<?xml 
version="1.0" encoding="utf-8"?><?xml-stylesheet title="XSL formatting" type="text/xsl" href="http://kommunisierung.net/spip.php?page=backend.xslt" ?>
<rss version="2.0" 
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
>

<channel xml:lang="de">
	<title>Kommunisierung.net</title>
	<link>https://kommunisierung.net/</link>
	<description></description>
	<language>de</language>
	<generator>SPIP - www.spip.net</generator>
	<atom:link href="http://kommunisierung.net/spip.php?id_mot=11&amp;page=backend" rel="self" type="application/rss+xml" />




<item xml:lang="de">
		<title>Eine Welt ohne Geld: Kommunismus (1975-1976)</title>
		<link>http://kommunisierung.net/Eine-Welt-ohne-Geld-Kommunismus-1975-1976</link>
		<guid isPermaLink="true">http://kommunisierung.net/Eine-Welt-ohne-Geld-Kommunismus-1975-1976</guid>
		<dc:date>2021-09-30T17:44:00Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Webmaster</dc:creator>


		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
		<dc:subject>Theorie</dc:subject>
		<dc:subject>Bruch in der Theorie 1965-1980</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;I. Was ist der Kommunismus? &lt;br class='autobr' /&gt;
Der Kommunismus ist die Negation des Kapitalismus. Eine durch die Entwicklung und den Erfolg der kapitalistischen Produktionsweise selbst hervorgebrachte Bewegung, die sie schliesslich zerst&#246;ren und eine neue Art der Gesellschaft erschaffen wird. Dort, wo eine Welt basierend auf der Lohnarbeit und der Ware existiert, muss eine Welt entstehen, wo die menschliche T&#228;tigkeit nie mehr Lohnarbeit sein wird und die Produkte derselben nie mehr Handelsobjekte sein (...)&lt;/p&gt;


-
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

/ 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Theorie" rel="tag"&gt;Theorie&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Bruch-in-der-Theorie-1965-1980" rel="tag"&gt;Bruch in der Theorie 1965-1980&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/logo/arton73.jpg?1689269262' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='100' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;I. Was ist der Kommunismus?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist die Negation des Kapitalismus. Eine durch die Entwicklung und den Erfolg der kapitalistischen Produktionsweise selbst hervorgebrachte Bewegung, die sie schliesslich zerst&#246;ren und eine neue Art der Gesellschaft erschaffen wird. Dort, wo eine Welt basierend auf der Lohnarbeit und der Ware existiert, muss eine Welt entstehen, wo die menschliche T&#228;tigkeit nie mehr Lohnarbeit sein wird und die Produkte derselben nie mehr Handelsobjekte sein werden. Unsere Epoche ist jene dieser Transformation. Sie vereinigt die Elemente der Krise des Kapitalismus und die notwendigen Materialien f&#252;r die kommunistische L&#246;sung dieser Krise. Wir werden versuchen, die Prinzipien des Kommunismus zu beschreiben, zu untersuchen, wie sie k&#252;nftig das Leben der Menschheit garantieren k&#246;nnen, und zu zeigen, dass sie vor unseren Augen schon am Werk sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Science-Fiction?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir wollen die Welt von morgen skizzieren, die kommunistische Gesellschaft, wovon wir tr&#228;umen. Es geht nicht darum, mit der Science-Fiction oder dem Journalismus zu rivalisieren, indem wir eine Reportage &#252;ber das Leben der Leute und der Tiere in der Zukunft schreiben. Wir verf&#252;gen &#252;ber keine Zeitmaschine.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotz der Bedeutung der Frage k&#246;nnen wir nicht vorhersehen, wer gewinnen wird im sie entgegensetzenden Krieg, die Hose oder das Kleid, die Gem&#252;sebouillon oder die Schwalbennestersuppe. Im schlimmsten Fall k&#246;nnen wir nicht einmal garantieren, dass die Menschheit eine Zukunft haben wird. Wer garantiert uns, dass wir nicht von einem Atomkrieg oder einer kosmischen Katastrophe hinweggefegt werden?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotz allem bleibt die Voraussicht w&#252;nschbar und m&#246;glich. Wir versuchen, die kommunistische Gesellschaft auf der Grundlage ihrer allgemeinen Funktionsregeln zu beschreiben, indem wir konstant auf ihre Differenzen in Bezug auf die bestehende Gesellschaft verweisen. Es gilt, zu zeigen, dass die Zukunft besser sein kann als eine verbesserte oder &#252;berarbeitete Gegenwart.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um nicht allzu fad zu sein, werden wir manchmal auf die Details eingehen, Beispiele vorbringen. Das soll nicht allzu ernst genommen werden. Jeder kann sich andere vorstellen. Man kann unsere durchaus verwerfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Zukunft ist kein neutrales Terrain. Das Kapital versucht, jeglichen gesellschaftlichen Raum zu besetzen und zu unterwerfen. Es kann seinen Handel jedoch nicht, wie es sich die Autoren von Science-Fiction vorstellen, zwischen der Vergangenheit und der Zukunft organisieren. Es r&#228;cht sich im Bereich der Werbung und der Ideologie. Man l&#228;dt uns ein, die Gegenwart als Zukunft zu leben, schon jetzt die Uhr oder das Auto von morgen zu kaufen. Die aufeinanderfolgenden, konkurrierenden und manchmal &#8222;antikapitalistischen&#8220; Konzeptionen einer kapitalistischen Zukunft vernebeln unsere Gegenwart.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Debatte &#252;ber die kommunistische Organisation der Gesellschaft ist, trotz der Gefahr, sich zu irren, gleichbedeutend mit dem Schnappen nach etwas Luft in diesem stickigen Leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf die alte Frage der Reaktion&#228;re &#8222;Doch was f&#252;r eine Alternative schlagt ihr vor?&#8220; darf nicht eingegangen werden. Wir sind keine Ideenh&#228;ndler. Wir werfen nicht eine Ersatzgesellschaft auf den Markt so wie man eine neue Seife lanciert. Der Kommunismus ist weder ein Objekt des Handels noch der Politik. Er ist die radikale Kritik davon. Er ist nicht ein den W&#228;hlern oder den Konsumenten offeriertes Programm, nicht einmal auf demokratische Art und Weise. Er ist die Hoffnung f&#252;r die proletarisierten Massen, nicht mehr auf den Zustand von W&#228;hlern oder Konsumenten reduziert zu werden. Wer sich in die Situation eines Zuschauers platziert, beurteilen k&#246;nnen will, ohne sich zu engagieren, ist von der Debatte ausgeschlossen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist m&#246;glich von der revolution&#228;ren Gesellschaft zu sprechen, weil sie in der gegenw&#228;rtigen Gesellschaft im Entstehen begriffen ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige werden unsere Thesen als verr&#252;ckt und naiv betrachten. Wir rechnen nicht damit, alle &#252;berzeugen zu k&#246;nnen. Wenn es m&#246;glich w&#228;re, w&#228;re das beunruhigend! Einige w&#252;rden sich sowieso lieber die Augen ausstechen, als die Wahrheit unserer Positionen anzuerkennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die proletarische Revolution wird der Sieg der Naivit&#228;t &#252;ber eine devote und ausgetrocknete Wissenschaft sein. Jene, welche Demonstrationen verlangen, sollen auf sich achtgeben. Es ist durchaus m&#246;glich, dass sie nicht in der Ruhe der Laboratorien stattfinden, sondern heftig und in ihrer Gegenwart.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bevor wir sagen, was der Kommunismus ist, muss zuerst das Terrain ger&#228;umt werden. Die L&#252;gen in seiner Hinsicht m&#252;ssen verurteilt und es muss gesagt werden, was der Kommunismus nicht ist. Denn es haben sich, obwohl der Kommunismus eine sehr einfache Wirklichkeit ist, so verbunden mit der allt&#228;glichen Erfahrung, dass er davon ausgehend fast greifbar wird, in Bezug auf ihn enorme Unwahrheiten entwickelt. Das ist nur f&#252;r jene ein Widerspruch, welche nicht wissen, dass in der &#8222;Gesellschaft des Spektakels&#8220; eben genau die Bedeutung dessen, was allt&#228;glich und vertraut ist, verdr&#228;ngt werden muss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;II. Kommunismus oder Kapitalismus?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r die g&#228;ngige Meinung ist der Kommunismus allen voran eine im 19. Jahrhundert von den beiden ber&#252;hmten siamesischen Zwillingen Karl Marx und Friedrich Engels ausgearbeitete Doktrin, die dann etwas sp&#228;ter vom Gr&#252;nder des sowjetischen Staates Lenin perfektioniert worden sei. Sie sei mehr oder weniger gl&#252;cklich in einer gewissen Anzahl L&#228;nder angewandt worden: UdSSR, Osteuropa, China, Kuba&#8230; In diesem Sinne debattiert man dar&#252;ber, um herauszufinden, ob Jugoslawien oder Algerien sozialistische, kapitalistische oder gemischte Regime haben. Man m&#246;ge beruhigt sein &#8211; oder dar&#252;ber klagen, wir werden nicht die Verdienste dieser Art von Sozialismus oder Kommunismus anpreisen. Man wird uns kein X f&#252;r ein U vormachen und auch nicht die triste Eint&#246;nigkeit oder den Wahn f&#252;r den Personenkult f&#252;r die strahlende Zukunft der Menschheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Erfindung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist weder von Marx oder Engels noch von Ramses II. begr&#252;ndet worden. Es gibt wom&#246;glich einen genialen Erfinder, dem wir das Rad oder das Pulver verdanken. Es gibt keinen, dem wir den Kommunismus verdanken k&#246;nnen, das gleiche gilt &#252;brigens f&#252;r den Kapitalismus. Gesellschaftliche Bewegungen sind nicht eine Sache des Erfindergeistes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Engels und dann Marx beteiligten sich an einer Bewegung, die sich ihrer Existenz schon sehr wohl bewusst war. Sie behaupteten nie, weder die Sache noch das Wort erfunden zu haben. &#220;ber die eigentliche kommunistische Gesellschaft haben sie nicht viel geschrieben. Sie halfen der kommunistischen Bewegung und Theorie, sich des Nebels der Religion, des Rationalismus und des Utopismus zu entledigen. Sie regten die Proletarier dazu an, sich nicht auf die Pl&#228;ne dieses oder jenes Reformisten oder die Enth&#252;llungen dieses oder jenes Erleuchteten zu verlassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die wahrhaften Revolution&#228;re fetischisieren die Ideen von Marx und Engels nicht. Sie wissen, dass sie Produkte einer bestimmten Epoche sind und ihre Grenzen haben. Die beiden M&#228;nner entwickelten sich und widersprachen sich manchmal. Man kann sagen, dass man bei Marx alles findet. Doch man muss f&#228;hig sein, auszusortieren!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir behaupten nicht, wir seien Marxisten. Doch wir verweigern jenen, welche behaupten, sie seien es, das Recht, sich die Ideen ihrer Idole anzueignen und sie zu verf&#228;lschen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beweis der Machtlosigkeit grosser M&#228;nner gegen&#252;ber den Bewegungen der Geschichte liegt in der sch&#228;ndlichen Art und Weise, wie das Werk von Marx und Engels deformiert worden ist, um gegen den Kommunismus benutzt zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt Individuen, die talentierter und weitsichtiger sind als ihre Zeitgenossenschaft. Die Klassengesellschaft kultiviert diese Unterschiede. Sie haben Auswirkungen innerhalb der kommunistischen Bewegung. Wir diskutieren nicht die Frage, ob die Chefs die Geschichte machen oder ob das Volk sie macht. Wir sagen, dass das Werk von Marx, genau wie jenes von Fourier, Bordiga oder von jeglichen F&#252;rsprechern des Kommunismus den einfachen Standpunkt eines Individuums &#252;bersteigt. Der Kommunismus bestreitet die unterschiedlichen F&#228;higkeiten nicht, macht die Theoretiker nicht zu einfachen Lautsprechern der Massen, doch er ist hingegen ein erbitterter und permanenter Feind jeglichen Karrierismus oder Starkultes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist weder eine Ideologie noch eine Doktrin. Genau wie es kommunistische Handlungen gibt, gibt es auch Worte, Schriften, eine kommunistische Theorie, doch die Aktion ist nicht die Anwendung der Idee. Die Theorie ist nicht ein vorgefertigter Plan eines Kampfes oder einer Gesellschaft, der so gut wie m&#246;glich angewandt werden muss. Der Kommunismus ist nicht ein Ideal.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jene L&#228;nder, welche verk&#252;nden, sie seien marxistisch-leninistisch, sind nicht Gebiete, wo die Prinzipien aus diesem oder jenem Grund falsch angewandt worden w&#228;ren. Es sind kapitalistische L&#228;nder. Ihr Regime hat spezielle Eigenschaften, doch es ist genauso kapitalistisch wie jedes liberale Regime. Man kann sogar sagen, dass L&#228;nder wie Polen oder die DDR viel kapitalistischer sind als viele kaum industrialisierte L&#228;nder der &#8222;freien Welt&#8220;. In diesen &#8222;kommunistischen&#8220; L&#228;ndern bek&#228;mpft man einige spontane Tendenzen des Kapitals. Das geschieht f&#252;r das Wohl der allgemeinen Entwicklung des Kapitalismus und ist &#252;berhaupt keine Besonderheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die zwingende Planung, das kollektive Eigentum an den Produktionsmitteln oder die proletarische Ideologie sind alles andere als kommunistisch. Es sind Z&#252;ge des Kapitalismus, die hier hervorgehoben worden sind. Allen grundlegenden Eigenschaften des Systems und der Logik der Kapitalakkumulation, die nun &#8222;sozialistische Akkumulation&#8220; genannt wird, geht es dort bestens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die kapitalistische Produktionsweise&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man in den marxistisch-leninistischen Regimes Sozialismus oder Kommunismus sieht, verkennt man ihre Realit&#228;t und man zeigt v.a., dass man nicht weiss, was der Kapitalismus ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man glaubt, er beruhe auf der Macht einer besonderen Klasse, der Bourgeoisie, auf dem Privateigentum an den Produktionsmitteln, auf dem frenetischen Streben nach Profit. Keiner dieser Aspekte ist fundamental.