d'autres vinrent avec des intentions plus s&#233;rieuses. Ainsi, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Contre-l-Etat-islamique-contre-la&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;un certain Abou Moussab al-Zarqaoui se d&#233;pla&#231;a par exemple &#224; la fin des ann&#233;es 1980 en Afghanistan pour se joindre &#224; la faction de Hekmatyar&lt;/a&gt;. Ce fut le d&#233;but d'une longue carri&#232;re jihadiste et il fera beaucoup parler de lui par la suite.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Afin de s'occuper des volontaires &#233;trangers, le Palestinien Abdallah Azzam, un th&#233;oricien jihadiste d'une certaine importance, fonda en 1984 ensemble avec Oussama ben Laden et Ayman al-Zawahiri le Bureau des services. Ce dernier ouvrit m&#234;me en 1986 son premier bureau am&#233;ricain &#224; Tucson dans l'&#201;tat de l'Arizona pour y recruter au sein de la communaut&#233; arabe pour les moudjahedines&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb113&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Steve Coll, op. cit., p. 155.&#034; id=&#034;nh113&#034;&gt;113&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Azzam est mort le 24 novembre 1989 et ben Laden a repris le Bureau des services. Il l'a rebaptis&#233; : la base, Al-Qa&#239;da en arabe&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb114&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 204.&#034; id=&#034;nh114&#034;&gt;114&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Personne ne s'en souciait &#224; l'&#233;poque au sein de la CIA car ben Laden &#233;tait consid&#233;r&#233; comme &#171; non anti-am&#233;ricain &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb115&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 156.&#034; id=&#034;nh115&#034;&gt;115&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le retrait sovi&#233;tique &#233;tait d&#233;j&#224; consid&#233;rablement avanc&#233; &#224; ce moment-l&#224; et la guerre afghano-sovi&#233;tique se transforma peu &#224; peu en guerre civile afghane. D&#233;j&#224; le 4 d&#233;cembre 1987, un retrait sovi&#233;tique ordonn&#233; avait &#233;t&#233; discut&#233; &#224; Washington entre la CIA et le KGB&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb116&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 168-169.&#034; id=&#034;nh116&#034;&gt;116&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Apr&#232;s la chute du mur d&#233;but novembre 1989, tout le monde r&#233;alisa que les alliances d'hier ne seraient plus celles de demain, personne ne connaissait encore la &#171; fin de l'histoire &#187; et ses contours.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;En automne 1990, la rupture entre ben Laden et l'Arabie saoudite a eu lieu. Ben Laden aurait pr&#233;f&#233;r&#233; r&#233;soudre le probl&#232;me de l'invasion irakienne du Kowe&#239;t par le biais du jihad, l'Arabie saoudite consid&#233;rait qu'une invasion am&#233;ricaine serait une solution plus judicieuse. Hekmatyar et Sayyaf ne voulaient pas non plus d'alliance avec les &#201;tats-Unis&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb117&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 222-223.&#034; id=&#034;nh117&#034;&gt;117&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Au milieu de l'ann&#233;e 1991, ben Laden fut gentiment averti par les services secrets saoudiens que les &#201;tats-Unis le traqueraient peut-&#234;tre et qu'il serait banni de l'Arabie saoudite &#171; pour son propre bien &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb118&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 231.&#034; id=&#034;nh118&#034;&gt;118&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Apr&#232;s une escale, selon les sources, en Afghanistan ou en Pakistan, il trouva refuge en 1992 au Soudan&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb119&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 601-602.&#034; id=&#034;nh119&#034;&gt;119&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, o&#249; le Congr&#232;s national islamiste d'Omar el-Bechir avait pris le pouvoir par un putsch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le 13 septembre 1991, le secr&#233;taire d'&#201;tat am&#233;ricain James Baker et le ministre des Affaires &#233;trang&#232;res sovi&#233;tique Boris Pankine se mirent d'accord d'arr&#234;ter conjointement le soutien pour les rebelles respectivement le gouvernement du PDPA&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb120&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 232.&#034; id=&#034;nh120&#034;&gt;120&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. En d&#233;cembre 1991, peu avant l'effondrement de l'Union sovi&#233;tique, le KGB s'est retir&#233; d'Afghanistan et au d&#233;but de 1992, l'aide &#224; Najibullah a &#233;t&#233; arr&#234;t&#233;e comme convenu&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb121&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Rodric Braithwaite, op. cit., p. 299.&#034; id=&#034;nh121&#034;&gt;121&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Apr&#232;s la chute du gouvernement de ce dernier, il n'y avait plus beaucoup de raisons de maintenir une pr&#233;sence am&#233;ricaine devenue tr&#232;s co&#251;teuse &#224; cause du grand danger et de la situation chaotique. Les portes de l'ambassade &#233;taient d&#233;j&#224; depuis 1989 g&#233;n&#233;ralement ferm&#233;es, &#224; la fin de 1992, tout le personnel trouva des planques plus tranquilles.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dernier ambassadeur &#224; Kaboul durant neuf ans, Peter Tomsen se souciait dans son dernier m&#233;mo du 18 d&#233;cembre 1992 de mani&#232;re assez clairvoyante &#171; des efforts des extr&#233;mistes islamistes afin d'utiliser l'Afghanistan comme une base d'entra&#238;nement et d'ex&#233;cution pour le terrorisme dans la r&#233;gion et au-del&#224; &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb122&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Steve Coll, op. cit., p. 239.&#034; id=&#034;nh122&#034;&gt;122&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Son &#233;valuation de la situation &#233;tait (l&#233;gitimement) sombre, il &#233;crivit quelques semaines plus tard : &#171; La pers&#233;v&#233;rance am&#233;ricaine dans le maintien de notre position d&#233;j&#224; &#233;tablie en Afghanistan pourrait &#8211; &#224; peu de co&#251;ts &#8211; consid&#233;rablement contribuer &#224; un r&#233;sultat favorable et mod&#233;r&#233; qui permettrait d'&#233;carter les extr&#233;mistes, de maintenir une amiti&#233; avec un pays amical situ&#233; strat&#233;giquement, de nous aider &#224; accomplir nos autres objectifs en Afghanistan et dans la r&#233;gion d'Asie centrale en g&#233;n&#233;ral, par exemple les stup&#233;fiants, la r&#233;cup&#233;ration des Stinger, l'antiterrorisme [&#8230;] On risque de jeter les atouts qu'on a acquis en Afghanistan dans les dix derni&#232;res ann&#233;es, qu'on a pay&#233; cher [&#8230;] Les enjeux dans le contexte g&#233;ostrat&#233;gique actuel sont limit&#233;s, mais importants. Il y a le danger qu'on perde l'int&#233;r&#234;t et qu'on abandonne notre capital investi en Afghanistan ce qui d&#233;stabilise une r&#233;gion o&#249; l'on n'a que quelques leviers pr&#233;cieux. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb123&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid.&#034; id=&#034;nh123&#034;&gt;123&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Cassandra n'aurait pas su mieux le formuler&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;La guerre civile jusqu'en 1996 ne sera pas trait&#233;e en d&#233;tail dans ce texte, seule la force ayant conquis le pouvoir &#224; la fin sera abord&#233;e : les talibans. &#171; Talibans &#187; signifie &#233;l&#232;ves en pachtoune et fait r&#233;f&#233;rence &#224; leur origine dans les &#233;coles coraniques dans la r&#233;gion de Kandahar et la r&#233;gion frontali&#232;re du Pakistan. Au printemps 1994, ils conquirent le premier village, Spin Boldak, proche de la fronti&#232;re pakistanaise. Le 3 novembre de la m&#234;me ann&#233;e, ce fut le tour &#224; la capitale m&#233;ridionale, Kandahar, deuxi&#232;me ville du pays, moins d'un an plus tard, en septembre 1995, &#224; la m&#233;tropole occidentale H&#233;rat, troisi&#232;me ville du pays et majoritairement non-pachtoune. D&#233;j&#224; depuis le printemps, ils dispos&#232;rent du monopole &#8211; m&#234;me s'il fut un peu m&#233;fiant &#8211; de l'ISI, la faction de Djal&#226;louddine Haqqani se joignit &#233;galement &#224; cette &#233;poque aux talibans&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb124&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 293.&#034; id=&#034;nh124&#034;&gt;124&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. En septembre 1996, ils conquirent Kaboul et proclam&#232;rent le 27 du m&#234;me mois l'&#171; &#201;mirat islamique d'Afghanistan &#187;, le d&#233;but de leur r&#232;gne quinquennal sur le pays.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seulement suite &#224; de nombreuses batailles, ils r&#233;ussirent &#224; contr&#244;ler compl&#232;tement le nord du pays. L'affrontement sanglant commenc&#233; en mai 1997 avec les notables locaux de la m&#233;tropole du nord et quatri&#232;me ville du pays Mazir-i Sharif, soutenus surtout par la Russie et l'Iran, culmina en ao&#251;t 1998 dans la prise du pouvoir des talibans et un massacre de milliers de civils, principalement chiites. Apr&#232;s avoir d&#233;j&#224; &#233;t&#233; reconnu comme gouvernement l&#233;gitime apr&#232;s la conqu&#234;te de Kaboul par les &#201;tats-Unis, s'ensuivirent le Pakistan, l'Arabie saoudite et les &#201;mirats arabes unis, sur la premi&#232;re liste am&#233;ricaine d'organisations terroristes &#233;trang&#232;res, parue en automne 1997, il n'y a ni les talibans, ni Al-Qa&#239;da&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb125&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 334, 349 et 351.&#034; id=&#034;nh125&#034;&gt;125&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Peu avant la chute de Kaboul, ben Laden, d&#233;j&#224; rentr&#233; en Afghanistan en mai 1996, cassa sa tirelire et donna aux talibans trois millions de dollars de sa fortune personnelle en guise de soutien &#224; l'attaque sur Kaboul et par la suite, le soutien de l'ISI se renfor&#231;a avec la chute de la capitale&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb126&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 331-332.&#034; id=&#034;nh126&#034;&gt;126&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Apr&#232;s les tentatives d'attentat infructueuses contre le Premier ministre &#233;gyptien Atif Sedki en 1993 et le Pr&#233;sident Hosni Moubarak en 1995, le groupe Al-Jihad li&#233; &#224; ben Laden &#233;tait de plus en plus sous pression, tout autant qu'Al-Gamaa al-Islamiya, qui avait &#233;galement des contacts avec lui, assassina le journaliste Faraj Fouda en 1992 et fut responsable pour le massacre de Louxor (soixante-deux morts, en grande majorit&#233; des touristes), et enfin le r&#233;gime soudanais qui avait h&#233;berg&#233; ben Laden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le retour des &#171; Afghans &#187; en &#201;gypte et en Alg&#233;rie au d&#233;but des ann&#233;es 1990 allait de pair avec l'introduction de leurs m&#233;thodes apprises en Afghanistan : &#171; Cette acc&#233;l&#233;ration de la violence, concomitante dans les deux pays, se produisit l'ann&#233;e de la chute de Kaboul aux mains des &lt;i&gt;moujahidines&lt;/i&gt;. Plusieurs centaines d'&#8216;Afghans' alg&#233;riens comme &#233;gyptiens &#233;taient rentr&#233;s chez eux. Form&#233;s au moule du &#8216;salafisme jihadisme' &#224; Peshawar, ils contribueraient &#224; radicaliser le &lt;i&gt;jihad&lt;/i&gt; local en y transposant leur exp&#233;rience internationale. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb127&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., p. 275.&#034; id=&#034;nh127&#034;&gt;127&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; D'autres v&#233;t&#233;rans afghans &#233;trangers ont port&#233; le jihad en Bosnie, en Tch&#233;tch&#233;nie et au Tadjikistan&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb128&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 295.&#034; id=&#034;nh128&#034;&gt;128&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, pour la m&#234;me raison, le conflit au Cachemire aussi a pris un tournant de plus en plus jihadiste du c&#244;t&#233; pakistanais&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb129&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 142-143.&#034; id=&#034;nh129&#034;&gt;129&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pendant la premi&#232;re bataille de Mogadiscio, le fiasco am&#233;ricain du 3 et 4 octobre 1993, il y avait aussi des &#171; Afghans &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb130&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 377.&#034; id=&#034;nh130&#034;&gt;130&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. &lt;i&gt;Black Hawk Down&lt;/i&gt;, le livre sur l'&#233;v&#233;nement par le journaliste Mark Bowden, paru en 1999, fut adapt&#233; au cin&#233;ma en 2001 par Ridley Scott. Suite &#224; deux h&#233;licopt&#232;res descendus, deux soldats am&#233;ricains furent lynch&#233;s par la pl&#232;be, certains ont pu &#234;tre sauv&#233;s. L'op&#233;ration a co&#251;t&#233; la vie &#224; dix-huit soldats de la coalition am&#233;ricaine (ensemble avec la Malaisie et le Pakistan) et &#224; plus d'un millier du c&#244;t&#233; de l'Alliance nationale somalienne et des jihadistes alli&#233;s &#224; eux.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Les troupes de l'ONU ont quitt&#233; le pays en 1995 et les diff&#233;rentes factions continu&#232;rent &#224; se battre. En d&#233;cembre 2006 seulement, le gouvernement de transition constitu&#233; en 2000 &#224; Nairobi a pu chasser l'alliance jihadiste Union des tribunaux islamiques de Mogadiscio et obtenir un contr&#244;le pr&#233;caire sur la capitale. Les &#233;l&#233;ments mod&#233;r&#233;s de l'alliance se sont exil&#233;s, une faction est rest&#233;e : Al-Shabab, terme arabe signifiant &#171; la jeunesse &#187;, le nom complet est &#171; Mouvement des jeunes moudjahedines &#187;. Existant d&#233;j&#224; en tant que faction ind&#233;pendante au sein de l'alliance, elle a &#233;t&#233; r&#233;organis&#233;e par Aden Hashi Ayro en 2006, il aurait auparavant &#233;t&#233; form&#233; &lt;a href=&#034;https://www.independent.co.uk/news/obituaries/aden-hashi-ayro-militant-islamist-leader-in-somalia-820385.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;dans un camp d'entra&#238;nement afghan par Al-Qa&#239;da&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Al-Qa&#239;da, un r&#233;seau mondial pour le jihad&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Les v&#233;t&#233;rans d'Afghanistan &#224; la recherche du jihad perdu n'aliment&#232;rent cependant pas que des guerres partout autour du globe, ils &#233;taient aussi en train d'organiser Al-Qa&#239;da en tant que r&#233;seau jihadiste mondial. La forme donc, dans laquelle on conna&#238;t commun&#233;ment l'organisation aujourd'hui. Le 29 d&#233;cembre 1992, il y eut &#224; Aden, l'ancienne capitale du Y&#233;men du Sud, une attaque &#224; la bombe contre l'arm&#233;e am&#233;ricaine. Les bombes explos&#232;rent dans deux h&#244;tels connus pour h&#233;berger du personnel militaire am&#233;ricain. L'attaque n'atteignit pourtant pas sa cible, deux employ&#233;s d'h&#244;tel et un touriste autrichien sont morts, aussi parmi les bless&#233;s, il n'y eut que des employ&#233;s d'h&#244;tel et des touristes. Ce fut historiquement le premier attentat d'Al-Qa&#239;da dans sa forme contemporaine.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;La voiture pi&#233;g&#233;e ayant explos&#233; dans un parking souterrain du World Trade Center &#224; New York le 26 f&#233;vrier 1993, tout comme celle dans un centre d'entra&#238;nement de l'arm&#233;e am&#233;ricaine &#224; Riyad, ayant co&#251;t&#233; la vie &#224; cinq Am&#233;ricains et deux Indiens, lui sont attribu&#233;es, m&#234;me s'il n'a jamais officiellement revendiqu&#233; ces attentats. Les attaques parall&#232;les contre les ambassades &#224; Nairobi et Dar es Salam avec deux cent vingt-quatre morts et plus de cinq mille bless&#233;s le 7 ao&#251;t 1998 ont fini par convaincre les strat&#232;ges de guerre am&#233;ricains que pour les alli&#233;s d'hier, l'alliance &#233;tait d&#233;finitivement obsol&#232;te.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ce fut le tournant dans la relation am&#233;ricaine avec les talibans. En lien avec le gazoduc TAPI, planifi&#233; depuis le d&#233;but des ann&#233;es 1990, l'entreprise p&#233;troli&#232;re am&#233;ricaine Unocal avait m&#234;me ouvert un bureau &#224; Kandahar, le bastion des talibans, en 1996&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb131&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Steve Coll, op. cit., p. 338.&#034; id=&#034;nh131&#034;&gt;131&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, afin d'augmenter les chances de d&#233;crocher un contrat lucratif face &#224; sa concurrente argentine Bridas. La pression f&#233;ministe croissante avait d&#233;j&#224; en automne 1997 comme effet une premi&#232;re critique am&#233;ricaine publique du r&#233;gime des talibans de la part de Madeleine Albright et de Hillary Clinton&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb132&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 362-363.&#034; id=&#034;nh132&#034;&gt;132&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alors que la CIA commen&#231;ait &#224; r&#233;fl&#233;chir sur une op&#233;ration secr&#232;te pour capturer ben Laden en Afghanistan, le r&#233;gime des talibans perdit le soutien saoudien &#224; la mi-septembre 1998&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb133&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 413-415.&#034; id=&#034;nh133&#034;&gt;133&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. La collaboration avec les partenaires pakistanais et saoudien dans la &#171; lutte contre le terrorisme &#187; &#233;tait pourtant pr&#233;caire et ambigu&#235;. Malgr&#233; la rupture saoudienne avec les talibans, des millions &#224; travers les organisations de charit&#233; islamiques continuaient &#224; alimenter leurs caisses&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb134&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 511-513.&#034; id=&#034;nh134&#034;&gt;134&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Aucun service de renseignement ne r&#233;ussissait &#224; infiltrer le noyau dur d'Al-Qa&#239;da&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb135&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 513.&#034; id=&#034;nh135&#034;&gt;135&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; et personne ne savait que ben Laden fusse en train de pr&#233;parer des projets importants &#224; Kandahar depuis au moins fin 1999&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb136&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 485.&#034; id=&#034;nh136&#034;&gt;136&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ces projets, dont les r&#233;percussions sont bien connues, furent r&#233;alis&#233;s le 11 septembre 2001, deux jours apr&#232;s l'assassinat de Massoud. L'invasion am&#233;ricaine d'Afghanistan, entam&#233;e en octobre 2001, avait m&#234;me le soutien russe et quelques mois plus tard, le r&#233;gime taliban fut renvers&#233;. Les dirigeants finirent soit &#224; Guantanamo, soit dans l'exile pakistanais o&#249; le mouvement fut r&#233;tabli comme milice en 2003. Cela n'emp&#234;cha pas le service secret pakistanais ISI &lt;a href=&#034;https://www.aljazeera.com/mritems/Documents/2010/6/13/20106138531279734lse-isi-taliban.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;de garder un pied dedans tout en pr&#233;tendant &#234;tre un alli&#233; fiable dans la &#171; guerre contre la terreur &#187;&lt;/a&gt;. Du c&#244;t&#233; des &#201;tats-Unis, l'Afghanistan n'&#233;tait plus la priorit&#233; depuis la chute des talibans, l'Irak &#233;tait d&#233;j&#224; &#224; l'ordre du jour, une invasion qui ouvrit aussi un nouveau chapitre pour Al-Qa&#239;da.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Apr&#232;s le renversement de Saddam Hussein par l'invasion am&#233;ricaine en 2003, la r&#233;sistance contre l'occupation am&#233;ricaine &#233;tait consid&#233;rable d&#232;s le d&#233;part. L'organisation Jama'at al-Tawhid wal-Jihad (&#171; Parti pour le monoth&#233;isme et le jihad &#187;), men&#233;e par Abou Moussab al-Zarqaoui, &#233;tait une force centrale dans la gu&#233;rilla contre le nouveau pouvoir &#224; Bagdad. En automne 2004, il a pr&#234;t&#233; all&#233;geance &#224; Al-Qa&#239;da et son organisation est devenue sa succursale en Irak. Le nom fut chang&#233; en Tanzim al-Qa&#239;dat al-Jihad fi Bilad al-Rafidayn (&#171; Organisation de base du jihad en M&#233;sopotamie &#187;), commun&#233;ment appel&#233;e Al-Qa&#239;da en Irak. Le groupe devint en 2007 l'&#201;tat islamique en Irak. En 2013, le rapport toujours tendu finit par se rompre et l'&#201;tat islamique en Irak et au Levant a &#233;t&#233; cr&#233;&#233;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb137&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Doc Sportello, &#8222;Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; une (...)&#034; id=&#034;nh137&#034;&gt;137&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ce dernier a proclam&#233; un califat mondial en 2014 et s'est appel&#233; d&#233;sormais, pour souligner cette pr&#233;tention universelle, simplement &#201;tat islamique.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sur les th&#232;ses&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ceci sur la v&#233;ritable racine historique de l'EI, abordons maintenant les th&#232;ses. C'est un lieu commun dans les d&#233;bats marxistes de d&#233;finir une chose d&#233;sagr&#233;able quelconque comme &#171; un ph&#233;nom&#232;ne de la crise capitaliste &#187; et La Banda Vaga a c&#233;d&#233; &#224; cette tentation. Le lien entre la crise &#233;conomique globale et la mont&#233;e des Fr&#232;res musulmans devrait toutefois &#234;tre prouv&#233;. Comme mentionn&#233; ci-dessus, l'essor de l'islamisme est plut&#244;t li&#233; &#224; la concurrence de diff&#233;rentes factions bourgeoises dans la lutte contre la colonisation britannique.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Concernant les ann&#233;es 1970, La Banda Vaga oublie que la crise p&#233;troli&#232;re n'en fut pas une pour les pays exportant du p&#233;trole comme l'Iran et l'Arabie saoudite. Comme d&#233;j&#224; mentionn&#233; plus haut, cette crise et ainsi le d&#233;but de la restructuration sont certainement li&#233;s &#224; l'expansion de l'islamisme, mais ce lien consiste en la propagation saoudienne de l'id&#233;ologie et en le d&#233;but du d&#233;clin du mouvement ouvrier qui a enfin permis aux islamistes de recruter &#171; la jeunesse urbaine pauvre &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb138&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., p. 15.&#034; id=&#034;nh138&#034;&gt;138&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; et non pas &#224; une loi historique insinu&#233;e par La Banda Vaga selon laquelle le capital s&#233;cr&#233;terait m&#233;caniquement une dose d'islamisme lors de chaque crise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ainsi, l'expos&#233; sur l'antis&#233;mitisme &#8211; qui est bien s&#251;r pr&#233;sent dans le discours islamiste &#8211; ne peut &#234;tre consid&#233;r&#233; comme r&#233;solu par une allusion h&#226;tive &#224; Bernard Lewis. Tout d'abord, il est tr&#232;s &#233;tonnant qu'un groupe communiste se r&#233;f&#232;re &#224; cet auteur hautement controvers&#233;. Tout en ayant &#233;t&#233; marxiste au d&#233;but de sa carri&#232;re, il &#233;tait en 1986, quand le livre &lt;i&gt;S&lt;/i&gt;&lt;i&gt;&#233;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;mites &lt;/i&gt;&lt;i&gt;et&lt;/i&gt;&lt;i&gt; &lt;/i&gt;&lt;i&gt;a&lt;/i&gt;&lt;i&gt;ntis&lt;/i&gt;&lt;i&gt;&#233;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;mites&lt;/i&gt; a paru, un propagandiste &#233;tabli des n&#233;oconservateurs am&#233;ricains. L'allusion au dogme antideutsch de l'&#171; antis&#233;mitisme en tant qu'article d'exportation europ&#233;en &#187; ne sert d'explication ni &#224; l'&#233;gard des contextes historiques, ni d'un point de vue d'une approche mat&#233;rialiste.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;M&#234;me Lewis lui-m&#234;me avance une raison mat&#233;rialiste pour la traduction des premiers textes : &#171; Les minorit&#233;s chr&#233;tiennes avaient de bonnes raisons de s'opposer aux Juifs, leurs concurrents directs sur le plan &#233;conomique ; d'ailleurs, les manifestations antijuives s'accompagnaient invariablement d'appels au boycott. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb139&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, S&#233;mites et antis&#233;mites, Paris, Fayard, 1987 [1986], p. 167.&#034; id=&#034;nh139&#034;&gt;139&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Bien s&#251;r, la bourgeoisie ne cherchera pas la &#171; faute &#224; toute la mis&#232;re &#187; dans les rapports de production, ne serait-ce que parce que ceux-ci lui apportent tout sauf la mis&#232;re. En outre, ces traductions doivent sans doute aussi &#234;tre vues dans le contexte de la premi&#232;re vague d'&#233;migration sioniste en direction de la Palestine ottomane, ainsi que dans celui de la th&#233;orisation du sionisme qui l'accompagne et commence avec elle, celle-ci est &#8211; dans le cas notamment de Herzl &#8211; tr&#232;s inspir&#233;e par le nationalisme allemand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il n'y a m&#234;me pas besoin de mentionner que Lewis &#233;tait au d&#233;but des ann&#233;es 2000 l'un des propagandistes les plus z&#233;l&#233;s pour l'invasion am&#233;ricaine de l'Irak. Dans l'ouvrage cit&#233;, on trouve tout autant des propos extr&#234;mement douteux qui ne peuvent &#234;tre expliqu&#233;s que par le contexte g&#233;opolitique de l'&#233;poque. Ainsi, il pr&#233;tend par exemple que le kurde ne serait pas une langue et qu'il n'y aurait pas de litt&#233;rature kurde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb140&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 56. Les traductrices ont d&#251; &#233;prouver une certaine g&#234;ne face (...)&#034; id=&#034;nh140&#034;&gt;140&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. L'explication pour cette affirmation &#8211; &#233;videmment fausse &#8211; doit &#234;tre cherch&#233;e dans le contexte d'une activit&#233; et d'une propagande fortes de la part du PKK dans les ann&#233;es 1980 et dans le fait que pour Lewis, la Turquie &#233;tait &#8211; &#224; c&#244;t&#233; d'Isra&#235;l &#8211; le partenaire le plus fiable de l'Occident dans le Moyen-Orient et qu'elle devait donc &#234;tre soutenue contre les vell&#233;it&#233;s ind&#233;pendantistes des Kurdes. Pour la m&#234;me raison, il r&#233;p&#232;te dans cet ouvrage sa th&#232;se inou&#239;e qu'il n'y aurait jamais eu de g&#233;nocide commis &#224; l'&#233;gard des Arm&#233;niens, ce furent tout simplement des &#171; souffrances [&#8230;] terribles &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb141&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 21.&#034; id=&#034;nh141&#034;&gt;141&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. &#192; la langue berb&#232;re, il d&#233;nie aussi toute scripturalit&#233; et tradition litt&#233;raire&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb142&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 56.&#034; id=&#034;nh142&#034;&gt;142&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, ce qui n'est pas moins erron&#233; que la rel&#233;gation du kurde dans les sph&#232;res moins civilis&#233;es. Dans ce cas aussi, la d&#233;fense implicite de la politique d'arabisation du pr&#233;sident alg&#233;rien de l'&#233;poque et ami de l'Occident Chadli Bendjedid en guise de r&#233;action au Printemps berb&#232;re en 1980 est tout sauf une co&#239;ncidence.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pour son adversaire &#233;pique Edward Sa&#239;d, Lewis est l'un des repr&#233;sentants principaux de l'orientalisme, c'est-&#224;-dire la recherche qui, selon Sa&#239;d, sert aux int&#233;r&#234;ts imp&#233;rialistes occidentaux en tentant d'analyser un Orient construit par l'intellectuel occidental. Son analyse est consid&#233;rablement influenc&#233;e par Michel Foucault et elle montre les m&#234;mes limites, tout discours est pos&#233; comme construit tout en reprochant au &#171; discours orientaliste &#187; qu'il ne parlerait pas de l'&#171; Orient r&#233;el &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb143&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Edward W. Sa&#239;d, L'Orientalisme. L'Orient cr&#233;e par l'Occident, Paris, (...)&#034; id=&#034;nh143&#034;&gt;143&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Sa&#239;d et Lewis se men&#232;rent d'une certaine mani&#232;re une guerre de procuration entre la Palestine et Isra&#235;l entre les murs de l'acad&#233;mie anglosaxonne, mais leur point de vue culturaliste emp&#234;chait les deux de saisir le mode de production capitaliste en tant que tel. L'&#171; h&#233;g&#233;monie [europ&#233;enne] &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb144&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, op. cit., p. 170.&#034; id=&#034;nh144&#034;&gt;144&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; chez Lewis trouve son &#233;cho dans &#171; la force du discours culturel occidental &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb145&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Edward W. Sa&#239;d, op. cit., p. 38.&#034; id=&#034;nh145&#034;&gt;145&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; chez Sa&#239;d. Les deux m&#233;connaissent l'exploration du march&#233; mondial par le capital en tant que base mat&#233;rielle de la pr&#233;tendue sup&#233;riorit&#233; culturelle de l'Occident.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pour cette raison pr&#233;cis&#233;ment, il est probl&#233;matique d'avoir recours &#224; Lewis pour &#233;tiqueter l'islamisme comme antis&#233;mite. Pour lui, l'antis&#233;mitisme est un &#171; virus &#187; qui &#171; [s'est] r&#233;pandu dans ses veines [de l'islam] &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb146&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, op. cit., p. 339.&#034; id=&#034;nh146&#034;&gt;146&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, la culture, donc, en tant que corps sain et homog&#232;ne, menac&#233; par des maladies, un point de vue qui, en principe, ne devrait pas &#234;tre celui des communistes. L'antis&#233;mitisme islamiste n'est pas un &#171; article d'exportation &#187;, mais se manifeste dans la plupart des cas dans le contexte du soutien des vell&#233;it&#233;s nationalistes de la bourgeoisie palestinienne. L'hostilit&#233; islamiste envers les Juifs ne s'articule ni sur une base raciste, ni sur une base culturaliste, les Juifs sont tout simplement des m&#233;cr&#233;ants et sont ha&#239;s pour cette raison-l&#224;, tout comme les chr&#233;tiens, ils ont pourtant, comme ceux-ci, du moins th&#233;oriquement, en tant qu'&lt;i&gt;ahl-ul-kitab&lt;/i&gt;, &#171; gens du livre &#187;, la possibilit&#233; de payer la taxe de protection &lt;i&gt;jizya&lt;/i&gt; et de vivre de mani&#232;re indemne dans le califat, contrairement par exemple aux chiites consid&#233;r&#233;s comme des h&#233;r&#233;tiques ou aux Y&#233;zidis consid&#233;r&#233;s comme des adorateurs du diable, plac&#233;s bien plus bas dans la hi&#233;rarchie de l'EI et auxquels on accorde dans le meilleur des cas une vie en tant qu'esclaves.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Fin novembre 2015, une reproduction d'un texte de l'&#233;crivain fran&#231;ais jihadophile Marc-&#201;douard Nabe (connu aussi sous son pseudonyme litt&#233;raire Alain Zannini) parut m&#234;me dans la revue francophone de l'EI &lt;i&gt;Dar al-Islam.&lt;/i&gt; Il y attaque les th&#233;ories complotistes d'Alain Soral&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb147&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. &#171; L&#8216;&#201;tat islamique dans les mots de l'ennemi &#187; in Dar al-Islam, n&#176; 7, (...)&#034; id=&#034;nh147&#034;&gt;147&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Les islamistes croient certainement aussi que des Juifs sont engag&#233;s dans de complots divers et vari&#233;s (dont les attaques jihadistes ne font bien &#233;videmment pas partie), mais cette croyance n'est pas un &#233;l&#233;ment surd&#233;terminant comme pour des nazis ou des sp&#233;cialistes des th&#233;ories complotistes comme Els&#228;sser, Soral ou Meyssan. Pour les islamistes, ce ne sont logiquement pas &#171; les rapports de production &#187; qui sont &#171; responsables de toute la mis&#232;re &#187;, mais ce ne sont pas des &#171; manipulateurs cach&#233;s &#187; non plus, simplement le fait que le monde restera d&#233;cadent tant qu'il ne sera pas r&#233;gi par un califat mondial et pieux. Les convertis d'origine juive sont d'ailleurs bienvenus chez l'EI, autant &lt;a href=&#034;https://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-5062641,00.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;dans le groupe Telegram&lt;/a&gt; que &lt;a href=&#034;https://www.timesofisrael.com/2-israeli-jews-converted-to-islam-joined-is-in-syria/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;dans le califat m&#234;me&lt;/a&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb148&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. aussi Farhad Khosrokhavar, Le Nouveau Jihad en Occident, Paris, Robert (...)&#034; id=&#034;nh148&#034;&gt;148&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Concernant les th&#232;ses 2 et 3, on est en revanche largement d'accord. Les deux ont malheureusement un angle mort, car elles ne sont pas capables d'expliquer pourquoi la &#171; jeunesse urbaine pauvre &#187; s'est tourn&#233;e vers l'islamisme &#224; partir des ann&#233;es 1970, mais pas avant. L'explication pour cela est le d&#233;but de la restructuration capitaliste et le d&#233;clin du mouvement ouvrier qui l'accompagne. Avant, ce segment de la population s'engageait majoritairement dans des mouvements panarabistes et/ou socialistes. La restructuration peut, selon Th&#233;orie communiste, &#234;tre r&#233;sum&#233; de mani&#232;re suivante : &#171; La restructuration comme d&#233;faite, &#224; la fin des ann&#233;es 1960 et durant les ann&#233;es 1970, de tout ce cycle de luttes fond&#233; sur l'identit&#233; ouvri&#232;re a eu pour contenu la destruction de tout ce qui &#233;tait devenu une entrave &#224; la fluidit&#233; de l'autopr&#233;supposition du capital. On trouvait d'une part toutes les s&#233;parations, protections, sp&#233;cifications qui se dressaient face &#224; la baisse de la valeur de la force de travail, en ce qu'elles emp&#234;chaient que toute la classe ouvri&#232;re, mondialement, dans la continuit&#233; de son existence, de sa reproduction et de son &#233;largissement, doive faire face en tant que telle &#224; tout le capital. On trouvait d'autre part toutes les contraintes de la circulation, de la rotation, de l'accumulation, qui entravaient la transformation du surproduit en plus-value et capital additionnel. N'importe quel surproduit doit pouvoir trouver n'importe o&#249; son march&#233;, n'importe quelle plus-value doit pouvoir trouver n'importe o&#249; la possibilit&#233; d'op&#233;rer comme capital additionnel, c'est-&#224;-dire se transformer en moyens de production et force de travail, sans qu'une formalisation du cycle international (pays de l'Est, p&#233;riph&#233;rie) ne pr&#233;d&#233;termine cette transformation. Le capital financier a &#233;t&#233; le ma&#238;tre d'&#339;uvre de cette restructuration. Avec la restructuration achev&#233;e dans les ann&#233;es 1980, la production de plus-value et la reproduction des conditions de cette production co&#239;ncident. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb149&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#171; C'est au pr&#233;sent que nous parlons de la communisation &#187;.&#034; id=&#034;nh149&#034;&gt;149&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ce fait est certainement une &#171; d&#233;faite de la gauche &#187;, mais il est bien plus que cela, il a avant tout des r&#233;percussions importantes sur le &#171; soi-disant sous-d&#233;veloppement de vastes r&#233;gions du Sud politique &#187;. &#192; la fin de la deuxi&#232;me th&#232;se, l'islam politique est r&#233;duit &#224; un tour de passe-passe des classes dominantes dans les pays respectives : &#171; Face &#224; cette d&#233;sint&#233;gration structurelle notamment, beaucoup d'&#201;tats du Proche-Orient d&#233;couvrent l'islam en tant que force int&#233;gratrice pour couvrir les probl&#232;mes sociaux de mani&#232;re id&#233;ologique &#224; d&#233;faut de les r&#233;soudre. &#187; L'id&#233;ologie est bien plus que de l'escroquerie discursive, &#171; toute id&#233;ologie a comme fonction (qui la d&#233;finit) de &#8216;constituer' des individus concrets en sujets &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb150&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Louis Althusser, &#171; Id&#233;ologie et appareils id&#233;ologiques d'&#201;tat &#187; in (...)&#034; id=&#034;nh150&#034;&gt;150&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. L'&#171; &#232;re islamiste &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb151&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., p. 11.&#034; id=&#034;nh151&#034;&gt;151&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, qui commen&#231;a en 1973, s'explique aussi par le fait que des r&#233;gimes nationalistes en crise utilis&#232;rent les islamistes en train de monter en puissance comme force r&#233;pressive auxiliaire contre la gauche&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb152&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 67-68.&#034; id=&#034;nh152&#034;&gt;152&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. La r&#233;orientation id&#233;ologique sur les d&#233;combres du nass&#233;risme et la mont&#233;e en puissance de l'islamisme dans tout le monde musulman, d&#233;crites de mani&#232;re d&#233;taill&#233;e dans l'ouvrage de Kepel, ne peuvent pas &#234;tre r&#233;duites &#224; une &#171; manipulation des masses &#187;, elles inaugurent une nouvelle &#232;re.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Cette nouvelle &#232;re, cette &#171; d&#233;faite de la gauche &#187;, diagnostiqu&#233;e par La Banda Vaga, est le d&#233;but de la restructuration qui co&#239;ncide avec celui de l'&#171; &#232;re islamiste &#187; de Kepel. La crise p&#233;troli&#232;re fournit les revenus n&#233;cessaires &#224; l'Arabie saoudite et la rendit possible. La restructuration ouvrit le d&#233;clin du mouvement ouvrier et les promesses de salut industriel des r&#233;gimes nationalistes divers et vari&#233;s &#233;taient maintenant d&#233;finitivement per&#231;ues comme des illusions. Ce d&#233;veloppement est r&#233;sum&#233; dans la th&#232;se 4. Concernant le recyclage du discours anti-imp&#233;rialiste, on est &#233;galement d'accord : &#171; Produit d'une modernisation rat&#233;e et du d&#233;clin du nationalisme panarabe, il [l'islamisme] r&#233;cup&#232;re pourtant l'anti-imp&#233;rialisme de ce dernier dans une forme religieuse, l'oumma consid&#233;r&#233;e comme assi&#233;g&#233;e par les imp&#233;rialistes m&#233;cr&#233;ants. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb153&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Doc Sportello, op. cit.&#034; id=&#034;nh153&#034;&gt;153&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Mais l'&#171; espoir &#233;mancipateur &#187; du socialisme est &#224; relativiser : en tant qu'affirmation de la classe ouvri&#232;re port&#233;e par le programmatisme, une telle perspective est devenue obsol&#232;te.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dans la th&#232;se 5, La Banda Vaga d&#233;crit l'&#171; islamisme &#187; comme un &#171; projet patriarcal &#187;. Or, il s'agit plut&#244;t d'une forme moderne de domination masculine. Un &#171; patriarche &#187; est un chef de tribu. La notion de &#171; patriarcat &#187; peut &#233;ventuellement &#234;tre une description ad&#233;quate pour la domination masculine dans les zones tribales pachtounes contr&#244;l&#233;es par les talibans ou des villages contr&#244;l&#233;s par Al-Shabab dans l'arri&#232;re-pays somalien, mais certainement pas concernant l'EI et l'Iran non plus, les deux sont des produits de la modernit&#233;. Olivier Roy souligna d&#233;j&#224; en 1992 la diff&#233;rence entre l'image de la femme dans l'islam traditionnel et dans l'islamisme : &#171; La question de la femme [&#8230;] est un des points de rupture de l'islamisme avec le fondamentalisme traditionaliste. Les islamistes tiennent le r&#244;le de la femme pour essentiel dans l'&#233;ducation et la soci&#233;t&#233;. Ils voient en elle une personne et non plus seulement un instrument de jouissance ou de reproduction. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb154&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Roy, op. cit., p. 82.&#034; id=&#034;nh154&#034;&gt;154&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Une fois de plus, l'Iran est un tr&#232;s mauvais exemple pour documenter cette th&#232;se. M&#234;me si les femmes en Iran sont discrimin&#233;es dans plusieurs domaines sociaux, elles ne sont pas exclues compl&#232;tement de la sph&#232;re publique comme dans des r&#233;gimes islamistes plus traditionalistes, par exemple en Arabie saoudite ou sous les talibans.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;La m&#234;me chose est valable pour le r&#233;gime de l'EI. Concernant le r&#244;le des femmes dans l'EI, le sociologue Farhad Khosrokhavar constate &#224; juste titre un changement de paradigme : &#171; Avant l'av&#232;nement de Daesh en 2014, les femmes impliqu&#233;es dans le jihad en Europe &#233;taient fort peu nombreuses. [&#8230;] De 2013 &#224; 2015, on assiste &#224; un accroissement significatif du nombre de femmes impliqu&#233;es dans le jihadisme : elles sont plus de 500 (10%) sur les quelque 5'000 personnes ayant quitt&#233; les pays occidentaux pour la Syrie. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb155&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Farhad Khosrokhavar, op. cit., p. 127.&#034; id=&#034;nh155&#034;&gt;155&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Des femmes form&#232;rent dans le califat une brigade sp&#233;cifique de la police des m&#339;urs, elles se battirent parfois au front ou commirent des attentats, des activit&#233;s que, disons, un partisan pachtoune des talibans trouverait extr&#234;mement inadapt&#233;es pour des femmes. La remarque quelque peu paternaliste de La Banda Vaga que les femmes &#171; n'ont somme toute rien &#224; gagner dans ce syst&#232;me &#187; est sans doute vraie, il n'y a pourtant pas grand-chose &#224; gagner dans ce monde de toute mani&#232;re, encore moins en tant que femme, voire en tant que femme prol&#233;taire.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Si c'&#233;tait vrai que ces femmes, comme le pr&#233;tend La Banda Vaga, ne se joignaient &#224; l'EI que parce qu'&#171; elles profitent &#224; tout le moins psychiquement de la promesse d'ordre de l'islamisme qui leur donne une place fixe dans l'ordre du monde et ainsi de l'orientation &#187;, il faut se demander pourquoi tellement peu de femmes s'&#233;taient jointes aux groupes jihadistes avant. Il est plus probable que la vie dans le califat repr&#233;sent&#226;t pour la plupart de ces femmes une perspective &#233;mancipatrice compar&#233;e &#224; celle chez des parents conservateurs, m&#234;me si un tel fait ne peut &#234;tre admis qu'&#224; contrec&#339;ur.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Les tentatives d'explication psychanalytiques avanc&#233;es par La Banda Vaga n'expliquent en r&#233;alit&#233; pas grand-chose, la comparaison subtile avec le nazisme dans l'allusion aux &#171; fantasm&#226;lgories &#187; de Theweleit encore moins. La pathologisation n'est pas une explication. Dans le paragraphe sur les femmes recrues, on croit apercevoir entre les lignes une sorte de regret que &#171; nous &#187; n'ayons pas r&#233;ussi &#224; les recruter avant car il y aurait chez &#171; nous &#187; pr&#233;tendument bien plus &#171; &#224; gagner &#187;. Les &#171; droits des femmes &#187; ne sont, m&#234;me s'ils sont &#171; en place &#187;, pas accessibles aux femmes prol&#233;taires dans la plupart des cas, tout comme la sph&#232;re publique. Le r&#233;seau de la RAWA en Afghanistan sous les talibans est par exemple simplement devenu plus clandestin, il n'&#233;tait d&#233;j&#224; pas particuli&#232;rement public auparavant. La situation des femmes dans des r&#233;gimes islamistes n'est pas bas&#233;e sur des &#171; fantasm&#226;lgories &#187;, mais des directives &lt;i&gt;id&#233;ologiques&lt;/i&gt; dans des habits th&#233;ologiques (coran, hadiths, charia, interpr&#233;t&#233;s d'une &lt;i&gt;certaine&lt;/i&gt; mani&#232;re), et les &#171; fantasm&#226;lgories &#187; peuvent aussi tr&#232;s bien se r&#233;aliser dans des r&#233;gimes la&#239;cs. Ainsi, ce fut par exemple en &#201;gypte en 2011 le pr&#233;sident actuel al-Sisi qui revendiqua avec beaucoup de z&#232;le la mise en place de &#171; tests de virginit&#233; &#187; pour les manifestantes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Concernant la th&#232;se 6, on pourrait difficilement affirmer le contraire, mais comment le Printemps arabe aurait-il d&#251; &#233;viter son &#171; &#233;chec &#187; ? Seule une r&#233;volution communiste mondiale nous aurait enfin permis de parler d'un Printemps arabe &#171; couronn&#233; de succ&#232;s &#187;. En outre, les contestations n'&#233;taient pas d'abord &#171; explicitement la&#239;ques respectivement sociales &#187; et apr&#232;s leur &#171; &#233;chec &#187;, les islamistes auraient surgi de nulle part. En Tunisie, des &#233;picentres des contestations comme Sfax, Kasserine ou Ben Guerdane sont consid&#233;r&#233;s comme des bastions islamistes et cela avait d&#233;j&#224; &#233;t&#233; le cas avant 2010. Le fait que les Fr&#232;res musulmans durent interdire &#224; leurs membres en &#201;gypte de participer aux contestations indique que la base y participait sans doute avec beaucoup d'enthousiasme, on peut supposer qu'ils le firent plut&#244;t pour d&#233;fendre leurs int&#233;r&#234;ts de classe &#233;l&#233;mentaires, par opposition &#224; des islamistes plus radicaux, comme les partisans de l'EI, qui y particip&#232;rent probablement davantage dans une optique de d&#233;stabilisation du pouvoir d'&#201;tat. Ce que Th&#233;orie communiste &#233;crit sur l'interclassisme des Gilets jaunes est aussi valable pour le Printemps arabe : &#171; La question est celle du niveau de vie, des revenus. Mais cette question ne demeure pas une question &#233;conomique, elle devient imm&#233;diatement politique. Les taxes, les imp&#244;ts, c'est L'&#201;tat. C'est dans cette imm&#233;diate mutation de l'&#233;conomie en politique que l'interclassisme trouve sa forme qui le d&#233;finit et le conforte. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb156&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#171; Note sur le mouvement des gilets jaunes &#187;, novembre 2018.&#034; id=&#034;nh156&#034;&gt;156&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dans la th&#232;se 7, La Banda Vaga d&#233;crit l'&#171; islamisme comme un moyen d'une politique de force imp&#233;rialiste &#187;, ce qu'il peut &#234;tre, bien &#233;videmment, sans l'&#234;tre n&#233;cessairement dans tous les cas. Tandis que dans le cas d'Al-Qa&#239;da, il existe un lien vague avec la &#171; communaut&#233; d'&#201;tats &#187; &#224; travers le bureau des talibans &#224; Doha, on ne pourrait pas dire la m&#234;me chose de l'EI. Malgr&#233; un soutien turc ponctuel, on ne peut pas parler d'une &#171; alliance &#187;, comme d&#233;j&#224; &#233;voqu&#233; dans un texte plus ancien : &#171; Certes, des convois d'armes depuis la Turquie arrivent sans aucun doute tr&#232;s r&#233;guli&#232;rement en Syrie, &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2015/nov/27/turkish-journalists-charged-over-claim-that-secret-services-armed-syrian-rebels&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;comme celui qui avait caus&#233; un scandale il y a quelques ann&#233;es&lt;/a&gt;. Il est probable que l'&#201;tat islamique soit vu par l'appareil militaire turc comme un moindre mal compar&#233; au PYD. Cela ne suffit toutefois pas pour parler d'une &#8216;alliance', les v&#233;ritables alli&#233;s de la Turquie sont plut&#244;t des groupes islamistes plus mod&#233;r&#233;s comme le Jabhat Tahrir Souriya. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb157&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Doc Sportello, op. cit.&#034; id=&#034;nh157&#034;&gt;157&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le parquet diplomatique de l'EI est la p&#232;gre criminelle et il y entretient bel et bien des relations, par exemple &lt;a href=&#034;https://theglobalamericans.org/2017/09/gangs-guns-drugs-islamic-foreign-fighters-security-challenges-trinidad-tobago/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;avec des gangs de rue islamistes &#224; Trinit&#233;-et-Tobago servant d'agences de recrutement&lt;/a&gt; ou &lt;a href=&#034;https://www.thedailybeast.com/the-mafia-runs-guns-for-isis-in-europe&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;avec la Camorra&lt;/a&gt;. Il n'y a, donc, probablement point de co&#239;ncidence dans le fait que les attaquants de Paris en 2015 &lt;a href=&#034;https://www.ilmattino.it/napoli/cronaca/napoli_sgominata_gang_permessi_soggiorno_soldi_napoli_terroristi_parigi-4510321.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;se fussent procur&#233; leurs faux documents via Naples&lt;/a&gt;. Cette p&#232;gre criminelle fait bien s&#251;r aussi partie &#171; de la politique imp&#233;rialiste et des dynamiques de concurrence entre &#201;tats &#187;, mais il n'est pas toujours facile de savoir de quelle mani&#232;re pr&#233;cise. On suppose aussi fr&#233;quemment que &lt;a href=&#034;https://www.thedailybeast.com/is-the-mafia-saving-italy-from-isis-or-just-profiting-from-them&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;cette &lt;i&gt;pax mafiosa&lt;/i&gt; est la raison principale pourquoi il n'y a jamais eu d'attaque jihadiste en Italie&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dans la th&#232;se 8, La Banda Vaga arrive &#224; la conclusion suivante : &#171; Qui mise son espoir dans la lutte contre l'islamisme sur l'Occident &#233;clair&#233;, semble souffrir dans le meilleur des cas de myopie historique. &#187; On partage bien s&#251;r cet avis, comme celui exprim&#233; dans la th&#232;se suivante : &#171; Une minimisation de l'islamisme par peur de renforcer et de promouvoir le racisme antimusulman en Occident est dans ce contexte tout aussi inappropri&#233;e que la transfiguration &#8216;anti-imp&#233;rialiste' de l'islamisme en mouvement anticapitaliste comme on peut la rencontrer ne serait-ce que dans une partie de la gauche jusqu'&#224; aujourd'hui. &#187; On est tout aussi d'accord concernant la condamnation d'un &#171; front populaire contre l'islamisme &#187;, mais dans le capitalisme restructur&#233;, l'&#232;re des fronts populaires est derri&#232;re nous de toute mani&#232;re. C'est dommage que la comparaison avec le nazisme apparaisse de nouveau en filigrane, tout comme dans la remarque suivante : &#171; Qui ne veut pas entendre parler du capitalisme devrait aussi se taire sur l'islamisme. &#187; Il faudrait laisser les consid&#233;rations puisant dans la th&#233;orie de l'extr&#233;misme &#224; la bourgeoisie, car elles sont aussi un &#171; abandon de nos propres positions &#187;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;En r&#233;sum&#233;, on peut dire qu'on est d'accord sur un certain nombre de points. En outre des diff&#233;rences m&#233;thodologiques, nous sommes en d&#233;saccord sur l'analyse de l'antis&#233;mitisme, du r&#244;le de l'Iran, de la situation des femmes et, plus g&#233;n&#233;ralement, sur le plan taxonomique. Comme soulign&#233; plus haut, La Banda Vaga a tendance &#224; comparer des pommes avec des poires et &#224; ne pas distinguer entre des orientations plut&#244;t politiques ou jihadistes de l'islamisme. En plus, le salafisme qui&#233;tiste, apolitique, faisant aussi partie de la cat&#233;gorie &#171; islamisme &#187;, n'est m&#234;me pas mentionn&#233;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Les diff&#233;rences entre l'Iran, les Fr&#232;res musulmans et l'EI sont beaucoup plus grandes que l'on pourrait le croire lors de la lecture des th&#232;ses, il serait donc plus raisonnable d'analyser ces ph&#233;nom&#232;nes de mani&#232;re s&#233;par&#233;e. Autant la R&#233;publique islamique que les Fr&#232;res musulmans sont des reliquats de la modernit&#233;. Et l'EI ne repr&#233;sente pas le &#171; type id&#233;al d'islamisme &#187; (une historiographie mat&#233;rialiste ne conna&#238;t pas de &#171; type id&#233;al &#187;), simplement un islamisme jihadiste &#224; la hauteur de son &#233;poque, se fondant dans la p&#232;gre criminelle en tant que produit du capitalisme restructur&#233;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Que faire ? &#171; Le communisme ou la barbarie &#187;, c'est effectivement l'alternative. Seulement quand le dernier dinar-or aura &#233;t&#233; communis&#233;, on n'aura plus besoin d'&#233;crire ce genre de textes. Voici comment Th&#233;orie communiste d&#233;crit le rapport de l'islamisme &#224; la mondialisation : &#171; Elle [l'opposition islamiste] n'est pas sa contradiction mais son ombre. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb158&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#171; P&#233;trole, sexe et talibans &#187; in Th&#233;orie communiste, (...)&#034; id=&#034;nh158&#034;&gt;158&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Qui veut se battre contre un ombre, se battrait aussi contre des moulins &#224; vent, les deux combats sont peu prometteurs. Et malheureusement, il faut partir du principe que le capital ne fera pas la m&#234;me erreur que Peter Schlemihl.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Juin 2019&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Emin Poljarevic, &#034;Islamism&#034; in &lt;i&gt;The Oxford Encyclopedia of Islam and Politics. Oxford Islamic Studies Online&lt;/i&gt;, 2015, S. 2.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Roy, &lt;i&gt;L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique&lt;/i&gt;, Paris, Seuil, 2015 [1992], S. 252.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 286.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des Islamismus&lt;/i&gt;, M&#252;nchen/Z&#252;rich, Piper, 2004 [2000], S. 42. Bedauernswert ist die ungenaue &#220;bersetzung in dieser Passage. Gem&#228;ss der franz&#246;sischen Version &#8222;wollte er&#8220; nicht nur &#8222;eine kulturelle Revolution ansto&#223;en&#8220;, sondern hat eine Kulturrevolution ausgel&#246;st (die Anspielung auf die chinesische Kulturrevolution ist, dar&#252;ber hinaus, aus der Feder des ehemaligen Trotzkisten Kepel ziemlich sicher gewollt), siehe Gilles Kepel, &lt;i&gt;Jihad. Expansion et d&#233;clin de l&#8216;islamisme&lt;/i&gt;, Paris, Gallimard, 2000, S. 24.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 94-95.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Steve Coll, &lt;i&gt;Ghost Wars. The Secret History of the CIA, Afghanistan, and bin Laden, from the Soviet Invasion to September 10, 2001&lt;/i&gt;, New York, Penguin, 2004, S. 77.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Assem Akram, &lt;i&gt;Histoire de la guerre d&#8216;Afghanistan&lt;/i&gt;, Paris, Balland, 1996, S. 119. Siehe insbesondere das Unterkapitel &#8222;Le coup d&#8216;&#201;tat communiste vu par Moscou&#8220;, S. 118-120, die &#220;bersetzung eines Auszugs der Memoiren des damaligen sowjetischen Vize-Aussenministers Georgi Kornienko.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 98-108.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 174.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Assem Akram, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 141. Am 10. gem&#228;ss Rodric Braithwaite, siehe Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;Afgantsy. The Russians in Afghanistan 1979-89&lt;/i&gt;, London, Profile Books, 2011, S. 77.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Falls nicht anders angegeben, stammen alle Angaben zu Wilson aus George Crile, &lt;i&gt;Charlie Wilson&#8216;s War. The Extraordinary Story of the Largest Covert Operation in History&lt;/i&gt;, New York, Atlantic Monthly Press, 2003. Das Buch ist 2007 sogar mit Tom Hanks in der Rolle von Wilson, Julia Roberts in jener von Joanne Hering und Philip Seymour Hoffman in jener von Gust Avrakotos verfilmt worden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 473.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Assem Akram, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 173-176.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 176.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 164. Das gleiche gilt &lt;a href=&#034;https://www.odi.org/sites/odi.org.uk/files/resource-documents/12269.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;heute in vielen Regionen in Bezug auf die Taliban&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 136-137.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Gregory Feifer, &lt;i&gt;The Great Gamble. The Soviet War in Afghanistan&lt;/i&gt;, New York, HarperCollins, 2009, S. 201.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe z.B. ebd., S. 213.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Sarah E. Mendelson, &lt;i&gt;Changing Course. Ideas, Politics, and the Soviet Withdrawal from Afghanistan&lt;/i&gt;, Princeton, Princeton University Press, 1998, S. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Artyom Borovik, &lt;i&gt;The Hidden War. A Russian Journalist&#8216;s Account of the Soviet War in Afghanistan&lt;/i&gt;, London/Boston, Faber and Faber, 1991 [1990]. Der Titel der russischen Ausgabe lautet &lt;i&gt;&#1040;&#1092;&#1075;&#1072;&#1085;&#1080;&#1089;&#1090;&#1072;&#1085;. &#1045;&#1097;&#1105; &#1088;&#1072;&#1079; &#1087;&#1088;&#1086; &#1074;&#1086;&#1081;&#1085;&#1091;&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 5.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 36.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe z.B. ebd., S. 258.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 35-36.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 180-181.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Mohammad Yousaf, Mark Adkin, &lt;i&gt;The Bear Trap. The Defeat of A Superpower&lt;/i&gt;, Barnsley, Leo Cooper, 2001 [1992], S. 135. Nat&#252;rlich vertritt er die Ansicht, dass der ISI damit nichts zu tun hatte und, so gut es ging, versuchte, den Schmuggel zu verhindern (siehe S. 108 z.B.).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 83.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb30&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh30&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 30&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;30&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 59.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb31&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh31&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 31&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;31&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe George Crile, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 426-427.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb32&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh32&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 32&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;32&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 205.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb33&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh33&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 33&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;33&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 185.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb34&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh34&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 34&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;34&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 155.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb35&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh35&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 35&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;35&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 204.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb36&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh36&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 36&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;36&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 156.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb37&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh37&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 37&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;37&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 168-169.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb38&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh38&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 38&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;38&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 222-223.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb39&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh39&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 39&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;39&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 231.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb40&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh40&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 40&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;40&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 601-602.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb41&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh41&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 41&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;41&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 232.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb42&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh42&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 42&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;42&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 299.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb43&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh43&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 43&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;43&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 239.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb44&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh44&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 44&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;44&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb45&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh45&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 45&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;45&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 293.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb46&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh46&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 46&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;46&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd, S. 334, 349 und 351.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb47&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh47&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 47&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;47&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 331-332.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb48&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh48&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 48&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;48&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 332.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb49&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh49&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 49&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;49&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 356.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb50&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh50&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 50&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;50&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 179-180.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb51&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh51&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 51&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;51&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 377.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb52&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh52&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 52&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;52&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 338.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb53&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh53&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 53&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;53&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 362-363.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb54&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh54&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 54&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;54&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 413-415.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb55&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh55&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 55&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;55&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 511-513.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb56&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh56&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 56&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;56&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 513.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb57&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh57&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 57&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;57&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 485.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb58&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh58&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 58&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;58&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe den Text Doc Sportello, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Contre-l-Etat-islamique-contre-la&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; eine Kritik&#8220;&lt;/a&gt; f&#252;r eine etwas ausf&#252;hrlichere Darstellung des Bruches zwischen Al-Qaida und dem Islamischen Staat. Al-Zarqawi wird dort f&#228;lschlicherweise als ehemaliger Anf&#252;hrer von Ansar al-Islam bezeichnet, es handelt sich um eine Verwechslung, Ansar al-Islam ist eine haupts&#228;chlich im kurdischen Teil Iraks aktive Gruppe, die jedoch mit Zarqawis Koordination zusammenarbeitete, 2013 sich allerdings nicht seiner Fraktion anschloss.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb59&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh59&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 59&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;59&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gillel Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 32.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb60&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh60&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 60&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;60&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, &lt;i&gt;&#8222;Treibt sie ins Meer!&#8220; Die Geschichte des Antisemitismus&lt;/i&gt;, Frankfurt a.M./Berlin, Ullstein, 1989 [1986], S. 156-157, deutsche Ausgabe von &lt;i&gt;Semites and Antisemites&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb61&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh61&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 61&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;61&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 50.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb62&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh62&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 62&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;62&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 19.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb63&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh63&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 63&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;63&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 50.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb64&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh64&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 64&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;64&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Edward W. Said, &lt;i&gt;Orientalismus&lt;/i&gt;, Frankfurt a.M., S. Fischer, 2009 [1978], S. 127.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb65&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh65&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 65&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;65&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 160.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb66&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh66&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 66&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;66&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Edward W. Said, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 36.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb67&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh67&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 67&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;67&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 319.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb68&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh68&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 68&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;68&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;L&#8216;&#201;tat islamique dans les mots de l&#8216;ennemi&#8220; in &lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt;, Nr. 7, 30. November 2015, S. 35-37.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb69&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh69&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 69&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;69&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe auch Farhad Khosrokhavar, &lt;i&gt;Le Nouveau Jihad en Occident&lt;/i&gt;, Paris, Robert Laffont, 2018, S. 526.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb70&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh70&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 70&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;70&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kommunisierung-im-Prasens&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kommunisierung im Pr&#228;sens&#8220;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb71&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh71&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 71&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;71&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Louis Althusser, &#8222;Ideologie und ideologische Staatsapparate&#8220; in &lt;i&gt;Ideologie und ideologische Staatsapparate. Aufs&#228;tze zur marxistischen Theorie&lt;/i&gt;, Hamburg, VSA, 1977, S. 140.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb72&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh72&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 72&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;72&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 28.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb73&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh73&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 73&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;73&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 92-93.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb74&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh74&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 74&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;74&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Doc Sportello, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb75&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh75&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 75&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;75&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Roy, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 82.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb76&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh76&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 76&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;76&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Farhad Khosrokhavar, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 127.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb77&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh77&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 77&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;77&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Theorie-communiste-Anmerkung-zur&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Anmerkung zur Bewegung der Gelbwesten&#8220;&lt;/a&gt;, November 2018.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb78&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh78&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 78&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;78&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Doc Sportello, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb79&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh79&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 79&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;79&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Theorie-communiste-Das-Erdol-die&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Das Erd&#246;l, die Geschlechterfrage und die Taliban&#034;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb80&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh80&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 80&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;80&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Emin Poljarevic, &#171; Islamism &#187; in &lt;i&gt;The Oxford Encyclopedia of Islam and Politics. Oxford Islamic Studies Online&lt;/i&gt;, 2015, p. 2.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb81&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh81&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 81&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;81&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb82&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh82&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 82&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;82&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Roy, &lt;i&gt;L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique&lt;/i&gt;, Paris, Seuil, 2015 [1992], p. 252.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb83&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh83&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 83&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;83&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 286.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb84&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh84&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 84&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;84&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;Jihad. Expansion et d&#233;clin de l&#8216;islamisme&lt;/i&gt;, Paris, Gallimard, 2000, p. 24.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb85&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh85&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 85&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;85&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 69-70.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb86&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh86&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 86&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;86&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Steve Coll, &lt;i&gt;Ghost Wars. The Secret History of the CIA, Afghanistan, and bin Laden, from the Soviet Invasion to September 10, 2001&lt;/i&gt;, New York, Penguin, 2004, p. 77.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb87&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh87&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 87&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;87&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Assem Akram, &lt;i&gt;Histoire de la guerre d&#8216;Afghanistan&lt;/i&gt;, Paris, Balland, 1996, p. 119. Cf. particuli&#232;rement le sous-chapitre &#171; Le coup d&#8216;&#201;tat communiste vu par Moscou &#187;, p. 118-120, la traduction d'un extrait des m&#233;moires de Georgi Kornienko, vice-ministre sovi&#233;tique des Affaires &#233;trang&#232;res de l'&#233;poque.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb88&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh88&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 88&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;88&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 98-108.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb89&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh89&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 89&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;89&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 138.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb90&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh90&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 90&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;90&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Assem Akram, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 141. Le 10 selon Rodric Braithwaite, cf. Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;Afgantsy. The Russians in Afghanistan 1979-89&lt;/i&gt;, Londres, Profile Books, 2011, p. 77.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb91&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh91&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 91&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;91&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Si rien d'autre n'est pr&#233;cis&#233;, toutes les informations sur Wilson proviennent de George Crile, &lt;i&gt;Charlie Wilson&#8216;s War. The Extraordinary Story of the Largest Covert Operation in History&lt;/i&gt;, New York, Atlantic Monthly Press, 2003. Le livre a m&#234;me &#233;t&#233; port&#233; &#224; l'&#233;cran en 2007 avec Tom Hanks dans le r&#244;le de Wilson, Julia Roberts dans celui de Joanne Hering et Philip Seymour Hoffman dans celui de Gust Avrakotos.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb92&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh92&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 92&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;92&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;George Crile, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 473.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb93&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh93&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 93&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;93&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Assem Akram, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 173-176.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb94&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh94&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 94&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;94&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 176.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb95&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh95&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 95&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;95&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 164. La m&#234;me chose est &lt;a href=&#034;https://www.odi.org/sites/odi.org.uk/files/resource-documents/12269.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;valable aujourd'hui dans beaucoup de r&#233;gions concernant les talibans&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb96&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh96&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 96&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;96&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 136-137.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb97&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh97&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 97&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;97&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Gregory Feifer, &lt;i&gt;The Great Gamble. The Soviet War in Afghanistan&lt;/i&gt;, New York, HarperCollins, 2009, p. 201.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb98&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh98&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 98&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;98&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. par exemple Gregory Feifer, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, p. 213.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb99&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh99&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 99&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;99&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Sarah E. Mendelson, &lt;i&gt;Changing Course. Ideas, Politics, and the Soviet Withdrawal from Afghanistan&lt;/i&gt;, Princeton, Princeton University Press, 1998, p. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb100&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh100&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 100&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;100&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Artyom Borovik, &lt;i&gt;The Hidden War. A Russian Journalist&#8216;s Account of the Soviet War in Afghanistan&lt;/i&gt;, Londres/Boston, Faber and Faber, 1991 [1990]. Le titre de l'&#233;dition russe est &lt;i&gt;&#1040;&#1092;&#1075;&#1072;&#1085;&#1080;&#1089;&#1090;&#1072;&#1085;. &#1045;&#1097;&#1105; &#1088;&#1072;&#1079; &#1087;&#1088;&#1086; &#1074;&#1086;&#1081;&#1085;&#1091;&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb101&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh101&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 101&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;101&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb102&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh102&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 102&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;102&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 5.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb103&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh103&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 103&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;103&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 36.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb104&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh104&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 104&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;104&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 258.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb105&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh105&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 105&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;105&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 35-36.