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bourgeoisie ist die Nachfolgerin der antiken Klasse der H&#228;ndler. Nachdem sie lange eine bedeutende, aber begrenzte Rolle innerhalb auf der Landwirtschaft beruhenden Gesellschaften gespielt hatte, konnte die Handelsbourgeoisie im Verlauf des europ&#228;ischen Mittelalters, statt wie bis anhin die Kontrolle &#252;ber einfache Waren, die Kontrolle &#252;ber Produktionsinstrumente erlangen. Unter ihnen die menschliche Arbeitskraft, aus welcher sie durch die Lohnarbeit eine Ware gemacht hat. Das ist der Ursprung des Kapitalismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bourgeoisie ist ab jenem Moment an der Macht, wo sie dank der Schlagkraft der sie tragenden und die alten Arten der Produktion obsolet machenden wirtschaftlichen und industriellen Kr&#228;fte zur herrschenden Klasse geworden ist. Doch sie kann nichts anderes tun, als sich den Gesetzen ihrer &#214;konomie unterzuordnen. Als Kapitaleigent&#252;merin muss sie dieser Kraft gehorchen, welche sie mitreisst, anst&#246;sst und einige Konkurs gehen l&#228;sst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das spezifische Individuum oder Unternehmen verf&#252;gt &#252;ber einen Spielraum, doch man kann nicht lange gegen den Strom schwimmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Keine Klasse der Vergangenheit konnte all ihre Launen befriedigen durch den Gebrauch der ihr scheinbar zur Verf&#252;gung stehenden Macht. Der unumstrittenste Tyrann kann sich nur an der Macht halten, wenn er die engen Grenzen seiner wirklichen Souver&#228;nit&#228;t kennt. Es ist ein Fehler, gesellschaftliche Ph&#228;nomene in den Begriffen der Macht erkl&#228;ren zu wollen. Das gilt noch mehr f&#252;r den Kapitalismus als f&#252;r die vorhergehenden Systeme.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Klasse der Kapitalverwalter wurde von der Aktion des Kapitals selbst stets umgestaltet. Was haben der reiche H&#228;ndler des Mittelalters und der moderne Manager gemeinsam? Ihre Motivationen und ihre Geschm&#228;cker sind verschieden. Das ist notwendig, damit sie die gleiche Funktion w&#228;hrend zwei verschiedenen Momenten der Entwicklung des Kapitals aus&#252;ben k&#246;nnen. Die Klasse der Feudalherren orientierte sich an der Tradition und der Vererbbarkeit. Das gilt nicht mehr f&#252;r eine Bourgeoisie, die sich aufl&#246;st und neu gestaltet durch Erfolg, Heirat und Konkurs.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Verh&#228;ltnisse, welche den Sklaven und den Meister, den Leibeigenen und den Feudalherren miteinander verbinden, sind pers&#246;nliche Verh&#228;ltnisse. Der moderne Proletarier ist hingegen eher mit einem System denn mit einem Chef verbunden. Was ihn ankettet, ist nicht ein pers&#246;nlicher Treueeid oder ein besonderer Zwang, sondern direkt die Notwendigkeit des &#220;berlebens, die Diktatur seiner eigenen Bed&#252;rfnisse. Der seiner Scholle entrissene und von den Produktionsmittel getrennte Proletarier hat keine andere L&#246;sung mehr, als sich zu prostituieren. Er ist frei, so wunderbar frei. Er kann sich sogar, falls ihm das gef&#228;llt, seinem Verkauf verweigern und verhungern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Bourgeois oder ein Politiker kann auf pers&#246;nlicher Ebene in Konkurs gehen. In Russland oder China wurde eine ganze Fraktion der internationalen b&#252;rgerlichen Klasse ausser Gefecht gesetzt. Sie ist durch eine B&#252;rokratie ersetzt worden. Man m&#246;ge in ihr keine radikal unterschiedliche Klasse sehen! Ein &#8222;kommunistischer&#8220; Bankier oder Industriekapit&#228;n &#228;hnelt mehr seinem kapitalistischen Widersacher, als dass dieser seinem Vorfahren &#228;hnelt, nicht jenem des 15. oder 16. Jahrhunderts, sondern jenem vor 50 Jahren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn der Kapitalismus, sei er westlich oder &#246;stlich, nicht durch die Macht der Bourgeoisie erkl&#228;rt werden kann, so kann der Kommunismus noch weniger mit der Macht des Proletariats gleichgesetzt werden. Seine Einf&#252;hrung ist gleichbedeutend mit der Selbstzerst&#246;rung dieser Klasse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Privateigentum&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Privateigentum der Produktionsmittel ist nicht ein konstituierender Zug der kapitalistischen Produktionsweise. Sie ist in der juristischen Sph&#228;re verortet. Sie besteht im Osten mit dem Landeigentum der Bauern weiter. Im Westen wird es vom &#246;ffentlichen Eigentum ausgeh&#246;hlt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Staat ist h&#228;ufig Eigent&#252;mer von grossen Industriekomplexen. Indem sie nationalisiert worden sind, haben die Post oder die Eisenbahn nicht ihr kapitalistisches Wesen verloren. Friedrich Engels sah in dieser Tendenz des Staates, Eigent&#252;mer von Produktivkr&#228;ften zu werden, eine allgemeine Entwicklung, welche den privaten Kapitalismus in den Antiquit&#228;tenhandel verbannen w&#252;rde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Entwicklung des modernen Kapitalismus tendiert dazu, immer mehr das Eigentum und die Verwaltung der Produktivkr&#228;fte voneinander zu trennen. Nicht nur die Manager der nationalisierten Unternehmen, sondern sogar jene der grossen privaten Unternehmen sind nicht Eigent&#252;mer des von ihnen kontrollierten Kapitals oder nur eines geringen Anteils davon. Der Bedarf an Kapital der Industrieriesen &#252;bersteigt bei weitem das, was ein pers&#246;nliches oder famili&#228;res Verm&#246;gen ihnen bieten k&#246;nnte. Diese Komplexe funktionieren mit dem Geld, das ihnen eine Masse an fast machtlosen Kleinaktion&#228;ren und Anlegern liefert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Situation der L&#228;nder des Ostens muss in Bezug auf diese allgemeine Entwicklung des Kapitals verstanden werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Profit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kapitalist sei von einem Streben nach maximalem Profit angetrieben. Der Ausdruck &#8222;maximaler Profit&#8220; ist nicht sehr aussagekr&#228;ftig. Ein Chef kann an einem Tag, in einer Woche, in einem Monat versuchen, Menschen und Maschinen auf Hochtouren laufen zu lassen, falls er sicher ist, dass er Absatzm&#246;glichkeiten findet. Er l&#228;uft Gefahr, ziemlich schnell zu bereuen, dass er sein Kapital aufgebraucht hat. Das Scheitern eines solchen Versuches fand in China mit dem &#8222;grossen Sprung nach vorne&#8220; statt. Die Bedeutung des herausgeholten Profits und somit die Bestimmung des Einkommens der Aktion&#228;re und Manager, die wirtschaftliche Wachstumsrate werden nicht frei von allm&#228;chtigen Kapitalisten entschieden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Geld zu machen, das ist es, was den Kapitalisten dazu dr&#228;ngt, entweder sich zu bereichern oder zu investieren. Wenn er es nicht tut, sei es aus Nachl&#228;ssigkeit oder Gutm&#252;tigkeit oder weil es objektiv nicht m&#246;glich ist, wird sein Unternehmen eliminiert werden. F&#252;r den B&#252;rokraten kommt die Furcht vor administrativen Sanktionen hinzu. Man proklamiert &#252;brigens weder in der UdSSR noch in China, der Profit sei verschwunden. Im Gegenteil, man strebt nach Profit, zum Wohle des Volkes, um den Kommunismus aufzubauen. Er sei ein &#246;konomisches Messinstrument im Dienste der Planung geworden!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Osten wie im Westen, und wie es Marx gezeigt hat, kann die Entwicklung des Kapitalismus nicht mit dem Streben nach Profit erkl&#228;rt werden. Das Gegenteil ist wahr. Die Begriffe des Profits oder der Grundrente k&#246;nnen die Funktionsweise des Systems nicht erkl&#228;ren. Es sind Kategorien, dank welcher den herrschenden Klassen die wirtschaftlichen Notwendigkeiten bewusst werden und welche sie zum Handeln dr&#228;ngen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Gegensatz zu den linken Humanisten, die im Profit ihren grossen Feind sehen oder es vorgeben, machen sich die Revolution&#228;re keine Illusionen. Wir werfen dem System nicht seine Morallosigkeit vor. Wir halten nicht an archaischen Sektoren fest, die nicht mehr rentabel sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Profit wird mit der Revolution verschwinden. Und zwar fristlos! Bis dahin spielt er gewissermassen eine sch&#252;tzende Rolle f&#252;r die Arbeiter. Er erlegt der Tyrannei der Bosse Grenzen auf. Er verpflichtet sie, schonend mit dem Menschenmaterial umzugehen. Wenn es m&#246;glich w&#228;re, den Profit abzuschaffen bei gleichzeitiger Erhaltung des Kapitals, w&#252;rde sich die durchschnittliche Unternehmung in ein Konzentrationslager verwandeln und die Gesellschaft w&#252;rde in die totale Barbarei abrutschen. Der Nazismus ist kein Unfall der Geschichte. Er ist der Ausbruch der Kr&#228;fte, welche weiterhin in den Untiefen der Zivilisation des Kapitals verkrochen sind. Der Profit setzt dem Autoritarismus, dem Herrschafts- und Zerst&#246;rungswillen, ausgel&#246;st von einem unmenschlichen System, Grenzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man greife den Profit an! Doch man greife auch die Gesamtheit einer Gesellschaft an, wo das Leben des Menschen selbst zu einer Ware geworden ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lohnarbeit und Industrialisierung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kapitalistische Produktionsweise gr&#252;ndet auf zwei miteinander solidarischen S&#228;ulen, welche sie von vorhergehenden Produktionsweisen unterscheiden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die erste dieser S&#228;ulen ist die Lohnarbeit. Menschen hatten schon anderen Menschen ihre Liebesdienste, ihre politische Verbundenheit, ihre milit&#228;rische F&#228;higkeit und sogar ihre Arbeitskraft vermietet. Doch all das blieb marginal in gesellschaftlichen Strukturen, die aus kleinen Gruppen bestanden, innerhalb welcher das Geld und die Waren nicht viel zirkulierten. Die Entwicklung des Kapitalismus ist gleichbedeutend mit der wahrhaftigen Einf&#252;hrung der Lohnarbeit in der Produktionssph&#228;re. Sie wird daraus die allgemeine Form der Ausbeutung machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die zweite S&#228;ule ist die Industrialisierung oder allgemeiner eine Transformation der Beziehungen des Menschen zur Natur und zu seiner eigenen T&#228;tigkeit. Der Mensch begn&#252;gt sich nicht mehr damit, zur Sicherung des Lebensunterhalts im Boden zu scharren. Von nun an wird er die Natur systematisch und in immer gr&#246;sserem Massstab transformieren. Der Kapitalismus ist eine ununterbrochene Revolution der produktiven Methoden. Er ist gleichbedeutend mit dem Fortschritt der Wissenschaft und der Vernunft in Anbetracht des Fatalismus und des Obskurantismus. Er ist die Bewegung, welche auf die Immobilit&#228;t der landwirtschaftlichen Gesellschaften folgt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus wird kein Schritt zur&#252;ck sein. Das Ende der Lohnarbeit ist nicht gleichbedeutend mit der R&#252;ckkehr der Sklaverei oder der Leibeigenschaft. Die &#220;berwindung des Prozesses der &#8222;Eroberung der Natur&#8220; und der industriellen Organisation der Arbeit ist nicht gleichbedeutend mit der R&#252;ckkehr zur vergangenen Immobilit&#228;t. Der Kommunismus wird den aggressiven und chaotischen Charakter der Aktion des Kapitals abschaffen. Sein Ziel ist nicht die Zerst&#246;rung, die Zerst&#252;ckelung und die Unterwerfung, sondern global das Weltgeschehen zu beeinflussen, um die Welt menschlich und bewohnbar zu machen. Jenseits der Industrie wird er das N&#252;tzliche und das Angenehme miteinander vers&#246;hnen. Er wird die verlorene Vertraulichkeit, welche das menschliche Wesen mit seiner Umwelt verband, auf einer h&#246;heren Ebene wiedererlangen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kapitalismus ist nicht eines sch&#246;nen Tages aufgebl&#252;ht, weil man pl&#246;tzlich seine Effizienz erkannt h&#228;tte. Er ist nicht ein Sieg des Verst&#228;ndnisses. Er hat sich an Ort und Stelle mithilfe grausamer und irrationaler gesellschaftlicher Umw&#228;lzungen durchgesetzt. Er hat als Reaktionen Revolten ausgel&#246;st. Er musste einige Schritte zur&#252;ckgehen, um besser vorw&#228;rtszukommen. Seine Lohnarbeiter hat er aus einer Masse an Bauern gefischt, die er zuvor aus ihrem Heim verjagt und zu Bettlern gemacht hatte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bewegung des Kapitals hat einen doppelten Aspekt. Einerseits ist sie Entwicklung der menschlichen und materiellen Produktivkr&#228;fte, d.h. des Gebrauchswerts, der N&#252;tzlichkeit. Andererseits ist sie Entwicklung von Marktwert. Die Ware hatte schon dieses doppelte Gesicht. Das Kapital bleibt Ware, aber es ist dar&#252;ber hinaus Wert, der permanent versucht, sich zu vergr&#246;ssern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Kapital ist schon lange unter der Ware hervorgebrochen. Der H&#228;ndler kann dank seiner Erfindungsgabe oder Gerissenheit eine stets wachsende Masse an Produkten besitzen und antreiben. Das gleiche gilt f&#252;r den Wucherer, obwohl er sich nur um Geld zu k&#252;mmern braucht. Doch diese Urformen des Kapitals k&#246;nnen sich nicht unbestimmt ausbreiten. Der Wert bleibt parasit&#228;r und erschafft nicht die notwendigen Mittel f&#252;r seine Akkumulation. Nur indem es sich der Produktionsmittel bem&#228;chtigt und ihnen einen stets wachsenden Wert gibt, hat das Kapital wirklich aufbl&#252;hen k&#246;nnen. Als ein Vampir, der sich von Wert ern&#228;hrt, d.h. von menschlicher Arbeit, um zu seinen Zielen zu gelangen, muss es den Maschinenbetrieb und die Produktivit&#228;t entwickeln. Es sind f&#252;r es nur Mittel. F&#252;r uns sind eben genau sie wichtig. Diese technische Entwicklung nimmt h&#228;ufig unangenehme Formen an: Arbeitslosigkeit, t&#246;dliche Waffen, Zerst&#246;rung der Natur, doch sie wird die menschliche T&#228;tigkeit revolutionieren und uns den Weg heraus aus der barbarischen &#196;ra der Klassengesellschaften weisen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus erledigt nicht das Kapital, um die Urware wiederzuerlangen. Der Warenhandel ist eine Verbindung und ein Fortschritt. Doch es ist eine Verbindung zwischen antagonistischen Parteien. Sie wird verschwinden, ohne dass wir zum Tausch, dieser Urform des Handels, zur&#252;ckkehren w&#252;rden. Die Menschheit wird nicht mehr in einander entgegengesetzte Gruppen und Unternehmen unterteilt sein. Sie wird sich organisieren, um ihre gemeinsames Erbe zu pflegen und zu benutzen, um Fronarbeiten und Gen&#252;sse zu verteilen. Die Logik des Teilens wird jene des Handels ersetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Geld wird verschwinden. Es ist kein neutrales Messinstrument. Es ist die Ware, in welcher sich alle anderen Waren widerspiegeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gold, Silber und Diamanten werden keinen anderen Wert mehr haben als ihre eigentliche N&#252;tzlichkeit. Gem&#228;ss dem Wunsch Lenins k&#246;nnten wir Gold zum Bau von Pissoirs benutzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Staat und der Kapitalismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im &#8222;kommunistischen&#8220; Lager zirkuliert das Geld weiterhin in aller Ruhe. Der Unterteilung durch Grenzen und innerhalb dieser Grenzen, jener der Wirtschaft in Unternehmen, geht es blendend.