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb106&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh106&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 106&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;106&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 143-144.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb107&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh107&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 107&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;107&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Mohammad Yousaf, Mark Adkin, &lt;i&gt;The Bear Trap. The Defeat of A Superpower&lt;/i&gt;, Barnsley, Leo Cooper, 2001 [1992], p. 135. Bien s&#251;r, il pr&#233;tend que l'ISI n'e&#251;t aucun rapport avec ces histoires et qu'il essay&#226;t tant bien que mal d'emp&#234;cher la contrebande (cf. par exemple p. 108).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb108&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh108&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 108&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;108&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Mohammad Yousaf, Mark Adkin, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, p. 83.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb109&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh109&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 109&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;109&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 59.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb110&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh110&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 110&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;110&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. George Crile, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 426-427.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb111&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh111&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 111&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;111&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 205.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb112&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh112&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 112&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;112&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 185.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb113&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh113&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 113&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;113&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 155.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb114&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh114&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 114&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;114&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 204.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb115&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh115&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 115&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;115&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 156.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb116&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh116&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 116&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;116&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 168-169.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb117&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh117&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 117&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;117&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 222-223.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb118&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh118&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 118&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;118&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 231.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb119&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh119&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 119&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;119&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 601-602.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb120&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh120&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 120&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;120&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 232.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb121&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh121&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 121&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;121&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 299.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb122&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh122&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 122&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;122&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 239.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb123&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh123&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 123&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;123&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb124&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh124&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 124&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;124&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 293.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb125&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh125&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 125&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;125&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 334, 349 et 351.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb126&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh126&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 126&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;126&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 331-332.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb127&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh127&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 127&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;127&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 275.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb128&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh128&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 128&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;128&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 295.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb129&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh129&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 129&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;129&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 142-143.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb130&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh130&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 130&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;130&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 377.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb131&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh131&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 131&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;131&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 338.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb132&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh132&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 132&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;132&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 362-363.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb133&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh133&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 133&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;133&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 413-415.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb134&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh134&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 134&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;134&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 511-513.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb135&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh135&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 135&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;135&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 513.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb136&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh136&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 136&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;136&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. ibid., p. 485.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb137&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh137&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 137&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;137&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Doc Sportello, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Contre-l-Etat-islamique-contre-la&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; une critique&#8220;&lt;/a&gt;, pour une analyse un peu plus d&#233;taill&#233;e de la rupture entre Al-Qa&#239;da et l'&#201;tat islamique. Al-Zarqaoui y est d&#233;crit &#224; tort comme l'ancien leader d'Ansar al-Islam. Il s'agit d'une confusion, Ansar al-Islam est un groupe bas&#233; dans la partie kurde de l'Irak qui travailla pourtant avec la coordination d'al-Zarqaoui sans toutefois rejoindre sa faction en 2013.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb138&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh138&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 138&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;138&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 15.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb139&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh139&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 139&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;139&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, &lt;i&gt;S&#233;mites et antis&#233;mites&lt;/i&gt;, Paris, Fayard, 1987 [1986], p. 167.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb140&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh140&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 140&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;140&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 56. Les traductrices ont d&#251; &#233;prouver une certaine g&#234;ne face &#224; la phrase &#224; traduire, l'omission dans ce passage n'est donc sans doute ni une co&#239;ncidence, ni une v&#233;ritable erreur de traduction : &#171; Mais ces langues [le kurde et le berb&#232;re] comportent de nombreux dialectes non &#233;crits, sans qu'aucun ne soit pr&#233;dominant. &#187; Dans la version originale, le m&#233;pris de l'auteur est &#233;vident : &#171; But both consist of many dialects, without a standard language, and neither has a written litterature. &#187; (Bernard Lewis, &lt;i&gt;Semites and Antisemites&lt;/i&gt;, New York/Londres, Norton, 1987 [1986], p. 47.)&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb141&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh141&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 141&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;141&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 21.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb142&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh142&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 142&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;142&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 56.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb143&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh143&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 143&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;143&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Edward W. Sa&#239;d, &lt;i&gt;L'Orientalisme. L'Orient cr&#233;e par l'Occident&lt;/i&gt;, Paris, Seuil, 2005 [1978], p. 88-89.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb144&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh144&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 144&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;144&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 170.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb145&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh145&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 145&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;145&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Edward W. Sa&#239;d, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 38.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb146&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh146&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 146&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;146&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, op. cit., p. 339.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb147&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh147&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 147&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;147&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &#171; L&#8216;&#201;tat islamique dans les mots de l'ennemi &#187; in &lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt;, n&#176; 7, 30 novembre 2015, p. 35-37.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb148&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh148&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 148&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;148&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. aussi Farhad Khosrokhavar, &lt;i&gt;Le Nouveau Jihad en Occident&lt;/i&gt;, Paris, Robert Laffont, 2018, p. 526.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb149&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh149&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 149&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;149&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;http://dndf.org/?page_id=10005&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#171; C'est au pr&#233;sent que nous parlons de la communisation &#187;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb150&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh150&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 150&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;150&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Louis Althusser, &#171; Id&#233;ologie et appareils id&#233;ologiques d'&#201;tat &#187; in &lt;i&gt;Positions (1964-1975)&lt;/i&gt;, Paris, &#201;ditions sociales, 1976, p. 110.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb151&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh151&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 151&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;151&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 11.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb152&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh152&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 152&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;152&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 67-68.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb153&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh153&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 153&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;153&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Doc Sportello, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb154&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh154&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 154&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;154&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Roy, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 82.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb155&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh155&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 155&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;155&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Farhad Khosrokhavar, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 127.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb156&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh156&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 156&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;156&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;http://web.archive.org/web/20210117155127/http://blogtc.communisation.net/?p=243&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#171; Note sur le mouvement des gilets jaunes &#187;&lt;/a&gt;, novembre 2018.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb157&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh157&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 157&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;157&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Doc Sportello, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb158&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh158&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 158&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;158&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &#171; P&#233;trole, sexe et talibans &#187; in &lt;i&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/i&gt;, n&#176; 18, f&#233;vrier 2003, p. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Doc Sportello - Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; eine Kritik</title>
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		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
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		<dc:subject>Doc Sportello</dc:subject>
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		<dc:subject>Afghanistan</dc:subject>
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		<dc:subject>Irak</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Version fran&#231;aise &lt;br class='autobr' /&gt;
Dieses kleine Buch von Mathieu P&#233;rez ist 2016 bei niet!&#233;ditions erschienen. Leider stellt der Verlag keine Informationen zum Autor zur Verf&#252;gung. Das Buch hat den Anspruch, &#8222;materialistisch&#8220; zu sein, doch die angek&#252;ndigte Zielsetzung ist zutiefst idealistisch: &#8222;Dieses kleine Buch will etwas zur Konstitution einer Bewegung beitragen, die sich in Frankreich dem Krieg entgegenstellen w&#252;rde, den Kriegen, welche Frankreich &#252;berall f&#252;hrt, wo es nur kann.&#8220; Der Ton ist gegeben. (...)&lt;/p&gt;


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		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/logo/contre_l_etat_islamique_contre_la_guerre-couv-625x1025.jpg?1689334134' class='spip_logo spip_logo_right' width='91' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;#Versionfran&#231;aise&#034;&gt;Version fran&#231;aise&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://niet-editions.fr/catalogue/contre-letat-islamique-contre-la-guerre/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Dieses kleine Buch von Mathieu P&#233;rez&lt;/a&gt; ist 2016 bei niet!&#233;ditions erschienen. Leider stellt der Verlag keine Informationen zum Autor zur Verf&#252;gung. Das Buch hat den Anspruch, &#8222;materialistisch&#8220; zu sein&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Mathieu P&#233;rez, Contre l'&#201;tat islamique, contre la guerre, La Mas (...)&#034; id=&#034;nh2-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, doch die angek&#252;ndigte Zielsetzung ist zutiefst idealistisch: &#8222;Dieses kleine Buch will etwas zur Konstitution einer Bewegung beitragen, die sich in Frankreich dem Krieg entgegenstellen w&#252;rde, &lt;i&gt;den Kriegen&lt;/i&gt;, welche Frankreich &#252;berall f&#252;hrt, wo es nur kann.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh2-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Der Ton ist gegeben. Der Autor beruft sich implizit auf die pazifistische Tradition der Arbeiterbewegung und m&#246;chte, dass seine Worte aufr&#252;tteln und die Aktivisten an ihre Pflicht erinnern, gegen den franz&#246;sischen Imperialismus zu protestieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Aspekt verdirbt einem ein bisschen den Spass bei der Lekt&#252;re dieses sonst eher n&#252;chternen und gut dokumentierten B&#252;chleins. Obwohl die vom Autor konsultierten Quellen in der Regel seri&#246;s sind, enth&#228;lt der Text jedoch trotzdem einige Fehler. Der Autor behauptet z.B., Nichtregierungsorganisationen seien vom Islamischen Staat &#8222;toleriert&#8220; worden, ohne diese zu erw&#228;hnen oder auch nur die geringste Quellenangabe zu liefern&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 42.&#034; id=&#034;nh2-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Gem&#228;ss dem Zeugenbericht eines Fl&#252;chtlings aus Deir ez-Zor ist ihr Verbot gar eine gezielte Strategie der Unterwerfung: &#8222;Als Daesh gekommen ist, sind alle Vereine verboten worden. Sie haben alles eingefroren. Alles konfisziert. Die Verarmung des Volkes war ihre Politik. Sie ist pr&#228;zis und methodisch. Unter Daesh ist es unm&#246;glich geworden, deine Familie zu ern&#228;hren, ohne den Treueeid zu schw&#246;ren. Die Bewohner der Stadt taten es aufgrund der Armut, weil sie nichts mehr hatten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Thomas Dandois, Fran&#231;ois-Xavier Tr&#233;gan, Daesh, paroles de d&#233;serteurs, (...)&#034; id=&#034;nh2-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vom t&#252;rkischen Pr&#228;sidenten Erdogan behauptet der Autor, &#8222;sein B&#252;ndnis mit dem Islamischen Staat&#8220; sei &#8222;eine bekannte Tatsache&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., S. 102.&#034; id=&#034;nh2-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Realit&#228;t ist allerdings etwas komplexer. Waffenlieferungen aus der T&#252;rkei treffen freilich ziemlich regelm&#228;ssig in Syrien ein, wie z.B. &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2015/nov/27/turkish-journalists-charged-over-claim-that-secret-services-armed-syrian-rebels&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;jene, welche vor ein paar Jahren einen Skandal ausgel&#246;st hatte&lt;/a&gt;. Es ist auch wahrscheinlich, dass der Islamische Staat vom t&#252;rkischen Milit&#228;rapparat als geringeres &#220;bel im Vergleich zur PYD betrachtet wird. Das reicht jedoch nicht, um von einem &#8222;B&#252;ndnis&#8220; zu sprechen, die wirklichen Verb&#252;ndeten der T&#252;rkei sind eher gem&#228;ssigtere islamistische Gruppen wie z.B. der Jabhat Tahrir Suriya.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Verh&#228;ltnis zwischen dem Islamischen Staat und der Nusrafront wird vom Autoren folgendermassen zusammengefasst: &#8222;Diese Gruppe [die Nusrafront] scheint am Anfang eine Art syrische Filiale des Islamischen Staates Irak zu sein, bevor sie autonom geworden ist und es im Juni 2013 zum Bruch kam, von da an berief sich die Nusrafront auf Al-Qaida.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., S. 90-91.&#034; id=&#034;nh2-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Diese kurze Zusammenfassung enth&#228;lt mehrere Ungenauigkeiten. So war z.B. die Nusrafront nie &#8222;eine Art syrische Filiale des Islamischen Staates Irak&#8220;. Das war nur in al-Baghdadis Kopf so&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Agence France-Presse, &#8222;Qaeda in Iraq Confirms Syria's Nusra Is Part (...)&#034; id=&#034;nh2-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, &lt;a href=&#034;https://www.bbc.com/news/world-middle-east-36916606&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;die Nusrafront hat sich dieser Fusion verweigert und als Reaktion auf diese &#196;usserungen offiziell Al-Qaida die Treue geschworen&lt;/a&gt;. All das geschah nicht im Juni 2013, sondern im April 2013. Im November 2013 gab al-Zawahiri al-Baghdadi die Anweisung, sich aus Syrien zur&#252;ckzuziehen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Agence France-Presse, &#8222;Zawahiri Disbands Main Qaeda Faction in (...)&#034; id=&#034;nh2-8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, letzterer zeigte sich unwillig, was gleichbedeutend mit dem Bruch mit Al-Qaida war. Was danach geschah, ist allseits bekannt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Gegensatz zu McDonalds begn&#252;gt sich Al-Qaida mit einer einzigen Filiale pro Land. Fusionsentscheidungen liegen nat&#252;rlich im Kompetenzbereich der F&#252;hrung, nicht in jenem eines regionalen Emirs. Das Verh&#228;ltnis zur irakischen Filiale war ohnehin schon ziemlich lange gespannt. Schon 2005 hatte &lt;a href=&#034;https://ctc.usma.edu/harmony-program/atiyahs-letter-to-zarqawi-original-language-2/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;al-Zawahiri al-Zarqawi einen Brief geschickt, um die Strategie der irakischen Filiale zu kritisieren&lt;/a&gt;, nur ein Jahr nachdem &lt;a href=&#034;https://jamestown.org/program/zarqawis-pledge-of-allegiance-to-al-qaeda-from-muasker-al-battar-issue-21-2/#.VBeNlOk9Jy0&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;dieser ihm die Treue geschworen hatte&lt;/a&gt;. Al-Zawahiri kritisierte v.a. dessen sektiererische und antischiitische Strategie. Doch aufgrund der Tatsache, dass die irakische Filiale auf dem Schlachtfeld im Kontext der amerikanischen Besatzung &#252;ber eine betr&#228;chtliche Feuerkraft verf&#252;gte, schien ein Bruch damals nicht in Frage zu kommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abu Mus&#8216;ab al-Zarqawi, der Gr&#252;nder dieser undisziplinierten Filiale, war eine spezielle Figur in der jihadistischen Galaxie. Die Anf&#252;hrer von Al-Qaida entstammen meistens der guten Gesellschaft, der Vater Bin Ladens war an der Spitze der Saudi Bin Ladin Group, der gr&#246;ssten Baufirma des Landes, und der gegenw&#228;rtige Anf&#252;hrer von Al-Qaida, al-Zawahiri, ist Arzt und der Sohn einer b&#252;rgerlichen Familie. Al-Zarqawi entstammt der Unterwelt. Er wurde 1966 in einer industriellen Vorstadt von Amman in eine verarmte pal&#228;stinensisch-jordanische Fl&#252;chtlingsfamilie geboren. In seiner Jugend machte er als Kleinkrimineller Karriere und Ende der 1980er Jahre entschied er sich, nach Afghanistan zu gehen. W&#228;hrend des B&#252;rgerkrieges nach dem Abzug der Russen k&#228;mpfte er in den Reihen von Gulbuddin Hekmatyar. Er kehrte 1993 nach Jordanien zur&#252;ck, wurde 1994 verhaftet und f&#252;nf Jahre sp&#228;ter, am 29. M&#228;rz 1999, dank einer k&#246;niglichen Amnestie auf freien Fuss gesetzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Er kehrte daraufhin nach Afghanistan zur&#252;ck, um ein Trainingslager zu verwalten, das von Bin Laden finanziert wurde. Al-Zarqawi weigerte sich jedoch, ihm die Treue zu schw&#246;ren und sich Al-Qaida anzuschliessen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Jean Rokbelle, &#171; Die Organisation &#8222;Islamischer Staat&#8220; &#8211; von der (...)&#034; id=&#034;nh2-9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Erst f&#252;nf Jahre sp&#228;ter, am 19. Oktober 2004, schwor er ihm &#246;ffentlich die Treue und seine Organisation Ansar al-Islam hiess von nun an Al-Qaida des Jihads in Mesopotamien, h&#228;ufig schlichtweg Al-Qaida im Irak genannt. In seinem Brief an al-Zawahiri, der seiner oben erw&#228;hnten Antwort voranging, wird die Strategie des Islamischen Staats in groben Z&#252;gen skizziert: &#8222;Wenn wir sie [die H&#228;retiker] mit einzelnen schmerzhaften Schl&#228;gen dazu bringen k&#246;nnten, in den Kampf einzusteigen, k&#246;nnten wir die Karten neu mischen. Der Regierungsrat wird dann n&#228;mlich keine Macht und keinen Einflu&#223; [sic!] mehr haben, ebensowenig [sic!] die Amerikaner, die ja &#8211; wie von uns erw&#252;nscht &#8211; gemeinsam mit den H&#228;retikern in den Kampf einsteigen werden. Zahlreiche sunnitische Regionen stellen sich dann &#8211; wohl oder &#252;bel &#8211; auf die Seite der Dschihad-K&#228;mpfer, die somit &#252;ber ein Territorium verf&#252;gen werden, von dem aus sie zu Operationen gegen die H&#228;retiker in deren Hochburgen starten k&#246;nnen, unterst&#252;tzt von einer einleuchtenden Propaganda.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Abu Mus&#8216;ab al-Zarqawi, &#8222;Auz&#252;ge aus dem &#8218;Brief an Bin Laden und (...)&#034; id=&#034;nh2-10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schon damals war al-Zawahiri skeptisch hinsichtlich der von al-Zarqawi vorgeschlagenen Strategie und er versuchte, es ihm auf diplomatische Art und Weise zu erkl&#228;ren: &#8222;Was [die Ignoranz der Massen &#252;ber den angeblich ketzerischen Charakter des Schiismus] erkl&#228;rt, weshalb viele unter jenen, welche euch lieben, sich fragen, wieso ihr die Schiiten angreift, eine Frage, die noch dringender wird, wenn ihr Moscheen angreift, umso mehr, wenn es sich um die Grabst&#228;tte des Imams Ali ibn Abi Talib (m&#246;ge Gott ihm gn&#228;dig sein!) handelt. Ich denke, dass, was immer du auch tun magst, um diesen Punkt zu erkl&#228;ren, es die einfachen Muslime nie akzeptieren und immer ablehnen werden.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Lettre d'al-Zawahiri &#224; al-Zarqawi&#8220; in Gilles Kepel (et al., Hg.), (...)&#034; id=&#034;nh2-11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Die Analyse dieser Periode ist unumg&#228;nglich, wenn man den Konflikt zwischen der Nusrafront und dem Islamischen Staat verstehen will.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Filiale wurde 2007 zum Islamischen Staat im Irak, nach dem Tod ihres Anf&#252;hrers Abu Omar al-Baghdadi wird er 2010 durch Abu Bakr al-Baghdadi ersetzt. P&#233;rez fasst diesen Kontext nur ganz kurz zusammen, obwohl er fundamental ist, um die wahrhaften ideologischen Differenzen zwischen Al-Qaida und dem Islamischen Staat zu verstehen. Ausserdem ist der Konflikt auch von der sozialen Zusammensetzung des Jihadismus gepr&#228;gt: &#8222;Doch das Gef&#252;hl der unwiderstehlichen Expansion, das damals diese Ideologie und die Bewegungen, die sich darauf berufen, auszeichnet, ruht auf einem &#228;u&#223;erst br&#252;chigen gesellschaftlichen Fundament. Das B&#252;ndnis zwischen der armen st&#228;dtischen Jugend und der frommen Mittelschicht, das von den Intellektuellen, welche die islamistische Doktrin erarbeiten, verk&#252;ndet wird, widersteht den langwierigen Auseinandersetzungen mit den Machthabern nur schlecht. Diese bem&#252;hen sich mit wachsendem Erfolg, die beiden sozialen Gruppen innerhalb der Bewegung gegeneinander aufzuwiegeln, indem sie hinter ihrem gemeinsamen, aber vagen Willen, den islamischen Staat zu errichten und die Scharia zum Ma&#223;stab aller Dinge zu machen, die Gegenl&#228;ufigkeit ihrer konkreten Interessen aufdecken.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des (...)&#034; id=&#034;nh2-12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die islamistische Bewegung wird von dieser Spannung &#252;berdeterminiert, sowohl innerhalb der verschiedenen Gruppen als auch zwischen ihnen: &#8222;Beide Gruppen fordern zwar die Anwendung der Scharia und die Errichtung eines islamischen Staates, verbinden damit aber unterschiedliche Vorstellungen. Die Jugendlichen geben dem einen sozialrevolution&#228;ren Inhalt, w&#228;hrend das B&#252;rgertum darin vor allem die Gelegenheit sieht, die herrschenden Eliten abzul&#246;sen, ohne die gesellschaftliche Ordnung anzutasten [&#8230;] Diese soziale Dualit&#228;t ist ein zentrales Merkmal der islamistischen Bewegungen &#8211; ja sie macht geradezu deren Wesen aus [&#8230;]&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 88-89.&#034; id=&#034;nh2-13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Dieser interjihadistische Klassenkampf ist ein wesentlicher Faktor, um den Bruch zwischen Al-Qaida und dem Islamischen Staat zu verstehen, das konfliktreiche Verh&#228;ltnis zwischen der AIS und dem GIA w&#228;hrend dem B&#252;rgerkrieg in Algerien zwei Jahrzehnte zuvor wurde beispielsweise ebenfalls von dieser Spannung &#252;berdeterminiert&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 90.&#034; id=&#034;nh2-14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl es sich nat&#252;rlich nicht um ein mechanistisches Gesetz handelt, muss man zwangsl&#228;ufig feststellen, dass der Islamische Staat in seinen R&#228;ngen mehr dem armen Proletariat oder der lohnabh&#228;ngigen Mittelklasse entstammende Anf&#252;hrer z&#228;hlt als Al-Qaida. Al-Qaida tendiert dazu, auf &#8222;den richtigen Zeitpunkt&#8220; zur Gr&#252;ndung des Kalifats warten zu wollen, seine Kriegsstrategen lesen Mao und Che Guevara, w&#228;hrend der IS eher dazu tendiert, Marighella zu lesen und das Kalifat &#8222;hier und jetzt&#8220; zu wollen. Ohne Kapital kein Kalifat, das ist offensichtlich, doch jenes des IS ist eher eine Frucht seiner Pl&#252;nderungswirtschaft als der Bourgeoisie in seinen R&#228;ngen. Und trotz dem Verlust eines betr&#228;chtlichen Teils seines Territoriums &lt;a href=&#034;https://foreignpolicy.com/2018/10/10/isiss-new-plans-to-get-rich-and-wreak-havoc/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;hat die Gruppe ihren Kriegsschatz offensichtlich nicht verloren&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Gegensatz zu dem, was P&#233;rez zu glauben scheint, beschr&#228;nkt sich die Ursache dieser jihadistischen Bewegungen also nicht auf die &#8222;franz&#246;sischen Kriege&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., S. 97.&#034; id=&#034;nh2-15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Zumindest weiss er, wer angefangen hat: &#8222;Wir m&#252;ssen, im Fall, der uns besch&#228;ftigt, mit der Idee abschliessen, es sei Daesh gewesen, der angefangen, der Frankreich &#8218;den Krieg erkl&#228;rt&#8216; h&#228;tte, indem er Attentate auf dem franz&#246;sischen Territorium begangen hat. Das ist schlicht und einfach falsch: Die franz&#246;sische Armee bombardierte die Stellungen des Islamischen Staates, bevor dieser Verantwortung f&#252;r irgendein Attentat in Frankreich &#252;bernahm.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 109.&#034; id=&#034;nh2-16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Wenn man &#8222;de[n] Islamischen Staat&#8220; durch &#8222;die dawla&#8220; und &#8222;Frankreich&#8220; durch &#8222;die Ungl&#228;ubigen&#8220; ersetzt, k&#246;nnte der Abschnitt Wort f&#252;r Wort in einer Nummer von Dar al-islam enthalten sein, der antiimperialistische Diskurs des IS dreht sich um das genau gleiche Argument. Die Verurteilung des franz&#246;sischen Imperialismus verwandelt sich in eine implizite Rechtfertigung des jihadistischen Imperialismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man also einmal bei der Schlussfolgerung des Buches angekommen ist, ist man ein bisschen entt&#228;uscht, schliesslich stand sie schon im Titel. Eine weitergehende Analyse des jihadistischen Ph&#228;nomens und etwas mehr historische und geographische Kontextualisierung w&#228;ren weit interessanter gewesen als Ratschl&#228;ge an Aktivisten, die einen abstrakten Pazifismus proklamieren. Es ist gewiss nicht das schlechteste Buch zum Thema, in dieser Kategorie ist die Konkurrenz mit Nicolas H&#233;nin und Samuel Laurent nicht einfach auszuhebeln, aber auch bei weitem nicht das beste. Wenn man eine tiefgehende und n&#252;chterne Analyse sucht, ist man z.B. mit Werken von Jean-Pierre Luizard oder Myriam Benraad einiges besser bedient, sie sind weit wertvollere Informationsquellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Perspektive, das Ph&#228;nomen von einem kommunistischen Standpunkt aus zu analysieren, bleibt noch viel Arbeit. Die Textreihe &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei&#8220;&lt;/a&gt; (&lt;a href=&#034;https://www.bahoebooks.net/buch/kalifat-und-barbarei/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Teil 1 und 2 als Buch bei bahoe books&lt;/a&gt;) von Tristan Leoni ist ein guter Beginn, viele Punkte werden darin angesprochen und sie liefert eine brauchbare Analyse der Ideologie des Islamischen Staates und den geopolitischen Streitgegenst&#228;nden im Nahen Osten, auch &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Die-kurdische-Frage-ISIS-USA-und&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;die sehr pointierte Analyse von Il lato cattivo&lt;/a&gt; ist ein wichtiger theoretischer Beitrag. Dieser &#8222;entnationalisierte&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#034;Das Erd&#246;l, die Geschlechterfrage und die Taliban&#034;, (...)&#034; id=&#034;nh2-17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Islamismus ist sehr wohl zutiefst mit der Globalisierung des restrukturierten Kapitalismus verbunden: &#8222;Er [der Islamismus als innere Opposition] ist nicht ihr Widerspruch, sondern ihr Schatten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh2-18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl er ein Produkt einer gescheiterten Modernisierung und des Niedergangs des panarabischen Nationalismus darstellt, f&#252;hrt er das Erbe des panarabischen Antiimperialismus in einer religi&#246;sen Form weiter, die Umma wird als von imperialistischen Ungl&#228;ubigen belagert betrachtet. Es w&#228;re jedoch notwendig, das bis anhin Gesagte mit einer fundierteren Analyse der wirtschaftlichen Funktionsweise einer jihadistischen Gruppe zu erg&#228;nzen. Der Islamische Staat ist nicht nur eine bewaffnete Gruppe mit dem Ziel, ein Kalifat zu verwirklichen, sondern auch eine Mafia.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir br&#228;uchten also eine Theorie des kriminellen Kapitals. Denn, von einem rein abstrakten Standpunkt aus gesehen, &#8222;[herrscht] die Lohnarbeit [&#8230;] in Mosul genau wie in Mailand&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Tristan Leoni, &#8222;Kalifat und Barbarei&#8220;, zweiter Teil: &#8222;Von der Utopie&#8220;, (...)&#034; id=&#034;nh2-19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, der Proletarier aus Mosul hat jedoch weit gr&#246;ssere Chancen, ein anderes Schicksal zu haben als jenes der Lohnarbeit denn jener aus Mailand. Wenn er vom Islamischen Staat zwangsrekrutiert wird, kann man dann noch von einem &#8222;Lohnarbeiter&#8220; sprechen? Wenn ein Proletarier dem Kalifen die Treue schw&#246;rt, legt er sein Leben in seine H&#228;nde, die Angst vor der Entlassung ist gleichbedeutend mit Todesangst. Das gleiche gilt f&#252;r einen Proletarier, der sich der Camorra, Los Zetas oder der Mara Salvatrucha anschliesst. Doch was soll er sonst tun? In Anbetracht der heftigen Auswirkungen der Krise in den peripheren Zonen sind diese mafi&#246;sen Gruppen h&#228;ufig die einzigen potentiellen Arbeitgeber. So gibt das kriminelle Kapital jenem &#252;bersch&#252;ssigem Proletariat eine Anstellung, welches von den anderen Fraktionen des Kapitals schon lange aufgegeben worden ist, es wird zu seinem Dispositiv der Disziplinierung. Mafi&#246;se Gruppen f&#252;hren Kriege um die Kontrolle von Territorien und die damit einhergehende Erpressung von Mehrwertanteilen, haupts&#228;chlich in den peripheren Zonen der globalen Wirtschaft, und sie versuchen in der Regel danach, die Beute in den befriedeten Zonen des Zentrums zu verstecken. Dieses Ph&#228;nomen sollte im Zusammenhang mit der Restrukturierung und ihrer Krise, dem tendenziellen Fall der Profitrate und der Verwaltung des &#252;bersch&#252;ssigen Proletariats analysiert werden. Eine Sache ist bislang gewiss: Im Gegensatz zu anderen Sektoren der globalen Wirtschaft, haben wir es hier mit einem Boomsektor zu tun, der wom&#246;glich ein Abbild der Zukunft ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;November 2018&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#034;Versionfran&#231;aise&#034;&gt;Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; une critique&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;En 2016 est paru chez niet!&#233;ditions &lt;a href=&#034;https://niet-editions.fr/catalogue/contre-letat-islamique-contre-la-guerre/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;ce petit livre sign&#233; Mathieu P&#233;rez&lt;/a&gt;. L'&#233;diteur ne donne malheureusement aucune information quant &#224; l'auteur. Le livre se veut &#171; mat&#233;rialiste &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Mathieu P&#233;rez, Contre l'&#201;tat islamique, contre la guerre, La Mas (...)&#034; id=&#034;nh2-20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, alors que son objectif avou&#233; est parfaitement id&#233;aliste : &#171; Ce petit livre se veut &#234;tre une contribution &#224; la constitution d'un mouvement qui, en France, s'opposerait &#224; la guerre, aux guerres que m&#232;ne la France partout o&#249; elle le peut. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid.&#034; id=&#034;nh2-21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Le ton est donn&#233;. &#201;voquant implicitement la tradition pacifiste du mouvement ouvrier, l'auteur souhaite que ses paroles bouleversent et rappellent aux militants leur devoir de protester contre l'imp&#233;rialisme fran&#231;ais.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Cet aspect g&#226;che consid&#233;rablement le plaisir lors de la lecture de ce petit ouvrage sinon plut&#244;t factuel et bien document&#233;. Les sources consult&#233;es par l'auteur sont en r&#232;gle g&#233;n&#233;rale s&#233;rieuses, mais l'ouvrage contient quand m&#234;me quelques erreurs. L'auteur pr&#233;tend par exemple que des ONG auraient &#233;t&#233; &#171; tol&#233;r&#233;es &#187; par l'&#201;tat islamique sans pourtant en citer ou donner la moindre source&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 42.&#034; id=&#034;nh2-22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Selon le t&#233;moignage d'un r&#233;fugi&#233; de Deir ez-Zor, leur interdiction constitue m&#234;me une strat&#233;gie d'assujettissement : &#171; Quand Daesh est arriv&#233;, toutes les associations ont &#233;t&#233; interdites. Ils ont tout gel&#233;. Tout confisqu&#233;. Leur politique &#233;tait d'appauvrir le peuple. C'est pr&#233;cis, c'est m&#233;thodique. Sous Daesh, il devenait impossible de nourrir ta famille si tu ne pr&#234;tais pas all&#233;geance. Les habitants de la ville l'ont fait &#224; cause de la pauvret&#233;, parce qu'ils n'avaient plus rien. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Thomas Dandois, Fran&#231;ois-Xavier Tr&#233;gan, Daesh, paroles de d&#233;serteurs, (...)&#034; id=&#034;nh2-23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Du pr&#233;sident turc Erdogan, l'auteur affirme que &#171; son alliance avec l'&#201;tat islamique est un fait connu &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., p. 102.&#034; id=&#034;nh2-24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Or, la r&#233;alit&#233; est un peu plus complexe que cela. Certes, des convois d'armes depuis la Turquie arrivent sans aucun doute tr&#232;s r&#233;guli&#232;rement en Syrie, comme &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2015/nov/27/turkish-journalists-charged-over-claim-that-secret-services-armed-syrian-rebels&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;celui qui avait caus&#233; un scandale il y a quelques ann&#233;es&lt;/a&gt;. Il est probable que l'&#201;tat islamique soit vu par l'appareil militaire turc comme un moindre mal compar&#233; au PYD. Cela ne suffit toutefois pas pour parler d'une &#171; alliance &#187;, les v&#233;ritables alli&#233;s de la Turquie sont plut&#244;t des groupes islamistes plus mod&#233;r&#233;s comme le Jabhat Tahrir Souriya.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le rapport entre l'&#201;tat islamique et le Front al-Nosra est r&#233;sum&#233; par l'auteur comme suit : &#171; Ce groupe [le Front al-Nosra] semble avoir &#233;t&#233; au d&#233;part une sorte de succursale syrienne de l'&#201;tat islamique d'Irak, avant de s'autonomiser, jusqu'&#224; la rupture de juin 2013, date &#224; laquelle le Front Al-Nosra se r&#233;clame d'Al-Qaida. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., S. 90-91.&#034; id=&#034;nh2-25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Ce r&#233;sum&#233; sommaire comporte plusieurs impr&#233;cisions. Tout d'abord, le Front al-Nosra n'a jamais &#233;t&#233; &#171; une sorte de succursale syrienne de l'&#201;tat islamique d'Irak &#187;. C'&#233;tait le cas uniquement dans la t&#234;te d'al-Baghdadi&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Agence France-Presse, &#171; Qaeda in Iraq Confirms Syria's Nusra Is Part (...)&#034; id=&#034;nh2-26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, &lt;a href=&#034;https://www.bbc.com/news/world-middle-east-36916606&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;le Front al-Nusra a refus&#233; cette fusion et il a pr&#234;t&#233; officiellement all&#233;geance &#224; Al-Qaida en r&#233;action &#224; ses propos&lt;/a&gt;. Tout ceci ne s'est pas produit en juin 2013, mais en avril 2013. En novembre 2013, al-Zawahiri a donn&#233; l'ordre &#224; al-Baghdadi de se retirer de la Syrie&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Agence France-Presse, &#171; Zawahiri Disbands Main Qaeda Faction in Syria (...)&#034; id=&#034;nh2-27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, ce dernier s'est montr&#233; r&#233;ticent ce qui &#233;tait synonyme de rupture avec al-Qaida. La suite est connue.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Contrairement &#224; McDo, al-Qaida se contente d'une seule succursale par pays. Les d&#233;cisions de fusion appartiennent bien &#233;videmment &#224; la direction, et non pas &#224; un &#233;mir r&#233;gional. Le rapport avec la succursale irakienne s'&#233;tait de toute mani&#232;re tendu depuis bien plus longtemps. D&#233;j&#224; en 2005, &lt;a href=&#034;https://ctc.usma.edu/harmony-program/atiyahs-letter-to-zarqawi-original-language-2/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;al-Zawahiri avait envoy&#233; une lettre &#224; al-Zarqawi pour critiquer la strat&#233;gie de sa succursale irakienne&lt;/a&gt;, une ann&#233;e seulement apr&#232;s &lt;a href=&#034;https://jamestown.org/program/zarqawis-pledge-of-allegiance-to-al-qaeda-from-muasker-al-battar-issue-21-2/#.VBeNlOk9Jy0&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;avoir re&#231;u son serment d'all&#233;geance&lt;/a&gt;. Al-Zawahiri a critiqu&#233; surtout la strat&#233;gie sectaire et antichiite de ce dernier. Mais, &#233;tant donn&#233; que sur le champ de bataille, la succursale irakienne avait une force de frappe consid&#233;rable dans le contexte de la gu&#233;rilla contre l'occupation am&#233;ricaine, une rupture compl&#232;te ne semblait pas envisageable &#224; ce moment-l&#224;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abou Moussab al-Zarqaoui, le fondateur de cette succursale indisciplin&#233;e, &#233;tait une figure particuli&#232;re dans la galaxie jihadiste. G&#233;n&#233;ralement, les leaders d'al-Qaida sont issus de la bonne soci&#233;t&#233;, le p&#232;re de ben Laden &#233;tait &#224; la t&#234;te du Saudi Bin Ladin Group, plus grand constructeur du pays, et le leader actuel d'al-Qaida, al-Zawahiri, est m&#233;decin et fils d'une famille bourgeoise. Al-Zarqaoui est issu de la p&#232;gre. Il est n&#233; en 1966 dans une banlieue industrielle d'Amman et issu d'une famille palestino-jordanienne appauvrie. Dans sa jeunesse, il a connu une carri&#232;re de petit criminel et &#224; la fin des ann&#233;es 1980, il a d&#233;cid&#233; de gagner l'Afghanistan. Pendant la guerre civile suivant le d&#233;part des Russes, il s'est battu dans les rangs de Gulbuddin Hekmatyar. De retour en Jordanie en 1993, il a &#233;t&#233; arr&#234;t&#233; en 1994 et cinq ans plus tard, le 29 mars 1999, lib&#233;r&#233; gr&#226;ce &#224; une amnistie royale.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il est retourn&#233; en Afghanistan pour g&#233;rer un camp d'entra&#238;nement b&#233;n&#233;ficiant du soutien financier de Bin Laden. Al-Zarqaoui a toutefois refus&#233; de lui pr&#234;ter all&#233;geance et de rejoindre al-Qaida&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Jean Rokbelle, &#171; Die Organisation &#8222;Islamischer Staat&#8220; &#8211; von der (...)&#034; id=&#034;nh2-28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. C'est seulement cinq ans plus tard, le 19 octobre 2004, qu'il lui a publiquement pr&#234;t&#233; all&#233;geance et que son organisation Ansar al-islam a &#233;t&#233; rebaptis&#233;e Al-Qaida du jihad en M&#233;sopotamie, appel&#233;e souvent al-Qaida en Irak. Dans sa lettre &#224; al-Zawahiri pr&#233;c&#233;dant sa r&#233;ponse mentionn&#233;e ci-dessus, la strat&#233;gie de l'&#201;tat islamique est esquiss&#233; dans ses grandes lignes : &#171; Si nous pouvons leur [aux h&#233;r&#233;tiques] infliger des coups douloureux, l'un apr&#232;s l'autre, afin de les amener au combat, nous pourrions alors redistribuer les cartes. Le Conseil de gouvernement n'aura d&#232;s lors plus de valeur ni d'influence, ni m&#234;me les Am&#233;ricains qui reviendront au combat avec les h&#233;r&#233;tiques, comme nous le souhaitons. Alors, qu'elles le veuillent ou non, de nombreuses r&#233;gions sunnites se rangeront aux c&#244;t&#233;s des combattants du jihad, et ces derniers se seront assur&#233;s un territoire d'o&#249; ils pourront repartir frapper les h&#233;r&#233;tiques au sein m&#234;me de leurs r&#233;gions, le tout soutenu par une propagande claire. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Abou Moussab al-Zarqaoui, &#171; Lettre &#224; Ben Laden et al-Zawahiri &#187; in Gilles (...)&#034; id=&#034;nh2-29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;D&#233;j&#224; &#224; l'&#233;poque, al-Zawahiri n'&#233;tait pas tout &#224; fait enthousiaste quant &#224; la strat&#233;gie propos&#233;e par al-Zarqaoui et il a essay&#233; de lui le faire comprendre de mani&#232;re diplomatique : &#171; Ce qui [l'ignorance des masses sur le caract&#232;re pr&#233;tendument h&#233;r&#233;tique du chiisme] explique que beaucoup de ceux qui vous aiment se demandent pourquoi vous attaquez les chiites, une interrogation qui grandit lorsque vous attaquez des mosqu&#233;es, encore plus si cette attaque est lanc&#233;e contre le tombeau de l'imam Ali ibn Abi Talib (que Dieu l'agr&#233;e !). Je pense que, quoi que tu fasses pour &#233;claircir ce point, les simples musulmans ne l'accepteront pas, et qu'ils le rejetteront toujours. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#171; Lettre d'al-Zawahiri &#224; al-Zarqawi &#187; in ibid., p. 437-439. On notera le (...)&#034; id=&#034;nh2-30&#034;&gt;30&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; L'analyse de cette p&#233;riode est indispensable pour comprendre le conflit entre le Front al-Nusra et l'&#201;tat islamique.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;En 2007, cette succursale est devenue l'&#201;tat islamique en Irak, apr&#232;s le d&#233;c&#232;s de son leader Abou Omar al-Baghdadi, Abou Bakr al-Baghdadi l'a remplac&#233; en 2010. P&#233;rez ne r&#233;sume que tr&#232;s bri&#232;vement tout ce contexte-l&#224;, il est pourtant central pour comprendre la v&#233;ritable divergence id&#233;ologique entre al-Qaida et l'&#201;tat islamique. En outre, ce conflit est aussi li&#233; &#224; la composition sociale du jihadisme : &#171; Mais le sentiment d'expansion irr&#233;sistible qui galvanise alors cette id&#233;ologie et les mouvements qui s'en r&#233;clament est bas&#233; sur des fondements sociaux extr&#234;mement fragiles. L'alliance entre la jeunesse urbaine pauvre et les classes moyennes pieuses, scell&#233;e par les intellectuels qui &#233;laborent la doctrine islamiste, r&#233;siste mal &#224; des affrontements de longue haleine contre les pouvoirs &#233;tablis. Ceux-ci s'emploient avec une efficacit&#233; croissante &#224; dresser les deux composantes du mouvement l'une contre l'autre, en exposant l'antagonisme entre leurs aspirations concr&#232;tes, par-del&#224; leur volont&#233; commune mais floue d'instaurer l'&#201;tat islamique et d'appliquer la chari'a. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, Jihad, Paris, Folio, 2003 [2000], p. 28.&#034; id=&#034;nh2-31&#034;&gt;31&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Cette tension surd&#233;termine la mouvance islamiste, &#224; la fois &#224; l'int&#233;rieur des diff&#233;rents groupes et entre ceux-ci : &#171; Comme nous le verrons plus loin, ces deux groupes [la jeunesse urbaine pauvre et la bourgeoise pieuse], s'ils r&#233;clament en ch&#339;ur l'application de la chari'a et l'instauration de l'&#201;tat islamique, ne s'en font pas la m&#234;me repr&#233;sentation. Les premiers lui donnent un contenu socialement r&#233;volutionnaire, tandis que les seconds y voient surtout l'occasion de se substituer aux &#233;lites en place, sans bouleverser les hi&#233;rarchies de la soci&#233;t&#233;. Cette ambigu&#239;t&#233; est au fondement de la mouvance islamiste contemporaine. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 114.&#034; id=&#034;nh2-32&#034;&gt;32&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Cette lutte des classes interjihadiste est un facteur essentiel pour comprendre la rupture entre al-Qaida et l'&#201;tat islamique, la m&#234;me tension surd&#233;terminait par exemple le rapport conflictuel entre l'AIS et le GIA pendant la guerre civile en Alg&#233;rie deux d&#233;cennies plus t&#244;t&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-33&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 115.&#034; id=&#034;nh2-33&#034;&gt;33&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;M&#234;me si ce n'est &#233;videmment pas une loi m&#233;caniciste, force est de constater que l'&#201;tat islamique compte bien plus de leaders issus du prol&#233;tariat pauvre ou des classes moyennes salari&#233;es qu'al-Qaida. Al-Qaida a tendance &#224; vouloir attendre &#171; le bon moment &#187; pour fonder le califat, leurs strat&#232;ges de guerre lisent Mao et Che Guevara, tandis que ceux de l'&#201;tat islamique ont plut&#244;t tendance &#224; lire Marighella et &#224; vouloir le califat &#171; ici et maintenant &#187;. Pas de califat sans capital, &#233;videmment, mais celui de l'&#201;tat islamique provient bien davantage d'une &#233;conomie du pillage que des bourgeois dans ses rangs. Et malgr&#233; la perte d'une bonne partie de son territoire, &lt;a href=&#034;https://foreignpolicy.com/2018/10/10/isiss-new-plans-to-get-rich-and-wreak-havoc/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;le groupe n'a de toute &#233;vidence pas perdu son tr&#233;sor de guerre&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Contrairement &#224; ce que semble croire P&#233;rez, la cause de ces mouvements jihadistes ne se r&#233;sume donc pas par les &#171; guerres fran&#231;aises &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-34&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., p. 97.&#034; id=&#034;nh2-34&#034;&gt;34&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Il sait du moins qui a commenc&#233; : &#171; Il faut, dans le cas qui nous occupe, en finir aussi avec l'id&#233;e selon laquelle ce serait &#8216;Daech' qui aurait commenc&#233;, qui aurait &#8216;d&#233;clar&#233; la guerre' &#224; la France en perp&#233;trant des attentats sur son territoire. C'est tout simplement faux : l'arm&#233;e fran&#231;aise bombardait les positions de l'&#201;tat islamique avant que ces derniers ne revendiquent le moindre attentat en France. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-35&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 109.&#034; id=&#034;nh2-35&#034;&gt;35&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Si l'on remplace &#171; l'&#201;tat islamique &#187; par &#171; la dawla &#187; et &#171; France &#187; par &#171; les m&#233;cr&#233;ants &#187;, le passage pourrait figurer tel quel dans un num&#233;ro de Dar al-islam, le discours anti-imp&#233;rialiste de l'&#201;tat islamique tourne exactement autour du m&#234;me argument. La condamnation de l'imp&#233;rialisme fran&#231;ais se transforme en justification implicite de l'imp&#233;rialisme jihadiste.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Une fois arriv&#233; &#224; la conclusion du livre, on est donc un peu d&#233;&#231;u car elle est d&#233;j&#224; dans le titre. Une analyse plus pouss&#233;e du ph&#233;nom&#232;ne jihadiste et un peu plus de contextualisation historique et g&#233;ographique auraient &#233;t&#233; bien plus int&#233;ressants que des conseils militants pr&#244;nant un pacifisme abstrait. Ce n'est d&#233;finitivement pas le pire livre sur l'&#201;tat islamique, dans cette cat&#233;gorie, avec Nicolas H&#233;nin et Samuel Laurent, la concurrence est rude, mais de loin pas le meilleur non plus. Si l'on cherche une analyse historique pouss&#233;e et sobre, des auteurs comme Jean-Pierre Luizard ou Myriam Benraad sont des sources d'information bien plus pr&#233;cieuses.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il y a encore du travail &#224; faire dans l'optique d'aborder le ph&#233;nom&#232;ne d'un point de vue communiste. La s&#233;rie de Tristan Leoni &lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=667&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#171; Califat et barbarie &#187;&lt;/a&gt; est un bon d&#233;but, de nombreux points y sont abord&#233;s et elle fournit une bonne analyse de l'id&#233;ologie de l'&#201;tat islamique et des enjeux g&#233;opolitiques dans le Moyen-Orient, une autre pierre &#224; l'&#233;difice est &lt;a href=&#034;http://dndf.org/?p=13854&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;l'analyse tr&#232;s pointue fournie par Il lato cattivo&lt;/a&gt;. Cet islamisme &#171; d&#233;nationalis&#233; &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-36&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Th&#233;orie communiste, &#171; P&#233;trole, sexe et talibans &#187; in Th&#233;orie (...)&#034; id=&#034;nh2-36&#034;&gt;36&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; est bel et bien profond&#233;ment li&#233; &#224; la mondialisation du capitalisme restructur&#233; : &#171; Elle [l'islamisme en tant qu'opposition interne] n'est pas sa contradiction mais son ombre. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-37&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 114.&#034; id=&#034;nh2-37&#034;&gt;37&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Produit d'une modernisation rat&#233;e et du d&#233;clin du nationalisme panarabe, il r&#233;cup&#232;re pourtant l'anti-imp&#233;rialisme de ce dernier dans une forme religieuse, l'oumma consid&#233;r&#233;e comme assi&#233;g&#233;e par les imp&#233;rialistes m&#233;cr&#233;ants. Il serait cependant n&#233;cessaire de compl&#233;ter tout cela par une analyse plus pouss&#233;e du fonctionnement &#233;conomique d'un groupe jihadiste. L'&#201;tat islamique n'est pas seulement un groupe arm&#233; voulant implanter le califat, mais aussi une mafia.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il nous faudrait donc une th&#233;orie du capital criminel. Car, d'un point de vue purement abstrait, &#171; le salariat r&#232;gne &#224; Mossoul autant qu'&#224; Milan &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-38&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Tristan Leoni, &#171; Califat et barbarie &#187;, 2e partie : &#171; De l'utopie &#187;, 2015.&#034; id=&#034;nh2-38&#034;&gt;38&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, le prol&#233;taire de Mossoul a cependant bien plus de chances d'&#234;tre destin&#233; &#224; autre chose qu'au salariat que celui de Milan. S'il est enr&#244;l&#233; de force par l'&#201;tat islamique, peut-on encore parler d'un &#171; salari&#233; &#187; ? Lorsqu'un prol&#233;taire pr&#234;te all&#233;geance au calife, il met sa vie dans ses mains, la peur du licenciement est remplac&#233;e par celle de la mort. La m&#234;me chose est valable pour le prol&#233;taire qui rejoint la Camorra, Los Zetas ou la Mara Salvatrucha. Mais quoi faire d'autre ? Face &#224; la violence des effets de la crise dans les zones p&#233;riph&#233;riques, ces groupes mafieux sont souvent les seuls employeurs potentiels. Ainsi, le capital criminel donne un emploi &#224; un prol&#233;tariat surnum&#233;raire abandonn&#233; depuis longtemps par les autres fractions du capital, il en devient le dispositif de disciplinarisation. Les groupes mafieux m&#232;nent des guerres pour contr&#244;ler des territoires o&#249; racketter des parts de plus-value, principalement dans les zones p&#233;riph&#233;riques de l'&#233;conomie globale, et ils tentent g&#233;n&#233;ralement ensuite de planquer le butin dans les zones pacifi&#233;es du centre. Il faudrait examiner ce ph&#233;nom&#232;ne en lien avec la restructuration et sa crise, la baisse tendancielle du taux de profit et la gestion du prol&#233;tariat surnum&#233;raire. Pour l'instant, une chose est s&#251;re : contrairement au reste de l'&#233;conomie globale, ce secteur est en plein boom et nous donne peut-&#234;tre une id&#233;e de quoi demain sera fait.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Novembre 2018&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb2-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Mathieu P&#233;rez, &lt;i&gt;Contre l'&#201;tat islamique, contre la guerre&lt;/i&gt;, La Mas d'Azil, niet!&#233;ditions, 2016, S. 10.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 42.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Thomas Dandois, Fran&#231;ois-Xavier Tr&#233;gan, &lt;i&gt;Daesh, paroles de d&#233;serteurs&lt;/i&gt;, Paris, Gallimard, 2018, S. 116.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 102.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 90-91.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Agence France-Presse, &#8222;Qaeda in Iraq Confirms Syria's Nusra Is Part of Network&#8220;, 9. April 2013, online verf&#252;gbar, aber nur noch im Cache, urspr&#252;nglicher Artikel gel&#246;scht.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Agence France-Presse, &#8222;Zawahiri Disbands Main Qaeda Faction in Syria&#8220;, 8. November 2013, online verf&#252;gbar im Cache.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Jean Rokbelle, &#171; Die Organisation &#8222;Islamischer Staat&#8220; &#8211; von der antischiitischen Ordnungsmacht zum quasi-staatlichen Kalifat &#187; in Ismail K&#252;peli (Hg.), &lt;i&gt;Kampf um Koban&#234;. Kampf um die Zukunft des Nahen Ostens&lt;/i&gt;, M&#252;nster, Edition Assemblage, 2015, S. 158.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Abu Mus&#8216;ab al-Zarqawi, &#8222;Auz&#252;ge aus dem &#8218;Brief an Bin Laden und al-Zawahiri&#8220; in Gilles Kepel (&lt;i&gt;et al&lt;/i&gt;., Hg.), &lt;i&gt;Al-Qaida. Texte des Terrors&lt;/i&gt;, M&#252;nchen/Z&#252;rich, Piper, 2006 [2005], S. 479.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Lettre d'al-Zawahiri &#224; al-Zarqawi&#8220; in Gilles Kepel (&lt;i&gt;et al&lt;/i&gt;., Hg.), &lt;i&gt;Al-Qaida dans le texte&lt;/i&gt;, Paris, PUF, 2008 [2005], S. 437-439. Auffallend ist der br&#252;ske &#220;bergang zum Du. Dieser Brief von 2005 war in der franz&#246;sischen Erstausgabe nicht enthalten und fehlt somit in der deutschen Ausgabe.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des Islamismus&lt;/i&gt;, M&#252;nchen, Piper, 2004 [2000], S. 32.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 88-89.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 90.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 97.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 109.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Theorie-communiste-Das-Erdol-die&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Das Erd&#246;l, die Geschlechterfrage und die Taliban&#034;&lt;/a&gt;, Februar 2003.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Tristan Leoni, &#8222;Kalifat und Barbarei&#8220;, zweiter Teil: &#8222;Von der Utopie&#8220;, 2015, online verf&#252;gbar.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Mathieu P&#233;rez, Contre l'&#201;tat islamique, contre la guerre, La Mas d'Azil, niet!&#233;ditions, p. 10.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ibid.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. ibid., p. 42.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Thomas Dandois, Fran&#231;ois-Xavier Tr&#233;gan, Daesh, paroles de d&#233;serteurs, Paris, Gallimard, 2018, p. 116.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, op. cit., p. 102.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 90-91.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Agence France-Presse, &#171; Qaeda in Iraq Confirms Syria's Nusra Is Part of Network &#187;, 9 avril 2013, disponible en ligne en cache.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Agence France-Presse, &#171; Zawahiri Disbands Main Qaeda Faction in Syria &#187;, 8 novembre 2013, disponible en ligen en cache.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Jean Rokbelle, &#171; Die Organisation &#8222;Islamischer Staat&#8220; &#8211; von der antischiitischen Ordnungsmacht zum quasi-staatlichen Kalifat &#187; in Ismail K&#252;peli (&#233;d.), Kampf um Koban&#234;. Kampf um die Zukunft des Nahen Ostens, M&#252;nster, Edition Assemblage, 2015, p. 158.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Abou Moussab al-Zarqaoui, &#171; Lettre &#224; Ben Laden et al-Zawahiri &#187; in Gilles Kepel (et al., &#233;ds.), Al-Qaida dans le texte, Paris, PUF, 2008 [2005], p. 413.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-30&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-30&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;30&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#171; Lettre d'al-Zawahiri &#224; al-Zarqawi &#187; in ibid., p. 437-439. On notera le passage brusque au tutoiement.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-31&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-31&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;31&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, Jihad, Paris, Folio, 2003 [2000], p. 28.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-32&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-32&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;32&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ibid., p. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-33&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-33&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-33&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;33&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. ibid., p. 115.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-34&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-34&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-34&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;34&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, op. cit., p. 97.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-35&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-35&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-35&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;35&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ibid., p. 109.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-36&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-36&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-36&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;36&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Th&#233;orie communiste, &#171; P&#233;trole, sexe et talibans &#187; in Th&#233;orie communiste, n&#176; 18, 2003, p. 113.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-37&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-37&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-37&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;37&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ibid., p. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-38&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-38&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-38&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;38&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Tristan Leoni, &#171; Califat et barbarie &#187;, 2e partie : &lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=728&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#171; De l'utopie &#187;&lt;/a&gt;, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Tristan Leoni - Kalifat und Barbarei</title>
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		<dc:subject>Bericht/Analyse</dc:subject>
		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
		<dc:subject>Tristan Leoni</dc:subject>
		<dc:subject>Jihadismus</dc:subject>
		<dc:subject>Irak</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Erster Teil: Vom Staat &lt;br class='autobr' /&gt;
Zweiter Teil: Von der Utopie &lt;br class='autobr' /&gt;
Dritter Teil: Warten auf Raqqa &lt;br class='autobr' /&gt;
Vierter Teil: Der Endkampf? &lt;br class='autobr' /&gt;
Die Araber waren als S&#246;ldner oder als Hilfstruppen die unerl&#228;&#223;liche St&#252;tze der gro&#223;en Reiche. Man kaufte ihre Mitwirkung, man f&#252;rchtete ihre Erhebungen, man spielte ihre St&#228;mme gegeneinander aus. Warum sollten sie ihren Wert nicht zu ihrem eigenen Vorteil nutzen? Um dies zu erreichen, bedurfte es eines m&#228;chtigen Staates, der Arabien zu einen vermochte. Ein solcher Staat (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://kommunisierung.net/Bericht-Analyse" rel="tag"&gt;Bericht/Analyse&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Tristan-Leoni" rel="tag"&gt;Tristan Leoni&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Jihadismus" rel="tag"&gt;Jihadismus&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Irak" rel="tag"&gt;Irak&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/logo/kalifat_und_barbarei_cover.jpg?1689358653' class='spip_logo spip_logo_right' width='93' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;#ErsterTeil&#034;&gt;Erster Teil: Vom Staat&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;#ZweiterTeil&#034;&gt;Zweiter Teil: Von der Utopie&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;#DritterTeil&#034;&gt;Dritter Teil: Warten auf Raqqa&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;#VierterTeil&#034;&gt;Vierter Teil: Der Endkampf?&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Die Araber waren als S&#246;ldner oder als Hilfstruppen die unerl&#228;&#223;liche St&#252;tze der gro&#223;en Reiche. Man kaufte ihre Mitwirkung, man f&#252;rchtete ihre Erhebungen, man spielte ihre St&#228;mme gegeneinander aus. Warum sollten sie ihren Wert nicht zu ihrem eigenen Vorteil nutzen? Um dies zu erreichen, bedurfte es eines m&#228;chtigen Staates, der Arabien zu einen vermochte. Ein solcher Staat konnte die erworbenen Reicht&#252;mer und den Handel in Schutz nehmen und die Habgier der besonders mittellosen Beduinen nach au&#223;en ablenken, anstatt sie die Handelst&#228;tigkeit der Araber selber hindern zu lassen. Die s&#252;darabischen Staaten, die den Nomaden gegen&#252;ber zu kolonialistisch waren und sich trotz ihrer fernen Verwandtschaft zu wenig um die Beduinen k&#252;mmerten, hatten in dieser Mission versagt.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Das gro&#223;e Bed&#252;rfnis der Epoche bestand in einem arabischen Staate, der von einer arabischen Ideologie geleitet und den neuen Verh&#228;ltnissen angepa&#223;t war, der jedoch dem Milieu der Beduinen, denen er ihren Platz einr&#228;umen mu&#223;te, noch nahe genug stand, einem Staate, der eine mit den gro&#223;en Reichen gleichrangige und gleicherma&#223;en geachtete Macht bildete. Die Wege waren f&#252;r den genialen Mann geebnet, der es besser als irgendein anderer verstand, diesem Bed&#252;rfnis zu entsprechen. Bald sollte dieser Mann zur Welt kommen.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Maxime Rodinson, &lt;i&gt;Mohammed&lt;/i&gt;, 1975 (1961), S. 44-45.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Anmerkung: Dieser Artikel war daran, geschrieben zu werden, als es zu den Angriffen am 13. November 2015 in Paris kam. Er ist also kein Positionsbezug von DDT21 zu diesen Ereignissen. Doch er k&#246;nnte es sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Geburt eines Staates ist weder g&#228;ngig, noch r&#252;hrend. Und der Fr&#252;hgeborene, der Proto-Staat ist, obwohl sehr zerbrechlich, schon sch&#228;dlich.&lt;br class='autobr' /&gt;
Mit der gegenw&#228;rtigen Restrukturierung des Nahen Ostens erleben wir die Konstitution von neuen Einheiten, die bekanntesten davon sind der Islamische Staat (IS) und Rojava (Westkurdistan). Letztere sei als Musterbeispiel der Demokratie und des Feminismus ein Schutzwall gegen die Barbarei ersterer. Denn der Islamische Staat ist ein Monster, die Bilder beweisen es. Alles beweist es. Man m&#252;sste ihn &#252;brigens &lt;i&gt;Daesch&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Arabische Abk&#252;rzung f&#252;r den alten Namen des IS, den er von April 2013 bis (...)&#034; id=&#034;nh3-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; nennen, denn er habe die &#8222;noble&#8220; Bezeichnung Staat nicht verdient und habe &#8222;nichts&#8220; mit dem Islam &#8222;zu tun&#8220;. Die Erkl&#228;rung sollte reichen. Sie gen&#252;gt jedoch nicht, um zu verstehen, wieso und wie 8 bis 10 Millionen Leute seit Monaten in einem Territorium leben, das mit dem Rest des Planeten im Krieg steht. Die Tage des Kalifats sind wahrscheinlich gez&#228;hlt, doch die Frage bleibt: Wieso funktioniert es?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alle Blicke sind auf den IS gerichtet, doch sein Bild ist vernebelt. Der Abglanz, welcher uns via Medien erreicht, ist jener eines Jahrmarkts der Grausamkeiten, die sorgf&#228;ltig in Szene gesetzt werden, oder Episoden des Krieges, die von obskuren politisch-milit&#228;rischen Interessen abh&#228;ngen, z.B. die Schlacht von Koban&#234;. Aber unter den &#8222;Rebellengruppen&#8220;, die w&#228;hrend dem irakisch-syrischen Konflikt entstanden sind, ist der IS die einzige, welche versucht, eine Art staatliche Struktur aufzubauen und sich auf ein strukturiertes und ambiti&#246;ses politisches Projekt st&#252;tzt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Das Projekt der PYD beschr&#228;nkt sich auf den syrischen Teil Kurdistans (...)&#034; id=&#034;nh3-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;: den Wiederaufbau des 1258 verschwunden Kalifats, der eine Kritik der Welt, ihrer Funktionsweise, des Westens, der Demokratie, des Nationalismus usw. impliziert. Bedeutet das, dass es eine Kritik des &lt;i&gt;Kapitalismus&lt;/i&gt; ist? Sicher nicht, eher jene einiger seiner &#220;bel und Exzesse, jene, welche das freie und harmonische Funktionieren einer ertr&#228;umten Kalifatsgesellschaft beeintr&#228;chtigen &#8211; und v.a. ihrer Wirtschaft.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#034;ErsterTeil&#034;&gt;Erster Teil: Vom Staat&lt;/h3&gt;&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;&#8222;Das beste w&#228;r so'n autorit&#228;rer Herrscher, der ganz gut ist und ganz lieb und ordentlich.&#8220;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Lilo Pempeit zu ihrem Sohn Rainer Werner, 1977.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Wir werden nicht auf die jahrhundertealten Urspr&#252;nge und die K&#252;nstlichkeit der Staaten und Grenzen der Region zur&#252;ckkommen und auch nicht auf die Aufst&#228;nde 2011, die in Syrien und Irak einem B&#252;rgerkrieg und dann, ziemlich schnell, einer milit&#228;rischen Konfrontation Platz gemacht haben, die mehrere Lager hat und eine Unzahl an lokalen und internationalen Akteuren mit allerseits wechselnden Strategien und B&#252;ndnissen zusammenbringt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Genealogie des IS, der anfangs die irakische Sektion der Al Qaida war und nun autonom geworden ist, ist ebenfalls h&#246;chst komplex&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zu dieser Frage, siehe Myriam Benraad, Irak, la revanche de l'histoire, (...)&#034; id=&#034;nh3-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, doch bevor seine Truppen eine Reihe an &#252;berraschenden Siegen w&#228;hrend dem Sommer 2014 feiern konnten, interessierte sie kaum jemanden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die milit&#228;rische Frage&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS war am Anfang nur eine der Widerstandsgruppen gegen die amerikanische Besatzung im Irak (und somit eine terroristische Gruppe); doch ab 2009 profitiert er vom Anschluss von Tausenden sunnitischer K&#228;mpfer von Milizen und von Hunderten ehemaligen Offizieren der irakischen Armee&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ab 2006 hatte Bagdad in den al-Sahwa-Komitees (das Erwachen) sunnitische (...)&#034; id=&#034;nh3-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der milit&#228;risch sehr effiziente IS ist von einem betr&#228;chtlichen Teil der sunnitischen Bev&#246;lkerung des Iraks als &#8222;Befreiungsarmee&#8220; wahrgenommen und als solche gefeiert worden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pierre-Jean Luizard, Le Pi&#232;ge Daech, La D&#233;couverte, 2015, S. 17.&#034; id=&#034;nh3-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und viele Stammesf&#252;hrer haben sich entschieden, ihm Treue zu schw&#246;ren. Das erkl&#228;rt, weshalb etliche Orte so leicht in seine H&#228;nde gefallen sind (z.B. Mosul) und weshalb die (schiitischen) Truppen Bagdads in diesen Regionen nur wenig Widerstand geleistet haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS hat sich auch ein bedeutendes Arsenal angeeignet, das ihm ab 2013 dazu dient, sich in Syrien auszubreiten; in diesem Land werden die Orte dank heftigen K&#228;mpfen gegen andere islamistische Gruppen oder dank dem Anschluss derselben erobert. Im allgemeinen Chaos bringen ihm seine logistischen und Herrschaftskompetenzen eine gewisse Popularit&#228;t in der Bev&#246;lkerung. Erst in einer zweiten Phase lanciert er Offensiven gegen Rojava und das Regime von Damaskus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist bemerkenswert, dass der IS sehr um das &#220;berleben seiner K&#228;mpfer besorgt scheint und nicht z&#246;gert, falls notwendig Positionen aufzugeben (die Frage der Selbstmordattentate ist etwas anderes). Diese Armee z&#228;hle gem&#228;ss Sch&#228;tzungen zwischen 30'000 und 100'000 M&#228;nner: viele ehemalige irakische K&#228;mpfer von Milizen, Araber und Kurden und mindestens 20'000 ausl&#228;ndische Freiwillige. Ihr Sold wird regelm&#228;ssig ausgezahlt, was Pl&#252;nderungen, Diebst&#228;hle und Erpressungen beschr&#228;nkt, die andere Rebellengruppen gewohnheitsm&#228;ssig betreiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der blutr&#252;nstige und gnadenlose Ruf seiner Truppen wird bewusst gepflegt; da er die Genfer Konvention nicht unterzeichnet hat, respektiert der IS &#252;berhaupt keine &#8222;Regel&#8220; des Krieges, allen voran gegen jene, welche er als ungl&#228;ubig oder abtr&#252;nnig betrachtet. Seine Gegner erlangen, unabh&#228;ngig von ihren Machenschaften, eine Aura der Achtbarkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Verwaltung eines Territoriums&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Wiederherstellung des Kalifats unter dem Namen Islamischer Staat ist am 29. Juni 2014 in der Nuri-Grossmoschee von Mosul verk&#252;ndet worden. Die Debatte &#252;ber den Begriff &#8222;Staat&#8220; hat seither nie aufgeh&#246;rt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe die Interviews mit Philippe-Joseph Salazar, die seit November 2015 (...)&#034; id=&#034;nh3-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn das Wort ein begrenztes Territorium beschreibt, innerhalb welchem eine souver&#228;ne Autorit&#228;t ihre Gesetze gegen eine fixe Bev&#246;lkerung durchsetzt, &#252;ber eine Armee und eine Wirtschaft verf&#252;gt, so &#228;hnelt der IS eher einem Staat, denn gewisse heute (mehr oder weniger) international anerkannte Einheiten (Liberia, Somalia, Jemen, Vatikan, Luxemburg, Libyen, S&#252;dsudan usw.), und nur beschr&#228;nkt einer terroristischen Gruppe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nur die Instabilit&#228;t seiner Grenzen widerspricht dem westlichen Staatsmodell, doch der Krieg ist nicht der einzige Grund daf&#252;r:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Kann das Wort 'Dawla', das gew&#246;hnlich auf Arabisch f&#252;r 'Staat' benutzt wird und Teil der Abk&#252;rzung 'Daesch' ist, pr&#228;zis mit 'Staat' &#252;bersetzt werden? In der Geschichte der arabischen und muslimischen Welt beschreibt dieses Wort in der Tat Regierungsformen, die nicht viel mit der westlichen Geschichte des Wortes Staat zu tun haben. Es verweist auf die Ideen von 'Statik', Territorialit&#228;t, Grenze, Souver&#228;nit&#228;t, Unterscheidung zwischen dem Politischen und dem Sozialen, kurz auf ganz andere Dinge als das, was in der Geschichte der muslimischen Welt geschehen ist.&#8220; (Bernard Badie)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Interview mit Bernard Badie, Afrique Asie, Oktober 2015, S. 33.&#034; id=&#034;nh3-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zur Frage der Form hat der IS schon Stellung bezogen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Jene, welche P&#228;sse, Grenzen, Botschaften und Diplomatie wollen, haben nicht verstanden, dass die Anh&#228;nger der Religion von Ibr&#226;h&#238;m [&#8230;] nicht an diese heidnischen G&#246;tzen glauben und sie als Feinde betrachten. [&#8230;] Wir wollen den Staat des Propheten wieder aufbauen und jenen der vier rechtgeleiteten Kalifen; und nicht den Nationalstaat von Robespierre, Napoleon oder Ernest Renan.&#8220; (&lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt;)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Dar al-Islam, Nr. 3, M&#228;rz-April 2015, S. 14 (Dar al-Islam ist die (...)&#034; id=&#034;nh3-8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS verwaltet ein Territorium von 300'000 km&#178;, das von 8 bis 10 Millionen Einwohnern bev&#246;lkert ist. Er hat sofort Institutionen im kontrollierten Territorium aufgebaut (oder sie ver&#228;ndert). Sie sind rund um eine reduzierte Zentralverwaltung (sieben Ministerien neben dem Kalifen), einem Kriegsrat und sieben von einer Schura assistierten Provinzgouverneuren strukturiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die beiden grossen Zonen (Syrien und Irak) verf&#252;gen &#252;ber eine konsultative Versammlung, die aus Imamen, Predigern, den Notabeln der St&#228;dte und den Anf&#252;hrern der St&#228;mme bestehen, wo nicht alle Stimmen das gleiche Gewicht haben, jedoch der Konsens gesucht wird. Die Demokratie als westliche und &#8222;g&#246;tzendienerische&#8220; Erfindung wird abgelehnt und legislative Gewalt ist nutzlos: Die Scharia reicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Raqqa (200'000 Einwohner) ist &lt;i&gt;de facto&lt;/i&gt; die Verwaltungshauptstadt, Mosul (2.5 Millionen Einwohner) die religi&#246;se Hauptstadt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn er ein Territorium erobert, gibt der IS die Macht lokalen Akteuren zur&#252;ck (oder l&#228;sst sie ihm Amt, wenn er ihnen vertraut): Stammesf&#252;hrer, Quartierchefs, unter der Bedingung, dass sie dem IS ausschliessliche Treue schw&#246;ren, keine anderen Embleme als jenes des IS tolerieren und seine sittlichen Benimmregeln respektieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Tatsache, dass die Regierung des Kalifats sich brutal durch Gewalt und Willk&#252;r durchsetzt, ist gewiss kein Grund, ihr den Namen Staat abzusprechen, ganz im Gegenteil.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Aussergew&#246;hnliche Repression &#8211; und gew&#246;hnliche&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einer Region, die in dieser Hinsicht ziemlich gut bedient ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Rojava stellt die einzige Ausnahme dar. Die Chancen, dort willk&#252;rlich (...)&#034; id=&#034;nh3-9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, ist der IS eines der repressivsten Regime, doch es ist v.a. das einzige, das eine derartige Schaufensterauslage seiner &#8222;Grausamkeiten&#8220; macht. F&#252;r westliche Gesellschaften, die eine &lt;i&gt;Entbrutalisierung&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Im Sinne von George Mosse, jenem Historiker, der das Konzept der (...)&#034; id=&#034;nh3-10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; erlebt haben, kann das nur das Werk von &#8222;Barbaren&#8220; sein, d.h. sie sprechen nicht &#8222;unsere&#8220; Sprache.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den Gebieten, die er kontrolliert, baut der IS jedoch eine Art Rechtsstaat wieder auf und &#8222;erf&#252;llt&#8220; somit &#8222;die Erwartungen der lokalen Akteure&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pierre-Jean Luizard, op. cit., S. 15-16.&#034; id=&#034;nh3-11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Im Irak hat er die schiitischen Truppen verjagt, die von der Bev&#246;lkerung als verabscheuenswerte Besatzungsarmee betrachtet wurden, eine &lt;i&gt;check point army&lt;/i&gt;, deren Pr&#228;senz nur &#220;bergriffe, Gewalt, Vergewaltigungen, Erpressung, verallgemeinerte Korruption und Unsicherheit zur Folge hatte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die Armee von Bagdad, die von organisierter Abwesenheit und starker (...)&#034; id=&#034;nh3-12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In einer Stadt wie Mosul, wo das Schmiergeld und der Klientelismus regierten, waren die ersten, h&#246;chst symbolischen, wenig aufw&#228;ndigen und sehr mediatisierten Massnahmen des neuen Regimes die Entlassung und &#246;ffentliche Hinrichtung der Korrupten. Die Einwohner stellen fest, dass &#8222;die Lage eindeutig besser ist als vorher, als es nicht mehr auszuhalten war&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pierre-Jean Luizard, op. cit., S. 29.&#034; id=&#034;nh3-13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn in Mosul die Ordnung herrscht, so ist das auch wegen einer gnadenlosen Repression. Aber sie ist weit davon entfernt, von einem t&#246;dlichen, unkontrollierten Wahnsinn diktiert zu sein, sie richtet sich nach kalten Staats- und Verwaltungslogiken und findet in einer w&#246;rtlichen Interpretation des Korans und der Hadithe (Handlungen und Worte des Propheten) ihre Legitimit&#228;t. Diese scheussliche, &#252;bermediatisierte Repression l&#228;sst sich in drei Kategorien einteilen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1) Politisch-medial&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es handelt sich um Hinrichtungen von Geiseln, die von den Medien des Kalifats in Szene gesetzt werden, um die Abendl&#228;nder zu schockieren. Sie nehmen einen prominenten Platz in den westlichen Medien ein&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Diese Bilder kommen nicht &#252;ber die gleichen Kan&#228;le wie z.B. die (...)&#034; id=&#034;nh3-14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;2) &#8222;Kriegsverbrechen&#8220;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es handelt sich um ebenfalls sehr mediatisierte Massaker, die vom IS in den Stunden und Tagen nach der Eroberung einer Stadt oder eines neuen Territoriums begangen werden. Neben den Hinrichtungen von Anh&#228;ngern oder Schergen von anderen Regimen, oder sogar von demokratischen Aktivisten, die allen vorhergehenden Gruppen entkommen sind, kann die neue Kalifatsverwaltung die noch pr&#228;senten religi&#246;sen Minderheiten nicht &#252;bersehen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Eine Behandlung, die durch ihre Praktiken und ihren religi&#246;sen Rahmen an (...)&#034; id=&#034;nh3-15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Leute des Buches (die Christen) haben drei M&#246;glichkeiten: Bekehrung, Status als &lt;i&gt;dhimmi&lt;/i&gt; (B&#252;rger zweiter Klasse, aber gesch&#252;tzt) oder Exil. Viele haben schon vor dem Ankommen des IS letzteres gew&#228;hlt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die dhimmitude, die streng und zwingend ist, beinhaltet allen voran die (...)&#034; id=&#034;nh3-16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#8222;Heiden&#8220; (die Jesiden z.B.) werden nicht einmal als Menschen betrachtet und haben somit &#252;berhaupt kein Recht. Sie m&#252;ssen get&#246;tet oder versklavt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Apostaten (Atheisten oder Bekehrte) verdienen schlicht und einfach den Tod. Der IS benutzt h&#228;ufig den &lt;i&gt;takfir&lt;/i&gt;, ein Verfahren, das es erlaubt, einem Gegner abzusprechen, Muslim zu sein, und aus ihm einen Apostaten zu machen (das gilt f&#252;r die Schiiten, aber auch f&#252;r praktisch alle Sunniten, die Gegner des IS sind).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl sich der IS zum Ziel gemacht hat, strikt anzuwenden, was gem&#228;ss ihm Teil der koranischen Vorschriften ist, handelt es sich hier nur um Theorie. In der Praxis, w&#228;hrend den K&#228;mpfen, sind die Betreuung und die Disziplin noch nicht auf h&#246;chstem Niveau, &#8222;Fehlverhalten&#8220; und &#8222;&#220;bergriffe&#8220; sind gang und g&#228;be.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Wiedereinf&#252;hrung der Sklaverei ist eine Folge der milit&#228;rischen Erfolge. Die gefangengenommenen Frauen und Kinder (&#8222;Ungl&#228;ubige&#8220;) werden als Teil der Beute betrachtet, die gerecht verteilt werden muss (oder zumindest der Ertrag ihres Verkaufs). Die Opfer werde somit in Bedienstete und/oder &#8222;Kebsen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Abdel Bari Atwan, Islamic State: The Digital Caliphate, London, Saqi (...)&#034; id=&#034;nh3-17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; verwandelt (einige sollen von t&#252;rkischen Zuh&#228;ltern gekauft worden sein). Auch hier ist der IS &#252;berzeugt, die Angaben im Koran hinsichtlich dieser Praxis buchstabengetreu anzuwenden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Es ist problematisch, diese Machenschaften als &#8222;barbarisch&#8220; zu bezeichnen, (...)&#034; id=&#034;nh3-18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;3) Gew&#246;hnliche Justiz&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r viele Kommentatoren ist die allt&#228;gliche Justiz und das Strafrecht jener Dienst, welcher im Kalifat am effizientesten funktioniert. Religi&#246;se Richter, die &lt;i&gt;qadis&lt;/i&gt;, sind &#252;ber das ganze Territorium nominiert worden und haben sich im Justizpalast eingerichtet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt verschiedene Strafen: Busse, Beschlagnahmung, &#246;ffentliche oder nicht-&#246;ffentliche Auspeitschung (z.B. weil man eine Zigarette geraucht hat&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Aufgrund ihrer Gef&#228;hrlichkeit wird die Zigarette mit dem im Islam (...)&#034; id=&#034;nh3-19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;), Gef&#228;ngnis, Amputation (f&#252;r einen Dieb), verschiedene Hinrichtungstechniken (wegen Ehebruch, Homosexualit&#228;t, Vergewaltigung, Korruption usw.). Es geht um Abschreckung und die Statuierung eines Exempels, die Hinrichtungen sind &#246;ffentlich und die Leichen werden vorgef&#252;hrt. Der R&#252;ckgang der Kriminalit&#228;t sei betr&#228;chtlich.&lt;br class='autobr' /&gt;