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Rolle, welche der Staat in der Wirtschaft spielt und juristisch auf dem &#246;ffentlichen Eigentum an den Unternehmen basiert, kann mit der Natur des Kapitalismus erkl&#228;rt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Staat und die Ware sind alte Freunde. Die H&#228;ndler wollen, dass die Gesellschaft vereinigt ist, die Diebe verfolgt werden und das Geld garantiert ist. Der Staat und die B&#252;rokratie finden mit der Zirkulation der G&#252;ter und der Personen ein Mittel, um sich von der b&#228;uerlichen Welt abzunabeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der moderne Staat, k&#246;niglich oder republikanisch, ist das Produkt der durch das Kapital ausgel&#246;sten Aufl&#246;sung der feudalen Strukturen. Er widersetzt sich den besonderen Interessen als Repr&#228;sentant des allgemeinen Interesses. Er ist notwendig f&#252;r das Kapital, denn er hilft ihm, Widerspr&#252;che und Widerst&#228;nde zu &#252;berwinden, welche es notwendigerweise ausl&#246;st. Die Monarchie und die Bourgeoisie haben sich trotz schwieriger Momente gegenseitig gegen&#252;ber dem Adel unterst&#252;tzt. Die politische Vereinigung war notwendig f&#252;r die Entwicklung der Unternehmen des Gewerbes und der Industrie. Das Verm&#246;gen und der Reichtum erlaubten die St&#228;rkung und die Autonomie der Staatsmacht. Der Staat hat sogar h&#228;ufig selbst interveniert, um diesem oder jenem Sektor der Industrie Kapital zur Verf&#252;gung zu stellen oder es aufzutreiben. Er hat ein juristisches Arsenal entwickelt, das f&#252;r die Entwicklung einer freien Arbeitskraft notwendig ist. Er hat die alten Br&#228;uche und Fesseln liquidiert. Als die Bourgeoisie direkt die politische B&#252;hne betritt, ist sie schon seit langem eine vorherrschende Kraft und der monarchische Staat stand schon lange in ihrem Dienst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Russland und Japan, zwei L&#228;nder, die in einem Zustand der Unterindustrialisierung auf die internationale B&#252;hne geworfen worden sind, war es der Staat selbst, der die Entwicklung des Kapitalismus ausl&#246;ste und organisierte. Er tat es, um die Grundlagen seiner eigenen Macht zu erhalten, um sich moderne Waffen zu beschaffen. Indem er das Kapital in seinen Dienst stellte, verneigte er sich vor seiner &#220;berlegenheit. Die Monarchie l&#246;ste einen Prozess aus, der sie letztendlich zerst&#246;ren w&#252;rde. Die notwendigen Bedingungen f&#252;r diese Transplantation existierten nicht &#252;berall. Wenn sie in Japan erfolgreich war, so war sie das, weil der Staat dort schon autonom und der Handel entwickelt war. China scheiterte einstweilen, genau wie die meisten anderen vorkapitalistischen L&#228;nder.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Staat muss oft intervenieren, um ein Kapital zu korrigieren, das sich gerne launisch zeigt und es bevorzugt, sich eher dort als anderswo anzusiedeln. Die b&#252;rokratischen Regime versch&#228;rfen nur diese Tendenz, damit sie einen Punkt erreicht, den sie nie erreicht hatte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erlaubt der &#246;stliche Kapitalismus ein harmonischeres und vern&#252;nftigeres Wachstum als der westliche Kapitalismus? Die Frage ist ziemlich sinnlos. Er hat die B&#252;hne aufgrund der Schw&#228;chen des traditionellen Kapitalismus betreten. Wenn der traditionelle Kapitalismus heute in Moskau oder Leningrad reimportiert wird, so geschieht das aufgrund der Schw&#228;chen des &#246;stlichen Kapitalismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dort, wo sich die Bourgeoisie durch die Wirtschaft langsam entwickelt hatte, eroberte die B&#252;rokratie die politische Macht, indem sie sich auf gesellschaftliche Kr&#228;fte wie das Proletariat und die Bauernklasse st&#252;tzte. Sie ist trotzdem die Frucht des Zerfalls der traditionellen Gesellschaft aufgrund des internationalen Kapitals. Die B&#252;rokratie hatte keine Wahl. Sie konnte nicht den Sozialismus oder den Kommunismus einf&#252;hren, wie sie es behauptete. Sie konnte auch nicht den traditionellen Kapitalismus restaurieren und befruchten. Das ist so aufgrund ihres gesellschaftlichen R&#252;ckhalts und ihres Bedarfs an Kapital. Empirisch fand sie einen Weg, der ihrem Wesen entsprach und der es ihr erlaubte, auf dem R&#252;cken der Bauernklasse industrielles Kapital zu akkumulieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die B&#252;rokratie ist eine vereinigende Kraft, der den autorit&#228;ren Transfer von Reichtum von einem Sektor der Gesellschaft in einen anderen erlaubt hat. Sie modifiziert die spontane Entwicklung des Kapitals zugunsten ihrer Ziele des Machterhalts. Doch das Kapital ist keine neutrale Kraft, die man auf irgendeine Art und Weise benutzen kann. Die B&#252;rokratie plant, herrscht. Doch was plant sie, &#252;ber was herrscht sie? Die Kapitalakkumulation. Sie beschr&#228;nkt den freien Markt, sie k&#228;mpft gegen einen immer wieder neu entstehenden Schwarzmarkt. Das ist nicht der Beweis ihres Antikapitalismus, sondern das Zeichen, dass die nat&#252;rliche Grundlage des Kapitals sehr wohl lebendig ist. Was w&#252;rde man vom G&#228;rtner sagen, der, weil er das Unkraut ausreissen muss, behaupten w&#252;rde, die Pflanzen, die er anpflanzt, seien keine?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die westlichen L&#228;nder sind selbst dazu gezwungen, vermehrt direkt ins Spiel der wirtschaftlichen Kr&#228;fte zu intervenieren. Sie m&#252;ssen eine Sozialpolitik haben und sich um Planung k&#252;mmern. Die B&#252;rokratisierung ist nicht ein Ph&#228;nomen, das auf die &#246;stlichen L&#228;nder beschr&#228;nkt ist. Sie betrifft sowohl die demokratischen und faschistischen Staaten als auch die grossen privaten Unternehmen. Sie ist das Produkt der zunehmenden Atomisierung der Gesellschaft und die traurige Medizin dagegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einem gewissen Sinn ist es ungenau, im Fall der L&#228;nder des Ostens von b&#252;rokratischem oder Staatskapitalismus zu sprechen. Alle modernen Kapitalismen sind b&#252;rokratisch und staatlich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Staat als Eigent&#252;mer der Gesamtheit der Industrie hat nicht notwendigerweise die absolute Kontrolle dar&#252;ber. Wirkliche und juristische Macht sind nicht das gleiche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im liberalen Kapitalismus kann der Staat, indem er sich auf popul&#228;re, milit&#228;rische oder gar b&#252;rgerliche Kr&#228;fte st&#252;tzt, dieses oder jenes grosse Unternehmen angreifen; er ist die Macht. Das erlaubt ihm jedoch nicht, sich &#252;ber die wirtschaftlichen Gesetze hinwegzusetzen. Man will sich gegen die Macht der Monopole erheben, aber man kann nicht zu den kleinen Unternehmen der Vergangenheit zur&#252;ckkehren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im &#246;stlichen Kapitalismus kann der b&#252;rokratische Staat, so gross sein Streben nach Kontrolle auch sein mag, die Handelskategorien und die Konkurrenz zwischen Unternehmen nicht abschaffen. Solange es unterschiedliche Unternehmen geben wird, werden sie in Konkurrenz zueinanderstehen, auch wenn die Preise nicht frei sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese mangelnde Einheit beschr&#228;nkt sich nicht auf die wirtschaftliche Sph&#228;re. Die B&#252;rokratie selbst ist permanent von Fraktionsk&#228;mpfen oder Konflikten zwischen Personen gespalten. Da es keine Einheit geben kann, muss das Bild der Einheit aufrechterhalten werden. Der Feind ist nicht die Konkurrenz innerhalb der Partei, sondern die Antipartei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was einerseits die Effizienz der Wirtschaft steigert, verringert sie andererseits jedoch auch. Die L&#252;ge, der Realit&#228;tsverlust durchtr&#228;nken die Gesellschaft. Der versteckte Kampf ersetzt die offene Konkurrenz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie ist zwar f&#228;hig, den wirtschaftlichen Aufschwung unter ung&#252;nstigen Bedingungen zu organisieren, doch die B&#252;rokratie ist, was den technologischen Fortschritt betrifft, klar im R&#252;ckstand gegen&#252;ber den liberalen Gesellschaften.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vereinnahmung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Welches Interesse haben Kapitalisten, sich Kommunisten zu nennen? Es ist eine allgemeine Regel, dass es den Kapitalisten nicht gef&#228;llt, Kapitalisten genannt zu werden!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Bezeichnung hat eine genaue, mit der russischen Revolution verbundene Herkunft. Sich kommunistisch zu nennen, bedeutet, dass man so tut, als ob man sich f&#252;r die Arbeiterklasse aufopfern w&#252;rde, statt dass man anerkennt, dass man sie ausbeutet. Somit kann der unmenschlichen Entwicklung des Systems ein menschlicher Sinn gegeben werden: der Aufbau des Kommunismus. Anderweitig wird er h&#228;ufig aufgeschoben, schliesslich hat man eine Masse an Projekten wie die &#8222;neue Grenze&#8220; oder die &#8222;neue Gesellschaft&#8220;!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn das Kapital proklamiert, es sei Kommunist, wenn es das Denken von Marx vereinnahmt, um es in seinen Universit&#228;ten den Intellektuellen zu verabreichen oder um die Arbeiter in seinen Fabriken zu verdummen, &#228;fft es nur eine Bewegung nach, die es woanders wirklich vollendet. Das Kapital erschafft nicht, es vereinnahmt. Es ern&#228;hrt sich von der Leidenschaft und der Initiative der Proletarier, d.h. es ern&#228;hrt sich vom Kommunismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann nicht viel vom Kommunismus verstehen, wenn man nicht das kapitalistische Wesen der L&#228;nder des Ostens verstanden hat. Der revolution&#228;re Kampf ist nicht kompatibel mit dem Stalinismus, der ein grundlegend antikommunistisches System und eine grundlegend antikommunistische Ideologie ist. Die Tatsache, dass er sogar innerhalb der Arbeiterklasse &#252;ber Hochburgen verf&#252;gt, darf uns nicht erweichen, sondern muss uns im Gegenteil dazu bewegen, keine Kompromisse einzugehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man hat dem Stalinismus einen riesigen Dienst erwiesen, indem man ihn nicht als kapitalistisches System kritisierte. Revolution&#228;re, insbesondere Anarchisten, haben ihn als kommunistisch anerkannt unter der Bedingung, den Kommunismus als autorit&#228;r etikettieren zu k&#246;nnen. Die Autorit&#228;t, das sei das wahrhaftige Monster! Anstelle einer Erkl&#228;rung verweist man auf den Charakter von Karl Marx.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Trotzkisten haben nach Trotzki, dem ungl&#252;cklichen Gegenspieler Stalins, nicht minder komplizierte denn bescheuerte Interpretationen entwickelt. Sozialistische Basis und kapitalistischer &#220;berbau w&#252;rden zumindest in der UdSSR koexistieren. Was die anderen L&#228;nder betrifft, diskutiert man weiterhin. Sie haben sowieso nie nichts vom Kommunismus verstanden. Genau wie Trotzki, der die Zwangsarbeit als ein kommunistisches Prinzip betrachtete. Sie sind nicht revolution&#228;r, Trotzki war es hingegen. Doch er war nie etwas anderes als ein b&#252;rgerlicher Revolution&#228;r und ein gl&#252;ckloser B&#252;rokrat. &#220;berlassen wir diese gesamte kleine Welt ihrem Intellektualismus, ihren byzantinischen Streitigkeiten und ihrem l&#228;cherlichen Fetischismus der Organisation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Maoisten, diese &#8222;mystischen Stalinisten&#8220;, f&#252;hren die ganze Sache auf ein Problem der Politik und der Moral zur&#252;ck. Die UdSSR ist sozialimperialistisch und vielleicht gar kapitalistisch geworden. Zum Gl&#252;ck sind China und Albanien unter der weisen proletarischen F&#252;hrung von Mao, Hoxha und Bibi Fricotin nicht kontaminiert worden. Der Kommunismus ist der Profit und die Politik in den Dienst des Volkes gestellt!