Man findet Aspekte dieser Praktiken in anderen muslimischen L&#228;ndern, allen voran in Saudi-Arabien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Justiz geniesse bei der Bev&#246;lkerung einen &#8222;Ruf der Unbefangenheit&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#034;Administration, police, communication&#8230; Daech, les rouages d'un (...)&#034; id=&#034;nh3-20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Medien des IS heben nat&#252;rlich Beispiele hervor, die zeigen, dass die Jihadisten nicht &#252;ber dem Recht stehen: Hie und da wird ein Verantwortlicher wegen Korruption gekreuzigt oder ein K&#228;mpfer wegen einer Vergewaltigung hingerichtet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &lt;i&gt;qadis&lt;/i&gt; verf&#252;gen &#252;ber eine Polizei, die beauftragt ist, ihre Entscheide durchzusetzen. Eine andere Einheit, die &lt;i&gt;muhtasib&#238;n&lt;/i&gt;, setzt die &lt;i&gt;hisbah&lt;/i&gt; (was sich gem&#228;ss dem Koran geh&#246;rt oder nicht) durch. Diese Sittenpolizei, welche durch die angestellten europ&#228;ischen Jihadistinnen bekannt geworden ist, &#252;berwacht auch die M&#228;rkte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schliesslich gibt es auch eine politische Geheimpolizei, die &lt;i&gt;Anni&lt;/i&gt;, und Demonstrationen sind verboten. Die Kontrolle und die &#220;berwachung der Bev&#246;lkerung scheinen besonders furchtbar und Experten sehen darin die &#8222;Handschrift&#8220; irakischer Offiziere, die in den Techniken des Ostblocks ausgebildet worden waren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Alain Rodier, &#034;Irak/Syrie: Daesh, comment &#231;a marche ?&#034;, 7. Juni 2015.&#034; id=&#034;nh3-21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die aufgest&#246;berten Oppositionellen werden als abschreckendes Beispiel hingerichtet und, man ahnt es, &#8222;wenn man ihre Regeln ohne mit der Wimper zu zucken akzeptiert, wird einem niemand etwas zuleide tun&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gem&#228;ss einem Mitglied der Oppositionsgruppe Raqqa Is Being Slaughtered (...)&#034; id=&#034;nh3-22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Eine repressive Politik, so effizient sie auch sein mag, reicht jedoch nicht, um den Fortbestand eines Regimes zu garantieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das allt&#228;gliche Leben&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die verf&#252;gbaren Informationen sind bruchst&#252;ckhaft, h&#228;ufig anekdotenhaft und betreffen in den meisten F&#228;llen Raqqa oder Mosul. Die Realit&#228;t ist vermutlich auf dem Land oder von einer Stadt zur anderen ziemlich unterschiedlich, je nach dem, wie lange der IS schon dort ist, wie viel Unterst&#252;tzung oder Widerstand es seitens der Bev&#246;lkerung gibt, wie weit die Front entfernt ist. Die Reglementierungen k&#246;nnen z.B. schrittweise angewendet werden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Hala Kodmani, &#034;A Palmyre, l'&#201;tat islamique a cherch&#233; &#224; gagner la (...)&#034; id=&#034;nh3-23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was in den Strassen auff&#228;llt, sind gewiss die Frauen in Schwarz. Die neuen Sitten- und Religionsgesetze (Tabak-, Alkohol- und Drogenverbot&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Das ber&#252;hmte Captagon, eine Art Amphetamin und weder ein Psychotropikum, (...)&#034; id=&#034;nh3-24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;), v.a. jene, welche die Lage der Frauen betreffen, sind allseits bekannt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Tat und Wahrheit hat sich die Lage der Frauen im Irak seit dem ersten Embargo 1990 und v.a. nach 2003 schrittweise verschlechtert. Das gleiche gilt wahrscheinlich f&#252;r Syrien, wo die meisten von Assad &#8222;befreiten&#8220; Gebiete in den H&#228;nden von bewaffneten islamistischen Gruppen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Neben einer sehr strikten Kleiderordnung, die schon im zartesten Alter gilt (Schleierpflicht f&#252;r die M&#228;dchen ab dem dritten Schuljahr), k&#246;nnen sich die Frauen in den St&#228;dten des Kalifats nur in Anwesenheit eines m&#228;nnlichen Vormundes bewegen. Die einzigen Arbeitsstellen f&#252;r Frauen, die es erlauben, nicht zu Hause zu bleiben, scheinen jene des Medizin- oder Bildungssektors zu sein. Man kann anmerken, dass die Frauen im Gegensatz zu Saudi-Arabien das Recht haben, Fahrzeuge zu lenken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch von den M&#228;nnern wird gute Kleidung erwartet, allen voran, dass sie als zu westlich beurteilte Kleidung oder gewisse Markenkleider meiden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Strassen der grossen St&#228;dte, in welchen die Polizei die Kleider pr&#252;ft, scheinen allerdings verstopft und l&#228;rmig, die St&#228;nde und L&#228;den gut ausgestattet, die Gesch&#228;ftst&#228;tigkeit ist in vollem Gange&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe die Reportagen von Vice News aus Raqqa.&#034; id=&#034;nh3-25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der IS will nicht das &lt;i&gt;business&lt;/i&gt; ersch&#252;ttern, nur den Schein und die Oberfl&#228;che, damit sie dem g&#246;ttlichen Willen entsprechen. Der Rhythmus der Tage wird durch die f&#252;nf t&#228;glichen Gebete bestimmt (oder durcheinandergebracht, gem&#228;ss einigen Gesch&#228;ftsm&#228;nnern), es hat endlich Beamte, welche den Verkehr an den Kreuzungen regeln, neue Nummernschilder, einen Mondkalender usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS schenkt auch der Sicherung und Verbesserung der Versorgung eine besondere Beachtung, sowie der Senkung der Lebensmittelpreise; daher kommt die Kontrolle &#252;ber die M&#252;hlen und B&#228;ckereien, die fr&#252;her in Syrien &#246;ffentliches Eigentum waren. W&#228;hrend eine noch junge &#8222;Konsumentenschutzbeh&#246;rde&#8220; die Hygiene und Qualit&#228;t der Produkte &#252;berwacht, ist die Aufmerksamkeit der &lt;i&gt;muhtasib&#238;n&lt;/i&gt; auf die Preise in den Strassen und den M&#228;rkten gerichtet: Man sollte nicht vergessen, dass man wegen &#8222;Spekulation und Hortung&#8220; hingerichtet werden kann&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zuvor organisierten die lokalen klientelistischen Netzwerke die k&#252;nstliche (...)&#034; id=&#034;nh3-26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn eine Stadt erobert wird, ist eine der Priorit&#228;ten des IS, genau wie von jeder konsequenten Besatzungsarmee, die Funktion der &#246;ffentlichen Dienste wiederherzustellen. Die Angestellten der &#246;ffentlichen Unternehmer und die Funktion&#228;re werden angeregt, zu bleiben, und die Bezahlung der L&#246;hne ist garantiert, falls n&#246;tig (und sie ist regelm&#228;ssiger als unter der Herrschaft von Nouri al-Maliki)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bagdad und Damaskus zahlen manchmal weiterhin L&#246;hne an die Funktion&#228;re in (...)&#034; id=&#034;nh3-27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Das Standesamt funktioniert wieder, es passt sich einfach den gesetzlichen Modifikationen an (wie die Heiratsberechtigung f&#252;r M&#228;dchen ab neun Jahren).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS bem&#252;ht sich, die vom Krieg besch&#228;digte Infrastruktur wieder aufzubauen, doch lanciert auch neue Projekte, die in seiner Presse gepriesen werden: Reparatur von Br&#252;cken und Stromkreisen, Er&#246;ffnung von verbilligten Linien des &#246;ffentlichen Verkehrs, Wiederherstellung eines Postdienstes usw. W&#228;hrend der Eroberung von Palmyra, als die Hinrichtungen noch kaum vorbei waren, hat der IS eiligst Techniker vor Ort geschickt, damit es wieder Elektrizit&#228;t und Internetverbindungen gibt. Die Funktion&#228;re der Stadt haben eine Lohnvorauszahlung bekommen und neues medizinisches Ger&#228;t ist im Spital installiert worden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Hala Kodmani, &#034;A Palmyre, l'&#201;tat islamique a cherch&#233; &#224; gagner la (...)&#034; id=&#034;nh3-28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In Raqqa ist sinnbildhaft der Palast des Gouverneurs in ein Spital verwandelt worden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;www.france24.com, Oktober 2014.&#034; id=&#034;nh3-29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In den peripheren Gebieten, die manchmal vom vorherigen Regime vernachl&#228;ssigt worden waren, hat der IS &#8222;von bedeutenden Kontrasteffekten in seinem Verh&#228;ltnis zur Bev&#246;lkerung profitieren&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gr&#233;goire Chambaz, &#034;Facteurs tribaux dans les dynamiques du contr&#244;le (...)&#034; id=&#034;nh3-30&#034;&gt;30&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; k&#246;nnen, indem er Impfkampagnen, den Bau von Krankenstationen, Brunnen und Schulen finanziert hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bildung ist eine weitere der angezeigten Priorit&#228;ten. Das Regime besteht auf der Notwendigkeit, die Schulen und Universit&#228;ten wieder zu &#246;ffnen, allen voran die wissenschaftlichen und technischen Studieng&#228;nge. Es hat eine Medizinfakult&#228;t in Raqqa er&#246;ffnet, wo eine wissenschaftliche Universit&#228;t f&#252;r die Frauen reserviert ist. Die Schulprogramme haben eine brutale Reform hinnehmen m&#252;ssen, die vom saudischen Modell inspiriert ist.&lt;br class='autobr' /&gt;
Es zirkulieren Bilder von Kindern und jungen Teenagern, die eine milit&#228;rische Ausbildung erhalten, ohne dass man n&#228;heres zum Kontext sagen k&#246;nnte: kompletter Schulabbruch oder (wahrscheinlicher) einw&#246;chige Weiterbildung?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch die Propaganda des Regimes zeigt auch Jihadisten, die ihre l&#228;chelnden Kinder ins &#246;ffentliche Bad begleiten, mit ihnen spielen, andere Kinder am Steuer von Putschiautos oder auf gigantischen aufblasbaren Spielzeugen in Parks. Man weiss auch, dass in Mosul ein &#8222;Unterhaltungstag&#8220; mit Verteilung von Ballons (sic!) und ein Koranrezitierwettbewerb in Raqqa organisiert worden ist...&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Yochii Dreazen, &#034;Daech, administrateur colonial&#034;, Foreign Policy, 20. (...)&#034; id=&#034;nh3-31&#034;&gt;31&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein soziales Programm&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Hinrichtungsvideos sind nur ein Teil der Propaganda des IS auf dem Internet: Es kommt ein sozialer und karitativer Teil hinzu.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geh&#246;rt zum klassischen Repertoire islamistischer (Oppositions-)Bewegungen, Hilfsprogramme f&#252;r die &#196;rmsten auf die Beine zu stellen. Jenes des IS ist von einem grossen Ausmass und die angek&#252;ndigten Massnahmen variieren: Zusch&#252;sse f&#252;r die &#228;rmsten Familien (in Raqqa, eine von Damaskus vernachl&#228;ssigte Stadt, 10 $ pro Kind, dann 250 $ am Winteranfang)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, L'&#201;tat islamique. Anatomie du (...)&#034; id=&#034;nh3-32&#034;&gt;32&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, Er&#246;ffnung von Kantinen, Verteilung von Lebensmitteln, Kontrolle oder Senkung der Preise der lebensnotwendigen Produkte, Begrenzung der Mieten, Familienzusch&#252;sse, Pr&#228;mien bei Heirat und f&#252;r jede Geburt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-33&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;1'000 Dollar gem&#228;ss Samuel Laurent, L'&#201;tat islamique, Seuil, 2014, S. 100.&#034; id=&#034;nh3-33&#034;&gt;33&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, Zusch&#252;sse f&#252;r die Familien von im Kampf gefallenen Soldaten usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So kauft der IS den sozialen Frieden und die Unterst&#252;tzung der Bev&#246;lkerung, doch es ist auch Teil seines politischen Projekts. Obwohl die Jihadisten, welche ein Territorium verwalten m&#252;ssen, die Gegner kreuzigen, m&#252;ssen sie auch zur immensen Mehrheit Sorge tragen, die ihre Interpretation der Scharia respektiert und die bis zu einem gewissen Grad auch von den milit&#228;rischen Eroberungen profitieren kann&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-34&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wir denken hier an das Buch von G&#246;tz Aly, Hitlers Volksstaat. Raub, (...)&#034; id=&#034;nh3-34&#034;&gt;34&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt zwingend einen Unterschied zwischen einem Programm und seiner Realit&#228;t&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-35&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die Informationen &#252;ber einen Mangel an Nahrungsmitteln und einer (...)&#034; id=&#034;nh3-35&#034;&gt;35&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Umso mehr, weil der IS aufgrund seiner religi&#246;sen Legitimation die (von Gott) erschaffene Ordnung durch Interventionen bez&#252;glich der Einkommensunterschiede, der Klassen, der Hierarchien (manchmal Stammeshierarchien), Treuepflichten usw. nicht durcheinanderbringen darf. Er kann sich nur die Begrenzung der deutlichsten Exzesse und Missbr&#228;uche zum Ziel machen, ohne jedoch selbst der Korruption zu erliegen, was nicht einfach ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-36&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Myriam Benraad, &#034;D&#233;faire Daech : une guerre tant financi&#232;re que militaire&#034; (...)&#034; id=&#034;nh3-36&#034;&gt;36&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Kalifatswirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Informationen in diesem Bereich sind im allgemeinen fragmentarisch und unkontrollierbar (man erf&#228;hrt z.B., dass die Zementindustrie 10% der Einnahmen des IS repr&#228;sentiere, ohne n&#228;here Pr&#228;zisierung&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-37&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, op. cit., S. 118.&#034; id=&#034;nh3-37&#034;&gt;37&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;); es werden viele Zahlen zitiert, doch man erf&#228;hrt sehr wenig Details &#252;ber die konkrete Funktionsweise der Unternehmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS verf&#252;ge &#252;ber ein Verm&#246;gen von 2'260 Milliarden Dollar, seine ber&#252;hmte &#8222;Kriegskasse&#8220;, doch in Tat und Wahrheit umfasst diese Zahl auch den Wert der &#214;l- und Gasinstallationen, der Phosphatminen, der Anbaufl&#228;chen und der auf seinem Territorium gelegenen kulturellen Sehensw&#252;rdigkeiten (davon Hunderte von Millionen Dollar, die er sich aus den Safes der Zentralbank von Mosul verschafft hat)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-38&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Marine Rabreau, &#034;P&#233;trole, taxes, trafics d'humains : comment Daech se (...)&#034; id=&#034;nh3-38&#034;&gt;38&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Das Verm&#246;gen ist im Vergleich zu 2014 steigend. Das Staatsbudget 2015, ungef&#228;hr 2.5 Millionen Euros, sei kleiner geworden, besonders aufgrund der &#214;leinkommen (geringerer &#214;lpreis und vermehrte Bombenangriffe), obwohl die Einnahmen aus Steuern und Beschlagnahmungen steigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben es allen voran mit einer Kriegswirtschaft zu tun, in Gebieten, die manchmal wegen den K&#228;mpfen verw&#252;stet sind und einen grossen Teil ihrer Bev&#246;lkerung verloren haben. Das gilt v.a. f&#252;r Syrien, wo von 22 Millionen Einwohnern 4 Millionen ins Ausland gefl&#252;chtet sind und 8 bis 10 Millionen ihr Zuhause verlassen haben m&#252;ssen; einige St&#228;dte sind unbesch&#228;digt in die H&#228;nde des IS &#8222;gefallen&#8220;, doch andere sind von langen K&#228;mpfen verw&#252;stet worden. Etliche Fabriken sind in andere Regionen oder in die T&#252;rkei umgezogen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-39&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Henri Mamarbachi , &#034;Comment fonctionne l'&#233;conomie de guerre en Syrie&#034;, (...)&#034; id=&#034;nh3-39&#034;&gt;39&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Situation ist anders im irakischen Teil des Kalifats, wo sich die Wirtschaft und die Bev&#246;lkerung seit langem einer solchen Situation angepasst haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Wirtschaft des IS ist durch die T&#252;rkei (und in geringerem Ausmass durch Jordanien) mit dem Rest der Welt verbunden, doch der t&#252;rkische Kriegseintritt im Sommer 2015, sowie die kurdischen Offensiven bedrohen diesen Zugang.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Rahmen einer Kriegswirtschaft scheint der IS pragmatisch zu sein, um jene Produktionseinheiten so schnell wie m&#246;glich wieder zu beleben, welche f&#252;r seine milit&#228;rischen Anstrengungen und f&#252;r die Versorgung der von ihm verwalteten Bev&#246;lkerungen (und f&#252;r die Eintreibung der Steuern) notwendig sind, je nach Dringlichkeit, Art des Eigentums (die zahlreichen Staatsunternehmen oder private), Art des Unternehmens, lokalen Besonderheiten. Diese Anpassungsf&#228;higkeit wird durch die grosse Autonomie der lokalen Beh&#246;rden erleichtert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist dieser Realismus, und nicht ein Streben nach wirtschaftlichem Liberalismus, der die Privatisierung gewisser Staatsunternehmen (ohne dass ein finanzieller Profit ausgeschlossen werden kann) oder die Lancierung eines Unterst&#252;tzungsprogramms f&#252;r kleine Unternehmen und die lokale Wirtschaft&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-40&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Yochii Dreazen, &#034;Daech, administrateur colonial&#034;, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-40&#034;&gt;40&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; erkl&#228;rt. Die von den Eigent&#252;mern verlassenen Fabriken sind wahrscheinlich vom IS wieder zum Funktionieren gebracht worden. Die Verwaltung gewisser &#214;lbetriebe wurde z.B. eine gewisse Zeit den schon vorhandenen Unternehmen oder in anderen F&#228;llen lokalen St&#228;mmen &#252;berlassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf jeden Fall scheint der IS mehr Programme, Brosch&#252;ren, Dekrete, Fatwas usw. zu Sittenfragen denn zu Wirtschaftsfragen zu erlassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Abgaben und Steuerwesen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein neues Steuersystem, das auf regelm&#228;ssigen Abgaben und formalisierten Prozeduren und Tabellen basiert, ist eingef&#252;hrt worden, um einen funktionierenden Staat zu garantieren. Diese Steuern, die von den westlichen Medien als &#8222;Erpressung&#8220; und &#8222;Schutzgeld&#8220; bezeichnet werden, repr&#228;sentieren weniger als einen Drittel der Einnahmen des IS. Die &lt;i&gt;Zak&#226;t&lt;/i&gt; ist Teil davon, es handelt sich um gesetzliche Almosen und die dritte S&#228;ule des Islams, aber auch diverse andere Formen, f&#252;r die Bauern manchmal als Naturalsteuer; die &lt;i&gt;Sadaqa&lt;/i&gt;, eine freiwillige Spende an die Bed&#252;rftigen, und die &lt;i&gt;Djizya&lt;/i&gt;, die Steuer der &lt;i&gt;dhimmis&lt;/i&gt;, sie ist hoch, doch progressiv je nach Einkommen (man spricht von 60 bis 250 Dollar pro Monat in Mosul).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sehr viele Abgaben existieren (einige als Formen der &lt;i&gt;Zak&#226;t&lt;/i&gt;), z.B. auf: Unternehmen, Einkommen neu gegr&#252;ndeter Unternehmen, Telekommunikation, Schutz der Gesch&#228;fte, Bargeldbezug, L&#246;hne (5% f&#252;r den &#8222;sozialen Schutz&#8220;), die von Damaskus und Bagdad bezahlten L&#246;hne (50%), Produkte an den Grenzen, Kamele, Mautstellen usw. Dieses Steuerwesen ersetzt jenes der vorhergehenden Regime, doch auch die damals obligatorischen Schmiergelder.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#8222;Erpressungen&#8220; bestehen aus zahlreichen F&#228;llen von Beschlagnahmungen: von Geld im Falle von Regelverletzungen (Alkohol oder Zigaretten), von H&#228;usern, Land, Fahrzeugen oder Vieh, nachdem diese von ihrem Eigent&#252;mer zur&#252;ckgelassen worden sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Vermehrung der Einnahmen 2015 hat zwei Ursachen: die Schwierigkeiten des Regimes, das gezwungen ist, die bestehenden Abgaben zu erh&#246;hen, und eine Verbesserung der Verwaltung und der Steuereintreibung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Aussergew&#246;hnliche und &#8222;kriminelle&#8220; Ressourcen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es handelt sich um Betr&#228;ge, die von privaten Spendern aus dem Golf (die Verbindungen zwischen St&#228;mmen spielen hier eine wichtige Rolle) &#252;berwiesen werden, L&#246;segeld von Geiseln, Verkauf/R&#252;ckkauf von Sklaven und den Handel mit Antiquit&#228;ten (oder eher dessen Einbettung). Da sie h&#228;ufig mit milit&#228;rischen Eroberungen verbunden sind, tendieren diese Eink&#252;nfte dazu, zu versiegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es zirkulieren zahlreiche Ger&#252;chte &#252;ber diverse Schwarzm&#228;rkte (Zigaretten, Drogen, Organe) und mafi&#246;se Aktivit&#228;ten, die der vom Regime verteidigten Ideologie widersprechen. Was gewisser scheint, ist die Besteuerung einiger vorher schon existierender Sektoren (z.B. jener des Captagons).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Banken&lt;/strong&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-41&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jean-Charles Brisard and Damien Martinez, &#034;Islamic State : The (...)&#034; id=&#034;nh3-41&#034;&gt;41&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS hat sich mit einer Staatsbank und einer offiziellen W&#228;hrung ausgestattet: Dinare, Dirhams und Fulus des Kalifats in Form von Geldst&#252;cken aus Gold, Silber und Kupfer (der Wert des Geldst&#252;cks entspreche dem eigentlichen Wert des Metalls, aus dem es gemacht ist). Abgesehen davon, dass er wenig wahrscheinlich ist, weiss man wenig &#252;ber ihren wirklichen Gebrauch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS kontrolliert auf seinem Territorium mehrere Dutzend Finanzinstitute, einige davon machen nach wie vor Gesch&#228;fte und auch internationale &#220;berweisungen. Die Banken von Mosul, die Filialen von Finanzinstituten, deren Hauptquartier im Golf oder Bagdad liegt, haben weiterhin normal funktioniert (und tun das vielleicht immer noch).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dennoch ist das Regime mit Schwierigkeiten in Bezug auf die Wechselkurse konfrontiert: Obwohl die Einnahmen in Form von Dollars, Euros, t&#252;rkischen oder syrischen Liren einkassiert werden, regelt es seine Rechnungen in Dollar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Landwirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie repr&#228;sentiere zwischen 7 und 20% der Einnahmen des Kalifats, das die fruchtbaren Tigris- und Euphratt&#228;ler kontrolliert, wo 50% des syrischen Getreides, ein Drittel des irakischen Getreides (achtgr&#246;sste Getreideproduktion weltweit) und ungef&#228;hr 40% der irakischen Gerste produziert worden waren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch hier ist der Krieg ein wichtiger Faktor in Regionen, die stark von der Landwirtschaft gepr&#228;gt sind (im Bezirk Raqqa arbeitet 50% der aktiven Bev&#246;lkerung in diesem Sektor). Viele Bauern sind geflohen (besonders die Christen und die Kurden) und haben ihre H&#246;fe und ihr Land zur&#252;ckgelassen. Der IS hat sie sich angeeignet, doch es liegen Felder brach&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-42&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Aline Joubert, &#034;L'&#201;tat islamique vit-il au-dessus de ses moyens ?&#034;, 7. (...)&#034; id=&#034;nh3-42&#034;&gt;42&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Kontrolle &#252;ber diese Produktion ist vital, denn sie erlaubt dem Regime, den Preis des Mehls und somit des Brotes als Grundlage der Ern&#228;hrung festzulegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS kontrolliert auch einen grossen Teil der syrischen Baumwollfelder, deren Ertr&#228;ge 1% seiner Einnahmen repr&#228;sentiere. Der Export dieser Faser ist weniger leicht als jener des &#214;ls, doch die Hauptdestination ist die gleiche: 6% der t&#252;rkischen Importe sollen aus den Feldern des Kalifats kommen. Das reicht, um einen F&#252;nftel der T-Shirts &lt;i&gt;made in Turkey&lt;/i&gt; zu produzieren (was 1.2% der in Frankreich verkauften T-Shirts repr&#228;sentiert)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-43&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#034;Le coton syrien continue d'habiller les Fran&#231;ais&#034;, Le Monde, 23. (...)&#034; id=&#034;nh3-43&#034;&gt;43&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sonstiges&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl sich der IS die Mehrheit der syrischen Phosphatminen (die zur D&#252;ngerproduktion n&#246;tig sind) angeeignet hat, hat er nicht die Mittel, um die Gesamtheit der Produktion neu zu lancieren und er hat Schwierigkeiten, sie zu verkaufen. Sie repr&#228;sentiere trotzdem 10% seiner Eink&#252;nfte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-44&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, op. cit., S. 118.&#034; id=&#034;nh3-44&#034;&gt;44&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Er kontrolliert auch Schwefelminen in Syrien und Irak, sowie zahlreiche Zementfabriken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Mineral&#246;le&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl die amerikanischen Firmen 2003 alle irakischen Vertr&#228;ge an sich gerafft haben, sind sie seither mit der Konkurrenz von BP, Lukoil und v.a. China konfrontiert worden, China hat seit 2008 Dutzende Milliarden ins irakische &#214;l investiert und ist zum ersten Kunden und Investor im Land geworden. Heutzutage werden 50% der Produktion nach China exportiert (und 2035 vermutlich bis zu 80%) und es gibt Pl&#228;ne, die beiden L&#228;nder mit zwei Pipelines miteinander zu verbinden. Mehr als 10'000 chinesische Arbeiter waren vor der Entstehung des IS im Land.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend die USA versuchten, sich milit&#228;risch aus der Region zur&#252;ckzuziehen, st&#246;rte die Vergr&#246;sserung des irakischen Chaos allen voran die chinesischen Investoren (die durch den Krieg schon aus Syrien vertrieben worden sind). Erst im August 2014, als der IS jene &#214;lfelder, die einen Vertrag mit amerikanischen Firmen haben (Kurdistan und S&#252;dirak), und Bagdad (dessen Fall f&#252;r die ganze Region katastrophal gewesen w&#228;re) bedrohte, musste die amerikanische Luftwaffe intervenieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS kontrolliert 60% des syrischen und 10 bis 15% des irakischen &#214;ls (letztere Zahl ist seit dem R&#252;ckzug der Truppen des IS im Herbst 2015 gewiss geringer). Die Produktion wird 2015 auf zwischen 20'000 und 50'000 &#214;lf&#228;sser t&#228;glich gesch&#228;tzt, gegen mindestens 70'000 das Jahr zuvor: Das ist nichts verglichen mit der regionalen Produktion (Syrien produzierte 2010 385'000 F&#228;sser t&#228;glich)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-45&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Im Jahr 2014 produziert Italien 121'000 F&#228;sser t&#228;glich und Kuwait 2.8 Millionen.&#034; id=&#034;nh3-45&#034;&gt;45&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Das &#214;l, das 50 bis 60% unter dem Marktpreis verkauft wird, tr&#228;gt 1 bis 1.5 Millionen Dollar pro Tag ein, d.h. zwischen 350 und 600 Millionen Dollar j&#228;hrlich. Es ist die Haupteinnahmequelle des IS (je nach Quellen zwischen 25 und 40%), doch die Ertr&#228;ge gehen aufgrund des tieferen Marktpreises und der westlichen Bombenangriffe zur&#252;ck.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Daesch rekrutiert &#252;brigens kompetentes Personal mit guten L&#246;hnen (Techniker, Ingenieure, Trader...) in Syrien und im Irak, doch auch im Ausland, um die Produktivit&#228;t seiner alternden Installationen zu verbessern&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-46&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Marine Rabreau, &#034;Comment Daech organise son lucratif march&#233; p&#233;trolier&#034;, Le (...)&#034; id=&#034;nh3-46&#034;&gt;46&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Islamische Staat hat sich zum Ziel gesetzt, den Ertrag der &#214;lfelder, im Vergleich zu jenem bevor er sie sich angeeignet hat, zu verdoppeln&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-47&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Elisabeth Studer, &#034;Daesh financ&#233; par la manne p&#233;troli&#232;re&#034;, www.leblogfinance.com&#034; id=&#034;nh3-47&#034;&gt;47&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS begn&#252;gt sich fast ausschliesslich damit, Roh&#246;l zu extrahieren, das gleich neben den &#214;lfeldern an unabh&#228;ngige H&#228;ndler, Schmuggler oder einfache Eigent&#252;mer von Lastwagen verkauft wird, die das &#214;l zur Raffinerie, zum lokalen Konsum (60 bis 70%) oder in den Export bringen. Im Oktober und November 2015 sollen amerikanische Bombenangriffe Hunderte von Lastwagen zerst&#246;rt haben. Auch grosse Raffinerien, sowie viele selbst gemachte (mobile) Raffinerien sind von der Koalition zerst&#246;rt worden, deshalb wendet sich der IS an private Raffinerien, deren Produktion er darauf mit Abgaben belastet. In Syrien konnten private &#214;lfirmen weiterhin in den vom IS eroberten Gebieten arbeiten, falls sie eine Steuer bezahlen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-48&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Financial Times, 16. Oktober 2015.&#034; id=&#034;nh3-48&#034;&gt;48&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Export funktioniert &#252;ber Schmuggelwege in Richtung Jordanien, T&#252;rkei oder von verfeindeten Gruppen gehaltene Gebiete mithilfe einer Unzahl von Lastwagen, manchmal auf dem R&#252;cken von Eseln oder Pferden oder durch selbst gemachte Mini-Pipelines. Im Irak ist der Schwarzmarkt f&#252;r &#214;l eine Praxis die auf die Zeiten des Embargos oder gar noch weiter zur&#252;ckgeht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Syrien ist die Kontrolle &#252;ber die Extraktion eine wichtige Ursache zahlreicher Konflikte zwischen Rebellengruppen um die Verteilung dieser wichtigen Einkommensquelle. Das gleiche gilt f&#252;r die Gasfelder, die es erlauben, den Bev&#246;lkerungen Gas und Strom zu liefern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das f&#252;hrt auch zu verbl&#252;ffenden Gesch&#228;ften. Das auf dem Territorium des IS extrahierte &#214;l kann seinen Feinden verkauft werden: an andere Gruppen, an das Regime von Damaskus oder nach Rojava&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-49&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#034;Les ennemis de Daesh ach&#232;tent son p&#233;trole&#034;, RMC, 26. September 2014.&#034; id=&#034;nh3-49&#034;&gt;49&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Eroberung eines Gaskraftwerks in der N&#228;he von Palmyra hat Raqqa und Damaskus zum Feilschen gezwungen, denn niemand kontrolliert die Gesamtheit der Kette von der Produktion bis zur Verteilung&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-50&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jacques Hubert-Rodier, &#034;Les affaires mafieuses d'Assad avec Daech&#034; in Les (...)&#034; id=&#034;nh3-50&#034;&gt;50&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In der Region Deir ez-Zor hat der IS die &#214;l- und Gasextraktion lokalen St&#228;mmen anvertraut, die einen Teil des Profits f&#252;r sich behalten, doch auch einen Teil der Produktion dem Regime von Assad verkaufen, um sich gegen Luftschl&#228;ge zu sch&#252;tzen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-51&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Frantz Glasman, &#034;De&#239;r ez-Zor, &#224; l'est de la Syrie. Des islamistes, des (...)&#034; id=&#034;nh3-51&#034;&gt;51&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Man achte auf Sabotagen von Pipelines von St&#228;mmen, die nicht mitspielen d&#252;rfen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lediglich ein Staat?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einen Staat aufzubauen, w&#228;hrend man mit fast allen M&#228;chten des Planeten im Krieg steht, ist alles andere als einfach. Was wir oben beschrieben haben, ist weniger eine sozio&#246;konomische &#220;bersicht zu einem Zeitpunkt Z und eher die Skizzierung eines Prozesses zwischen dem Sommer 2014 und 2015. W&#228;hrend dieser Periode, die vielleicht eines Tages als &#8222;Bl&#252;tezeit&#8220; des Kalifats, als die Periode seiner gr&#246;ssten Expansion betrachtet werden wird, versucht sich der IS im Aufbau eines Staats und seiner Verwaltung, w&#228;hrend er versucht, die Wirtschaft wieder anzukurbeln und seiner Bev&#246;lkerung einen ertr&#228;glichen Lebensstandard zu erm&#246;glichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Periode ist wahrscheinlich abgeschlossen und der Prozess geht nun in die andere Richtung. Wenn es zu keiner betr&#228;chtlichen &#220;berraschung kommt, d&#252;rfte das Problem der territorialen Existenz des IS in Irak und Syrien durch die schrittweise Involvierung der T&#252;rkei in den Konflikt, die russische milit&#228;rische Intervention (Oktober 2015) und die Verst&#228;rkung jener des Westens (Sommer und Herbst 2015) in einigen Monaten geregelt sein. Es sind jetzt schon alle Indikatoren rot und die oben zitierten Produktionstabellen und Statistiken werden Ende 2016 sehr geringe Werte angeben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir fragten uns am Anfang, wieso es funktioniert. Und wir haben gesehen, dass das &#220;berleben und die Expansion dieses Regimes nicht nur durch seine milit&#228;rischen und polizeilichen F&#228;higkeiten erkl&#228;rt werden k&#246;nnen. Einige sprechen sogar von einem &#8222;Wohlfahrtsstaat&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch das Kalifat ist auch mehr als lediglich ein banaler Staat. Er begn&#252;gt sich nicht mit Verwaltung, sondern beabsichtigt, die Welt zu ver&#228;ndern, ein neues Zeitalter einzuleiten oder es vorzubereiten... Ein Zeitalter, in welchem es f&#252;r den IS nat&#252;rlich nicht darum ginge, die Lohnarbeit oder die Warengesellschaft abzuschaffen, nur darum, sie nach seiner Weise umzubauen. &#8222;Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, dann ist es n&#246;tig, dass sich alles ver&#228;ndert&#8220; [&#8230;], die Oberfl&#228;che, die Sitten, Gebr&#228;uche usw. Nat&#252;rlich, doch heutzutage heisst die Hoffnung f&#252;r Millionen von Einwohnern des Iraks und Syriens und dar&#252;ber hinweg Kalifat. Und Zehntausende Jugendliche, besonders viele Proletarier, &#252;berqueren den Planeten, um dort zu leben oder zu sterben, und viele andere tr&#228;umen davon. Diese Hoffnung ist trostlos. Oder nicht?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tristan Leoni, November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige Literaturverweise:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1) Zum Islamischen Staat (nach Relevanz)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pierre-Jean Luizard, &lt;i&gt;Le Pi&#232;ge Daech. L'&#201;tat islamique ou le retour de l'histoire&lt;/i&gt;, Paris, La D&#233;couverte, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;L'&#201;tat islamique. Anatomie du nouveau Califat&lt;/i&gt;, Paris, Bernard Giovanangeli Editeur, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Philippe-Joseph Salazar, &lt;i&gt;Paroles arm&#233;es. Comprendre et combattre la propagande terroriste&lt;/i&gt;, Paris, Lemieux Editeur, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Myriam Benraad, &lt;i&gt;Irak, la revanche de l'histoire. De l'occupation &#233;trang&#232;re &#224; l'&#201;tat islamique&lt;/i&gt;, Paris, Vend&#233;miaire, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2 / Zur Religion&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Troploin, &lt;a href=&#034;https://www.troploin.fr/node/39&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Le Pr&#233;sent d'une illusion&#034;&lt;/a&gt;, &lt;i&gt;Lettre de Troploin&lt;/i&gt;, n&#176; 7, Juni 2006.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Maxime Rodinson, &lt;i&gt;Mohammed&lt;/i&gt;, M&#252;nchen, C.J. Bucher, 1975 [1961].&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Maxime Rodinson, &lt;i&gt;Islam und Kapitalismus&lt;/i&gt;, Berlin, Suhrkamp, 1986 [1966].&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Emmanuel Carr&#232;re, &lt;i&gt;Das Reich Gottes&lt;/i&gt;, Berlin, Matthes &amp; Seitz, 2016 [2014].&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gilbert Achcar, &lt;i&gt;Marxisme, orientalisme, cosmopolitisme&lt;/i&gt;, Arles, Sinbad, Actes Sud, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=667&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#034;ZweiterTeil&#034;&gt;Zweiter Teil: Von der Utopie&lt;/h3&gt;&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Sofern man allerdings ein gesundes Urteil &#252;ber die Dinge f&#228;llt, warten die Revolutionen dieser Zeit &#252;berall nur mit einem Krieg unvorsichtiger Sklaven auf, die mit ihren Fussfesseln k&#228;mpfen und berauscht marschieren.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Saint-Just, &lt;i&gt;Der Geist der Revolution und der Verfassung in Frankreich&lt;/i&gt;, 1791.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die Repression gegen jegliche Opposition erkl&#228;rt nicht alles. Allen voran erkl&#228;rt sie nicht den &#8222;Erfolg&#8220; des Islamischen Staates (IS), d.h. den R&#252;ckhalt, den er im Volk hat. Der Grund daf&#252;r ist, dass es sich eher um einen Prozess des Staatsaufbaus handelt, denn um die Besatzung eines Territoriums durch eine &#8222;terroristische Gruppe&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach mehreren Jahren eines unerbittlichen B&#252;rgerkrieges ist das Eintreffen der Truppen des IS nicht &lt;i&gt;nur&lt;/i&gt; gleichbedeutend mit der Ersetzung eines Terrorregimes durch ein anderes, sondern &lt;i&gt;auch&lt;/i&gt; [siehe den ersten Teil] mit der R&#252;ckkehr eines Rechtsstaates, einer relativen Ruhe, einer Verbesserung der Versorgung, der Reparatur von Infrastrukturen, der Wiedereinf&#252;hrung von &#246;ffentlichen Diensten, dem schnellen Aufbau einer Verwaltung &#8211; freilich im besten oder im schlimmsten der F&#228;lle, doch die Einwohner k&#246;nnen die Ordnung dem Chaos vorziehen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-52&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Hinter unseren Bildschirmen w&#252;rden wir es vorziehen, dass sie den (...)&#034; id=&#034;nh3-52&#034;&gt;52&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Tatsache, dass der IS mit seinen Herrschafts-, Verwaltungs-, logistischen und finanziellen F&#228;higkeiten spielt, erkl&#228;rt, dass er in verschiedenen St&#228;dten als Befreier empfangen werden konnte, er f&#252;r einige &#8222;als absolut respektables Regime&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-53&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, L'&#201;tat islamique. Anatomie du (...)&#034; id=&#034;nh3-53&#034;&gt;53&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; erscheinen kann oder St&#228;mme ihm die Treue schw&#246;ren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-54&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wir denken nicht, dass der IS durch geheime, ans Licht zu bringende (...)&#034; id=&#034;nh3-54&#034;&gt;54&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch das ist nicht alles. Es wird noch mehr in Betracht gezogen werden m&#252;ssen, allen voran die &#8222;trostlose Hoffnung&#8220;. Ein Teil dieser Bev&#246;lkerung steht jenseits von Pragmatismus hinter dem Diskurs und dem Projekt des Kalifats. Denn der IS kann auf die aktive Beteiligung von Zehntausenden von K&#228;mpfern, Soldaten und Funktion&#228;ren z&#228;hlen, aber auch auf die passive Unterst&#252;tzung eines gewissen Teils der Einwohner des Iraks und Syriens (und auf die vorsichtige oder gleichg&#252;ltige Passivit&#228;t von vielen anderen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und dann gibt es Zehntausende Jugendliche, besonders viele Proletarier, die den Planeten &#252;berqueren, um im Kalifat zu leben oder zu sterben, w&#228;hrend so viele andere davon tr&#228;umen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sunnistan...&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Global denken, lokal handeln.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Jacques Ellul&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Ist die Zeit f&#252;r den Aufbau eines islamischen Staates gekommen? Die Zeit eines neuen Staates? Weniger k&#252;nstlich als die bestehenden? Man weiss, dass der IS faktisch und symbolisch die mit der Richtschnur gezogene Grenze zwischen Syrien und dem Irak aufgehoben hat. Ist es dieser ber&#252;hmte grosse Staat, der die sunnitischen Araber zwischen den Ruinen von zwei anderen zusammenbringt?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Teil der lokalen Bourgeoisie kann sich von einem Projekt vom Stile Sunnistan durchaus etwas erhoffen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-55&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Man lese noch einmal das Zitat von Maxime Rodinson am Anfang des ersten Teils.&#034; id=&#034;nh3-55&#034;&gt;55&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Irak hatte keine Chance mehr und gleiches scheint f&#252;r Syrien zu gelten. Im Fall eines Auseinanderfallens des Iraks, so wie es vor dem Auftauchen des IS in Betracht gezogen worden war, h&#228;tte der sunnitische Teil einen Platz am Rande und als Enklave gehabt, was einiges weniger attraktiv ist als jener Platz, den er in einem zuk&#252;nftigen grossen sunnitischen Staat h&#228;tte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seine Form mag &#252;berraschend erscheinen, doch der IS spielt seine Rolle als Staat, indem er die Interessen der lokalen kapitalistischen Klasse sch&#252;tzt und eine Vision f&#252;r die Zukunft hat. Von einem wirtschaftlichen Standpunkt aus hat unser erster Teil den Willen gezeigt, den der IS hat, ein Territorium (jenseits k&#252;nstlicher, nationaler, ethnischer Differenzen) zu vereinigen und zu befrieden und dort die Wirtschaft wieder anzukurbeln, zu rationalisieren und zu modernisieren, besonders die &#214;lextraktion&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-56&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die pr&#228;senten Kr&#228;fte scheinen darum zu k&#228;mpfen, die wesentlichen (...)&#034; id=&#034;nh3-56&#034;&gt;56&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Und er ruft zur &lt;i&gt;Hijra&lt;/i&gt; auf, er l&#228;dt nicht nur die Muslime mit einer milit&#228;rischen Erfahrung in seine Territorien ein, sondern auch die Lehrer, Juristen, &#196;rzte und Ingenieure&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-57&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, op. cit., S. 101.&#034; id=&#034;nh3-57&#034;&gt;57&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, das dient der Vorbereitung der Zukunft und der Kompensierung f&#252;r die Auswanderung vieler Angeh&#246;rigen der Mittelklassen und der Eliten. Er ist zwar heute ge&#228;chtet, k&#246;nnte jedoch schon morgen die Bed&#252;rfnisse der grossen M&#228;chte befriedigen (Wiederaufbau des Landes, Neuverteilung der Karten f&#252;r die &#214;lproduktion, Waffenverk&#228;ufe usw.) oder zumindest das Terrain f&#252;r solche Projekte bereiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Erschaffung eines faktischen Sunnistans ist Teil einer unvermeidlichen Umgestaltung einer Karte des Mittleren Ostens, die vor einem Jahrhundert gezeichnet worden war. Der IS k&#252;mmert sich um die Drecksarbeit: Massaker und Umsiedlungen von Bev&#246;lkerungen, welche das Abstecken der zuk&#252;nftigen Grenzen erleichtern werden, was diese Gebiete von einem ethnischen und religi&#246;sen Standpunkt aus homogen macht und eine Konfessionalisierung vollendet, die schon lange begonnen hatte. Um dies zu tun, st&#252;tzt er sich auf die &lt;i&gt;traditionellste&lt;/i&gt; Form der Macht: die St&#228;mme. Al-Baghdadi vergisst nie, zu erw&#228;hnen, dass er Mitglied des Stammes der Quraisch ist, jener der Nachfahren Mohammeds: Modernisierung und Archaismus sind durchaus kompatibel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sein Projekt beruht auf einer flexiblen, dezentralisierten staatlichen Struktur, die den lokalen Notabeln die von Bagdad und Damaskus beschlagnahmte Macht zur&#252;ckgibt. Er garantiert die innere gesellschaftliche Stabilit&#228;t, indem er seine Aufmerksamkeit auf das &#8222;Gesellschaftliche&#8220; (Sitten, allt&#228;gliches Leben) richtet und indem er die Revolte der &#196;rmsten und eine endemische Gewalt nach aussen kanalisiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im irakischen Gebiet des Kalifats akzeptiert eine Mehrheit der sunnitischen Araber das neue Regime, passiv oder aktiv. Nach Jahren der Erniedrigung ist es ihre Rache (gegen die Schiiten und die Amerikaner), die Wiedereroberung der Macht, der Ehre und einer politischen Sichtbarkeit. Die Stammesf&#252;hrer haben sich aus Opportunismus oder soweit es ihren Interessen entspricht dem transnationalen Projekt des IS angeschlossen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-58&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pierre-Jean Luizard, op. cit., S. 26.&#034; id=&#034;nh3-58&#034;&gt;58&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Auf sie folgten ehemalige Kader der Baath-Partei, ehemalige Offiziere der irakischen Armee und zahlreiche Proletarier der benachteiligten Quartiere und Gebiete in der Region.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch der IS, wom&#246;glich durch die amerikanische Intervention im Sommer 2014 in eine Strategie der &#8222;Bew&#228;ltigung&#8220; gedr&#228;ngt, hat sich nicht in einem ethnisch-religi&#246;sen Kommunitarismus des Typs Sunnistan eingeschlossen. Obwohl das Projekt des IS eine &#8222;Rache der Geschichte&#8220; darstellt, beschr&#228;nkt es sich nicht darauf, nur eine einzige Grenze niederzureissen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#8230; oder Kalifat?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die aus dem Westen importierten Ideologien (Nationalismus, Sozialismus und, als j&#252;ngste davon, die Demokratie) haben kaum Befriedigung gebracht, sie &#252;berzeugen nicht mal mehr in den L&#228;ndern, wo sie herkommen, und die Unangepasstheit des nationalen Rahmens an die Situation im Mittleren Osten muss nicht mehr gezeigt werden. Die grossen &lt;i&gt;politischen&lt;/i&gt; Ideologien existieren nicht mehr:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn das Kalifat den gesellschaftlich genannten Reformen (Alltag, Lebensweise) eine derartige Bedeutung gibt, so ist das nicht aus Pedanterie. Das Gesellschaftliche macht den Unterschied, langfristig den einzigen Unterschied; es ist die beste Rechtfertigung des IS, sein politisches Markenzeichen, seine Erlangung von Autonomie gegen&#252;ber dem Westen, ein Bruch mit einem Jahrhundert der Kolonialisierung, der B&#252;cklinge, der ideologischen Anleihen und der wirkungslosen Verkleidung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS, der den Nationalismus als &#8222;Dreck aus dem Westen&#8220; denunziert, hat die Grenze zwischen Syrien und dem Irak abgeschafft, was ihm erlaubt hat, die Verbindung zwischen den St&#228;mmen neu zu beleben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-59&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Im Gegensatz zu den kurdischen Organisationen, die verk&#252;nden, dass sie die (...)&#034; id=&#034;nh3-59&#034;&gt;59&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Nationalismus, der in Europa seit 1945 als tot betrachtet wird, kommt dort in einer regionalistischen Form wieder auf (Norditalien, Flandern, Katalonien, Schottland...), doch seine Wiedergeburt am Rande des Kontinents (Ex-Jugoslawien, Ukraine) ist von m&#246;rderischen Konflikten begleitet. Was eigentlich verbinden sollte, trennt. Im Mittleren Osten hat ein &#8222;syrischer&#8220; oder &#8222;irakischer&#8220; Nationalstaat nur so viel Kraft wie der Diktator, der f&#228;hig ist, ihn zusammenzuhalten. Es ist also nicht erstaunlich, dass die ideologische &#8222;Vereinnahmung&#8220; des Internationalismus und des Universalismus durch den IS einer seiner verf&#252;hrendsten Aspekte ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sein offizielles Programm ist die Restauration des 1258 verschwundenen abbasidischen Kalifats und, in einer ersten Phase, die Wiedereroberung des muslimischen Bodens, von Indien bis nach Spanien. Wir k&#246;nnen dar&#252;ber lachen, aber einige nehmen die Sache sehr ernst, besonders jene, welche bereit sind, daf&#252;r zu sterben und zu t&#246;ten. Der &#8222;mittelalterliche&#8220; Charakter t&#228;uscht, denn obwohl dieser in Frankreich ungerechtfertigterweise als archaisch, derb und primitiv betrachtet wird, evoziert er in der arabisch-muslimischen Welt ein Goldenes Zeitalter, einen Bezugswert. Die &#220;bernahme dieser Thematik ist gleichbedeutend mit der Wiederbelebung &#8222;ein[es] arabische[n] Traum[s]&#8220;. Gewiss, &#8222;[e]in wahrgewordener Traum, der Tod verbreitet&#8220;, trotzdem ist es auch &#8222;die letzte glaubw&#252;rdige totalit&#228;re Ideologie, idealistisch und realistisch zugleich&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-60&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, op. cit., S. 178.&#034; id=&#034;nh3-60&#034;&gt;60&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, und sie ist f&#228;hig, die Massen zu mobilisieren. Dieser arabische Traum der huldvollen R&#252;ckeroberung der verlorenen Ehre nach Jahrhunderten der Erniedrigung mag mit dem universalistischen muslimischen Ideal im Widerspruch erscheinen, doch dieser Widerspruch ist nicht neu und artikuliert sich ziemlich deutlich &#8211; besonders wenn Araber das Projekt leiten. Egal ob Sieger oder besiegt wird das Kalifat versucht haben, mit Symbolen eine Mythologie zu erschaffen, die f&#228;hig ist, sein Verschwinden zu &#252;berleben und auch in Zukunft noch Leute tr&#228;umen zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das versteckte Kind des Fr&#252;hlings?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist der IS der Repr&#228;sentant dieses islamischen Winters, der auf den Arabischen Fr&#252;hling gefolgt ist, oder ihn gar erstickt hat? Oder sein uneheliches Kind, das an die T&#252;re klopfen kommt?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Irak ist ein bisschen ein Sonderfall, denn das Land hat seit 2003 eine ausl&#228;ndische Besatzung und einen ersten Konfessionskrieg erlebt. Trotzdem bietet dem Regime von Nuri al-Maliki zwischen 2011 und 2012 eine breite soziale, mehrheitlich sunnitische Protestbewegung die Stirn, die er mit heftiger Repression beantwortet. Der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten beginnt also erneut, doch er nimmt dieses Mal die Form eines offenen Krieges zwischen der Regierung von Bagdad und dem IS an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die syrische Situation 2011 ist eine eher klassische Ausgangssituation. Jene eines Landes, wo die korrupten Kader von alten Diktaturen ein Hindernis f&#252;r liberale Reformen sind, sogar wenn sie selber die Initiative daf&#252;r ergriffen hatten. Ein Kompromiss, der die widerspr&#252;chlichen Interessen der betroffenen Klassen h&#228;tte befriedigen k&#246;nnen, hatte nicht weniger als eine autonome und befriedete kapitalistische Entwicklung in der Region zur Voraussetzung &#8211; eine M&#246;glichkeit, die total ausgeschlossen werden konnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Syrien profitiert selbstverst&#228;ndlich die alawitische Herrschaft von der Politik der &lt;i&gt;infit&#226;h&lt;/i&gt; (wirtschaftliche &#214;ffnung und Liberalisierung) der 2000er Jahre, doch auch ein bedeutender Teil der st&#228;dtischen sunnitischen Bourgeoisie, mit der sie sich verb&#252;ndet hat. Die Opfer dieser Reformen sind &#8211; man wird es erraten haben &#8211; die Arbeiter, die Arbeitslosen und die Bauern. Der Aufstand im M&#228;rz-April 2011 bricht in jenen Quartieren aus, wo sie leben, die Mobilisierung der Intellektuellen und aufstrebenden Mittelklassen, die mit den Grenzen der gesellschaftlichen Ver&#228;nderung und des demokratischen Fortschrittes unzufrieden sind, schliesst sich ihm schnell an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Anbetracht der Entschlossenheit des Regimes und der Armee&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-61&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;In diesen L&#228;ndern hat sich die Armee, im Gegensatz zu Tunesien oder (...)&#034; id=&#034;nh3-61&#034;&gt;61&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, der heftigen Repression, aber auch der Fortsetzung der Demonstrationen hat sich ein Teil der syrischen Bourgeoisie daf&#252;r entschieden, mit dem Regime zu brechen und alles auf seinen Sturz zu setzen. Dank der Unterst&#252;tzung der in den westlichen Hauptst&#228;dten lebenden Oppositionellen und diverser Staaten (besonders der Golfstaaten) wird die Revolte eine milit&#228;rische Wendung nehmen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-62&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wir sprechen hier nicht von der Selbstverteidigung, welche Demonstranten (...)&#034; id=&#034;nh3-62&#034;&gt;62&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Man weiss, dass &#8222;der Krieg die Revolution frisst&#8220;, doch hier gab es sehr wenig zu essen und die Involution war schnell. Zwischen einem Regime, das die Karte der Glaubensspaltung spielt, &#228;usseren Einfl&#252;ssen und einem fruchtbaren Boden wird der Konflikt die Erscheinungsform einer Opposition zwischen Sunniten und Schiiten annehmen. Militarisierung und Rebellion gehen f&#252;r Hunderte von bewaffneten Gruppen immer mehr mit Islamismus oder Salafismus und Jihadismus einher. Doch nach 2012 &#8222;ist die Mehrheit der jungen Syrer, welche sich aus demokratischem Geist gegen das Regime aufgelehnt hatten, tot, im Exil oder nun Teil des Jihadismus. Es gibt keine gem&#228;ssigten Kr&#228;fte mehr&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-63&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, op. cit., S. 25-26.&#034; id=&#034;nh3-63&#034;&gt;63&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der bewaffnete und konfessionelle Aspekt des Konflikts radiert jedoch noch lange nicht jeglichen Klassenaspekt aus und &#252;berschneidet sich mit zuvor bestehenden Gegens&#228;tzen zwischen n&#252;tzlichen und peripheren Regionen, Stadt und Land, Innenst&#228;dten und armen Quartieren. In letzteren ist die Revolte entstanden, besonders in diesen &#8222;informellen Quartieren&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-64&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Val&#233;rie Clerc, &#8222;L'habitat des pauvres &#224; Damas : de la crise du logement (...)&#034; id=&#034;nh3-64&#034;&gt;64&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, welche die grossen syrischen St&#228;dte umgeben, z.B. Aleppo, wo eine mehrheitlich sunnitische Bev&#246;lkerung lebte, die aus den l&#228;ndlichen Gebieten nach der D&#252;rre 2008 geflohen war. Die K&#228;mpfe nehmen h&#228;ufig die Form von Konfrontationen zwischen den Peripherien mit mehrheitlich rebellischen Quartieren und einem regimetreuen Stadtzentrum an. Scheinbar kommen auch viele jihadistische Rebellen aus den &#228;rmsten l&#228;ndlichen Gebieten, aus jenen, welche Damaskus als erstes aufgibt. Ihr Eindringen in die Herzen der St&#228;dte war f&#252;r die Bewohner h&#228;ufig kein Grund zur Freude, sie nehmen sie als &#8222;eine Art l&#228;ndliches Lumpenproletariat&#8220; wahr, &#8222;das sich an den St&#228;dten r&#228;chen will&#8220;. In Deir ez-Zor und Aleppo z.B., wo die Bev&#246;lkerung &#8222;auf das Eindringen dieser Rebellen vom Land in die Stadt mit K&#228;lte reagiert hat&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-65&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Frantz Glasman, &#8222;De&#239;r ez-Zor, &#224; l'est de la Syrie. Des islamistes, des (...)&#034; id=&#034;nh3-65&#034;&gt;65&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Viele dieser Rebellen schw&#246;ren dem IS den Treueeid, als dieser 2013 in Syrien eindringt. Sie sind somit die materielle Verbindung zwischen den Revolten 2011 und dem Kalifat, das sich als der &#8222;einzige wahre Erbe&#8220; des Arabischen Fr&#252;hlings betrachtet&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-66&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pierre-Jean Luizard, op. cit., S. 35. Das Experiment von Rojava hat einen (...)&#034; id=&#034;nh3-66&#034;&gt;66&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es ist auf jeden Fall die Konsequenz, oder gar die Antwort auf sein Scheitern. Der Kampf gegen Korruption, der f&#252;r den IS zentral scheint, ist gewiss ein Echo auf die Anprangerung der Korruption durch die Demonstranten 2011. Durch seinen Respekt der Traditionen und seiner Ablehnung des Westens und seiner Demokratie, aber auch der Diktaturen, bringt der IS einen ethischen Faktor mit, der den laizistischen Demokraten fehlt. Und gegen die islamistischen Demokraten verurteilt er die Demokratie als Sch&#246;pfung des Westens und somit den Westen an und f&#252;r sich, womit er implizit den Theorien eines Kampfes der Kulturen zustimmt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS tut dies, der IS tut das, doch es ist die lokale Bourgeoisie, welche die Register zieht. Man kann tats&#228;chlich sagen, dass die wahrhaftige Bedeutung von &lt;i&gt;dawla&lt;/i&gt; nur Beiwerk ist und den IS als Staat wie jeden anderen sehen, n&#228;mlich als einen einfachen Ausdruck der lokalen Bourgeoisie, die ihre Interessen verteidigt und das Proletariat im Zaum h&#228;lt. Wie man das auch vom Ungarn des Admirals Horthy, vom Ecuador von Rafael Correa oder vom Frankreich von Fran&#231;ois Hollande sagen kann. Man kann anf&#252;gen, dass die Proletarier von rivalisierenden Bourgeoisien stets als Kanonenfutter benutzt werden. Das ist wahr, doch damit ist die Debatte noch lange nicht beendet. Die starke Involvierung von Proletariern im IS verdient es, hinterfragt zu werden (genau wie ihre Pr&#228;senz in der NSDAP oder in der Rotkappen-Bewegung).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Klassengesellschaft in Syrien, in Irak, wie &#252;berall, freilich, doch wie steht es mit dem &lt;i&gt;Klassenkampf&lt;/i&gt;? In Syrien stellt sich die Frage manchmal fast nicht mehr, da die Abwanderung der Bev&#246;lkerungen so massiv gewesen ist (4 Millionen Auswanderer, 8 bis 10 Millionen intern Vertriebene): Die ersten Auswanderer waren die Reichsten (viele Kader und liberale Berufe), jene, welche noch dort sind, sind v.a. die &#196;rmsten. Eine Stadt wie Deir ez-Zor, die vorher zwischen 600&#8216;000 und 800&#8216;000 Einwohner z&#228;hlte, hat jetzt nur noch einige Zehntausende, was den Alltag des Klassenkampfes in der Fabrik oder im B&#252;ro ein bisschen durcheinanderbringt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im irakischen Teil hat sich, wie wir gesehen haben, die Gesellschaft seit mehr als zehn Jahren angepasst, um im Krieg und dann im B&#252;rgerkrieg zu &#252;berleben, doch die T&#228;tigkeit des Kalifats stellt trotzdem einen Teil der kapitalistischen Klasse (Gesch&#228;ftsm&#228;nner, H&#228;ndler, Stammesf&#252;hrer) zufrieden. Umso mehr, weil die Hinrichtungen von Funktion&#228;ren und Notabeln jenen Pl&#228;tze offeriert, die es zuvor nicht sein konnten, und weil die neue B&#252;rokratie (bis jetzt) weniger parasit&#228;r scheint als die vorhergehende.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS offeriert den &#196;rmsten einen Ausweg, denn er ist, abgesehen von seinem karitativen Aspekt, ein potenzieller Arbeitgeber f&#252;r das &#252;bersch&#252;ssige Proletariat, das nicht ausgewandert ist. Die religi&#246;se Mobilisierung und der Eroberungskrieg (gegen aussen) verschaffen in erster Linie Zehntausenden von Proletariern und somit Familien ein Einkommen (der Sold wird p&#252;nktlich &#252;berwiesen). Der gesellschaftliche Aufstieg innerhalb der Bewegung kann schnell gehen (im Gegensatz zu Al Qaida, wo die Anf&#252;hrer in der Regel den gesellschaftlichen Eliten entstammen). Doch es kommen noch die Infrastrukturprojekte und die vom Regime eingeleiteten Wiederaufbauarbeiten dazu, eine Art &#8222;keynesianische&#8220; Ankurbelung finanziert durch die Kriegskasse des IS. Da er Steppen und W&#252;sten kontrolliert, unterst&#252;tzt er auch die armen Bauern und Beduinen dieser peripheren Regionen, die von den anderen Regierungen vernachl&#228;ssigt worden sind, oder verspricht, dies zu tun.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den Gebieten im Irak und Syrien, die der IS kontrolliert, scheint er eine Verbindung zwischen den Interessen eines Teils der kapitalistischen Klasse, doch auch eines Teils des Proletariats herzustellen, womit er die Errichtung einer Gemeinschaft erzwingt, die Tr&#228;ger des sozialen Friedens ist. Obwohl die gesellschaftliche Herkunft der Anf&#252;hrer nichts beweist, sollten wir nicht vergessen, dass die Schuras und beratenden R&#228;te, welche dem Kalifen in seiner Aufgabe zur Seite stehen [siehe den ersten Teil], aus Imamen, Notabeln der St&#228;dte und Stammesf&#252;hrern bestehen. Wir sind also weit entfernt von Arbeiterr&#228;ten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Islam als Verst&#228;rkung?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Inmittten dieser Zerfallserscheinungen hat der Islam die bemerkenswerte Eigenschaft, eine unmittelbare Gemeinschaft anzubieten (die sich in der tats&#228;chlich von ihm organisierten Solidarit&#228;t manifestiert) und sich gegen das Geld und die Grenzen zu behaupten. Dieser letzte Aspekt ist nicht zweitrangig. F&#252;r einen (muslimischen, katholischen oder nicht gl&#228;ubigen) Franzosen z&#228;hlt die Grenze wenig, denn er ist frei, zu reisen, obwohl er gleichzeitig die Garantie eines nationalen Rahmens hat, innerhalb welchem er, solange er den Gesetzen gehorcht, in den Genuss eines minimalen Schutzes und einer minimalen Unterst&#252;tzung kommt: In einem Wort, er hat einen Staat. Die H&#228;lfte der Afrikaner und etliche Orientale kennen das Gl&#252;ck dieses &#8218;grossen, bequemen Gef&#228;ngnisses&#8216; (Max Weber) nicht. Das Territorium, wo sie leben, ist dem Risiko ausgesetzt, von unkontrollierten Banden durchstreift und verw&#252;stet, ihre k&#228;rgliche Habseligkeiten jenem, zerstreut, und ihre Familie jenem, umgesiedelt oder dezimiert zu werden. Sie leiden gleichzeitig unter einem diktatorischen Staatsapparat und seiner Ausl&#246;schung. Sie privilegieren somit umso eher eine transnationale Gemeinschaft, weil der Nationalstaat f&#252;r sie ein Betrug ist: Die Umma der Gl&#228;ubigen erscheint als Ausweg und die Scharia als Stabilit&#228;tsfaktor.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Troploin, &lt;a href=&#034;http://www.troploin.fr/node/39&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Le Pr&#233;sent d&#8216;une illusion&#034;&lt;/a&gt;, 2006.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Scheinbar ist keine religi&#246;se Autorit&#228;t f&#228;hig, zu beurteilen, wie islamisch oder nicht der IS ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-67&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zu diesem Teil, siehe besonders Philippe-Joseph Salazar, Paroles arm&#233;es, (...)&#034; id=&#034;nh3-67&#034;&gt;67&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Einige behaupten zwar, er habe &#8222;nichts mit dem Islam zu tun&#8220;. Wir sind noch viel ungeeigneter, die Sache zu beurteilen, weil f&#252;r uns der Glaube an Gott nat&#252;rlich ein Synonym f&#252;r Entfremdung ist. Wir begn&#252;gen uns also damit, zu bemerken, dass der IS selbst die Gesamtheit seiner Handlungen, Schriften und Aussagen durch eine sehr w&#246;rtliche Lekt&#252;re des Korans und eine sehr strenge der Hadithe erkl&#228;rt und rechtfertigt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Problem liegt nicht im Exzess der Gl&#228;ubigkeit, genauso wenig wie die L&#246;sung in seiner M&#228;ssigung liegt. Es ist nicht irrationaler ans Paradies (und somit an die geringe Bedeutung des irdischen Lebens), an das Bevorstehen der Apokalypse, an die R&#252;ckkehr des Kalifats zu glauben, als an die &#8222;schlichte&#8220; Existenz eines Gottes. Und wenn man die Realit&#228;t eines Paradieses anerkennt, reicht manchmal ein (grosser) Schritt, um es auf Erden f&#252;r umsetzbar zu halten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gem&#228;ss gewissen muslimischen Theologen beweisen etliche Zeichen, allen voran der Krieg in Syrien, dass das Ende der Zeit, die Stunde des Endkampfes gegen Satan nahe ist. Der Wiederaufbau des 1258 durch die Eroberung Bagdads durch die Mongolen verschwundenen Kalifats ist Teil dieses Rahmens und stellt die &#8222;Erf&#252;llung eines alten Traumes&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-68&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, op. cit., S. 6.&#034; id=&#034;nh3-68&#034;&gt;68&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; dar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In sehr stark s&#228;kularisierten Regionen wie Frankreich scheint das verr&#252;ckt und man ist versucht, darauf mit Sarkasmus zu antworten. Da wir an tolerierte, da lauwarme, gem&#228;ssigte und dialogbereite Religionen gew&#246;hnt sind, ist es f&#252;r uns schwierig, das M&#228;rtyrertum oder die Eschatologie und noch schwieriger, das Zusammenspiel einer politischen (der Anspruch auf die Hegemonie des Kalifats) und einer religi&#246;sen Dimension (die angebliche eschatologische Verwirklichung des Islams) zu verstehen. Wir denken sofort an eine Scheinhandlung oder eine Instrumentalisierung. Die Religion ist jedoch nie ausschliesslich, ja nicht einmal besonders spirituell: Sie ist auch politisch, kulturell, wirtschaftlich und milit&#228;risch, ein sozialer Rahmen, der in gewissen L&#228;ndern sehr konkrete Formen annehmen kann (Aufteilung der Quartiere einer Stadt nach Konfessionen, wie z.B. in Beirut oder Belfast).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das gilt &lt;i&gt;umso mehr&lt;/i&gt; f&#252;r den Islam, weil er auf einer Orthopraxie basiert: Muslim sein bedeutet, Praktiken zu respektieren (besonders die f&#252;nf S&#228;ulen). Der Respekt dieser Praktiken ist also mit einer Identit&#228;t, mit einer Zugeh&#246;rigkeit zu einer Gruppe, einer Gemeinschaft verbunden, die im Mittleren Osten &#252;ber den begrenzten Stammesrahmen hinausgeht und diesen umfasst. K&#252;nstlich? Nicht minder als die Nation oder die Baath-Partei, die ihre Ineffizienz als ideologischen Zement einer Gesellschaft bewiesen haben, die Proletarier und Bourgeois vereinen soll. Daher kommt die Bedeutung, welche die Aktivisten des Kalifats dem Respekt der Praktiken beimessen, der Teil der Erzeugung einer kulturellen und religi&#246;sen Homogenit&#228;t ist (die nach Jahren des B&#252;rgerkrieges schon fast &#8222;beruhigend&#8220; ist); daher kommt die Tatsache, dass sie zuerst die schlechten Gl&#228;ubigen (lasterhafte Sunniten, Korrupte usw.) angreifen. Die Aufgabe ist umso dringlicher, wenn sich die Apokalypse n&#228;hert, denn, &#8222;das Land des Islams muss von ungerechten Anf&#252;hrern, korrupten Ulemas, pervertierten Gl&#228;ubigen und unz&#252;chtigen Frauen ges&#228;ubert werden, um die Konfrontation des Glaubens und der Gottlosigkeit vorzubereiten. Das Schwert der Rache wird zuerst die Heuchler, dann die Ungl&#228;ubigen treffen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-69&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jean-Pierre Filiu, L'Apocalypse dans l'islam, Fayard, 2008, S. 289.&#034; id=&#034;nh3-69&#034;&gt;69&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Doch es geht nicht nur um zu vergiessendes Blut, sondern darum, einen Staat aufzubauen, wo die Muslime, die Unterdr&#252;ckten ein Refugium finden und ihre Religion vollst&#228;ndig leben k&#246;nnen werden, w&#228;hrend sie sich materiell und spirituell auf den Endkampf vorbereiten. Eine Praxis begr&#252;ndet die Existenz eines Territoriums.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Religion die Massen mobilisiert, schliesst das Aufrichtigkeit aus? Ein Frage, die h&#228;ufig bez&#252;glich der Anf&#252;hrer des Kalifats und der ehemaligen baathistischen Offiziere gestellt wird, weniger h&#228;ufig bez&#252;glich der einfachen Aktivisten (immer diese Dichotomie zwischen den Manipulatoren und den Dummk&#246;pfen). Man &#228;ussert in der Regel Zweifel dar&#252;ber, wie echt Sympathien f&#252;r Werte oder Ideen sein k&#246;nnen, die uns emp&#246;ren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Politik (genau wie im Leben) ist der totale Zynismus oder die totale Naivit&#228;t selten. Es ist egal, ob Al Baghdadi an Gott glaubt oder nur an Geld&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-70&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Man muss allerdings anmerken, dass er bis anhin, obwohl er &#252;ber eine Rolex (...)&#034; id=&#034;nh3-70&#034;&gt;70&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. F&#252;r die ehemaligen irakischen Offiziere war die Mitgliedschaft in der Baath-Partei noch lange nicht gleichbedeutend mit dem Eintreten f&#252;r die baathistische Ideologie. Man weiss hingegen, dass Saddam Hussein ab 1991 den Islam wieder aus den Schachteln der Geschichte ausgepackt hat und dass der Marxismus kein Impfstoff gegen die Religion ist (siehe seinen Einfluss bei den Gr&#252;ndern der Hezbollah oder dem Islamischen Jihad in Pal&#228;stina).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was wichtig ist, ist die irgendwann entstehende Anschlussm&#246;glichkeit zwischen einem Glauben und einer Situation. Die islamische Geschichte ist reich an revolution&#228;ren Bewegungen, welche die millenaristische Dynamik mehr oder weniger geschickt instrumentalisiert haben und apokalyptische Texte erleben seit den 1970er Jahren einen zweiten Fr&#252;hling, der sich ab 2001 noch verst&#228;rkt hat (im Internet oder als Brosch&#252;ren). Jean-Pierre Filiu, der nicht vom franz&#246;sischen Politikbetrieb sprach, schrieb 2008, dass &#8222;eine subversive Gruppe, die verzweifelt den &#8218;Weg der Massen&#8216; wiederfinden oder sich von rivalisierenden Formationen unterscheiden will, in starke Versuchung kommen kann, sich der messianischen Thematik zu bedienen: Sie kann als Anschlussdiskurs, als Interpretationswerkzeug oder als Gr&#252;ndungsgeschichte dienen, mit einer betr&#228;chtlichen Wirkung&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-71&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jean-Pierre Filiu, op.cit., S. 288.&#034; id=&#034;nh3-71&#034;&gt;71&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das trifft in Bezug auf den IS sehr wohl zu, diese Diskurse erhalten heute in der muslimischen Welt einen direkt politischen Sinn und konkretisieren sich im Krieg im Mittleren Osten. Es ist freilich absurd, zu glauben, dass es im 21. Jahrhundert in Syrien zu grossen Schlachten zwischen den R&#246;mern und den vom &lt;i&gt;Mahd&#238;&lt;/i&gt; (dem &#8222;rechtgeleiteten Imam&#8220;) angef&#252;hrten muslimischen Truppen kommt und dass Jesus auf dem weissen Minarett der Moschee von Damaskus erscheinen wird, um an der Endschlacht gegen Satan teilzunehmen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-72&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gem&#228;ss dem Koran und den Hadithe werden die entscheidenden Schlachten der (...)&#034; id=&#034;nh3-72&#034;&gt;72&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Aber wenn diese Idee Zehntausende von K&#228;mpfern antreibt, die &#252;berzeugt sind, dass sie an einem historischen revolution&#228;ren Bruch teilnehmen, der eine neue &#196;ra einleitet, dann wird die Idee zu einer &#8222;materiellen Kraft&#8220;. Sie zu verstehen bedeutet, ihre gesellschaftlichen Grundlagen zu erfassen, doch auch &#8222;die kulturelle, zeitlich-r&#228;umliche Distanz&#8220; (Salazar) zu messen, welche uns vom Jihadismus des Kalifats trennt. Als Engels die Bauernkriege im 16. Jahrhundert untersuchte, nahm er die Ideen (die Reformation, die millenaristischen Glaubensformen) als historischen Faktor ernst, ohne zu glauben, dass sie die Welt antreiben. Wir haben M&#252;he, dem IS die Stirn zu bieten, weil wir die Religion f&#228;lschlicherweise f&#252;r einen Sterbenden halten, der nur noch knapp &#252;berlebt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Prolos, Utopisten und Reaktion&#228;re?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Die Wirklichkeit der Demokratie ist mir dann klar erschienen: Es geht darum, im Geist der Leute die Idee der Freiheit zu unterhalten und sie davon zu &#252;berzeugen, dass sie ein freies Volk sind, gleichzeitig stehen die people und eine falsche Realit&#228;t im Vordergrund, um sie davon abzulenken, was wirklich geschieht, wodurch unter den Abendl&#228;ndern eine haarstr&#228;ubende politische Ignoranz gen&#228;hrt wird.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Jake Bilardi, australischer Jihadist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-73&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Philippe-Joseph Salazar, op. cit., S. 216.&#034; id=&#034;nh3-73&#034;&gt;73&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die ausl&#228;ndischen Jihadisten sind auf den Titelseiten der Zeitungen im Westen und im Kalifat. Wie viele sind es? Man weiss es nicht, mehrere Tausende auf jeden Fall, vielleicht zwischen 15&#8216;000 und 30&#8216;000, die aus fast hundert L&#228;ndern gekommen sind, um sich dem IS anzuschliessen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-74&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Andere bewaffnete islamistische Gruppen, besonders die Nusrafront, (...)&#034; id=&#034;nh3-74&#034;&gt;74&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die H&#228;lfte kommt aus dem Mittleren Osten (Saudis, T&#252;rken, Jordanier usw.) und aus dem Maghreb (haupts&#228;chlich Tunesier), mehrere Tausend aus der EU (davon 60% aus Frankreich, Grossbritannien und Deutschland). Davon sind 1&#8216;500 bis 2&#8216;000 Franzosen, wovon viele schon zur&#252;ckgekommen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nicht alle, die sich dem Kalifat anschliessen, tun dies, um sich in seiner Armee zu engagieren (30&#8216;000 bis 100&#8216;000 Mann). Die Frauen in erster Linie (10% aller Freiwilligen, siehe weiter unten), sie sind von der Front ausgeschlossen. Doch der IS hat alle Muslime zur &lt;i&gt;hijra&lt;/i&gt; (Einwanderung, Hedschra) aufgerufen, besonders die Kader, Ingenieure, Lehrer usw. Wenn sie ankommen, bekommen die Freiwilligen eine Aufgabe, die ihren Kompetenzen und den Notwendigkeiten des Moments entspricht. Einige begn&#252;gen sich jedoch damit, dem Aufruf zu folgen, im Land des Islams zu leben: Franzosen haben z.B. in Raqqa zwei Restaurants er&#246;ffnet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir werden das Ausmass des Ph&#228;nomens nicht mit Abenteuerlust oder Faszination f&#252;r Gewalt erkl&#228;ren: Diese Motive existieren, betreffen allerdings nicht spezifisch den IS. Wir werden nicht mehr davon verstehen, indem wir es der Unwissenheit, der Pathologie, der Kindheit, den Familienproblemen oder der mentalen Manipulation via Internet zuschreiben, Erkl&#228;rungen, die v.a. den Spezialisten f&#252;r &#8222;Entradikalisierung&#8220; von jihadistischen Teenagern als Broterwerb dienen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-75&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die &#8222;Entradikalisierung&#8220;, von der man viel spricht und die bis anhin nur (...)&#034; id=&#034;nh3-75&#034;&gt;75&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es gibt kein typisches Profil des Jihadisten, doch man kann sie in zwei Gruppen aufteilen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die erste besteht aus jungen Proletariern, die haupts&#228;chlich der Einwanderung aus dem Maghreb entstammen und in den Vorst&#228;dten aufgewachsen sind. Es handelt sich v.a. um M&#228;nner, die &#228;lter als 20 Jahre sind. Es ist ein Profil des Jihadisten, das die &#8222;Spezialisten&#8220; als klassisch betrachten, &#228;hnlich jenem, das in den 1990er Jahren existierte. Die Figur des kleinen Gangsterbosses, der mit Shit dealte und sich im Gef&#228;ngnis radikalisiert hat, existiert, ist jedoch nicht die Regel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die zweite (wachsende) Gruppe bringt Jugendliche aus den (gar h&#246;heren) Mittelklassen zusammen, davon viele Teenager und Jugendliche (30 bis 40%) und M&#228;dchen (30%). Dieses Ph&#228;nomen ist scheinbar sehr f&#252;hlbar in Europa seit 2013, jene Periode, wo sich die Situation in Syrien stark verschlechtert und u.a. der IS auftaucht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl sie voller Hass f&#252;r die Gesellschaft, orientierungslos oder auf der Sinnsuche sind, versteht man kaum, wieso diese Jugendlichen von einem Land angezogen sind, wo man seine Zeit damit verbringt, armen Leuten die Kehle durchzuschneiden und sie zu k&#246;pfen. Vielleicht weil die Hinrichtungen und die Grausamkeiten, die von den Mainstream-Medien reichlich verbreitet werden, nur 2% der vom Kommunikationssektor des Kalifats im Internet verbreiteten Bildern repr&#228;sentieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-76&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gem&#228;ss einer Studie &#252;ber die Propagandavideos des IS bezogen sich 52% der (...)&#034; id=&#034;nh3-76&#034;&gt;76&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Suche nach Gerechtigkeit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das, was die soziale Kontrolle und die Polizei &#8222;Radikalisierung&#8220; nennen, entsteht in der Regel aus einem tiefen Gef&#252;hl der sozialen Ungerechtigkeit und einer Bewusstwerdung: z.B. der Machtverh&#228;ltnisse &#8222;Herrscher/Beherrschte&#8220; in dieser Gesellschaft (aber nicht ihres Klassencharakters), des &#8222;Systems&#8220;, der Gewalt, welche die syrischen und pal&#228;stinensischen Bev&#246;lkerungen unter dem passiven Blick der Abendl&#228;nder erdulden m&#252;ssen usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu diesem Zeitpunkt muss man sich fragen, warum die Antworten der Anarchistischen F&#246;deration (einfaches Beispiel) sich nicht aufdr&#228;ngen. Die schwache Verbreitung des &lt;i&gt;Monde libertaire&lt;/i&gt; ist wahrscheinlich nicht der einzige Grund daf&#252;r.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Antworten des IS sind nicht nur radikal bez&#252;glich ihrer Stigmatisierung des dekadenten Westens, der korrupten Golfstaaten und des Zionismus, sie st&#252;tzen sich auch auf eine konkrete Praxis und die M&#246;glichkeit unmittelbarer L&#246;sungen: Das Kalifat pr&#228;sentiert sich als milit&#228;rische Festung gegen die Grausamkeiten des Assad-Regimes, als Beistand f&#252;r die Bev&#246;lkerungen (soziale Verbesserungen, Spit&#228;ler, Waisenh&#228;user usw.) und als ein Werkzeug des g&#246;ttlichen Willens, dem man sich nur anschliessen muss, um die Welt zu ver&#228;ndern. Und falls n&#246;tig wird das Flugticket bezahlt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Religion des Bruches&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Konversion zum Islam ist eine obligatorische Etappe, die alle Jihadisten aus dem Westen charakterisiert. Unter ihnen sind viele &#8222;Biofranzosen&#8220; (25 bis 30%), die nicht in der muslimischen &#8222;Kultur&#8220; aufgewachsen sind. Jene, welche darin aufgewachsen sind, betrachten sich in der Regel auch als Konvertiten: Es sind die &lt;i&gt;born again&lt;/i&gt;, jene, welche zur&#252;ck zum Islam finden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-77&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;David Thomson, Les Fran&#231;ais jihadistes, Les Ar&#232;nes, 2014.&#034; id=&#034;nh3-77&#034;&gt;77&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Islam f&#252;llt, wie man sagt, die &#8222;metaphysische Leere&#8220;, die typisch ist f&#252;r unsere Gesellschaften, jene einer Jugend auf der Suche nach einer Identit&#228;t und R&#252;ckhalt und es ist in allen F&#228;llen ein Bruch. In erster Linie mit dem dekadenten Westen; einige Autoren sprechen sogar von einer Jugend, welche &#8222;die Ideale vom Anti-Mai-68 verk&#246;rpert&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-78&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Farhad Khosrokhavar, &#8222;Qui sont les jihadistes fran&#231;ais ?&#8220;, 20. November (...)&#034; id=&#034;nh3-78&#034;&gt;78&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, phasengleich mit den angesagten reaktion&#228;ren Autoren und sie sind, wie die jungen Demonstranten der Demonstration f&#252;r alle, gegen die Lockerung der Normen, die Aufl&#246;sung der Autorit&#228;t, die Patchworkfamilie usw. Es ist jedoch auch ein Bruch mit dem urspr&#252;nglichen Milieu und der Familie, denn der marokkanische, genau wie der algerische oder der franz&#246;sische Islam ist nicht &#8222;der richtige&#8220;, w&#228;hrend jener des Kalifats als am n&#228;chsten bei den Schriften pr&#228;sentiert wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man versucht in der Regel, die Jihadisten l&#228;cherlich zu machen, indem man sich &#252;ber die Schnelligkeit ihrer Konversion und ihre geringen religi&#246;sen Kenntnisse lustig macht (aber wie viele Katholiken k&#246;nnten die heilige Dreieinigkeit erkl&#228;ren?) Der Islam ist allerdings eine Religion, in welcher die Konversion besonders leicht ist; um Muslim zu werden, gen&#252;gt es, die &lt;i&gt;chahada&lt;/i&gt; auszusprechen und dann die f&#252;nf S&#228;ulen zu respektieren. Danach steht es dem Gl&#228;ubigen frei, sein ganzes Leben dem Studium der Schriften zu widmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Antirassismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS tr&#228;gt einen antirassistischen Diskurs zur Schau (auch hier mit einer Verurteilung des Westens): Seine K&#228;mpfer sind Teil einer &#8222;multiethnischen Armee&#8220; und seine Medien legen Wert darauf, Bilder von Jihadisten mit verschiedenen Hautfarben zu zeigen. Das Kalifat f&#252;hlt sich berufen, die Gemeinschaft der Gl&#228;ubigen zusammenzubringen, auch Ethnien, die bis anhin seine Gegner waren oder sich anderswo gegenseitig bek&#228;mpfen. So k&#228;mpfen etliche Kurden in seiner Armee: Sie sollen w&#228;hrend der Schlacht von Koban&#234; 50% seiner Truppen ausgemacht haben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-79&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, op. cit., S. 150. In (...)&#034; id=&#034;nh3-79&#034;&gt;79&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Mindestens einer der sieben Anf&#252;hrer des IS ist ein irakischer Turkmene.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Populismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Freiwilligen sind auch empf&#228;nglich f&#252;r den Aufruf des Kalifats zur Revolte. Jene der Guten (die Ausgeschlossenen, die Opfer, jene von unten, welche Widerstand leisten und sich engagieren) gegen die B&#246;sen (die Reichen, die Korrupten, die &#8222;Verdorbenen&#8220;, die Eliten, die Intellektuellen, die Presse). Die Klassenspaltungen sind hier ziemlich egal, alles ist eine Frage der zu treffenden Entscheidung, sich dem Lager des Guten, jenem des IS anzuschliessen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Der Jihadismus des Kalifats enth&#228;lt alle Attribute eines starken Populismus, der Revolutionen herbeif&#252;hrt. [&#8230;] Die Tatsache, dass dieses &#8218;Volk&#8216; religi&#246;s normiert wird, &#228;ndert nichts am Prozess. Es wird Zeit, dass man dies erkennt, denn es zeichnet sich eine Bewegung der populistischen Wiederverzauberung der Welt ab. Eine H&#228;ufung von spontanen und Gruppenhandlungen verursacht langsam eine Bewegung des kollektiven Bewusstseins. Und diese wachsende Bewegung wird zur konstitutiven Logik des &#8218;wahren, guten Volkes&#8216;, ein brutales Auftauchen des &#8218;Volkes&#8216;, das eine unwiderstehliche politische Form annimmt und sich gegen die designierten Feinde durch eine radikale Feindschaft manifestiert.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-80&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Philippe-Joseph Salazar, op. cit., S. 212, 222.&#034; id=&#034;nh3-80&#034;&gt;80&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Figur des &#8222;negativen Helden&#8220;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man hat das jihadistische Engagement mit anderen bewaffneten Mobilisierungen von Aktivisten verglichen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-81&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Laurent Bonelli, &#8222;Brigadistes, djihadistes&#8220;, Le Monde Diplomatique, August 2015.&#034; id=&#034;nh3-81&#034;&gt;81&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Vergleich ist nicht nur falsch, weil eine Sache gut w&#228;re (gegen den Faschismus und f&#252;r die Revolution zu k&#228;mpfen) und eine andere schlecht (eine Religion durch Zwang in der Welt zu verbreiten). Die vom Jihad gebotene &#8222;romantische Exotik&#8220; unterscheidet sich stark von ihren linken und auf die Dritte Welt bezogenen Pr&#228;zedenzf&#228;llen. Das 21. Jahrhundert f&#228;llt zeitlich mit der Entstehung einer der ersten Generationen zusammen, die glaubt, dass die Zukunft nicht besser sein wird als die Gegenwart, wahrscheinlich eher schlimmer, und dass die Politik daran nichts &#228;ndern kann. Wenn sich jegliches kollektives politisches Projekt verfl&#252;chtigt, das Tr&#228;ger von Hoffnung ist, ist die B&#252;hne frei f&#252;r den schwarzen Helden (die Farbe der Piraten, der Anarchisten, der Faschisten und der Jihadisten), den Extremisten, der die Gesellschaft in Angst und Schrecken versetzt, eine absolut hassenswerte Figur. Und somit besonders faszinierend.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Kalifatsfeminismus?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Wenn man sich im absoluten Gegensatz zur westlichen Kultur platzieren will, ist die Hausfrau eine alternative Figur.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-82&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;G&#233;raldine Casutt, &#8222;Pourquoi les jeunes filles rejoignent les rangs de (...)&#034; id=&#034;nh3-82&#034;&gt;82&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Es gibt keine kompetente feministische Autorit&#228;t, um zu beurteilen, ob der Islamische Staat feministisch ist oder nicht. Das mag &#252;berraschend erscheinen, doch die Frage qu&#228;lt zweifelsohne die Spezialisten und Journalisten, die sich f&#252;r die Frage der jihadistischen Frauen interessieren und das Wort Feminismus ist stets pr&#228;sent in ihren Texten, er wird verschieden charakterisiert: &#8222;Kalifats-&#8220;, &#8222;Pseudo-&#8220;, &#8222;fehlgeleitet&#8220;, &#8222;verdreht&#8220;, &#8222;Post-&#8220;, &#8222;Anti-&#8220; usw. Die j&#252;ngsten sprechen gar von einem Jihad Version &lt;i&gt;girl power&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der &#8222;islamische Feminismus&#8220; ist in den 1990er Jahren entstanden. Die Aktivistinnen, die sich auf ihn berufen, entnehmen ihre Inspiration und ihre Rechtfertigungen den Suren des Korans, die gem&#228;ss ihnen eine Botschaft der Gleichheit und der Gerechtigkeit offenbaren. Die vorislamische Periode, die &lt;i&gt;Jahiliya&lt;/i&gt;, eine &#196;ra der Unordnung und der Ignoranz, sei in Arabien durch Laxheit, Promiskuit&#228;t und eine unkontrollierte Sexualit&#228;t charakterisiert gewesen. Der Islam bereitet dem ein Ende, indem er im Koran die Fragen der Heirat, der Abstammung, des Erbes usw. genau kodifiziert oder indem er gebr&#228;uchliche Praktiken (wie die Polygamie) juristisch umrahmt und begrenzt. Die Kontrolle &#252;ber die Frauen und ihre Sexualit&#228;t, die sich daraus ergeben hat, wird also historisch als Synonym f&#252;r Ordnung, Ausgeglichenheit und Frieden wahrgenommen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-83&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Fatima Mernissi, Sexe id&#233;ologie islam, Tierce, 1983, S. 31, 83-84, 88.&#034; id=&#034;nh3-83&#034;&gt;83&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es handle sich hier um einen grossen Fortschritt f&#252;r die Frauen, der erkl&#228;rt, warum Mohammed als &#8222;eine der gr&#246;ssten universellen Figuren des Feminismus&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-84&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zahra Ali, F&#233;minismes islamiques, La Fabrique, 2012, S. 61.&#034; id=&#034;nh3-84&#034;&gt;84&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; betrachtet werden kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS charakterisiert sich nicht auf diese Art und Weise und beruft sich nicht auf den &#8222;islamischen Feminismus&#8220;, doch auch er sucht die Antworten auf die &#8222;Frauenfrage&#8220; im Koran und in den Hadithe. Das Kalifat kann gegen die Frauen agieren und gleichzeitig so tun, als ob er sie im Zentrum der Gesellschaft platzierte und sie besch&#252;tzte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie besch&#252;tzen? Und die ermordeten, vergewaltigten und versklavten schiitischen, christlichen und jesidischen Frauen? [Siehe den ersten Teil.] Sie &lt;i&gt;verdienen&lt;/i&gt; dieses Schicksal, weil sie in der Logik des IS juristisch nicht in die Kategorie &#8222;Frauen&#8220; geh&#246;ren, dazu geh&#246;ren nur muslimische Frauen. Diese Sichtweise wird nat&#252;rlich von den Aktivisten und Aktivistinnen des Kalifats geteilt, die motiviertesten letzterer sind die ausl&#228;ndischen Jihadistinnen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-85&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ein Widerspruch? Im Namen der Arbeiterklasse brach die KPF Streiks und (...)&#034; id=&#034;nh3-85&#034;&gt;85&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Aktivistinnen&#8220; und &#8222;motiviert&#8220;, weil ihr Engagement eine ernste Sache ist. Auch hier tendiert der westliche Diskurs eher dazu, sie als Opfer einer niedertr&#228;chtigen Einreihung, der Manipulation oder der Geisteskrankheit zu betrachten; viel mehr als die M&#228;nner, da viel weniger f&#228;hig, diese Art von Entscheidung zu treffen. Und zudem kann sich, gem&#228;ss einer immer noch sehr verbreiteten, essentialistischen Sichtweise, &#8222;die Frau&#8220;, die das Leben schenkt, nicht dem Lager des B&#246;sen und des Todes anschliessen. Doch man kann sich beruhigen, der IS hat &#228;hnliche Standpunkte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Frauen repr&#228;sentieren 10% der ausl&#228;ndischen Freiwilligen. Unter ihnen sind mehrere Hundert Abendl&#228;nderinnen, wovon viele Franz&#246;sinnen oder Britinnen sind, die meisten davon jung (h&#228;ufig zwischen 15 und 25 Jahren), in der Regel gebildeter als ihre m&#228;nnlichen Kollegen und entstammen h&#228;ufiger den Mittelklassen. F&#252;r einige ist diese Entscheidung eine Art Emanzipation (oder zumindest eine Flucht) gegen&#252;ber dem famili&#228;ren und kulturellen Herkunftsmilieu, zumindest ein Akt der Autonomie und der &#220;bernahme von Verantwortung, der &#8222;flagrant mit der &#8218;kulturellen Strategie&#8216; eines in Europa eingeb&#252;rgerten Islams kontrastiert, der allen voran den Mann privilegiert&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-86&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Philippe-Joseph Salazar, op. cit., S. 142.&#034; id=&#034;nh3-86&#034;&gt;86&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ihre Motivationen &#228;hneln jenen der M&#228;nner: ein Gef&#252;hl der Ungerechtigkeit in Anbetracht des Leides des syrischen Volkes, eine Revolte gegen die von den Musliminnen im Westen erduldeten Diskriminierungen, der Wunsch, konkret zu helfen (eher humanit&#228;r als milit&#228;risch), aber auch die Lust, ihre Religion frei zu leben (Ganzk&#246;rperschleier, komplette Geschlechtertrennung usw.).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl eine sehr mediatisierte Handvoll von ihnen f&#252;r die Polizei von Raqqa arbeitet, ist die Hauptfunktion der Frauen im Kalifat alles andere als sekund&#228;r: Ehefrauen und M&#252;tter zu sein. F&#252;r diese Frauen, die nicht mit der AK47 an der Front stehen k&#246;nnen, ist das eine Form des Jihad: &#8222;Es gibt f&#252;r sie keine gr&#246;ssere Verantwortung als jene, die Frau ihres Mannes zu sein&#8220; und &#8222;die Gr&#246;sse ihrer Stellung, das Ziel ihrer Existenz ist die g&#246;ttliche Aufgabe der Mutterschaft&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-87&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Brigade Al-Khansaa, Women of the Islamic State. A manifesto on women, 2015 (...)&#034; id=&#034;nh3-87&#034;&gt;87&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die in unseren Gesellschaften eher abgewertete &lt;i&gt;traditionelle&lt;/i&gt; Rolle der Mutter/Hausfrau wird vom Kalifat als jene &#8222;einer revolution&#228;ren Akteurin einer radikal alternativen Gesellschaft&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-88&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Interview mit G&#233;raldine Casutt, Le Nouvel Observateur, 9. April 2015.&#034; id=&#034;nh3-88&#034;&gt;88&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; pr&#228;sentiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hinzu kommt diese merkw&#252;rdige &#8222;Verlockung der Abh&#228;ngigkeit&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-89&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid.&#034; id=&#034;nh3-89&#034;&gt;89&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, diese beruhigende Unterwerfung. Doch jene der Ehefrau unter den Mann sei nur relativ, formell, denn beide sind direkt Gott unterworfen (Colette Guillaumin w&#252;rde vielleicht von &#8222;g&#246;ttlicher Aneignung&#8220; sprechen). Die Wahl des Ehemannes ist jedoch nicht bedeutungslos, man &#252;berquert Kontinente, um ihn zu finden. Wir sprechen nicht von einem besonderen Individuum, sondern vom idealen Mann. Er existiert, er riskiert sein Leben im Namen Gottes auf dem Schlachtfeld, es ist der Jihadist: ein frommer, ehrlicher, aufrichtiger, treuer, mutiger, starker, viriler und besch&#252;tzender Mann, der an die Ehe und die Familie glaubt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-90&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Farhad Khosrokhavar, &#8222;Qui sont les jihadistes fran&#231;ais ?&#8220;, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-90&#034;&gt;90&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ein Mann der, das wissen die Leser von Soral und Zemmour sehr gut, in Frankreich nicht mehr existiert. Hunderte von jungen Frauen gehen nach Syrien, um einen solchen Mann zu heiraten und mit ihm eine Familie zu gr&#252;nden. Das ist ihre Hauptaufgabe&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-91&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Das Ger&#252;cht eines &#8222;Sex-Jihad&#8220; zur &#8222;Erholung des Kriegers&#8220;, das lange (...)&#034; id=&#034;nh3-91&#034;&gt;91&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In den St&#228;dten des Kalifats sind gar Ehevermittlungsagenturen er&#246;ffnet worden, um die Eheschliessungen zwischen Jihadisten, aber auch zwischen Einheimischen zu erleichtern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Schreiberlinge des IS stimmen mit den reaktion&#228;ren Autoren in Frankreich&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-92&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pr&#228;zisieren wir, dass Alain Soral, der den IS f&#252;r eine Marionette in den (...)&#034; id=&#034;nh3-92&#034;&gt;92&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &#252;berein in ihrer Proklamation des &#8222;Scheiterns des westlichen Frauenmodells&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-93&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Brigade Al-Khansaa, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-93&#034;&gt;93&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, dem sie vorwerfen, dass es weder die Frauen (die dazu gezwungen werden, mit M&#228;nnern in Kontakt zu kommen, denen erlaubt wird, nackt zu sein, aber nicht, einen Nikab zu tragen) noch die Familie (Ehe f&#252;r Homosexuelle, Abtreibung) respektiert. Ausgehend von einer Feststellung, die von radikalen Feministinnen geteilt werden k&#246;nnte, n&#228;mlich jene einer falschen Gleichheit, die umso perverser ist, weil sie den Frauen einreden will, dass sie frei sind, geht der IS zu einem Diskurs &#252;ber, der eine Logik der Unterscheidung und eine &lt;i&gt;wirkliche Komplementarit&#228;t&lt;/i&gt; der Geschlechter unterst&#252;tzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist nicht einfach, die in sozialen Netzwerken zum Vorschein kommende &#8222;Subkultur der jihadistischen &lt;i&gt;girl power&lt;/i&gt;&#8220; oder &#8222;das &lt;i&gt;empowerment&lt;/i&gt; auf jihadistisch&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-94&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;H&#233;l&#232;ne F&#233;vrier, Sylvie Braibant, &#8222;Les sir&#232;nes pseudo-f&#233;ministes du (...)&#034; id=&#034;nh3-94&#034;&gt;94&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; vom Tisch zu wischen. Der Feminismus hat im Westen einen Teil seines Programms verwirklicht, er wird h&#228;ufig verzerrt dargestellt, ist jedoch konsensuell geworden, seine Errungenschaften sind selbstverst&#228;ndlich, die Gleichheit zwischen M&#228;nnern und Frauen wird &#252;berall verk&#252;ndet, die &#8222;Gender-Theorie&#8220; wird in der Schule gelehrt &#8211; die Ungleichheiten bestehen allerdings fort. Diese Widerspr&#252;che sind ein gefundenes Fressen f&#252;r den extremen Islam und geben ihm ein nonkonformistisches Flair.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Indem es der Ehe seiner Aktivisten und ihrer Familie (wir haben im ersten Teil gesehen, dass es verschiedene Pr&#228;mien und Zusch&#252;sse eingef&#252;hrt hat) eine derartig grosse Bedeutung beimisst, verankert das Kalifat sein Projekt entschlossen in der Zukunft. Es geht darum, die Hervorbringung von k&#252;nftigen K&#228;mpfern und Proletariern zu garantieren (die Pille ist auf seinem Territorium nat&#252;rlich verboten). Die jihadistischen Frauen, eine Art Avantgarde, spielen also eine gew&#252;rdigte Rolle und sind besonders respektiert und besch&#252;tzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Besonders &lt;i&gt;kontrolliert&lt;/i&gt;, wollt ihr sagen! Das ist alles nur patriarchalischer Diskurs und Heuchelei!&#8220; Zweifellos, doch die Ideologie des Kalifats ist so und, egal, was man davon h&#228;lt, funktioniert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die zunehmende Beteiligung der jihadistischen Frauen ist dennoch eine Quelle der Besorgnis f&#252;r die jihadistischen M&#228;nner, denn die weibliche Initiative frischt in ihren Ged&#228;chtnissen stets die Konflikte der &lt;i&gt;Jahiliya&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-95&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Fatima Mernissi, op. cit., 1983, S. 88.&#034; id=&#034;nh3-95&#034;&gt;95&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; auf. Olivier Roy spricht diesbez&#252;glich in Bezug auf den syrischen Jihad von einer &#8222;widerspr&#252;chlichen Modernisierung&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Kalifat gegen die Globalisierung?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Im Gegensatz zur &#8222;alten&#8220;, pyramidalen, geheimen, autorit&#228;ren, transnationalen Al Qaida sieht sich Daesch als modern, offen, verwurzelt und urban.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-96&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, op. cit., S. 114.&#034; id=&#034;nh3-96&#034;&gt;96&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Was sofort auff&#228;llt, wenn man sich mit dem Kalifat befasst, sind die Zentralit&#228;t der Religion, die &#252;bertriebene Gewalt und die offene Intoleranz. All das verbunden mit der totalit&#228;ren Absicht einer gesellschaftlichen Harmonie und der Suche nach einem inneren Ausgleich&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-97&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;F&#252;r eine etwas provokative Genossin stellt diese &#8222;Suche nach einer (...)&#034; id=&#034;nh3-97&#034;&gt;97&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ausserhalb ihres Zusammenhangs erzeugen einige Projekte und Praktiken des Kalifats allerdings ein unerwartetes Echo. Sein Programm enth&#228;lt n&#228;mlich den Kampf gegen die Korruption und die Finanzspekulation (Verbot des Wuchers), die Schaffung einer alternativen W&#228;hrung (Geldst&#252;cke aus Gold, Silber und Kupfer, eine Anspielung auf die abbasidischen Dinaren und Dirhams, d.h. eine &#8222;echte&#8220; W&#228;hrung, um sich dem herrschenden W&#228;hrungssystem zu entziehen), die Aufwertung des &#246;ffentlichen Dienstes, die Dezentralisierung der Macht durch die regionale Autonomie, die Ablehnung der parlamentarischen Demokratie (und der Demokratie &#8222;an und f&#252;r sich&#8220;, der IS verteidigt eine Art &#8222;organischen Zentralismus&#8220; unter g&#246;ttlicher Herrschaft), die Abschaffung der Grenzen, der Kampf gegen den Rassismus, ohne die Ablehnung des ungez&#252;gelten Konsums und der Unterwerfung unter die Marken zu vergessen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Diskurs, der von den Globalisierungsgegnern kommen k&#246;nnte, wenn er sich auf &lt;i&gt;Le Monde diplomatique&lt;/i&gt; und den Subcommandante Marcos, statt auf den Koran und den Kalifen Ibrahim beziehen w&#252;rde. Ja, der IS sieht sich als mittelalterlich, aber modern, &#8222;egalit&#228;r, universell und multiethnisch&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-98&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, &#8222;Le r&#234;ve d'Etat du djihadisme&#8220;, Diplomatie, Nr. 77, (...)&#034; id=&#034;nh3-98&#034;&gt;98&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Haben die Worte hier noch einen Sinn? Nicht mehr oder weniger als anderswo. Der IS verfolgt offensichtlich weder praktisch noch theoretisch eine Kritik des Kapitalismus, er (und durch ihn ein Teil der lokalen Bourgeoisie) versucht, gewisse, ihm am wenigsten erlaubt, am st&#246;rendsten scheinende Aspekte zu ver&#228;ndern, andere werden angepasst. Obwohl gewisse Praktiken extrem sind, t&#246;nen die Diskurse h&#228;ufig sehr inhaltslos. Und obwohl man darin vertrautere Reime entdeckt, handelt es sich nicht dermassen um eine &#8222;Vereinnahmung&#8220;, sondern um eine Nivellierung nach unten, was nicht neu ist: Die extreme Rechte verurteilt auch schon lange die &lt;i&gt;Ausw&#252;chse&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Exzesse&lt;/i&gt; des Kapitalismus. Finanzkapitalismus, versteht sich&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-99&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jener Teil der extremen Rechten, der sich vom Kampf der ZAD angezogen (...)&#034; id=&#034;nh3-99&#034;&gt;99&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Er ist die Quelle allen &#220;bels, umso mehr als man leicht einige Dosen Verschw&#246;rungstheorien und Antisemitismus beif&#252;gen kann. Klassenverh&#228;ltnisse, Ausbeutung, Mehrwert und andere alte Z&#246;pfe verschwinden also in der Versenkung, was das Vokabular einfacher macht und alle sind einverstanden. Doch um zu existieren, muss der IS das &#8222;Gesellschaftliche&#8220; in den Mittelpunkt seiner Rede stellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dem westlich inspirierten, liberalen Mondialismus, der den Planeten beherrscht, setzt der IS eine weltweite Alternative entgegen, einen anderen Mondialismus, der offen die Zerst&#246;rung der lokalen Besonderheiten auf seine Fahnen schreibt, allen voran innerhalb des Islams, wo er die mystischen (Sufismus) oder magisch-medizinischen (Marabutismus) Praktiken bek&#228;mpft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf diesem Terrain steht er in Konkurrenz mit der wahhabitischen Ideologie, die weltweit von der saudischen Monarchie verbreitet wird. Der salafistische Universalismus des Kalifats ist dennoch anders, subversiv, zwar nicht links, doch zumindest populistisch (er vertr&#228;gt sich ziemlich gut mit der ehemaligen sozialistischen F&#228;rbung der Baath-Partei) und es ist f&#252;r ihn ein leichtes Spiel, die Saudis als Apostaten, Korrupte und Verb&#252;ndete der USA zu qualifizieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um seinen anderen Konkurrenten, die nebul&#246;se Al Qaida mit ihren Versprechen einer strahlenden Zukunft zu &#252;berholen, hat der IS den Vorteil der durch den Aufbau einer konkreten &#8222;Utopie&#8220; auf dem Terrain repr&#228;sentierten Anziehungskraft. Denn, obwohl die Aktivisten an ein Jenseits glauben, m&#246;chten sie nicht bis morgen warten, um eine bessere Welt aufzubauen, und ziehen es vor, schon heute in &#220;bereinstimmung mit ihrem Glauben zu leben. Indem sie das Kalifat aufbauen, beweisen sie, dass es m&#246;glich ist, &lt;i&gt;hier und jetzt&lt;/i&gt; zu handeln, um die Welt zu ver&#228;ndern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Welche Ver&#228;nderung? Die Versprechen einer leuchtenden Zukunft haben keinen grossen Erfolg mehr, die Parole des Kalifats ist &#8222;R&#252;ckw&#228;rts immer, vorw&#228;rts nimmer!&#8220; Im Islamischen Staat sind die neuen Reaktion&#228;re genau wie in Frankreich nicht (nur) Intellektuelle, sondern auch entpolitisierte Aktivisten, die Werte, eine Ethik verteidigen: &lt;i&gt;born again&lt;/i&gt; Salafisten, Demonstration f&#252;r alle, Verteidigung der Familie, der Traditionen, eines Territoriums, des Bodens usw. Wenn der Einbruch des Kapitalismus die Wurzel aller &#220;bel, aber zum Ende der Geschichte geworden ist, was tun, wenn nicht in die Zeit &#8222;davor&#8220; zur&#252;ckkehren und in diesem Fall, weshalb nicht ins Mittelalter? Wenn schon, dann ein Goldenes Zeitalter.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r seine Aktivisten ist das Kalifat die &lt;i&gt;Dawla&lt;/i&gt;. Der Begriff wird gemeinhin mit Staat &#252;bersetzt, doch er bedeutet auch &#8222;die Idee der Revolution, d.h. die Umw&#228;lzung der Welt hin zur Fr&#246;mmigkeit und zum Gesetz Gottes&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-100&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, &#8222;Le r&#234;ve d'Etat du djihadisme&#8220;, Diplomatie, Nr. 77, (...)&#034; id=&#034;nh3-100&#034;&gt;100&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Revolution oder Wiederaufbau einer alten Ordnung? Im ersten Teil &#252;bernahmen wir die ber&#252;hmte Formel aus dem &lt;i&gt;Gattopardo&lt;/i&gt; &#8222;Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, dann ist es n&#246;tig, dass sich alles ver&#228;ndert&#8220; [&#8230;]. Der IS bietet eine pr&#228;kapitalistische Identit&#228;t an, das Ideal des Arabiens des 7. Jahrhunderts, ein H&#228;ndler- und Kriegerideal, eine magische Formel, um dem Leben einer verlorenen, unter die Werte der Modernit&#228;t unterworfenen Jugend neuen Sinn zu geben: Individualismus, Materialismus, Konsum und Hedonismus&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-101&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die Kritik der Modernit&#228;t ist nicht gleichbedeutend mit jener der (...)&#034; id=&#034;nh3-101&#034;&gt;101&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotz seinem Separatismus und seiner Masslosigkeit ist der Diskurs des Kalifats allerdings, genau wie der vern&#252;nftigere Alternativismus, an den wir uns gew&#246;hnt sind, ein Diskurs, der vom herrschenden System hervorgebracht wird, und sein Projekt eine Alternative &lt;i&gt;innerhalb&lt;/i&gt; des Bestehenden. Das Kalifat kann nur &#252;berleben, wenn es wirtschaftlich mit dem Rest der kapitalistischen Welt verbunden ist. Die Vorliebe der Jihadisten f&#252;r Sklaven bringt sie trotzdem nicht dazu, eine &#8222;auf der Sklaverei basierende Produktionsweise&#8220; (wieder)aufzubauen, und die Lohnarbeit herrscht in Mosul genau wie in Mailand. Als Tagtraum und neue Phase eines Albtraums kann diese gigantische, reaktion&#228;re ZAD rund um den Tigris und den Euphrat nur als monstr&#246;se Variante einer kapitalistischen Weltordnung verstanden und bek&#228;mpft werden, dessen Feind sie vorgibt zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Angesichts der Ungewissheit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Im Islam gibt es keinen Kommunismus.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Fatwa der Universit&#228;t Al-Azhar, 1948.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Als Hoffnung f&#252;r einige, Schrecken f&#252;r viele andere ist der IS nicht Russland 1919 und das Spiel hat sowieso schlecht begonnen f&#252;r einen Staat, der nicht den Vorteil der unendlichen Weite oder der Entfernung eines Territoriums hat, wo er seine &#8222;Utopie&#8220; aufbauen kann. Der relative Eintritt der T&#252;rkei in die internationale Koalition gegen Daesch ver&#228;ndert die Ausgangslage, indem er die vitalen Warenfl&#252;sse st&#246;rt oder blockiert. Die Zeit l&#228;uft in diesen letzten Jahren besonders schnell und das Kalifat steht wohl nicht vor seinen sieben fetten Jahren. Falls es nicht zu einer grossen historischen &#220;berraschung wie dem Zusammenbruch der syrischen Armee, gefolgt vom Fall von Damaskus und der Destabilisierung Libanons, Jordaniens oder Saudi-Arabiens&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-102&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Oder ein unerwarteter Dritter Weltkrieg zwischen der NATO und Russland, (...)&#034; id=&#034;nh3-102&#034;&gt;102&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; kommt, ist das mittelfristige &#220;berleben dieses Staats nicht sehr wahrscheinlich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tats&#228;chlich hat der IS seine Macht, sein Prestige und seine Finanzen seinen kriegerischen Eroberungen zu verdanken. Die Stagnierung an den Fronten, die taktischen R&#252;ckz&#252;ge und die unaufh&#246;rlichen Bombenangriffe werden gleichbedeutend mit seiner Niederlage sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach einer langen Phase des &lt;i&gt;containment&lt;/i&gt; haben die Abendl&#228;nder scheinbar entschieden, zum &lt;i&gt;rollback&lt;/i&gt; des IS &#252;berzugehen. Ihre Strategie war bis anhin vorsichtig, sie bestand darin, das Leben f&#252;r die lokale Bev&#246;lkerung schwieriger zu machen: Ab dem Sommer 2014 befanden sich Kraftwerke, M&#252;hlen und Getreidesilos unter den ersten Zielen der amerikanischen Luftwaffe. Die Vervielfachung dieser Luftangriffe ab dem Herbst 2015 und das Vorr&#252;cken der kurdischen und schiitischen Truppen haben zu einer Abwanderung der Bev&#246;lkerung &lt;i&gt;innerhalb&lt;/i&gt; des Territoriums des Kalifats gef&#252;hrt, seine Verwaltung muss sich mit dem Verlust von Einnahmen und der Verwaltung der Fl&#252;chtlinge abfinden. Das medizinische Material wird immer seltener (der IS hat einen Operationstrakt als L&#246;segeld f&#252;r eine Geisel verlangt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-103&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Luc Mathieu, &#8222;A Raqqa, l'ambiance s'est tendue, la parano&#239;a grandit&#8220;, (...)&#034; id=&#034;nh3-103&#034;&gt;103&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;), der Nachschub immer schwieriger, die Steuern steigen und m&#252;ssen im Voraus bezahlt werden usw.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-104&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Finances de l'EI : la guerre secr&#232;te&#8220;, Le Monde, 29.-30. November 2015.&#034; id=&#034;nh3-104&#034;&gt;104&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Schwierigkeiten an der Front zwingt die Beh&#246;rden dazu, in gewissen Gebieten auf den Milit&#228;rdienst zur&#252;ckzugreifen, was Desertionen von Einberufenen zur Folge hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Tat und Wahrheit ist es der Prozess der Normalisierung und der Staatsbildung, den wir im ersten Teil zu skizzieren versucht haben, der gef&#228;hrdet ist. Das Kalifat wird somit eine Verminderung seiner &#8222;sozialen&#8220; F&#228;higkeiten erdulden m&#252;ssen, welche seine St&#228;rke ausmachen; es wird sie nur mit Steuererh&#246;hungen und vermehrter Repression kompensieren k&#246;nnen, was zu einer Meinungs&#228;nderung eines Teils der Bev&#246;lkerung und gewisser Stammesf&#252;hrer f&#252;hren wird. Es besteht dann das Risiko, dass die Meinungsverschiedenheiten wieder zutage treten (z.B. zwischen lokalen Notabeln und ausl&#228;ndischen Jihadisten).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die westliche Strategie ist nicht sehr r&#252;cksichtsvoll, aber sie zahlt sich wahrscheinlich aus. Ausser sie hat, zusammen mit den zivilen Opfern der Bombenangriffe und dem Vorr&#252;cken der kurdischen und schiitischen Truppen, das Gegenteil zur Folge und schweisst die Einwohner hinter dem Kalifat zusammen. Die Chancen, dass sie von den Vorteilen der Demokratie und der Laizit&#228;t &#252;berzeugt werden, sind hingegen ziemlich gering. Genau wie jene eines erneuten dauerhaften Friedens in der Region. Obwohl zum Tode verurteilt, wird das Kalifat wahrscheinlich langsam sterben (und vielleicht in wahrscheinlich anderer Gestalt auf anderen Kontinenten fortbestehen). Was die ausl&#228;ndischen Freiwilligen betrifft, scheinen sie durch das Spektakel nicht entradikalisiert zu werden...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als utopisches Projekt zum Aufbau eines Staates auf komplett neuen Grundlagen bedeutet der IS weniger eine Radikalisierung als die Islamisierung einer Revolte, als Echo auf eine aktive Konfessionalisierung mehr oder weniger &#252;berall, von der konservativen amerikanischen Rechten bis in die franz&#246;sischen Vorst&#228;dte. Seine Gewalt hat nicht viel mit einem dem Islam eigenen Extremismus zu tun, sondern eher mit der Tatsache, dass sich der religi&#246;se Fanatismus in einem Kontext des B&#252;rgerkrieges und der ausl&#228;ndischen Interventionen entfesselt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es w&#228;re sehr schade &#8211; und sch&#228;dlich &#8211; wenn der soziale Protest in n&#228;chster Zeit jene Formen ann&#228;hme, welche der IS heute skizziert. Hoffen wir, dass das nur ein schlechter Entwurf ist, der im Papierkorb landet. Jede Epoche sondert eine Art der Konterrevolution ab, die ihr eigen ist. In der Regel zerquetscht sie die Revolte der proletarischen Massen und leitet sie um, ausser sie dr&#252;ckt die Grenzen der Bewegung selbst aus. Am Anfang dieses 21. Jahrhunderts muss man anerkennen, das die konterrevolution&#228;ren Formen auf dramatische Art und Weise pr&#228;ventiv sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was wird dabei herauskommen? Vergeltungsmassnahmen, neue Massaker, neue autorit&#228;re Regime, Hass, Groll usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unter dem Vorwand, dass wir uns dem Ende des Artikels n&#228;hern, werden wir nicht einem zweckm&#228;ssigen Optimismus nachgeben, der uns auferlegen w&#252;rde, zum Schluss zu kommen, dass die Revolution trotz allem unvermeidlich ist. Einige Gewissheiten, freilich. Der Zusammenbruch des Kalifats wird keine der Ursachen beseitigen, welche sein Auftauchen und seinen Erfolg beg&#252;nstigt haben. Die L&#246;sung wird nicht nur im Mittleren Osten skizziert werden. Eine Kriegsperiode ist abscheulich, umso mehr, wenn es ein konfessioneller B&#252;rgerkrieg ist, und in der Regel kaum vorteilhaft f&#252;r das Proletariat. Doch es ist auch eine Periode grosser Ungewissheit, die manchmal die tiefen, die Gesellschaft strukturierenden Verh&#228;ltnisse nur sehr schlecht kaschiert&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tristan Leoni, Dezember 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;http://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil&#034;&gt;Erster Teil&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige Literaturverweise:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1) Zum Islamischen Staat (nach Relevanz)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pierre-Jean Luizard, &lt;i&gt;Le Pi&#232;ge Daech. L'&#201;tat islamique ou le retour de l'histoire&lt;/i&gt;, Paris, La D&#233;couverte, 2015.&lt;br class='autobr' /&gt;
Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;L'&#201;tat islamique. Anatomie du nouveau Califat&lt;/i&gt;, Paris, Bernard Giovanangeli Editeur, 2015.&lt;br class='autobr' /&gt;
Philippe-Joseph Salazar, &lt;i&gt;Paroles arm&#233;es. Comprendre et combattre la propagande terroriste&lt;/i&gt;, Paris, Lemieux Editeur, 2015.&lt;br class='autobr' /&gt;
Myriam Benraad, &lt;i&gt;Irak, la revanche de l'histoire. De l'occupation &#233;trang&#232;re &#224; l'&#201;tat islamique&lt;/i&gt;, Paris, Vend&#233;miaire, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2 / Zur Religion&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Troploin, &#034;Le Pr&#233;sent d'une illusion&#034;, &lt;i&gt;Lettre de Troploin&lt;/i&gt;, Nr. 7, Juni 2006.&lt;br class='autobr' /&gt;
Maxime Rodinson, &lt;i&gt;Mohammed&lt;/i&gt;, M&#252;nchen, C.J. Bucher, 1975 [1961].&lt;br class='autobr' /&gt;
Maxime Rodinson, &lt;i&gt;Islam und Kapitalismus&lt;/i&gt;, Berlin, Suhrkamp, 1986 [1966].&lt;br class='autobr' /&gt;
Emmanuel Carr&#232;re, &lt;i&gt;Das Reich Gottes&lt;/i&gt;, Berlin, Matthes &amp; Seitz, 2016 [2014].&lt;br class='autobr' /&gt;
Gilbert Achcar, &lt;i&gt;Marxisme, orientalisme, cosmopolitisme&lt;/i&gt;, Arles, Sinbad, Actes Sud, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;http://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=728&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#034;DritterTeil&#034;&gt;Dritter Teil: Warten auf Raqqa&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Dieser Text folgt auf den Text &#8222;Kalifat und Barbarei&#8220; und verl&#228;ngert ihn, einen Text, der in zwei Teilen im &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#ErsterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;November&lt;/a&gt; und &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#ZweiterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Dezember 2015&lt;/a&gt; auf dem Blog DDT21 [und &lt;a href=&#034;https://www.bahoebooks.net/buch/kalifat-und-barbarei/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;in Buchform bei bahoe books 2016&lt;/a&gt;] ver&#246;ffentlicht worden ist, es geht dieses Mal weniger um den Islamischen Staat selbst und mehr um das Schicksal seiner unmittelbaren Nachbarn, die syrischen Rebellen, die kurdischen Kr&#228;fte oder Bewohner, die aus dieser Zone des Chaos fliehen wollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kalifat und Barbarei: Warten auf Raqqa&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Werden wir besiegt und ihr siegreich sein, wenn ihr Mosul, Raqqa oder Sirte erobert? Selbstverst&#228;ndlich nicht. Die wahre Niederlage w&#228;re der Verlust des Kampfeswillens.&#8220;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Abu Mohammed al-Adnani, Sprecher des IS, Mai 2016.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Ich br&#228;uchte Leihproletarier, doch ich weiss nicht, wo ich sie finden kann.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Nikolai Erdman, 1925.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Der Islamische Staat befindet sich an allen Fronten im R&#252;ckzug und Raqqa, seine politische Hauptstadt, scheint im Begriff zu sein, in die H&#228;nde der vereinigten bewaffneten Kr&#228;fte der Freiheit, der Demokratie, der Laizit&#228;t und vielleicht sogar des Feminismus zu fallen. Das war Ende 2015, doch acht Monate sp&#228;ter hat sich daran nichts ge&#228;ndert. Aber obwohl das Kalifat immerzu stirbt, hat sich die Situation entwickelt und ein neues Kapitel beginnt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1) Si vis pacem&#8230;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es war stets eine Frage des Willens. Jener der an der irakisch-syrischen Krise beteiligten L&#228;nder, mit dem IS abzuschliessen oder nicht. Das ist heute der Fall, die Politik des &lt;i&gt;containment&lt;/i&gt; wurde durch jene des &lt;i&gt;roll-back&lt;/i&gt; ersetzt. Jeder hat gute Gr&#252;nde gefunden, um aus dem IS den Hauptfeind zu machen: zu st&#246;rend gewordenen Machenschaften ein Ende setzen; politische Notwendigkeit, auf Attentate zu reagieren (Libanon, Sinai, Frankreich)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-105&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Obwohl sich die Attentate, wie jene im November 2015 in Frankreich, in (...)&#034; id=&#034;nh3-105&#034;&gt;105&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;; das Feld nicht den anderen M&#228;chten &#252;berlassen usw. Das Schicksal der lokalen Bev&#246;lkerungen, man wird es erahnt haben, z&#228;hlt hier kaum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Baschar al-Assad hofft, von diesem Gl&#252;cksfall profitieren zu k&#246;nnen. Seine Armee, die Armee der arabischen Republik Syrien (AAS), ist wieder in der Offensive und kontrolliert den gr&#246;ssten Teil des &#8222;n&#252;tzlichen&#8220; Syriens. Sie hat die Unterst&#252;tzung von diversen konfessionellen und politischen Milizen, vom libanesischen Hizbollah und v.a. die massive und direkte Unterst&#252;tzung Russlands. Der andere gewichtige B&#252;ndnispartner Iran ist nach der Aufhebung der Sanktionen im Januar 2016 (die auf das Abkommen bez&#252;glich seines Atomprogramms im Juli 2015 folgte) offiziell als Regionalmacht zur&#252;ck in der Gemeinschaft der Nationen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl sie allen voran einen Krieg mithilfe Stellvertretern wie den YPG und den schiitischen Milizen f&#252;hren, beteiligen sich die USA immer mehr mit Bodentruppen im Irak und in Syrien. Eine Stationierung, die von den lokalen Bev&#246;lkerungen nicht immer gesch&#228;tzt wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jene L&#228;nder (T&#252;rkei und die Golfstaaten), welche eine Zeitlang versucht haben, den IS zu instrumentalisieren, haben schon lange auf andere Gruppen gesetzt und die syrische Opposition, das sollten wir nicht vergessen, wurde h&#246;flich gebeten, das Abtreten Assads nicht mehr als Vorbedingung f&#252;r Verhandlungen zu verlangen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das liegt daran, dass sich die politische, diplomatische und milit&#228;rische L&#246;sung der syrisch-irakischen Krise abzeichnet. Aber das gemeinsame Ziel, dem Kalifat ein Ende zu setzen, ist keine Strategie und noch weniger ein Projekt f&#252;r die Nachkriegszeit. Hier sind die Interessen verschieden oder einander entgegengesetzt und die L&#246;sung eines Problems kann durchaus zum Auftauchen eines anderen f&#252;hren. Vor Ort sind, wenn der IS einmal verjagt ist, nur schon die Spannungen zwischen selbsternannten Repr&#228;sentanten der Gemeinschaften sp&#252;rbar. Die &#220;bergriffe gegen die sunnitischen arabischen Bev&#246;lkerungen w&#252;rden in diesem Chaos schon fast als nebens&#228;chlich gelten, wenn sie nicht Vorzeichen f&#252;r eine d&#252;stere Zukunft w&#228;ren. Es wird folglich nicht an Glut unter der Asche mangeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Irak ist auf dem Weg Richtung Status quo ante, d.h. die politisch-milit&#228;rische Herrschaft der Schiiten und Kurden &#252;ber das Land und die Erniedrigung der sunnitischen Bev&#246;lkerungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Syrien zeichnet sich eine letzte Verhandlungsrunde ab, die wom&#246;glich zu einem kompletten Waffenstillstand, einer Regierung der nationalen Einheit und, in einigen Jahren, nach den Wahlen, zur Pension Assads in Russland f&#252;hren werden. Jeder nimmt also gr&#246;sstm&#246;gliche Happen, um gest&#228;rkt an diesen Tisch zu gelangen, wo das Land in Einflussbereiche unterteilt werden wird. Man versucht besonders, die kontrollierten Gebiete geographisch koh&#228;rent zu machen, damit die milit&#228;rische Situation und die politischen Projekte endlich in &#220;bereinstimmung sind. Z.B. indem eine autonome Region unter t&#252;rkischem Einfluss im Norden des Landes erschaffen wird, daher die Konfrontationen um die Kontrolle von Aleppo, die davon die Hauptstadt sein k&#246;nnte. Die Karte der Gefechte, die bis anhin eher einem Leopardenfell glich, tendiert dazu, sich zu vereinfachen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Waffenruhe zwischen dem Regime und den Rebellen, die im Februar 2016 in gewissen Regionen in Kraft getreten ist, wird teilweise respektiert und erlaubt es den loyalistischen Truppen, sich auf den IS und die radikalsten Islamisten wie Al Nusra (der syrische Arm der Al Qaida) zu konzentrieren. Aus einer Position der St&#228;rke heraus hat das Regime einen Prozess der &#8222;Vers&#246;hnung&#8220; neu lanciert, der aus lokalen Abkommen mit kleinen Rebellengebieten besteht, die seit Monaten oder gar Jahren umzingelt und am Ende sind: Waffenstillstand, Niederlegung der Waffen, dann Amnestie f&#252;r die Rebellen. Eine R&#252;ckkehr zur baathistischen Normalit&#228;t, die von der UNO und Russland &#252;berwacht wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist wahrscheinlich Zeit, sich ein letztes Mal f&#252;r das richtige Lager zu entscheiden: Das erkl&#228;rt die Br&#252;che von B&#252;ndnissen, die Wenden und die &#196;nderungen der Etiketten, Namen und Fahnen etlicher bewaffneter Gruppen. Denn in Syrien geben sich die beteiligten Parteien einer chaotischen Jagd auf die Beute des zusammenschrumpfenden Kalifats hin.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;2) Unruhe im Kalifat&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie bleiben alle ihrem Ruf treu: Die Russen bombardieren mit ausserordentlicher Brutalit&#228;t (sic!), so dass man glauben k&#246;nnte, sie zielten nur auf Spit&#228;ler und B&#228;ckereien; auf Seiten des Westens hingegen nur Vorsicht, Pr&#228;zision und Feinf&#252;hligkeit&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-106&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die USA f&#252;hren 90% dieser Bombenangriffe aus, Frankreich kaum 5%.&#034; id=&#034;nh3-106&#034;&gt;106&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Seit mehreren Monaten sind die Truppen des IS also unter den Bomben der amerikanischen und russischen Luftwaffen mit einer eher merkw&#252;rdigen Koalition konfrontiert: die AAS (und ihre Verb&#252;ndeten), die YPG-SDF, Al Nusra (und andere islamistische Gruppen), die (sich im Wiederaufbau befindende) irakische Armee, etliche schiitische Milizen und die Spezialeinheiten von zehn bis 15 verschiedenen L&#228;ndern! Die Partie ist milit&#228;risch verloren, doch das Kalifat hat sich dazu entschieden, eine Verl&#228;ngerung zu provozieren. Es hat die kaum bev&#246;lkerten l&#228;ndlichen Gebiete aufgegeben und hat sich dorthin zur&#252;ckgezogen, wo der Widerstand leichter ist (Bergmassive) oder in Gebiete, die von wirklichem strategischem Wert sind, wie gewisse St&#228;dte, deren Eroberung es teuer zu stehen kommen l&#228;sst. Bis heute erlauben ihm seine milit&#228;rischen F&#228;higkeiten, dort Gegenoffensiven zu lancieren, wo man es nicht erwartet, und seine terroristischen Operationen zu intensivieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Irak folgt die R&#252;ckeroberung der sunnitischen St&#228;dte immer dem gleichen Schema: Bombenangriffe, Umzingelung, regelrechte Belagerung (auch wenn dabei die Bev&#246;lkerung verhungert)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-107&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Denn das Aushungern einer Stadt, der Entzug von Wasser, Elektrizit&#228;t und (...)&#034; id=&#034;nh3-107&#034;&gt;107&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, Aufhetzung der St&#228;mme gegen den IS, vorsichtiger Angriff mit dem massiven Einsatz von Spezialkr&#228;ften (Armee, Polizei) und schiitischen Milizen und schliesslich eine grosse Polizeioperation. Ramadi wird im Februar 2016 auf diese Art und Weise nach zwei Monaten Strassenk&#228;mpfen erobert, Falludscha innerhalb eines Monats. Das Schema ist nur schwer anwendbar auf Mosul, eine Stadt mit mehr als zwei Millionen Einwohnern, welche die Truppen des IS vor zwei Jahren als Befreier empfangen hat. Es ist wahrscheinlich, dass die Stadtv&#228;ter und Stammesf&#252;hrer, statt ihre Stadt (und ihren Handel) der Zerst&#246;rung auszuliefern, die Soldaten des IS, wie sie es 2014 mit dem schiitischen Milit&#228;r getan haben, auffordern, sich zur&#252;ckzuziehen &#8211; und dass diese sich weigern werden, da sie kaum noch Orte haben, wo sie sich zur&#252;ckziehen k&#246;nnten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Staat kann nicht durch Repression allein zusammengehalten werden. Wie wir geschrieben haben, der IS hat es geschafft, die Unterst&#252;tzung eines Teils der Bev&#246;lkerung, der Stammesf&#252;hrer und lokalen Notabeln zu erlangen, indem er ihnen jene Sicherheit und Ordnung zur Verf&#252;gung gestellt, welche f&#252;r einen Neubeginn der wirtschaftlichen Aktivit&#228;t notwendig sind, und die Versorgung verbessert hat&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-108&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#8222;Kalifat und Barbarei. Erster Teil: Vom Staat&#8220;, November 2015.&#034; id=&#034;nh3-108&#034;&gt;108&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Bombenangriffe sind also darauf angelegt, seine Wirtschafts- und Verwaltungst&#228;tigkeiten (logistische Infrastrukturen, Kraftwerke usw.) zu zerst&#246;ren, was ihm fortschreitend einen Teil der Unterst&#252;tzung des Volkes kostet und dazu beitr&#228;gt, seinen Niedergang zu beschleunigen. Von diesem Standpunkt aus befindet sich die Staatsstruktur des IS heute wohl in kompletter Aufl&#246;sung. &#8222;Der Islamische &#8218;Staat&#8216; hat sowohl in Syrien als auch im Irak Gebiete verloren und kontrolliert somit weniger Bev&#246;lkerungen. Die erhobene &#8218;Steuer&#8216; bringt weniger ein, weil es weniger &#8218;Steuerzahler&#8216; gibt. Was die kolossalen in den Finanzinstituten w&#228;hrend den verschiedenen Eroberungen besonders im Irak beschlagnahmten Summen betrifft, so verh&#228;lt es sich wie mit einem Erbe, es wird nach und nach aufgezehrt. Man muss anmerken, dass die Verwaltung eines &#8218;Staates&#8216; ziemlich teuer ist.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-109&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Alain Rodier, &#8222;L&#8216;&#233;preuve de v&#233;rit&#233;?&#8220; in Atlantico, 28. Januar 2016.&#034; id=&#034;nh3-109&#034;&gt;109&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Die L&#246;hne der Funktion&#228;re und die Zusch&#252;sse sind reduziert, die Abgaben erh&#246;ht worden. Die Zeiten einer auf Krieg und Pl&#252;nderung basierenden &#8222;Wirtschaft&#8220; sind zur&#252;ckgekommen. Abgeschnitten vom Rest der Welt muss der IS intern vor K&#228;mpfen, Bombenangriffen und Lebensmittelknappheit Fl&#252;chtende verwalten, wobei zuerst die K&#228;mpfer versorgt werden m&#252;ssen. Die Einf&#252;hrung der Wehrpflicht in einigen Sektoren tr&#228;gt ebenfalls zur Abkehr der Bev&#246;lkerung bei, gleichzeitig werden vermehrt Deserteure (auch ausl&#228;ndische Freiwillige) hingerichtet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Kalifat ist im Kontext des Zusammenbruchs von zwei Staaten geboren und gediehen, doch heute ist es selbst als staatliche Einheit auf der einen wie auf der anderen Seite der syrisch-irakischen Grenze dabei, zu verschwinden. Sein Hauptanziehungspunkt, die Macht, ist verschwunden, nur die Legende wird bleiben: Jene, welche es sich abgem&#252;ht hat, durch seine Propaganda und seinen eschatologischen Diskurs aufzubauen (und welche durch den Aufbau einer weltweiten Koalition gegen es best&#228;tigt worden ist). Auch der Groll jener, welche daran geglaubt oder von diesem Regime profitiert hatten, besonders die irakischen Sunniten, wird ebenfalls bleiben, ein Groll, welcher der IS weiterhin benutzen wird, sogar falls er auf ein lokales und internationales Guerillanetzwerk reduziert ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-110&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Damit n&#228;hert er sich in der Form Al Qaida an, welche hingegen seit 2014 (...)&#034; id=&#034;nh3-110&#034;&gt;110&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da wir versucht haben, die Funktionsweise des Kalifats zu verstehen, die Art und Weise, wie dort acht bis zehn Millionen Menschen ihren Alltag verbringen, haben wir bis jetzt nicht &#252;ber die &#8222;&#228;usseren&#8220; &lt;i&gt;wilayas&lt;/i&gt; (Provinzen) von Libyen, Jemen, &#196;gypten und Afghanistan gesprochen. Milit&#228;rische Einheiten, welche dem IS die Treue geschworen haben, kontrollieren mehr oder weniger einige Regionen oder Orte wie eine traditionelle Guerilla, sie sind jedoch nicht f&#228;hig, dort eine stabile Verwaltung aufzubauen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Libyen ist eine erw&#228;hnenswerte Ausnahme, dort hat der IS versucht, sein Gesellschaftsmodell umzusetzen. Im Oktober 2014, nach drei Jahren B&#252;rgerkrieg, schw&#246;rt eine in der Region von Sirte, die ehemalige Hochburg des Stammes von Gaddafi, aktive Gruppe dem Kalifen al-Baghdadi die Treue. Sie profitiert von der Marginalisierung, welche die Stadt nach der &#8222;Revolution&#8220; erdulden muss, kn&#252;pft B&#252;ndnisse mit diversen lokalen St&#228;mmen und bewaffneten Milizen und breitet ihre Kontrolle kontinuierlich &#252;ber einen 200 km langen K&#252;stenstreifen und f&#252;r kurze Zeit auf die Stadt Derna in der Region Kyrenaika aus. Ein islamisches Gericht und eine Sittenpolizei werden dort eingesetzt und strikte Regeln wie in Raqqa dekretiert. Die Flucht eines grossen Teils der 120&#8216;000 Einwohner hat jedoch das Alltagsleben komplett durcheinandergebracht. Da die Reise nach Syrien immer schwieriger wird, ziehen hingegen Tausende ausl&#228;ndischer K&#228;mpfer in die Stadt, davon viele Tunesier. Der antirassistische Diskurs des IS hat allerdings Schwierigkeiten, sich durchzusetzen, denn die Anwesenheit subsaharischer Jihadisten (Somalier, Senegalesen, Sudanesen usw.), die sehr zahlreich sind, wird von der lokalen Bev&#246;lkerung nicht wirklich akzeptiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die westlichen L&#228;nder m&#246;chten nicht, dass sich die staatliche Erfahrung des Kalifats in Nordafrika wiederholt und in Tunesien oder Algerien ausbreitet, eine erneute internationale Milit&#228;rintervention war in Betracht gezogen worden. Sie h&#228;tte nebenbei die L&#246;sung jener Probleme erlaubt, welche schon vor der Ansiedlung des IS existierten, wie jenes der Regulierung des Migrationsflusses (Verhandlungen mit Gaddafi zu diesem Thema waren seit 2008 in Gange) oder jenes der &#214;lgewinnung (oder sie h&#228;tte zumindest den Versuch erlaubt, sie zu l&#246;sen). Doch die gefundene, weniger teure und einfachere L&#246;sung, da sie keine wirkliche Langzeitstrategie voraussetzte, war die Unterst&#252;tzung der mit dem IS verfeindeten lokalen islamistischen Milizen mit Spezialkr&#228;ften und Bombenangriffen. Zum Zeitpunkt, wo wir diese Zeilen schreiben, und nach zwei Monaten K&#228;mpfen k&#228;mpfen die letzten Verteidiger von Sirte immer noch, wenn auch ohne Hoffnung, in einigen Quartieren des Stadtzentrums. Andere werden wahrscheinlich weiter s&#252;dlich in der W&#252;ste weiterhin im Namen des Kalifats k&#228;mpfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;3. &#8222;Rojava&#8220;?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Syrien enthielt vor dem Krieg mehrere nicht zusammenh&#228;ngende kurdische Siedlungsgebiete entlang der t&#252;rkischen Grenze: Jazira, Koban&#234; und Afrin, drei &#8222;Kantone&#8220; eines Territoriums, das von einigen &#8222;Rojava&#8220;, &#8222;der Westen&#8220; auf kurdisch, also &#8222;westliches Kurdistan&#8220; genannt wird. Die kurdische Bev&#246;lkerung wurde damals auf zwischen eineinhalb und drei Millionen gesch&#228;tzt, doch viele davon oder vielleicht gar die meisten lebten in Aleppo und Damaskus. Eine von den Assads diskriminierte Bev&#246;lkerung, die jedoch durch das B&#252;ndnis zwischen dem syrischen Regime und der PKK (von 1979 bis 1998 zur Destabilisierung der T&#252;rkei) ruhig gehalten wurde. Man muss bis 2003 warten, bis die PKK einen anfangs unbedeutenden syrischen Fl&#252;gel, die PYD, gr&#252;ndet. Das Gebiet erlebt 2004 einen bedeutenden Volksaufstand gegen die Diskriminierungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Jahr 2011 sind dort die dem Regime feindlich gesinnten Demonstrationen massiv und die kommunitaristischen Betrachtungen im Gegensatz zu 2004 nebens&#228;chlich. Das Regime spielt die Karte der Kommunitarisierung, gew&#228;hrt 150&#8216;000 Kurden die syrische Nationalit&#228;t, welche sie seit 1962 nicht mehr hatten, und befreit gefangene Mitglieder der PYD. Zu diesem Zeitpunkt hat die Partei ihren Auftritt im Norden Syriens, erw&#228;hnenswert hierzu ist auch die R&#252;ckkehr von Salih Muslim Muhammad aus dem Exil nach der Begnadigung durch Damaskus&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-111&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Christophe Ayad, &#8222;Les Kurdes syriens profitent de la guerre pour faire (...)&#034; id=&#034;nh3-111&#034;&gt;111&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Im Juli zieht das Regime Soldaten und Polizisten aus den drei Kantonen zur&#252;ck und mobilisiert sie im Rest des Landes, wo sie sich an der Repression beteiligen. Die kurdische Partei &#252;bernimmt also ohne Gewalt die aufgegebenen Orte und Geb&#228;ude. In diesen Gebieten endet der Protest gegen Assad und f&#252;r Demokratie sogleich&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-112&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;In ihren Gebieten sowie im kurdischen Quartier von Aleppo habe die PYD (...)&#034; id=&#034;nh3-112&#034;&gt;112&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und die PYD beginnt mit der Anwendung ihres Programms, dem &#8222;demokratischen Konf&#246;deralismus&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-113&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Sogar die &#252;berzeugtesten Anh&#228;nger der PYD m&#252;ssen eingestehen, dass es sich (...)&#034; id=&#034;nh3-113&#034;&gt;113&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Drei Jahre sp&#228;ter, dank der medienwirksamen Schlacht von Koban&#234;, entdeckt ein Teil der &#228;usseren Linken und der Anarchisten in Frankreich Rojava. Gem&#228;ss einer bereits bekannten Aktivistenlogik (Algerien, Nicaragua oder Chiapas) detektieren sie dort eine wirkliche oder potentielle Revolution und st&#252;rzen sich in eine fanatische Unterst&#252;tzung. Dieser Prozess ist allerdings nur die postmoderne Version einer banalen nationalen Befreiungsbewegung mit ihren unvermeidlichen Makel, doch er hat den Aufbau einer westlichen Demokratie zum Ziel, die von B&#252;rgerbeteiligung begleitet wird. Die PYD sieht ihn realistisch und sucht eher nach sozialdemokratischer Unterst&#252;tzung (PS, PC und EELV im Falle Frankreichs). Eine ihrer Besonderheiten ist es, die im Westen popul&#228;re feministische Karte zu spielen, indem f&#252;r Journalisten systematisch K&#228;mpferinnen in den Vordergrund ger&#252;ckt werden (die &#8211; ein aufmerksames Auge wird das erkennen &#8211; in Wirklichkeit sehr selten in den ersten Reihen sind).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir werden hier weder auf den wenig libert&#228;ren Charakter dieser Partei und des Regimes von Rojava, noch auf den angeblich revolution&#228;ren Prozess zur&#252;ckkommen, die Kritiken sind zahlreich gewesen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-114&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Dazu lese man u.a. &#8222;'I have seen the future and it works.' &#8211; Critical (...)&#034; id=&#034;nh3-114&#034;&gt;114&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Mode Rojava ist etwas vorbei, sie hat jedoch Sch&#228;den in der Aktivistenszene angerichtet&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-115&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#8222;A Letter to &#8216;Rojavist' Friends&#8220;, TKGV, Mai 2016.&#034; id=&#034;nh3-115&#034;&gt;115&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es ist z.B. heute schwierig den amerikanischen Imperialismus zu verurteilen, w&#228;hrend man gestern NATO-Unterst&#252;tzung f&#252;r die YPG forderte&#8230; Heutzutage sind die aus Rojava kommenden Informationen, abgesehen vom Projekt einer biologischen Kompostfabrik, alle milit&#228;rischer oder polizeilicher Natur und wenn einige Dutzend europ&#228;ische Maoisten immer noch in den Reihen der YPG k&#228;mpfen, so tun sie das Seite an Seite mit Hunderten von amerikanischen Soldaten der Spezialeinheiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die PYD hat geschickt vom syrischen Konflikt profitiert, um ihre eigenen Ziele zu verwirklichen: die Wiedervereinigung der drei bis anhin durch arabische oder turkmenische Gebiete (erstere manchmal bewusst &#8222;arabisiert&#8220; in den 1970er Jahren) getrennten Kantone. Das hat der Partei erlaubt, zu einem unumg&#228;nglichen Partner der am Konflikt beteiligten M&#228;chte zu werden, denn ihr Projekt harmonisiert mit ihrem Ziel, das Kalifat aus der Welt zu schaffen. Nach der Unterst&#252;tzung Washingtons erhielt sie jene Moskaus, wo sie &#252;brigens ihre ersten &#8222;diplomatischen&#8220; B&#252;ros er&#246;ffnet hat (danach in Prag, Berlin, Paris usw.). Die YPG, die je nach Sch&#228;tzungen zwischen 5&#8216;000 und 50&#8216;000 K&#228;mpfer (!) in ihren Reihen haben, sind zu den ber&#252;hmten &#8222;Bodentruppen&#8220; geworden, die kein Land mobilisieren wollte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit die PYD von der Beteiligung an der Eroberung der Hauptstadt des IS &#252;berzeugt werden konnte, mussten die USA versprechen, die Wiedervereinigung der drei Kantone (milit&#228;risch und diplomatisch) zu unterst&#252;tzen. Ein Abkommen wurde im Oktober 2015 mit der Gr&#252;ndung einer neuen arabisch-kurdischen milit&#228;rischen Koalition geschlossen, die Syrischen demokratischen Kr&#228;fte (SDF), innerhalb welcher die YPG 75 bis 80% der K&#228;mpfer ausmachen. Es geziemt sich tats&#228;chlich eher, eine solche Koalition zu unterst&#252;tzen, denn die Schwesterpartei der PKK, die von der &#8222;internationalen Gemeinschaft&#8220; als &#8222;terroristisch&#8220; klassifiziert wird. Die Beteiligung der arabischen und syriakischen Aushilfskr&#228;fte ist &#252;brigens eine Notwendigkeit, um die nicht-kurdischen Gebiete und v.a. Raqqa zu erobern, deren 300&#8216;000 Einwohner einem Eindringen kurdischer Truppen nicht notwendigerweise wohlgesinnt w&#228;ren. Anfang 2016 wird die Operation dringend, denn im S&#252;den n&#228;hert sich die AAS der Stadt. Die USA haben also 500 Mann mobilisiert, die zusammen mit den YPG-SDF an den K&#228;mpfen teilnehmen. In Anbetracht des wirtschaftlichen und symbolischen Gewichts der Stadt ist es nicht unerheblich, ob sie Pro-Russen oder Pro-Amerikanern in die H&#228;nde f&#228;llt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weiter im Westen beteiligen sich die YPG im Februar 2016 an der von der AAS und der Hizbollah lancierten Initiative im Norden von Aleppo gegen mehrere &#8222;Rebellengruppen&#8220;, z.B. Al Nusra, zur Unterbrechung des strategischen Korridors von Azaz. Die Operation geniesst die Unterst&#252;tzung der russischen Luftwaffe und die Zustimmung der USA&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-116&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Einige Tage vor der Offensive, am 31. Januar 2016, besuchte der (...)&#034; id=&#034;nh3-116&#034;&gt;116&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Weiter s&#252;dlich, wo der Vorwand der Wiedervereinigung der Kantone nicht geltend gemacht werden kann, helfen die YPG mehrmals den Truppen Assads, um die Umzingelung von Quartieren der &#8222;Rebellen&#8220; in Aleppo zu vollenden, wo noch 200&#8216;000 Einwohner leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Zusammenarbeit zwischen den YPG und der AAS ist nicht &#252;berraschend, denn die ambivalente Beziehung zwischen der Verwaltung von Damaskus und jener von Rojava geht, wie wir gesehen haben, auf 2011 zur&#252;ck. Einige Mitglieder der exilierten syrischen Opposition, wozu auch kurdische Organisationen geh&#246;ren, betrachten die PYD schlicht und einfach als Teil des Regimes von Assad. Was das Verh&#228;ltnis zwischen den YPG und der AAS seit dem Beginn des Krieges charakterisiert, ist vor allen Dingen eine friedliche Koexistenz, die f&#252;r ihre jeweiligen Pl&#228;ne von Nutzen ist. Doch genau wie das B&#252;ndnis zwischen Hafiz al-Assad und der PKK bleibt jenes zwischen Bashar al-Assad und der PYD ein Zweckb&#252;ndnis und k&#246;nnte von einem Moment auf den anderen enden (umso mehr, weil ein Teil jener sunnitischen Rebellengruppen, welche sich den SDF angeschlossen haben, gegen Assad sind). Man sieht es gut in al-Hasaka und Qamischli, zwei loyalistische Enklaven im Herzen von Rojava, wo sich Checkpoints und K&#228;mpfer beider Lager gegen&#252;berstehen und wo es seit 2011 zu mehreren Scharm&#252;tzeln gekommen ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-117&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;J&#252;ngst im M&#228;rz 2016: Zusammenst&#246;sse zwischen kurdischen Polizisten und (...)&#034; id=&#034;nh3-117&#034;&gt;117&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die YPG h&#228;tten die Mittel, sie zu erobern, doch die Pr&#228;senz des Regimes ist ihnen n&#252;tzlich, der Flughafen von Qamischli garantiert z.B. eine regelm&#228;ssige Flugverbindung zwischen Rojava und dem Rest Syriens, was den (kurdischen und arabischen) Mittelklassen der Region erlaubt, nach Damaskus und dann ins loyalistische Gebiet f&#252;r Gesch&#228;fte, Studien, medizinische Behandlung oder anderes zu reisen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-118&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Michel Korinman (Hg.), Daech. Menace sur les civilisations, L'Esprit du (...)&#034; id=&#034;nh3-118&#034;&gt;118&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Eroberung dieser beiden St&#228;dte durch die YPG wird also nur ganz am Ende des Konflikts stattfinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man weiss heute nicht wirklich, ob man immer noch von &#8222;Rojava&#8220; sprechen soll, denn auf die Verwaltung der drei Kantone durch die PYD folgte im M&#228;rz eine einfache &#8222;Nordregion Syriens&#8220;, die autonom ist und deren Grenzen unklar und flexibel sind. Es geht darum, die arabischen oder christlichen Bev&#246;lkerungen zu beruhigen, f&#252;r welche die Hegemonie der PYD langsam irritierend wird (einigen arabischen Orten wie Tall Abyad ist der Anschluss an die Verwaltung des Kantons Koban&#234; ein Dorn im Auge)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-119&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wladimir van Wilgenburg, &#8222;Les Kurdes syriens cherchent &#224; prendre Raqqa en (...)&#034; id=&#034;nh3-119&#034;&gt;119&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Was sich abzeichnet, ist die Erschaffung einer (de facto) autonomen Region im Norden Syriens entlang der t&#252;rkischen Grenze, die politisch von der PYD beherrscht wird und unter dem milit&#228;rischen Schutz der USA steht. Letztere haben wahrscheinlich ihrem t&#252;rkischen Verb&#252;ndeten versprochen, dass diese Region nicht den Namen &#8222;Kurdistan&#8220; tragen wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;4) Der Zusammenbruch der Klassen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und die Proletarier in all dem? Wir sprechen eigentlich von Anfang an von ihnen, aber in Form von Kanonenfutter. Es ist wahr, dass, wenn man nicht schon f&#252;r ein Lager zwangsrekrutiert worden ist, es eine Chance zum wirtschaftlichen &#220;berleben sein kann, den Kriegsberuf zu w&#228;hlen. &#8222;Da alle Berufe verschwunden sind, blieb den jungen M&#228;nnern nur noch die Wahl &#252;brig, sich als K&#228;mpfer zu engagieren.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-120&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Catherine Gou&#235;set, &#8222;Syrie: cinq ans de guerre dans les faubourgs de Damas&#8220; (...)&#034; id=&#034;nh3-120&#034;&gt;120&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Und &#8222;schlicht und einfach&#8220; eine &#220;berlebenschance in einem Krieg, wo die Zivilisten einen h&#246;heren Blutzoll bezahlen als die Soldaten. &#8222;Es ist wahr. Das Problem im Krieg ist der Zivilist. Wenn man am leben bleiben will, greift man besser zu den Waffen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-121&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;G&#233;rard Chaliand.&#034; id=&#034;nh3-121&#034;&gt;121&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine Wirtschaft in Fetzen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man muss sich zuerst dar&#252;ber bewusst sein, dass die Wirtschaft des Landes zugrunde gerichtet ist, genau wie die St&#228;dte und die industriellen und landwirtschaftlichen Gebiete. Der Krieg habe dem syrischen Staat zwischen M&#228;rz 2011 und Ende 2015 ann&#228;hernd 250 Milliarden Dollar gekostet (Verlust wirtschaftlicher Produktion, Zerst&#246;rung oder Besch&#228;digung von Kapital, im Budget nicht vorgesehene milit&#228;rische Kosten)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-122&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jihad Yazigi, &#8222;La guerre continue &#224; d&#233;truire, mais aussi &#224; cr&#233;er de (...)&#034; id=&#034;nh3-122&#034;&gt;122&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Sein BIP hat sich zwischen 2010 und 2015 um 55% reduziert. Die Zoll- und Steuereinnahmen haben sich verringert, jene des &#214;lsektors um 95%. Das landwirtschaftliche Bruttoinlandprodukt hat sich um 60% verringert und die urbaren Fl&#228;chen von 6 Millionen Hektaren auf 3.6, was zu einer betr&#228;chtlichen Erh&#246;hung der Preise der zwar subventionierten landwirtschaftlichen Produkte gef&#252;hrt hat. In Tat und Wahrheit gibt es keinen nationalen Markt mehr, nur noch mehrere wirtschaftliche Regionen mit beschr&#228;nkter Handelst&#228;tigkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor dem Krieg war die EU der prinzipielle Handelspartner des Landes, doch die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Syrien haben das ge&#228;ndert. Zwischen 2012 und 2013 sind die Importe von Syrien in die EU um 53% gesunken und die europ&#228;ischen Exporte nach Syrien um 36%. Alles in allem sind die Exporte und die Importe um respektive 89 und 60% zwischen 2011 und 2014 gesunken. China ist zu Syriens Hauptwarenlieferanten geworden, gefolgt von der T&#252;rkei und der Russischen F&#246;deration.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Anteil des Lohnes im Einkommen der Syrer sinkt aufgrund der Schliessung von zahlreichen Unternehmen: Seit 2011 haben einige Bosse ihre Fabriken in sichere Gebiete (entlang der K&#252;ste) delokalisiert, andere haben sich im Ausland (&#196;gypten, T&#252;rkei, Libanon) niedergelassen. In gewissen von den Rebellen gehaltenen Gebieten sind vollst&#228;ndige Fabriken demontiert, auf dem Schwarzmarkt verkauft und in der T&#252;rkei neu aufgebaut worden. &#8222;Von den 40&#8216;000 funktionierenden Fabriken und Werkst&#228;tten in der Provinz Aleppo, d.h. sowohl die Stadt als ihr Umland, sind nur noch 4&#8216;000 (10%) aktiv. Ungef&#228;hr 28&#8216;000 sind teilweise oder vollst&#228;ndig zerst&#246;rt worden, w&#228;hrend ungef&#228;hr 8&#8216;000 andere in die T&#252;rkei oder an die syrische K&#252;ste delokalisiert haben, oder schlichtweg geschlossen worden sind.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-123&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jihad Yazigi, &#8222;Que reste-t-il du tissu industriel syrien?&#8220; in Le Commerce (...)&#034; id=&#034;nh3-123&#034;&gt;123&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl die gr&#246;ssten industriellen Komplexe wie Raffinerien, Kraftwerke oder Zementfabriken intakt scheinen, hat die Wirtschaft zwischen 2.1 und 2.7 Millionen Arbeitspl&#228;tze verloren. Die Geh&#228;lter f&#252;r die Funktion&#228;re sind heute (auch in den von den Rebellen kontrollierten Gebieten) in Syrien die Haupteinkommensquelle.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Arbeitslosigkeit betrug 2015 55%, die Jugendarbeitslosigkeit 78% (im Vergleich zu respektive 12 und 30% 2011). Heute leben 83.4% der Syrer unter der Armutsgrenze (im Vergleich zu 28% 2010). In diesem zugrunde gerichteten Land wird das Elend nur durch Gelegenheitsjobs, Status&#228;nderung hin zur Selbstst&#228;ndigkeit, Improvisationskunst, Darlehen, Verkauf diverser Objekte usw. abgeschw&#228;cht. Viele verdanken ihr &#220;berleben der humanit&#228;ren Hilfe, wie z.B. in den regimetreuen und ehemals &#8222;b&#252;rgerlichen&#8220; Vierteln Aleppos, wo ungef&#228;hr eine Million Einwohner lebten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-124&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Laure Stephan, &#8222;Dans les quartiers ouest, une vie en sursis&#8220; in Le Monde, (...)&#034; id=&#034;nh3-124&#034;&gt;124&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In dieser Stadt sind heutzutage 52% aller Wohnungen unbewohnbar (haupts&#228;chlich in den informellen Vierteln). Eine grosse Mehrheit der Vertriebenen innerhalb ihres eigenen Landes oder gar ihrer eigenen Stadt m&#252;ssen in Wohngemeinschaften oder bei Angeh&#246;rigen leben, unvollendete oder besch&#228;digte Geb&#228;ude oder leere Wohnungen besetzen. In Latakia, einer als sicher geltenden Stadt, sind 82% der Fl&#252;chtlinge Mieter, h&#228;ufig in Wohngemeinschaften aufgrund des Anstiegs der Mieten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;In den &#8222;befreiten&#8220; Gebieten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Bezug auf die gescheiterte &#8222;Revolution&#8220; im Fr&#252;hling 2011 werden die Gegner Assads immer noch h&#228;ufig &#8222;Revolution&#228;re&#8220; genannt. Einige benutzten das gleiche Adjektiv, um die Prozesse der Selbstorganisation in den &#8222;befreiten&#8220; oder &#8222;halbbefreiten&#8220;, d.h. nicht von der AAS, dem IS oder den YPG kontrollierten Gebieten zu beschreiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In jenen Regionen, wo sich die regimetreuen Truppen zur&#252;ckgezogen haben, wird das allt&#228;gliche &#220;berleben ab Sommer 2012 von der Bev&#246;lkerung selbst organisiert. Die zahlreichen politischen Parteien der syrischen Opposition im Ausland genau wie die Gewerkschaften waren im Land inexistent und konnten der Bewegung keinen Rahmen geben. Eine Vielzahl von Vereinen, &#8222;Volks-&#8220;, &#8222;Lokal-&#8220; oder &#8222;Quartierkomitees&#8220;, lokalen (Komitees vereinigenden) oder (gew&#228;hlten) Gemeinder&#228;ten wurde gegr&#252;ndet, sie werden das Funktionieren der vitalen &#246;ffentlichen Dienste garantieren und den Nachschub verwalten. Es ist, was die &#8222;zivilen Institutionen&#8220; genannt werden wird, eine Selbstorganisation, die sich mit der Zeit in eine Selbstadministration verwandeln wird&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-125&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;&#8216;Cessez-le-feu&#8216; en Syrie&#8220; in CQFD, Nr. 142, April 2016.&#034; id=&#034;nh3-125&#034;&gt;125&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Tatsache, dass die Komitees auf eine nicht hierarchische Art und Weise funktionieren, die auf der gegenseitigen Hilfe gr&#252;ndet, erkl&#228;rt, dass einige darin einen libert&#228;ren Einfluss gesehen haben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-126&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Besonders jener des syrischen Anarchisten Omar Aziz. Siehe Leila Shrooms, (...)&#034; id=&#034;nh3-126&#034;&gt;126&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Aber gl&#252;cklicherweise sind die Anarchisten nicht die einzigen, die sich organisieren, wenn es ums &#220;berleben geht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend sie auf die R&#252;ckkehr einer Autorit&#228;t warten, versuchen die rebellischen Verwalter in Wirklichkeit jene Aufgaben zu erledigen, welche der von diesen Gebieten abwesende Staat nicht erledigen kann. Da die ehemaligen Funktion&#228;re die kompetentesten Leute sind, um die &#246;ffentlichen Dienste wieder zum Laufen zu bringen, werden sie selbstverst&#228;ndlich eingebunden, Polizisten manchmal eingeschlossen. Das ist umso praktischer, als dass Damaskus h&#228;ufig weiterhin ihre L&#246;hne bezahlt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Zuerst muss die Ordnung wieder hergestellt und der Polizeidienst neu aufgebaut werden, manchmal indem man die erfahrenen, ehemals aktiven Beamten erneut rekrutiert. Die Gerichte m&#252;ssen neu organisiert und die Justiz neu aufgebaut werden. Das Zivilstandsregister muss aktuell gehalten werden, um den Bewohnern die notwendigen Dokumente zu liefern. Den Banken muss es erm&#246;glicht werden, in Sicherheit zu funktionieren. Die M&#228;rkte m&#252;ssen trotz der Wirtschaftsblockade und den Treibstoffmangeln beliefert werden. Die B&#228;ckereien m&#252;ssen funktionieren. Klandestine Kliniken m&#252;ssen organisiert werden, damit sie nicht von den Flugkr&#228;ften des Regimes zerst&#246;rt werden. Notleidenden Familien und Angeh&#246;rigen von Gefangenen muss geholfen werden. Fl&#252;chtlingen, welche aufgrund der Zerst&#246;rung ihrer H&#228;user auf der Strasse gelandet sind, muss Schutz und Ern&#228;hrung gew&#228;hrleistet werden. Abfall muss entsorgt, Verkehrswege aufrechterhalten, unabdingbare Geb&#228;ude repariert werden. Die Schulen m&#252;ssen wieder ge&#246;ffnet werden. Usw.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-127&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ignace Leverrier, &#8222;La mise en place en Syrie des organisations de la (...)&#034; id=&#034;nh3-127&#034;&gt;127&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die ersten neu aufgebauten Institutionen sind also h&#228;ufig die Polizei und die Justiz&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-128&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Adam Baczko, Gilles Dorronsoro, Arthur Quesnay, op. cit., S. 35. Man kann (...)&#034; id=&#034;nh3-128&#034;&gt;128&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Aufbau einer Polizeikraft muss es erlauben, in einer Zeit, wo Bewaffnete allgegenw&#228;rtig sind, &#8222;die Sicherheit&#8220; zu garantieren. Ob Wahrheit oder Phantasie, es ist bedeutend, dass das Ger&#252;cht verbreitet ist, Assad habe Tausende Strafgefangene zu Beginn des Aufstands freigelassen. Eine effiziente Polizei erlaubt es auch, l&#228;stige bewaffnete Gruppen aus der Stadt fernzuhalten, welche diese Rolle spielen wollen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-129&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Im Fr&#252;hling 2013 kamen die Polizisten von Aleppo dank der finanziellen (...)&#034; id=&#034;nh3-129&#034;&gt;129&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hinsichtlich der Gerichte geht es f&#252;r die Aufst&#228;ndischen auch um politische Gr&#252;nde, schliesslich bek&#228;mpfen sie eine Diktatur und m&#252;ssen deshalb f&#252;r eine gerechte Justiz einstehen. Aber wie, vor allem wenn die Richter geflohen sind, und auf welches Recht soll man sich beziehen? Es sind die Scheiche, Anw&#228;lte und Rechtsstudenten die anfangs eingebunden werden. Obwohl manchmal weiterhin das syrische Zivilgesetz angewendet wird, w&#228;hrend andere f&#252;r das Gesetzbuch der Arabischen Union optieren (ein Zivil- und Strafgesetzbuch basierend auf der Scharia und 1996 von der Arabischen Liga erschaffen), wird in der Bev&#246;lkerung h&#228;ufig die Scharia als legitim betrachtet, allen voran in l&#228;ndlichen Regionen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-130&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 36.&#034; id=&#034;nh3-130&#034;&gt;130&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Aufrechterhaltung der bestehenden gesellschaftlichen Ordnung (Privateigentum, Geld, Lohnarbeit usw.) und die Rolle der Mittelklassen machen diese Art von Strukturen unabdingbar, daher, in Anbetracht des Chaos, die notwendige Suche nach einer Autorit&#228;t, d.h. eines Gewaltmonopols.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Befreit&#8220; bedeutet nicht notwendigerweise &#8222;demokratisch&#8220;, umso mehr, als dass sich die Organisation von Wahlen schwierig gestaltet. Die Kontrolle dieser Institutionen ist ein Kampf um die Macht. Bestimmt, benannt oder gew&#228;hlt findet man in den Machtpositionen etlicher R&#228;te viele Pers&#246;nlichkeiten der Bewegung von 2011 (der Mittelklassen), aber auch &#246;ffentliche Notabeln, Repr&#228;sentanten der Stammesstrukturen oder lokale milit&#228;rische Gruppen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ab Herbst 2012 lanciert die Opposition im Exil einen Integrations- und Zentralisierungsprozess der zivilen Institutionen und organisiert in der T&#252;rkei Treffen der &#8222;Unterh&#228;ndler&#8220;. Etliche Komitees entscheiden sich daf&#252;r, sich ihm anzuschliessen, um vom Netz der Umverteilung der internationalen humanit&#228;ren und finanziellen Hilfe zu profitieren, was sie absolut ben&#246;tigen, da die lokalen Ressourcen durch die Unm&#246;glichkeit der Abgaben- und Steuererhebung trockengelegt sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die K&#228;mpfer bleiben jedoch stets die Priorit&#228;t der Geldgeber und somit m&#252;ssen diese Institutionen mit diversen bewaffneten Gruppen zusammenleben. Das Gewaltmonopol ist in Tat und Wahrheit die Grundvoraussetzung f&#252;r alle anderen Monopole.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Militarisierung der Revolte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Fr&#252;hling 2011 st&#252;tzt sich Assad schnell zwecks einer heftigen Repression auf die Armee, welche ihm als Korporation treu bleibt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-131&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Im Gegensatz zur tunesischen und &#228;gyptischen Armee, die beide den (...)&#034; id=&#034;nh3-131&#034;&gt;131&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Bescheidene bewaffnete Selbstverteidigungsgruppen werden dann gegr&#252;ndet, um die Demonstrationsz&#252;ge zu begleiten. Doch mit dem Zustrom von Deserteuren und der Aufgabe gewisser Territorien durch das Regime (insbesondere der &#228;rmsten l&#228;ndlichen Gebiete aufgrund Truppenmangels) bilden sich bewaffnete autonome Gruppen w&#228;hrend des Sommers von lokalen Initiativen ausgehend. Gegen Ende Jahr wird &#252;berall gek&#228;mpft, denn diese Gruppen, die sich als Vorwegnahme einer neuen nationalen Armee sehen, spriessen im ganzen Land. Erst sp&#228;ter, ab 2012, versucht die Opposition im Exil, eine wahrhafte Armee zu koordinieren, die Freie syrische Armee (FSA), der Versuch scheitert jedoch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit diesem &#220;bergang zum bewaffneten Kampf, der sich schnell als Militarisierung ausdr&#252;ckt, sind nicht alle einverstanden. Wird die Gewalt nicht die Bewegung diskreditieren? In mehreren St&#228;dten, Homs zum Beispiel, widerspiegelt diese Debatte teilweise den Antagonismus zwischen den armen und l&#228;ndlichen (eher auf die &#8222;Praxis&#8220; fixierten) Vierteln und den st&#228;dtischen Eliten, die aus Studenten und Angeh&#246;rigen der liberalen Berufe bestehen und hinter den friedlichen Demonstrationen stehen. Die Militarisierung wird von vielen von ihnen als Enteignung der Revolution erlebt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-132&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 127, 286-287.&#034; id=&#034;nh3-132&#034;&gt;132&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; (trotz Ausnahmen, wie die Universit&#228;t von Aleppo, die ihre eigene bewaffnete Gruppe gr&#252;ndet).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend die meisten K&#228;mpfer volksnahen und l&#228;ndlichen Milieus entstammen, ist die Zusammensetzung der F&#252;hrungsspitze komplexer, denn im Krieg werden die Karten teilweise neu gemischt. Die Kompetenzen, die Tapferkeit, die F&#228;higkeiten der Waffenbeschaffung z&#228;hlen und garantieren den fahnenfl&#252;chtigen Offizieren eine privilegierte Stellung. Obwohl eine prominente Stellung vor dem Krieg nicht f&#252;r eine milit&#228;rische F&#252;hrungsstellung reicht, ist sie nichtsdestominder ein Trumpf, genau wie die (richtige) Stammeszugeh&#246;rigkeit. Ein anderes Kriterium ist die urspr&#252;ngliche finanzielle Einlage, welche die F&#252;hrungspositionen von Handwerkern, Scheichen und H&#228;ndlern erkl&#228;rt, denn die Erbeutung von Waffen der AAS ist weder einfach, noch gen&#252;gend und der Aufbau und der Unterhalt einer Einheit, so klein sie auch sein m&#246;ge, erfordert bedeutende Ressourcen. Eine Patrone 7,62 (f&#252;r eine AK-47) wurde zu Beginn des Konflikts f&#252;r bis zu zwei Dollar verkauft. Daher die &#252;berraschenden Anekdoten, wie z.B. jene des H&#228;ndlers der die Gesamtheit seiner G&#252;ter verkauft hat, um eine Einheit von 30 M&#228;nnern w&#228;hrend drei Monaten auszustatten und zu bezahlen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-133&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 132.