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Je mehr sich kommunistische Ideen ausbreiten, auch in der UdSSR und in China, um die Bed&#252;rfnisse eines erneut revolution&#228;r gewordenen Proletariats zu befriedigen, umso mehr werden diese Sekten als eigenartig erscheinen! Sie versuchen, auf der B&#252;hne der Politik die Rolle der Revolution zu spielen. Sie sind die Avantgarde, allerdings die Avantgarde des Kapitals. Denn in einer Periode der Revolution werden all diese Kasperles der Politik versuchen, revolution&#228;r auszusehen, um nicht im Abseits zu stehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist zu einer Tradition geworden, dass die Revolution im Namen der Revolution bek&#228;mpft wird. Die stalinistischen oder linken Aktivisten, die sich get&#228;uscht haben, werden sich der wahrhaftigen kommunistischen Partei anschliessen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige, die weniger blind sind, haben im &#246;stlichen Kapitalismus die Unterteilung in gesellschaftliche Klassen erkannt. Leider glaubten sie auch, darin eine neue und &#252;berlegene Produktionsweise zu erkennen. Das war zu viel der Ehre f&#252;r Stalin und Konsorten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Wilden&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sehen nichts kommunistisches in den Regimes, die sich so bezeichnen. Wir sehen es hingegen dort, wo man es gew&#246;hnlich nicht sieht. Jene Urgesellschaften, welche von der &#8222;Zivilisation&#8220; verdr&#228;ngt werden und weiterhin in kargen oder schwer zug&#228;nglichen Gegenden existieren, sind kommunistisch, unabh&#228;ngig von der Tatsache, ob ihre Mitglieder von der Jagd und vom Sammeln oder von einer wenig entwickelten Landwirtschaft leben. Somit ist die UdSSR nicht kommunistisch, doch die Vereinigten Staaten von Amerika waren es noch vor ein paar Jahrhunderten!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir wollen nicht die Menschheit in dieses Stadium zur&#252;ckf&#252;hren. Das w&#228;re ohnehin sehr schwierig, denn ein solcher Zustand verlangt eine niedrige Bev&#246;lkerungsdichte. Es ist jedoch wichtig, die urspr&#252;ngliche und pr&#228;historische Menschheit zu rehabilitieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Indianer war gl&#252;cklicher und gewissermassen zivilisierter als der moderne amerikanische B&#252;rger. Der H&#246;hlenmensch starb nicht an Hunger. Heute hingegen haben Hunderte Millionen Menschen einen leeren Magen. Der urspr&#252;ngliche Mensch lebt, wie es Marshall Sahlins gezeigt hat, im &#220;berfluss. Er ist nicht reich, weil er Reicht&#252;mer akkumuliert hat, sondern weil er so lebt, wie er will. Seine scheinbare Armut, seine Mittellosigkeit l&#246;ste das Mitleid des westlichen Reisenden aus, der sich manchmal paradoxerweise &#252;ber seine gute Gesundheit wundert, bevor er ihn mit der Syphilis ansteckt. Die urspr&#252;nglichen Menschen besitzen fast nichts. Doch f&#252;r jene, welche von der Jagd und dem Sammeln leben, ist das keine Unannehmlichkeit. Ihre Mittellosigkeit erlaubt es ihnen, sich frei zu bewegen und von den Reicht&#252;mern der Natur zu profitieren. Ihre Sicherheit basiert nicht auf ihren Ersparnissen, sondern auf ihrer Kenntnis und ihrer F&#228;higkeit, zu benutzen, was das Milieu ihrer Existenz ihnen gibt. Sie brauchen weniger Zeit als ein zivilisierter Mensch, um ihr &#220;berleben zu sichern. Ihre &#8222;produktive&#8220; T&#228;tigkeit hat nichts zu tun mit der vom B&#252;ro oder der Fabrik ausgel&#246;sten Langeweile. Welch Gl&#252;ck haben die Yir-Yoront Australiens, die das gleiche Wort haben f&#252;r Arbeit und Spiel!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der vergangene und der kommende Kommunismus unterscheiden sich zutiefst. Wir haben einerseits eine Gesellschaft, die ihre Umwelt benutzt und weiss, wie sie sich ihr anpassen kann, andererseits eine Gesellschaft, die auf der kontinuierlichen und tiefgreifenden Transformation dieser Umwelt basiert. Zwischen diesen beiden Kommunismen wird die Periode der Klassengesellschaften mit etwas Abstand als schmerzhafte, aber relativ kurze Periode der menschlichen Geschichte erscheinen. Ein geringer Trost, f&#252;r jene, welche weiterhin darin eingetaucht sind!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Marx und Engels&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Marx und Engels bem&#252;hten sich, die Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaft zu verstehen. Sie sorgten sich kaum um die Beschreibung der k&#252;nftigen Welt, sie verbanden diese Beschreibung mit den Bem&#252;hungen der utopischen Sozialisten. Doch man kann die Kritik des Kapitalismus und die Affirmation des Kommunismus nicht komplett voneinander trennen. Das wirkliche Verst&#228;ndnis der historischen Rolle des Geldes oder des Staates kann man nur vom Standpunkt ihres Verschwindens erlangen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn Marx und Engels nicht mehr von der kommunistischen Gesellschaft sprachen, so ist das paradoxerweise wohl auch so, weil diese Gesellschaft schwieriger zu erfassen war, da sie weniger in Reichweite erschien, doch auch weil sie in den revolution&#228;ren Geistern pr&#228;senter war. Als sie im &lt;i&gt;Kommunistischen Manifest&lt;/i&gt; von der Abschaffung der Lohnarbeit sprachen, wurden sie von jenen verstanden, an welche sie ankn&#252;pften. Heute ist es schwieriger, sich eine Welt ohne Staat und Waren vorzustellen, da sie allgegenw&#228;rtig geworden sind. Doch aufgrund dieser Allgegenwart haben sie auch ihre historische Notwendigkeit verloren. Die theoretische Bem&#252;hung muss das spontane Bewusstsein abl&#246;sen, bevor sie nutzlos wird, weil das, was sie behauptet, zu einer Banalit&#228;t geworden sein wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Marx und Engels haben das Wesen des Kommunismus vielleicht weniger gut als Fourier als Befreiung und Harmonisierung der Leidenschaften erfasst. Letzterer schaffte es jedoch nicht, sich der Lohnarbeit zu entledigen, er wollte u.a., dass die &#196;rzte nicht mehr gem&#228;ss den Krankheiten ihrer Kunden bezahlt werden, sondern gem&#228;ss dem Gesundheitszustand der Gemeinschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Marx und Engels waren allerdings klar genug, als dass man sie verantwortlich machen k&#246;nnte f&#252;r das Gewicht der B&#252;rokratie und der Finanzen der &#8222;kommunistischen&#8220; L&#228;nder. Gem&#228;ss Marx verschwindet das Geld sofort mit der Einf&#252;hrung des Kommunismus und die Produzenten h&#246;ren auf, mit ihren Produkten zu handeln. Engels spricht vom Verschwinden der Warenproduktion mit der Einf&#252;hrung des Sozialismus. Man schwadroniere uns nicht von Jugends&#252;nden, wie es die Gewohnheit des gesamten marxologischen Gesindels ist. Wir beziehen uns auf die &lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt; und den &lt;i&gt;Anti-D&#252;hring&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Stalinisten aller Art werden von M&#228;ngeln im Werk der Meister sprechen. Sie werden ein Liedchen singen, um uns mitzuteilen, dass sie marxistisch und nicht dogmatisch sind. F&#252;r sie haben das Geld, das Kapital, der Staat ihren b&#252;rgerlichen Charakter verloren, um proletarisch zu werden. Die tollk&#252;hnsten unter ihnen gehen so weit, zu sagen, dass, wenn der Kommunismus einmal aufgebaut ist, man sich vielleicht all dieses Ramsches entledigen kann. F&#252;r die anderen ist der Kommunismus schlicht und einfach eine Gesellschaft, wo der Lebensstandard sehr, sehr hoch sein wird. Auf jeden Fall verliert sich der Kommunismus in den Wolken und die Leiter, die dorthin f&#252;hrt, besteht aus einer Vielzahl an Stufen, die genau so viele &#220;bergangsphasen bilden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist exakt, dass man in den L&#228;ndern des Ostens den Kommunismus aufbaut. Man baut ihn nicht besser oder bewusster auf als anderswo. Eine Revolution wird notwendig sein, um ihm Leben einzuhauchen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Konzeption des Aufbaus des Kommunismus mithilfe von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Instrumenten ist typisch b&#252;rgerlich. Sie konzipiert die Sache wie die Produktion eines verfertigten Gegenstandes. Sie betrachtet die Gesellschaft als eine grosse Fabrik. Sie glaubt, das Ganze funktioniere wie die einzelnen Teile. Es handelt sich um Willen, ein Projekt, eine politische Linie...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Irrtum der Stalinisten in Bezug auf die Entwicklung wirkt sich auf das Resultat aus. Es geht nicht darum, die Wirtschaft der Unternehmen zum Verschwinden zu bringen, sondern aus der Wirtschaft ein einziges Unternehmen zu machen. Die von der Existenz der Polizei repr&#228;sentierte Verschwendung wird verschwinden. Die St&#228;rkung des moralischen Sinnes durch die &#8222;kommunistische&#8220; Bildung wird gen&#252;gen, um den Diebstahl und die Subversion zum Verschwinden zu bringen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die beste L&#246;sung ist freilich jene, welche Josef Stalin selbst vorgeschlagen hat. Wenn man die Dinge nicht &#228;ndern kann, &#228;ndert man die W&#246;rter. Wie sollen, erkl&#228;rt uns der Vater der V&#246;lker, jene, welche einen Lohn erhalten, Lohnarbeiter sein, schliesslich sind die durch den Staat Eigent&#252;mer an jenen Unternehmen, welche sie anstellen. Man kann nicht selbst sein eigener Lohnarbeiter sein! Die Lohnarbeit ist also in der Sowjetunion abgeschafft worden. Wenn ihr den Eindruck habt, einen Lohn zu erhalten, oder Angst, entlassen zu werden, dann habt ihr Wahnvorstellungen. Gl&#252;cklicherweise verf&#252;gt unsere sozialistische Heimat &#252;ber Erziehungslager und psychiatrische Spit&#228;ler!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stalin r&#228;umt ein, dass die Warenproduktion und die Unterteilung in Unternehmen fortbestehen, doch es kann sich nicht um Kapitalismus handeln, denn was den Kapitalismus definiert, ist die Tatsache, dass Private die Produktionsmittel kontrollieren. Es l&#228;uft alles auf ein Problem juristischer Definitionen hinaus. Es gen&#252;gt, dass der Staat proklamiert, er sei kommunistisch, damit er es ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit uns Stalin all das im Text &lt;i&gt;Die &#246;konomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR&lt;/i&gt; erkl&#228;rt hat, haben jene, welche sich mit der Frage befasst haben, nicht viel Neues hinzugef&#252;gt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann in Mao Zedong oder Fidel Castro mutige Partisanen, geschickte Politiker sehen. Man kann davon ausgehen, dass die Chinesen besser gen&#228;hrt sind als die Inder und weniger politische Freiheiten haben als die Japaner. Doch all das geh&#246;rt zum Kapitalismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;III. Ende des Eigentums&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kommunismus bedeutet das Ende des Eigentums. Die Sache ist bekannt und ruft viel Besorgnis hervor. Einige sind absolut gerechtfertigt. Die Besitzer von grossen Landg&#252;tern, vielen und prunkvollen Residenzen werden gezwungen werden, ihren Lebensstil zu &#228;ndern. Die industriellen und kaufm&#228;nnischen Verm&#246;gen werden verschwinden. Jene, welche enteignet werden, bilden, obwohl sie heute einen grossen Anteil der Reicht&#252;mer der Gesellschaft kontrollieren, eine beschr&#228;nkte und sehr abgegrenzte Kaste. Wir werden &#252;brigens im Allgemeinen nicht Leute angreifen, wir werden gem&#228;ss dem Wesen der G&#252;ter handeln. Wir werden uns die Schl&#246;sser nehmen und die H&#252;tten lassen, m&#246;gen sie den Armen oder den Reichen geh&#246;ren! Die Besorgnis in den K&#246;pfen der Proletarier und v.a. der Bauern sind nicht gerechtfertigt. Kommunismus bedeutet nicht, dem Unterdr&#252;ckten das letzte Hemd wegzunehmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was ist das Eigentum?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Die Polemik zwischen Marx und Proudhon bezeugt das. &#8222;Eigentum ist Diebstahl&#8220;, hatte letzterer gesetzt. Proudhon erfasst sehr wohl, dass die Herkunft des Eigentums nicht nat&#252;rlich ist. Es ist das Produkt einer Gesellschaft, wo Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse, Gewalt und die Aneignung der Bem&#252;hung durch andere vorherrschen. Doch wenn man sagt, Eigentum sei Diebstahl, obwohl sich Diebstahl nur im Verh&#228;ltnis zu Eigentum definieren l&#228;sst, dreht man sich im Kreis.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Problem ist noch komplizierter geworden, als man vom Eigentum zur Abschaffung des Eigentums gekommen ist. Sollte man alles Eigentum abschaffen, egal ob es die Produktionsmittel oder die pers&#246;nlichen G&#252;ter betrifft? Soll selektiv gehandelt werden? Geht es darum, das Privateigentum durch kollektives oder staatliches Eigentum zu ersetzen? Geht es darum, radikal alles Eigentum abzuschaffen und wie k&#246;nnte das ausschauen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus w&#228;hlt den letzten Vorschlag. Es geht nicht um einen Transfer von Eigentumsurkunden, sondern um das g&#228;nzliche Verschwinden des Eigentums. In der revolution&#228;ren Gesellschaft wird man nicht ein Gut aus dem Grund, dass man der Eigent&#252;mer davon ist, &#8222;gebrauchen und missbrauchen&#8220; k&#246;nnen. Diese Regel wird keine Ausnahme kennen. Ein Geb&#228;ude, eine Nadel, ein Grundst&#252;ck wird niemandem mehr oder, wenn man so will, allen geh&#246;ren. Die Idee des Eigentums selbst wird schnell als eine Absurdit&#228;t betrachtet werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wird also auch alles allen geh&#246;ren? Kann jeder Dahergelaufene mich obdachlos machen, meine Kleider oder mir das Brot aus dem Mund nehmen, weil ich ja nicht mehr Eigent&#252;mer meines Hauses, meiner Kleidung oder meiner Nahrung bin? Sicher nicht, die materielle und affektive Sicherheit von allen wird im Gegenteil verst&#228;rkt werden. Man wird sich schlicht und einfach nicht auf das Eigentum als Schutz beziehen, sondern direkt auf das Interesse der betroffenen Person. Jeder soll genug und gem&#228;ss seinen W&#252;nschen zu essen, ein Dach &#252;ber dem Kopf und Kleidung haben. Alle sollen gem&#228;chlich leben k&#246;nnen. Einige Ideologen wollen im Eigentum nur die menschliche Verl&#228;ngerung des tierischen Territoriums sehen. Somit ist das Eigentum nicht mehr die Eigenschaft einer gegebenen Epoche, nicht mal mehr einer besonderen Spezies, sondern eines gesamten zoologischen Zweiges. Man hat jedoch noch nie einen Fuchs oder einen B&#228;r dabei erwischt, ein Territorium zu vermieten, dessen Eigent&#252;mer er w&#228;re, oder einen Bau zu bewohnen, wovon er nur Mieter w&#228;re! In unserer Gesellschaft kommt das allerdings h&#228;ufig vor. Es ist eben genau das Eigentum, das es erlaubt, Gebrauch und Besitz voneinander zu trennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Tatsache, dass ein Gut kein Eigentum mehr ist, gibt keinen Hinweis darauf, wie man es gebraucht. Doch der Gebrauch wird eben genau auf den Gebrauch reduziert. Ein Fahrrad wird dazu dienen, sich fortzubewegen, und nicht mehr, dass Herr Dupont, sein legitimer Eigent&#252;mer, sich fortbewegt. Ob die menschlichen Wesen oder gewisse menschliche Wesen aus sentimentalen oder affektiven Gr&#252;nden ein fixes Territorium oder gewisse Gegenst&#228;nde brauchen, an welchen sie sich festhalten k&#246;nnen, ist nicht eine Frage des Eigentums. Die Hygieniker k&#246;nnen beruhigt sein: Wir schlagen nicht vor, die Zahnb&#252;rsten zu vergemeinschaften.