&#034; id=&#034;nh3-133&#034;&gt;133&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ein Zeitraum, w&#228;hrend welchem Sponsoren gefunden werden m&#252;ssen, indem die Videos ihrer Heldentaten auf YouTube ver&#246;ffentlicht werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und eben genau weil sich die Opposition im Exil unf&#228;hig gezeigt hat, diese Gruppen zu finanzieren, im Besonderen die Solde zu bezahlen, ist keine Koordination m&#246;glich gewesen und die K&#228;mpfer mussten selbst das notwendige Geld finden, vor Ort oder im Ausland. Daher ist es schnell zu Konkurrenz und Rivalit&#228;ten gekommen, schon vor den Konfrontationen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und wenn eine Gruppe an Bedeutung gewinnt, geschieht mit ihrem Budget das selbe. Pr&#228;dation, Kontrolle und Abgabenerhebung &#252;ber die Warenfl&#252;sse usw. sind das Resultat einer &#8222;Akkumulationslogik der Milit&#228;rmacht&#8220;, einem Streben nach einem Monopol, denn solange eine Gruppe es nicht hat, regiert das Chaos in der Region und die Wirtschaft leidet darunter. In den &#246;lreichen Gegenden erlauben es die Einkommen den lokalen Unternehmern, gen&#252;gend K&#228;mpfer zu unterhalten, um die meisten Eindringlinge abzuwehren und ihre Einrichtungen zu besch&#252;tzen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-134&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 308.&#034; id=&#034;nh3-134&#034;&gt;134&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man versteht, dass jene Gruppen einen Vorteil erlangen werden, welche Ressourcen und &#228;ussere Unterst&#252;tzung zur Verf&#252;gung haben, denn eine derartige Militarisierung w&#228;re ohne ausl&#228;ndische Unterst&#252;tzung unm&#246;glich gewesen, insbesondere jene der Golfmonarchien und, wenn auch in kleinerem Ausmass, jene der westlichen L&#228;nder (Frankreich hat, trotz des von der EU verordneten Embargos, ab 2012 gewissen Gruppen Waffen geliefert). Obwohl die &#228;ussere Opposition anfangs abgeneigt war, hat ein Teil der syrischen Bourgeoisie, die auf eine internationale Unterst&#252;tzung oder gar eine Milit&#228;rintervention gegen Assad z&#228;hlte, ihre Netzwerke und Kontakte spielen lassen und der Militarisierung Vorschub geleistet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die dank ihrer finanziellen Autonomie einigermassen ausdauernden bewaffneten Gruppen werden sich gegen die Unterwerfung unter die zivilen Beh&#246;rden str&#228;uben, umso mehr, wenn sie aus l&#228;ndlichen Regionen kommen und von den St&#228;dtern nicht willkommen geheissen werden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-135&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#8222;Kalifat und Barbarei. Zweiter Teil: Von der Utopie&#8220;, Dezember 2015, (...)&#034; id=&#034;nh3-135&#034;&gt;135&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Sie tendieren im Gegenteil dazu, sich als Verwalter zu pr&#228;sentieren, indem sie sich einen politischen Fl&#252;gel geben. Daher kommt auch das wachsende Gewicht jener, welche &#252;ber &#228;ussere Unterst&#252;tzung verf&#252;gen, z.B. die Muslimbr&#252;der, deren allt&#228;gliche Verwaltungsf&#228;higkeiten jenen ihrer Rivalen &#252;berlegen sind. Zudem tr&#228;gt ihr finanzieller Wohlstand dazu bei, dass sie weniger in Versuchung geraten, Erpressung, Pl&#252;nderung und Schutzgelderpressung zu praktizieren, und somit sind sie von der Bev&#246;lkerung besser angesehen (das gilt auch f&#252;r Al Nusra oder den IS).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Selbstverst&#228;ndlich verwandeln sich spontan von Deserteuren gebildete autonome Gruppen nicht &#252;ber Nacht in ein verallgemeinertes Chaos, wo sich Hunderte von Milizen, in der Regel islamistisch und vom Ausland subventioniert, in sich &#228;ndernden und tempor&#228;ren B&#252;ndnissen gegenseitig bek&#228;mpfen. Doch ab Herbst 2012 zeichnet sich ein Wettbewerb zwischen jenen Gruppen ab, welche sich mehr oder weniger auf die FSA beziehen, und jenen, welche ank&#252;ndigen, eine islamische Verwaltung in Syrien aufbauen zu wollen; ausser im S&#252;den herrschen letztere vor. Die Situation verschlimmert sich ab Fr&#252;hling 2013 aufgrund der Intervention &#228;usserer Akteure.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Drunter und dr&#252;ber?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bourgeois und Proletarier sind nicht gleich vor dem Tod und auch nicht vor dem Krieg, in beiden F&#228;llen spielt immer ein gewisses Mass an Ungewissheit mit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die K&#228;mpfe und Bombenangriffe betreffen besonders die proletarischen Quartiere der syrischen St&#228;dte, insbesondere die peripheren, sogenannt &#8222;informellen&#8220; Quartiere, wo die Opfer der Krise und der Landflucht vor dem Krieg eingepfercht waren und die 2011 Hochburgen der Revolte waren. Die Stadtzentren und b&#252;rgerlichen Quartiere sind in der Regel auf der regimetreuen Seite, ihnen sind somit die heftigsten Bombenangriffe erspart geblieben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier haben einige mehr als ihr Leben zu verlieren. Die Mitglieder der Mittelklassen z.B., welche Eigent&#252;mer von Immobilien sind, oder die Handwerker und Gesch&#228;ftsm&#228;nner k&#246;nnen ihren Status im Handumdrehen aufgrund der Ungeschicklichkeit eines Suchoi-Piloten verlieren. Die Entwertung des syrischen Pfundes hat nur die kleinen Sparer ruiniert, nicht die Bourgeois mit Konto im Ausland.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend einige Familien ihr Verm&#246;gen verlieren, florieren Kriegsprofiteure, die Schwarzhandel betreiben und investieren. Ein Kriegsherr wird m&#252;helos zum Unternehmer. Die Hierarchien werden umstrukturiert, zumindest zum Teil.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor allen Dingen profitiert eine Minderheit der an den Protesten 2011 beteiligten Mittelklassen von den neuen Institutionen und nimmt F&#252;hrungspositionen ein. Dank ihrem Bildungsniveau und ihren technischen Kompetenzen gelangen neue Leute in Kaderpositionen, sie sind erfahrener und &#228;lter als jene, welche die Bewegung 2011 animierten (in Idlib muss man z.B. ein Universit&#228;tsdiplom haben, um gew&#228;hlt zu werden)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-136&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 282.&#034; id=&#034;nh3-136&#034;&gt;136&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Rolle der Angeh&#246;rigen der Mittelklassen ist zentral aufgrund der Abwesenheit der ehemaligen Eliten, die schnell ins Ausland gefl&#252;chtet sind oder in den regimetreuen Sektoren leben. Ehemals tonangebende Familien, die vom baathistischen Regime marginalisiert worden waren, sind hingegen zur&#252;ck auf der politischen B&#252;hne. &#8222;In diesem Kontext der zunehmenden Isolierung der Individuen kann eine Minderheit ihr Kapital vergr&#246;ssern aufgrund ihrer Zugeh&#246;rigkeit zu den Netzwerken des Protests [&#8230;] Jedoch bestimmt das Kapital, welches die Akteure zuvor hatten, weitgehend die Verteilung der Machtpositionen innerhalb der neuen Institutionen. W&#228;hrend die Landbewohner und das einfache Volk eine tonangebende Rolle in den milit&#228;rischen Institutionen spielen, setzen sich die Mittelklassen in den neu erstehenden zivilen Verwaltungen und die Eliten in den repr&#228;sentativen Institutionen ausserhalb Syriens durch.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-137&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 278.&#034; id=&#034;nh3-137&#034;&gt;137&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das im Februar in Kraft getretene Waffenstillstandsabkommen gibt den Zivilisten in diesen Gebieten etwas Platz zur&#252;ck. Die b&#252;rgerlichen Medien und Aktivisten haben schnell darauf aufmerksam gemacht, dass die Freitagsdemonstrationen gegen Assad in mehreren St&#228;dten wieder stattfinden. Als ob die syrische &#8222;Revolution&#8220;, nach f&#252;nf Jahren Unterbruch, in aller Ruhe wieder ihren Lauf nehmen k&#246;nnte. Wir sind weit von jenen Massen entfernt, welche die Strassen 2011 f&#252;llten, die Kundgebungen waren besonders bescheiden, z.B. 200 Demonstranten in Aleppo (von 200&#8216;000 Einwohnern in den Rebellenquartieren), und wiederholten sich nicht. Es ist wahr, dass sie in einigen St&#228;dten zu Spannungen oder gar Konfrontationen mit den lokalen bewaffneten Gruppen wie Al Nusra gef&#252;hrt haben. Das ist nicht erstaunlich, wenn man sich an den Antagonismus zwischen Stadt- und Landbewohnern erinnert, die bewaffneten islamistischen Gruppen repr&#228;sentieren die &#8222;konservative Kultur des l&#228;ndlichen Teils&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-138&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;&#8216;Cessez-le-feu&#8216; en Syrie&#8220;, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-138&#034;&gt;138&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend die Frauen 2011 in der Regel in den Demonstrationsz&#252;gen einen spezifischen Platz einnahmen (in der Mitte oder hinten), sind sie total abwesend von den j&#252;ngsten Demonstrationen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-139&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe z.B. Syria Freedom forever, ein Blog von Gegnern Assads, wo man (...)&#034; id=&#034;nh3-139&#034;&gt;139&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Am Anfang konnte die Beteiligung an der &#8222;Revolution&#8220; f&#252;r gewisse Frauen ein Mittel sein, um sich von den gesellschaftlichen Normen zu befreien (f&#252;r andere war es die Witwenschaft), das sp&#228;te Auftauchen der Religi&#246;sen durch die Justizverwaltung und ihr politisches Gewicht haben diese Entwicklung gebremst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Mittelklassen haben sich dem proletarischen Aufstand von 2011 angeschlossen und ihn unter ihre Kontrolle gebracht. Der Krieg hatte ihnen jegliche Perspektive geraubt, doch heute scheint f&#252;r sie alles wieder m&#246;glich. Die Proletarier hingegen waren in einer denkbar schlechten Stellung, um von diesen Jahren des B&#252;rgerkriegs zu profitieren. Das wird sich vermutlich auch nicht &#228;ndern, falls es wieder Frieden geben sollte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;5) Unterwegs mit den Proletariern&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf eine 2015 auf 22 Millionen gesch&#228;tzte syrische Bev&#246;lkerung sind sechseinhalb Millionen Binnenfl&#252;chtlinge (wovon 1.7 Millionen momentan in Lagern leben) und sechs Millionen offiziell in den Nachbarl&#228;ndern registriert (&#196;gypten, Irak, Jordanien, Libanon und T&#252;rkei)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-140&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;UNO und Universit&#228;t Saint Andrews, Syria at War: Five Years on, 2016, 36 S.&#034; id=&#034;nh3-140&#034;&gt;140&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es ist erw&#228;hnenswert, dass nach 2003 Hunderttausende Iraker (wom&#246;glich eineinhalb Millionen) in Syrien ein Refugium gefunden hatten. Gem&#228;ss der UNO sei es &#8222;die gr&#246;sste humanit&#228;re Krise weltweit seit dem Zweiten Weltkrieg&#8220;. Obwohl etliche Fl&#252;chtlinge seit 2011 versucht haben, Europa zu erreichen, schl&#228;gt die &#8222;Fl&#252;chtlingskrise&#8220; von 2015 alle Rekorde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-141&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die verschiedenen Organismen versuchen, einen Unterschied zwischen (...)&#034; id=&#034;nh3-141&#034;&gt;141&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, der Kontinent hatte V&#246;lkerwanderungen in einem derartigen Ausmass seit der unmittelbaren Nachkriegszeit (1945-1947) nicht mehr gekannt. Es sind trotzdem die Nachbarl&#228;nder Syriens, welche die meisten Fl&#252;chtlinge &#8222;aufnehmen&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So leben beispielsweise in der T&#252;rkei mehr als drei Millionen syrische Fl&#252;chtlinge, davon 10 bis 15% in Lagern nahe der syrischen Grenze und Hunderttausende in Istanbul. Da es f&#252;r die Syrer keine Visumpflicht gibt, hat nur eine Minderheit den Fl&#252;chtlingsstatus, der mit dem Recht auf eine Arbeitsbewilligung einhergeht, und die Mehrheit st&#252;tzt sich also auf die informelle Wirtschaft (Ende 2015 arbeiteten 400&#8216;000 syrische Fl&#252;chtlinge illegal im Land). Doch die T&#252;rkei ist h&#228;ufig nur eine Etappe f&#252;r die Migranten in Richtung Europa.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Libanon, welcher anf&#228;nglich vier Millionen Einwohner z&#228;hlte, hat offiziell 2016 1.2 Millionen Syrer aufgenommen, aber wohl eher zwei Millionen. Da juristisch betrachtet dort kein Fl&#252;chtlingslager existiert, sind mehrere Familien in prek&#228;ren Wohnsituationen, rudiment&#228;ren Unterk&#252;nften, Garagen oder Zelten zusammengepfercht. Die H&#228;lfte von ihnen hat eine nicht oder wenig qualifizierte Anstellung im Bausektor, als G&#228;rtner oder in der Landwirtschaft, auf illegale Art und Weise f&#252;r praktisch alle von ihnen. In diesen drei Sektoren waren schon vor dem Krieg viele Syrer und Einwanderer angestellt und sie leiden unter den aufgrund der Situation sinkenden L&#246;hnen: Das durchschnittliche monatliche Einkommen eines syrischen Arbeiters ist ungef&#228;hr 38% tiefer als der libanesische Mindestlohn (450 Dollar)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-142&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jeanine Jalkh, &#8222;R&#233;fugi&#233;s syriens: le risque de l&#8216;effet boomerang&#8220; in (...)&#034; id=&#034;nh3-142&#034;&gt;142&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aufgrund einer um sich greifenden anti-syrischen Fremdenfeindlichkeit und den Konflikten zwischen Fl&#252;chtlingen, verbunden mit der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zerbrechlichkeit des Landes und den Attentaten, ist das Risiko gross, dass sich der syrische Konflikt auf den kleinen Nachbarn ausdehnt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Deutschland &#252;ber alles&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r Europa sind die Zahlen ungewiss, insbesondere aufgrund der Mobilit&#228;t der Migranten. Mehr als 1.3 Millionen Fl&#252;chtlinge haben 2015 einen &#8222;Antrag auf internationalen Schutz&#8220; in einem Staat der EU gestellt, mehr als doppelt so viele wie im vorhergehenden Jahr. Etwa die H&#228;lfte bis ein Drittel von ihnen sind wahrscheinlich Syrer (mindestens 400&#8216;000, mehr als zweimal mehr als 2014), 20% Afghanen (ungef&#228;hr 180&#8216;000, viermal mehr als 2014) und 10% Iraker (120&#8216;000, siebenmal mehr). Doch jenseits der Zahlen wecken besonders die &lt;i&gt;angenommenen F&#228;higkeiten und Qualifikationen dieser Migranten&lt;/i&gt; das Interesse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im September 2015 kommt der Pr&#228;sident des MEDEF [franz&#246;sischer Arbeitgeberverband] zum Schluss, dass &#8222;die Migranten ein Segen f&#252;r Frankreich sind&#8220;, denn sie &#8222;haben h&#228;ufig ein hohes Bildungsniveau, sind meistens jung, gebildet und haben nur ein Bed&#252;rfnis, n&#228;mlich jenes, in Frieden zu leben und eine Familie grossziehen zu k&#246;nnen&#8220;. Der Wirtschaftsminister verk&#252;ndet, dass der Zustrom von Fl&#252;chtlingen eine &#8222;wirtschaftliche Chance&#8220; darstellt, &#8222;da es sich um Frauen und M&#228;nner handelt, die auch bemerkenswerte Qualifikationen haben&#8220;. Doch die Migranten gehen Frankreich aus dem Weg, da das Land bez&#252;glich des Empfangs und der Wirtschaft einen schlechten Ruf hat. Nur 10&#8216;000 syrische Fl&#252;chtlinge sind seit 2011 aufgenommen worden und 2015 haben etwa 5&#8216;000 ein Asylgesuch eingereicht, &lt;i&gt;was 1.3% aller eingereichten Gesuche in Europa entspricht&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Jeder weiss es, die Migranten wollen grossmehrheitlich nach Deutschland gelangen, das Land&lt;/i&gt; hat im Jahr 2015 &#252;ber eine Million Asylsuchende &lt;i&gt;verzeichnet&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-143&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gem&#228;ss einer Studie des Hochkommissars der Vereinten Nationen f&#252;r (...)&#034; id=&#034;nh3-143&#034;&gt;143&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Eine Volksschw&#228;rmerei hat einen Teil der Deutschen dabei gezeigt, &#8222;Willkommen!&#8220; zu sagen, doch viele, obwohl sie von guten Gef&#252;hlen getrieben sind, unterstreichen, dass diese Fl&#252;chtlinge nicht Einwanderer wie die anderen, alle sehr qualifiziert, gebildet und bereits zweisprachig seien. Als Beweis dient die Tatsache, dass alle von Journalisten befragten Migranten perfekt Englisch sprachen und Anw&#228;lte, Ingenieure oder Lehrer waren&#8230; Diese Bemerkungen werden sich einige Monate sp&#228;ter, wenn es darum gehen wird, zwischen den guten und den schlechte Ank&#246;mmlingen zu sortieren, als praktisch erweisen. Aber jenseits der Mobilisierung moralischer Argumente hat die Debatte &#252;ber den Empfang der Migranten in Deutschland sie allen voran als potenzielle oder gar unverhoffte Arbeitskraft betrachtet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Empfang und Rentabilit&#228;t&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Wirklichkeit ist Deutschland seit Jahren mit einem Mangel an Arbeitskraft und demographischen Schwierigkeiten wie der Alterung der Bev&#246;lkerung und einer niedrigen Geburtenrate konfrontiert. Zu Schulbeginn 2015 sind 800&#8216;00 Lehrstellen unbesetzt geblieben in einem Land, das eine Million freie Arbeitsstellen z&#228;hlt, besonders im handwerklichen Sektor.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r viele &#8222;Spezialisten&#8220; stellt der Einwanderer die L&#246;sung dar, umso mehr, weil er den Vorteil bietet, zur Arbeit schon alt genug zu sein, was die Kosten der Reproduktion und der Arbeitskraft reduziert: &#8222;[D]ie Ern&#228;hrung und Ausbildung eines Menschen kostet in seinen ersten 20 Lebensjahren etwa 200&#8216;000 Euro.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-144&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Wanderung, Flucht und Arbeit&#8220; in Wildcat, Nr. 99, Winter 2016.&#034; id=&#034;nh3-144&#034;&gt;144&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Doch zwischen 2000 und 2010 ist die Migrationsbilanz in Deutschland negativ geblieben, die Anzahl Asylbewerber begann erst 2008 wieder anzusteigen. 2014 hat das Land eine Migrationsbilanz von 550&#8216;000 Personen auf 1.46 Millionen Ank&#252;nfte im Land verzeichnet. Es geht also darum, die guten Einwanderer zu finden, aber auch, sie zu behalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Experten und Ermittler werden also versuchen, herauszufinden, ob der ber&#252;hmte &#8222;syrische Arzt&#8220; repr&#228;sentativ ist f&#252;r diese &#8222;neuen&#8220; Migranten. In Tat und Wahrheit variiert ihr Profil je nach Perioden und Bestimmungsorten. Die ersten, welche aufbrechen, sind theoretisch die qualifiziertesten, zumindest jene, welche am ehesten schnell eine Arbeit finden und zu Geld kommen, und somit danach ihre Familie nachziehen lassen k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r die UNO sind etwa die H&#228;lfte der syrischen Fl&#252;chtlinge j&#252;nger als 17, aber die anderen sind in ihren &#8222;produktiven Jahren&#8220; (erinnern wir uns daran, dass auf der anderen Seite des Rheins die Lehre mit 15 anf&#228;ngt). Gem&#228;ss der UNHCR sind jene, welche Europa erreichen, mehrheitlich junge ledige M&#228;nner, welche die Sekundarstufe abgeschlossen oder eine h&#246;here Ausbildung haben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-145&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;81% seien M&#228;nner, 69% seien zwischen 18 und 35 und 86% haben eine h&#246;here (...)&#034; id=&#034;nh3-145&#034;&gt;145&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Herbst 2015 hat die deutsche Arbeitgeberschaft anfangs die &#8222;Migrantenkrise&#8220; befriedigt begr&#252;sst. Der CEO von Daimler k&#252;ndigt an, er wolle direkt in den Empfangszentren rekrutieren: &#8222;Die meisten der Fl&#252;chtlinge sind jung, gut ausgebildet und sehr motiviert. Genau solche Leute suchen wir.&#8220; Gem&#228;ss der Arbeitgeberschaft nahe stehenden Forschern &#8222;gibt es eine neue Qualit&#228;t des Empfangs im Vergleich zu fr&#252;heren Einwanderungswellen, wo wir nicht versucht hatten, die Leute hier zu behalten. Heute will man die Arbeiter langfristig integrieren und man tut viel mehr f&#252;r die Integration.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-146&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;C&#233;cile Boutelet, &#8222;En Allemagne, les patrons souhaitent faciliter (...)&#034; id=&#034;nh3-146&#034;&gt;146&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die deutsche Arbeitgeberschaft insistiert n&#228;mlich seit mehreren Jahren gegen&#252;ber der Regierung, damit sie die Prozeduren des Empfangs und der Regulierung vereinfacht. Sie fordert im besonderen die sogenannte &#8222;3+2-Regel&#8220;: die Garantie, dass ein Asylbewerber in Ausbildung w&#228;hrend seinen Ausbildungsjahren und danach zwei Jahre in Deutschland bleiben kann, um seinem Arbeitgeber zu erlauben, die Investition rentabel zu machen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-147&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;L&#8216;afflux de migrants profite aux patrons allemands&#8220; in Le Temps, 2. (...)&#034; id=&#034;nh3-147&#034;&gt;147&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im November 2014 wird die notwendige Aufenthaltszeit von Fl&#252;chtlingen bevor sie legal arbeiten k&#246;nnen unter dem Druck der Arbeitgeberschaft von neun auf drei Monate verk&#252;rzt, doch mittlerweile m&#246;chte der Bund der Industriellen (BdI) diesen Zeitraum erneut verk&#252;rzen. Im August 2015 wurde die Frist bevor man Zugang zu Ausbildungshilfen hat von vier Jahren auf 15 Monate verk&#252;rzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein anderes zu eliminierendes &#8222;Hindernis&#8220; ist jenes einer Art &#8222;Inl&#228;ndervorrang&#8220;, der dazu verpflichtet, die Einstellung eines Asylbewerbers der Anstellungsbeh&#246;rde vorzulegen, damit sie &#252;berpr&#252;ft, ob kein deutscher Kandidat oder einer aus einem anderen EU-Land diese Arbeitsstelle besetzen k&#246;nnte. Dieses System wurde seit November 2015 betr&#228;chtlich vereinfacht und zudem vertreibt die Anstellungsbeh&#246;rde eine Brosch&#252;re, die den Unternehmen erkl&#228;rt, wie das Gesetz umgangen werden kann, z.B. mit Hilfe von Praktika oder Weiterbildungen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-148&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;C&#233;cile Boutelet, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-148&#034;&gt;148&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Im April 2016 ist diese Regel f&#252;r drei Jahre ausgesetzt worden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wermutstropfen und Missverst&#228;ndnisse&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die syrischen Migranten, um uns auf sie zu beschr&#228;nken, fliehen vor dem Krieg, versuchen, zu &#252;berleben, haben manchmal alles verloren, tr&#228;umen von einem neuen Leben und, f&#252;r die optimistischsten unter ihnen, davon, eines Tages in ein befriedetes Syrien zur&#252;ckzukehren. Sie haben sicher nicht Tausende an Kilometern aus Vergn&#252;gen oder aus Freude am Wandern zur&#252;ckgelegt, weder um ein europ&#228;isches Proletariat &#8222;auszutauschen&#8220; oder neu zu beleben, welches einige als zu gut gen&#228;hrt oder als zu unterworfen betrachten, noch um das Arbeitskraftproblem der deutschen Arbeitgeberschaft zu l&#246;sen. Und letztere, so m&#228;chtig sie auch sein mag, zettelt nicht Kriege an, um sich neue Proletarier zu beschaffen, sie profitiert ganz prosaisch von dieser Situation. Der Fluss der Migranten ist nicht ein Geschenk des Himmels, sondern schlichtweg das Resultat eines Blutbades.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es besteht eine Art Diskrepanz zwischen den Untersuchungen und der Realit&#228;t. Das erste Hindernis einer schnellen Besch&#228;ftigungsf&#228;higkeit der Migranten ist ihre komplette Unkenntnis der Sprache, manchmal gar des lateinischen Alphabets. Schlimmer, einige von ihnen stellen sich gar als Analphabeten heraus. Dazu kommt die Frage der Diplome und ihrer Gleichwertigkeit, zumindest falls sie solche besitzen, denn gem&#228;ss gewissen Studien sind 80% von ihnen schlechter qualifiziert als ein einfacher deutscher spezialisierter Arbeiter&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-149&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pascal Hugues, &#8222;R&#233;fugi&#233;s: un miracle &#233;conomique pour l&#8216;Allemagne?&#8220; in Le (...)&#034; id=&#034;nh3-149&#034;&gt;149&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es wird schwierig sein, sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren, doch die Arbeitgeberschaft zeigt Bereitschaft, in ihre Ausbildung zu investieren, vorsichtig allerdings, denn die Fl&#252;chtlinge haben eine Aufenthaltsbewilligung f&#252;r lediglich drei Jahre, d.h. die n&#246;tige Zeit, sie zu beenden. &#8222;Bei Daimler haben 40 Asylbewerber im November ein Praktikum angefangen [&#8230;] Sie absolvieren jeden Tag eine Ausbildung von zweieinhalb Stunden in der Produktionswerkstatt und anschliessend dreieinhalb Stunden Deutschunterricht. Andere Ausbildungen dieser Art d&#252;rften dieses Jahr beginnen. Die Gruppe verk&#252;ndet, dass mehrere Hundert Asylbewerber bis 2016 in den Genuss eines solchen Programms kommen sollen. Die Angestellten der Gruppe werden von der F&#252;hrung zu einem System der Patentschaft ermutigt, welches die Integration der Neuank&#246;mmlinge erlauben soll.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-150&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die Deutsche Bahn und Siemens haben &#228;hnliche Programme lanciert. Siehe ebd.&#034; id=&#034;nh3-150&#034;&gt;150&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Willkommenspolitik hat die Unterst&#252;tzung des BdI und der Versammlung der Handelskammern, doch einige Chefs sind weiterhin skeptisch, v.a. jene der F&#246;derationen des Bau- oder Werkzeugmaschinensektors&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-151&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jean-Philippe Lacour, &#8222;Migrants: l&#8216;enthousiasme des industriels allemands (...)&#034; id=&#034;nh3-151&#034;&gt;151&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es wird tats&#228;chlich Zeit und viel Geld brauchen, die Experten haben es berechnet: Da die durchschnittliche Produktivit&#228;t eines Fl&#252;chtlings tiefer ist als jene eines deutschen Angestellten, wird es zwischen f&#252;nf und sieben Jahren dauern, bis er mehr produziert, als dass er dem Staat kostet&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-152&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pascal Hugues, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-152&#034;&gt;152&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Mittel- oder langfristig, in vier bis zehn Jahren, je nach Szenario, wird die erfolgreiche Integration der Fl&#252;chtlinge Nettoprofite bringen. Die UNO zeigt sich jedoch beruhigend: Wenn nur schon eine Minderheit in die Wirtschaft integriert wird, &#8222;ist die Investition rentabel&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-153&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;UNO und Universit&#228;t Saint Andrews, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-153&#034;&gt;153&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bis anhin ist Vorsicht vorherrschend, denn zwischen Herbst 2015 und Juni 2016 sind nur 54 Fl&#252;chtlinge von den 30 Unternehmen des DAX angestellt worden! Es haben sich hingegen 131&#8216;000 bei der Bundesagentur f&#252;r Arbeit eingeschrieben, drei Viertel davon ohne berufliche Ausbildung&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-154&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Les r&#233;fugi&#233;s en Allemagne restent aux portes du Dax&#8220; in Les &#201;chos, 5. (...)&#034; id=&#034;nh3-154&#034;&gt;154&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es scheint jedoch, dass Daimler die Ausbildung der Fl&#252;chtlinge finanziert, um sie anschliessend unter einigen seiner Zulieferbetrieben zu verteilen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-155&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pascal Hugues, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-155&#034;&gt;155&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Zwischenzeit wird gesagt, dass die Fl&#252;chtlinge nicht dem M&#252;ssiggang verfallen sollen. Umso mehr, weil die Logistik ihres letztendlich der Gemeinde obliegenden Empfangs sich gr&#246;sstenteils auf Freiwillige st&#252;tzt, die mit der Zeit seltener werden. Die Regierung hat also entschieden, dass die Asylbewerber &#8222;in den Genuss&#8220; der ber&#252;hmten Ein-Euro-Jobs kommen d&#252;rfen (gemeinn&#252;tzige Arbeit, bezahlt 1.05 &#8364; pro Stunde und Sozialhilfebez&#252;gern vorbehalten), damit sie die mit ihrem Empfang verbundenen Aufgaben selbst ausf&#252;hren (Unterhalt der Unterkunft, K&#252;che usw.). Die Fl&#252;chtlinge haben n&#228;mlich nicht das Recht, angestellt zu sein und klassisch zu arbeiten, solange sie nicht offiziell Asyl haben. Es ist also ein Mittel zur Umschiffung von Schwierigkeiten. Seit April 2016 arbeiten 4&#8216;000 Migranten in den 75 Berliner Unterk&#252;nften, 9&#8216;000 in Bayern und die Regierung hat entschieden, 100&#8216;000 Jobs dieser Art zu kreieren (wovon Migranten aus als sicher geltenden L&#228;ndern wie z.B. Albanien oder Kosovo ausgeschlossen sein werden).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abgesehen von einer anfangs unvermeidlichen Erh&#246;hung der Arbeitslosigkeit, welche Konsequenzen wird die pl&#246;tzliche Ankunft einer Million neuer Proletarier haben? Gem&#228;ss den Experten der UNO sollte die Auswirkung auf die L&#246;hne und die Anstellung der einheimischen Arbeiter &#8222;geringf&#252;gig oder inexistent&#8220; sein, freilich mit &#8222;einem gewissen Druck auf Anstellungen mit geringer Wertsch&#246;pfung und die niedrigsten L&#246;hne&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-156&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;UNO und Universit&#228;t Saint Andrews, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-156&#034;&gt;156&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ein Gewerkschafter betonte Ende April in der Presse, dass die am wenigsten qualifizierten am meisten von Arbeitslosigkeit und Unterbesch&#228;ftigung betroffen sind und dass die neuen Fl&#252;chtlinge tendenziell ebenfalls dieser Gruppe angeh&#246;ren. Am wahrscheinlichsten ist eine versch&#228;rfte Konkurrenzsituation eines zunehmend segmentierten Prekariats (allein schon aufgrund der unterschiedlichen Behandlung der Migranten) und die Vertiefung der rassistischen Br&#252;che (auch zwischen neu angekommenen Migranten und schon l&#228;nger dort lebenden Einwanderern), wovon die Arbeitgeberschaft profitieren wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Denn die Lobrede auf die dem Land eigen seiende Willkommenskultur und die Bilder von durch l&#228;chelnde Deutsche empfangene Migranten haben ein anderes Ph&#228;nomen kaschiert, den Anstieg der Fremdenfeindlichkeit seit einigen Jahren mit Angriffen gegen die Zentren der Asylbewerber oder den imposanten Demonstrationen der PEGIDA in Ostdeutschland. Die Aggressionen an der Silvesternacht in K&#246;ln und in anderen deutschen St&#228;dten haben wahrscheinlich dazu beigetragen, dass ein Teil seine Meinung ge&#228;ndert hat&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-157&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Nur eine Minderheit der festgenommenen Verd&#228;chtigen kommt aus Syrien. Zu (...)&#034; id=&#034;nh3-157&#034;&gt;157&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Seither haben die gegen die Fl&#252;chtlinge gerichteten Thematiken der euroskeptischen Partei AfD ihr an den Regionalwahlen letzten M&#228;rz einen bedeutenden Stimmengewinn eingebracht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Episode &#8222;Migrantenkrise&#8220; ist provisorisch vorbei und die Fl&#252;chtlingsfl&#252;sse sind eindeutig am Zur&#252;ckgehen (92&#8216;000 Aufnahmen in Deutschland im Januar 2016, 16&#8216;000 im Juni). Die Schliessung der &#8222;Balkanroute&#8220; und das Inkrafttreten des Abkommens zwischen der EU und der T&#252;rkei erkl&#228;ren das zum Teil.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;An den Grenzen der Wirklichkeit?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Schluss jetzt!&#8220; Das ist die implizite Botschaft, die letzten M&#228;rz vom Chef der deutschen Chefs und seinem franz&#246;sischen Amtskollegen in einer gemeinsamen Kolumne ge&#228;ussert wurde, sie fordert eine &#8222;rasche&#8220; europ&#228;ische &#8222;Ergreifung der Initiative&#8220; und dass der Fl&#252;chtlingsfluss &#8222;unter Kontrolle gebracht und deutlich reduziert werden&#8220; muss. Das am 18. M&#228;rz 2016 zwischen der EU und der T&#252;rkei abgeschlossene Abkommen soll diese Forderungen befriedigen. Im Austausch gegen einige Milliarden Euros, eine Liberalisierung der Einreisepolitik und eine Neuaufnahme der Verhandlungen &#252;ber einen EU-Beitritt kontrolliert Ankara von nun an die Migranten auf seinem Territorium.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man sieht es, die &#8222;Festung Europa&#8220; ist (bis anhin) allen voran ein Phantasma von Linken und Faschisten, denn die Wirtschaft der EU braucht jedes Jahr Hunderttausende Einwanderer. F&#252;r die Mitgliedsstaaten, definitionsgem&#228;ss im Dienst der Kapitalisten, geht es v.a. darum, die bestehenden Fl&#252;sse zu regulieren. Auf ziemlich zynische Art und Weise, denn der Tod ist mit im Spiel, die Hindernisse auf der Route der Migranten dienen als Filter, welcher idealerweise nur &#8222;bestimmte Menschen durchkommen&#8220; l&#228;sst, &#8222;die fit sind, &#252;ber Geld, pers&#246;nliche und famili&#228;re Ressourcen verf&#252;gen und einen unbedingten Willen haben&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-158&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wildcat, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-158&#034;&gt;158&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die im Zentrum des zur Koordination der K&#252;stenwache vorgesehenen Dispositivs stehende Agentur Frontex soll sich gem&#228;ss den Regierungen 2015 ziemlich ineffizient gezeigt haben. Es war notwendig, die NGOs und sympathische junge humanit&#228;re Helfer zu mobilisieren, um zur Sortierung und Fichierung der Migranten in den Lagern Griechenlands beizutragen. Diese bekannten &#8222;Aufnahme- und Identifikationszentren f&#252;r Fl&#252;chtlinge&#8220;, die &#8222;Hotspots&#8220;, dienen besonders dazu, wirtschaftliche Migranten von Fl&#252;chtlingen zu trennen, auf erstere wartet die Ausschaffung, auf letztere die Gastfreundschaft, in einer wohl verstandenen Mischung von H&#228;rte und Barmherzigkeit. Die T&#228;tigkeit der NGOs erlaubt es auch, die Hilfe der lokalen Bev&#246;lkerungen in einem strikten Rahmen der Barmherzigkeit und des Mitgef&#252;hls zu halten, statt sie m&#246;glicherweise f&#252;r jenen einer Solidarit&#228;t unter Proletariern zu &#246;ffnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was soll danach mit den Migranten geschehen? Das Problem ist, dass Staaten verschiedene Interessen, Arbeitslosenquoten und Arbeitskr&#228;ftebedarf haben &#8211; die nicht notwendigerweise mit den W&#252;nschen, Tr&#228;umen, M&#246;glichkeiten und dem Erfindergeist der Migranten &#252;bereinstimmen (die Welt ist schlecht). Die Verteilung und der Standortwechsel der Fl&#252;chtlinge sind m&#252;hsam. Polen will z.B. keine Migranten, Portugal m&#246;chte hingegen etwa zehntausend, um einige landwirtschaftliche Regionen neu zu bev&#246;lkern&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-159&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Julia Mourri, &#8222;Le Portugal veut accueillir plus de migrants: les r&#233;fugi&#233;s (...)&#034; id=&#034;nh3-159&#034;&gt;159&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die notwendige Kontrolle des Migrationsflusses ist durch die Verwendung der Fl&#252;chtlinge als diplomatische Waffe komplizierter geworden (Griechenland und v.a. die T&#252;rkei, welche &#8222;die Schleusen&#8220; &#246;ffnen oder schliessen, um Druck auf die EU auszu&#252;ben) oder als Kriegswaffe (Provokation der Zivilbev&#246;lkerung zur Flucht, um die feindlichen Territorien mit Fl&#252;chtlingen zu fluten und sie zu destabilisieren, wie es Assad gegen die T&#252;rkei getan hat).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#8222;Migrantenkrise&#8220; 2015 war vielleicht nur ein Experiment in Lebensgr&#246;sse in Voraussicht der k&#252;nftigen Jahrzehnte, kaum schl&#252;ssig, da es von Kontrollverlust, einer improvisierten Verwaltung, Entscheidungen in h&#246;chster Not und der Unangemessenheit der gegenw&#228;rtigen Dispositive gepr&#228;gt ist. Frontex wird somit durch eine andere europ&#228;ische Agentur der K&#252;sten- und Grenz&#252;berwachung mit erweiterten Kompetenzen ersetzt werden, sie wird von nun an das Recht haben, die Pr&#228;senz ihrer Einheiten jedem Staat der EU aufzuzwingen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-160&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Charles de Marcilly, &#8222;Crise des r&#233;fugi&#233;s: l&#8216;UE face aux d&#233;fis migratoires&#8220; (...)&#034; id=&#034;nh3-160&#034;&gt;160&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es liegt eine Reform der Migrationspolitik in der Luft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;6) Vom Traum der Revolution&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was wartet morgen auf Syrien? Die Riesen des Bauwesens und der Industrie bereiten sich auf jeden Fall darauf vor. Die UNO sch&#228;tzt die Kosten der Zerst&#246;rungen von Wohnungen und Infrastrukturen auf 90 Milliarden Dollar (79 Milliarden Euros), die Baustelle f&#252;r den Wiederaufbau wird enorm sein. Die Projekte f&#252;r Pipelines und Offshore-Gas werden wieder auf den Tisch kommen. Wer wird jedoch am besten platziert sein und wie wird der Kuchen geteilt werden? Gem&#228;ss Einflusszonen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Land selbst hat der Krieg das Problem des &#252;bersch&#252;ssigen Proletariats auf unnachsichtige Art und Weise geregelt, die Verw&#252;stungen, die zerst&#246;rten, delokalisierten, demontierten und gestohlenen Fabriken sind da noch nicht einmal in Betracht gezogen. Wird man letztendlich Arbeitskraft importieren m&#252;ssen? Umso mehr, weil seit 2011 die schulische und berufliche Bildung keine Priorit&#228;ten waren in Damaskus und ein Teil der Arbeitskraft, wahrscheinlich die am besten qualifizierte und ausgebildete, im Exil ist. Der Erzbischof von Aleppo hat es von seinem Standpunkt aus ausgedr&#252;ckt, jenem der syrischen Christen, doch sein Urteil gilt auch f&#252;r die anderen &#8222;Gemeinschaften&#8220;: &#8222;Mit der Ankunft von Hunderttausenden Fl&#252;chtlingen in Europa habe ich Angst um die Zukunft. Irgendwie habe ich den Eindruck, als ob eine Deportation unserer Bev&#246;lkerung organisiert worden w&#228;re, v.a. unserer produktiven Bev&#246;lkerung, jene, welche das Land und die Kirche wiederaufbauen k&#246;nnten. Die Mittelklasse, das Scharnier und R&#252;ckgrat unserer Gesellschaft, ist dabei, zerrieben zu werden.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-161&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;RTL, 30. Januar 2016.&#034; id=&#034;nh3-161&#034;&gt;161&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was die Proletarier betrifft, wurden sie wohl zu viel massakriert, gespalten, konfessionalisiert und in Gemeinschaften gezw&#228;ngt, als dass man von ihnen einen Ausbruch in den n&#228;chsten Jahren erwarten k&#246;nnte. Kriegszeiten bieten manchmal Gelegenheit zu einem radikalen Bruch dank der Zerbrechlichkeit und des Zusammenbruchs des Staates, wie 1871 in Paris, 1917 in Russland und 1918 in Deutschland, doch der B&#252;rgerkrieg verschliesst diese Perspektiven h&#228;ufig (wenn nicht fast immer).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Soll man trotzdem alles in ein gutes Licht stellen? Wenn man genug lange sucht? Es ist freilich tr&#246;stlich, Helden, Hoffnung, einen Glauben zu haben, aber es sollte einem doch nicht dermassen vom Hocker reissen, dass man wild gestikulierend &#8222;Revolution! Revolution!&#8220; schreit &#8211; und sich selbst und andere versucht, zu &#252;berzeugen, dass das, was geschieht, &#8222;sehr interessant&#8220; ist. Weil &#8222;Leute etwas&#8220; tun. Propaganda ist stets eine betr&#252;bliche T&#228;tigkeit, doch hier, in den Ruinen Syriens, welche f&#252;r ihn den Gipfel des Urbanismus darstellen, sucht der desillusionierte europ&#228;ische Aktivist diesen Klumpen, der beweisen w&#252;rde, dass er recht hat, dass die Goldader existiert. Der Begriff &#8222;Revolution&#8220; ist benutzt worden, um diverse laufende Prozesse in Syrien zu beschreiben, aber h&#228;ufig von Aktivisten oder Journalisten, die darunter nur eine &#8222;wahrhaftige&#8220; Reform verstehen. Manchmal von anderen, eher gew&#246;hnt an radikale Kritik und die eigentlich wissen, dass Worte einen Sinn haben. Ein Wortfehler? Der Zustand des Proletariats in Frankreich, die Ern&#252;chterung, das deformierende und hypnotische Prisma der AK-47, gen&#252;gt das als Erkl&#228;rung?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Selbstverwaltung des &#220;berlebens in einer aus Ruinen bestehenden Stadt, die Waffen in der Hand, w&#228;hrend die zusammengebrochene Gesellschaft nachge&#228;fft wird &#8211; wir werden diesen Albtraum nicht mit dem Wort &#8222;Revolution&#8220; schm&#252;cken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Warum ist die proletarische Revolte in Syrien 2011 gescheitert, genau wie die darauf folgende demokratische &#8222;Revolution&#8220;? Ist es schlichtweg aufgrund exogener Gr&#252;nde? Warum versucht man in Anbetracht des Zusammenbruchs des Staates, ihn zu ersetzen, seine R&#252;ckkehr vorzubereiten/zu erleichtern? Wieso wird die minimale T&#228;tigkeit einer im Krieg auf sich selbst gestellten Bev&#246;lkerung &#8211; der Kampf ums &#220;berleben &#8211; von der Mauer der Realit&#228;t &#252;berw&#228;ltigt? Die Zur&#252;ckdr&#228;ngung des Staates ist notwendig aber ungen&#252;gend, die Wiederherstellung der &#8222;Normalit&#228;t&#8220; ist gleichbedeutend mit der Vorbereitung seiner R&#252;ckkehr. Wenn man das Ideal der Revolution in den Grenzen dieser Art von Prozess selbst findet, verurteilt man sich zu schmerzlichen Niederlagen, z.B. in Bezug auf die Frage des Verh&#228;ltnisses zur Gewalt, zur Militarisierung oder zum Pragmatismus&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-162&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zur Idee z.B., dass ein &#8222;provisorisches&#8220; B&#252;ndnis mit diesen im Kampf so (...)&#034; id=&#034;nh3-162&#034;&gt;162&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Wir wissen selbstverst&#228;ndlich nicht wie die Proletarier konkret die Klassen abschaffen werden, wir verf&#252;gen &#252;ber kein Modell. Doch vielleicht sind wir eines Tages dran, mit der Apokalypse (der Offenbarung) konfrontiert zu sein und werden versuchen, zumindest ein bisschen n&#252;tzlich zu sein, indem wir z.B. auf einen Ausgang des Chaos gegen oben dr&#252;cken, indem wir versuchen, den Staat, die Armee, das Geld, die Lohnarbeit usw. loszuwerden. Daf&#252;r sollten wir zumindest ein bisschen ambitioniertere Tr&#228;ume haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tristan Leoni, Juli 2016&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Literaturverzeichnis&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#ErsterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei. Erster Teil: Vom Staat&#8220;&lt;/a&gt;, November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#ZweiterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei. Zweiter Teil: Von der Utopie&#8220;&lt;/a&gt;, Dezember 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gilles Dauv&#233;, &lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=940&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Brouillards de guerre&#8220;&lt;/a&gt;, Juni 2016.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;***&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Adam Baczko, Gilles Dorronsoro, Arthur Quesnay, &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.cnrseditions.fr/science-politique/7282-syrie.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Syrie. Anatomie d'une guerre civile&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, CNRS &#233;ditions, 2016, 416 S.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Michel Korinman (Hg.), &lt;i&gt;Daech. Menace sur les civilisations&lt;/i&gt;, L'Esprit du Temps, 2015, 384 S.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pierre-Jean Luizard, B&#233;ligh Nabli, Wassim Nasr, Pierre Razoux, &#8222;Table ronde, ouverte &#224; la presse, de sp&#233;cialistes du Moyen-Orient&#8220; in &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.assemblee-nationale.fr/14/pdf/rap-enq/r3922-t2.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Rapport fait au nom de la commission d'enqu&#234;te relative aux moyens mis en &#339;uvre par l'&#201;tat pour lutter contre le terrorisme depuis le 7 janvier 2015&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, Bd. II, Assembl&#233;e nationale, S. 680-697.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zu Rojava&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tristan Leoni, Gilles Dauv&#233;, &lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=324&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kurdistan?&#8220;&lt;/a&gt;, Januar 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;TKGV [Initialen der Autoren], &lt;a href=&#034;https://libcom.org/article/letter-rojavist-friends&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;A Letter to &#8216;Rojavist' Friends&#8220;&lt;/a&gt;, Mai 2016.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.si-revue.de/zwei-lokale-kriege/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Zwei lokale Kriege&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Internationale situationniste&lt;/i&gt;, Nr. 11, Oktober 1967.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zu den Migranten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Henri Simon, &lt;a href=&#034;https://www.echangesetmouvement.fr/2016/04/lindustrie-du-migrant-mutations-et-migrations-une-longue-histoire-de-la-vie-sur-terre/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;L&#8216;industrie du migrant. Mutations et migrations: une longue histoire de la vie sur terre&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;&#201;changes&lt;/i&gt;, Nr. 154, Winter 2015-2016, S. 11-36.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Felix Baum, &lt;a href=&#034;https://cominsitu.wordpress.com/2016/07/12/from-welcome-to-farewell-germany-the-refugee-crisis-and-the-global-surplus-proletariat/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;From Welcome to Farewell: Gemany, the Refugee Crisis and the Global Surplus Proletariat&#8220;&lt;/a&gt;, Juli 2016.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Antithesi, &lt;a href=&#034;https://cominsitu.wordpress.com/2016/07/05/vogelfrei-migration-deportations-capital-and-its-state/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Vogelfrei. Migration, Deportations, Capital and Its State&#8220;&lt;/a&gt;, Juni 2016.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=1030&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#034;VierterTeil&#034;&gt;Vierter Teil: Der Endkampf?&lt;/h3&gt;&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Allm&#228;hlich erstelle ich die Liste des Alphabets der Ruinen. All das bedeutet etwas.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;_ Das kann nicht keinen Sinn haben.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;_ Der Krieg spricht zu uns&#8230;.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;David B., &lt;i&gt;La Lecture des ruines&lt;/i&gt;, 2001.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Kann man in den Ruinen wie in den Linien einer Hand lesen? Die politische Hauptstadt des Islamischen Staates (IS) ist am 17. Oktober 2017 gefallen, ein vorhersehbarer Ausgang einer Schlacht, die vier Monate zuvor wirklich begonnen hat. Man sieht jedoch keine laut jubelnde Menschenmenge zum Empfang der Befreier in den Strassen und das hat seine Gr&#252;nde. W&#228;hrend diesem Zeitraum ist die Bev&#246;lkerung von 300&#8216;000 Einwohnern (wovon ein Drittel Fl&#252;chtlinge waren) auf fast null geschrumpft. Das Lager des Guten ist pr&#228;zis und gibt an, dass nur 1&#8216;000 bis 2&#8216;000 Zivilisten unter den Bombenangriffen gestorben sind; die anderen sind vor der Ann&#228;herung der K&#228;mpfe geflohen und versuchen heute auf den Strassen oder in den Fl&#252;chtlingslagern zu &#252;berleben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Eroberung Raqqas ist h&#246;chst symbolisch, denn die Stadt, unter der Kontrolle des IS seit Juni 2013, war seine politische Hauptstadt gewesen (obwohl seine Verwaltung einige Monate zuvor nach al-Mayadin, auf dem Euphrat 175 km flussabw&#228;rts, transferiert worden war). Einen Monat sp&#228;ter war eine strategisch bedeutende Schlacht in Abu Kamal &#8211; auf welche wir zur&#252;ckkommen werden &#8211; gleichbedeutend mit dem Ende des Kalifats als protostaatliches territoriales Gebilde. Der Zusammenbruch des IS scheint eine Klammer zu schliessen, jene der Konfrontation zwischen dem B&#246;sen und dem Rest der Welt; von nun an wird die syrische Aktualit&#228;t wieder jene des urspr&#252;nglichen Konflikts sein, dieses B&#252;rgerkrieges, welcher auf die sozialen Proteste 2011 folgte und sie beendete&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-163&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Dieser Artikel ist die Fortsetzung einer Serie von Artikeln: &#8222;Kalifat und (...)&#034; id=&#034;nh3-163&#034;&gt;163&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Trotz einem Jahre andauernden Prozess der Libanonisierung und Konfrontationen zwischen Hunderten von mehr oder weniger durch ausl&#228;ndische M&#228;chte unterst&#252;tzten Milizen und bewaffneten Gruppen n&#228;hert sich der Konflikt seinem Ende.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Proletarier hatten die Wahl, sich ganz klein zu machen, auszuwandern oder ein Lager zu w&#228;hlen (der Soldatenberuf hat, als einziger in der Region, den Vorteil, einem einen Lohn und eine Mahlzeit zu verschaffen). Doch von nun an bereitet sich jeder in Anbetracht der sich n&#228;hernden Normalisierung auf eine rationalere und klassischere Ausbeutung dieser Arbeitskraft vor, von welcher man annimmt, dass sie vom Bombenhagel und den Ruinen gef&#252;gig gemacht worden ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Torloses Remis, der Ball im Mittelfeld?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Partie ist gespielt; die Ausschaltung der islamistischen Milizen in den &#246;stlichen Quartieren Aleppos im Dezember 2016 ist der Wendepunkt gewesen. Das Regime in Damaskus wird bleiben und das vom Krieg zerst&#246;rte Syrien wird in (russische, t&#252;rkische oder amerikanische) Einflusszonen unterteilt werden; die K&#228;mpfe von 2017, und wahrscheinlich auch jene 2018, gehen nur darum, die Umrisse davon zu pr&#228;zisieren. Der Erfolg des loyalistischen Lagers, der nicht weit von einem Pyrrhussieg entfernt ist, ist v.a. ein Erfolg Russlands. Mit einer beschr&#228;nkten (und somit relativ g&#252;nstigen) milit&#228;rischen Pr&#228;senz best&#228;tigt Russland seinen Einfluss im Land, verkauft zunehmend Waffen in der Region und st&#228;rkt seinen internationalen Einfluss, indem es sich als unumgehbare Macht im Nahen Osten und in der &#246;stlichen Mittelmeerregion positioniert. Die Effizienz seines Expeditionskorps wird n&#228;mlich mit diplomatischen Durchbr&#252;chen komplettiert: Moskau umgeht die fruchtlosen Verhandlungen in Genf und nimmt ab Januar 2017 den Friedensprozess in Syrien in die Hand, indem es Diskussionsrunden in Astana mit dem Iran, der T&#252;rkei und gewissen islamistischen Rebellengruppen lanciert. Der andere grosse Sieger ist der Iran, welcher seinen Einfluss sowohl in Syrien als auch im Irak vergr&#246;ssert, genau wie in einem geringeren Ausmass sein Verb&#252;ndeter, die libanesische Hizbollah. Die T&#252;rkei hat sich schliesslich im Sommer 2016, nach vielen diplomatischen Sinneswandeln, dem Trio Russland-Iran-Syrien angen&#228;hert, sie versucht ebenfalls, sich als unumgehbaren Akteur in der Region durchzusetzen (sei es nur durch die islamistischen Milizen und den Territorien, die sie nun im Norden Syriens kontrolliert). Das zeigt auch jenen, welche daran gezweifelt haben m&#246;gen, dass wir es offensichtlich nicht mit einem konfessionellen Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten zu tun haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die USA (und ihre westlichen Aushilfskr&#228;fte) behalten vorsichtig, obwohl sie marginalisiert sind, da sie nie eine wahrhafte Strategie in Syrien hatten, und im Gegensatz zu Trumps Versprechen, einen Fuss in der syrischen T&#252;r. Auf g&#252;nstige Art und Weise schaffen sie sich eine Einflusszone, deren einziges Interesse es ist, zu verhindern, dass der russisch-iranische Sieg total ist, und somit Israel und Saudi-Arabien zufriedenzustellen. Donald Trump, den einige als &#8222;islamophob&#8220; bezeichnen, wird vom Prinz Mohammed ben Salman mit dem Titel &#8222;wahrer Freund der Muslime&#8220; beehrt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die rivalisierenden Kr&#228;fte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Kalifat&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In dieser Mischung zwischen Schach und Poker, zu welcher der syrische Konflikt geworden ist, hielt der IS gute Karten in den H&#228;nden (Territorien, St&#228;dte, Strassen und strategische Standorte, Luftst&#252;tzpunkte, Erd&#246;lquellen usw.); f&#252;r die anderen gegen ihn verb&#252;ndeten Spieler geht es darum, ihm ein Maximum an Karten abzunehmen, die in einer nahen Zukunft im Rahmen von Verhandlungen getauscht werden k&#246;nnen. Daher kommt das Gew&#252;hl, das wir seit einem Jahr beobachten k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ab Sommer 2016 ist das Territorium des IS aufgrund der Vorst&#246;sse aller Armeen der Region (t&#252;rkische, kurdische, syrische, irakische usw.) zusammengeschrumpft, bis es im Juli 2017 zum Verlust von Mosul und im Oktober zu jenem von Raqqa kam. Er war trotzdem bis zum Ende f&#228;hig, heftige Gegenoffensiven hinter den Feindeslinien oder an ihren Flanken zu lancieren und gleichzeitig seine Hochburgen bis zu ihren letzten K&#228;mpfern zu verteidigen. Gem&#228;ss eher hohen Sch&#228;tzungen z&#228;hlte er 2014 zwischen 80&#8216;000 und 100&#8216;000 Soldaten in seinen Reihen; im Sommer 2017 waren es wahrscheinlich nur noch etwa 10&#8216;000. Die amerikanische Armee spricht von 80&#8216;000 get&#246;teten IS-K&#228;mpfern seit 2014! Zum Zeitpunkt, wo wir diese Zeilen schreiben, beschr&#228;nkt sich die Armee des Kalifats auf einige Tausende in der W&#252;ste, den Bergen und im Hinterland des Iraks und Syriens zerstreute Anh&#228;nger. Doch, obwohl die Offiziere des IS, gepaart mit dem Fanatismus ihrer Truppen, echte milit&#228;rische Qualit&#228;ten gezeigt haben, muss diese langsame Agonie auch mit der schwachen Koordination seiner sich gegenseitig Steine in den Weg legenden Feinde erkl&#228;rt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl der im Kalifat aufgebaute Verwaltungs-, Wirtschafts- und Sozialapparat methodisch durch westliche Luftschl&#228;ge angegriffen wurde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-164&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die russische und syrische Luftwaffe haben in der Region Idlib das gleiche (...)&#034; id=&#034;nh3-164&#034;&gt;164&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, um die Bewohner zum Aufstand zu animieren, ist es nicht zu grossen Revolten gekommen (die Zerst&#246;rungen f&#252;hrten wom&#246;glich gar dazu, dass die Bev&#246;lkerung noch abh&#228;ngiger vom Protostaat wurde). Bis zum letzten Moment, und besonders durch nackten Zwang, hat es der IS geschafft, die Kontrolle &#252;ber seine Truppen und seine Bev&#246;lkerung zu behalten; dazu kam die Furcht vor den Befreiern, m&#246;gen sie schiitisch (in Mosul) oder kurdisch (in Raqqa) gewesen sein. Die St&#228;mme haben den definitiven Eigent&#252;merwechsel abgewartet, bevor sie ihren Treueeid modifizierten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die milit&#228;rische Niederlage ist allerdings nicht gleichbedeutend mit dem Ende des IS; Abu Mohammed al-Adnani, der Sprecher der Organisation, warnte im Mai 2016: &#8222;Werden wir besiegt und ihr siegreich sein, wenn ihr Mosul, Raqqa oder Sirte erobert? Selbstverst&#228;ndlich nicht. Die wahre Niederlage w&#228;re der Verlust des Kampfeswillens.&#8220; Die mit Propaganda beauftragten Kader haben sich in ihren Studios und B&#252;ros in Raqqa abgem&#252;ht, um eine Legende zu erschaffen, die andauern und k&#252;nftigen Jihadisten als Referenz dienen wird. Obwohl er anfangs einen sehr lokalisierten, territorialisierten Jihadismus unterst&#252;tzte und in einer eschatologischen Optik versuchte, einen wahrhaften Staat aufzubauen, ist der IS nun f&#252;r Jahre zu einer weltweiten T&#228;tigkeit als terroristisches und Guerillanetzwerk verurteilt (Sahelzone, Nordafrika, Sinai, Irak, Afghanistan, Philippinen&#8230;). Er hatte sich darauf vorbereitet, doch seine Zukunft ist ungewiss: Allm&#228;hliches Verschwinden zugunsten anderer Gruppen? Comeback? Namens&#228;nderung? Erstarken seines radikalen Fl&#252;gels&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-165&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;War der IS vom gem&#228;ssigten Teil der Bewegung angef&#252;hrt worden? Auf jeden (...)&#034; id=&#034;nh3-165&#034;&gt;165&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;? Verwandlung in ein haupts&#228;chlich europ&#228;isches Problem (da die westlichen Jihadisten am wenigsten an nationalen Logiken interessiert sind&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-166&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Romain Caillet in L&#8216;Invit&#233; des matins, France culture, 1. November 2017.&#034; id=&#034;nh3-166&#034;&gt;166&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;)?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das loyalistische Syrien&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Paradoxerweise haben die milit&#228;rischen Erfolge des loyalistischen Lagers ebenfalls zur Schw&#228;chung des syrischen Staates beigetragen. Abgesehen von einer wachsenden wirtschaftlichen Abh&#228;ngigkeit von Russland und dem Iran kann man auch eine &lt;i&gt;Tendenz&lt;/i&gt; hin zur Libanonisierung des Landes beobachten, d.h. eine Aufl&#246;sung der Macht zugunsten der Milizen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl sie zentral ist in der R&#252;ckeroberung des Territoriums, ist die der Regierung treu gebliebene syrische Armee (unter dem offiziellen Namen Armee der arabischen Republik Syrien, AAS) in Schwierigkeiten, trotz den 100&#8216;000 bis 150&#8216;000 M&#228;nnern, die sie z&#228;hlt (und wovon vielleicht etwa 50&#8216;000 einsatzf&#228;hig sind). Abgenutzt nach sechs Jahren eines sehr verlustreichen Konflikts (von den wahrscheinlich ungef&#228;hr 500&#8216;000 Toten des Konflikts sind etwa 100&#8216;000 loyalistische K&#228;mpfer) und mit Rekrutierungsschwierigkeiten k&#228;mpfend ist sie gezwungen gewesen, sich im Verlauf der Jahre immer mehr paramilit&#228;rische Gruppen und Einheiten einzuverleiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dazu geh&#246;ren allen voran die lokalen Milizen und die &#8222;Volkskomitees&#8220;, die zu Beginn des Konflikts vom Pro-Assad-Lager erschaffen worden waren und innerhalb der Nationalen Verteidigungskr&#228;fte (ungef&#228;hr 100&#8216;000 Mann) vereinigt sind, sie rekrutieren haupts&#228;chlich, aber nicht nur, ethnische und religi&#246;se Minderheiten (Christen, Alawiten, Schiiten, Drusen&#8230;) und in den pal&#228;stinensischen Lagern (das machen auch die &#8222;Rebellen&#8220;). Andere Einheiten, die manchmal schon vor dem Konflikt existierten, sind mit politischen Organisationen verbunden (Baath, Syrische Soziale Nationalistische Partei oder Marxisten-Leninisten), mit sunnitischen St&#228;mmen (v.a. seit der 2017 begonnen Wiedereroberung des Ostens des Landes) oder mit dem Regime nahestehenden Gesch&#228;ftsm&#228;nnern, die sie direkt konstituiert und finanziert haben. Eine Vervielfachung von Milizen, die eine Aufl&#246;sung der hierarchischen Kontrolle und die Entwicklung von kleinkriminellen Praktiken (Pl&#252;nderung, Diebstahl, Schutzgelderpressung) zur Folge hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sogar innerhalb der regul&#228;ren Armee ist diese Tendenz hin zur Libanonisierung sp&#252;rbar. Um der Krise Herr zu werden, hat die syrische Armeef&#252;hrung den Offizieren vor Ort n&#228;mlich gr&#246;sseren Spielraum gegeben und die Kommandeure der Einheiten haben davon profitiert, um sich eine betr&#228;chtliche Autonomie zu verschaffen (damit ihre Selbstfinanzierung garantiert werden kann); das w&#252;rde die Schwierigkeiten und Funktionsst&#246;rungen in der Befehlskette der AAS erkl&#228;ren, wom&#246;glich gar den &#8211; taktisch wenig rentablen und politisch kontraproduktiven &#8211; Einsatz chemischer Waffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Situation wird durch die zunehmende Pr&#228;senz von ausl&#228;ndischen milit&#228;rischen Einheiten (zwischen 40&#8216;000 und 60&#8216;000 Mann) aus dem schiitischen Halbmond kompliziert, allen voran aus dem Iran, der milit&#228;rische Berater und Spezialkr&#228;fte (die Quds-Einheiten) liefert, dazu kommt jene der Hizbollah. Zu dieser Liste m&#252;ssen irakische Milizen und andere kleine Einheiten hinzugef&#252;gt werden, letztere bestehen allen voran aus afghanischen Hazara (als Fl&#252;chtlinge im Iran sind sie motiviert durch den Sold und der versprochenen Erhaltung der iranischen Nationalit&#228;t).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieses Inventar der Kr&#228;fte scheint beeindruckend, doch, w&#228;hrend die am wenigsten kampferprobten Einheiten ein grosses Territorium und eine Vielzahl von sekund&#228;ren Fronten kontrollieren mussten, wurden die einsatzf&#228;higsten Truppen kontinuierlich beansprucht und von einem Ende des Landes ins andere gekarrt. Ohne die Hilfe Moskaus h&#228;tten sie nicht das Gleichgewicht mit den islamistischen Armeen wiederherstellen und dann das Kr&#228;fteverh&#228;ltnis zu ihren Gunsten beeinflussen k&#246;nnen. Obwohl das russische Kontingent nominell beschr&#228;nkt ist &#8211; ungef&#228;hr 5&#8216;000 Mann, Logistiker, Instrukteure, Berater und SpezNaz (russische Spezialkr&#228;fte) eingeschlossen, und v.a. etwa f&#252;nfzig Kampfflugzeuge &#8211; wird es sich als sehr effizient erweisen (zu diesem Dispositiv kommen 3&#8216;000 Mann von privaten russischen Milit&#228;rfirmen dazu&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-167&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Michel Goya, &#8222;Syrie: le mod&#232;le de l&#8216;intervention russe&#8220; in DSI, Nr. 132, (...)&#034; id=&#034;nh3-167&#034;&gt;167&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;In den Rebellengebieten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da sich die Niederlage der rebellischen Armee abzeichnet, interessieren sich jene Unterst&#252;tzer und Geldgeber, welche vorher ihre St&#228;rke waren, immer weniger f&#252;r sie. Die wichtigsten davon sind &#252;brigens sehr gespalten, Saudi-Arabien und VAE gegen Katar und die T&#252;rkei. Und w&#228;hrend letztere zu einer Ann&#228;herung mit Russland und sogar dem Iran tendieren, sind die beiden ersteren im Jemen-Krieg festgefahren. Die USA haben seit Anfang 2017 ihre fruchtlosen und teuren Versuche, &#8222;gem&#228;ssigte&#8220; islamistische bewaffnete Gruppen in Syrien zu konstituieren oder zu kontrollieren, ebenfalls eingestellt und sich schliesslich den Kurden der YPG zugewendet (genau wie Frankreich und Grossbritannien), die nur schwer als &#8222;Rebellen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-168&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die USA und ihr jordanischer Verb&#252;ndeter unterst&#252;tzen diese Gruppen (...)&#034; id=&#034;nh3-168&#034;&gt;168&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; klassifiziert werden k&#246;nnen und auf die wir zur&#252;ckkommen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Gruppen &#8211; es gibt mehrere Hundert davon &#8211; &#228;ndern regelm&#228;ssig ihren Namen und gruppieren sich in nicht minder instabilen milit&#228;rischen Koalitionen. Die Gesamtheit ihrer K&#228;mpfer wurde 2016 auf zwischen 100&#8216;000 und 150&#8216;000 gesch&#228;tzt. Das K&#252;rzel FSA (Freie syrische Armee), das von einigen Dutzenden an Gruppen getragen wird, v.a. im S&#252;den des Landes, bezieht sich weder auf eine Armee, noch auf eine Koordination; es handelt sich schlichtweg um eine Etikette, die sich manchmal als n&#252;tzlich erweisen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2017 entstehen zwei m&#228;chtige Koordinationen aus dieser Unzahl an Gruppen und polarisieren sie. Einerseits die Hayat Tahrir al-Sham, die im Januar 2017 aus den &#220;berresten der Rebellengruppen der ehemaligen Nusrafront (die ehemalige syrische Filiale der Al-Qaida) entstanden ist und etwa 30&#8216;000 K&#228;mpfer z&#228;hle (davon viele ausl&#228;ndische Freiwillige), v.a. in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens. Ihre Rivalin ist die Ahrar al-Sham, eine 2011 entstandene Koordination salafistischer Gruppen, die zwischen 10&#8216;000 und 25&#8216;000 in mehreren Provinzen zerstreute K&#228;mpfer z&#228;hle. Diese beiden Organisationen, welche die Provinz Idlib (zwei Millionen Einwohner&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-169&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die H&#228;lfte der Bewohner dieses Gebiets sind Fl&#252;chtlinge, deren Pr&#228;senz (...)&#034; id=&#034;nh3-169&#034;&gt;169&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;) in eine Festung verwandelt haben, sind wahrhaftige, schwer ausger&#252;stete Armeen. Wenn sie sich verb&#252;nden, sind sie f&#228;hig, mit den Truppen von Damaskus zu rivalisieren, manchmal gar sie bez&#252;glich der Anzahl K&#228;mpfer und Material zu deklassieren (die Luftkraft ausgenommen, sie kompensiert dieses Defizit mehr oder weniger), wie z.B. w&#228;hrend der Schlacht von Aleppo (Sommer 2016) oder jener von Hama (M&#228;rz-April 2017). Doch sie sind auch f&#228;hig, sich gegenseitig um die Kontrolle der St&#228;dte und der Grenzposten mit der T&#252;rkei zu bek&#228;mpfen, d.h. um die Kontrolle des Handels, der humanit&#228;ren Hilfe und der &#8222;Abgaben&#8220;. Da die beiden Koordinationen sich ideologisch nahe stehen (die eine ist eher jihadistisch, die andere steht eher den Muslimbr&#252;dern nahe) und sie global betrachtet &#228;hnliche Ziele haben &#8211; den Aufbau eines mithilfe der Scharia regierten islamischen Regimes in Syrien &#8211;, wechseln einige Gruppen problemlos von der einen zur anderen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die als fiktiv betrachtete Trennung zwischen Al-Nusra und Al-Qaida tendiert dazu, zu einer Realit&#228;t zu werden &#8211; die Radikalen werfen HTS ihre Kompromisse, Zugest&#228;ndnisse und doktrinale Abweichungen vor. Der Sohn von Osama bin Laden, Hamsa, wahrscheinlich der zuk&#252;nftige Anf&#252;hrer von Al-Qaida, rief im September 2017 zum Jihad in Syrien auf, ohne die ehemalige Filiale zu erw&#228;hnen. Die Neuentstehung einer offiziellen Al-Qaida in diesem Land wird zu einer M&#246;glichkeit. Auf internationaler Ebene konnte sich diese Organisation im Schatten des IS entwickeln, letzterer zog alle Aufmerksamkeit und alle Schl&#228;ge auf sich, und sie hat mittlerweile in gewissen Regionen solide territoriale Verankerung (Sahelzone, Jemen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Region Idlib ist im Mai 2017 zu einer Deeskalationszone geworden (siehe weiter unten), russische, t&#252;rkische und iranische Puffertruppen sollten theoretisch dorthin zwischen Rebellen und Loyalisten entsendet werden; was werden die islamistischen Gruppen dazu meinen, welche aus der Region ihre Festung gemacht haben? Der T&#252;rkei w&#252;rde z.B. der Aufbau einer neuen &#8222;nationalen Armee&#8220;, rund um Ahrar al-Sham und den anderen von ihr kontrollierten Gruppen, unter der Befehlshoheit einer interimistischen Verwaltung, nicht missfallen. Was die HTS betrifft, ist es wahrscheinlich, dass sie sich syrischen oder t&#252;rkischen Truppen unterordnen werden muss oder mit ihnen konfrontiert sein wird. Seit Ende November intensivieren sich die K&#228;mpfe mit der AAS. Neue Massaker werden also f&#252;r 2018 vorbereitet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist erw&#228;hnenswert, dass die islamistischen Gruppen zwar fast vollst&#228;ndig &#252;ber das Gewaltmonopol verf&#252;gen, das jedoch nicht bedeutet, dass die Bev&#246;lkerung jener Gebiete sie unterst&#252;tzt, wo sie aktiv sind. Sie kann sich ihnen gar manchmal entgegenstellen: So haben die Bewohner mehrerer Orte der Region Idlib im Juli 2017 gegen die Anwesenheit der HTS demonstriert und verhindert, dass sie die lokale Verwaltung kontrolliert&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-170&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Delphine Minoui, &#8222;Syrie: au c&#339;ur de la province d&#8216;Idlib, un fragile &#238;lot (...)&#034; id=&#034;nh3-170&#034;&gt;170&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Einwohner Syriens tr&#228;umen nicht alle von einem islamischen Staat oder einer Diktatur nach alter Schule, es gibt sogar jene, welche hoffen, es werde eine Demokratie aufgebaut, wie wir sie in Frankreich kennen. Anarchisten und R&#228;tekommunisten schliesslich existieren zwar in Syrien, man muss jedoch leider anerkennen, dass die laufenden Dynamiken in diesem Land seit f&#252;nf oder sechs Jahren kaum in ihrem Sinn sind.&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_123 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/jpg/02.carte-syrie-decembre-2017.jpeg-768x567.jpg?1689427024' width='500' height='369' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div class='spip_document_124 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/jpg/01.carte-syrie-septembre-2015-copie-768x567.jpg?1689427029' width='500' height='369' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Krieg unter Freibeutern&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine kurze Rekapitulation der Entwicklung der Situation und gewisser Ereignisse, die nach der Niederschrift unseres letzten Artikels zum Thema im Juli 2016&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-171&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Tristan Leoni, &#8222;Kalifat und Barbarei: Warten auf Raqqa&#8220;, Juli 2016.&#034; id=&#034;nh3-171&#034;&gt;171&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; geschehen sind, scheint uns notwendig. Der allm&#228;hliche Zusammenbruch des Kalifats wird von einer Rivalit&#228;t der anderen anwesenden Akteure begleitet, welche sich so viel Territorium wie m&#246;glich aneignen m&#246;chten. Man kann mehrere Wettl&#228;ufe um die Eroberung dieser oder jener Ortschaft oder die Blockade der Route des anderen beobachten, sie enthalten das Risiko, dass sich mehr oder weniger kontrollierte Zusammenst&#246;sse zwischen K&#228;mpfern der rivalisierenden Armeen vervielfachen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was jedoch die Periode charakterisiert, sind die Fortf&#252;hrung und die Ausweitung eines Anfang 2016 begonnenen Prozesses der &#8222;Konfliktl&#246;sung&#8220;. Parallel zu seiner bewaffneten Intervention hat Russland tats&#228;chlich ein Vers&#246;hnungszentrum er&#246;ffnet, an das am Anfang niemand glauben wollte; es ist jedoch ein Klassiker der Aufstandsbek&#228;mpfung, die Rebellen zu spalten, indem man den gem&#228;ssigsten unter ihnen Waffenstillst&#228;nde, Reintegration und Amnestien anbietet. In diesem Rahmen wurde eine Reihe von Abkommen unterzeichnet, welche seit Jahren von den loyalistischen Kr&#228;ften belagerte Gebiete oder Ortschaften betreffen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-172&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die &#252;berraschende L&#228;nge gewisser Belagerungen kann durch die (...)&#034; id=&#034;nh3-172&#034;&gt;172&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und einen pr&#228;zisen Prozess vorsehen: Zur&#252;ckgabe des Gebietes; Transferm&#246;glichkeit in ein anderes Rebellengebiet f&#252;r jene, welche es w&#252;nschen (im allgemeinen die K&#228;mpfer, ihre Familien und die politisch am meisten engagierten Personen) &#8211; ein Transfer, der unter der Aufsicht Russlands, der UNO und des Roten Halbmondes bewerkstelligt wird; Stationierung der russischen Milit&#228;rpolizei, humanit&#228;re Hilfsprogramme, Amnestie der Rebellen &#8211; Russland benutzt sein Gewicht gegen&#252;ber Damaskus, um Repression und Vergeltungsmassnahmen zu verhindern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf einer anderen Ebene machen die regelm&#228;ssig abgeschlossenen &#8211; und verletzten &#8211; Waffenstillst&#228;nde zwischen den wichtigsten kriegf&#252;hrenden Parteien ab Januar 2017 dem Friedensprozess von Astana Platz, wo, unter der Schirmherrschaft Russlands, des Irans und der T&#252;rkei, das Regime von Damaskus und gewisse auf dem Terrain aktive Rebellengruppen die L&#246;sung milit&#228;rischer und praktischer Fragen diskutieren (im Gegensatz zu den Verhandlungen in Genf, an welchen sich eine syrische Exilopposition ohne Verbindung zu den k&#228;mpfenden Gruppen beteiligt). Auch hier geht es darum, die Rebellen (wovon einige von der T&#252;rkei unterst&#252;tzt werden) zu spalten: Einerseits jene, mit welchen man verhandeln kann (Zur&#252;ckgaben von Territorium, Reintegration, Amnestien), und andererseits jene, welche von allen als Terroristen betrachtet werden. Vier rebellische Enklaven sind somit im Mai 2017 als &#8222;Deeskalationszonen&#8220; designiert worden, beispielsweise die Region von Idlib, wo sich die K&#228;mpfe allm&#228;hlich beruhigt haben. Andere lokale Abkommen komplettieren das Panorama: z.B. jenes rund um die von den YPG gehaltene, aber von prot&#252;rkischen Milizen bedrohte Stadt Tall Rifaat (die in der N&#228;he des Kantons Afrin liegt)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-173&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Syrian War Report, 7. September 2017.&#034; id=&#034;nh3-173&#034;&gt;173&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da sie von der Gesamtheit der Abkommen ausgeschlossen sind, werden die HTS und ihre Verb&#252;ndete das ganze Jahr lang von Offensiven profitieren, welche die AAS im Osten des Landes gegen den IS f&#252;hrt, um in der Region Idlib Angriffe gegen die loyalistischen Positionen in Aleppo und Hama zu lancieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein anderer Aspekt dieser Phase des Konflikts ist der Kampf im Osten zwischen Russland und den USA (repr&#228;sentiert durch die AAS einerseits, die YPG andererseits) um die Aneignung des vom IS kontrollierten Territoriums, v.a. ab seinem Zusammenbruch im Sommer 2017. W&#228;hrend Damaskus versucht, seine Autorit&#228;t wiederzuerlangen, geht es f&#252;r Washington darum, zu verhindern, dass das Regime die syrisch-irakische Grenze kontrolliert und eine Route er&#246;ffnet, die den schiitischen Halbmond Beirut-Damaskus-Bagdad-Teheran miteinander verbindet. Das Ziel der beiden Armeen ist somit die Erreichung und die Eroberung der Grenzstadt Abu Kamal&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-174&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Drei Strassenachsen verbinden Syrien und den Irak: Die erste im Norden (...)&#034; id=&#034;nh3-174&#034;&gt;174&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Relativ gesehen hat man diese Situation mit dem Rennen um Berlin, Prag und Wien zwischen den Alliierten 1945 vergleichen k&#246;nnen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-175&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Danyves, &#8222;L&#8216;Est syrien, enjeu v&#233;ritable des quatri&#232;mes n&#233;gociations (...)&#034; id=&#034;nh3-175&#034;&gt;175&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Doch damals hatten sich Russen, Amerikaner und Engl&#228;nder &#252;ber Besatzungs- und Einflusszonen verst&#228;ndigt; das ist vielleicht heute in Syrien nicht der Fall, doch ein Minimum an Verst&#228;ndigung wird notwendig sein, um zu verhindern, dass sich die unvermeidbaren Zusammenst&#246;sse w&#228;hrend dem Aufeinandertreffen von AAS und YPG in einen offenen Konflikt verwandeln. Das Risiko ist umso gr&#246;sser, als dass jedes Lager Hilfsmilizen benutzt, die f&#252;r ihre Disziplinlosigkeit bekannt sind, und die Sprache der Bombenangriffe benutzt, um dem anderen Lager die roten Linien aufzuzeigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die USA unternahmen einen ersten Versuch vom S&#252;den herkommend im Juni 2017: Nachdem in Jordanien mehrere Rebellengruppen konstituiert und bewaffnet wurden, wurden sie losgeschickt, um aus Al-Tanf kommend Abu Kamal zu erobern; trotz der Unterst&#252;tzung amerikanischer, britischer und norwegischer (!) Spezialkr&#228;fte wurden diese Gruppen durch den Fortschritt der AAS blockiert. In Anbetracht dieser Niederlage &#228;ndern die USA definitiv ihre Taktik und optieren f&#252;r die Benutzung der YPG/DKS, um diese ber&#252;hmte Stadt vom Norden herkommend, vom linken Ufer des Euphrats aus zu erreichen (wir werden die Frage der Rolle der kurdischen Kr&#228;fte im n&#228;chsten Kapitel ausf&#252;hrlicher diskutieren). Dieses Rennen um die Eroberung von Abu Kamal wird schliesslich im November vom syrischen Regime dank einer gemeinsamen Operation der AAS und aus dem Irak gekommenen schiitischen Milizen gewonnen. Die Eroberung dieser Stadt, die letzte, welche der IS hielt (sei es in Syrien oder im Irak), ist auch gleichbedeutend mit dem Scheitern des amerikanischen Projekts.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Rojava hat &#220;bergewicht&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine der grossen Gewinnerinnen des syrischen Konflikts ist freilich die PYD (der syrische Arm der PKK). Die Truppen dieser kurdischen Partei&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-176&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ist es notwendig, zu pr&#228;zisieren, dass, wenn man von den Handlungen einer (...)&#034; id=&#034;nh3-176&#034;&gt;176&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, die YPG, kontrollieren mittlerweile, Ende 2017, rund ein Viertel Syriens; einige ihrer K&#228;mpfer halten heute mehr als 200 km von den kurdischen Siedlungsgebieten entfernt Wache. Entwickelt sich die &#8222;libert&#228;re&#8220; Erfahrung Rojavas im gleichen Rhythmus wie seine leichte Infanterie?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Dark Victory in Raqqa&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der extrem mediatisierte Fall der Kalifatshauptstadt hat den Homepages der Aktivisten allerdings nicht wirklich in den Kram gepasst. Wir sind weit entfernt von den lyrischen Lobges&#228;ngen im Herbst 2014 w&#228;hrend der Schlacht von Koban&#234; und das hat einen Grund.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Wort &lt;i&gt;Befreiung&lt;/i&gt; ist f&#252;r einige sogar etwas &#252;bertrieben in Bezug auf Raqqa. Nach vier Jahren heftiger K&#228;mpfe und schwerer Luftangriffe&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-177&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wahrscheinlich ist es der Einsatz von chemischen Waffen durch Damaskus, (...)&#034; id=&#034;nh3-177&#034;&gt;177&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; ist die Stadt praktisch zerst&#246;rt, vier F&#252;nftel davon sind unbewohnbar und von den urspr&#252;nglich 300&#8216;000 Einwohnern ist keiner mehr &#252;brig&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-178&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Luke Mogelson, &#8222;Dark Victory in Raqqa&#8220; in The New Yorker, 6. November 2017.&#034; id=&#034;nh3-178&#034;&gt;178&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Einwohner, genau wie jene der Ortschaften rund um die Stadt, welche vor den K&#228;mpfen geflohen sind, sind nun auf den Strassen oder in Fl&#252;chtlingslagern. Nach langen Verhandlungen zwischen den YPG, der amerikanischen Armee und dem IS (via lokalen Notabeln und Stammesanf&#252;hrern) waren die einigen Tausend &#220;berlebenden aus dem belagerten Stadtzentrum evakuiert worden, das gleiche gilt f&#252;r die letzten K&#228;mpfer und ihre Familien, welche in die Hochburgen des Kalifats zur&#252;ckkehren konnten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-179&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Diese Art von Abkommen ist von einer grossen Banalit&#228;t im syrischen (...)&#034; id=&#034;nh3-179&#034;&gt;179&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch man muss anerkennen, dass viele Einwohner auch vor der neuen sich abzeichnenden &#8222;Besatzung&#8220; geflohen sind, jene der YPG, welche &lt;i&gt;in dieser Region&lt;/i&gt; einen &#252;beraus schlechten &lt;i&gt;Ruf&lt;/i&gt; haben und mit ethnischer S&#228;uberung, Machtmissbrauch, Rassismus, obligatorischem Milit&#228;rdienst (auch f&#252;r Frauen), usw. assoziiert werden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-180&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Antoine Hasday, &#8222;&#192; Raqqa, les tribus arabes accepteront-elles un pouvoir (...)&#034; id=&#034;nh3-180&#034;&gt;180&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Dieser Ruf wird von gewissen St&#228;mmen der Region gepflegt, sie sind entweder dem Regime von Damaskus treu geblieben oder haben dem IS die Treue geschworen &#8211; St&#228;mme und Familien sind ob solchen Fragen h&#228;ufig gespalten &#8211; und sie sind den Kurden immer noch zutiefst feindlich gesinnt &#8211; obwohl das grundlegende Problem eine Rivalit&#228;t um den Kauf der fruchtbaren landwirtschaftlichen Nutzfl&#228;chen der Region ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-181&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Andrew J. Tabler, &#8222;Eyeign Raqqa. A Tale of Four Tribes&#8221; in The Washington (...)&#034; id=&#034;nh3-181&#034;&gt;181&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die seri&#246;sesten Scheichs, welchen solche niederen Betrachtungen fernliegen, wissen, dass die Farbe der Uniformen nicht wirklich z&#228;hlt, wichtig ist einzig, dass Ruhe und Sicherheit anhalten und wieder Gesch&#228;fte gemacht werden k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Schaffen wir zwei, drei, viele Kantone&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber nehmen wir den Faden wieder auf. Seit der Schlacht von Koban&#234; 2014, gleichbedeutend mit dem Ende des Fortschritts des IS, haben die YPG bedeutende, zuvor vom IS, islamistischen Gruppen oder der FSA kontrollierte Territorien an sich gerissen, weit mehr als urspr&#252;nglich geplant. Ihr Hauptziel war es, eine territoriale Kontinuit&#228;t zwischen den drei kurdischen Siedlungsgebieten im Norden Syriens zu schaffen, den &#8222;Kantonen&#8220; Ciz&#238;r&#234;, Koban&#234; und Afrin; was die Eroberung von den sie trennenden, mehrheitlich von Arabern besiedelten Gebieten implizierte. Ein Plan, der von der T&#252;rkei durchkreuzt worden ist, sie kontrolliert seit August 2016 eines der Territorien mithilfe von islamistischen Gruppen. Es ist erw&#228;hnenswert, dass einige Gebiete, besonders &#246;stlich von Afrin, im Februar 2016 in Zusammenarbeit mit der AAS erobert worden sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Oktober 2015 werden unter der Schirmherrschaft der USA die Demokratischen Kr&#228;fte Syriens (DKS) geschaffen, eine milit&#228;rische Koalition, welche die R&#252;ckeroberung von vom IS gehaltenen Regionen erleichtern soll, wo die Kurden in der Minderheit oder inexistent sind; zu diesem Zweck werden den YPG mehrere arabische bewaffnete Gruppen anvertraut. Der von da an bedeutende territoriale Fortschritt der DKS w&#228;re ohne die Unterst&#252;tzung der USA nicht m&#246;glich gewesen: logistische Hilfe, Waffenlieferungen, Ausbildung, Unterst&#252;tzung durch Spezial- und Luftkr&#228;fte. Die Stationierung von Bodentruppen Seite an Seite mit den YPG bleibt trotzdem ziemlich bescheiden und diskret; obwohl mehrere amerikanische St&#252;tzpunkte in Rojava aufgebaut worden sind, sind es v.a. Operationsst&#252;tzpunkte, nur zwei davon sind strategisch und haben Landepisten f&#252;r Grossraumflugzeuge&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-182&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Im Juli 2017 versuchte die T&#252;rkei, Washington zu st&#246;ren, indem sie durch (...)&#034; id=&#034;nh3-182&#034;&gt;182&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Anzahl der K&#228;mpfer in den Spezialkr&#228;ften der YPG-DKS ist allm&#228;hlich gestiegen und hat sich bei 900 stabilisiert (dazu kommen die franz&#246;sischen und britischen Milit&#228;rkr&#228;fte). Schwereres Gesch&#252;tz hat das Dispositiv komplettiert: eine gepanzerte Rangereinheit, Anfang 2017 in der Gegend von Manbidsch stationiert (eine arabische Stadt, die von den YPG erobert worden ist), damit sie nicht mehr von den T&#252;rken bedroht werden kann; Marineeinheiten (Pionier- und Artillerietruppen im Rahmen der Offensive gegen Raqqa&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-183&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Alexandre Alati, &#8222;Objectif Raqqa. Les moyens d&#8216;appui US en Syrie&#8220; in (...)