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Entgegensetzung von Individualismus und Kollektivismus, von pers&#246;nlichem und gesellschaftlichem Gebrauch, um zu versuchen, daraus einen &#8222;gesellschaftspolitischen Entscheid&#8220; zu machen, ist gleichbedeutend mit b&#252;rgerlicher Dummheit. Von diesem Standpunkt aus sollte man die Eisenbahn bedingungslos gegen das individuelle Fahrzeug verteidigen. Die Kommunisten seien f&#252;r die kollektive Orgie und die B&#252;rgerlichen f&#252;r die Masturbation! Uns sind solche Debatten egal, sie k&#246;nnen nur in Bezug auf praktische Umst&#228;nde geregelt werden. Auf jeden Fall sind es nicht wir, die zusammenpferchen und entpersonalisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der gegenw&#228;rtigen Situation stellt das Recht auf Eigentum eine Garantie in Anbetracht der Zerst&#246;rung des pers&#246;nlichen Lebens dar. Es ist eine sehr l&#228;cherliche Garantie. Sie hindert den L&#228;rm in schlecht isolierten Geb&#228;uden nicht daran, &#252;berall geh&#246;rt zu werden. Sie kann nicht viel gegen eine Enteignung machen. Der Bauer ist vielleicht Eigent&#252;mer seines Landes. Das hat die l&#228;ndlichen Gebiete nicht daran gehindert, sich zu leeren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heutzutage sind B&#246;den brachliegend, H&#228;user unbewohnt, Reicht&#252;mer aller Art werden beseitegelassen. All das werden wir sehr wohl brauchen. Leider wollen oder k&#246;nnen die Eigent&#252;mer sie nicht benutzen oder aufgeben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Begriff des Eigentums beschreibt eine Realit&#228;t, doch er ist auch eine Mystifizierung. Man kann Eigent&#252;mer sein, ohne wirklich die Kontrolle zu haben. Die L&#252;ge ist doppelt. Sie ist gesellschaftlich und wirtschaftlich. Sie betrifft auch die Beziehungen zwischen den Menschen und der Natur.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Recht auf Eigentum ist notwendig f&#252;r den Kapitalismus. Der Handel verlangt, dass die Dinge klar sind. Wenn man handelt, muss man wissen, wer wirklich &#252;ber eine Ware verf&#252;gt und wer nicht. Der lokale Brauch kann die Frage regeln, wie wir uns arrangieren und wie wir die Sachen benutzen. Sobald die Sachen im Verh&#228;ltnis zum Menschen eine Unabh&#228;ngigkeit erlangen und weitergereicht werden k&#246;nnen, reicht der Brauch nicht mehr. Nur Fetzen davon sind in l&#228;ndlichen Gebieten &#252;briggeblieben: Wegrecht, Wasserversorgung, Recht auf Nachlese&#8230; Die Ware und das Kapital brauchen eine Gesamtheit an g&#252;ltigen Regeln unabh&#228;ngig vom besonderen Charakter einer Situation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Mittelalter existierte das Grundeigentum im modernen Sinne nicht. Auf einem gegebenen Gebiet gab es die Rechte der Leibeigenen, der Feudalherren, der Lehnsherren, der Kirche&#8230; Bis hinein ins 19. Jahrhundert besteht eine gewisse Anzahl an Regeln fort, welche die Macht des Besitzenden einschr&#228;nken, er kommt nur in den Genuss des ersten Schnittes einer Weide, hat nicht das Recht, sie einzuz&#228;unen, muss die Nachlese und das Weiderecht erlauben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Welt der b&#252;rgerlichen Gleichheit sind alle freie Eigent&#252;mer. Der Bauer ist es von seinem Feld, der Chef von seiner Fabrik, der Arbeiter von seiner Arbeitskraft. Es gibt keinen Diebstahl, einer bereichert sich jedoch und akkumuliert ohne Verh&#228;ltnis zu dem, was ihm seine eigene Arbeit erlauben sollte. Das Eigentum kaschiert die Ausbeutungsverh&#228;ltnisse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl der zum &#8222;Landwirt&#8220; gewordene Bauer die Parzelle besitzt, welche er bebaut, ist er trotzdem Preisen ausgesetzt, deren Bildung seinen Handlungsspielraum &#252;bersteigt. Zwar arbeitet er pausenlos, doch er schafft es nicht, reich zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Eigentum erkl&#228;rt nicht die Macht der kapitalistischen Unternehmung. Sie ist Eigent&#252;merin des fixen Kapitals: Geb&#228;ude, Maschinen. Das veranschaulicht die Bedeutung der Reicht&#252;mer nicht, welche durch ihre H&#228;nde gehen und ihren Umsatz darstellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Verflechtung der Wirtschaft zwingt zu einer Beschr&#228;nkung des Rechts auf Eigentum. Was man n&#228;mlich bei sich tut, l&#228;uft Gefahr, unangenehme Folgen f&#252;r die Nachbarin zu haben. Man kann sich nicht ungestraft seines M&#252;lls in einem Fluss entledigen, nur weil man Eigent&#252;mer eines Teils einer Uferb&#246;schung ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der absolute Charakter des Rechts auf Eigentum, es ist &#8222;unverletzlich und heilig&#8220; gem&#228;ss der Erkl&#228;rung der Menschenrechte, rechnet nicht mit der Macht und den Launen der Natur. Auch der hartn&#228;ckigste Eigent&#252;mer wird machtlos sein, wenn ein Vulkan bei ihm ausbricht. Er kann die Polizei zur Hilfe rufen, doch deshalb wird der Eindringling nicht verschwinden. Es ist eine allgemeine Regel, dass die Gegenst&#228;nde und Ph&#228;nomene der Natur uns nicht gehorchen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie es Ni&#241;o Cochise, der Enkel des grossen Cochise, anmerkt, ist das Dasein der weissen M&#228;nner durch den Streit um Land gepr&#228;gt. Es sind jedoch nicht die Menschen, welche die Erde besitzen k&#246;nnen, sondern im Gegenteil die Erde, welche die Menschen besitzt und ern&#228;hrt. Sie wird sie alle eines Tages begraben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die landwirtschaftliche Frage&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die landwirtschaftliche Frage ist eng mit der L&#246;sung des Problems des Eigentums verbunden. Es ist eine vitale Frage f&#252;r die Revolution. In der Vergangenheit wurden Aufst&#228;nde der Arbeiter von Bauernarmeen bek&#228;mpft. Das Gegenteil gab es &#252;brigens auch, wie in Mexiko. Der Kleinbauer war im Namen der Verteidigung seines heiligen Rechts als Eigent&#252;mer stets leicht mobilisierbar f&#252;r die Konterrevolution.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den industrialisierten L&#228;ndern hat das Kapital jene Arbeit gemacht, welche es den &#8222;Roten&#8220; vorwarf, tun zu wollen: Es hat den grossen Teil der Bauern aus ihrem Zuhause verjagt. Es kann also zur Formation der Armee der Konterrevolution nicht mehr auf ihre ver&#228;ngstigte Masse z&#228;hlen. Der Nachschub an Lebensmittel in den St&#228;dten basiert allerdings weiterhin auf den l&#228;ndlichen Gebieten. Die Partei der Ordnung wird sich immer gl&#252;cklich sch&#228;tzen, aus dieser Situation eine Waffe gegen die Revolution zu machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die landwirtschaftlichen Arbeiter nicht Eigent&#252;mer des Bodens sind, welchen sie bebauen, sondern einfache Bauern oder Lohnarbeiter grosser Betriebe, werden sie sich organisieren, um sich um die Produktion zu k&#252;mmern. Sie werden ihren ehemaligen Chefs nichts mehr schuldig sein. Die Erde wird jenen geh&#246;ren, welche sie bebauen! Wenn ihr ehemaliger Chef oder Eigent&#252;mer sich ihnen anschliessen will, um ihnen mit seinen Kenntnissen und Kr&#228;ften zu helfen, wird das eine gute Sache sein. Er wird es nur unter der Bedingung der Gleichheit tun k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dort, wo Landbesitz und Landbebauung zusammenfallen, wenn der Bauer sehr wenig Lohnangestellte oder &#252;berhaupt keine hat, muss das Problem aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden. Das zum Wohl der Gesamtheit der Gesellschaft, die nur schwer die unzufriedenen Landwirte entbehren kann. Das zum Wohl des Bauern, dessen Bedingung sich proletarisiert hat, der f&#252;r seinen Nachschub und seinen Absatz vom kapitalistischen System abh&#228;ngt und der verstehen muss, dass er mit der kommunistischen Revolution nur gewinnen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Entwicklung des Kapitals geschah auf dem R&#252;cken der Landwirtschaft. Daraus kamen die Arbeitskraft und die Rohstoffe f&#252;r die Industrie. Der Kommunismus wird das Steuer herumreissen. Die Landwirtschaft ist sein bevorzugtes Kind, denn sie betrifft unmittelbar die Produktion der Nahrungsmittel und den Erhalt einer lebenswerten Umwelt. Zwei Dinge, die das Kapital besonders vernachl&#228;ssigt hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Eigentum, auf Familienbasis oder auch nicht, wird verschwinden, zusammen mit dem Staat und dem juristischen System, die es garantierten. Die Nutzung und die Gewohnheit der Bebauung von Land wird bleiben und sollte sogar von den revolution&#228;ren Beh&#246;rden garantiert werden. Auf dieser Grundlage werden sich die Bauern vereinen oder, falls sie das bevorzugen, sich isoliert um ihre Parzelle k&#252;mmern k&#246;nnen. Es ist wahrscheinlich, dass sie zumindest w&#228;hrend einer gewissen Zeit die beiden Methoden kombinieren werden. Jeder wird mit seinem St&#252;ck Land verbunden bleiben, doch sie werden sich mehr denn heute f&#252;r gewisse Arbeiten und die Verteilung ihrer Produkte gegenseitig helfen. Das Erbe im engen Sinn wird verschwinden, doch wer hat gr&#246;ssere Chancen, qualifiziert zu sein, der Nachfolger eines Landwirts zu sein und daran Interesse zu haben, als sein Sohn!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die allgemeine Regel wird sein, dass die Bauern die landwirtschaftliche Produktion so organisieren, wie sie es m&#246;chten. Der Zwang wird die schlechteste und teuerste aller L&#246;sungen sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die vom &#246;stlichen Kapitalismus praktizierte Kollektivierung der Landwirtschaft hat nichts mit dem Kommunismus zu tun. Man kollektivierte nicht aus ideologischen Gr&#252;nden, sondern aus wirtschaftlichen und ausgehend von Klasseninteressen. Es war notwendig, gegen die spontane Wiedergeburt der Bourgeoisie in den l&#228;ndlichen Gebieten zu k&#228;mpfen. Die reichen Bauern bereicherten sich auf dem R&#252;cken der armen Bauern, indem sie Wucherkredite praktizierten. Somit entstand ein Pol der Akkumulation von Wucherkapital, das den industriellen Pol konkurrenzierte, auf welchen sich die B&#252;rokratie st&#252;tzte. Deshalb war es notwendig, die Kollektivierung der Landwirtschaft durchzusetzen und den Preis daf&#252;r zu bezahlen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Preis war hoch. Anf&#228;nglich leisteten die Bauern in der Sowjetunion Widerstand, sie gingen sogar so weit, ihren Viehbestand zu dezimieren. Langfristig waren die Konsequenzen eine Stagnation der landwirtschaftlichen Produktivit&#228;t aufgrund des geringen Interesses in den Kolchosen. Daher kommt eine wechselhafte Politik betreffend famili&#228;ren Landbesitzes. Die Kollektivierung hat dazu beigetragen, die Bauern in den l&#228;ndlichen Gebieten zu belassen, indem sie einem direkten wirtschaftlichen Druck entzogen wurden. Das f&#252;hrte zu einem geringeren Druck und einer geringeren Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. Die UdSSR hat, in Anbetracht ihres industriellen Niveaus, eine aussergew&#246;hnlich bedeutende Masse an Bauern konserviert. Sie tr&#228;gt sie wie eine B&#252;rde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Indem wir uns weigern, zu kollektivieren, weigern wir uns, die Revolution in die l&#228;ndlichen Gebiete zu tragen und sie zu kommunisieren? &#220;berhaupt nicht! Ganz im Gegenteil! Die kommunistische Revolution ist gleichbedeutend mit der Beseitigung der Warenwirtschaft. Das betrifft auch die l&#228;ndlichen Gebiete.