&#034; id=&#034;nh3-183&#034;&gt;183&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;). Im Mai 2017 erlaubte Trump auch die Lieferung von schwerem Gesch&#252;tz an die YPG, z.B. etliche gepanzerte Fahrzeuge zum Transport von (Pionier-)Truppen (milit&#228;risches Material, das zuvor arabischen Einheiten der DKS vorbehalten war, um Ankara nicht zu provozieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-184&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Laurent Lagenau, &#8222;Le pr&#233;sident Trump approuve la livraison d&#8216;armes aux (...)&#034; id=&#034;nh3-184&#034;&gt;184&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;). Die YPG verf&#252;gen mittlerweile &#252;ber ein breites Spektrum an amerikanischen, russischen und franz&#246;sischen Panzerabwehrflugk&#246;rpern, die theoretisch von diesen Waffenlieferungen ausgeschlossen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Austausch zu dieser Unterst&#252;tzung, welche ihr erlaubt, ihre eigenen Ziele zu erreichen, hat die PYD akzeptiert, die ber&#252;hmten &#8222;Bodentruppen&#8220; zur Verf&#252;gung zu stellen, welche den USA dermassen fehlten; sie waren daf&#252;r verantwortlich, Raqqa zu erobern und die Verkehrsachse Beirut-Damaskus-Bagdad-Teheran zu unterbrechen. Diese Operation war letztendlich gescheitert f&#252;r die amerikanische Strategie, aber erlaubte es trotzdem den YPG-DKS, das ganze Nordufer des Euphrats zu erobern und als nicht vernachl&#228;ssigbare Beute mehrere syrische Gas- und &#214;lfelder.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Damaskuserlebnis&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese neue Situation kompliziert selbstverst&#228;ndlich die Beziehungen zwischen der PYD und der syrischen Regierung. Es sollte daran erinnert werden, dass die Partei nicht die Unabh&#228;ngigkeit Kurdistans in Syrien fordert, sondern nur den Aufbau im Rahmen des bestehenden syrischen Staates einer f&#246;deralistischen Funktionsweise mit einer grossen Autonomie f&#252;r die Regionen. Was auch immer die ausgehandelten Abkommen von 2011 sein m&#246;gen &#8211; und was auch immer man davon halten mag &#8211;, so war es doch f&#252;r Rojava immer notwendig, gute Beziehungen zu Damaskus zu unterhalten, sei es nur aus wirtschaftlichen Gr&#252;nden, zumindest durch Handelswege in der Luft oder, seit es wieder m&#246;glich ist, am Boden. Wenn z.B. das im Kanton Ciz&#238;r&#234; extrahierte Erd&#246;l zum Teil kleinindustriell raffiniert wird, so wird doch ein grosser Teil verkauft an die Regierung in Damaskus, die im Gegenzug der PYD Treibstoff verkauft. Diese Abkommen erlauben auch die Erschliessung des Kantons Afrin und, durch die loyalistischen Gebiete, eine Strassenverbindung mit den anderen Kantonen (auch f&#252;r die milit&#228;rischen Konvois der YPG).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige franz&#246;sische Kommentatoren und Aktivisten wollen lieber nicht dar&#252;ber sprechen, sie versuchen stattdessen die Existenz einer Animosit&#228;t zwischen Damaskus und Rojava aufzuzeigen, indem sie den Fokus auf die &lt;i&gt;einige Tage&lt;/i&gt; andauernden Zusammenst&#246;sse zwischen den loyalistischen Kr&#228;ften und den YPG in den von letzteren umzingelten St&#228;dten lenken (Spannungen, die schnell dank russischer Vermittlung abgebaut worden sind). Sie verschweigen die befriedete Koexistenz, welche die beiden Armeen &lt;i&gt;seit Jahren&lt;/i&gt; verbindet (manchmal innerhalb einer gleichen Stadt) &#8211; und zudem ihre enge Zusammenarbeit w&#228;hrend verschiedenen wichtigen Zeitpunkten, besonders die R&#252;ckeroberung der &#246;stlichen Quartiere Aleppos&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-185&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die Schliessung des Azaz-Korridors im Februar 2016 durch eine gemeinsame (...)&#034; id=&#034;nh3-185&#034;&gt;185&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, welche das Misstrauen vieler &#8222;Rebellen&#8220; gegen&#252;ber den YPG durchaus erkl&#228;rt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotzdem, und logischerweise, war das Zusammentreffen von AAS und DKS entlang des Euphrats und zu Ungunsten des IS im Herbst 2017 von mehreren Zusammenst&#246;ssen gepr&#228;gt, welche durch die Achtsamkeit der USA und Russland folgenlos geblieben sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#8222;Und welche Zukunft?&#8220;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Verlauf des Jahres 2017 haben die USA eine St&#228;rkung der arabischen Komponente der DKS unterst&#252;tzt, indem arabische Rekruten in die YPG aufgenommen, doch auch indem diverse gegen Assad gerichtete Kr&#228;fte im Nordosten in die DKS eingegliedert worden sind: Einheiten, welche das Etikett FSA behalten, kleine islamistische Milizen (auch ehemalige Verb&#252;ndete des syrischen Arms der Al-Qaida) und bewaffnete Gruppen gewisser St&#228;mme. Die DKS z&#228;hlen also im Herbst 2017 ungef&#228;hr 80&#8216;000 K&#228;mpfer, davon 60&#8216;000 der YPG (wovon ein Drittel Frauen sind&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-186&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;K&#228;mpferinnen, die manchmal innerhalb spezifischer Einheiten gruppiert (...)&#034; id=&#034;nh3-186&#034;&gt;186&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;). Man sieht, dass die kurdische Komponente, obwohl sie mechanisch an Bedeutung verliert, doch zentral bleibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Situation ist komplexer auf dem politischen Terrain, denn die milit&#228;rischen Siege der YPG und die territoriale Ausdehnung Rojavas bringen auch gewisse Probleme. Obwohl die PYD in den drei urspr&#252;nglichen, mehrheitlich kurdischen Kantonen n&#228;mlich die politische B&#252;hne beherrschen kann &#8211; indem sie sich auf einige kleinere Verb&#252;ndete und eine Vielzahl unter ihrer Kontrolle stehende Vereine st&#252;tzt und indem sie das Monopol zur Bewaffnung beh&#228;lt &#8211;, so sieht die Situation in den gemischten oder mehrheitlich von Arabern besiedelten Gebieten anders aus. Die PYD muss sich ihren neuen Verb&#252;ndeten anpassen: Obwohl einige ans westliche Modell der Demokratie glauben, so sind doch andere Anh&#228;nger einer Funktionsweise und einer Ethik, die kaum libert&#228;r sind&#8230; Die in gewissen arabischen St&#228;dten, in entv&#246;lkerten Ruinen wie Tabqa und Raqqa eingef&#252;hrten Institutionen mussten also Notabeln und Stammesanf&#252;hrern einen wichtigen Platz einr&#228;umen (manchmal waren sie einige Tage zuvor noch mit dem IS verb&#252;ndet), doch haben auch den einen oder anderen entt&#228;uscht&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-187&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Syrian Kurds Face Fresh Test Ruling Arab Regions after Isis&#8220; in Financial (...)&#034; id=&#034;nh3-187&#034;&gt;187&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Andere Komplikation: Obwohl Ende 2016 der Name Rojava (&#8222;westliches Kurdistan&#8220; auf kurdisch) aufgegeben und mit jenem der &#8222;Demokratischen F&#246;deration Nordsyrien&#8220; ersetzt worden ist, um die arabischen Minderheiten nicht zu provozieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-188&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wird das Wort &#8222;Rojava&#8220; gar nur im Westen gebraucht? Der Eid der (...)&#034; id=&#034;nh3-188&#034;&gt;188&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, hat die territoriale Ausdehnung auch die demographische Zusammensetzung dieser Verwaltungseinheit modifiziert und die Kurden sind wahrscheinlich nicht mehr in der Mehrheit. Aufgrund der j&#252;ngsten K&#228;mpfe, welche etliche Ortschaften entv&#246;lkert haben, ist es unm&#246;glich, zu wissen, wie viele Einwohner heute auf diesem Territorium &#252;berleben, doch verst&#228;ndlich, wieso die R&#252;ckkehr der Fl&#252;chtlinge mittlerweile einen politischen Streitgegenstand darstellt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-189&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Fabrice Balanche, &#8222;Un Kurdistan ind&#233;pendant peut-il vraiment &#233;merger du (...)&#034; id=&#034;nh3-189&#034;&gt;189&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die K&#228;mpfer der YPG sind also in einer zumindest ungem&#252;tlichen Situation&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-190&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Im Oktober f&#252;hrte das gegen die Einwohner von Raqqa ausgesprochene Verbot, (...)&#034; id=&#034;nh3-190&#034;&gt;190&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&#8230; Umso mehr, weil noch eine andere Frage hinzukommt, jene des obligatorischen Milit&#228;rdienstes, neun bis zehn Monate f&#252;r mindestens ein Mitglied jeder Familie. Diese Dienstpflicht gab es bereits in den kurdischen Kantonen, sie dehnt sich 2017 allm&#228;hlich auf die anderen von den YPG kontrollierten Regionen aus: Die Armeef&#252;hrung hat n&#228;mlich angek&#252;ndigt, dass sie bis Ende Jahr die symbolische Zahl von 100&#8216;000 K&#228;mpfern erreicht haben m&#246;chte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-191&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Tom Perry, &#8222;Syrian Kurdish YPG Aims to Expand Force to over 100'000&#8221; in (...)&#034; id=&#034;nh3-191&#034;&gt;191&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die YPG gliedern also immer mehr junge Araber ein, viele davon haben an den K&#228;mpfen in Raqqa teilgenommen &#8211; die Betreuung und die Offiziere bleiben nat&#252;rlich kurdisch. Im November kam es zu Demonstrationen gegen die Wehrpflicht rund um die St&#228;dte Tabqa und Manbidsch, begleitet von einem H&#228;ndlerstreik, Ereignisse, welche von den YPG als Manipulationen des t&#252;rkischen respektive syrischen Geheimdienstes bezeichnet werden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-192&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wenn in Frankreich wie in den 1970er und 1980er Jahren eine antimilitaristischer&#034; id=&#034;nh3-192&#034;&gt;192&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die j&#252;ngere Geschichte hat uns gezeigt, dass eine Armee, welche die Demokratie in ein Territorium bringt, ohne formell eingeladen worden zu sein, f&#252;r die Bev&#246;lkerung schnell zu einer Besatzungsarmee werden kann. Das k&#246;nnte den YPG in den mehrheitlich arabischen Gebieten geschehen. Schon jetzt nutzt Ankara seinen Einfluss in der Region und unterst&#252;tzt arabische Protestbewegungen gegen die kurdische Beh&#246;rde, welche sich durchaus in einer nahen Zukunft in eine islamistische Guerilla und Attentate verwandeln k&#246;nnten. Es ist also wahrscheinlich, dass sich die PYD allm&#228;hlich in die kurdisch besiedelten Gebiete zur&#252;ckziehen und gewisse St&#228;dte (sowie die wichtigsten &#214;lfelder) den Beh&#246;rden von Damaskus oder einer unter amerikanischer Schirmherrschaft stehenden Interimsverwaltung zur&#252;ckgeben muss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie wird Rojava unter diesen Umst&#228;nden in den n&#228;chsten Jahren aussehen? Man kann wohl beruhigt sein, denn die Lieferung von Waffen und Panzern war wahrscheinlich nur ein Teil des abgeschlossenen Gesch&#228;fts; Washington hat sich h&#246;chstwahrscheinlich engagiert, einen F&#246;deralisierungsprozess Syriens und die Konstitution einer kurdischen Region zu unterst&#252;tzen, somit eine milit&#228;rische Pr&#228;senz in der Region aufrechtzuerhalten, mag sie auch nur symbolisch sein. Doch wie lange? Denn ohne Schutzpatron w&#228;re Rojava in einer schwierigen Situation, eingeklemmt zwischen Damaskus und Ankara. Ausser es wird Ersatz gefunden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-193&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Einige erw&#228;hnen Saudi-Arabien, unter der Bedingung, dass die YPG ein (...)&#034; id=&#034;nh3-193&#034;&gt;193&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Russland ist schliesslich auch da, unterst&#252;tzt ebenfalls die f&#246;derale Vision der PYD, stellt den Kanton Afrin unter seinen Schutz (indem es Panzer seiner Milit&#228;rpolizei dort stationiert) und &#252;bernimmt Vermittlungsdienste mit der Regierung in Damaskus. Doch es bleibt v.a. verb&#252;ndet mit derselben. Der Schaffung eines f&#246;deralen Syriens und einer Region im Norden im Genuss einer grossen Autonomie ist wom&#246;glich auf gutem Weg &#8211; die Situation d&#252;rfte schliesslich &#228;hnlich herauskommen wie im irakischen Kurdistan. Das dort herrschende politische Regime wird wahrscheinlich noch lange weit entfernt von westlichen Schemata sein, aber noch weiter entfernt von einer &#8222;libert&#228;ren Utopie&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#8222;Und welche Gesellschaft&#8220;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der westlichen linksradikalen Szene m&#252;ssen sogar die letzten Bewunderer &#8222;der libert&#228;ren Utopie&#8220; Rojavas &#8222;den staatlichen Aspekt&#8220; dieser &#8222;Erfahrung&#8220;, ihre &#8222;protostaatlichen Institutionen&#8220;, das Gewicht der PYD, die obligatorische Wehrpflicht, den Personenkult, den Respekt des Privateigentums usw. anerkennen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-194&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Entretien avec Pierre Bance&#8220; in Le Comptoir, 20. Oktober 2017.&#034; id=&#034;nh3-194&#034;&gt;194&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Sie hegen trotzdem immer noch die Hoffnung, dass die Situation sich mit der Zeit positiv entwickeln kann. W&#228;hrend darauf gewartet wird, wird viel von &lt;i&gt;Kommunen&lt;/i&gt; gesprochen, welche die PYD in den D&#246;rfern und Quartieren aufbaut. Sie haben jedoch nicht viel mit Arbeiterr&#228;ten zu tun, sie sind v.a. Quartierr&#228;te mit beschr&#228;nkter Macht, konsultativ und der Rolle einer ersten juristischen Vermittlungsinstanz. Die restliche politische und administrative Funktionsweise, die scheinbar sehr b&#252;rokratisch sein soll, ist jedoch von den westlichen demokratischen Institutionen inspiriert &#8211; was tats&#228;chlich in Syrien eine Neuheit darstellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Regime in Rojava proklamiert auch seinen &#8222;Willen, eine Organisationsform der Gesellschaft zu verteidigen, welche die Gleichheit zwischen M&#228;nnern und Frauen und die sprachliche Diversit&#228;t respektiert&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-195&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Groupe d'amiti&#233; France-Syrie du S&#233;nat, &#8222;Entretien avec M. Khaled Issa, (...)&#034; id=&#034;nh3-195&#034;&gt;195&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und &#8222;eine br&#252;derliche, demokratische, &#246;kologische und emanzipatorische Gesellschaft f&#252;r alle ohne Unterscheidung zwischen Geschlechterrollen, Ethnien oder Konfessionen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-196&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Seite &#8222;Le contrat social&#8220; auf der Homepage der Repr&#228;sentation Rojavas in (...)&#034; id=&#034;nh3-196&#034;&gt;196&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Das ist sch&#246;n und gut, genau wie die Einf&#252;hrung der Gleichheit zwischen M&#228;nnern und Frauen in allen Bereichen. Doch ist es nicht ein bisschen &#252;bertrieben, diese Prinzipien als &#8222;revolution&#228;r&#8220; zu bezeichnen? Und, wenn pr&#228;zisiert wird &#8222;f&#252;r patriarchale Gesellschaften&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-197&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Entretien avec Pierre Bance&#8220;, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-197&#034;&gt;197&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, muss man verstehen &#8222;f&#252;r diese Leute dort&#8220;? Denn wir sehen nicht sehr gut, weshalb &#8222;Revolution&#228;re&#8220; einen solchen Prozess unterst&#252;tzen und beweihr&#228;uchern sollten, ausser man glaubt in einem umgekehrten orientalistischen Elan, dass das &lt;i&gt;f&#252;r sie&lt;/i&gt; sehr gut ist, oder, dass (vielleicht nach den j&#252;ngsten theoretischen Entdeckungen) der Aufbau einer parlamentarischen Demokratie nach westlichem Modell mittlerweile eine unausweichliche Etappe auf dem Weg zu einer k&#252;nftigen sozialen Revolution darstellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl 2014 eine Verwirrung noch m&#246;glich war, ist es unverst&#228;ndlich wie einige 2017 in Rojava eine &#8222;revolution&#228;re&#8220; und &#8222;libert&#228;re&#8220; Erfahrung, ja gar eine der &#8222;Selbstverwaltung&#8220; wahrnehmen. Wir werden nicht weiter dar&#252;ber sprechen. Das Wort &#8222;Revolution&#8220; ist in der g&#228;ngigen Sprache weitgehend abgenutzt worden und hat keinen pr&#228;zisen politischen Sinn mehr. Es scheint, dass nun das gleiche in den linksradikalen oder anarchistischen Milieus geschieht, wo dieses Wort immer h&#228;ufiger ein Synonym ist f&#252;r eine &lt;i&gt;Evolution&lt;/i&gt; in Richtung mehr Demokratie. Wenn wir neben den Schlachten auch noch die Worte verlieren, schrumpft die Utopie selbst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Im Irak, zur&#252;ck auf Feld eins?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die im Oktober 2016 lancierte Schlacht zur Wiedereroberung der Stadt Mosul vom IS endete offiziell im Juli 2017, sie war verantwortlich f&#252;r sehr schwere Verluste in den Reihen der irakischen Streitkr&#228;fte, Zehntausende von Toten, und wahrscheinlich gleich vielen unter den Zivilisten. Zwei Drittel der 1.5 Millionen Einwohner sind vor den K&#228;mpfen und den Bombenangriffen geflohen. Von einem humanit&#228;ren Standpunkt aus betrachtet steht diese Schlacht jener von Aleppo in nichts nach. Der Rest des Landes ist nach heftigen K&#228;mpfen allm&#228;hlich von einer &#8211; nach dem Debakel von 2014 &#8211; rekonstituierten irakischen Armee und einer Unmenge von Milizen zur&#252;ckerobert worden. Die dynamischsten letzterer sind die Haschd al-Shaabi, die &#8222;Volksmobilmachungskr&#228;fte&#8220;: eine Koalition von Dutzenden mehrheitlich schiitischer Milizen (mit einigen sunnitischen oder christlichen Ausnahmen). Obwohl einige am Kampf gegen die amerikanische Invasion nach 2003 beteiligt waren, wurden die meisten im Sommer 2014 gebildet, nach einer vom grossen Ayatollah Ali al-Sistani lancierten Fatwa. W&#228;hrend die regul&#228;re Armee mit Rekrutierungsschwierigkeiten konfrontiert ist, haben sich Tausende Freiwillige den Volksmobilmachungskr&#228;ften angeschlossen, haupts&#228;chlich junge Arbeitslose. Bestehend aus 100&#8216;000 Mann waren sie an allen K&#228;mpfen beteiligt, auch in den sunnitischen Gebieten und Ortschaften (ausser innerhalb von Mosul).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl sie grosse Unterst&#252;tzung vom Iran geniessen, gibt es in den Volksmobilmachungskr&#228;ften keine politische Einheit, h&#246;chstens einen starken irakischen Nationalismus, und sie sind in mehrere Fraktionen gespalten, deren Anf&#252;hrer in der Zukunft gewiss eine politische Rolle spielen werden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-198&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Milices chiites, principale menace de l&#8216;apr&#232;s-Daech?&#8220; in Cultures monde, (...)&#034; id=&#034;nh3-198&#034;&gt;198&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Obwohl einige, wie der schiitische Anf&#252;hrer Moktada al-Sadr (der die Unterst&#252;tzung der sunnitischen Bev&#246;lkerungen erlangen m&#246;chte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-199&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Es w&#252;rde darum gehen, den Einfluss des Irans zu beschr&#228;nken, und sich (...)&#034; id=&#034;nh3-199&#034;&gt;199&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;), dazu aufgerufen haben, ist es unwahrscheinlich, dass sie zerschlagen werden, sei es nur, weil sie seit drei Jahren eine Einkommensquelle f&#252;r Zehntausende schiitischer Familien sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Viele dachten, dass das irakische Kurdistan siegreich aus jenem Konflikt hervorgehen w&#252;rde, welcher es ihm erlaubt hatte, die Kontrolle &#252;ber von der irakischen Armee 2014 verlassene oder vom IS zur&#252;ckeroberte Gebiete zu &#252;bernehmen, besonders Kirkuk und seine &#214;lreserven. Dabei vergass man, dass diese Region zwischen zwei rivalisierenden Clans gespalten ist (der eine ist mit Ankara verbunden, der andere schaut nach Teheran) und Korruption und Vetternwirtschaft allgegenw&#228;rtig sind, die Konsequenzen einer auf der &#214;lrente basierenden Wirtschaft. Das Unabh&#228;ngigkeitsreferendum im September 2017 war wahrscheinlich ein Mittel, um den Einsatz gegen&#252;ber Bagdads zu erh&#246;hen, doch es war mit einer einhelligen internationalen Feindseligkeit konfrontiert: Sie war gr&#252;nes Licht f&#252;r die Volksmobilmachungskr&#228;fte, die nur einige Tage brauchten, um erneut die Kontrolle &#252;ber die umk&#228;mpften Gebiete zu &#252;bernehmen &#8211; der Zerfall der aufgedunsenen Peschmergas war f&#252;r Kurdistan gleichbedeutend mit dem Verlust von 50% seiner &#214;leinkommen und der Verlegung der Unabh&#228;ngigkeit auf den Sankt-Nimmerleins-Tag.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist der Irak zum Status quo ante 2013 zur&#252;ckgekehrt &#8211; zur Herrschaft der arroganten Schiiten und der Marginalisierung der Sunniten &#8211;, jener, welcher vor der Geburt und des Erfolgs des IS vorgeherrscht hatte? Viel fehlt nicht. Ausser, dass die geschw&#228;chten Kurden dieses Ungleichgewicht nicht mehr werden ausgleichen k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abgesehen auch von der Tatsache, dass die schiitische Macht, zus&#228;tzlich zur amerikanischen Unterst&#252;tzung, mittlerweile &#252;ber eine starke Unterst&#252;tzung Teherans und, in einem geringerem Ausmass, Moskaus verf&#252;gt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abgesehen auch von der Tatsache, dass das Land nie dermassen vom Krieg zerst&#246;rt war (Hunderte Milliarden Dollar seien notwendig f&#252;r seinen Wiederaufbau, eine Milliarde alleine f&#252;r die Stadt Mosul).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abgesehen auch von der Tatsache, dass das Land immer noch &#252;ber viel Erd&#246;l verf&#252;gt, das vor der Episode des Kalifats zu 60% nach Asien, zu 20% nach Amerika und zu 20% nach Europa exportiert worden war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abgesehen auch von der Tatsache, dass jetzt schon sunnitische islamistische Gruppen angek&#252;ndigt haben, dass sie einen Guerillakrieg gegen die amerikanischen Truppen und die Armee Bagdads f&#252;hren werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Wiederaufbau Syriens&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein grosser Teil Syriens ist eine einzige Ruine und seine Wirtschaft, die sich in einem desastr&#246;sen Zustand befindet, habe einen Sprung 30 Jahre nach hinten gemacht, mit einem um 55% geschrumpften BIP zwischen 2010 und 2015 und einem industriellen Sektor, der wegen Zerst&#246;rungen und Diebst&#228;hlen um 50% geschrumpft ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-200&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe das Kapitel &#8222;Eine Wirtschaft in Fetzen&#8220; in &#8222;Kalifat und Barbarei: (...)&#034; id=&#034;nh3-200&#034;&gt;200&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Wiederaufbau des Landes w&#252;rde Hunderte Milliarden Dollar kosten. Zerst&#246;rt oder besch&#228;digt, alles muss wiederaufgebaut werden &#8211; zwei Millionen Wohnungen, Tausende Schulen, Dutzende Spit&#228;ler, Strassen, Wasser- und Stromversorgung usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch nur weil ein Land oder eine Region eine einzige Ruine ist, bedeutet das nicht, dass es oder sie wiederaufgebaut werden &lt;i&gt;muss&lt;/i&gt;. Und von wem? Weshalb? Die syrische Regierung wird es nicht aus Grossz&#252;gigkeit tun, sie braucht den Wiederaufbau, um ihre Macht und einen Anschein von sozialem Frieden wiederzuerlangen, und jene Regionen, welche sich ihr gegen&#252;ber am feindlichsten gezeigt haben, werden nicht in den Genuss einer priorit&#228;ren Aufmerksamkeit kommen. Die &#228;usseren Kriegsteilnehmer sind auch nicht viel philanthropischer, man sieht es gut in Raqqa: Die westliche Luftwaffe hat die Stadt in Schutt und Asche gelegt und die YPG haben sie erobert; aber wer wird bezahlen, sei es nur, um die Wasser- und Stromversorgung wiederaufzubauen? (Das ist umso weniger klar, als dass man nicht weiss, wer die Stadt in einem Jahr kontrollieren wird.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Idee eines weitreichenden Wiederaufbaus wird f&#252;r die syrische Regierung erst mit der russischen Intervention im September 2015 wirklich glaubw&#252;rdig. Denn man versteht allerseits, dass diese Macht, mit oder ohne Assad, nicht verschwinden wird; die Eroberung der Ostquartiere Aleppos im Dezember 2016 hat es den Skeptikern best&#228;tigt. F&#252;r jene, welche dem Regime nahestehen und sich dank der Kriegswirtschaft bereichert haben, geht es darum, die R&#252;ckkehr zum Frieden vorzubereiten, d.h. erneut gew&#246;hnliche Gesch&#228;fte zu machen &#8211; einige sehen in diesem Ruinenfeld die Gelegenheit, die vor 2011 lancierten liberalen Reformen weiterzuf&#252;hren. In dieser Perspektive hat der syrische Staat gesetzliche Anpassungen vorgenommen, welche die &#246;ffentlich-private Partnerschaft und die Privatisierungen beg&#252;nstigen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-201&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Benjamin Barthe, &#8222;Reconstruction en Syrie : les entreprises acquises au (...)&#034; id=&#034;nh3-201&#034;&gt;201&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es geht auch darum, die syrischen Chefs, welche ihre T&#228;tigkeiten zu Beginn des Konflikts in andere L&#228;nder der Region verlegt haben, zur R&#252;ckkehr zu bewegen, besonders die Textilindustriellen, welche gegenw&#228;rtig &#228;gyptische Arbeitskraft ausbeuten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-202&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#196;gypten will nicht, dass diese Investoren das Land verlassen und hat den (...)&#034; id=&#034;nh3-202&#034;&gt;202&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das frappierendste Anzeichen dieses sich abzeichnenden Wiederaufbaus, welcher nur die Verl&#228;ngerung der Vorkriegszeit mit anderen Mitteln ist, ist jenes der Stadtplanung: Man sieht spektakul&#228;re Projekte aufbl&#252;hen, welche manchmal nur aufgew&#228;rmte Varianten von schon vor dem Konflikt bestehenden Pl&#228;nen sind, sie hatten damals bereits zur Unzufriedenheit der Bev&#246;lkerung beigetragen, wie z.B. der Traum des B&#252;rgermeisters von Homs, seine Stadt in ein Las Vegas des Orients zu verwandeln. Es geht einerseits darum, die besch&#228;digten Stadtzentren zu renovieren, andererseits, wie es am h&#228;ufigsten der Fall ist, die weitl&#228;ufigen &#8222;informellen Quartiere&#8220; der Peripherien zu restrukturieren, wo das aus dem Umland gekommene Proletariat logierte und die Revolte 2011 begonnen hat. Viele dieser Quartiere wahren die B&#252;hne heftiger K&#228;mpfe und sind mittlerweile zu Ruinenfeldern reduziert worden&#8230; Ideal, um Tabula rasa zu machen und sch&#246;ne Geb&#228;ude hinzustellen, wo die dem Regime treu gebliebenen Mittelklassen und die ihm treu gebliebene Bourgeoisie logiert werden k&#246;nnen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-203&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Tom Rollin, &#8222;Syria's Reconstruction Plans Take Shape&#8220;, 22. Mai 2017.&#034; id=&#034;nh3-203&#034;&gt;203&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Krieg erleichtert die Gentrifizierung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es stellt sich jedoch die Frage der Finanzierung. Weder der syrische Staat &#8211; dessen Kassen leer sind und dessen Verschuldung stark gestiegen ist (v.a. gegen&#252;ber dem Iran und Russland) &#8211; noch die privaten lokalen Akteure werden sie komplett tragen k&#246;nnen. Daher sucht man im Rahmen von liberalen Reformen ausl&#228;ndische Investitionen. Die Fortdauer einer gewissen Unsicherheit, einer Vetternwirtschaft, der Mauscheleien und der Korruption bremst das ganze nat&#252;rlich weiterhin &#8211; es werden also viele Projekte gemacht &#8211;, doch all das hindert die syrische Regierung nicht daran, sich noch st&#228;rker anzustrengen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abkommen und professionelle internationale Foren, welche dem Wiederaufbau gewidmet sind, folgen aufeinander, sowohl in Damaskus als auch im Ausland (Beirut, Amman und Peking 2017), Gelegenheiten, um potentielle Partner oder Investoren zu treffen, welche aus Russland oder dem Iran gekommen sind, aber auch aus Jordanien, Weissrussland, S&#252;dafrika, Indien, Malaysia und sogar aus den Golfstaaten und aus dem Irak&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-204&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mohammed Ghazal in Amman, &#8222;Les promoteurs arabes r&#233;fl&#233;chissent &#224; la (...)&#034; id=&#034;nh3-204&#034;&gt;204&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Brasilien ist dabei, die diplomatischen Beziehungen mit Damaskus wiederaufzunehmen, um Marktanteile zu erhalten. Der Libanon ist ganz vorne dabei: Die Chefs im Baugewerbe hoffen, dass sie von ihrer Erfahrung profitieren k&#246;nnen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-205&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Einige haben sich einen Vorsprung herausgeholt, so z.B. jener (...)&#034; id=&#034;nh3-205&#034;&gt;205&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, und das Land tr&#228;umt davon, das Eingangsportal f&#252;r die Baustellen Syriens via Sonderwirtschaftszone von Tripoli zu sein &#8211; sie ist dabei, gebaut zu werden, es sind eine Vergr&#246;sserung des Hafens, der Bau von Autobahnen und die Reaktivierung des (w&#228;hrend dem libanesischen B&#252;rgerkrieges zerst&#246;rten) Eisenbahnnetzes vorgesehen. Die von den Wirtschaftssanktionen der EU eingeschr&#228;nkten Europ&#228;er sind von diesen Diskussionen praktisch abwesend. Baschar al-Assad hat &#252;brigens, wenig &#252;berraschend, im August erkl&#228;rt, dass jene L&#228;nder, welche die &#8222;Terroristen&#8220; unterst&#252;tzt hatten (sprich die westlichen L&#228;nder und die Golfstaaten, welche bewaffnete islamistische Gruppen finanziert haben), von der Kuchenteilung des Wiederaufbaus ausgeschlossen sein werden. Den Riesen des franz&#246;sischen Bausektors werden im besten Fall einige unbesetzte Nischen in die H&#228;nde fallen, z.B. der von der UNESCO finanzierte Wiederaufbau des historischen Kulturerbes&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-206&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Alexis Feertchak, &#8222;Pour sa reconstruction, la Syrie se tourne vers l'Asie&#8220; (...)&#034; id=&#034;nh3-206&#034;&gt;206&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Damaskus privilegiert die Schwellenl&#228;nder (die sich neutral gezeigt haben), China und, allen voran, Russland und den Iran. F&#252;r diese drei letzteren L&#228;nder repr&#228;sentiert Syrien, neben den m&#246;glichen Markterschliessungen, ein strategisches Gebiet zwischen Asien und Europa, insbesondere f&#252;r den Transport von Treibstoffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im April 2016 hat Russland mit Syrien einen ersten, ungef&#228;hr eine Milliarde Dollar schweren Vertrag zum Wiederaufbau der Stromversorgung, der Infrastrukturen, des Handels, der Finanz und anderen wirtschaftlichen Sektoren unterzeichnet. Die russischen Unternehmen haben schon Stellungen im Treibstoffsektor eingenommen (eine der geringsten Produktionen der Region) und haben ab September 2015 damit begonnen, die k&#252;stennahen Gas- und &#214;lreserven des Landes zu erkunden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das wirtschaftliche Gewicht des Irans in Syrien wird zunehmend gr&#246;sser, insbesondere seit dem Verlust der &#214;lfelder im Osten des Landes 2013, der Damaskus dazu gezwungen hat, Treibstoffe aus Teheran zu beziehen. Die Unterzeichnungen von Kreditabkommen zwischen den beiden L&#228;ndern werden immer h&#228;ufiger (besonders f&#252;r den Import des iranischen &#214;ls), oft gegen f&#252;r den Iran sehr g&#252;nstige Investitionsvertr&#228;ge im Minensektor (Phosphat), dem Bauwesen, dem Telekommunikationssektor und f&#252;r den Verkauf von Agrarland&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-207&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jihad Yazigi, &#8222;Les p&#233;nuries mettent en lumi&#232;re la fragilit&#233; syrienne&#8220; in (...)&#034; id=&#034;nh3-207&#034;&gt;207&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es ist erw&#228;hnenswert, dass iranische Privatpersonen (v.a. aus dem Milit&#228;r) von der Krise profitieren, um Land und Zweitresidenzen in Damaskus zu erwerben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-208&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Renaud Toffier, &#8222;Syrie, Irak : le temps de la reconstruction&#8220;, 9. August 2017.&#034; id=&#034;nh3-208&#034;&gt;208&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Peking hat die Regierung Syriens immer diskret unterst&#252;tzt, ein Land, wo China schon vor dem Krieg begonnen hatte, zu investieren, besonders im Treibstoffsektor. Die chinesischen Unternehmen haben ihre Arbeit im Land nie unterbrochen (2013 r&#252;steten sie die vom Regime gehaltenen Territorien mit Glasfaserkabeln aus). Obwohl Damaskus China aufgrund seiner Finanzierungskapazit&#228;ten und der Effizienz seiner Unternehmen fleissig den Hof macht, bleibt China vorsichtig&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-209&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jihad Yazigi, &#8222;La Chine h&#233;site &#224; d&#233;velopper sa relation &#233;conomique avec (...)&#034; id=&#034;nh3-209&#034;&gt;209&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; (besonders aufgrund der Wirtschafts- und Banksanktionen). Ein anderer Hemmschuh ist die Schw&#228;che der nat&#252;rlichen syrischen Ressourcen, welche, mit Ausnahme des Erd&#246;ls im (von den YPG gehaltenen) Nordosten, schon in den H&#228;nden der Russen und der Iraner sind und die Peking in der Regel im Gegenzug f&#252;r seine Investitionen erh&#228;lt. Man spricht allerdings von Projekten im Solarsektor. Langfristig ist Syrien ein zentrales Element im chinesischen Projekt des Aufbaus von &#8222;Seidenstrassen&#8220; (Strassen-, Eisenbahn- und Energietransportverbindungen), welche den Fernen Osten mit Europa verbinden sollen. Ein erstes, zwei Milliarden Dollar schweres Investitionsprojekt zum Aufbau eines Industrieparks, wo sich anf&#228;nglich 150 chinesische Unternehmen ansiedeln werden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-210&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;China to Invest US$2 Billion in the Reconstruction of Syria&#8220;, Juli 2017 (...)&#034; id=&#034;nh3-210&#034;&gt;210&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und eines Tages 40&#8216;000 Syrer arbeiten sollen, ist jedoch schon im Juli 2017 angek&#252;ndigt worden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Morgen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Arbeiter und Proletarier scheinen in diesem Text weitgehend abwesend zu sein. Doch, wie wir bereits zuvor geschrieben haben: &#8222;Wir sprechen eigentlich von Anfang an von ihnen, aber in Form von Kanonenfutter.&#8220; Hunderttausende K&#228;mpfer in ganz Syrien, die sich gegenseitig umbringen. Eine nur zu aktive Minderheit, welche den Krieg macht inmitten einer Mehrheit, welche ihn erdulden muss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von den 22 Millionen Einwohnern, welche Syrien 2011 z&#228;hlte, sind sechs Millionen ins Ausland geflohen und sieben Millionen sind Binnenfl&#252;chtlinge (was im Falle Frankreichs 18 bis 21 Millionen Einwohner entsprechen w&#252;rde). Seit Jahresanfang beobachtet man zum ersten Mal, dass Fl&#252;chtlinge nach Hause zur&#252;ckkehren, fast 600&#8216;000 im August (zu 80% Binnenfl&#252;chtlinge&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-211&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Syrie : mouvement de retour de r&#233;fugi&#233;s et de d&#233;plac&#233;s depuis le d&#233;but de (...)&#034; id=&#034;nh3-211&#034;&gt;211&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;). Diese R&#252;ckkehr wird m&#246;glich, insofern Damaskus seine Macht in den bisher von islamistischen Gruppen oder dem IS gehaltenen Gebieten zur&#252;ckerlangt. Das Regime ist freilich immer noch eine Diktatur, doch sie bombardiert keine Gebiete, welche sie kontrolliert, was in der aktuellen Phase des Konflikts und f&#252;r die dort lebenden Bev&#246;lkerungen ganz bestimmt ein Vorteil ist. Obwohl es nicht besonders wahrscheinlich ist, dass die nach Europa oder Nordamerika gegangenen Fl&#252;chtlinge zur&#252;ckkehren, insbesondere die Angeh&#246;rigen von Minderheiten (die Christen), so wird das hingegen ziemlich wahrscheinlich f&#252;r die &#228;rmsten der Fall sein, jene, welche unter sehr prek&#228;ren Bedingungen in der T&#252;rkei, im Libanon oder Jordanien leben. Doch, obwohl die milit&#228;rische Absicherung und die Deeskalation Fortschritte machen, bleiben der katastrophale Zustand der Wirtschaft des Landes und das Ausmass der Zerst&#246;rungen Argumente gegen eine R&#252;ckkehr. Die Arbeitslosenquote erreichte 2016 60% und jene der Jugendarbeitslosigkeit 2015 78%&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-212&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Syria at War, Five Years On, ESCWA and University of St Andrews, 2016.&#034; id=&#034;nh3-212&#034;&gt;212&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &#8211; daher das Interesse f&#252;r den Soldatenberuf. 83% der Bev&#246;lkerung lebt mittlerweile unter der Armutsgrenze, 2010 war es ein Drittel. Man kann verstehen, dass sich der Klassenkampf an einem toten Punkt befindet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sprachen am Anfang von einem vom Bombenhagel und den Ruinen gef&#252;gig gemachtes Proletariat. Doch es kommt die Tatsache hinzu, dass es durch den B&#252;rgerkrieg gespalten und in Konfessionen und Gemeinschaften eingepfercht worden ist. Ein Zustand, der wahrscheinlich fortdauern wird, auch falls ein breiter Prozess des Wiederaufbaus beginnen sollte, denn Syrien verf&#252;gt weder &#252;ber gen&#252;gend wirtschaftliche und industrielle Kapazit&#228;ten, noch &#252;ber ausreichende &#228;ussere finanzielle Unterst&#252;tzung, um dreissig glorreiche Jahre zu lancieren, die Vollbesch&#228;ftigung und hypothetisch die Affirmation eines sich in einer Machtstellung befindenden Proletariats zu erreichen...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Auswanderung von sechs Millionen Syrern und der Tod von etwa 500&#8216;000 l&#246;st jene Probleme nicht, mit welchen der Staat schon vor dem Krieg konfrontiert war (zu grosser Bev&#246;lkerungswachstum, hohe Jugendarbeitslosigkeit) und welche bez&#252;glich der Ausl&#246;sung der Revolte eine Rolle gespielt haben. Denn das Land ist eine einzige Ruine und die Reservearmee der Arbeiter schon ziemlich gross. Was wird langfristig damit geschehen? Obwohl das Kapital manchmal merkw&#252;rdige &#220;berraschungen f&#252;r die Arbeiter bereith&#228;lt, hat es Syrien noch nicht n&#246;tig, eine eingewanderte Arbeitskraft einzustellen &#8211; ausser im Falle der qualifizierten Arbeiter, welche in grosser Anzahl nach Europa ausgewandert sind (z.B. jene des Gesundheits- und Pflegesektors), umso mehr, weil die Berufsausbildung in Syrien seit sechs Jahren eingeschr&#228;nkt oder unterbrochen ist; das gleiche gilt f&#252;r sehr qualifizierte Anstellungen wie jene der Ingenieure. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, ist das 2011 knifflige Problem der Jugendarbeitslosigkeit von Hochschulabg&#228;ngern gel&#246;st. Doch ohne Wiederaufbau und massive ausl&#228;ndische Investitionen ist das Land dazu verurteilt, ein Auswanderungsland zu bleiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;All das daf&#252;r? Als ob die verbl&#252;ffende und unvertretbare Episode des Kalifats und Jahre des B&#252;rgerkriegs in Syrien nicht den geringsten Nutzen gehabt h&#228;tten, ausser jenen, gewisse Einflussgebiete zu modifizieren, die Karten neu zu mischen und k&#252;nftige Konflikte vorzubereiten. Das &#252;bliche grosse Spiel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Welche Lehre k&#246;nnen wir aus dieser Katastrophe ziehen, die wir nicht schon gezogen haben? Der Krieg ist eine Katastrophe, allen voran f&#252;r die ihn erduldenden und k&#228;mpfenden Proletarier, der B&#252;rgerkrieg f&#252;gt dem seine Grausamkeiten hinzu&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-213&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Und obwohl es in der Geschichte der zwischenstaatlichen Kriege grosse (...)&#034; id=&#034;nh3-213&#034;&gt;213&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. War es notwendig, das zu pr&#228;zisieren? Dass der Umgang mit Waffen als getrennte T&#228;tigkeit jeglichen Ausdruck des Klassenkampfes erstickt? Doch dass es die Proletarier nicht daran hindert, besonders aktiv zu sein? Jene Fahnen, welche bis anhin am meisten Leute mobilisieren, sind leider nicht besonders emanzipatorisch. Dass die konfessionellen, ethnischen und nationalen Fragen im Zentrum des Diskurses stehen (sei es auf ausschliessende oder einschliessende Art und Weise), auf Kosten der wirklichen Probleme und v.a. der Interessen der Bev&#246;lkerungen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was soll noch gesagt werden, ohne sich zu wiederholen oder als zu negativ zu erscheinen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-214&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Besonders in Bezug auf die Schlussfolgerung unseres vorhergehenden (...)&#034; id=&#034;nh3-214&#034;&gt;214&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;? In diesem Chaos, und besonders im syrischen B&#252;rgerkrieg, gibt es eine Sache zu sehen und sie sticht einem die Augen aus, dermassen ist sie omnipr&#228;sent: Es ist &lt;i&gt;eben genau&lt;/i&gt; alles, was die Revolution &lt;i&gt;nicht ist&lt;/i&gt;; sei es hinsichtlich der Selbstorganisation, der Organisation des &#220;berlebens, der milit&#228;rischen Aktivit&#228;t, der Alternativen, der protostaatlichen Utopien usw. Es kann dort kein Modell gefunden werden und &#252;brigens auch kein Gegenmodell. Die Revolution wird gewiss kein Galadiner sein&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-215&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zu dieser Frage, siehe Die Freunde vier Millionen junger Arbeiter, &#8222;Eine (...)&#034; id=&#034;nh3-215&#034;&gt;215&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, alles andere als das, doch sie wird nicht diesen sch&#228;ndlichen B&#252;rgerkriegen &#228;hneln, wovon der zeitgen&#246;ssische Kapitalismus das Geheimnis kennt; zumindest ein positiver Punkt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tristan Leoni, Dezember 2017&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=1906&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zus&#228;tzliche Anmerkung zur Frage der Quellen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist uns mehrmals vorgeworfen worden, Quellen zu benutzen, die nicht benutzt werden sollten, z.B. den &lt;i&gt;Figaro&lt;/i&gt;; Bemerkungen, die implizieren, dass &#8211; z.B. &#8211; &lt;i&gt;Lib&#233;ration&lt;/i&gt; eine zuverl&#228;ssigere Informationsquelle w&#228;re, da &#8222;links&#8220;. Ja, wir gestehen es, wir lesen Zeitungen und konsultieren Homepages, mit welchen wir politisch nicht einverstanden sind. Zum Gl&#252;ck. Es w&#228;re schwierig, solche Artikel, Artikel &#252;berhaupt zu schreiben oder sogar nachzudenken, indem man nur die Aktivistenpresse liest (welche &#252;brigens?). Wir wissen auch, dass eine Information, die man auf einer von Russland, dem Iran oder Katar beeinflussten Homepage gefunden hat, in unseren Gefilden praktisch keinen Wert hat (man muss versuchen, sie anderswo zu finden oder sie vergessen), w&#228;hrend eine andere, die man in der &lt;i&gt;Monde&lt;/i&gt; gefunden hat, als achtbar erscheinen wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Offenlegung unserer Quellen, damit alle sie konsultieren, sich eine Meinung bilden k&#246;nnen, eventuell eine andere als unsere, scheint uns wichtig: Wir tun das wahrscheinlich zu h&#228;ufig, aber nicht genug f&#252;r einige (man kann immer den Autor kontaktieren, um mehr dar&#252;ber zu erfahren). Man kann davon ausgehen, dass jene, welche glauben, dass man, wenn man sich auf einen Artikel in &lt;i&gt;Les &#201;chos&lt;/i&gt; bezieht, dem MEDEF die Treue schw&#246;rt, ziemlich wenig lesen. Wir m&#246;chten sie allerdings darauf hinweisen, dass wir schon Informationen aus folgenden Quellen zitiert haben: &lt;i&gt;Atlantico&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Figaro&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Crieur&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;L'Express&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Commerce du Levant&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;CQFD&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Point&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;RTL&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;RFI&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;L'Orient le Jour&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;&#201;changes&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Orient XXI&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Temps&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Nouvel Observateur&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Les &#201;chos&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Raids&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Afrique-Asie&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Sciences humaines&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Lib&#233;ration&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Marianne&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Vice News&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;France 24&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Financial Times&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Politique &#233;trang&#232;re&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;RMC&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;France culture&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Diplomatie&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Monde diplomatique&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;TV5 Monde&lt;/i&gt; usw. Diese Liste sollte mit &lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt; komplettiert werden, der franz&#246;sischsprachigen Zeitschrift des IS.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;B&#246;se Zungen k&#246;nnen also leicht eine Quelle finden, die ihnen nicht gef&#228;llt und ihnen best&#228;tigt, was sie vom Artikel halten, bevor sie ihn gelesen haben &#8211; wenn man einen Text von einer einzigen Seite her angreift, zeigt das, dass man grunds&#228;tzlich nichts zu sagen hat. Doch es stimmt, dass die Worte heutzutage keinen Sinn mehr haben und dass es, auf eine fast esoterische Art und Weise, darum geht, Texte zu dekonstruieren, um den versteckten Sinn zu entdecken und v.a. die (manchmal unbewussten) Absichten des Autors. Vor einer nicht allzu langer Zeit sagte man noch, dass es reicht, um einen Text zu verstehen, ihn zu lesen &#8211; sein Autor hatte sogar mit mehr oder weniger Gl&#252;ck versucht, daf&#252;r die richtigen Worte zu finden&#8230;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb3-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Arabische Abk&#252;rzung f&#252;r den alten Namen des IS, den er von April 2013 bis Juni 2014 benutzt hat, &#8222;der Islamische Staat im Irak und der Levante&#8220; (der seinerseits auf &#8222;Islamischer Staat im Irak&#8220; folgte).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Das Projekt der PYD beschr&#228;nkt sich auf den syrischen Teil Kurdistans (&lt;i&gt;Rojava&lt;/i&gt;). Der IS will sich hingegen in einer ersten Phase von Indien bis nach Spanien ausbreiten. &#220;ber die PYD, siehe unseren im Januar 2015 auf DDT21 erschienenen Artikel &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Rojava-Realitat-und-Rhetorik&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Rojava: Realit&#228;t und Rhetorik&#8220;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zu dieser Frage, siehe Myriam Benraad, &lt;i&gt;Irak, la revanche de l'histoire&lt;/i&gt;, Paris, Vend&#233;miaire, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ab 2006 hatte Bagdad in den &lt;i&gt;al-Sahwa&lt;/i&gt;-Komitees (das Erwachen) sunnitische Milizen angestellt, um gegen Al Qaida zu k&#228;mpfen. Der Premierminister Nouri al-Maliki beendet die Operation 2009, womit er 85'000 Mitglieder der Milizen entl&#228;sst.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pierre-Jean Luizard, &lt;i&gt;Le Pi&#232;ge Daech&lt;/i&gt;, La D&#233;couverte, 2015, S. 17.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe die Interviews mit Philippe-Joseph Salazar, die seit November 2015 auf Youtube verf&#252;gbar sind.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Interview mit Bernard Badie, &lt;i&gt;Afrique Asie&lt;/i&gt;, Oktober 2015, S. 33.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt;, Nr. 3, M&#228;rz-April 2015, S. 14 (&lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt; ist die franz&#246;sischsprachige Zeitschrift des IS).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Rojava stellt die einzige Ausnahme dar. Die Chancen, dort willk&#252;rlich eingesperrt, hingerichtet, gefoltert zu werden oder zu &#8222;verschwinden&#8220;, sind weit geringer als &#252;berall sonst in der Region. Sogar &lt;a href=&#034;https://www.hrw.org/news/2014/06/18/syria-abuses-kurdish-run-enclaves&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Human Rights Watch&lt;/a&gt; r&#228;umt das ein.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Im Sinne von George Mosse, jenem Historiker, der das Konzept der &#8222;Brutalisierung&#8220; ausgearbeitet und es auf die Gesellschaften nach dem Ersten Weltkrieg angewendet hat, er sieht darin die &#8222;Geb&#228;rmutter der Totalitarismen&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pierre-Jean Luizard, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 15-16.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die Armee von Bagdad, die von organisierter Abwesenheit und starker Korruption gepr&#228;gt ist, war von einer seltenen Ineffizienz, die Sicherheit in der Stadt auch nur ann&#228;hernd zu garantieren.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pierre-Jean Luizard, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 29.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Diese Bilder kommen nicht &#252;ber die gleichen Kan&#228;le wie z.B. die zahlreichen und im Internet sehr popul&#228;ren, die Jihadisten zeigen, die mit kleinen Katzen spielen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Eine Behandlung, die durch ihre Praktiken und ihren religi&#246;sen Rahmen an jene der Okzitanen w&#228;hrend den Kreuzz&#252;gen der Albigenser im 13. Jahrhundert erinnert.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die &lt;i&gt;dhimmitude&lt;/i&gt;, die streng und zwingend ist, beinhaltet allen voran die Zahlung einer Sondersteuer, die &lt;i&gt;Djizya&lt;/i&gt;. In Raqqa haben sich einige Dutzend Christen f&#252;r diesen Status entschieden, w&#228;hrend in Mosul die Bisch&#246;fe das Exil vorgezogen haben.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Abdel Bari Atwan, &lt;i&gt;Islamic State: The Digital Caliphate&lt;/i&gt;, London, Saqi Books, 2015; Claude Moniquet, &lt;i&gt;Djihad : D'Al-Qaida &#224; l'&#201;tat Islamique, combattre et comprendre&lt;/i&gt;, La Bo&#238;te &#224; pandore, 2015, S. 182.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Es ist problematisch, diese Machenschaften als &#8222;barbarisch&#8220; zu bezeichnen, daf&#252;r erinnern sie zu stark an die glorreichsten Stunden der griechischen Antike.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Aufgrund ihrer Gef&#228;hrlichkeit wird die Zigarette mit dem im Islam verbotenen Selbstmord in Verbindung gebracht.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://bibliobs.nouvelobs.com/en-partenariat-avec-books/20151114.OBS9505/administration-police-communication-daech-les-rouages-d-un-quasi-etat.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Administration, police, communication&#8230; Daech, les rouages d'un quasi-&#201;tat&#034;&lt;/a&gt;, 18. November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Alain Rodier, &lt;a href=&#034;https://www.cercle-k2.fr/eng/studies/irak-syrie-daesh-comment-ca-marche-102#n1&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Irak/Syrie: Daesh, comment &#231;a marche ?&#034;&lt;/a&gt;, 7. Juni 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gem&#228;ss einem Mitglied der Oppositionsgruppe Raqqa Is Being Slaughtered Silently, zitiert von Layal Abou Rahal, &lt;a href=&#034;https://www.lorientlejour.com/article/930705/raqa-la-ville-modele-du-califat-de-lei.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Raqqa, la ville mod&#232;le du califat de l'EI&#034;&lt;/a&gt;, &lt;i&gt;L'Orient le Jour&lt;/i&gt;, 21. Juni 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Hala Kodmani, &lt;a href=&#034;https://www.liberation.fr/planete/2015/06/01/ils-ont-cherche-a-gagner-la-confiance_1321064&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;A Palmyre, l'&#201;tat islamique a cherch&#233; &#224; gagner la confiance&#034;&lt;/a&gt;, &lt;i&gt;Lib&#233;ration&lt;/i&gt;, 1. Juni 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Das ber&#252;hmte Captagon, eine Art Amphetamin und weder ein Psychotropikum, noch ein Halluzinogen, wird nicht als &lt;i&gt;haram&lt;/i&gt; beurteilt. Die Soldaten des IS benutzen es, denn es st&#228;rkt die psychische Lebendigkeit und den Widerstand gegen die M&#252;digkeit. Franz&#246;sische Jihadisten, die seinem Suchtpotenzial erlegen sind, sind vom IS ins Gef&#228;ngnis gesteckt worden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe die &lt;a href=&#034;https://news.vice.com/video/the-islamic-state-part-1&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Reportagen von &lt;i&gt;Vice News&lt;/i&gt; aus Raqqa&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zuvor organisierten die lokalen klientelistischen Netzwerke die k&#252;nstliche Knappheit von Grundnahrungsmitteln, um eine Preiserh&#246;hung auszul&#246;sen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bagdad und Damaskus zahlen manchmal weiterhin L&#246;hne an die Funktion&#228;re in Gebieten, die sie nicht mehr kontrollieren; das gilt auch f&#252;r Rojava.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Hala Kodmani, &lt;a href=&#034;https://www.liberation.fr/planete/2015/06/01/ils-ont-cherche-a-gagner-la-confiance_1321064&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;A Palmyre, l'&#201;tat islamique a cherch&#233; &#224; gagner la confiance&#034;&lt;/a&gt;, &lt;i&gt;Lib&#233;ration&lt;/i&gt;, 1. Juni 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://www.france24.com/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;www.france24.com&lt;/a&gt;, Oktober 2014.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-30&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-30&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;30&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gr&#233;goire Chambaz, &lt;a href=&#034;https://courrierdorient.net/category/etat-islamique/#_ednref16&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Facteurs tribaux dans les dynamiques du contr&#244;le territorial de l'&#201;tat islamique&#034;&lt;/a&gt;, 11. Oktober 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-31&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-31&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;31&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Yochii Dreazen, &#034;Daech, administrateur colonial&#034;, &lt;i&gt;Foreign Policy&lt;/i&gt;, 20. August 2014 (&lt;i&gt;Courrier international&lt;/i&gt;, Sondernummer, Oktober-Dezember 2015).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-32&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-32&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;32&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;L'&#201;tat islamique. Anatomie du nouveau Califat&lt;/i&gt;, Paris, Bernard Giovanangeli Editeur, 2015, S. 98. Ad&#220;: Eine deutsche &#220;bersetzung der Erstausgabe von 2014 ist auf Deutsch in Berlin 2015 beim Vergangenheitsverlag unter dem Titel &lt;i&gt;Der Islamische Staat. Anatomie des neuen Kalifats&lt;/i&gt; erschienen, doch mehrere erw&#228;hnte Stellen der zweiten franz&#246;sischen Auflage fehlen, deshalb hier nur der Verweis auf die franz&#246;sische Ausgabe.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-33&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-33&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-33&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;33&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;1'000 Dollar gem&#228;ss Samuel Laurent, &lt;i&gt;L'&#201;tat islamique&lt;/i&gt;, Seuil, 2014, S. 100.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-34&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-34&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-34&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;34&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wir denken hier an das Buch von G&#246;tz Aly, &lt;i&gt;Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus&lt;/i&gt;, Fischer, Frankfurt a.M., 2005.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-35&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-35&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-35&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;35&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die Informationen &#252;ber einen Mangel an Nahrungsmitteln und einer katastrophalen sozialen Situation vor dem Sommer 2015 sind selten. Siehe z.B. &#252;ber Raqqa im November 2014: Marie Le Douaran, &lt;a href=&#034;https://www.lexpress.fr/actualite/monde/proche-moyen-orient/a-raqqa-daech-vit-grand-train-mais-fait-mourir-la-ville-a-petit-feu_1655697.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;A Raqqa, Daech vit grand train mais fait mourir la ville &#224; petit feu&#034;&lt;/a&gt;, 27. Februar 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-36&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-36&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-36&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;36&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Myriam Benraad, &#034;D&#233;faire Daech : une guerre tant financi&#232;re que militaire&#034; in &lt;i&gt;Politique &#233;trang&#232;re&lt;/i&gt;, Bd. 80, Nr. 2, Sommer 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-37&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-37&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-37&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;37&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 118.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-38&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-38&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-38&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;38&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Marine Rabreau, &#034;P&#233;trole, taxes, trafics d'humains : comment Daech se finance&#034;, &lt;i&gt;Le Figaro&lt;/i&gt;, 19. November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-39&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-39&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-39&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;39&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Henri Mamarbachi , &#034;Comment fonctionne l'&#233;conomie de guerre en Syrie&#034;, &lt;a href=&#034;https://orientxxi.info&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;https://orientxxi.info&lt;/a&gt;, 8. Oktober 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-40&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-40&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-40&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;40&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Yochii Dreazen, &#034;Daech, administrateur colonial&#034;, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-41&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-41&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-41&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;41&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jean-Charles Brisard and Damien Martinez, &lt;a href=&#034;https://risk.thomsonreuters.com/sites/default/files/GRC01815.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Islamic State : The Economy-Based Terrorist Funding&#034;&lt;/a&gt;, Thomson Reuters, Oktober 2014.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-42&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-42&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-42&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;42&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Aline Joubert, &lt;a href=&#034;https://www.marianne.net/etat-islamique-vit-il-au-dessus-ses-moyens-100231809.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;L'&#201;tat islamique vit-il au-dessus de ses moyens ?&#034;&lt;/a&gt;, 7. M&#228;rz 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-43&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-43&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-43&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;43&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#034;Le coton syrien continue d'habiller les Fran&#231;ais&#034;, &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;, 23. September 2015 und Caroline Piquet, &#034;Peut-on retrouver du coton &#171;made in Daech&#187; dans nos v&#234;tements ?&#034;, &lt;i&gt;Le Figaro&lt;/i&gt;, 3. September 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-44&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-44&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-44&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;44&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 118.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-45&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-45&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-45&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;45&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Im Jahr 2014 produziert Italien 121'000 F&#228;sser t&#228;glich und Kuwait 2.8 Millionen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-46&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-46&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-46&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;46&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Marine Rabreau, &lt;a href=&#034;https://www.lefigaro.fr/economie/le-scan-eco/decryptage/2015/11/26/29002-20151126ARTFIG00009-comment-daech-organise-son-lucratif-marche-petrolier.php&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Comment Daech organise son lucratif march&#233; p&#233;trolier&#034;&lt;/a&gt;, &lt;i&gt;Le Figaro&lt;/i&gt;, 26. November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-47&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-47&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-47&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;47&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Elisabeth Studer, &#034;Daesh financ&#233; par la manne p&#233;troli&#232;re&#034;, &lt;a href=&#034;https://www.leblogfinance.com&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;www.leblogfinance.com&lt;/a&gt;, 19. Oktobrer 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-48&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-48&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-48&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;48&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Financial Times&lt;/i&gt;, 16. Oktober 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-49&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-49&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-49&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;49&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#034;Les ennemis de Daesh ach&#232;tent son p&#233;trole&#034;, RMC, 26. September 2014.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-50&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-50&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-50&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;50&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jacques Hubert-Rodier, &#034;Les affaires mafieuses d'Assad avec Daech&#034; in &lt;i&gt;Les Echos&lt;/i&gt;, 19. Oktober 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-51&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-51&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-51&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;51&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Frantz Glasman, &lt;a href=&#034;https://syrie.blog.lemonde.fr/2013/12/08/deir-ez-zor-a-lest-de-la-syrie-des-islamistes-des-tribus-et-du-petrole/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;De&#239;r ez-Zor, &#224; l'est de la Syrie. Des islamistes, des tribus et du p&#233;trole&#8230;&#034;&lt;/a&gt;, 8. Dezember 2013.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-52&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-52&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-52&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;52&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Hinter unseren Bildschirmen w&#252;rden wir es vorziehen, dass sie den Kommunismus bevorzugen oder versuchen, ihn aufzubauen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-53&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-53&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-53&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;53&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;L'&#201;tat islamique. Anatomie du nouveau Califat&lt;/i&gt;, Paris, Bernard Giovanangeli Editeur, 2015, S. 100.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-54&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-54&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-54&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;54&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wir denken nicht, dass der IS durch geheime, ans Licht zu bringende Verschw&#246;rungen erkl&#228;rt werden kann, um die Krise zu l&#246;sen. Zwischen 2006 und 2015 haben ihn mehrere L&#228;nder sukzessiv auf sehr verschiedene und h&#228;ufig indirekte Art und Weise unterst&#252;tzt: Millionen von Dollars, Toleranz von diversen Schmuggelt&#228;tigkeiten, Konzentration der Repression gegen andere Gruppen usw. Die Unterst&#252;tzung der Feinde seiner Feinde und die Erzeugung von Spaltungen sind klassische Techniken (die Unterst&#252;tzung der Hamas durch Israel in ihren Anfangszeiten reicht nicht, um den Erfolg dieser Partei zu erkl&#228;ren). Doch die am Anfang bescheidene, manchmal n&#252;tzliche Guerillabewegung ist zu einem autonomen Proto-Staat mit masslosen Ambitionen geworden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-55&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-55&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-55&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;55&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Man lese noch einmal das Zitat von Maxime Rodinson am Anfang des ersten Teils.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-56&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-56&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-56&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;56&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die pr&#228;senten Kr&#228;fte scheinen darum zu k&#228;mpfen, die wesentlichen Installationen (Erd&#246;lquellen, Raffinerien, Damm von Mosul) intakt zu kontrollieren. Die Abendl&#228;nder weigern sich bis anhin, die Erd&#246;lquellen des IS zu bombardieren und haben bis im Herbst 2015 gewartet, bevor sie die zivilen Tanklastwagen angegriffen haben.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-57&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-57&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-57&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;57&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 101.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-58&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-58&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-58&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;58&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pierre-Jean Luizard, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 26.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-59&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-59&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-59&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;59&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Im Gegensatz zu den kurdischen Organisationen, die verk&#252;nden, dass sie die internationalen Grenzen anerkennen und sich besonders darum bem&#252;ht haben, jene zu materialisieren, welche das syrische vom irakischen Kurdistan trennt.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-60&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-60&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-60&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;60&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 178.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-61&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-61&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-61&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;61&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;In diesen L&#228;ndern hat sich die Armee, im Gegensatz zu Tunesien oder &#196;gypten und aus verschiedenen Gr&#252;nden, dazu entschieden, den sich im Amt befindenden Diktator (Baschar al-Assad und Nuri al-Maliki) nicht fallen zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-62&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-62&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-62&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;62&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wir sprechen hier nicht von der Selbstverteidigung, welche Demonstranten oder Dorfbewohner in die Tat umgesetzt haben.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-63&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-63&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-63&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;63&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 25-26.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-64&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-64&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-64&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;64&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Val&#233;rie Clerc, &lt;a href=&#034;http://ifpo.hypotheses.org/4472&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;L'habitat des pauvres &#224; Damas : de la crise du logement vide &#224; la recrudescence des quartiers informels&#8220;&lt;/a&gt; in: &lt;i&gt;Les Carnets de l'Ifpo&lt;/i&gt;, Oktober 2012.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-65&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-65&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-65&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;65&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Frantz Glasman, &#8222;De&#239;r ez-Zor, &#224; l'est de la Syrie. Des islamistes, des tribus et du p&#233;trole&#8230;&#8220;, 8. Dezember 2013, &lt;a href=&#034;http://syrie.blog.lemonde.fr&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;http://syrie.blog.lemonde.fr&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-66&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-66&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-66&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;66&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pierre-Jean Luizard, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 35. Das Experiment von Rojava hat einen anderen Rahmen. Nach einem Abkommen haben die Truppen der PKK die Truppen von Damaskus ersetzt, letztere haben sich teilweise aus diesem Gebiet zur&#252;ckgezogen. Jegliches institutionelle Vakuum ist somit verhindert worden und der aufst&#228;ndische Prozess vorbei gewesen. Die PKK hat danach ihr &#8222;libert&#228;res&#8220; kommunalistisches Programm umgesetzt.&lt;br class='autobr' /&gt;