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Landwirt wird im Austausch f&#252;r seine Bem&#252;hungen kein Geld mehr erhalten, falls er Lohnarbeiter ist, oder f&#252;r seine Waren, falls er unabh&#228;ngiger Produzent ist. Er wird der Gesellschaft unentgeltlich den &#220;berschuss seiner Produktion liefern. Im Gegenzug wird er nichts bezahlen m&#252;ssen f&#252;r jene G&#252;ter, welche f&#252;r seinen Lebenserhalt und seine T&#228;tigkeit notwendig sind. Er wird nicht mehr vom Streben oder vom Bedarf nach Geld getrieben sein. Er wird direkt getrieben sein vom Interesse f&#252;r die Arbeit, der Liebe f&#252;r seine Art der Existenz oder dem Wunsch, n&#252;tzlich zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Leben als Bauer wird weniger aufw&#228;ndig sein. Er wird &#228;ussere Arbeitskraft zur Hilfe rufen k&#246;nnen. Das wird m&#246;glich gemacht werden durch die Schliessung vieler mehr oder weniger parasit&#228;rer Unternehmen und eine Reduzierung der Arbeitskraft in der Industrie und dem terti&#228;ren Sektor. Es wird m&#246;glich sein, gewisse Produktionen w&#228;hrend der Periode grosser landwirtschaftlicher Arbeiten auszusetzen, um Arbeitskr&#228;fte verf&#252;gbar zu machen. Das ist heutzutage unvorstellbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nicht nur einfach die Produktion wird transformiert werden, sondern auch die Distribution. Der Weg vom Landwirt zum Konsument wird so gut wie m&#246;glich reduziert werden. Der Transport der Produkte wird direkt von einer landwirtschaftlichen Siedlung in die Stadt erfolgen und die betroffenen Leute werden sich selbst darum k&#252;mmern. Wenn man den Preisunterschied zwischen dem Produktionspreis und dem vom Konsumenten bezahlten betrachtet, versteht man das Interesse einer solchen Vereinfachung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bauern werden selbst oder unter Einbezug von Hilfskr&#228;ften das Land bebauen und Vieh z&#252;chten. Sie werden es nicht unabh&#228;ngig vom Rest der Gesellschaft tun. Wir versprechen ihnen nicht die absolute Freiheit. Die Landwirtschaft h&#228;ngt heute von anderen Sektoren ab und das wird auch so bleiben. Vor ihr stehen ihre Lieferanten von D&#252;nger und landwirtschaftlichem Material. Ihre Unabh&#228;ngigkeit ist also diesbez&#252;glich notwendigerweise beschr&#228;nkt. Sonst nimmt sie aber einen zu bedeutenden Platz ein, als dass alle, die von ihr abh&#228;ngen, sich weigern w&#252;rden, sie sich mal anzuschauen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nehmen wir einen Extremfall: W&#252;rden die Landwirte ihr Land und ihr Vieh vernachl&#228;ssigen, da sie es nicht mehr n&#246;tig haben, Geld zu verdienen, so w&#228;re es naiv zu glauben, dass die Anderen einfach in Ruhe verhungern. In einer solchen Situation w&#228;re es m&#246;glich, im Gegenzug den Faulen weniger Lebensmittel zu geben. Die Landwirte m&#252;ssen ihr Land behalten und darauf angenehm leben k&#246;nnen. Doch wir k&#246;nnen nicht zulassen, dass sie zu Parasiten werden und v.a. dass sie sich G&#252;ter aneignen, die Andere an ihrer Stelle nutzen k&#246;nnten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#220;berwindung der Spaltung zwischen Stadt und Land ist Teil des Programms der Revolution. Das wird nur sehr progressiv geschehen k&#246;nnen, da sie in Stein und Beton gemeisselt ist. Man kann mit dem Zauberstab keine Wolkenkratzer oder W&#228;lder umsiedeln. Massnahmen in diesem Sinne werden aber schnell umgesetzt werden k&#246;nnen. So z.B. die provisorische oder definitive Umsiedlung der st&#228;dtischen Bev&#246;lkerungen in die l&#228;ndlichen Regionen, wo man zus&#228;tzlich kleine Industriezentren, wom&#246;glich in Verbindung mit den landwirtschaftlichen T&#228;tigkeiten, installieren k&#246;nnen wird. Viele Leute, welche die l&#228;ndlichen Regionen nur widerwillig verlassen haben oder die Stadt nicht m&#246;gen, werden gl&#252;cklich sein, dorthin zur&#252;ckzukehren. Die individuellen und kollektiven G&#228;rten werden spriessen und die Vorst&#228;dte und sogar die Stadtzentren beleben. Dazu werden wir Strassen wieder zu fruchtbarem Land machen, da sie aufgrund der Reduzierung des motorisierten Verkehrs nutzlos geworden sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das wird die nachhaltige Entsorgung eines Teils des M&#252;lls erleichtern, die Transportkosten verringern und der Bev&#246;lkerung frisches Gem&#252;se verschaffen. Einer der Nachteile der kapitalistischen Landwirtschaft ist die Tatsache, dass sie das aufgrund ihrer Entfernung vom Konsumenten und seiner Abf&#228;lle hervorgebrachte Ungleichgewicht durch stets wachsende chemische oder biologische Unterst&#252;tzung kompensieren muss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesen G&#228;rten werden die Kinder, die Alten, die Kranken, die heute h&#228;ufig von der Produktion ausgeschlossen und der Langeweile &#252;berlassen werden, sich besch&#228;ftigen und n&#252;tzlich f&#252;hlen. Das wird eine hervorragende Bildungsgrundlage f&#252;r eine ausgeschulte Jugend sein. Letztendlich wird es auch eine verschmutzte Luft reinigen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vom Mangel zur F&#252;lle&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Recht und das Gef&#252;hl f&#252;r Eigentum werden in der kommunistischen Gesellschaft erl&#246;schen, da der Mangel verschwinden wird. Es wird nicht mehr n&#246;tig sein, sich aus Angst an einen Gegenstand zu klammern, weil man nicht mehr in seinen Genuss k&#228;me, w&#252;rde man ihn auch nur einen Moment loslassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Durch welche Zauberei glaubt ihr, diese wundersame &#196;ra des &#220;berflusses hervorbringen zu k&#246;nnen?&#8220;, wird der Bourgeois ironisch fragen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es besteht nicht die geringste Zauberei in all dem. Wir werden den &#220;berfluss hervorbringen k&#246;nnen, weil er vor unseren Augen schon da ist. Es geht nicht darum, ihn zu erschaffen, nur darum, ihn zu befreien. Es ist eben genau das Kapital, das die Menschen und die Natur w&#228;hrend Jahrhunderten unterjocht hat, das ihn m&#246;glich gemacht hat. Es ist nicht der Kommunismus, der pl&#246;tzlich den &#220;berfluss hervorbringen wird, sondern der Kapitalismus, der k&#252;nstlich den Mangel unterh&#228;lt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die riesige Steigerung der Produktivit&#228;t der Arbeit hat bis jetzt am Schicksal des Proletariats nicht viel ge&#228;ndert. Sie hatte sogar sch&#228;dliche Auswirkungen. Die Macht des Kapitals hat die traditionellen Gesellschaften der Dritten Welt zerst&#246;rt, ohne ihren Bev&#246;lkerungen den Zugang zur industriellen Welt zu erlauben. Diese Tatsache, verbunden mit einem monstr&#246;sen demographischen Wachstum, hat einen grossen Teil der Menschheit zu totalem Elend verdammt. Der Status als Lohnsklave wird zu einem wahrhaftigen Aufstieg in Vergleich zu jenem als Obdachlosen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Atomkraft und die Elektronik wirkten zuerst als Waffen. Zum Gl&#252;ck haben uns die Fortschritte der Wissenschaft von diesen barbarischen Zeiten entfernt, wo man gezwungen war, jene zu sehen, welche man t&#246;tete, und wo man manchmal sogar mit ihrem Blut bespritzt wurde. Wow!!!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sogar die Bewohner der &#8222;reichen&#8220; L&#228;nder, welche von dieser Steigerung der Produktivit&#228;t profitieren, werden &#252;bers Ohr gehauen. Die Lohnerh&#246;hungen und die Steigerung des Konsums dienen nur dazu, die Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen wettzumachen. Der Besitz von mehr Gegenst&#228;nden oder perfektionierteren Gegenst&#228;nden als in einer vergangenen Zeit bedeutet nicht, dass wir besser leben. Der Arbeiter hat ein Auto, was sein Vater nicht hatte. Doch sein Arbeitsort und die l&#228;ndliche Region des Wochenendes sind weit voneinander entfernt. In den Staus verliert er erneut, was der Arbeitszeit entrissen worden ist, und die nerv&#246;se M&#252;digkeit kompensiert den geringeren k&#246;rperlichen Aufwand. Was die Industrie mit einer Hand zugesteht, haben sich die Bedingungen ihrer Entwicklung schon mit der anderen zur&#252;ckgeholt. Sie preist die Qualit&#228;t ihrer Hausmittel, aber vergisst, zu sagen, dass sie die Krankheit &#252;bertr&#228;gt. Das ist kein Zufall. Die Logik der Warenproduktion setzt voraus, dass die Bedingungen der Unzufriedenheit unterhalten werden. Das Medikament braucht die Krankheit. Wie es Fourier bemerkt hatte: In der Zivilisation entsteht der Mangel aus dem &#220;berfluss selbst und die Gesellschaft dreht sich in einem Teufelskreis.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das menschliche Wesen wird immer mehr auf die passive Rolle des Konsumenten reduziert. Sein untoter Zustand n&#228;hrt sich vom k&#252;nstlichen Leben der Waren. Sein Elend wird zur farbigen Widerspiegelung des in den Schaufenstern ausgestellten und zum besten Preis angebotenen Gl&#252;ckes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der kommunistischen Gesellschaft werden die G&#252;ter frei und gratis sein. Die gesellschaftliche Organisation wird sich in ihren Grundlagen des Geldes entledigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie kann verhindert werden, dass die Reicht&#252;mer von gewissen zu Lasten von anderen in Beschlag genommen werden? L&#228;uft unsere Gesellschaft nicht Gefahr, nach einem Moment der Euphorie, wo wir die existierenden Reserven unserer Gesellschaft nutzen werden, in die Verschwendung und die Ungleichheit abzugleiten, bevor sie in der Unordnung und in der Schreckensherrschaft versinkt?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Bef&#252;rchtungen haben nicht einfach eine Handvoll Privilegierter, die ein direktes Interesse an der Erhaltung des Systems haben. Sie dr&#252;cken auch den Standpunkt der Unterdr&#252;ckten aus, die Angst haben, dass ein gesellschaftlicher Umsturz ihre Lage verschlimmert. Werden im Sturm die Grossen nicht besser bewaffnet sein, um davonzukommen, als die Kleinen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der entwickelten kommunistischen Gesellschaft werden die Produktivkr&#228;fte zur Befriedigung der Bed&#252;rfnisse gen&#252;gend sein. Das frenetische und neurotische Verlangen nach Konsum und Beanspruchung wird verschwinden. Es wird absurd sein, akkumulieren zu wollen: Es wird kein Geld mehr geben, das man einstecken, und keine Lohnarbeiter, die man anstellen k&#246;nnte. Wozu sollte man Bohnenb&#252;chsen oder Zahnprothesen akkumulieren, die einem nichts n&#252;tzen? Wenn in diesem Stadium eine Form des Zwangs weiterbesteht, so wird es nicht jener der Distribution der Produkte sein, sondern in ihrem Wesen selbst, in den durch besondere Gebrauchswerten auferlegten Verbindlichkeiten. Es wird notwendigerweise M&#246;glichkeiten auf der Ebene der Fabrikation geben, f&#252;r welche man sich entscheidet, und andere, welche man ablehnt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die revolution&#228;re Gesellschaft die Wege der alten Welt verlassen wird, wird die Situation eine andere sein. Die revolution&#228;ren Beh&#246;rden, die Arbeiterr&#228;te, werden eine gewisse Anzahl an Regeln definieren und anwenden m&#252;ssen, um vor der R&#252;ckkehr der Gewohnheiten und Mechanismen der Warenwelt gesch&#252;tzt zu sein. Es wird vielleicht notwendig sein, die Anzahl Bohnenb&#252;chsen oder Zuckers&#228;cke, die jeder bei sich zu Hause aufbewahren k&#246;nnen wird, zu beschr&#228;nken. Mann kann die Dauer dieser Phase nicht pr&#228;zis definieren. Sie wird aufgrund der gr&#246;sseren oder kleineren Armut der Regionen variieren. Sie wird von der Macht und der Entschlossenheit der revolution&#228;ren Partei abh&#228;ngen. Ein von der Partei des Kapitals ausgel&#246;ster Krieg, der zu Sch&#228;den in der Produktion und im Transport f&#252;hren w&#252;rde, w&#252;rde diese &#220;bergangsphase gezwungenermassen verl&#228;ngern. Wenn man nur von der notwendigen Periode zur kommunistischen Umwandlung der Produktivkr&#228;fte ausginge, k&#246;nnte sie sehr kurz sein. Man schaue sich nur an, wie schnell die amerikanische Wirtschaft sich w&#228;hrend dem Zweiten Weltkrieg in eine Kriegswirtschaft verwandeln konnte!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit dem Kommunismus werden der Charakter der Gesamtheit der Produktion und das Wesen der produzierten Gegenst&#228;nde eine radikale Transformation erfahren. Das Verschwinden des Tauschwerts wirkt sich auf den Gebrauchswert aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Transformation der Produkte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die auf dem Markt angebotenen Waren stellen ein extrem hierarchisiertes Ensemble dar. Es gibt nicht eine Ware oder einige Waren f&#252;r ein gegebenes Bed&#252;rfnis, sondern eine Vielzahl von der gleichen Marke oder konkurrierenden Marken. Es geht nat&#252;rlich darum, die &#214;ffentlichkeit zu befriedigen und eine Antwort auf die Mannigfaltigkeit ihrer Bed&#252;rfnisse zu bieten. Der Kunde muss die Wahl haben! In Tat und Wahrheit hat er nur jene Wahl, welche ihm seine finanziellen Mittel und seine gesellschaftliche Funktion erlauben. Etliche Waren stellen eine Antwort auf das gleiche Bed&#252;rfnis dar, doch sie unterscheiden sich durch ihre Qualit&#228;t und ihren privaten Charakter. Das gilt z.B. f&#252;r Kocht&#246;pfe. Verschiedene Produkte k&#246;nnen verschiedenen Nutzungen entsprechen. Nur sind diese verschiedenen Nutzungen nicht f&#252;r die gleichen Individuen erschwinglich. Es sind nicht die gleichen, welche ihre Gesch&#228;fte mit dem &#220;berschallflugzeug oder mit dem Fahrrad erledigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Hierarchisierung und Unterscheidung der Waren ist die Widerspiegelung der Konkurrenz der Gruppen und der extremen Ungleichheit der L&#246;hne und der Existenzbedingungen in der kapitalistischen Welt. Sie pr&#228;gen die industrielle Entwicklung. Die Bed&#252;rfnisse der Reichen stellen den Leitfaden dar. G&#252;ter wie das Auto verlieren einen grossen Anteil ihrer Gebrauchsqualit&#228;t, wenn sie nicht mehr das Privileg einer Minderheit sind, um von allen angeeignet zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus schl&#228;gt nicht vor, allen Individuen die gleiche Uniform anzuziehen und sie mit der gleichen Br&#252;he zu ern&#228;hren. Doch er wird Schluss machen mit dieser verh&#228;ngnisvollen Diversifizierung und Hierarchisierung der Produkte. Die neuen und noch seltenen G&#252;ter werden anfangs kollektiv oder von den Erstgekommenen genutzt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Bereich der Bekleidung kann man sich vorstellen, dass wir einerseits eine beschr&#228;nkte aber gen&#252;gende Anzahl Qualit&#228;tsbekleidung zur Abdeckung aller Gr&#246;ssen und gew&#246;hnlicher Gebr&#228;uche produzieren. Sie werden massiv und auf so automatische Art und Weise wie m&#246;glich produziert werden. Andererseits k&#246;nnten wir Ateliers er&#246;ffnen, wo Maschinen und Stoff f&#252;r alle jene zur Verf&#252;gung stehen werden, welche f&#252;r sich selbst oder ihre Freunde andere Kleider fabrizieren m&#246;chten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die ber&#252;hmte Freiheit des Konsumenten ist nicht nur durch die Anzahl seiner Taler beschr&#228;nkt. Man kann teuer bezahlen und bez&#252;glich der Qualit&#228;t reingelegt werden. Wenn man nicht viel Geld hat, kann man praktisch sicher sein, dass man Schund bekommen wird. Betrug und die Ware bedingen sich gegenseitig. Es ist kein weiter Weg vom H&#228;ndler zum Gauner. Es ist wichtig, dass man scheinbar einen Vorteil hat, und es ist relativ unbedeutend, dass dieser nur scheinbar ist. Was vorher von der Bosheit des H&#228;ndlers abhing, ist unter dem Kapital praktisch zu einer permanenten Regel geworden. Das Kapital selbst produziert die Ware. Es kann also den Schwerpunkt auf ihr Bild statt auf ihre wirkliche Qualit&#228;t legen. Wir sind an einem Punkt angekommen, wo Ingenieure den notwendigen Verfall der Gegenst&#228;nde berechnen und bestimmen. Der Markt darf nicht mit Produkten behindert werden, welche zu lange halten w&#252;rden!