Der Arabische Fr&#252;hling wurde von dem, was damals noch nur der Islamische Staat im Irak war, im Gegensatz zum Pragmatismus von Al Qaida und Al Nusra, die darin eine Entwicklung sahen, die langfristig zu ihrem Vorteil sein w&#252;rde, als anti-islamistisch verurteilt. Abdel Bari Atwan, &lt;i&gt;Islamic State. The Digital Caliphate&lt;/i&gt;, Saqi, 2015, S. 69-71.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-67&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-67&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-67&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;67&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zu diesem Teil, siehe besonders Philippe-Joseph Salazar, &lt;i&gt;Paroles arm&#233;es&lt;/i&gt;, Paris, Lemieux Editeur, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-68&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-68&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-68&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;68&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 6.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-69&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-69&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-69&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;69&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jean-Pierre Filiu, &lt;i&gt;L'Apocalypse dans l'islam&lt;/i&gt;, Fayard, 2008, S. 289.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-70&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-70&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-70&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;70&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Man muss allerdings anmerken, dass er bis anhin, obwohl er &#252;ber eine Rolex verf&#252;gt, kein iPhone hat, nicht in einem Palast lebt, sondern sich vor Drohnen versteckt, keine Limousine f&#228;hrt, sondern einen Toyota Pickup.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-71&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-71&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-71&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;71&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jean-Pierre Filiu, &lt;i&gt;op.cit.&lt;/i&gt;, S. 288.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-72&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-72&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-72&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;72&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gem&#228;ss dem Koran und den Hadithe werden die entscheidenden Schlachten der Endzeit zwischen den Muslimen und den r&#246;mischen Armeen (die Byzantiner oder die NATO, je nach Interpretation), Satan und Konsorten im Sham (Syrien) stattfinden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-73&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-73&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-73&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;73&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Philippe-Joseph Salazar, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 216.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-74&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-74&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-74&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;74&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Andere bewaffnete islamistische Gruppen, besonders die Nusrafront, empfangen ausl&#228;ndische Freiwillige, aber in geringerer Zahl.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-75&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-75&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-75&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;75&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die &#8222;Entradikalisierung&#8220;, von der man viel spricht und die bis anhin nur auf Freiwillige angewendet wird, entstammt experimentellen europ&#228;ischen Programmen, die zum Ziel haben, die Neonazis zu &#8222;behandeln&#8220;. F&#252;r die gegenw&#228;rtigen Spezialisten kann das Problem der &#8222;Radikalisierung&#8220;, ein Prozess, der mit einer gewaltt&#228;tigen Handlung endet, sowohl extrem rechte als auch extrem linke Aktivisten, Islamisten als auch Tiersch&#252;tzer betreffen. Farhad Khosrokhavar, &lt;i&gt;Radicalisation&lt;/i&gt;, &#201;ditions de la Maison des sciences de l'homme, 2014.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-76&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-76&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-76&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;76&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gem&#228;ss einer Studie &#252;ber die Propagandavideos des IS bezogen sich 52% der Bilder auf die &#8222;utopische Welt&#8220; des Kalifats, 37% auf den Krieg und 2% inszenierten grausame Gewalt. Siehe David Thomson, &lt;i&gt;Le Secret des sources&lt;/i&gt;, France Culture, 12. Dezember 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-77&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-77&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-77&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;77&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;David Thomson, &lt;i&gt;Les Fran&#231;ais jihadistes&lt;/i&gt;, Les Ar&#232;nes, 2014.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-78&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-78&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-78&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;78&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Farhad Khosrokhavar, &#8222;Qui sont les jihadistes fran&#231;ais ?&#8220;, 20. November 2015 &lt;a href=&#034;http://www.scienceshumaines.com&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;http://www.scienceshumaines.com&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-79&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-79&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-79&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;79&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 150. In Anbetracht der pr&#228;senten Kr&#228;fte kann man daraus den Schluss ziehen, dass in den Reihen des IS mindestens gleich viele Kurden waren wie in jenen der YPG.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-80&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-80&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-80&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;80&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Philippe-Joseph Salazar, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 212, 222.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-81&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-81&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-81&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;81&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Laurent Bonelli, &#8222;Brigadistes, djihadistes&#8220;, &lt;i&gt;Le Monde Diplomatique&lt;/i&gt;, August 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-82&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-82&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-82&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;82&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;G&#233;raldine Casutt, &#8222;Pourquoi les jeunes filles rejoignent les rangs de l'&#201;tat islamique&#8220;, &lt;a href='http://kommunisierung.net/madame.lefigaro.fr'&gt;madame.lefigaro.fr&lt;/a&gt;, 14. Dezember 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-83&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-83&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-83&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;83&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Fatima Mernissi, &lt;i&gt;Sexe id&#233;ologie islam&lt;/i&gt;, Tierce, 1983, S. 31, 83-84, 88.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-84&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-84&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-84&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;84&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zahra Ali, &lt;i&gt;F&#233;minismes islamiques&lt;/i&gt;, La Fabrique, 2012, S. 61.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-85&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-85&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-85&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;85&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ein Widerspruch? Im Namen der Arbeiterklasse brach die KPF Streiks und fand &lt;i&gt;Arbeiter&lt;/i&gt;, um sie zu unterst&#252;tzten.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-86&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-86&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-86&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;86&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Philippe-Joseph Salazar, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 142.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-87&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-87&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-87&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;87&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Brigade Al-Khansaa, &lt;a href=&#034;http://www.quilliamfoundation.org/wp/wp-content/uploads/publications/free/women-of-the-islamic-state3.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Women of the Islamic State. A manifesto on women&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, 2015 (Ver&#246;ffentlichung der Aktivistinnen des IS).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-88&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-88&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-88&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;88&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;http://www.tamoudre.org/pourquoi-des-femmes-rejoignent-elles-letat-islamique/touaregs/societe/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Interview mit G&#233;raldine Casutt&lt;/a&gt;, &lt;i&gt;Le Nouvel Observateur&lt;/i&gt;, 9. April 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-89&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-89&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-89&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;89&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-90&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-90&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-90&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;90&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Farhad Khosrokhavar, &#8222;Qui sont les jihadistes fran&#231;ais ?&#8220;, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-91&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-91&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-91&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;91&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Das Ger&#252;cht eines &#8222;Sex-Jihad&#8220; zur &#8222;Erholung des Kriegers&#8220;, das lange zirkulierte, ist eine Erfindung.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-92&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-92&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-92&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;92&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pr&#228;zisieren wir, dass Alain Soral, der den IS f&#252;r eine Marionette in den H&#228;nden des Mossad h&#228;lt, in der Nr. 7 von &lt;i&gt;Dar-al-Islam&lt;/i&gt; als pro-iranischer, &#8222;ungl&#228;ubiger Verschw&#246;rungstheoretiker&#8220; denunziert wird.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-93&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-93&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-93&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;93&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Brigade Al-Khansaa, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-94&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-94&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-94&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;94&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;H&#233;l&#232;ne F&#233;vrier, Sylvie Braibant, &lt;a href=&#034;http://information.tv5monde.com/terriennes/girl-power-djihadiste-ou-le-feminisme-devoyee-48876&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Les sir&#232;nes pseudo-f&#233;ministes du djihadisme&#8220;&lt;/a&gt;, 20. November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-95&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-95&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-95&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;95&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Fatima Mernissi, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, 1983, S. 88.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-96&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-96&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-96&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;96&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-97&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-97&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-97&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;97&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;F&#252;r eine etwas provokative Genossin stellt diese &#8222;Suche nach einer Reinheit des Zusammenlebens&#8220; ein Echo auf den Formalismus dar, den man in der Aktivistenszene finden kann. Indem die Ergreifung des Wortes, das Vokabular, die Verhaltensweisen kodifiziert werden, versucht man um jeden Preis den Konflikt, die &lt;i&gt;fitna&lt;/i&gt; zu vermeiden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-98&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-98&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-98&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;98&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, &#8222;Le r&#234;ve d'Etat du djihadisme&#8220;, &lt;i&gt;Diplomatie&lt;/i&gt;, Nr. 77, November-Dezember 2015, S. 44.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-99&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-99&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-99&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;99&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jener Teil der extremen Rechten, der sich vom Kampf der ZAD angezogen f&#252;hlt, folgt der gleichen Logik, er erkennt dort eine politische und rhetorische Orientierung, die er teilen kann: &#214;kologie, Territorium, Bauernschaft usw.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-100&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-100&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-100&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;100&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, &#8222;Le r&#234;ve d'Etat du djihadisme&#8220;, &lt;i&gt;Diplomatie&lt;/i&gt;, Nr. 77, November-Dezember 2015, S. 44.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-101&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-101&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-101&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;101&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die Kritik der Modernit&#228;t ist nicht gleichbedeutend mit jener der Technologie. Auf diesen Punkt bezogen, anerkennt der IS den Vorsprung des Westens, doch er f&#252;hrt ihn auf die Pl&#252;nderung der arabisch-muslimischen Kenntnisse durch die Europ&#228;er seit dem Mittelalter zur&#252;ck.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-102&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-102&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-102&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;102&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Oder ein unerwarteter Dritter Weltkrieg zwischen der NATO und Russland, der die Eschatologie des Kalifats best&#228;tigt.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-103&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-103&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-103&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;103&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Luc Mathieu, &#8222;A Raqqa, l'ambiance s'est tendue, la parano&#239;a grandit&#8220;, &lt;i&gt;Lib&#233;ration&lt;/i&gt;, 16. September 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-104&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-104&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-104&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;104&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Finances de l'EI : la guerre secr&#232;te&#8220;, &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;, 29.-30. November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-105&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-105&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-105&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;105&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Obwohl sich die Attentate, wie jene im November 2015 in Frankreich, in Bezug auf die Innenpolitik f&#252;r gewisse Regierungen als n&#252;tzlich erweisen k&#246;nnen, wird ihre Vervielfachung l&#228;stig.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-106&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-106&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-106&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;106&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die USA f&#252;hren 90% dieser Bombenangriffe aus, Frankreich kaum 5%.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-107&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-107&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-107&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;107&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Denn das Aushungern einer Stadt, der Entzug von Wasser, Elektrizit&#228;t und gar des Internets sind nicht &#8222;Praktiken von Barbaren&#8220;, sondern einfach das von allen benutzte Einmaleins des Belagerungskrieges.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-108&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-108&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-108&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;108&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#ErsterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei. Erster Teil: Vom Staat&#8220;&lt;/a&gt;, November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-109&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-109&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-109&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;109&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Alain Rodier, &lt;a href=&#034;https://www.atlantico.fr/decryptage/epreuve-verite-etat-islamique-face-aux-risques-desertion-djihadistes-dont-vient-diviser-solde-deux-alexandre-del-valle-alain-2564006.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;L&#8216;&#233;preuve de v&#233;rit&#233;?&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Atlantico&lt;/i&gt;, 28. Januar 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-110&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-110&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-110&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;110&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Damit n&#228;hert er sich in der Form Al Qaida an, welche hingegen seit 2014 zur Territorialisierung tendiert, besonders im Jemen und in Syrien.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-111&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-111&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-111&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;111&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Christophe Ayad, &lt;a href=&#034;https://abonnes.lemonde.fr/proche-orient/article/2012/09/25/syrie-les-kurdes-font-avancer-leurs-revendications_1765356_3218.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Les Kurdes syriens profitent de la guerre pour faire avancer leurs revendications&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;, 25. September 2012.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-112&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-112&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-112&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;112&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;In ihren Gebieten sowie im kurdischen Quartier von Aleppo habe die PYD selbst Repression gegen Demonstranten ausge&#252;bt, eine vor kurzem best&#228;tigte Information, siehe Adam Baczko, Gilles Dorronsoro, Arthur Quesnay, &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.cnrseditions.fr/science-politique/7282-syrie.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Syrie. Anatomie d&#8216;une guerre civile&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, CNRS &#233;ditions, 2016, S. 87.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-113&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-113&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-113&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;113&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Sogar die &#252;berzeugtesten Anh&#228;nger der PYD m&#252;ssen eingestehen, dass es sich hier um eine &#8222;von oben kommende Anordnung&#8220; handelt, nicht um &#8222;das Resultat eines spontanen Volkswillens&#8220;. Siehe Mathieu L&#233;onard, &#8222;Le Kurdistan, nouvelle utopie&#8220; in &lt;i&gt;Le Crieur&lt;/i&gt;, Nr. 4, Juni 2016, S. 130-134.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-114&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-114&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-114&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;114&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Dazu lese man u.a. &lt;a href=&#034;https://www.autistici.org/tridnivalka/i-have-seen-the-future-and-it-works/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;'I have seen the future and it works.' &#8211; Critical questions for supporters of the Rojava revolution&#8220;&lt;/a&gt;, Mai 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-115&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-115&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-115&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;115&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;a href=&#034;https://libcom.org/article/letter-rojavist-friends&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;A Letter to &#8216;Rojavist' Friends&#8220;&lt;/a&gt;, TKGV, Mai 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-116&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-116&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-116&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;116&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Einige Tage vor der Offensive, am 31. Januar 2016, besuchte der Sonderbeauftragte von Barack Obama, Brett McGurk, Koban&#234; und traf die Verantwortlichen der PYD und der YPG.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-117&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-117&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-117&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;117&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;J&#252;ngst im M&#228;rz 2016: Zusammenst&#246;sse zwischen kurdischen Polizisten und Assad unterst&#252;tzenden Milizen arten in dreit&#228;gige K&#228;mpfe aus, erst dann beruhigt sich die Lage und die Offiziere beider Lager &#252;bernehmen wieder die Kontrolle &#252;ber ihre Truppen. Die Ankunft von h&#246;heren Offizieren, besonders russischen, erlaubt es, einen Waffenstillstand in der Stadt auszuhandeln und Verhandlungen &#252;ber den Gefangenenaustausch und der R&#252;ckkehr zu den anf&#228;nglichen Positionen zu er&#246;ffnen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-118&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-118&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-118&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;118&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Michel Korinman (Hg.), &lt;i&gt;Daech. Menace sur les civilisations&lt;/i&gt;, L'Esprit du Temps, 2015, S. 280-281.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-119&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-119&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-119&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;119&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wladimir van Wilgenburg, &lt;a href=&#034;https://www.middleeasteye.net/fr/reportages/les-kurdes-syriens-cherchent-prendre-raqqa-en-s-alliant-une-nouvelle-force-arabe-23688069&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Les Kurdes syriens cherchent &#224; prendre Raqqa en s&#8216;alliant &#224; une nouvelle force arabe&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Middle East Eye&lt;/i&gt;, Oktober 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-120&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-120&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-120&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;120&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Catherine Gou&#235;set, &lt;a href=&#034;https://www.lexpress.fr/actualite/monde/proche-moyen-orient/syrie-cinq-ans-de-guerre-dans-les-faubourgs-de-damas_1773183.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syrie: cinq ans de guerre dans les faubourgs de Damas&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;L&#8216;Express&lt;/i&gt;, 15. M&#228;rz 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-121&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-121&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-121&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;121&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;G&#233;rard Chaliand.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-122&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-122&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-122&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;122&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jihad Yazigi, &lt;a href=&#034;https://jihadyazigi.com/2016/03/01/la-guerre-continue-a-detruire-mais-aussi-a-creer-de-nouvelles-structures/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;La guerre continue &#224; d&#233;truire, mais aussi &#224; cr&#233;er de nouvelles structures&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Commerce du Levant&lt;/i&gt;, M&#228;rz 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-123&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-123&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-123&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;123&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jihad Yazigi, &lt;a href=&#034;https://jihadyazigi.com/2016/05/01/que-reste-t-il-du-tissu-industriel-syrien&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Que reste-t-il du tissu industriel syrien?&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Commerce du Levant&lt;/i&gt;, Mai 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-124&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-124&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-124&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;124&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Laure Stephan, &#8222;Dans les quartiers ouest, une vie en sursis&#8220; in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;, 6.-7. M&#228;rz 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-125&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-125&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-125&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;125&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;&#8216;Cessez-le-feu&#8216; en Syrie&#8220; in &lt;i&gt;CQFD&lt;/i&gt;, Nr. 142, April 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-126&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-126&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-126&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;126&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Besonders jener des syrischen Anarchisten Omar Aziz. Siehe Leila Shrooms, &lt;a href=&#034;https://www.avanti4.be/analyses/article/la-base-sociale-de-l-opposition-civile-syrienne&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;La base sociale de l&#8216;opposition civile syrienne&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Avanti 4&lt;/i&gt;, Oktober 2013 und Christophe Ayad, &lt;a href=&#034;https://www.lemonde.fr/disparitions/article/2013/02/26/mort-en-detention-de-omar-aziz-pere-des-comites-locaux-de-la-revolution-syrienne_1838928_3382.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Mort en d&#233;tention de Omar Aziz, p&#232;re des comit&#233;s locaux de la r&#233;volution syrienne&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;, 26. Februar 2013.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-127&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-127&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-127&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;127&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ignace Leverrier, &lt;a href=&#034;http://www.ilasouria.org/wp-content/uploads/2014/01/11-Leverrier.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;La mise en place en Syrie des organisations de la soci&#233;t&#233; civile&#8220;&lt;/a&gt;, Kolloquium Ilasouria.01, Oktober 2013.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-128&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-128&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-128&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;128&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Adam Baczko, Gilles Dorronsoro, Arthur Quesnay, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 35. Man kann anmerken, dass der IS das gleiche tut, wenn er einen Ort erobert.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-129&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-129&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-129&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;129&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Im Fr&#252;hling 2013 kamen die Polizisten von Aleppo dank der finanziellen Unterst&#252;tzung der USA und der EU in den Genuss einer Weiterbildung durch eine private britische Sicherheitsfirma. Ebd., S. 155.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-130&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-130&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-130&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;130&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 36.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-131&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-131&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-131&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;131&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Im Gegensatz zur tunesischen und &#228;gyptischen Armee, die beide den westlichen L&#228;ndern nahestehen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-132&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-132&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-132&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;132&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 127, 286-287.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-133&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-133&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-133&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;133&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 132.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-134&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-134&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-134&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;134&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 308.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-135&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-135&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-135&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;135&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#ZweiterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei. Zweiter Teil: Von der Utopie&#8220;&lt;/a&gt;, Dezember 2015, Kapitel &#8222;Das versteckte Kind des Fr&#252;hlings?&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-136&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-136&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-136&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;136&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 282.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-137&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-137&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-137&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;137&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 278.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-138&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-138&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-138&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;138&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;&#8216;Cessez-le-feu&#8216; en Syrie&#8220;, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-139&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-139&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-139&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;139&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe z.B. &lt;a href=&#034;https://syriafreedomforever.wordpress.com/2016/03/04/the-doors-for-the-peacefull-revolution-reopens-carnavals-of-protest-demand-freedom-and-the-overthrow-of-the-assad-regime-4032016-%D8%A3%D8%A8%D9%88%D8%A7%D8%A8-%D8%A7%D9%84%D8%AB/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Syria Freedom forever&lt;/a&gt;, ein Blog von Gegnern Assads, wo man Fotos und Videos aus mehreren St&#228;dten findet.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-140&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-140&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-140&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;140&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;UNO und Universit&#228;t Saint Andrews, &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.unescwa.org/sites/www.unescwa.org/files/publications/files/syria-war-five-years.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Syria at War: Five Years on&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, 2016, 36 S.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-141&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-141&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-141&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;141&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die verschiedenen Organismen versuchen, einen Unterschied zwischen Fl&#252;chtlingen (welche Kriegen entfliehen und von der Genfer Konvention betroffen sind) und Wirtschaftsfl&#252;chtlingen (die Arbeit suchen) zu etablieren, obwohl h&#228;ufig beides gleichzeitig der Fall ist. Die Unterscheidung ist also rein juristisch, variiert je nach Land und erlaubt es, Einwanderer zu trennen und zu ordnen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-142&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-142&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-142&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;142&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jeanine Jalkh, &lt;a href=&#034;https://www.lorientlejour.com/article/994042/refugies-syriens-le-risque-de-leffet-boomerang.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;R&#233;fugi&#233;s syriens: le risque de l&#8216;effet boomerang&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;L&#8216;Orient le jour&lt;/i&gt;, 30. Juni 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-143&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-143&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-143&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;143&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gem&#228;ss einer Studie des Hochkommissars der Vereinten Nationen f&#252;r Fl&#252;chtlinge (UNHCR) wollen von den Syrern, welche zwischen April und September 2015 europ&#228;ischen Boden betreten, 50% nach Deutschland gehen und nur 0.4% nach Frankreich. Diese Zahlen m&#252;ssen nat&#252;rlich mit aller notwendigen Skepsis betrachtet werden, besonders weil die Fl&#252;chtlinge wohl schnell verstanden haben, dass die humanit&#228;ren Helfer auch Hilfspolizisten sind. UNHCR, &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/UNHCR-Greece_SyrianSurvey%20%281%29.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Syrian Refugee Arrivals in Greece&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, 2015, 15 S.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-144&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-144&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-144&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;144&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://www.wildcat-www.de/wildcat/99/w99_migration.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Wanderung, Flucht und Arbeit&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Wildcat&lt;/i&gt;, Nr. 99, Winter 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-145&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-145&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-145&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;145&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;81% seien M&#228;nner, 69% seien zwischen 18 und 35 und 86% haben eine h&#246;here Schulbildung. Fragw&#252;rdige Daten, wie wir sehen werden. Und 58% dr&#252;cken ihre Intention aus, ihre Familie ins Ankunftsland nachziehen zu lassen. UNHCR, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-146&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-146&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-146&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;146&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;C&#233;cile Boutelet, &lt;a href=&#034;https://www.lemonde.fr/europe/article/2015/09/09/en-allemagne-les-patrons-souhaitent-faciliter-l-embauche-des-refugies_4749913_3214.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;En Allemagne, les patrons souhaitent faciliter l&#8216;embauche des r&#233;fugi&#233;s&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;, 9. September 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-147&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-147&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-147&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;147&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;http://www.letemps.ch/monde/2015/09/02/afflux-migrants-profite-aux-patrons-allemands&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;L&#8216;afflux de migrants profite aux patrons allemands&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Temps&lt;/i&gt;, 2. September 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-148&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-148&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-148&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;148&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;C&#233;cile Boutelet, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-149&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-149&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-149&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;149&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pascal Hugues, &#8222;R&#233;fugi&#233;s: un miracle &#233;conomique pour l&#8216;Allemagne?&#8220; in &lt;i&gt;Le Point&lt;/i&gt;, 1. Februar 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-150&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-150&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-150&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;150&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die Deutsche Bahn und Siemens haben &#228;hnliche Programme lanciert. Siehe ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-151&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-151&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-151&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;151&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jean-Philippe Lacour, &lt;a href=&#034;https://www.lesechos.fr/20/10/2015/lesechos.fr/021419406128_migrants---l-enthousiasme-des-industriels-allemands-retombe.htm&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Migrants: l&#8216;enthousiasme des industriels allemands retombe&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Les &#201;chos&lt;/i&gt;, 20. Oktober 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-152&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-152&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-152&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;152&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pascal Hugues, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-153&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-153&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-153&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;153&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;UNO und Universit&#228;t Saint Andrews, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-154&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-154&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-154&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;154&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Les r&#233;fugi&#233;s en Allemagne restent aux portes du Dax&#8220; in &lt;i&gt;Les &#201;chos&lt;/i&gt;, 5. Juli 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-155&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-155&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-155&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;155&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pascal Hugues, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-156&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-156&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-156&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;156&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;UNO und Universit&#228;t Saint Andrews, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-157&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-157&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-157&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;157&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Nur eine Minderheit der festgenommenen Verd&#228;chtigen kommt aus Syrien. Zu diesem Ereignis, siehe das &lt;i&gt;Bulletin&lt;/i&gt; Nr. 9 (Februar 2016) von Mouvement communiste: &lt;a href=&#034;https://mouvement-communiste.com/documents/MC/Leaflets/BLT1602FRVF.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Cologne: les attaques contre les femmes sont le produit du patriarcat et font le jeu des racistes anti-immigr&#233;s&#8220;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-158&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-158&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-158&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;158&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Wildcat&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-159&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-159&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-159&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;159&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Julia Mourri, &lt;a href=&#034;https://leplus.nouvelobs.com/contribution/1486676-le-portugal-veut-accueillir-plus-de-migrants-les-refugies-aident-au-developpement-du-pays.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Le Portugal veut accueillir plus de migrants: les r&#233;fugi&#233;s aident au d&#233;veloppement du pays&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;leplus.nouvelobs.com&lt;/i&gt;, 23. Februar 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-160&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-160&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-160&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;160&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Charles de Marcilly, &#8222;Crise des r&#233;fugi&#233;s: l&#8216;UE face aux d&#233;fis migratoires&#8220; in &lt;i&gt;Diplomatie&lt;/i&gt;, Nr. 31, Februar-M&#228;rz 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-161&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-161&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-161&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;161&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;http://www.rtl.fr/actu/international/syrie-si-bachar-al-assad-quitte-le-pouvoir-ce-sera-la-guerre-civile-craint-mgr-jean-clement-jeanbart-7781621184&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;RTL&lt;/a&gt;, 30. Januar 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-162&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-162&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-162&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;162&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zur Idee z.B., dass ein &#8222;provisorisches&#8220; B&#252;ndnis mit diesen im Kampf so talentierten jungen Leuten (Jihadisten von Al Nusra oder den Navy Seals) keine Konsequenzen haben wird.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-163&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-163&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-163&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;163&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Dieser Artikel ist die Fortsetzung einer Serie von Artikeln: &#8222;Kalifat und Barbarei&#8220; (&lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#ErsterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;erster&lt;/a&gt; und &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#ZweiterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;zweiter&lt;/a&gt; Teil im Dezember 2015) und &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#DritterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Warten auf Raqqa&#8220;&lt;/a&gt; (Juli 2016). Einige Fragen wurden darin schon behandelt (wie hier der &#220;bergang eines sozialen Protests zu einem B&#252;rgerkrieg, der zu einer Intervention ausl&#228;ndischer Akteure f&#252;hrt). Wir werden uns also darauf beziehen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-164&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-164&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-164&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;164&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die russische und syrische Luftwaffe haben in der Region Idlib das gleiche getan, damit keine solchen Strukturen entstehen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-165&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-165&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-165&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;165&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;War der IS vom gem&#228;ssigten Teil der Bewegung angef&#252;hrt worden? Auf jeden Fall existierte eine extremistische Tendenz innerhalb des Kalifats, doch da sie eine Minderheit darstellte, ist sie in &#8222;der Opposition&#8220; geblieben und wurde 2017 gar niedergeschlagen. Siehe Romain Caillet, &lt;a href=&#034;https://jihadologie.blogs.liberation.fr/2017/06/08/les-dissidents-radicaux-de-letat-islamique&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Les dissidents radicaux de l&#8216;&#201;tat islamique&#8220;&lt;/a&gt;, 8. Juni 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-166&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-166&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-166&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;166&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Romain Caillet in &lt;i&gt;L&#8216;Invit&#233; des matins&lt;/i&gt;, France culture, 1. November 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-167&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-167&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-167&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;167&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Michel Goya, &#8222;Syrie: le mod&#232;le de l&#8216;intervention russe&#8220; in &lt;i&gt;DSI&lt;/i&gt;, Nr. 132, November-Dezember 2017, S. 70-73.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-168&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-168&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-168&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;168&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die USA und ihr jordanischer Verb&#252;ndeter unterst&#252;tzen diese Gruppen trotzdem, sie sind haupts&#228;chlich FSA etikettiert und kontrollieren das Grenzgebiet zwischen Jordanien und dem Golan.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-169&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-169&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-169&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;169&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die H&#228;lfte der Bewohner dieses Gebiets sind Fl&#252;chtlinge, deren Pr&#228;senz einen Streitgegenstand darstellt. Ankara achtet darauf, dass ihnen dort humanit&#228;re Hilfe zugutekommt und sie die Grenze nicht &#252;berqueren m&#252;ssen. Das ist der HTS bewusst, sie spielt mit der T&#252;rkei das gleiche Spiel wie diese mit der EU. Fl&#252;chtlingslager sind auch ideale Orte zur Rekrutierung.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-170&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-170&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-170&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;170&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Delphine Minoui, &lt;a href=&#034;https://www.lefigaro.fr/international/2017/07/27/01003-20170727ARTFIG00262-syrie-au-coeur-de-la-province-d-idlib-un-fragile-ilot-de-resistance.php&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syrie: au c&#339;ur de la province d&#8216;Idlib, un fragile &#238;lot de r&#233;sistance&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Figaro&lt;/i&gt;, 27. Juli 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-171&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-171&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-171&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;171&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Tristan Leoni, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#DritterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei: Warten auf Raqqa&#8220;&lt;/a&gt;, Juli 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-172&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-172&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-172&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;172&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die &#252;berraschende L&#228;nge gewisser Belagerungen kann durch die Besonderheiten dieses B&#252;rgerkrieges erkl&#228;rt werden: Die finanziellen Interessen, die famili&#228;ren, Clan- oder Stammesverbindungen, die Korruption und die Soziologie des Checkpoints f&#252;hren dazu, dass z.B. wirtschaftlicher Austausch und Handel zwischen belagerten Rebellengebieten und dem loyalistischen Territorium weitergehen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-173&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-173&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-173&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;173&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.youtube.com/watch?time_continue=73&amp;v=jLMvhszIPjc&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Syrian War Report&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, 7. September 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-174&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-174&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-174&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;174&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Drei Strassenachsen verbinden Syrien und den Irak: Die erste im Norden geht durch die Hochburgen der YPG; die zweite in Al-Tanf im S&#252;den ist von der amerikanischen Armee kontrolliert; der dritte in Abu Kamal im Zentrum wird vom IS gehalten.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-175&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-175&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-175&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;175&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Danyves, &lt;a href=&#034;https://blogs.mediapart.fr/danyves/blog/180517/l-est-syrien-enjeu-veritable-des-quatriemes-negociations-d-astana-pour-la-paix-en-sy&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;L&#8216;Est syrien, enjeu v&#233;ritable des quatri&#232;mes n&#233;gociations d&#8216;Astana pour la paix en Syrie&#8220;&lt;/a&gt;, 18. Mai 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-176&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-176&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-176&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;176&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ist es notwendig, zu pr&#228;zisieren, dass, wenn man von den Handlungen einer politisch-milit&#228;rischen Organisation (die PYD-YPG als Repr&#228;sentation lediglich eines Teils der Kurden in Syrien, wahrscheinlich einer Minderheit) spricht, man nicht &#8222;die Kurden&#8220;, das &#8222;kurdische Volk&#8220; oder das kurdische Proletariat &#8222;kritisiert&#8220;? Wir werden hier nicht weiter auf all diese Punkte eingehen, auf welche, betreffend Rojava, im vorhergehenden Artikel &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#DritterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei: Warten auf Raqqa&#8220;&lt;/a&gt;, in &lt;a href=&#034;https://libcom.org/article/letter-rojavist-friends&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;A Letter to Rojavist Friends&#8220;&lt;/a&gt; (Mai 2016) und in &#8222;Kurdistan?&#8220; (Januar 2015) eingegangen worden war.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-177&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-177&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-177&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;177&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wahrscheinlich ist es der Einsatz von chemischen Waffen durch Damaskus, welcher es dem Westen erlaubt, Raqqa oder Tabqa mit weissen Phosphorgranaten zu bombardieren, sie sind durch alle internationalen Konventionen verboten&#8230; Luc Matthieu, &lt;a href=&#034;https://www.liberation.fr/planete/2017/06/11/a-raqqa-des-obus-au-phosphore-blanc_1576030&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;&#192; Raqqa, des obus au phosphore blanc&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Lib&#233;ration&lt;/i&gt;, 11. Juni 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-178&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-178&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-178&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;178&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Luke Mogelson, &lt;a href=&#034;https://www.newyorker.com/magazine/2017/11/06/dark-victory-in-raqqa&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Dark Victory in Raqqa&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;The New Yorker&lt;/i&gt;, 6. November 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-179&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-179&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-179&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;179&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Diese Art von Abkommen ist von einer grossen Banalit&#228;t im syrischen Konflikt, doch, da die Medien damals auf Raqqa konzentriert waren, provozierte es Erstaunen und Unverst&#228;ndnis; die Verschw&#246;rungstheoretiker sahen darin sogar den Beweis f&#252;r die Kollusion zwischen dem IS und Washington.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-180&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-180&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-180&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;180&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Antoine Hasday, &lt;a href=&#034;https://www.slate.fr/story/148326/raqqa-tribus-sunnites-pouvoir-kurde&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;&#192; Raqqa, les tribus arabes accepteront-elles un pouvoir kurde?&#8220;&lt;/a&gt;, 11. Juli 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-181&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-181&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-181&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;181&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Andrew J. Tabler, &lt;a href=&#034;https://www.washingtoninstitute.org/uploads/Documents/pubs/PolicyNote39-Raqqa.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Eyeign Raqqa. A Tale of Four Tribes&#8221;&lt;/a&gt; in The Washington Institute, M&#228;rz 2017, S. 7-8.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-182&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-182&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-182&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;182&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Im Juli 2017 versuchte die T&#252;rkei, Washington zu st&#246;ren, indem sie durch die Presseagentur Anandolu die Lokalisierungsdaten und die Anzahl stationierter Truppen von zw&#246;lf im syrischen Kurdistan stationierten St&#252;tzpunkten (in einem davon sind die franz&#246;sischen Spezialkr&#228;fte stationiert) bekanntgab.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-183&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-183&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-183&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;183&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Alexandre Alati, &#8222;Objectif Raqqa. Les moyens d&#8216;appui US en Syrie&#8220; in &lt;i&gt;Raids&lt;/i&gt;, Nr. 375, Oktober 2017, S. 48-57. Ende November wurde der R&#252;ckzug eines Bataillons von Marines angek&#252;ndigt, siehe Laurent Lagneau, &lt;a href=&#034;http://www.opex360.com/2017/11/30/lei-ayant-ete-defait-raqqa-plus-de-400-militaires-americains-vont-quitter-la-syrie/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;L&#8216;EI ayant &#233;t&#233; d&#233;fait &#224; Raqqa, plus de 400 militaires am&#233;ricains vont quitter la Syrie&#8220;&lt;/a&gt;, 30. November 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-184&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-184&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-184&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;184&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Laurent Lagenau, &lt;a href=&#034;https://www.opex360.com/2017/05/10/coalition-anti-ei-le-president-trump-approuve-la-livraison-darmes-aux-milices-kurdes-syriennes/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Le pr&#233;sident Trump approuve la livraison d&#8216;armes aux milices kurdes syriennes&#8220;&lt;/a&gt;, 10. Mai 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-185&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-185&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-185&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;185&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die Schliessung des Azaz-Korridors im Februar 2016 durch eine gemeinsame Offensive der AAS, der Hizbollah und der YPG gegen die &#8222;Rebellen&#8220; kann als Pr&#228;misse f&#252;r eine Erstickung der Stadt betrachtet werden, wovon er eine bedeutende Versorgungsachse darstellte. Im Juli in Aleppo unterst&#252;tzen die YPG die Truppen aus Damaskus vom kurdischen Quartier Scheich Maksud ausgehend dabei, die strategische Strasse von Castello zu unterbrechen, die letzte Versorgungsachse der rebellischen Quartiere, die nun komplett umzingelt sind und allm&#228;hlich von der AAS zur&#252;ckerobert werden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-186&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-186&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-186&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;186&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;K&#228;mpferinnen, die manchmal innerhalb spezifischer Einheiten gruppiert werden, den YPJ, deren wirkliches Gewicht schwierig einzusch&#228;tzen ist, da sie von den Kommunikationsverantwortlichen der PYD dermassen mediatisiert worden sind (und auch von der westlichen b&#252;rgerlichen und Aktivistenpresse). Wenn man einen auch nur minimal aufmerksamen Blick hat, merkt man, dass die Frauen der YPG-YPJ zwar massiv w&#228;hrend Zeremonien, Presseterminen und Reportagen von akkreditierten Journalisten hinter der Front pr&#228;sent sind (in der Regel in ihren eigenen Uniformen), doch viel seltener auf den Bildern aus der Hitze des Gefechts.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-187&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-187&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-187&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;187&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://www.ft.com/content/40dabd50-d072-11e7-b781-794ce08b24dc&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syrian Kurds Face Fresh Test Ruling Arab Regions after Isis&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Financial Times&lt;/i&gt;, 30. November 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-188&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-188&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-188&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;188&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wird das Wort &#8222;Rojava&#8220; gar nur im Westen gebraucht? Der &lt;a href=&#034;https://nordundostsyrien.de/wp-content/uploads/2022/08/Gesellschaftsvertrag.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Eid der Demokratischen F&#246;deration Nordsyriens&lt;/a&gt; ist folgender: &#8222;Ich schw&#246;re bei Gott dem Allm&#228;chtigen und beim Blut der M&#228;rtyrer*innen, den Gesellschaftsvertrag und seine Bestimmungen zu befolgen, die demokratischen Rechte des Volkes zu bewahren und die Werte der M&#228;rtyrer*innen, die Freiheit, den Frieden und die Sicherheit auf dem Territorium der Demokratischen F&#246;deration Nordsyrien und des f&#246;deralen Syrien zu sch&#252;tzen und zur Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit im Einklang mit den Prinzipien der demokratischen Nation beizutragen.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-189&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-189&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-189&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;189&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Fabrice Balanche, &#8222;Un Kurdistan ind&#233;pendant peut-il vraiment &#233;merger du chaos syrien?&#8220; in &lt;i&gt;Le Figaro&lt;/i&gt;, 26. August 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-190&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-190&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-190&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;190&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Im Oktober f&#252;hrte das gegen die Einwohner von Raqqa ausgesprochene Verbot, in ihre Stadt zur&#252;ckzukehren, zu Demonstrationen in den Fl&#252;chtlingslagern. Es war aufgrund der Probleme der Minenr&#228;umung und polizeilichen Notwendigkeiten ausgesprochen worden, denn die YPG mussten (unterst&#252;tzt von den westlichen Diensten) unter den Durchschnittszivilisten die Anh&#228;nger, Funktion&#228;re oder K&#228;mpfer des IS ausfindig machen. Nach drei Wochen erhielten die ersten Einwohner die Erlaubnis, nach Hause zur&#252;ckzukehren. Doch aufgrund des Zustands von Raqqa und der mangelnden Vorbereitung auf die Verwaltung der Fl&#252;chtlinge ist es wahrscheinlich, dass Zehntausende von ihnen den Winter in aus Zelten bestehenden Lagern verbringen werden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-191&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-191&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-191&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;191&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Tom Perry, &lt;a href=&#034;https://www.reuters.com/article/us-mideast-crisis-syria-ypg-exclusive/exclusive-syrian-kurdish-ypg-aims-to-expand-force-to-over-100000-idUSKBN16R1QS&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syrian Kurdish YPG Aims to Expand Force to over 100'000&#8221;&lt;/a&gt; in Reuters, 20. M&#228;rz 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-192&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-192&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-192&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;192&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wenn in Frankreich wie in den 1970er und 1980er Jahren eine antimilitaristischer Diskurs existieren w&#252;rde, w&#252;rden sich die Aktivisten der dazu passenden Organisationen f&#252;r diese Ereignisse interessieren. Denn viele der aus Syrien stammenden Einwanderer, welche in Europa ein Refugium gefunden haben, sind faktisch Deserteure oder Kriegsdienstverweigerer, sowohl aus dem loyalistischen als auch dem kurdischen Gebiet. Sogar die OFPRA [franz&#246;sische Beh&#246;rde f&#252;r Fl&#252;chtlinge] hat in den Dokumenten, die sie nutzt, um den Lebenslauf der Fl&#252;chtlinge zu analysieren, auf die Einf&#252;hrung der obligatorischen Wehrpflicht in den kurdischen Kantonen aufmerksam gemacht, siehe OFPRA-DIDR, &lt;i&gt;Conflit syrien. Les r&#233;gions kurdes de Syrie, chronologie et bibliographie&lt;/i&gt;, OFPRA, 29. Januar 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-193&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-193&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-193&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;193&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Einige erw&#228;hnen Saudi-Arabien, unter der Bedingung, dass die YPG ein Stachel im Fleisch seiner Gegner (T&#252;rkei, Iran, Katar) bleiben. Alain Rodier, &lt;a href=&#034;https://www.cf2r.org/actualite/iran-pourquoi-teheran-tient-ses-kurdes/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Iran: pourquoi T&#233;h&#233;ran tient ses Kurdes?&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Note d&#8216;actualit&#233;&lt;/i&gt;, Nr. 482, CF2R, 6. September 2017 und Aron Lund, &lt;a href=&#034;https://www.irinnews.org/analysis/2017/10/23/winter-coming-who-will-rebuild-raqqa&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Winter Is Coming: Who Will Rebuild Raqqa?&#8220;&lt;/a&gt;, 23. Oktober 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-194&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-194&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-194&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;194&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Entretien avec Pierre Bance&#8220; in &lt;i&gt;Le Comptoir&lt;/i&gt;, 20. Oktober 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-195&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-195&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-195&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;195&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Groupe d'amiti&#233; France-Syrie du S&#233;nat, &lt;a href=&#034;https://www.senat.fr/international/groupes_amitie_cr/groupe_france_syrie_entretien_avec_m_khaled_issa_representant_du_rojava_en_france.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Entretien avec M. Khaled Issa, repr&#233;sentant du Rojava en France&#8220;&lt;/a&gt;, Juni 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-196&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-196&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-196&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;196&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Seite &lt;a href=&#034;https://www.rojavafrance.fr/contrat-social&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Le contrat social&#8220;&lt;/a&gt; auf der Homepage der Repr&#228;sentation Rojavas in Frankreich.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-197&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-197&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-197&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;197&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Entretien avec Pierre Bance&#8220;, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-198&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-198&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-198&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;198&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://www.franceculture.fr/emissions/cultures-monde/cultures-monde-mardi-7-novembre-2017&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Milices chiites, principale menace de l&#8216;apr&#232;s-Daech?&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Cultures monde&lt;/i&gt;, France culture, 7. November 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-199&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-199&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-199&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;199&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Es w&#252;rde darum gehen, den Einfluss des Irans zu beschr&#228;nken, und sich daf&#252;r eventuell Saudi-Arabien anzun&#228;hern. Tim Kennedy, &#8222;R&#233;&#233;quilibrer les liens avec l&#8216;Irak&#8220; in &lt;i&gt;Arabies&lt;/i&gt;, Nr. 367, November 2017, S. 34-39.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-200&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-200&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-200&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;200&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe das Kapitel &#8222;Eine Wirtschaft in Fetzen&#8220; in &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#DritterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei: Warten auf Raqqa&#8220;&lt;/a&gt; und, f&#252;r aktuellere Zahlen, William Plummer, Isabelle de Foucaud, &lt;a href=&#034;https://www.lefigaro.fr/economie/le-scan-eco/dessous-chiffres/2017/04/07/29006-20170407ARTFIG00242-le-desastre-de-l-economie-syrienne-apres-six-ans-de-guerre.php&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Le d&#233;sastre de l&#8216;&#233;conomie syrienne apr&#232;s six ans de guerre&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Figaro&lt;/i&gt;, 7. April 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-201&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-201&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-201&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;201&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Benjamin Barthe, &lt;a href=&#034;https://www.lemonde.fr/syrie/article/2017/04/03/reconstruction-en-syrie-les-entreprises-acquises-au-regime-favorisees_5104943_1618247.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Reconstruction en Syrie : les entreprises acquises au r&#233;gime favoris&#233;es&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;, 3. April 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-202&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-202&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-202&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;202&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#196;gypten will nicht, dass diese Investoren das Land verlassen und hat den Bau einer Industriezone f&#252;r die syrischen Unternehmer angek&#252;ndigt, welche 70 bis 80 Unternehmen diverser Sektoren gruppieren soll, besonders des Textil-, Lebensmittel- und Pharmazeutiksektors. &lt;a href=&#034;https://www.albawabaeg.com/91831&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Ministry of Trade Studies Launching Syrian Industrial Zone in Egypt&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Al-Bawaha Egypt&lt;/i&gt;, 4. April 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-203&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-203&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-203&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;203&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Tom Rollin, &lt;a href=&#034;https://www.al-monitor.com/pulse/originals/2017/05/syria-war-reconstruction-process-regime-opposition.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syria's Reconstruction Plans Take Shape&#8220;&lt;/a&gt;, 22. Mai 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-204&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-204&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-204&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;204&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mohammed Ghazal in Amman, &lt;a href=&#034;https://almashareq.com/fr/articles/cnmi_am/features/2017/08/10/feature-02&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Les promoteurs arabes r&#233;fl&#233;chissent &#224; la reconstruction de la Syrie&#8220;&lt;/a&gt;, 10. August 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-205&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-205&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-205&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;205&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Einige haben sich einen Vorsprung herausgeholt, so z.B. jener Zementhersteller aus Beirut, der ab 2012 Land gekauft und ein Depot in Homs gebaut hat, um am Tag X gut platziert zu sein, siehe J. Philippine de Clermont-Tonnerre, &lt;a href=&#034;https://information.tv5monde.com/info/syrie-le-liban-aux-avant-postes-de-la-reconstruction-128611&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syrie: le Liban aux avant-postes de la reconstruction&#8220;&lt;/a&gt; in TV 5 Monde, 17. September 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-206&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-206&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-206&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;206&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Alexis Feertchak, &lt;a href=&#034;https://www.lefigaro.fr/vox/monde/2017/09/12/31002-20170912ARTFIG00125-pour-sa-reconstruction-la-syrie-se-tourne-vers-l-asie.php&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Pour sa reconstruction, la Syrie se tourne vers l'Asie&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Figaro&lt;/i&gt;, 12. September 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-207&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-207&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-207&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;207&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jihad Yazigi, &lt;a href=&#034;https://jihadyazigi.com/2017/03/01/les-penuries-mettent-en-lumiere-la-fragilite-syrienne&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Les p&#233;nuries mettent en lumi&#232;re la fragilit&#233; syrienne&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Commerce du Levant&lt;/i&gt;, M&#228;rz 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-208&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-208&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-208&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;208&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Renaud Toffier, &lt;a href=&#034;https://www.lefigaro.fr/international/2017/08/09/01003-20170809ARTFIG00109-syrie-irak-le-temps-de-la-reconstruction.php&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syrie, Irak : le temps de la reconstruction&#8220;&lt;/a&gt;, 9. August 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-209&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-209&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-209&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;209&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jihad Yazigi, &lt;a href=&#034;https://jihadyazigi.com/2017/08/01/la-chine-hesite-a-developper-sa-relation-economique-avec-damas/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;La Chine h&#233;site &#224; d&#233;velopper sa relation &#233;conomique avec Damas&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Commerce du Levant&lt;/i&gt;, August 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-210&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-210&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-210&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;210&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://chinascope.org/archives/12730&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;China to Invest US$2 Billion in the Reconstruction of Syria&#8220;&lt;/a&gt;, Juli 2017 und &lt;a href=&#034;https://www.atimes.com/article/new-silk-road-will-go-syria/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;The New Silk Road Will Go through Syria&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Asia Times&lt;/i&gt;, 13. Juli 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-211&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-211&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-211&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;211&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://www.rfi.fr/moyen-orient/20170701-syrie-hcr-mouvement-retour-refugies-deplaces-depuis-debut-annee&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syrie : mouvement de retour de r&#233;fugi&#233;s et de d&#233;plac&#233;s depuis le d&#233;but de l'ann&#233;e&#8220;&lt;/a&gt;, RFI, 1. Juli 2017, &lt;a href=&#034;https://www.europe1.fr/international/syrie-plus-de-600000-syriens-sont-rentres-chez-eux-depuis-janvier-3411068&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syrie : plus de 600 000 Syriens sont rentr&#233;s chez eux depuis janvier&#8220;&lt;/a&gt;, Europe 1, 14. August 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-212&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-212&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-212&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;212&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.unescwa.org/sites/www.unescwa.org/files/publications/files/syria-war-five-years.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Syria at War, Five Years On&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, ESCWA and University of St Andrews, 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-213&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-213&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-213&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;213&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Und obwohl es in der Geschichte der zwischenstaatlichen Kriege grosse proletarische Bewegungen gab (Pariser Kommune, russische Revolutionen 1905 und 1917), war das im Falle von B&#252;rgerkriegen nie der Fall. Man konnte 2003 von einer Kommune von Bagdad tr&#228;umen, aber nicht von einer Kommune von Mosul 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-214&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-214&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-214&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;214&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Besonders in Bezug auf die Schlussfolgerung unseres vorhergehenden Artikels, die wir hier gr&#246;sstenteils reproduzieren k&#246;nnten. Siehe &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#DritterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei: Warten auf Raqqa&#8220;&lt;/a&gt;, Juli 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-215&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-215&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-215&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;215&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zu dieser Frage, siehe Die Freunde vier Millionen junger Arbeiter, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Eine-Welt-ohne-Geld-Kommunismus-1975-1976&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Eine Welt ohne Geld: Kommunismus&#8220;&lt;/a&gt;, 1976; Bruno Astarian, &lt;a href=&#034;https://theanarchistlibrary.org/library/bruno-astarian-crisis-activity-and-communisation&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Crisis Activity and Communisation&#8220;&lt;/a&gt;, 2010; Gilles Dauv&#233;, &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://entremonde.net/de-la-crise-a-la-communisation&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;De la crise &#224; la communisation&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, Genf/Paris, Entremonde, 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Il lato cattivo - Die &#8222;kurdische Frage&#8220;, ISIS, USA und vieles mehr</title>
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&lt;p&gt;Der folgende Text wurde urspr&#252;nglich f&#252;r ein &#246;ffentliches Treffen mit Daniele Pepino, Autor von &#034;Kurdistan. In the Eye of the Cyclone&#034; (in Nunatak Nr. 35, Sommer 2014), geschrieben, welches Anfang September 2014 in Bologna stattfand. Da wir am Treffen nicht teilnehmen konnten, ver&#228;nderten wir schliesslich den urspr&#252;nglichen Entwurf; das Resultat davon kann entweder als Reihe knapper Anmerkungen zu diesem Artikel oder als allein stehender Text gelesen werden. &lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Kurdistan. In the Eye of the (...)&lt;/p&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/logo/copertina_immagine_.jpg?1689521800' class='spip_logo spip_logo_right' width='106' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Der folgende Text wurde urspr&#252;nglich f&#252;r ein &#246;ffentliches Treffen mit Daniele Pepino, Autor von &#034;Kurdistan. In the Eye of the Cyclone&#034; (in &lt;i&gt;Nunatak&lt;/i&gt; Nr. 35, Sommer 2014), geschrieben, welches Anfang September 2014 in Bologna stattfand. Da wir am Treffen nicht teilnehmen konnten, ver&#228;nderten wir schliesslich den urspr&#252;nglichen Entwurf; das Resultat davon kann entweder als Reihe knapper Anmerkungen zu diesem Artikel oder als allein stehender Text gelesen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Kurdistan. In the Eye of the Cyclone&#034; gibt ein klares Bild der handelnden politischen Kr&#228;fte in der kurdischen Region; doch der Artikel wirft eine Reihe von Fragen auf, auf welche wir eingehen m&#246;chten. Der Autor geht weit &#252;ber eine W&#252;rdigung der Intervention der PKK-Milizen zur Unterst&#252;tzung der vom IS bedrohten Jesiden im Nordirak hinaus, es ist eine wahrhaftige Lobrede auf diese Organisation und ihre angebliche &#8222;libert&#228;re&#8220; Wende (der sogenannte demokratische Konf&#246;deralismus). Zudem stellt die Abwesenheit jeglicher Analyse der gesellschaftlichen Kr&#228;fte und Klassen, wovon die diversen Organisationen ein Ausdruck sind, ihr Wirken als Produkt simpler subjektiver Entscheidungen unbestimmter Individuen dar. Und schliesslich werden einige Fragen, von der Finanzierung der PKK bis zum Netzwerk von B&#252;ndnissen, welches in eine Definition des Nahen Ostens zumindest eingehen muss, zu nachl&#228;ssig behandelt. Nat&#252;rlich m&#252;sste man mehrere B&#252;cher schreiben, um all diese Punkte eingehend abzuhandeln; die folgenden Notizen bleiben somit im Stadium eines Entwurfs. Auf diese Art und Weise k&#246;nnen wir jedoch sowohl die j&#252;ngste Entwicklung der &#8222;kurdischen Frage&#8220;, als auch die einmal mehr auftretenden Konflikte im Nahen Osten aus einem anderen Blickwinkel beleuchten. Wenn das irgendeinen Nutzen f&#252;r uns oder f&#252;r andere haben soll, so liegt dieser in der Tatsache, nicht die Frage der &lt;i&gt;Autonomie&lt;/i&gt; (was immer das bedeuten mag), sondern jene des &lt;i&gt;Kommunismus&lt;/i&gt; zu stellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die kurdische Frage: ein historischer Exkurs&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Aufkommen einer spezifisch &#8222;kurdischen Frage&#8220; gegen Ende des Ersten Weltkrieges ist Teil des chaotischen Prozesses der Formation von Nationalstaaten im Nahen und Mittleren Osten. Die Formation eines modernen Nationalstaates bedingt &#252;berall, dass die Grenzen eines administrativen Staates mit jenen einer &lt;i&gt;einzigen&lt;/i&gt; nationalen Bev&#246;lkerung zusammenfallen. Multinationale Staaten sind in der Regel problematisch oder Ausnahmef&#228;lle. Der Nationalstaat, d.h. der Staat des Kapitals, ist mononational, denn in der Beziehung zwischen dem Individuum und dem Staat kann Loyalit&#228;t zu intermedi&#228;ren Gemeinschaften nicht toleriert werden &#8211; Staat und Nation m&#252;ssen zusammenfallen. Dieser Prozess ist nichts &#8222;Nat&#252;rliches&#8220;, es ist ein Prozess der Homogenisierung, der jegliche Art der &lt;i&gt;Bastelei&lt;/i&gt; enth&#228;lt und sich sowohl Formen weicher Assimilation als auch die brutalste ethnische S&#228;uberung zunutze machen kann. Es ist wahr, dass das Bev&#246;lkerungs&lt;i&gt;puzzle&lt;/i&gt; in Westeuropa ein weniger grosses Hindernis war als im Balkan oder im Mittleren Osten, der Grund daf&#252;r liegt weniger in einer gr&#246;sseren oder kleineren Komplexit&#228;t oder Unl&#246;sbarkeit des Puzzles selbst, sondern eher in der Tatsache, dass die Formation von Nationalstaaten unter dem Impuls einer endogenen kapitalistischen Entwicklung realisiert und durch eine pr&#228;zise Sequenz von vorhergehenden Produktionsweisen m&#246;glich gemacht wurde, w&#228;hrend sie im Balkan und im Mittleren Osten aus einer Entwicklung des Kapitalismus woanders und den daraus entstandenen interkapitalistischen Rivalit&#228;ten erfolgte. Die Fragmentierung des Osmanischen Reichs, oder eher seine Aufteilung zwischen den Siegerm&#228;chten Grossbritannien und Frankreich, f&#252;hrte einerseits zur Gr&#252;ndung von Irak und Syrien unter den jeweiligen Mandaten und andererseits zu jener der T&#252;rkei durch den Aufstieg der nationalistischen Bewegung von Mustafa Kemal (Atat&#252;rk). Letzterer war sofort mit dem multinationalen Charakter des zuk&#252;nftigen t&#252;rkischen Staates konfrontiert (T&#252;rken, Kurden, Griechen Anatoliens), obwohl die Situation schon durch die Ausl&#246;schung der Armenier 1915-16 durch die Jungt&#252;rken (1.2 Mio. Tote) &#8222;vereinfacht&#8220; worden war. Was die Kurden betrifft, garantierte der Vertrag von S&#232;vres (10. August 1920) die M&#246;glichkeit, ein kleines unabh&#228;ngiges Kurdistan zu erschaffen, unter der Bedingung, dass dies dem kollektiven Willen des kurdischen Volkes entspricht und dass in gewissen ostanatolischen Provinzen auch ein armenischer Staat entsteht. Diese Bedingungen wurden von Stammesf&#252;hrern und Scheichen (Landeigent&#252;mern) abgelehnt, weil das Territorium des vorgeschlagenen kurdischen Staates im Vergleich zu den tats&#228;chlich von Kurden bev&#246;lkerten Regionen klein war und durch die Entstehung eines armenischen Staates noch kleiner geworden w&#228;re. Ein embryonaler kurdischer Nationalismus versuchte daraufhin, sich den Kemalisten anzuschliessen, doch nach deren Konsolidierung war ihre Antwort die Niederschlagung der kurdischen Abweichung zusammen mit dem marxistischen Element in Ko&#231;giri (1921) und schliesslich die Auferlegung einer Revision des drei Jahre zuvor abgeschlossenen Abkommens von S&#232;vres durch den Vertrag von Lausanne (1923), welcher die Grenzen der heutigen T&#252;rkei festlegte und dadurch auch S&#252;dkurdistan dem britischen Mandatsgebiet &#252;berliess.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Geschichte der kurdischen Bewegung besteht aus zwei bedeutenden Perioden: Die erste, von 1919 bis 1990, mit einem scharfen Bruch 1946 (Republik von Mahabad), ist die nationalistische Periode an und f&#252;r sich; die zweite, von 1990 bis heute, ist jene, welche wir nach Hamit Bozarslan die &#8222;Krise des Nationalismus&#8220; nennen wollen. Wenn auch weniger ausgepr&#228;gt als im Rest des Mittleren Ostens, so folgen diese historischen Wenden doch der Abfolge innerhalb des kurdischen Siedlungsraums von drei verschiedenen Fraktionen der Bourgeoisie in der F&#252;hrungsposition der Gesellschaft: die Landbourgeoisie, das intellektuelle Kleinb&#252;rgertum und die &#214;lbourgeoisie. Die erste Periode &#8211; welche durch die Hegemonie der Landbourgeoisie gepr&#228;gt war &#8211; war durch eine Reihe von heftigen Ausschreitungen charakterisiert. Im iranischen Kurdistan f&#252;hrte die Stammeskonf&#246;deration von Shikak &#8211; welche zuerst von den Kemalisten unterst&#252;tzt dann bek&#228;mpft wurde &#8211; die Erhebungen von 1919 bis 1930 an. Im Irak setzte sich der Scheich Mahmoud Barzandji &#8211; der selbsternannte K&#246;nig von Kurdistan &#8211; als erster an die Spitze der Bewegung, danach folgte die Barzani-Familie. In der T&#252;rkei kam es zu 18 Aufst&#228;nden in weniger als 15 Jahren (1927-1930 in Ararat, 1936-1938 in Dersim). Die syrischen Kurden beteiligten sich an den meisten dieser Revolten. Das letzte wichtige Ereignis dieser Periode war die Ausrufung einer autonomen Republik im Iran am 22. Januar 1946 in einem durch die sowjetische Besatzung eines Teils des Landes ge&#246;ffneten Raum. Die Republik von Mahabad war nicht f&#228;hig, die Gesamtheit der durch Stammeskonflikte gespaltenen iranischen Kurden zu mobilisieren (obwohl viele Kurden aus der T&#252;rkei und dem Irak zu ihrer Verteidigung herbeieilten) und wurde am 15. Dezember 1946 durch die iranische Armee mit der Exekution von Pr&#228;sident Mohammed liquidiert. Die Peschmerga der DPK von Mustafa Barzani, welche aus dem Irak zur Unterst&#252;tzung der Republik herbeieilten, fl&#252;chteten in die UdSSR und blieben dort bis 1958.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Aufst&#228;nde waren &#252;berall dem Vorwurf ausgesetzt, mit ausl&#228;ndischen M&#228;chten einen Komplott zu schmieden, h&#228;ufig &#252;ber Grenzen hinweg, und wurden gemeinsam von den betroffenen L&#228;ndern niedergeschlagen:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Keine davon [die jeweilige entstehende nationale Bourgeoisie in der T&#252;rkei, in Syrien, im Iran und im Irak] hatte die geringsten Skrupel, die dreckige Arbeit vollst&#228;ndig zu erledigen. Die erste davon, welche sich mit heftiger Repression gegen die Kurden profilierte, war die &#8222;progressive&#8220; t&#252;rkische, von Kemal Atat&#252;rk angef&#252;hrte Bourgeoisie, bez&#252;glich welcher die Dritte Internationale vielleicht [sic!] einmal &#252;bertriebene Illusionen hatte. [&#8230;] Durch Befriedungskampagnen, in welchen die t&#252;rkische Regierung (besonders 1925) aktiv von Frankreich unterst&#252;tzt wurde, minderte sie die Kurden zu &#8222;Bergt&#252;rken&#8220; herab und beschr&#228;nkte Kurdistan auf die &#246;stliche Region der T&#252;rkei. Die arabisch-irakische Bourgeoisie, welche die auferlegte Arabisierung der &#246;lreichen Region rund um Kirkuk begonnen hatte und weiterf&#252;hrte, zuerst mit britischer Hilfe (1943-1945), sp&#228;ter mit der ausschliesslich milit&#228;rischen Unterst&#252;tzung der UdSSR (1961-1975), schlug einen weitfl&#228;chigen Guerillakrieg nieder. Die iranische Bourgeoisie, welche, sogar unter dem falschen Revolution&#228;r Dr. Mossadegh, die Existenz einer nationalen kurdischen Frage im Iran nie anerkannte, zeichnete sich nicht nur durch ununterbrochene Repression und in gewissen Regionen durch die Anwendung der &#8222;Endl&#246;sung&#8220; gegen das iranische Kurdistan aus, sondern auch durch aktive Partnerschaft in der Repression gegen die Aufst&#228;nde der t&#252;rkischen Kurden (1930), sowie durch den schmutzigen Zynismus, mit welchem sie, zusammen mit der CIA und Kissinger, die irakischen Kurden 1975 &#8222;unterst&#252;tzte&#8220;. Die syrische Bourgeoisie schliesslich, die progressivste von allen (wie die pal&#228;stinensischen Fl&#252;chtlinge in den Lagern von Damaskus wissen), vertrieb trotz der Abwesenheit einer realen inneren &#8222;kurdischen Gefahr&#8220; 140 000 arme kurdische Bauern von ihrem urspr&#252;nglichen Territorium, um sie mit arabischer Bev&#246;lkerung zu ersetzen, und hat gegen die Kurden routinem&#228;ssig administrative Willk&#252;r, Polizeirazzien, Entlassungen als Vergeltungsmassnahmen und andere Erfindungen des Fortschritts eingesetzt.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;With the Proletariat and Revolutionary Workers of Kurdistan&#8220;, Beilage zu (...)&#034; id=&#034;nh4-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die Periode von 1946 bis 1958 ist als die &#8222;&#196;ra der Stille&#8220; bekannt. Ausser einigen lokal isolierten Ausschreitungen und dem Wahlerfolg der lokalen DPK (80% der Stimmen) im Iran unter Mossadegh schien die kurdische Bewegung erledigt. Trotzdem reicht die Heftigkeit der Repression als Erkl&#228;rung nicht aus. Vielmehr bedeuteten die 1950er Jahre den Beginn eines massiven Exodus aus l&#228;ndlichen Regionen, besonders in der T&#252;rkei und im irakischen Kurdistan, wo die St&#228;dte von Diyarbakir, Erbil und Sulaymaniyah die Schwelle von 100 000 Einwohnern &#252;berschritten. Durch die Intensivierung von Transportnetzwerken und Bildung im t&#252;rkischen Kurdistan &#8211; ausgel&#246;st durch die Entwicklung der t&#252;rkischen Industrie &#8211; entstand ein v.a. aus Lehrern und Mitgliedern der liberalen Berufe, doch auch aus autodidaktischen Handwerkern bestehendes Kleinb&#252;rgertum. Viele junge Leute aus armen Familien konnten an die Universit&#228;t gehen. Diese kleine gebildete Mittelklasse &#8211; welche in der Westt&#252;rkei, in Istanbul und Ankara, die einzigen Universit&#228;tsst&#228;dte im Land in den 1950er Jahren, ausgebildet worden war &#8211; wird den kurdischen Nationalismus in den 1960er und 1970er Jahren neu beleben &#8211; beginnend mit dem ersten Staatsstreich in der T&#252;rkei 1960 &#8211; und der Bewegung einen ausgepr&#228;gteren nationalen und volksnahen Charakter geben:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Den Patrioten der Linken gelang es, die Massen zu mobilisieren. Ihr Erfolg war abh&#228;ngig von der F&#228;higkeit, &#8222;von gewissen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu profitieren&#8220; und gewisse Ungleichheiten zu betonen (die Unterentwicklung des Ostens, die Unangemessenheit der im F&#252;nfjahresplan bewilligten Unterst&#252;tzungsbeitr&#228;ge). Er war auch verbunden mit ihrer F&#228;higkeit, sich mit jenen Leuten zu verb&#252;nden, welche von der Enteignung von landwirtschaftlichen Fl&#228;chen zum Vorteil der &#214;lindustrie in der Region von Batman betroffen waren. Sie verteidigten auch die Arbeiter und Bauern dieser Region, welche eine Anstellung in der &#214;lgewinnung forderten. Sie wurden zu den Anw&#228;lten der landlosen Bauern und meist l&#228;ndlicher Bev&#246;lkerungen, welche Opfer der Gewalt der Spezialeinheiten der Armee wurden.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#214;zcan Yilmaz, La Formation de la nation kurde en Turquie, PUF, Paris, (...)&#034; id=&#034;nh4-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die sogenannte &#8222;Generation von 1949&#8220;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der t&#252;rkische Putsch am 12. M&#228;rz 1971 provozierte eine heftige Reaktion, welche auch eine Folge der wirtschaftlichen Situation war. Es waren &#8222;die Jahre der Unregierbarkeit&#8220;, w&#228;hrend welchen eine Reihe von Regierungen bis zum erneuten Milit&#228;rputsch 1980 unf&#228;hig waren, die Situation zu kontrollieren. In dieser Phase entstanden etliche illegale kurdische Organisationen. Ihre gesellschaftliche Zusammensetzung war praktisch gleich wie unmittelbar vor dieser Periode: Studenten und Angeh&#246;rige der freien Berufe. Doch das Durchschnittsalter der Beteiligten war tiefer und die politische Zugeh&#246;rigkeit wendete sich in Richtung Marxismus-Leninismus, der damals unter europ&#228;ischen Intellektuellen sehr in Mode war. Nach der Generalamnestie am 26. April 1974 wurden die nach dem Putsch 1971 f&#252;r politische Delikte verhafteten Kurden befreit und jene, welche ins Ausland geflohen waren, konnten zur&#252;ckkehren. Formationen wie die PSKT (Sozialistische Partei des t&#252;rkischen Kurdistans &#8211; welche ein autonomes Kurdistan innerhalb einer sozialistischen T&#252;rkei zum Ziel hat) und die PKK (Kurdische Arbeiterpartei, separatistisch) entstanden zu diesem Zeitpunkt. Die damals entstandenen kurdischen Organisationen gerieten daraufhin heftig aneinander und keine ausser der PKK und (in geringerem Masse) die PSKT &#252;berlebten den folgenden Staatsstreich 1980.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Urspr&#252;nglich war die PKK nicht viel mehr als ein Kult sehr junger Studenten, inspiriert von einem &#228;usserst undeutlichen Marxismus und allen voran von der Pers&#246;nlichkeit Abdullah &#214;calans (von der &#8222;Generation von 1949&#8220;). Der durch den Namen der Organisation implizierte Klassencharakter blieb rein verbal oder auf ein Bestreben beschr&#228;nkt. Eine protoparteiliche Struktur existierte schon 1974, doch die Partei wurde erst 1978 offiziell gegr&#252;ndet. Sie berief sich auf die Befreiung Kurdistans von einem &#8222;vom Imperialismus ausserhalb und von Kompradoren innerhalb unterst&#252;tzten&#8220; t&#252;rkischen Kolonialismus. Traditionelle Anf&#252;hrer und &#8222;feudale&#8220; Kurden (d.h. die Landbourgeoisie) wurden als &#8222;zentrales Hindernis f&#252;r die nationale kurdische Entwicklung&#8220; ausgemacht&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Kurdistan Devriminin Yolu, politisches Manifest der Organisation.&#034; id=&#034;nh4-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die PKK folgte dem Muster &#228;hnlich orientierter (marxistisch-leninistischer, guevaristischer, maoistischer usw.) Organisationen, welche, gl&#252;cklicherweise oder auch nicht, bis dahin in Lateinamerika, Asien und Afrika wucherten, es war jedoch ein etwas sp&#228;ter Auftritt, denn sie befanden sich schon im freien Fall, besonders im Nahen und Mittleren Osten: &#8222;Die klare Niederlage der arabischen Armeen gegen Israel ist zweifellos das zentrale Ereignis, welches schliesslich die Reihe von Erfolgen des revolution&#228;ren arabischen Nationalismus unterbrach und jener anti-imperialistischen Einheit ein Ende setzte, deren Avantgarde das Nassersche &#196;gypten [als Staat] nach der Nationalisierung des Suezkanals 1956 war.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Georges Corm, Le Proche-Orient &#233;clat&#233; 1956-2010, Gallimard, Paris 2010.&#034; id=&#034;nh4-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Obwohl dieser R&#252;ckstand mit der Zeit an Bedeutung gewann, war sie nicht von Anfang an offensichtlich. Zu Beginn, 1978, war die Organisation stark genug, um den &#8222;revolution&#228;ren Krieg gegen den Feudalismus&#8220; auszurufen. Zu diesem Zeitpunkt bestanden ihre Aktionen am Anfang aus (versuchten oder erfolgreichen) Morden an Stammesf&#252;hrern, was sie allerdings nicht an einer Teilnahme an Gemeindewahlen hinderte (der erste PKK-Anh&#228;nger wurde 1979 in Batman gew&#228;hlt). Gleichzeitig war der &#8222;revolution&#228;re Krieg&#8220; auch gegen Konkurrenzorganisationen gerichtet: Zusammenst&#246;sse zwischen der PKK und der KUK (Nationale Befreiungsorganisation Kurdistans) in den Regionen Mardin und Hakkari geh&#246;rten mit Dutzenden von Toten zu den blutigsten. Nach dem Putsch 1980 wurde die Mehrheit jener PKK-Mitglieder verhaftet, welche es nicht schafften, die T&#252;rkei zu verlassen (offizielle Quellen sprechen von 1800 Verhaftungen, doch allein im Milit&#228;rgef&#228;ngnis von Diyarbakir befanden sich ungef&#228;hr 5000 Kurden, welche der Mitgliedschaft in der PKK beschuldigt wurden). Dutzende Gefangene sterben w&#228;hrend den Hungerstreiks.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Organisation der PKK im Ausland begann eigentlich 1981, doch was den internationalen Kontext betrifft, war 1979 das entscheidende Jahr: &#196;gyptens Sadat anerkannte Israel (Camp David), womit der Bankrott des panarabischen Sozialismus best&#228;tigt wurde; die iranische Revolution, welche in Fabriken und Quartieren begann, brachte Ayatollah Khomeini an die Macht; die Sowjetunion besetzte Afghanistan. In dieser finsteren Landschaft, in welcher die Koh&#228;renz einer anti-imperialistischen Front, welche bis dahin noch eine gewisse Einheit vorgeben konnte, schmolz wie Schnee an der Sonne (vollst&#228;ndig zu Gunsten des Islams), entwickelte sich die kurdische Frage innerhalb der Konflikte jener Staaten, welche sich das kurdische Gebiet teilen; von Spannungen zwischen der T&#252;rkei und Syrien bis zum iranisch-irakischen Krieg. Die Ayatollahs antworteten mit wenig Raffinesse auf die Forderungen nach Autonomie und die anti-islamische Orientierung der iranischen Kurden (45 000 Tote gem&#228;ss einigen Sch&#228;tzungen); was zur Verschmelzung der iranischen DPK&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Iranisch-kurdische politische Organisation (siehe unten).&#034; id=&#034;nh4-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und Komala im Irak f&#252;hrte. Auf der anderen Seite der Grenze akzeptierten die irakischen Kurden &#8211; welche der von Saddam Hussein angeordneten Arabisierung der Region um Kirkuk zur &#8222;Wahrung der arabischen Nation&#8220; ausgeliefert waren &#8211; die Unterst&#252;tzung des Irans. Ab 1988 (die letzten Phasen des iranisch-irakischen Krieges) begann das irakische Regime mit systematischer Vernichtung durch chemische Waffen (180 000 Tote). Die anti-kurdische Verfolgung wurde vom Westen bis zum Ersten Golfkrieg ohne reale Sanktionen verurteilt. An einer anderen Front wurde Hafez al-Assad&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mitglied der religi&#246;sen Gruppe der Alawiten, Parteisekret&#228;r der (...)&#034; id=&#034;nh4-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; vom Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit dem Irak, Spannungen mit der T&#252;rkei und der Konsolidierung der alawitischen Hegemonie gegen die Schiiten 1979 dazu gedr&#228;ngt, sich als Besch&#252;tzer der Kurden in der Region zu pr&#228;sentieren. Die in dieser Strategie kooptierte F&#252;hrung der PKK fl&#252;chtete im gleichen Jahr nach Syrien, um der Repression des t&#252;rkischen Staates zu entfliehen. Die Rekrutierung war vom Regime genehmigt und die PKK zeigte sich als n&#252;tzliches Werkzeug zur Kontrolle des syrischen Kurdistans. Im Libanon, wo der B&#252;rgerkrieg gerade begann (1975-1990), erhielt die PKK, nat&#252;rlich dank der Unterst&#252;tzung von Damaskus, St&#252;tzpunkte im Bekaatal, wo sie ihre erste Milit&#228;rakademie gr&#252;ndete. Im Juli 1983 unterzeichnete die irakische DPK ein Abkommen mit der PKK, um die T&#252;rkei zu entmutigen, mit dem Irak zu kooperieren, und erlaubte ihr, Guerillas in der N&#228;he der t&#252;rkischen Grenze zu organisieren. Am 15. August 1984 nahm die PKK durch einen Angriff auf zwei t&#252;rkische Milit&#228;rposten den bewaffneten Kampf auf. Zu dieser Zeit ver&#228;nderte sich die gesellschaftliche Basis der Organisation:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Die Guerillakampagne der PKK erregte schnell die Aufmerksamkeit der jungen Kurden, welche k&#252;nftig ihre R&#228;nge f&#252;llen werden. Sie rekrutierte fleissig auf dem Land, doch auch in den kurdischen St&#228;dten und auch kurdische Arbeiter und Jugendliche aus den grossen t&#252;rkischen St&#228;dten, gewissen europ&#228;ischen L&#228;ndern, Syrien und Libyen. Die PKK erlangte dadurch einen vorwiegend l&#228;ndlichen Charakter.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#214;zcan Yilmaz, op. cit., S. 144.&#034; id=&#034;nh4-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Diesbez&#252;glich ist es auch interessant, das Interview mit Abdullah &#214;calan von Paul White von 1992 zu analysieren:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;&#214;calan: Die arbeitenden Leute, die Bauern, das Kleinb&#252;rgertum, die st&#228;dtische Bourgeoisie unterst&#252;tzen die PKK. Die patriotischen Armen und die Mittelklasse unterst&#252;tzen die PKK.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;_ White: Doch was ist die wesentlichste Gruppe? Sie erw&#228;hnten verschiedene gesellschaftliche Gruppen. Ich denke, die Hauptgruppe, die wesentlichste sind die armen Bauern, richtig?&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;_ &#214;calan: Gut, ja, sie sind die Hauptunterst&#252;tzer des Kampfes. Besonders im Moment sind es jene, welche den Kampf am st&#228;rksten unterst&#252;tzen. Vor dem 15. August [1984], vor den 1980er Jahren, als alles begann, waren es eher die jungen Leute aus der Stadt, Intellektuelle, die st&#228;dtische Mittelklasse.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Paul White, Primitive Rebels or Revolutionary Modernizers? The Kurdish (...)&#034; id=&#034;nh4-8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;1985 begann die t&#252;rkische Regierung, systematisch die Aufstandsbek&#228;mpfung zu organisieren, zuerst mit der Erschaffung von Dorfmilizen oder bewaffneten St&#228;mmen gegen die PKK. Diese Massnahmen hinderten die PKK nicht daran, von 1987 an in der ganzen Bergregion des t&#252;rkischen Kurdistans zu operieren. 1987 verh&#228;ngte die t&#252;rkische Regierung den Ausnahmezustand in den kurdischen St&#228;dten. Die PKK antwortete im Fr&#252;hling 1989 mit einer Reihe von Aufrufen zu Massenaktionen. Die Antwort der &#8222;Massen&#8220; war wohlwollend: 1989 verwandelte sich die Beerdigung eines Guerillak&#228;mpfers der PKK in Silopi in einen Protest. Einige Monate sp&#228;ter geschah das gleiche in umliegenden St&#228;dten. Im M&#228;rz 1990 f&#252;hrte eine erneute Beerdigung eines Guerillak&#228;mpfers zur Revolte. Es beteiligten sich Tausende an dieser Welle von Unruhen und viele wurden w&#228;hrend den Demonstrationen get&#246;tet. Am 20. M&#228;rz 1990 versammelten sich Zehntausende gegen die Repression der Polizei von Nusayib. Ende 1990 war kein Teil des &#8222;S&#252;dostens&#8220; nicht von den Massendemonstrationen betroffen. 1991 hatte sich die Bewegung auf fast alle kurdischen D&#246;rfer und viele t&#252;rkische St&#228;dte (Ankara, Istanbul, Adana, Izmir, Denizli) ausgebreitet. W&#228;hrend dieser ganzen Periode entstand parallel zu den Ausschreitungen in den Strassen eine eigentliche kurdische Diaspora &#252;berall in Europa; die Hauptdestinationen waren Frankreich, Westdeutschland und Schweden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Guerillas wuchsen also in den 1990er Jahren &#8211; trotz der Repression in der T&#252;rkei und dem erbitterten subnationalen Konflikt zwischen der PKK und den irakischen Kurden (DPK) &#8211; jenseits jeglicher vern&#252;nftiger Erwartungen, die Grundlage davon war die Forderung nach einem unabh&#228;ngigen kurdischen Staat. 1995 entstand ein kurdisches Exilparlament (mit Sitz in Europa) und obwohl das Ziel der Erschaffung einer Lokalregierung nicht erreicht wurde, &#252;bernahm die PKK zunehmend diverse staatliche Funktionen wie die Eintreibung von Steuern oder die Justizverwaltung. In der gleichen Periode kamen auch die &#8222;kurdischen Legalisten&#8220; auf, der Ausdruck einer Mittelklasse (62.5 % haben einen h&#246;heren Schulabschluss), welche zwischen den Guerillas und einem Wunsch nach Dialog mit dem t&#252;rkischen Staat und der &#8222;Zivilgesellschaft&#8220; gespalten war. Die Existenz einer legalistischen Str&#246;mung, deren Einfluss nicht unerheblich war (auch wenn sie nicht direkt mit der Perspektive der Guerilla in Konflikt trat), zusammen mit dem negativen Ausgang der milit&#228;rischen Offensive, welche die Mobilisierung aufrechterhielt, doch nicht zu irgendwelchen bedeutenden &#8222;Siegen&#8220; f&#252;hrte, dr&#228;ngte die PKK dazu, andere Wege zu finden (was weiter unten ausf&#252;hrlicher diskutiert wird). Doch Ende der 1990er Jahre kam die kalte Dusche der Verhaftung von Abdullah &#214;calan. Nach diesem Ereignis war die Periode zwischen 1999 und 2005 relativ ruhig. Die Perspektive einer Integration der T&#252;rkei in die Europ&#228;ische Union versetzte die PKK in eine delikate Position: Sie hatte nat&#252;rlich kein Interesse, den Integrationsprozess zu behindern, aufgrund realer oder vermeintlicher Vorteile, welche die Kurden der T&#252;rkei bez&#252;glich Anerkennung erlangen w&#252;rden. Die PKK rief dann eine unilaterale &#8222;Feuerpause&#8220; aus, welche auch zum Ziel hatte, die Exekution &#214;calans zu verhindern. Die &#8222;lange Waffenruhe&#8220; war eine Phase der Entspannung f&#252;r die kurdische Zivilbev&#246;lkerung, doch auch der Unzufriedenheit f&#252;r viele PKK-K&#228;mpfer und der internen Konflikte innerhalb der Organisation, welche durch Zwang gel&#246;st wurden. Die t&#252;rkische Regierung gab in ihrer milit&#228;rischen Offensive allerdings nicht nach, was langfristig nur zur Wiederaufnahme bewaffneter Aktionen seitens der PKK f&#252;hren konnte. Nach 2005 gab es fast ununterbrochen Zusammenst&#246;sse zwischen der t&#252;rkischen Armee und der PKK. Einige Aktionen der PKK trafen auch Zivilisten (Diyarbakir, 3. Januar 2008: 5 Tote, 68 Verletzte). Der Druck der t&#252;rkischen Regierung auf die USA erlaubten es ihr schliesslich, milit&#228;rische Operationen zur Ausmerzung der PKK-St&#252;tzpunkte in den Kandilbergen im Irak auszuf&#252;hren. Am 1. Dezember 2007 fand der erste Luftangriff statt; am 22. Februar waren die Bodentruppen an der Reihe. Die &#8222;Operation Sonne&#8220; endete mit der T&#246;tung von 240 &#8222;Terroristen&#8220; und auch von 28 t&#252;rkischen Soldaten. Die USA &#228;nderten daraufhin ihre Meinung und zogen ihr Einverst&#228;ndnis zur&#252;ck, was zu den ehrenvollen Erw&#228;hnungen der Schlachten der PKK beitrug. Im Mai 2009 verk&#252;ndete Yasar Buyukanit &#8211; kurz zuvor zur&#252;ckgetretener t&#252;rkischer Stabschef &#8211; den Medien, dass die T&#252;rkei nicht f&#228;hig sein werde, die PKK aus ihren St&#252;tzpunkten im Kandil zu vertreiben, auch wenn die gesamte t&#252;rkische Armee dorthin geschickt werde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bis heute bleibt die Bedingung der Bewohner des t&#252;rkischen Kurdistans in den meisten F&#228;llen durch Armut charakterisiert: Ende 1990 versprach der t&#252;rkische Premierminister Ecevit &#8222;heftige Investitionen&#8220;, doch solche Bemerkungen blieben weitgehend leere Worte. Trotz dem wirtschaftlichen Aufstieg der T&#252;rkei bleibt die von Kurden bewohnte Zone die &#228;rmste des Landes: &#8222;Wir m&#252;ssen betonen, dass die Ungleichheit zwischen den kurdischen Regionen der T&#252;rkei und dem Rest des Landes nach wie vor sehr gross ist, obwohl es gewisse Ver&#228;nderungen gegeben hat. Der Konflikt zwischen den Guerillas der PKK und der t&#252;rkischen Armee, welcher die wirtschaftliche Aktivit&#228;t in den l&#228;ndlichen kurdischen Regionen zerst&#246;rte, besonders die Landwirtschaft, hat die Situation zus&#228;tzlich verschlimmert. [&#8230;] Zurzeit liegt der Armutsanteil in der Bev&#246;lkerung des S&#252;dostens (t&#252;rkisches Kurdistan) zwischen 85 und 90% und die Arbeitslosenrate ist viel h&#246;her (18%) als im Rest der T&#252;rkei (11.8%). Im Jahr 2006 flossen nur 8% der staatlichen Zusch&#252;sse zur Stimulierung der Investitionen in die kurdische Region. Im Juni 2010 lagen nur 5% der Firmen des Vereins industrieller und t&#252;rkischer Gesch&#228;ftsleute (TUSIAD), welcher 65% der t&#252;rkischen industriellen Produktion repr&#228;sentiert, in kurdischen Gebieten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#214;zcan Yilmaz, op. cit., S. 178.&#034; id=&#034;nh4-9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Innere Migration f&#252;hrte dazu, dass viele Kurden in den grossen Zentren der westlichen T&#252;rkei Arbeit suchen. Obwohl es diesbez&#252;glich keine eindeutigen Daten gibt, darf vermutet werden, dass die L&#246;hne kurdischer Arbeiter in der Regel tiefer sind als jene der t&#252;rkischen Arbeiter. In den letzten Jahren (besonders 2010), v.a. als es zu Zusammenst&#246;ssen zwischen der PKK und der t&#252;rkischen Armee kam, gab es anti-kurdische Pogrome in den grossen St&#228;dten der T&#252;rkei, welche wahrscheinlich &#8211; falls unsere Vermutung stimmt &#8211; einen Zusammenhang haben mit dem durch die Existenz dieser billigen Arbeitskraft ausgel&#246;sten Lohndruck.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jenseits der t&#252;rkischen Grenzen, im Iran nach der &#196;ra von Khatami, welcher grosse Hoffnungen (und viele Entt&#228;uschungen) bez&#252;glich eines autonomen Status ausl&#246;ste, hatte die Wahl von Mahmud Ahmadinejad 2005 schon einige Ausschreitungen in mehreren St&#228;dten im iranischen Kurdistan ausgel&#246;st, begleitet von bewaffneten Aktionen der PJAK (Partei f&#252;r ein Freies Leben in Kurdistan, gegr&#252;ndet 2003 von einigen ehemaligen K&#228;mpfern der iranischen DPK). Der im Gedenken an einen 1989 get&#246;teten K&#228;mpfer ausgerufene Generalstreik 2008 wurde in den wichtigsten kurdischen St&#228;dten rege unterst&#252;tzt; 2009 kam es zu massiven Protesten gegen die Wiederwahl Ahmadinejads und 2010 wurden vier kurdische Aktivisten strafrechtlich verfolgt und exekutiert. Die Wahl des moderaten Hassan Rohani 2013 hat den Radikalismus der Ahmadinejad-&#196;ra entsch&#228;rft, sowohl in Bezug auf den der iranischen Wirtschaft besonders abtr&#228;glichen Antiamerikanismus auf geopolitischer Ebene, als auch in Bezug auf die &#8222;eiserne Hand&#8220; gegen&#252;ber der kurdischen Minderheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Syrien markierte die von Hafez al-Assad angeordnete Ausschaffung &#214;calans 1998 das Ende der syrisch-kurdischen Idylle und der Tod eben dieses (&#228;lteren) al-Assad machte es unumkehrbar. Von diesem Zeitpunkt an zeigte sich die Unzufriedenheit und der Wunsch nach &#8222;Demokratisierung&#8220; (wie auch die proamerikanischen Sympathien) der syrischen Kurden w&#228;hrend mehrerer Gelegenheiten bis zu den Ereignissen 2011 und dem Ausbruch des B&#252;rgerkriegs im Jahr danach, w&#228;hrend welchem die kurdische Opposition eine eher passive Rolle spielte (die Gr&#252;nde hierf&#252;r werden wir analysieren). Im Jahr 2004 z.B. f&#252;hrte eine Polizeiintervention w&#228;hrend einem Fussballspiel zwischen Qamischli (die gr&#246;sste kurdische Stadt in Syrien) und Der-ez-Zor aufgrund einem weitgehend verbalen heftigen Streit zwischen arabischen und kurdischen Fans zu sieben Toten und l&#246;ste eine Welle von Ausschreitungen aus, welche die St&#228;dte Qamischli, Afrin, Aleppo und Damaskus betraf; die Aufst&#228;ndischen verbrannten Bilder von Vater und Sohn al-Assad, schwenkten kurdische &lt;i&gt;und amerikanische&lt;/i&gt; Fahnen und br&#252;llten einstimmig: &#8222;Freies Kurdistan&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Irak sind die glorreichen Tage der Guerilla-Autonomie von Mustafa Barzanis DPK weiter weg denn je: &#8222;[&#8230;] der Golfkrieg 1991 ver&#228;nderte die Konfiguration der kurdischen Frage radikal. Er resultierte in der Erschaffung einer Schutzzone, innerhalb welcher die irakischen Kurden selbstverwaltete Institutionen aufbauen konnten. [&#8230;] Schliesslich f&#252;hrte der Irakkrieg 2003, welcher Saddam Hussein entthronte, zu einer Neuzusammensetzung des Iraks und der Region und best&#228;tigte die irakischen Kurden in ihrer Rolle als strategische B&#252;ndnispartner der USA. Die irakischen Kurden schafften es, auf die Kurden in der T&#252;rkei, in Syrien und im Iran Einfluss zu gewinnen. Die Erfahrung der irakischen Kurden beeinflusste auch die t&#252;rkischen Beh&#246;rden, welche die neue politische und wirtschaftliche Position der irakischen Kurden in Bezug auf ihre Grenze nicht l&#228;nger ignorieren k&#246;nnen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Sabri Cigerli und Didier Le Saout, &#214;calan et le PKK, Maisonneuve Larose, (...)&#034; id=&#034;nh4-10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Nachdem der Krieg 1991 vorbei war, erlaubte der Kontrollverlust der irakischen Regierung &#252;ber ihr Territorium der PKK sowohl Nachschub an Waffen und Munition, als auch einen grossen Handlungsspielraum im Irak. Doch der gegenw&#228;rtige Aufstieg der DPK von Masud Barzani (ein Verb&#252;ndeter von Ankara und der USA) und mit ihm jener der von den &#214;leinnahmen abh&#228;ngigen Bourgeoisie hat das Leben f&#252;r die PKK sehr schwierig gemacht; nicht nur wegen dem dadurch ausgel&#246;sten innerkurdischen Konflikt, sondern auch durch das regelm&#228;ssige Wiederaufkommen einer &#8222;liquidationistischen&#8220; Fraktion innerhalb der PKK (wir werden darauf zur&#252;ckkommen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So viel zur Vergangenheit. Gegenw&#228;rtig ist die kurdische Frage zur&#252;ck auf den Titelseiten der Zeitungen, besonders seit der infame Islamische Staat (IS) begonnen hat, an Boden zu gewinnen. Die internationale Presse feierte die rettende Intervention der &#8222;Kurden&#8220; zu Gunsten der Jesiden im Nordirak. Die Tatsache, dass die Presse nicht erw&#228;hnte, dass diese Kurden die sogenannten &#8222;Terroristen&#8220; der PKK oder der PYD waren und nicht die Peschmerga von Masud Barzanis DPK, welche stattdessen davon rannten, &#228;ndert nichts an der Ordnung des Diskurses, jene eines banalen Anti-IS-Frontismus. K&#246;nnen wir diesen Diskurs als unseren eigenen betrachten? Die Antwort lautet nein. Schauen wir uns an weshalb.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Restrukturierung des Kapitals und die Entnationalisierung des Staates&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann weder die gegenw&#228;rtige Wende der kurdischen Frage, noch die Entwicklung ihrer politischen Ausdr&#252;cke &#8211; allen voran der PKK &#8211; verstehen, ohne sich mit dem Ende des goldenen Zeitalters eines sozialistischen oder &#8222;progressiven&#8220; &#8222;Nationalismus von unten&#8220; in der Peripherie und Semi-Peripherie des kapitalistischen Systems und seinen Ursachen zu befassen. Eine solche soziopolitische Perspektive fand ihren Daseinszweck in der Struktur des kapitalistischen Weltsystems zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Krise 1973. Die Grundlage davon war die Trennung zwischen &#8222;Zentrum&#8220; und &#8222;Peripherie&#8220; &#8211; und besonders &lt;i&gt;die rigide, auf einer nationalen Ebene auferlegte Beziehung zwischen ersterem und letzterer&lt;/i&gt; &#8211; diese Struktur wies ersterem die Ehre und die Last zu, die Akkumulation durch intensive industrielle Entwicklung voranzutreiben, und letzterer die untergeordnete Rolle als Lieferanten billiger Rohstoffe. Der &#8222;sozialistische Block&#8220; mit all seinen inneren Konflikten (UdSSR vs. China usw.) war eine geschlossene Zone der Akkumulation, vom Weltmarkt ausgeschlossen und als Anziehungspunkt f&#252;r alle Versuche der Peripherien dienend, sich von der ihnen zugewiesenen Rolle &#8222;abzukoppeln&#8220; (Samir Amin). Die Diversifikation auf der Ebene der gesellschaftlichen Formation erlangte ihren Sinn &#8211; wie es in jeder &#196;ra der kapitalistischen Produktionsweise geschieht &#8211; einzig und allein in den gegenseitigen Beziehungen innerhalb der internationalen Arbeitsteilung (der &#8222;Weltwirtschaft&#8220;), deren allgemeine Konsistenz die M&#246;glichkeit eines inneren Konflikts nicht verhinderte: &#8222;Die Koexistenz dieser Varianten wurde durch das internationale Geldsystem m&#246;glich gemacht, was den nationalen Regulationsmodellen eine gewisse Unabh&#228;ngigkeit liess. Tats&#228;chlich erlaubten der nach wie vor geringe Anteil des Aussenhandels am BIP, der niedere Grad finanzieller Integration aufgrund der Kontrolle internationaler Kapitalbewegungen und die F&#228;higkeit zur Entwertung in einem System fixer, aber regulierbarer Wechselkurse einen gewissen Grad an Freiheit bez&#252;glich der Wirtschaftspolitik.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Michel Aglietta, Nachwort zu R&#233;gulation et crises du capitalisme, Odile (...)&#034; id=&#034;nh4-11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Sowohl in den kapitalistischen Zentren als auch, obwohl auf eine umgekehrte und symmetrische Art und Weise, in den Peripherien &#8222;hatte die Entfaltung der vermittelnden Institutionen somit eine nationale F&#228;rbung und erlaubte ihnen die Entwicklung nationaler Anpassungen des fordistischen Wachstumsregimes [oder Unterentwicklung]&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh4-12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Krise der 1970er Jahre, welche mit dem ersten &#214;lschock begann, war gleichbedeutend mit der Krise dieser Struktur; mit der relativen Entindustrialisierung Europas und der USA, dem Ende des &#8222;sozialistischen Blockes&#8220; und dem Zerfall der Dritten Welt in &#8222;Abgetauchte&#8220; (Vierte und F&#252;nfte Welt) und &#8222;Gerettete&#8220; (die aufkommenden M&#228;rkte: Brasilien, China, Indien, T&#252;rkei usw.) erneuerte sich ihre Konfiguration, ohne dass die Polarisierung Zentrum/Peripherie (oder die sogenannte ungleiche Entwicklung) abgeschafft oder abgeschw&#228;cht worden w&#228;re, doch sie wurde komplexer und &lt;i&gt;entnationalisiert&lt;/i&gt;. Eine andere dreigeteilte, hierarchisch strukturierte Zoneneinteilung setzte sich durch: zuoberst hyperkapitalistische, mit der Finanz und dem Hi-Tech-Sektor verbundene Zentren; in der Mitte eine Zwischenzone, welche geteilt ist zwischen Logistik und kommerzieller Verteilung einerseits und h&#228;ufig ausgelagerten Fertigungsoperationen andererseits; zuunterst Zonen der Krise und der &#8222;gesellschaftlichen M&#252;llhalde&#8220;, welche durch die Ausbreitung aller Arten der informellen Wirtschaft charakterisiert sind. Diese Dreiteilung wird auf jeder Ebene, von der Welt bis zum Quartier, auf fraktale Art und Weise reproduziert&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Th&#233;orie Communiste und Alcuni fautori della comunizzazione, &#034;A Fair (...)&#034; id=&#034;nh4-13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Das Finanzkapital als eine Art &#8222;ideeller Gesamtkapitalist&#8220; der neuen Welt wird zum Haupttr&#228;ger dieser Umgestaltung und seine Expansion (geb&#252;hrend vermittelt durch die Explosion der etlichen &#8222;Blasen&#8220;) ist der zu bezahlende Preis f&#252;r einen neuen Akkumulationszyklus, der f&#228;hig sein muss, Mehrwert &#252;berall, wo immer mehr Profit in Sicht ist, hineinzuzw&#228;ngen, zu transferieren und zu reinvestieren:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Das Grosskapital platziert sich nun oberhalb des Nationalstaates, gegen&#252;ber welchem es zu einer instrumentellen und zwiesp&#228;ltigen Haltung tendiert &#8211; &#8222;instrumentell&#8220;, weil es versucht, den Staat seinen Interessen gef&#252;gig zu machen, sowohl durch die direkte Handlung der Lobbys als auch durch die Disziplin der &#8222;M&#228;rkte&#8220;; &#8222;zwiesp&#228;ltig&#8220;, weil die Verschiebung seiner Interessen in Richtung eines globalen Raumes zu Schwierigkeiten in den National&#246;konomien f&#252;hrt, besonders in entwickelten, welche die zuvor von Staaten &#252;bernommene Funktion des &#8222;nationalen Gesamtkapitalisten&#8220; bedrohen.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ernesto Screpanti, Global Imperialism and the Great Crisis, Monthly Review (...)&#034; id=&#034;nh4-14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Der Niedergang des &#8222;nationalen Sozialismus&#8220; in der Peripherie und Semi-Peripherie und die Restrukturierung des Kapitals sind auf jeden Fall identisch, insofern, als dass Globalisierung &#8211; von den Hyperzentren bis zu den Schuttzonen, von der Entstehung der Europ&#228;ischen Union bis zur Ausbreitung &#8222;balkanisierter&#8220; Zonen &#8211; selbst als Prozess der &lt;i&gt;Entnationalisierung des Staates&lt;/i&gt; fungiert. Diese sollte allerdings nicht in einer teleologischen Art und Weise konzipiert werden, denn es ist nicht die definitive &#220;berwindung des Nationalstaates durch die &#8222;Globalisierung&#8220; und auch nicht die schliessliche Erreichung des wahren h&#246;chsten Stadiums des Kapitalismus; der Nationalstaat ist ein funktionales Element eines Systems geworden, das &#252;ber ihn hinausgeht:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Eigentlich war das Ziel von Bretton Woods, die Nationalstaaten tats&#228;chlich gegen exzessive Fluktuationen im internationalen System zu sch&#252;tzen. Das Ziel der gegenw&#228;rtigen globalen &#196;ra ist ein total anderes: Globale Systeme und funktionale Modelle m&#252;ssen in den Nationalstaaten eingef&#252;hrt werden, unabh&#228;ngig von den Risiken f&#252;r ihre &#214;konomien. Weiter zeigt diese Dynamik auch, wie Nationalstaaten an diesem Prozess teilnehmen mussten: Die Einf&#252;hrung globaler Systeme und Operationsweisen im Kontext von stark institutionalisierten Nationalstaaten ist keine einfache Aufgabe.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Saskia Sassen, Territory, Authority, Rights. From the Medieval to (...)&#034; id=&#034;nh4-15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die Entnationalisierung des Staates stellt ein koh&#228;rentes System dar, welches die politische Formalisierung des Klassenkampfes &#252;berbestimmt: Aus diesem Grund kann sich die Erhebung gewisser proletarisierter Bev&#246;lkerungen Zentral- und S&#252;damerikas ideologisch mit dem Indigenismus identifizieren; in Pal&#228;stina ist es unm&#246;glich, die Verbindung zwischen der zweiten Intifada und dem Aufstieg der Hamas nicht zu erkennen; ganz allgemein findet der politische Islam im Mittleren Osten seine gesellschaftliche Basis in den &#228;rmeren Schichten der Gesellschaft und geht, im Gegensatz zum goldenen Zeitalter des arabischen Nationalismus, soweit, sich von ihren K&#228;mpfen zu n&#228;hren; in Europa kommt die Rettung des Nationalen gegen das Globale jedes Mal klar auf, wenn Unternehmen schliessen oder dorthin gehen, wo die Arbeit billiger ist, das &#8222;Einwanderungsproblem&#8220; und das &#8222;Europaproblem&#8220; dr&#228;ngen die &#8222;einheimischen&#8220; Fraktionen der Arbeiterklasse in Richtung Stimmenthaltung oder mehr oder weniger rechtem Populismus&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#034;Why the Working Class Goes to Heaven (and to the Right)&#034;, Il (...)&#034; id=&#034;nh4-16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;All das hat nichts mit einem vermeintlichen Zerfall der kapitalistischen Produktionsweise zu tun, welche uns f&#252;r sich allein genommen mutmasslich in die &#8222;Barbarei&#8220; f&#252;hren w&#252;rde. Der Islamische Staat ist nicht eine archaische Wiedererweckung, keine Frucht gesellschaftlicher Beziehungen im Zerfall, sondern eine politische Einheit, welche jener Zeit und jener Umwelt entspricht, welche sie hervorbringt: Es ist der &lt;i&gt;entnationalisierte Staat in Fleisch und Blut&lt;/i&gt;, welcher im Nahen Osten, aus den gleichen Gr&#252;nden, welche zum Niedergang des panarabischen Nationalismus f&#252;hrten, wortw&#246;rtlich nur islamischer Staat bedeuten kann. Vom ideologischen Standpunkt aus wird die Restauration des Kalifats und die Wiedereroberung Jerusalems als glaubw&#252;rdige Antwort pr&#228;sentiert, als ein in jeder Hinsicht w&#252;rdiger Nachfolger der &#8222;arabischen Nation&#8220; als gesellschaftlicher und geopolitischer Akteur. Noch wichtiger ist die Tatsache, dass das alles nicht aus dem Nichts kommt: Sogar der allt&#228;gliche Klassenkampf, insofern (und solange) er auf &lt;i&gt;Distributionsverh&#228;ltnisse&lt;/i&gt; beschr&#228;nkt bleibt, findet seine nat&#252;rliche politische Ausweitung in der Forderung nach Umverteilung des Einkommens, was im Mittleren Osten nur Aneignung und Umverteilung von Rente bedeuten kann. Die Existenz des Proletariats innerhalb der Kategorien der kapitalistischen Produktionsweise findet immer irgendeine Form der politischen &#8222;&#220;bersetzung&#8220; in einem gegebenen Kontext, doch &lt;i&gt;es gibt keinen zwingenden Grund&lt;/i&gt;, weshalb dies notwendigerweise in einem klar erkennbaren (s&#228;kularen) Reformismus der Arbeiterklasse resultieren soll, wie das im westlichen Kontext der Fall war (sozialdemokratische und stalinistische Massenparteien). Die &lt;i&gt;Distributionssph&#228;re&lt;/i&gt; ist dieser r&#252;pelhafte Ort, wo wirtschaftliche Forderungen der Proletarier je nach Umst&#228;nden zweigeteilt werden k&#246;nnen: Einerseits die politische Forderung nach totaler Demokratie (das &#8222;wahre Paradies der Menschenrechte&#8220; und des B&#252;rgers, im Gegensatz zur gegenw&#228;rtig existierenden Demokratie) und andererseits die Forderung nach einer &lt;i&gt;gerechten&lt;/i&gt; Ordnung, frei von Korruption &lt;i&gt;da auf dem g&#246;ttlichen Gesetz gr&#252;ndend&lt;/i&gt;. Weiter ist die Tatsache, dass die politische Formalisierung des Klassenkampfes in Religion &#252;bergehen kann &#8211; wie man es schon in Polen im Falle von Solidarno&#347;&#263; (1980) beobachten konnte &#8211; keine Besonderheit der arabischen Welt. Sicher, &#8222;Religion ist das Opium des Volks&#8220;, doch nur insofern, als dass sie die K&#228;mpfe des Proletariats innerhalb des Fetischismus (Produktionsverh&#228;ltnisse werden zu Distributionsverh&#228;ltnissen) best&#228;tigt. Es ist nach wie vor eine Tatsache, dass die Religion innerhalb des Fetischismus auch &#8222;der Seufzer der bedr&#228;ngten Kreatur, das Gem&#252;t einer herzlosen Welt&#8220; sein kann. Die Tatsache, dass all das auf Kosten der Frauen, allen voran der proletarischen Frauen geschieht, ist untrennbar mit der Art und Weise verbunden, wie der Klassenkampf (wann immer er die Frauen dazu aufruft, sich als Ehefrauen oder direkt als Arbeiterinnen zu beteiligen) die Frage der (erneuten) Zuweisung der Frauen zum h&#228;uslichen Raum oder pr&#228;ziser zur Rolle der Reproduktion der Arbeitskraft stellt. Es sollte nebenbei auch gesagt werden, dass das auch mit der &#8222;f&#252;hrenden Rolle&#8220; der Frauen im milit&#228;rischen Fl&#252;gel der PKK zu tun hat: Die Guerillaorganisation beseitigt den Genderantagonismus nicht, sondern verlegt ihn auf ein anderes Terrain, was den Frauen h&#228;ufig einen gr&#246;sseren Handlungsspielraum gibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Islamische Staat ist bez&#252;glich oben erw&#228;hnter Ph&#228;nomene keine Ausnahme: &#8222;In Syrien gibt der IS den Anschein, eine effiziente bewaffnete Gruppe zu sein, welche ihre K&#228;mpfer bezahlt, ihnen etwas zu essen gibt und &lt;i&gt;eine lokale Umverteilung f&#252;r die Hungernden und die Armen garantiert. Sie interessiert sich f&#252;r einen Neuaufbau des Bildungssystems f&#252;r mehr junge Leute.&lt;/i&gt; Sie akkumuliert bedeutende Ressourcen (Steuern, Schmuggel, L&#246;segeld, &#214;l).&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#034;Comment faire la guerre &#224; l'Etat Islamique?&#034;, Homepage von Le Monde, (...)&#034; id=&#034;nh4-17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Sogar Valeria Poletti &#8211; eine unabh&#228;ngige Forscherin, welche vor kurzem eine sehr detaillierte, doch von panarabischer Nostalgie durchdrungene Studie zum zeitgen&#246;ssischen Mittleren Osten ver&#246;ffentlicht hat, wo sie als Grund f&#252;r den Aufstieg des politischen Islam eine mutmassliche amerikanische Strategie angibt, welche zum Ziel habe, sektiererische Spaltungen innerhalb der &#8222;arabischen Nation&#8220; zu entfesseln &#8211; kann sich ein paar Versprecher nicht verkneifen:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Die Islamisten des &lt;i&gt;Islamischen Staats des Iraks und Syriens&lt;/i&gt; (ISIS), ein direkter Ableger des irakischen IS, behaupten, gegen die Armee von al-Assad zu k&#228;mpfen, doch ihr tats&#228;chlicher Zweck ist es, ein kurzlebiges Ersatzkalifat in jenen Zonen zu errichten, welche von ihren Milizen erobert wurden. Daf&#252;r benutzen sie Terror gegen Zivilisten und greifen zu den Waffen gegen laizistische oder jihadistische K&#228;mpfer, welche nicht ihrer Fraktion, der revolution&#228;ren Front angeh&#246;ren. [&#8230;] Obwohl er die internationale und extremistische Sichtweise der absoluten Herrschaft und der vollst&#228;ndigen Durchsetzung der Sharia von Al-Qaida teilt, hat [der IS] die Anerkennung des Vorg&#228;ngers [Al-Qaida] nicht bekommen, nicht nur wegen seiner angek&#252;ndigten Absicht, einen Kalifatsstaat in den von ihnen beherrschten Gebieten zu errichten, sondern auch wegen ideologischen Differenzen. Weiter werden die terroristischen Methoden seines Systems der Machtverwaltung (Entf&#252;hrungen, Folter, Enthauptungen, sektiererische Morde gegen Schiiten), welche im Volk tiefe Feindschaft ausl&#246;sen, sogar von den Anf&#252;hrern von Al-Qaida verurteilt. &lt;strong&gt;Trotzdem hat ISIS, eben genau weil es nicht nur eine Bewegung jihadistischer K&#228;mpfer ist, sondern sich um die Verwaltung k&#252;mmert und das Funktionieren gesellschaftlicher Strukturen garantiert, die Unterst&#252;tzung eines Teils der Bev&#246;lkerung erlangt.&lt;/strong&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Valeria Poletti, The Fire in the Middle East, the Unexpected Connections, (...)&#034; id=&#034;nh4-18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Auf geopolitischer Ebene spiegelt sich die Entnationalisierung des Staates im Ende des Systems starrer B&#252;ndnisse, wie es in der zweigeteilten Welt nach 1945 typisch war, es wurde ersetzt mit einem System flexibler B&#252;ndnisse jener Art, wie wir sie gegenw&#228;rtig im Mittleren Osten am Werk sehen.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Seit seinem Auftauchen im April hat ISIS den Verlauf des Krieges in Syrien ver&#228;ndert. Es zwang die syrische Opposition zu heftigen K&#228;mpfen an zwei Fronten. Der Eingang von Hilfslieferungen und der Ausgang von Informationen aus Syrien sind blockiert. Und mit jeder Eroberung werden die Regierung der Vereinigten Staaten und ihre europ&#228;ischen Verb&#252;ndeten dazu gezwungen, ihre Strategie der sporadischen Unterst&#252;tzung der gem&#228;ssigten Opposition und die rhetorischen Aufrufe zum Sturz Bashar al-Assads zu &#252;berdenken. [&#8230;] Derweil haben gewisse Geheimdienste, z.B. jener Deutschlands, wieder Kontakte zur syrischen Regierung gekn&#252;pft. Eine weitere Rehabilitation des Assad-Regimes ist mit der wachsenden Bedrohung von Al-Qaida durchaus denkbar.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Valeria Poletti, op. cit., S. 114.&#034; id=&#034;nh4-19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;In einem solchen Gewirr sind wechselnde B&#252;ndnisse und Seitenwechsel die Regel und folglich ist Vorsicht geboten. Doch &#252;ber die PYD, den B&#252;ndnispartner der PKK in Syrien, schreibt der Autor von &#034;Kurdistan: Eye of the Cyclone&#034;: &#8222;Hier, in der Erhebung gegen das syrische Regime, verb&#252;ndete sich [die PYD] weder mit dem Assad-Regime, noch mit den &#8222;syrischen Rebellen&#8220;, sie praktizierte einen &#8222;dritten Weg&#8220;: die Befreiung, Verteidigung und Verwaltung ihres Territoriums, zusammen mit anderen &#8211; nicht nur kurdischen &#8211; Parteien und Institutionen der Zivilgesellschaft, in einer Art kantonaler Demokratie von unten.&#8220; Was der Autor nicht erw&#228;hnt, ist die Tatsache, dass dieser angebliche &#8222;dritte Weg&#8220; keiner ist, da er von al-Assad selbst in einer Art ungeschriebenem Abkommen akzeptiert wurde, wodurch das syrische Regime Rojava eine gewisse Autonomie einr&#228;umt gegen die Neutralit&#228;t der syrischen Kurden im laufenden B&#252;rgerkrieg. Es kann gewiss argumentiert werden &#8211; wie dies die fr&#246;hliche Bande von Wu Ming in &#034;The ISIS War, the Role of the PKK and the Autonomous Zone of the Rojava&#034; tut &#8211; dass die Autonomie der Kurden in Rojava zum von der PKK geforderten demokratischen Konf&#246;deralismus tendiert, doch es scheint uns, dass sie eher zum Aufbau von proto-staatlichen Strukturen tendiert, welche, unter besonderen Umst&#228;nden, k&#252;nftig die Grundlage eines unabh&#228;ngigen kurdischen Staates sein k&#246;nnten. Zudem bleibt, wenn wir davon ausgehen, dass die PKK, die PYD und ihre Milizen g&#228;nzlich eigenst&#228;ndig finanziert sind (Steuern, Rimessen, Migranten usw.)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Anmerkung der englischen &#220;bersetzer: Ein Bericht der ICG zeigt, dass das (...)&#034; id=&#034;nh4-20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, die Frage, wer ihnen Waffen verkauft, durch welche Kan&#228;le usw. Z.B.: Ist es m&#246;glich, dass die Kan&#228;le, durch welche die Waffen in die von der PKK und ihren Verb&#252;ndeten kontrollierten Zonen kommen, offen bleiben k&#246;nnen, ohne den mehr oder weniger diskreten Schutz einer der grossen Staaten der Region? Einige behaupten, dass die PKK und die PYD ihren Nachschub auf dem Schwarzmarkt in Syrien von Deserteuren der syrischen Armee bekommen; das mag vielleicht stimmen, doch werden diese Waffen allein reichen, damit die kurdischen Milizen ihre Stellung gegen&#252;ber dem IS verteidigen k&#246;nnen, schliesslich hat letzterer nun eine reale Staatsstruktur, kontrolliert &#214;lfelder und, was noch wichtiger ist, hat eine grosse Menge an Waffen von der irakischen Armee erbeutet? Derweil, gem&#228;ss den j&#252;ngsten Informationen (vom 7.10.14), wehen die Flaggen des IS auf den D&#228;chern von Kobane, Syrien, und die PYD hat ausdr&#252;cklich vom t&#252;rkischen Kurdistan kommende Verst&#228;rkung verlangt. &#8222;Die Mobilisierung von Kobane reicht nicht&#8220;, warnte Redur Xelil, der Sprecher der YPG (milit&#228;rischer Fl&#252;gel der PYD), am Donnerstag auf Twitter, &#8222;sonst wird es einen weiteren V&#246;lkermord wie in Sindschar geben, dieses Mal in Kobane&#8220;, womit er sich auf die Massenflucht zehntausender Jesiden aus der Sindscharregion im angrenzenden Irak bezieht&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Homepage der Financial Times, 18/9/2014.&#034; id=&#034;nh4-21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Wer Ohren hat, m&#246;ge h&#246;ren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gleichzeitig sind die amerikanischen Interessen f&#252;r die Erschaffung eines Lagers, das als Bollwerk gegen ISIS dienen kann, sehr real und die Verschw&#246;rungstheorien aller M&#246;chtegern-Michael-Moores &#252;ber die amerikanische Unterst&#252;tzung des Aufstiegs des radikalen Islams und Al-Qaida&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe z.B. &#034;Operation Isis, the Target Is China&#034;, Il Manifesto, 16-9-2014.&#034; id=&#034;nh4-22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; erkl&#228;ren nichts: Sogar abgesehen von der Frage der Kontrolle &#252;ber &#214;l und Gas gehen die theatralischen Exekutionen westlicher Gefangenen in &#8222;Guantanamo&#8220;-Anz&#252;gen durch den IS weiter, was Obama nicht &#252;bersehen hat. Nat&#252;rlich ist die Zeit des 11. Septembers und George W. Bush schon lange hinter uns, doch das gegenw&#228;rtige Niveau an Verwirrung in internationalen Beziehungen gen&#252;gt selbstverst&#228;ndlich nicht, um die milit&#228;rische Intervention einer von den USA angef&#252;hrten Koalition zu verhindern &#8211; mit viel &#8222;Menschenrecht&#8220; als Legitimation. Versteht man erst mal, dass die prinzipiellen s&#228;kularen Kr&#228;fte in der Region das syrische Regime und die &#8222;Kurden&#8220; sind, k&#246;nnten zuk&#252;nftige Szenarien trotz ihrer gegenseitigen Feindschaft &#252;berraschend sein&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#034;USA with Iran Turkey and the Kurds, the Strange Alliances against (...)&#034; id=&#034;nh4-23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es muss klar gesagt werden, dass das, was bl&#252;ht, ein &#8222;jugoslawisches&#8220; Szenario eines grausamen B&#252;rgerkriegs mit vom Himmel fallenden &#8222;Menschenrechten&#8220; ist. Wenn so etwas Realit&#228;t wird, ist die Frage, was daraus resultieren k&#246;nnte: eine Umgestaltung der Staatsgrenzen im Mittleren Osten (mit der m&#246;glichen Erschaffung eines kurdischen Staates) oder zunehmendes Chaos ohne den Horizont (zumindest bis jetzt) eines revolution&#228;ren Auswegs? Die blosse Existenz der PKK und die energische Opposition der T&#252;rkei gegen die Autonomie der Kurden gelten als wichtigste Gegentendenzen zur ersten der beiden M&#246;glichkeiten. Doch ist es tats&#228;chlich so? Und falls ja, weshalb? Einmal mehr ist unsere Antwort negativ; wir werden die Gr&#252;nde daf&#252;r in der n&#228;chsten Sektion erkl&#228;ren. Jegliche &#8222;L&#246;sung&#8220; &#8211; sei sie revolution&#228;r oder konterrevolution&#228;r &#8211; wird auf jeden Fall strikt endogen geographisch auf den Kontext des Mittleren Ostens beschr&#228;nkt sein, w&#228;hrend neue und andauernde Grenzverschiebungen nur in einem Kontext einer weiteren Expansion der Restrukturierung der kapitalistischen Produktionsweise geschehen k&#246;nnen, wof&#252;r es im Moment nur einige vage Hinweise gibt. Doch diese andere Alternative h&#228;ngt nicht weniger von Ereignissen woanders ab (wir werden darauf zur&#252;ckkommen). Einige glauben, dass dieser Krieg, der erst angefangen hat, m&#246;glicherweise viele Jahre dauern wird. Unserer Meinung nach wird er, in der Kontinuit&#228;t des instabilen oder d&#252;steren Ausgangs des Arabischen Fr&#252;hlings (&#196;gypten, Tunesien und, etwas weniger, Libyen), eine Periode &lt;i&gt;systemischen Langzeitchaos&lt;/i&gt; definieren:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Die drei langfristigen geopolitischen Prognosen von Giovanni Arrighi, welche er in &lt;i&gt;The Long Twentieth Century&lt;/i&gt; skizzierte, bestehen darin, dass die Flucht nach vorne in einen finanzialisierten Neoliberalismus nur eine kurze Verl&#228;ngerung der amerikanischen Hegemonie bringen wird und dass sich dann entweder ein vom Westen verwaltetes globales Imperium, eine in den Osten neigende weltweite Marktgesellschaft oder langfristiges systemisches Chaos ergibt. Eine vollst&#228;ndige Version der ersten M&#246;glichkeit kann wahrscheinlich ausgeschlossen werden. [&#8230;] Die Entstehung eines neuen hegemonischen Zentrums scheint ebenfalls unwahrscheinlich. [&#8230;] Der wahrscheinlichste Ausgang ist eine Kombination der ersten und der dritten M&#246;glichkeit: ein Konzert der M&#228;chte zur Aufschiebung von Finanzkollapsen, welches jedoch unf&#228;hig ist, einen &#220;bergang zu einer neuen Phase nachhaltiger kapitalistischer Entwicklung zu orchestrieren. Wir treten in eine Periode ergebnisloser K&#228;mpfe zwischen einem geschw&#228;chten Kapitalismus und zerstreuten Oppositionskr&#228;ften innerhalb delegitimierter und bankrotter politischer Ordnungen ein.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gopal Balakrishnan, &#034;Speculations on the Stationary State&#034; in New Left (...)&#034; id=&#034;nh4-24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die &#8222;libert&#228;re&#8220; Wende der PKK&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hamit Bozarslan beschreibt folgendermassen die entstandene Verwirrung im Milieu der pro-kurdischen Militanz in den letzten zehn Jahren mit den Ver&#228;nderungen, welche wir in der letzten Sektion zu beschreiben versuchten:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Alles deutet darauf hin, dass der kurdische Konflikt erneut das Ende eines historischen Zyklus erreicht, welches durch seine eigenen Formen der Vergesellschaftung, des Ausdrucks, der Militanz und sogar seine eigenen Formen der Gewalt charakterisiert ist. Das Ph&#228;nomen ist nicht neu. In den 1960er Jahren machte eine ganze Generation von vom Westen inspirierten K&#228;mpfern, von welchen einige schon seit den 1920er Jahren aktiv gewesen waren, einer neuen Generation von K&#228;mpfern Platz, welche sich in ihrer &#252;berw&#228;ltigenden Mehrheit mit der Linken identifizierte. Das Scheitern der Revolte von Mustafa Barzani im Irak (1961-1975) &#8211; sowohl ein Moment des Bruches, als auch der &#220;bermittlung zwischen Generationen &#8211; gab hingegen den Anstoss f&#252;r neue Akteure, die PUK (Patriotische Union Kurdistans) im Irak, Komala (Gruppierung) im Iran und die Speerspitze des bewaffneten Kampfes, die PKK, in der T&#252;rkei. [&#8230;] Gegenw&#228;rtig halten diese alten K&#228;mpfer, bewaffnet mit einer im Verlauf vergangener K&#228;mpfe erlangten Legitimit&#228;t, welche nun an ihr Ende kommt, immer noch Schl&#252;sselpositionen im irakischen Kurdistan, doch sie tragen nun die Kleider von Politikern oder Politikerinnen, B&#252;rokraten oder B&#252;rokratinnen oder sogar jene von Unternehmern oder Unternehmerinnen. [&#8230;] Trotz Unterschieden je nach Situation in den jeweiligen L&#228;ndern blieb alle kurdische Militanz des vorhergehenden Zyklus in der Linken verankert, im Gegensatz zu anderen Protesterfahrungen im Mittleren Osten nach 1979, welche weitgehend mit dem Islamismus verbunden waren. Mittlerweile wirkt sich der Fall der Berliner Mauer auch auf Kurdistan aus, wenn auch mit einer Versp&#228;tung von zwei Jahrzehnten, und kreiert ein eigenartiges Gef&#252;hl der Leere. Wenn auch der Konflikt weiterhin von einem kurdischen Nationalismus gen&#228;hrt wird, der immer noch f&#228;hig ist, durch seine Symbole und seine historischen und geographischen Repr&#228;sentationen zu mobilisieren, sind sie doch nicht mehr l&#228;nger f&#228;hig, einen partikularistischen Kampf mit einem Diskurs und einer universalen Symbolik zu rechtfertigen, welche f&#228;hig sind, &#252;ber ihn hinauszugehen und ihm Sinn zu geben.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Hamit Bozarslan, Conflit kurde. Le brasier oubli&#233; du Moyen-Orient, Ed. (...)&#034; id=&#034;nh4-25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die Wende der PKK &#8211; d.h. die Absage an die Perspektive eines unabh&#228;ngigen kurdischen Staates, welche eindeutig im von Bozarslan skizzierten Kontext zu sehen ist &#8211; ist eine Reaktion auf drei verschiedene Bed&#252;rfnisse: 1) die Anerkennung einer Sachlage: die Obsoleszenz eines &#8222;Nationalismus von unten&#8220;; 2) der negative Ausgang der Guerilla-Strategie, symbolisiert durch die Verhaftung von Abdullah &#214;calan in Nairobi 1999; 3) die gesellschaftlichen Ver&#228;nderungen im historischen Kurdistan in den letzten 25 Jahren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was den ersten Punkt betrifft, kann die Obsoleszenz des &#8222;Nationalismus von unten&#8220; angesichts der kapitalistischen Restrukturierung (wie weiter oben suggeriert) erkl&#228;rt werden, doch noch prosaischer kann gesagt werden, dass es eine Tatsache ist, dass mit dem Ende der UdSSR der Hauptsponsor dieser Nationalismen nicht mehr existierte. In der zweigeteilten Welt nach 1945 konnten &#8211; auf unterschiedliche, aber koh&#228;rente Art und Weise &#8211; das Verlangen nach Unabh&#228;ngigkeit der &#8222;beherrschten Nationen&#8220; und Versuche, einen auf sich selbst bezogenen Kapitalismus in schon formell unabh&#228;ngigen Drittweltstaaten zu entwickeln, welche jedoch an der &#8222;Entwicklung der Unterentwicklung&#8220; litten (im Rahmen welcher eine mit dem Westen zusammenarbeitende Bourgeoisie den imperialistischen M&#228;chten billiges Rohmaterial verkauft, um ihren Konsum zu finanzieren, statt in die Industrie zu investieren und eine sie unterst&#252;tzende Binnennachfrage zu kreieren), nicht realisiert (oder nur schon aufgebaut) werden ausser unter der &#196;gide irgendeines sozialistischen Mutterlandes und mit Hilfe seiner langfristigen Kredite mit sehr tiefen Zinss&#228;tzen. Das Ungl&#252;ck (und auch die Dynamik) des kurdischen Nationalismus ist die Tatsache, ohne &#8222;Heilige im Himmel&#8220; da zu stehen, denn die Forderung nach einem unabh&#228;ngigen Kurdistan war gleichbedeutend mit der Tatsache, dem Star des von der UdSSR gesponserten Anti-Imperialismus auf die F&#252;sse zu treten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was den zweiten Punkt betrifft, lohnt es sich, sich zu erinnern wie &#214;calan, lange vor seiner Verhaftung 1999, eine &#8222;politische L&#246;sung&#8220; suchen wollte, welche schon damals einer Relativierung der historischen Forderung der Unabh&#228;ngigkeit gleichkam. Damit hoffte er, sich den &#8222;Imperialisten&#8220; der Europ&#228;ischen Union anbiedern zu k&#246;nnen, doch diese wiesen seine Avancen zur&#252;ck und erlaubten schliesslich seine Verhaftung. Der Ausgang von &#214;calans europ&#228;ischer Pilgerfahrt wurde von der ganzen kurdischen nationalistischen Bewegung als historische Niederlage wahrgenommen und verursachte u.a. einen substantiellen Verlust an K&#228;mpfern. Man muss hinzuf&#252;gen, dass die &#8222;spirituelle Krise&#8220; der PKK verbunden ist mit der Kooption der DPK von Masud Barzani in einen pro-amerikanischen Dunstkreis, und nicht wenige hoffen, dass ein solches B&#252;ndnis schliesslich mit diplomatischen Mitteln erreicht, was die PKK durch Guerillakampf und &#8222;Marxismus&#8220; nie erlangen konnte. Die durch die amerikanische Gunst ausgel&#246;sten Hoffnungen sind allerdings alles andere als ungerechtfertigt. Obwohl die Erschaffung eines kurdischen Staates nicht auf der Tagesordnung zu stehen scheint, gibt es im Kontext der Strategiestudien der amerikanischen Armee eine ausf&#252;hrliche Debatte &#252;ber die Perspektive, den Kurden einen unabh&#228;ngigen Staat zu geben (siehe Anhang).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was die rein gesellschaftlichen Ver&#228;nderungen &#252;berall im historischen Kurdistan betrifft, eignet sich der Kontext der 2000er Jahre, obwohl es in Mode ist, die Dynamiken des kurdischen Raums so darzustellen, als ob sie in einer Art exotischem, bergigem Mikroklima geschehen w&#252;rden, denkbar schlecht zu einem Vergleich mit fr&#252;heren Perioden.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Kurdischer Protest spielt sich mittlerweile in einer weitgehend urbanisierten Zone ab. Die l&#228;ndliche Landschaft, mit welcher die Kurden sowohl in ihrer allt&#228;glichen Realit&#228;t als auch in der orientalistischen Vorstellung stark assoziiert wurden, ist so gut wie verschwunden [&#8230;]. Im irakischen Kurdistan, wo kurdische D&#246;rfer w&#228;hrend den 1980er Jahren massenweise vom Regime von Saddam Hussein zerst&#246;rt wurden, leben nun drei Viertel der Bev&#246;lkerung in den drei gr&#246;ssten St&#228;dten, Erbil &#8211; die Hauptstadt &#8211;, Dohul und Sulaymaniyah. [&#8230;] In Syrien hat sich der Kern der kurdischen Politik schon immer auf die St&#228;dte konzentriert und die Intelligenzia und die Jugend stehen mehr denn je im Rampenlicht. &#196;hnlich verh&#228;lt es sich im Iran, obwohl die Macht niemals eine Politik vors&#228;tzlicher Zerst&#246;rung der l&#228;ndlichen kurdischen Zonen angewendet hat, hat sich das demographische und politische Gewicht l&#228;ndlicher Zonen zu Gunsten von einem Dutzend von St&#228;dten verringert, welche in wirtschaftlicher Hinsicht zu den am wenigsten entwickelten geh&#246;ren, doch durch eine grosse Vitalit&#228;t charakterisiert sind. W&#228;hrend die meisten kurdischen St&#228;dte im Iran zwischen 100 000 und 150 000 Einwohner haben, hat Urmia fast 600 000. Die selbe Dynamik kann in der T&#252;rkei beobachtet werden, wo das Stammesph&#228;nomen des fr&#252;heren kurdischen Widerstands derart offensichtlich war. [&#8230;] Ein anderes Element, das viel klarer ist als in der Vergangenheit, betrifft das Gewicht innerer Diasporas in jedem dieser L&#228;nder. Obwohl Bagdad aus offensichtlichen Gr&#252;nden kein Ort kurdischer Konzentration mehr ist, dehnen andere Haupt- oder grosse St&#228;dte den kurdischen Raum weit &#252;ber das historische Kurdistan aus: Istanbul &#8211; die Heimat von Millionen von Kurden &#8211; und ein halbes Dutzend anderer t&#252;rkischer St&#228;dte, Aleppo und Damaskus, wo ungef&#228;hr 600 000 leben, oder einmal mehr Teheran. [&#8230;] Schliesslich, wenn auch die Pr&#228;senz von mehr als einer Million Kurden in Europa nichts Neues ist, so hat sich diese andere Diaspora, die sich stark von dem unterschied, was in der Sowjetunion oder in der arabischen Welt und speziell im Libanon existierte, stark ver&#228;ndert [&#8230;], Pops&#228;nger oder Ingenieure, Restaurantbesitzer oder unqualifizierte Arbeiter pflegen nach wie vor eine pro-kurdische Loyalit&#228;t, die Kontrolle einer politischen Organisation &#252;ber ihr allt&#228;gliches Leben akzeptieren sie jedoch nicht mehr.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd. S. 20-22.&#034; id=&#034;nh4-26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Der zunehmende Erfolg der T&#252;rkei als &#8222;aufstrebende&#8220; Wirtschaft einerseits und der &#214;lrausch des Mittleren Ostens andererseits kreieren eine Diskrepanz zwischen einem armen, aber sich entwickelnden st&#228;dtischen Kurdistan und einem verfallenden l&#228;ndlichen und bergigen Kurdistan. W&#228;hrend den 1990er Jahren f&#252;hrte das die PKK dazu, immer mehr ein Ausdruck und Vermittler letzteres zu sein und ersteres anderen Kr&#228;ften zu &#252;berlassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In dieser Hinsicht ist es klar, dass die angebliche &#8222;libert&#228;re&#8220; Wende der PKK nicht die &lt;i&gt;endlich offenbarte Wahrheit&lt;/i&gt; ist, welche sich jede soziale Bewegung aneignen sollte. Viel mehr ist sie eine Antwort auf spezifische Probleme, n&#228;mlich: 1) ein Problem der &#8222;historischen Legitimit&#228;t&#8220;, verbunden mit dem Niedergang traditioneller marxistisch-leninistischer Guerillas oder Modelle f&#252;r die Dritte Welt; 2) eine Frage der &#8222;ideologischen Rechtfertigung&#8220; in Anbetracht einer eindeutigen historischen Niederlage; 3) eine Frage der &#8222;kulturellen Anpassung&#8220; an einen neuen gesellschaftlichen Kontext. &lt;i&gt;Deshalb versuchte die PKK, an der Bewegung gegen die &lt;/i&gt;&lt;i&gt;Globalisierung anzuschliessen&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;In einem k&#252;rzlich erschienenen Artikel mit dem Titel &#034;Is Kobane alone?&#034; (...)&#034; id=&#034;nh4-27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die &#8222;Bewegung der Bewegungen&#8220;, das &#8222;Volk von Seattle&#8220; gab &#214;calan und seinen Gef&#228;hrten alles notwendige R&#252;stzeug zur Durchf&#252;hrung der durch die Situation auferlegten theoretischen und organisatorischen Erneuerung, nicht zuletzt in Begriffen, welche eine &lt;i&gt;nach wie vor an der nationalen Befreiung orientierte&lt;/i&gt; Perspektive artikulieren, obwohl sie auf die Aussicht eines unabh&#228;ngigen kurdischen Staates verzichtet. Von ihrer neuen theoretischen Inspirationsquelle &#252;bernimmt die PKK sowohl St&#228;rken, wie auch Schw&#228;chen. Zu ersteren geh&#246;ren: die tats&#228;chlich mobilisierende Rhetorik, welche die hier und jetzt zu verwirklichenden Ver&#228;nderungen hervorhebt, die Berufung auf die Ethik, die Hierarchiekritik, das Lob der Horizontalit&#228;t, einen theoretischen Eklektizismus (&#214;kologie, Feminismus usw.), welcher einheitliche, zu stark nach &#8222;Marxismus&#8220; riechende Synthesen ablehnt; zu letzteren ein Beharren auf Selbstverwaltung und Autonomie, welches eine programmatische Leere kaschiert: Die j&#252;ngsten Schriften von &#214;calan, welche ins Englische &#252;bersetzt wurden, &#034;Democratic Confederalism&#034; und &#034;War and Peace in Kurdistan&#034;, enthalten allgemeine Aufrufe f&#252;r eine gerechtere Verteilung des Wohlstands, doch abgesehen davon sucht man die sozialen Massnahmen vergeblich, welche die PKK ergreifen will, wenn die hypothetische demokratische Konf&#246;deration tats&#228;chlich davor steht, das Licht der Welt zu erblicken. In ihrer gesellschaftlichen Basis, dem Handlungskontext und den theoretischen Bez&#252;gen &#228;hnelt die PKK immer mehr einer Art EZLN des Mittleren Ostens. Doch einmal mehr ist die PKK sp&#228;t dran: Der Wendepunkt zum demokratischen Konf&#246;deralismus war offiziell 2002; die sich in Revolten verwandelnden Proteste in Genua 2001 markierten schon den Beginn eines langsamen Niedergangs der Bewegung gegen die Globalisierung. Woran sollte man sich nun orientieren? Wem sich zuwenden? Eine marginale, von Osman &#214;calan (dem Bruder von Abdullah) angef&#252;hrte Fraktion hatte die Antwort: den USA. Ihrerseits hielt es die USA f&#252;r wichtig genug, einen kurdischen Bauern auf dem irakischen Schachbrett zu haben, um die &#214;ffnung eines Kommunikationskanals mit der PKK in Betracht zu ziehen. Es war ein potenziell fruchtbarer Austausch f&#252;r beide: Einerseits w&#252;rde die PKK sich den Anstrengungen f&#252;r die &#8222;Demokratisierung&#8220; der Region anschliessen und den innerkurdischen Konflikt beenden, andererseits w&#252;rden die USA alles tun, um die Restriktionen gegen die internationale Aktivit&#228;t der PKK aufzuheben, und Druck machen zur Verbesserung der Haftbedingungen von Abdullah &#214;calan. Osman &#214;calan best&#228;tigte die Existenz von Kontakten zwischen der PKK und den USA &#8222;auf lokaler Ebene&#8220;: &#8222;Dank unserer Organisation nahestehenden Vermittlern wurden inoffizielle Treffen mit einigen amerikanischen Beamten hergestellt. Es gab einige Formen gegenseitiger Anerkennung. Die Amerikaner wollen die Sympathie der Kurden gewinnen; unsererseits m&#246;chten wir zusammen mit den USA eine L&#246;sung finden. Wir haben nicht mit dem Regime von Saddam Hussein kollaboriert und standen amerikanischen Interessen nie im Wege, w&#228;hrend die Amerikaner den Kurden viel B&#246;ses angetan haben; wir kennen ihre Rolle in der Verhaftung von &#214;calan.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Courrier International, 23.-29. Oktober 2003.&#034; id=&#034;nh4-28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Die notwendige Haltung gegen&#252;ber den USA f&#252;hrte 2004 zu einer regelrechten Spaltung: Die Fraktion von Osman &#214;calan spaltete sich ab und gr&#252;ndete die offen proamerikanische PWD (Popul&#228;r-Demokratische Partei): &#8222;Die Organisation betrachtet die USA nicht als eine Kolonialmacht, sondern als jenes Land, welches die Kurden rettete. [&#8230;] Um ihre Unterst&#252;tzung f&#252;r die USA klarer zu betonen, wird die PWD am 7. November 2004 einen Brief an Pr&#228;sident George W. Bush senden, um ihm zu seiner Wiederwahl zu gratulieren.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Sabri Cigerli &amp; Didier Le Saout, op. cit., S. 381.&#034; id=&#034;nh4-29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Wir erw&#228;hnen solche Anekdoten nicht, um zu suggerieren, es gebe einen Masterplan oder eine Verschw&#246;rung, welche aus der PKK nur einen weiteren geheimen B&#252;ndnispartner der USA machen w&#252;rde. Doch es ist unbedingt notwendig, folgendes zu unterstreichen: 1) die Ambivalenz und die tastende Entwicklung, welche die PKK schon immer charakterisiert haben; 2) die Tatsache, dass, falls sich die Hypothese eines unabh&#228;ngigen Kurdistans materialisiert, die PKK in der misslichen Position w&#228;re, zwischen der Beteiligung an der Operation gegen ihren Willen oder dem Risiko weiterer Marginalisierung und dem Beginn einer neuen Folge blutiger innerkurdischer Konflikte w&#228;hlen zu m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir schliessen diese Sektion mit einer &#220;berlegung zu den &lt;i&gt;Hintergr&#252;nden&lt;/i&gt;. Zumindest seit den Staatsstreichen der Baath-Partei in Syrien (1966) und im Irak (1968) liegt die subversive Seite der kurdischen Frage in ihrem Charakter als lebendiger Protest gegen die imperialistische Zerst&#252;ckelung des Mittleren Ostens und gleichzeitig gegen den pro-sowjetischen Anti-Imperialismus, der behauptete, sich dieser entgegenzustellen. Was gegenw&#228;rtig geschieht, zeigt uns einmal mehr, dass ein vollst&#228;ndiger historischer Zyklus zu seinem Ende gekommen ist und alle seine inneren M&#246;glichkeiten ausgesch&#246;pft hat, jene der &#8222;vollen Unterst&#252;tzung des Rechts auf Selbstbestimmung der unterdr&#252;ckten V&#246;lker (bis hin zum Recht auf Abtrennung und die Niederlage seines &#8222;eigenen&#8220; Landes) &lt;i&gt;f&#252;r einen spezifisch proletarischen Zweck und mit einer spezifisch proletarischen Strategie&lt;/i&gt;.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;With the Proletariat and Revolutionary Workers of Kurdistan, op. cit.&#034; id=&#034;nh4-30&#034;&gt;30&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Keine sozio-historische Bestimmung oder kommunitaristische Pr&#228;misse stellt ein Hindernis f&#252;r die Entwicklung an sich mehr dar. Die nationale Frage besteht weiterhin, doch allen voran als Problem f&#252;r das Kapital: Die kommunistische Revolution wird sie nur &lt;i&gt;auf ihrer eigenen Grundlage&lt;/i&gt; l&#246;sen. Sonst wird es die Konterrevolution auf ihre Art und Weise tun und schliesslich auf nationale Forderungen eingehen oder die gewaltsame Umsiedlung oder Vernichtung der betreffenden Bev&#246;lkerung organisieren. &#8222;Das kurdische Volk ist weitgehend &#8222;internationalisiert&#8220; [&#8230;] Millionen von kurdischen Arbeitern arbeiten in Fabriken und Feldern der entwickelten westlichen L&#228;nder. Sie haben mit dem westlichen Proletariat gek&#228;mpft und die meisten davon heftig, da sie nichts zu verlieren hatten. F&#252;r diese Millionen, welche Bedingungen erlebt haben, welche reif waren f&#252;r die proletarische Revolution, w&#228;re eine R&#252;ckkehr zu den Bedingungen eines &#8222;b&#252;rgerlichen nationalen Befreiungskampfes&#8220; ein gigantischer Schritt zur&#252;ck.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Quaderni internazionalisti, &#034;What Revolution for Kurdistan?&#034;, Flyer, 1999, (...)&#034; id=&#034;nh4-31&#034;&gt;31&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Das ist wahr, und es ist auch wahr f&#252;r jene kurdischen Proletarier, welche nicht &#8222;internationalisiert&#8220; sind, doch nur vom Standpunkt der Aufhebung der Klassen aus, d.h. &#8222;der Bewegung, welche aufhebt&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#8222;Die Bewegung, welche aufhebt...&#8220;: das Lokale, das Nationale, das Globale&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein breites Mosaik an Bewegungen &#8211; welche bewaffnet oder unbewaffnet sind und von sozialem Banditentum bis zur organisierten Guerilla-Aktivit&#228;t reichen &#8211; agieren in den elendsten Zonen der globalen kapitalistischen M&#252;llhalde und haben &#228;hnliche Z&#252;ge wie die gegenw&#228;rtige PKK. Auf die eine oder andere Art versuchen sie, gegen die Zerst&#246;rung ohnehin schon marginaler Subsistenzwirtschaften, die Pl&#252;nderung nat&#252;rlicher Rohstoffe, die lokale Bergbauindustrie oder die Aufzwingung kapitalistischen Landeigentums, welches Zugang und/oder Gebrauch begrenzt oder verhindert, Widerstand zu leisten. Als Beispiele k&#246;nnen wir wahllos F&#228;lle von Piraterie im Meer von Somalia, MEND in Nigeria, die Naxaliten in Indien, die Mapuche in Chile erw&#228;hnen. Obwohl die Diskurse und Kampfformen dieser Bewegungen nicht blosse Epiph&#228;nomene sind, ist es wesentlich, ihren gemeinsamen Inhalt zu erfassen: &lt;i&gt;Selbstverteidigung&lt;/i&gt;. Eine Selbstverteidigung, die wom&#246;glich auch als lebensnotwendig betrachtet werden k&#246;nnte, wobei sie sich &lt;i&gt;in ihrem Wesen&lt;/i&gt; nicht von dem &lt;i&gt;unterscheidet&lt;/i&gt;, was in jedem Arbeitskampf ausgedr&#252;ckt wird, welche zum Ziel hat, die L&#246;hne oder Arbeitsbedingungen der dort Arbeitenden zu sch&#252;tzen. Genau wie es ein Taschenspielertrick w&#228;re, einen wenn auch sehr heftigen und breiten Lohnkampf als &#8222;revolution&#228;re Bewegung&#8220; darzustellen, so ist es genauso abwegig, dieser Art von Selbstverteidigung, welche von solchen ersch&#246;pften Bev&#246;lkerungen praktiziert wird, einen inh&#228;renten revolution&#228;ren Sinn zu geben. Diese Art von Zaubertrick kann nat&#252;rlich gut funktionieren, wenn man sich auf &lt;i&gt;Moral&lt;/i&gt; beruft, d.h. indem man den &#8222;privilegierten Abendl&#228;nder&#8220; einerseits die zur Revolution bereiten &#8222;Verdammten der Erde&#8220; andererseits entgegenstellt. Doch solch gebrauchter Anti-Imperialismus zeigt sich schon sehr schnell als abgenutzt. Ob es uns gef&#228;llt oder nicht, wir k&#246;nnen nicht vergessen, dass diese nicht in einem mutmasslichen aber inexistenten Raum &lt;i&gt;ausserhalb&lt;/i&gt; der Wertproduktion und -zirkulation situiert sind, sondern &lt;i&gt;an ihren R&#228;ndern&lt;/i&gt;, und manchmal verteidigen sie &lt;i&gt;kleine alte Welten&lt;/i&gt; (angestammte Br&#228;uche usw.), welche von kapitalistischen gesellschaftlichen Beziehungen zerst&#246;rt werden oder schon lange umgestaltet worden sind. Doch man kann nicht gleichzeitig die kommunistische Revolution und die Erhaltung kleiner alter Welten bef&#252;rworten; denn, wenn es auch stimmen mag, dass der Kapitalismus sie destabilisiert, so w&#252;rde seine revolution&#228;re Zerst&#246;rung dies bestimmt auch tun. Gleichzeitig hat es keinen Sinn, sich auf die Seite der kapitalistischen Zerst&#246;rung zu stellen: Wir denken, dass diese Bewegungen von der praktischen Bewegung der Zerst&#246;rung des Kapitals (nicht ohne Konflikt) einbezogen und/oder absorbiert werden m&#252;ssen und dass das weder durch politische Intrigen (leninistische oder demokratische B&#252;ndnisse), noch durch zwischenstufliche Massnahmen geschehen kann, die zum Ziel haben, die vom Kapital vorangetriebene erzwungene Proletarisierung zu vertiefen. Dennoch kann dieser Prozess nur vom &lt;i&gt;Herz der Produktionsweise&lt;/i&gt; ausgehen (was nicht notwendigerweise &#8222;vom Westen&#8220; bedeutet). Wir k&#246;nnen die &lt;i&gt;stets&lt;/i&gt; globale Ausbreitung des kapitalistischen Systems und seine Hierarchie nicht ignorieren: Genau wie ein Verk&#228;ufer, ein Lehrer und ein Fabrikarbeiter &#8211; obwohl sie alle Lohnarbeiter sind &#8211; nicht die gleiche F&#228;higkeit haben, die Mehrwertproduktion zu beeintr&#228;chtigen, so hat auch eine aufst&#228;ndische Krise nicht die gleichen Entfaltungsm&#246;glichkeiten und Konsequenzen auf der Weltb&#252;hne, wenn sie in Kasachstan oder Deutschland stattfindet (die Frage, wo sich das &#8222;schw&#228;chste Glied&#8220; befindet, ist nach wie vor sehr pr&#228;sent).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die einzige lokale soziale Krise, welche tats&#228;chlich &lt;i&gt;ank&#252;ndigte&lt;/i&gt;, was ein revolution&#228;rer Prozess &lt;i&gt;heutzutage&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;die Unm&#246;glichkeit der Reproduktion kapitalistischer Verh&#228;ltnisse&lt;/i&gt; sein k&#246;nnten, war Argentinien 2001: ein grosses Land (nicht wie Griechenland 2008), industrialisiert, relativ &#8222;entwickelt&#8220;, welches sich von einem Tag auf den anderen als Resultat einer monet&#228;ren Krise auf der Schwelle des Kollapses wiederfand. Dort, in der Bewegung, welche auf den Zusammenbruch folgte, enth&#252;llten alle Formen der Selbstbestimmung (Selbstorganisation, Autonomie, Selbstverwaltung) ihren rein defensiven Charakter, denn man organisiert sich stets &lt;i&gt;selbst&lt;/i&gt; auf der Grundlage dessen, was man ist in der kapitalistischen Produktionsweise (Arbeiter dieser oder jener Firma, Bewohner dieses oder jenes Quartiers usw.), w&#228;hrend das Verlassen des defensiven Terrains (&#8222;Forderungen&#8220;) mit der Tatsache zusammenf&#228;llt, dass sich all diese Subjekte gegenseitig durchdringen und dass die Unterscheidungen nicht mehr weiter existieren, da das sie strukturierende Kapital-Lohnarbeits-Verh&#228;ltnis zu zerfallen beginnt. Dies gilt auf allen Ebenen, auch auf einer globalen: Eine allgemeine soziale Krise ist nicht die Summe lokaler Krisen, welche parallel verlaufen, ohne sich zu ber&#252;hren. Wenn die aufst&#228;ndische oder vor-aufst&#228;ndische Krise einen gewissen Grad der Ausbreitung erreicht, sind die Aufst&#228;ndischen in einem gegebenen Land gezwungen &#8211; durch die blosse Notwendigkeit, den Kampf weiterzuf&#252;hren &#8211; Unterst&#252;tzung jenseits nationaler Grenzen zu suchen oder sich in Massen ausserhalb dieser Grenzen zu bewegen (oder zu zerstreuen...), um den Aufstand woanders zu unterst&#252;tzen. Auf diese Art und Weise &#8211; &lt;i&gt;materiell&lt;/i&gt;, und nicht auf der Grundlage abstrakter Berufungen auf den Internationalismus &#8211; zerst&#246;rt die kommunistische Revolution Trennungen und vereinigt die Menschheit. Kommunismus kann nicht eine auf den ganzen Planeten ausgeweitete &#8222;demokratische Konf&#246;deration&#8220; sein, aus dem einfachen Grund, dass die Konf&#246;deration nach wie vor die Nation als f&#246;derierendes Subjekt voraussetzt. &lt;i&gt;Unsere Heimat ist die ganze Welt&lt;/i&gt;, nat&#252;rlich, doch auch dort bleibt ein Kurde ein Kurde und ein Typ aus den S&#252;dstaaten ein Redneck. Es bleibt eine simple Nebeneinanderstellung von Unterschieden &lt;i&gt;und das ist immer noch nicht genug&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Anbetracht des Bankrotts des Marxismus und des realen Sozialismus ist es ausser Mode geraten, die Entwicklung der Produktivkr&#228;fte zu zelebrieren, w&#228;hrend eine Art anti-produktivistische Ideologie &#8211; das Spiegelbild davon &#8211; die Oberhand in der Arena der &#8222;antikapitalistischen Kritik&#8220; gewonnen hat. Doch die Zelebration von partikularistischen Bewegungen dr&#252;ckt einen begrifflichen Widerspruch aus, wenn man die Perspektive des zelebrierenden Beobachters ber&#252;cksichtigt, welcher hingegen &#8211; da er sie im allgemeinen am anderen Ende der Welt suchen muss &#8211; alles andere als partikularistisch ist. Es ist der Widerspruch des Anthropologen, welcher sich aufmacht, die Bewohner der Trobriand-Inseln zu studieren und behauptet, es sei nicht der Imperialismus, welcher ihn dorthin gebracht habe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die historische Bedeutung des Kapitals liegt nicht in der Entwicklung der Produktivkr&#228;fte, sondern in der Erschaffung einer &lt;i&gt;verflochtenen Welt&lt;/i&gt;. In der ber&#252;hmten Passage in &lt;i&gt;Die deutsche Ideologie&lt;/i&gt; &#252;ber &#8222;die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt&#8220; zelebriert Marx den Anbruch einer von der kapitalistischen Produktionsweise hervorgebrachten &lt;i&gt;Weltgeschichte&lt;/i&gt; und f&#252;gt hinzu: &#8222;Ohne dies k&#246;nnte 1. der Kommunismus nur als eine Lokalit&#228;t existieren, 2. die M&#228;chte des Verkehrs selbst h&#228;tten sich als &lt;i&gt;universelle&lt;/i&gt; [...] M&#228;chte nicht entwickeln k&#246;nnen, [...] und 3. w&#252;rde jede Erweiterung des Verkehrs den lokalen Kommunismus aufheben. Der Kommunismus ist empirisch nur als die Tat der herrschenden V&#246;lker &#034;auf einmal und gleichzeitig m&#246;glich&#8220;. In diesem Sinn ist die Frage &#8211; ausser man glaubt, &#8222;Anarchie in einem Land&#8220; sei m&#246;glich, so wie einige Sozialismus in einem Land machen wollten &#8211; ob die PKK, die EZLN oder jede andere Organisation &#8222;revolution&#228;r&#8220; ist oder nicht, ein falsches Problem. Keine organisatorische Kontinuit&#228;t zwischen gegenw&#228;rtigen K&#228;mpfen und der Revolution ist vorstellbar, aus dem einfachen Grund, dass &lt;i&gt;das zu organisierende Subjekt nicht gleich sein wird&lt;/i&gt;. Das Problem ist ein ganz anderes, n&#228;mlich zu verstehen, welche widerspr&#252;chlichen Dynamiken eine gegebene gesellschaftliche Realit&#228;t oder ein gegebener Kampf beinhalten k&#246;nnte &#8211; wovon diese oder jene Organisation am besten eine &lt;i&gt;Formalisierung&lt;/i&gt; sein kann &#8211; und welche Br&#252;che daraus entstehen k&#246;nnten. Das sind die Bedingungen des Problems. &lt;i&gt;Hic Rhodus, hic salta!&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Anhang&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Zukunft des Mittleren Ostens gem&#228;ss Lt. Col. Ralph Peters&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die deutlichste Ungerechtigkeit in den notorisch ungerechten L&#228;ndern zwischen dem Balkangebirge und dem Himalaja ist die Abwesenheit eines unabh&#228;ngigen kurdischen Staates. Es leben zwischen 27 und 36 Millionen Kurden in benachbarten Regionen des Mittleren Ostens (die Zahlen sind nicht pr&#228;zis, weil kein Staat je eine ehrliche Z&#228;hlung erlaubte). Das ist mehr als die Bev&#246;lkerung des gegenw&#228;rtigen Iraks, sogar die geringere Zahl macht aus den Kurden die gr&#246;sste ethnische Gruppe ohne eigenen Staat. Noch schlimmer ist die Tatsache, dass die Kurden von jeder Regierung unterdr&#252;ckt wurden, welche die H&#252;gel und Berge kontrolliert, wo sie seit Xenophons Tagen leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die USA und ihre Koalitionspartner verpassten eine pr&#228;chtige Gelegenheit, um damit zu beginnen, diese Ungerechtigkeit nach dem Fall von Bagdad zu korrigieren. Als Frankenstein-Monster eines Staates, das aus schlecht zusammenpassenden Teilen zusammen gen&#228;ht ist, h&#228;tte der Irak sofort in drei kleinere Staaten geteilt werden m&#252;ssen. Wir scheiterten aus Feigheit und mangelnder Weitsicht, schikanierten die Kurden, indem wir sie zwangen, die neue irakische Regierung zu unterst&#252;tzen &#8211; was sie wehm&#252;tig tun als Gegenleistung f&#252;r unseren guten Willen. Doch g&#228;be es eine freie Abstimmung, w&#228;re das Ergebnis klar: Fast 100 Prozent der irakischen Kurden w&#252;rden f&#252;r die Unabh&#228;ngigkeit stimmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das gleiche gilt f&#252;r die seit jeher leidenden Kurden der T&#252;rkei, welche Jahrzehnte heftiger milit&#228;rischer Unterdr&#252;ckung und die Abwertung zu &#8222;Bergt&#252;rken&#8220; zur Zerst&#246;rung ihrer Identit&#228;t erduldeten. Obwohl die kurdische Bedr&#228;ngnis durch Ankara im letzten Jahrzehnt etwas nachgelassen hat, intensivierte sich die Repression vor kurzem erneut und der &#246;stliche F&#252;nftel der T&#252;rkei sollte als besetztes Territorium betrachtet werden. Was die Kurden in Syrien und im Iran betrifft, so w&#252;rden sie dem unabh&#228;ngigen kurdischen Staat ebenfalls sofort beitreten, falls sie k&#246;nnten. Die Verweigerung der legitimen Demokratien dieser Welt, sich f&#252;r die kurdische Unabh&#228;ngigkeit einzusetzen ist eine Menschenrechtss&#252;nde, die weit schlimmer ist als die g&#228;ngigen unbeholfenen, geringf&#252;gigen S&#252;nden, welche regelm&#228;ssig unsere Medien in Erregung versetzen. Und &#252;brigens: Ein freies Kurdistan, das von Diyarbakir bis Tabriz reichen w&#252;rde, w&#228;re der pro-westlichste Staat zwischen Bulgarien und Japan.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Auszug aus: Ralph Peters, &#034;Blood Borders&#034;, in Armed Force Journal, Juni 2006.&#034; id=&#034;nh4-32&#034;&gt;32&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://illatocattivo.blogspot.ch/2014/10/questione-curda-stato-islamico-usa-e.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Italienische Originalversion&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://endnotes.org.uk/posts/il-lato-cattivo-the-kurdish-question&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Englische &#220;bersetzung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://dndf.org/?p=13854&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Franz&#246;sische &#220;bersetzung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb4-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;With the Proletariat and Revolutionary Workers of Kurdistan&#8220;, Beilage zu den &lt;i&gt;Quaderni marxisti&lt;/i&gt;, Nr. 3, 1984.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#214;zcan Yilmaz, &lt;i&gt;La Formation de la nation kurde en Turquie&lt;/i&gt;, PUF, Paris, 2013, S. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;i&gt;Kurdistan Devriminin Yolu&lt;/i&gt;, politisches Manifest der Organisation.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Georges Corm, &lt;i&gt;Le Proche-Orient &#233;clat&#233; 1956-2010&lt;/i&gt;, Gallimard, Paris 2010.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Iranisch-kurdische politische Organisation (siehe unten).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mitglied der religi&#246;sen Gruppe der Alawiten, Parteisekret&#228;r der arabisch-sozialistischen (nationalistischen) Baath-Partei und Pr&#228;sident Syriens von 1971 bis 2000; Vater des gegenw&#228;rtigen Pr&#228;sidenten Bashar al-Assad.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#214;zcan Yilmaz, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 144.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Paul White, &lt;i&gt;Primitive Rebels or Revolutionary Modernizers? The Kurdish National Movement in Turkey&lt;/i&gt; (Zed Books, 2000), S. 156.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#214;zcan Yilmaz, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 178.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Sabri Cigerli und Didier Le Saout, &lt;i&gt;&#214;calan et le PKK&lt;/i&gt;, Maisonneuve Larose, Paris 2005, S. 385-386.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Michel Aglietta, Nachwort zu &lt;i&gt;R&#233;gulation et crises du capitalisme&lt;/i&gt;, Odile Jacob 1997, S. 434.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Th&#233;orie Communiste und Alcuni fautori della comunizzazione, &lt;a href=&#034;https://libcom.org/library/fair-amount-killing-middle-east-communiste&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;A Fair Amount of Killing&#034;&lt;/a&gt;, 2004.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ernesto Screpanti, &lt;i&gt;Global Imperialism and the Great Crisis&lt;/i&gt;, Monthly Review Press, 2014, S. 9-10.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Saskia Sassen, &lt;i&gt;Territory, Authority, Rights. From the Medieval to Global Assemblages&lt;/i&gt;, Princeton University Press 2006.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &#034;Why the Working Class Goes to Heaven (and to the Right)&#034;, &lt;i&gt;Il Giornale&lt;/i&gt;, 25/4/2012; &#034;Grillo: the Working Class in Heaven along with the Self-Employed&#034;, &lt;i&gt;La Stampa&lt;/i&gt;, 30/01/2013.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#034;Comment faire la guerre &#224; l'Etat Islamique?&#034;, Homepage von &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;, 21/09/2014, die kursiven Stellen sind von uns.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Valeria Poletti, &lt;i&gt;The Fire in the Middle East, the Unexpected Connections&lt;/i&gt;, 2014, online verf&#252;gbar, S. 113-114, von uns unterstrichen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Valeria Poletti, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Anmerkung der englischen &#220;bersetzer: Ein &lt;a href=&#034;https://www.crisisgroup.org/%7E/media/Files/Middle%20East%20North%20Africa/Iraq%20Syria%20Lebanon/Syria/151-flight-of-icarus-the-pyd-s-precarious-rise-in-syria.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Bericht der ICG&lt;/a&gt; zeigt, dass das Anfang Jahr &#252;berhaupt nicht der Fall war. Die Kantone der PYD waren abh&#228;ngig vom syrischen Staat f&#252;r finanzielle Unterst&#252;tzung, w&#228;hrend die PKK zwischenzeitlich materielle Unterst&#252;tzung vom Iran bekommen hatte.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Homepage der &lt;i&gt;Financial Times&lt;/i&gt;, 18/9/2014.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe z.B. &#034;Operation Isis, the Target Is China&#034;, &lt;i&gt;Il Manifesto&lt;/i&gt;, 16-9-2014.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &#034;USA with Iran Turkey and the Kurds, the Strange Alliances against the Caliph&#034;, &lt;i&gt;La Repubblica&lt;/i&gt;, 2. September 2014.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gopal Balakrishnan, &#034;Speculations on the Stationary State&#034; in &lt;i&gt;New Left Review&lt;/i&gt;, Nr. 59, September-Oktober 2009.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Hamit Bozarslan, &lt;i&gt;Conflit kurde. Le brasier oubli&#233; du Moyen-Orient&lt;/i&gt;, Ed. Autrement, Paris 2009, S. 22-24.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd. S. 20-22.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;In einem k&#252;rzlich erschienenen Artikel mit dem Titel &#034;Is Kobane alone?&#034; zeigt Sandro Mezzadra, dass der Rest der Bewegung gegen die Globalisierung nun die PKK und die YPG n&#252;tzlich finden kann, da sie versuchen, ihren eigenen Phantasien eines Kapitalismus mit menschlichem Antlitz neues Leben einzuhauchen. Dieser ber&#252;hmte Professor aus Bologna erkl&#228;rt, was wir in der Erfahrung der Autonomie in Rojava erkennen m&#252;ssen: &#8222;In Rojava m&#252;ssen wir die Verbindungen mit unserer j&#252;ngsten Geschichte erkennen; wir m&#252;ssen bereit sein, die Echos von Seattle, von Genua, der Zapatisten zu h&#246;ren. Denn diese Echos existieren. Und noch viel mehr m&#252;ssen wir den roten Faden erkennen, der die Aufst&#228;nde 2011 im Maghreb und im Maschrek verbindet und verl&#228;ngert, sich durch die spanische 15M und Occupy, den brasilianischen und t&#252;rkischen Erhebungen letztes Jahr hindurchzieht.&#8220; Es ist somit notwendig, &#8222;diese Form des Kommunismus zu verteidigen, auf die Strasse zu gehen und Seite an Seite mit Kobane und Rojava zu stehen &#8211; und von diesem Punkt aus, auf eine konkrete Art und Weise unseren Widerstand gegen den Krieg neu zu erfinden&#8220;. Den Widerstand gegen den Krieg neu erfinden, nat&#252;rlich, aber nicht ohne Bedauern, dass die Intervention der internationalen Koalition &#8222;sporadisch und total ineffizient&#8220; gewesen ist. Wann werden die Rufe nach Bodentruppen folgen? Denn &#8222;Polizeiaktion durch Luftangriffe ist ein Witz. Eine Polizeiaktion, die zur Preisgabe des Territoriums und der wehrlosen Leute f&#252;hren, welche vor kriminellen Banden besch&#252;tzt werden sollten, ist verr&#252;ckt, wenn nicht ein ernsthaftes Verbrechen&#8220;. (Adriano Sofri, &#034;Do not Call It War&#034;, &lt;i&gt;La Repubblica&lt;/i&gt;, 7. Mai 1999.) [Anmerkung der englischen &#220;bersetzer: Adriano Sofri ist ein gut bekannter ehemaliger Anf&#252;hrer der linken italienischen Organisation Lotta Continua; er wurde zu 22 Jahren Gef&#228;ngnis verurteilt aufgrund der T&#246;tung des infamen Polizeiinspekteurs Luigi Calabresi (1972), Ende der 1990er provozierte er viele Kontroversen Jahren aufgrund seiner Unterst&#252;tzung der NATO w&#228;hrend dem Balkankrieg.]&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Courrier International&lt;/i&gt;, 23.-29. Oktober 2003.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Sabri Cigerli &amp; Didier Le Saout, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 381.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-30&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-30&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;30&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;With the Proletariat and Revolutionary Workers of Kurdistan&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-31&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-31&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;31&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Quaderni internazionalisti&lt;/i&gt;, &#034;What Revolution for Kurdistan?&#034;, Flyer, 1999, online verf&#252;gbar.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-32&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-32&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;32&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Auszug aus: Ralph Peters, &#034;Blood Borders&#034;, in &lt;i&gt;Armed Force Journal&lt;/i&gt;, Juni 2006.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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