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Je schneller ein Kapital &#252;brigens zirkuliert, je schneller es wieder die Geldform annimmt, um sie wieder zu verlieren und zu einer konkreten Ware zu werden, desto mehr bringt es ein. Es kann mit einem zus&#228;tzlichen Profit neu investiert werden. Diese Tendenz des Kapitals f&#252;hrt dazu, dass es unergiebige Reserven verwirft. Alles muss schnell zirkulieren. Sogar Investitionen in Geb&#228;ude und Maschinen m&#252;ssen so schnell wie m&#246;glich amortisiert sein: Sie repr&#228;sentieren immobilisiertes Geld. Der Kapitalist opfert die M&#246;glichkeiten der Technik auf dem Altar der Finanz. Er investiert eher kurz- denn langfristig. Man schr&#228;nkt die Qualit&#228;t ein und man erh&#246;ht den Preis der Produkte, weil man die Investitionen in Produktionsmittel eingeschr&#228;nkt hat. Man bevorzugt eine schnelle Erneuerung und eine oberfl&#228;chliche Ver&#228;nderung einer Produktpalette gegen&#252;ber tiefgehenden technologischen Modifikationen des Produktionsapparats. Der technische Fortschritt wird sehr wohl verwirklicht, die Geschichte des Kapitalismus bezeugt es, doch es geschieht begleitet von wirtschaftlichen Kr&#228;mpfen und einer enormen Verschwendung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Produkte der menschlichen T&#228;tigkeit nicht mehr die Form von Kapital annehmen werden, wird es keinen Grund mehr geben, keine Reserven anzulegen. Sie werden unsere Sicherheit garantieren und die Imperative der Produktion und der Transporte lockern, indem sie eine Pufferfunktion spielen werden. Ausser, wenn die Natur der Produkte selbst es verlangen wird, wird die Notwendigkeit zur st&#228;ndigen Eile verschwinden. Es wird m&#246;glich sein, langfristige Projekte aufzugleisen und die Kr&#228;fte f&#252;r bedeutende und langfristige Investitionen zu b&#252;ndeln. Die Technik wird dahingehend orientiert werden, dass sie die Fabrikation von nachhaltigen Gegenst&#228;nden erlauben wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heutzutage sind die Zirkulationskosten der Waren immer betr&#228;chtlicher geworden, oft sind sie h&#246;her als die eigentlichen Produktionskosten. Zu den Zirkulationskosten geh&#246;rt nicht nur der Preis des Transports, sondern auch jener der Verpackung, des Marketings, der Werbung&#8230; Ein grosser Anteil dieser Kosten h&#228;ngt nicht von der Natur des Produkts oder des Ortes ab, wo es gebraucht wird. Sie stellen eine F&#246;rderung der Ware als Ware dar. Sie werden verschwinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sogar bez&#252;glich der eigentlichen Transportkosten werden betr&#228;chtliche Ersparnisse m&#246;glich sein. Die zunehmende Trennung zwischen Orten der Produktion und des Konsums hat viel mit der kapitalistischen Natur des Systems zu tun. Die Zustellung der Waren wird vereinfacht werden. Die vielen Unternehmen und Zwischenh&#228;ndler werden verschwinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die mit der Notwendigkeit der Kontrolle und der &#220;berwachung zur Verhinderung von Diebstahl verbundenen Kosten werden, genau wie alles, was mit Bezahlung zu tun hat, keine Daseinsberechtigung mehr haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In dieser neuen Welt wird der Mensch nicht pausenlos bezahlen und sich rechtfertigen m&#252;ssen, um sich zu ern&#228;hren, fortzubewegen, zu am&#252;sieren. Diese Gewohnheit wird er schnell verlieren. Daraus wird das Gef&#252;hl entstehen, wirklich frei zu sein. Er wird sich &#252;berall zu Hause f&#252;hlen. Da er nicht pausenlos kontrolliert wird, wird er nicht in Versuchung kommen, etwas zu missbrauchen. Weshalb sollte man versuchen, zu l&#252;gen oder geheime Reserven anzulegen, wenn man sicher ist, dass man satt werden wird?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Gef&#252;hl des Eigentums wird allm&#228;hlich verschwinden. R&#252;ckblickend wird es als komisch und kleinlich erscheinen. Wieso sollte man sich an einen Gegenstand oder eine Person festklammern, wenn das gesamte Universum einem geh&#246;rt?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der neue Mensch wird seinem Vorfahren &#228;hneln, der J&#228;ger und Sammler war und der einer Natur vertraute, die gratis und h&#228;ufig im &#220;berfluss liefert, was man zum Leben braucht, der sich nicht um den n&#228;chsten Tag sorgte, da er darauf ohnehin keinen Einfluss hatte. Der Mensch von morgen wird als Natur die von ihm gestaltete Welt haben, der &#220;berfluss wird durch seine eigenen H&#228;nde entstehen. Er wird selbstbewusst sein, da er seiner Kraft vertraut und ihre Grenzen kennt. Er wird sorgenfrei sein, weil er weiss, dass die Zukunft ihm geh&#246;rt. Der Tod? Er existiert. Doch es ist nicht angemessen, &#252;ber etwas zu weinen, das notwendig ist. Was wichtig ist, ist, dass man den Moment geniessen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;IV. Jenseits der Arbeit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kapitalismus hat die Produktionsmittel ohne Unterbruch revolutioniert, doch er war unf&#228;hig, die produktive T&#228;tigkeit wirklich zu befreien und zu transformieren. Die industrielle Arbeit ist gleichbedeutend mit der extremsten Entfremdung. Der Proletarier im Blaumann oder im weissen Hemd ist an seine Maschine oder seine Arbeitsorganisation gekettet. Er nahm die Ermessensfreiheit und den Spielraum wahr, welche dem Handwerker oder gar dem Leibeigenen und dem Sklaven blieben. Der unpers&#246;nliche Charakter dieser Herrschaft macht sie nicht ertr&#228;glicher.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Arbeit hat sich vom Rest des Lebens abgespalten. Sie beherrscht es durch die von ihr ausgel&#246;ste M&#252;digkeit und Verdummung und den durch sie verschafften Lohn.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit der Kontrolle des modernen Kapitals &#252;ber die Gesamtheit des gesellschaftlichen Lebens wird letztendlich die ganze Existenz von den Prinzipien der Arbeit bestimmt. Die Logik der Ergiebigkeit und der Produktion beherrscht die &#8222;freie&#8220; Zeit. Alles muss rationalisiert und rentabel gemacht werden, auch das Vergn&#252;gen und die Verschwendung! Jeder wird herzlich dazu eingeladen, die Nachfolge des Systems in seiner eigenen Selbstdisziplinierung anzutreten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist allen voran eine radikale Transformation der menschlichen T&#228;tigkeit. Diesbez&#252;glich kann man von der Abschaffung der Arbeit sprechen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeit und Folter&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn es ein Wort gibt, das nicht neutral ist, so ist es das Wort Arbeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf Franz&#246;sisch und Spanisch kommt das Wort vom lateinischen Wort &lt;i&gt;trepalium&lt;/i&gt;, es beschrieb ein Folterinstrument, das auf das Kreuz folgte. Bevor es seine moderne Bedeutung annimmt, beschreibt es zuerst besonders m&#252;hsame Arbeiten, dann die Arbeit in den Minen. Heute hat sich seine Bedeutung betr&#228;chtlich ausgeweitet, doch die Grenzen davon bleiben vage. Die Arbeit, als ob es darum ginge, ihr eine nat&#252;rliche Rechtfertigung zu geben, beschreibt letztendlich k&#246;rperliche Ph&#228;nomene.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf Englisch verweist der Ursprung auf eine konkrete b&#228;uerliche T&#228;tigkeit. Was den Begriff der Arbeit auszeichnet, ist eben genau sein abstrakter Charakter. Er beschreibt nicht mehr diese oder jene besondere T&#228;tigkeit, sondern die T&#228;tigkeit und die Anstrengung an sich. Man pflanzt keinen Kohl mehr an, man webt nicht mehr, man passt nicht mehr auf die Schafe auf, man arbeitet. Jede Arbeit ist einer anderen gleichwertig. Was z&#228;hlt, ist die Zeit, die man daf&#252;r aufwendet, und der Lohn, den man daf&#252;r bekommt. Wie Marx es formulierte: &#8222;Die Zeit ist alles, der Mensch ist nichts mehr, er ist h&#246;chstens noch die Verk&#246;rperung der Zeit.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir greifen nicht das Wort Arbeit an, sondern die sch&#228;ndliche Wirklichkeit, die es beschreibt. Es ist von geringer Bedeutung, ob der Begriff bleibt oder verschwindet. Wenn er bleiben soll, dann wird er seinen Sinn zutiefst &#228;ndern m&#252;ssen. Vielleicht wird er letztendlich den Gipfel des Genusses beschreiben!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der kommunistischen Gesellschaft wird die produktive T&#228;tigkeit ihren strikt produktiven Charakter verlieren. Die Obsession der Ergiebigkeit und der verlorenen Zeit wird verschwinden. Die Arbeit wird Teil der Gesamtheit eines transformierten Lebens sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine solche Ver&#228;nderung ist gleichbedeutend mit dem Ende der Hierarchie, der Teilung zwischen Anf&#252;hrern und Angef&#252;hrten, der Trennung zwischen Entscheidung und Ausf&#252;hrung, des Gegensatzes zwischen geistiger und k&#246;rperlicher Arbeit. Der Mensch wird nicht mehr von den Produkten seiner T&#228;tigkeit und seinen Werkzeugen beherrscht sein. Die Unterwerfung der Natur unter den Produktionsprozess und ihre Aneignung durch Gruppen oder Individuen werden verschwinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Revolution wird von einer technologischen Mutation begleitet sein. Das Wesen der industriellen Entwicklung selbst wird in Frage gestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der parasit&#228;re Charakter des Kapitalismus zeigt sich in der Tatsache, dass man das gesellschaftliche Leben garantieren kann, auch wenn ein grosser Teil der Unternehmen geschlossen werden. Ein Beweis f&#252;r die Ressourcen eines entwickelten Landes hat der Streik im Mai 68 in Frankreich geliefert. Die Gesamtheit der Industrie konnte w&#228;hrend einem Monat geschlossen sein, ohne dass die Folgen davon allzu f&#252;hlbar waren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vielleicht werden wir w&#228;hrend der Periode der Revolution zu wenig Brot haben. Doch daf&#252;r wird nicht eine Schw&#228;che der Produktionskapazit&#228;t verantwortlich gemacht werden k&#246;nnen. Es wird die Folge von besonderen Ursachen sein. Das w&#252;rde uns nicht daran hindern, parasit&#228;re Industrien zu schliessen. Im Gegenteil, das w&#252;rde umso notwendiger werden, um die Kr&#228;fte hin zu den vitalen Sektoren zu orientieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir k&#246;nnen nicht im Vornhinein und detailliert entscheiden, was abgeschafft werden wird und was nicht. Wir sind &#252;berzeugt von der dreckigen Rolle der Kriegsindustrie. Sie wird keine Daseinsberechtigung in einer entwickelten kommunistischen Gesellschaft mehr haben. Wir k&#246;nnen jedoch nicht entscheiden, ob sie in einer &#220;bergangsphase nicht entwickelt werden muss!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Entscheidungen werden sowieso nicht mehr von einem Komitee von Technokraten getroffen, sondern direkt von den betroffenen Arbeitern. Die Bedrohung eines Lohnverlustes wird in ihrer Entscheidung nicht mehr ins Gewicht fallen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn sich einige aus Korporatismus oder aus weniger redlichen Gr&#252;nden an nutzlosen oder gar sch&#228;dlichen Aufgaben festklammern, werden sie vor der Gesamtheit des kommunistischen Proletariats daf&#252;r verantwortlich sein. Das Recht auf Eigentum oder auf freie Bestimmung wird keine Entschuldigung sein f&#252;r die Polizisten oder die Finanzangestellten, die m&#246;chten, dass die Routine ihrer kleinen Gewohnheitsarbeit weitergeht!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alles, was der Finanz und der Staatsmaschinerie dient, was anstrengende und bedeutende Bem&#252;hungen zur Befriedigung sekund&#228;rer Bed&#252;rfnisse verlangt, wird eliminiert oder zumindest zutiefst transformiert werden. Produkte oder &#8222;Dienstleistungen&#8220; wie das Telefon, die elektrische Energie, die heutzutage von den Unternehmen genutzt werden, k&#246;nnen grossmehrheitlich direkt hin zum individuellen Konsum umorientiert werden. Geb&#228;ude und Maschinen werden anders genutzt werden k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zahlreiche Bed&#252;rfnisse werden mit viel geringeren gesellschaftlichen Ausgaben befriedigt werden k&#246;nnen. Der Transport z.B. wird auf einer viel vern&#252;nftigeren Nutzung der individuellen und kollektiven Fahrzeuge basieren. Die zeitlichen Imperative werden viel flexibler sein. Es wird viel weniger h&#228;ufig notwendig sein, zu verreisen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;T&#228;tigkeiten werden nicht wirklich verschwinden, sondern zutiefst transformiert werden. Die Bildung wird so gut es geht frei vom Handeln der Spezialisten sein. Das Druckwesen wird nicht mehr im Dienst grosser Tageszeitungen stehen, sondern in jenem einer Vielzahl kleiner Druckerzeugnisse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Produktion f&#252;r die Produktion und der Kampf um die Kunden werden keine g&#252;ltigen Prinzipien mehr sein, es wird darum gehen, die m&#252;hsame und uninteressante industrielle Arbeit so stark wie m&#246;glich zu beschr&#228;nken. Die Schliessung nutzloser Sektoren wird es erlauben, die notwendig gebliebenen produktiven Aufgaben zu erleichtern und zu variieren. Die befreiten gesellschaftlichen Kr&#228;fte werden sich um neue T&#228;tigkeiten k&#252;mmern k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kinder, die Studenten, die alten Leute und die Hausfrauen werden gem&#228;ss ihren F&#228;higkeiten an den gesellschaftlichen T&#228;tigkeiten teilnehmen k&#246;nnen, ohne auf dem Arbeitsmarkt eine konkurrierende Arbeitskraft darzustellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Transformationen sind nicht ein Luxus, der die Revolution sich erlauben sollte, um die Z&#246;gernden anzuziehen. Sie sind unmittelbar notwendig, um die Partei des Kapitals zu bek&#228;mpfen und die Kr&#228;fte gegen sie zu konzentrieren, denn es besteht das Risiko, dass sie eine gewisse Zeit &#252;berlebt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wissenschaft und Automatisierung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;All diese Massnahmen geben uns nur ein vages Bild dessen, was folgen wird. Der Kommunismus wird die materielle Grundlage benutzen, welche ihm die alte Welt vererben wird. Er wird v.a. technische und wissenschaftliche Errungenschaften entwickeln. Er wird es schneller und besser als das Kapital tun.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geh&#246;rt zum guten Ton, &#252;ber die vollendeten technischen Fortschritte seit dem Zweiten Weltkrieg zu schw&#228;rmen. In Wirklichkeit sollten wir uns eher &#252;ber die Langsamkeit wundern, mit welcher die wissenschaftlichen Entdeckungen in die Industrie vorstossen. Diese zeichnet sich allen voran durch ihre Tr&#228;gheit aus. Sie macht Fortschritte, wenn historische &#8222;Unf&#228;lle&#8220; sie dazu zwingen, ihre Lieferanten oder ihren Absatzmarkt zu ver&#228;ndern, sie modifiziert ihre technischen Grundlagen, wenn die Zinss&#228;tze zusammengefallen sind, um dem wirtschaftlichen Stillstand zu entfliehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die aktuelle Industrie lebt von der Perfektionierung von Erfindungen und Entdeckungen, die mehrere Jahrzehnte alt sind. Fahrzeuge z.B., die auf dem Verbrennungsmotor und fossiler Energie basieren, wie unsere Avantgarde-Autos, sind wahrhafte Fossile in Hinsicht auf die wissenschaftlichen M&#246;glichkeiten. Die Industrie hat es weder geschafft, wirklich die Automatisierung, noch neue Energiequellen zu entwickeln. Sie kann es nur tun, wenn es von ihrem engstirnigen Standpunkt aus rentabel wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus wird es sich erlauben k&#246;nnen, Maschinen oder Industriekomplexe zu bauen, die vom Standpunkt einer kapitalistischen Unternehmung oder gar eines Staates nicht rentabel gewesen w&#228;ren. Er wird davon ausgehen, dass der vollendete Fortschritt sich lohnt, wenn auch nicht unbedingt hinsichtlich eines unmittelbaren Vorteils. Obwohl er h&#228;ufig dort diesen unmittelbaren Vorteil finden k&#246;nnte, wo ihn der Kapitalismus nicht sehen w&#252;rde: verbesserte Qualit&#228;t der Produkte, Interesse der Forschung, Verbesserung der Arbeitsbedingungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vom Standpunkt des Kapitalismus aus ist es nicht rentabel, einen stillen Presslufthammer zu entwickeln, solange der Preis nicht gleich oder geringer ist als jener eines lauten Presslufthammers. Es ist kaum von Bedeutung, ob die Kosteneinsparung durch offensichtliche Unannehmlichkeiten bezahlt wird. Die Tatsache, dass sich seine Produktion entwickeln wird und der stille Presslufthammer g&#252;nstiger werden kann als der laute, kann zum Zeitpunkt seiner Lancierung nicht ber&#252;cksichtigt werden. Wieso w&#252;rde ein Unternehmen das Risiko eingehen, im Namen des technischen Fortschrittes oder aus Humanismus Konkurs zu gehen oder zumindest Opfer zu erbringen? Der Kommunismus wird sich nicht damit begn&#252;gen, den Kapitalismus abzul&#246;sen. Er wird die Wissenschaft und die Technik transformieren. Aus bewussten oder unbewussten Dienern der industriellen H&#246;lle werden Werkzeuge der Befreiung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Wissenschaft wird kein von der Produktion getrennter Sektor mehr sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Kapital hat ein vitales Bed&#252;rfnis nach Innovation. Es kann sie nicht direkt aus dem Produktionssektor entstehen lassen. Dieser muss ruhig bleiben und die Vorstellungskraft darf sich darin nicht entfesseln. Die Wissenschaft hat sich also ihrerseits entwickelt. Sie ist lange marginal geblieben, das Werk von Amateuren. Da das Kapital ihre Dienste dringender braucht, musste es sie in die Hand nehmen. Unter der Schirmherrschaft des Staates und der Unternehmen wird die Wissenschaft zu einer Investition. Sie b&#252;rokratisiert sich, sie f&#228;llt unter das Joch der Berater und Verwalter. Die Schaffensfreiheit wird an der Leine gehalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den Augen der &#246;ffentlichen Meinung ist die Wissenschaft eine gute oder b&#246;se Fee. Der Gelehrte ist der zum Lohnarbeiter gewordene Zauberer. Was das Resultat des kritischen Geistes ist, erscheint als ein Werk der Magie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Ideologie der Produktion greift das wieder auf, was sie der Forschung zugestehen musste. Die Wissenschaft erscheint als der Sektor, wo eine besondere Ware produziert wird: das Wissen. Die Erkenntnis ist nicht mehr das prek&#228;re Resultat einer gegebenen Forschung, sondern wird zu einem als heilig verehrten Produkt, das einer Masse geistig Behinderter zur Kontemplation angeboten wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht darum, die Initiative und die Forschung zu befreien, um sie allen zur&#252;ckzugeben. Die Wissenschaft darf nicht mehr im Besitz einer Kaste von Spezialisten sein, um wieder zu einer Vorliebe f&#252;r das Risiko und das Spiel, zum Vergn&#252;gen der Entdeckung zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#8222;Eroberung&#8220; des Weltraumes illustrierte die M&#246;glichkeiten der Automatisierung und der Elektronik. Es geht darum, all diese Technologie zur Transformation unseres allt&#228;glichen Lebens anzuwenden. Die Automatisierung erlaubt es, die Menschen von langweiligen Besch&#228;ftigungen zu entlasten und den Maschinen das zu &#252;berlassen, was sie verdienen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die ersten Schritte automatischer Systeme, die, einmal installiert, ohne Intervention funktionieren und sich regulieren, gehen auf die Zeiten der Pharaonen zur&#252;ck. Sie dienten zur Regulierung des Nils. Mit dem Beginn der modernen Zeit sieht man sie aufbl&#252;hen. Man sieht erstmals automatische &#8222;Fabriken&#8220;. So z.B. diese M&#252;hle in der N&#228;he von Philadelphia, die 1874 ohne manuelle Intervention das Getreide empfing und in Mehl verwandelte. Neben den automatischen Produktionsmaschinen haben sich die Rechenmaschinen entwickelt. Im Jahr 1881 wird das automatische Telefon pr&#228;sentiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Automatismus existiert schon sehr lange. Er ist nur eine extreme Form des Maschinenbetriebes. Es ist die Elektronik, die es erlauben wird, daraus eine g&#228;ngige, wenn nicht die gew&#246;hnlichste Form des Maschinenbetriebes zu machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Elektronik, verbunden mit der Kontrolle bedeutender Energiequellen, erlaubt es, aus der Distanz zu agieren und eine grosse Anzahl Operationen zu zentralisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Automatisierung ist nicht einfach die M&#246;glichkeit, den Maschinen jene Aufgaben anzuvertrauen, welche der Mensch nur widerwillig erledigt. Es ist auch, und vielleicht allen voran, die M&#246;glichkeit, Dinge zu unternehmen, die anders nie m&#246;glich gewesen w&#228;ren. Sie macht Operationen m&#246;glich, die schnellere Reaktionen und komplexere Berechnungen als jene der Menschen verlangen. Die Maschinen k&#246;nnen unter Bedingungen agieren, die zum Leben ungeeignet sind. Ohne die Automatisierung w&#228;ren die Entwicklung der Atomkraft oder die Entdeckung des Weltraumes unm&#246;gliche Unternehmungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jene, welche die Revolution wollen, aber ohne daf&#252;r die Wissenschaft und die fluchbeladene Technologie zu nutzen, sind in einer Sackgasse. Die massive Zerst&#246;rung unserer Umwelt ist freilich nicht unabh&#228;ngig von den technischen M&#246;glichkeiten, doch wir k&#246;nnen nicht sie daf&#252;r verantwortlich machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Atomenergie oder die Informatik k&#246;nnen sehr gef&#228;hrliche Eigenschaften haben. Es ist der Widerschein ihrer Macht. Doch das ist nur ein Problem f&#252;r die gegenw&#228;rtige Gesellschaft, welche sie auf leichtsinnige Art und Weise oder zur St&#228;rkung ihrer Kontrolle &#252;ber die Leute benutzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bis anhin hat das Kapital nur das Detail automatisiert. Das bedeutet nicht, dass es sich damit begn&#252;gen kann. Seine Logik, die Notwendigkeit, eine angemessene Profitrate aufrechtzuerhalten oder wiederzufinden, muss es dazu zwingen, weiter zu gehen. Das bedeutet nicht, dass die Verallgemeinerung der Automatisierung kompatibel mit der Aufrechterhaltung des aktuellen Systems ist. Ihr Prinzip selbst ist unvereinbar mit dem &#220;berleben einer Klassengesellschaft: Sie macht den Proletarier nutzlos. &#8222;Wir sollten uns daran erinnern, dass die automatische Maschine [&#8230;] das exakte &#246;konomische &#196;quivalent zur Sklavenarbeit darstellt.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;N. Wiener.&#034; id=&#034;nh1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Das extreme Entwicklungsstadium des Maschinenbetriebes macht die menschlichen Maschinen nutzlos.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die L&#246;sung ist also die kommunistische Revolution, sonst droht dem Proletariat die Zerst&#246;rung, es wird auf eine Schicht von F&#252;rsorgeempf&#228;ngern reduziert oder schlichtweg eliminiert. Propheten des Ungl&#252;cks sagen uns die zweite M&#246;glichkeit vorher. Unser Optimismus basiert nicht auf dem Humanismus unserer Anf&#252;hrer: Die Geschichte hat gezeigt, dass sie nicht vor einem V&#246;lkermord zur&#252;ckschrecken. Wir halten sie schlicht f&#252;r unf&#228;hig, die Situation im Griff zu haben und eine wahrhaftige Politik zu steuern. In guten wie in schlechten Zeiten werden wir nicht von &#220;bermenschen mit m&#228;chtigem Weitblick regiert, sondern von Dummk&#246;pfen, die geschickt sind in R&#228;nkespielen, aber unf&#228;hig, eine historische Vision der Ereignisse zu haben. Sie werden selbst teilweise vom Produktionsprozess verworfen. Das einzige, was es braucht in der Geschichte, ist ein Proletariat, das sich nicht allzu dumm anstellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Macht der Proletarier ist immens. Das Bewusstsein &#252;ber diese Macht ist extrem beschr&#228;nkt. Die Arbeiterklasse hat immer ihre Macht dank ihrer Stellung im Produktionsapparat erlangt. Die Beginne der Automatisierung dieses Apparats haben diese Macht noch verst&#228;rkt. Kleine Fraktionen an Arbeitern und Technikern halten eine enorme Macht in ihren H&#228;nden. Wirtschaftliche Schwankungen bergen das Risiko, sie auf den Geschmack zu bringen, sie zu benutzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bourgeoisie oder die B&#252;rokratie k&#246;nnen nicht das Proletariat negieren, ohne sich selbst zu negieren. Sie sind an den Wert gekettet, d.h. an die menschliche Arbeit, welche die Grundlage dieses Werts ist. Sie wollen nicht den Fortschritt um des Fortschritts willen, sondern um des Geldes willen. Wenn sie den Maschinenbetrieb entwickeln, so ist das nicht mit dem Hintergedanken, sich zu turbulenter Arbeiter zu entledigen. Das Proletariat ist nicht einfach ein Werkzeug f&#252;r die Bourgeoisie. Es ist auch ihre Daseinsberechtigung. Das Kapital (oder die Arbeit) setzt den Menschen auf den Rang einer Maschine herab, doch es kann nichts anderes als ein gesellschaftliches Verh&#228;ltnis zwischen Klassen sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Klassengesellschaft und Robotisierung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jede Klassengesellschaft tendiert dazu, aus dem menschlichen Wesen einen Roboter zu machen, es auf einen Gegenstand zu reduzieren, dessen K&#246;rper und Intelligenz man benutzt. Wenn ein Teil der Gesellschaft nicht mehr f&#252;r sich selbst arbeitet, sondern sich abqu&#228;lt, um eine andere Fraktion der Gesellschaft zu n&#228;hren, bedeutet das, dass er sich zus&#228;tzlich bem&#252;hen muss, aber v.a. auch, dass das Wesen seiner T&#228;tigkeit sich ver&#228;ndert. Was den Meister interessiert, ist nicht das Vergn&#252;gen oder der Verdruss, die Freude oder das Leid des Sklaven, es ist seine Produktion. Die Klassengesellschaft basiert auf der menschlichen M&#246;glichkeit, G&#252;ter herzustellen, die vom Produzenten getrennt werden und von anderen benutzt werden k&#246;nnen. Das menschliche Wesen ist kein menschliches Wesen mehr, sondern ein Werkzeug. Die typisch menschliche F&#228;higkeit, Werkzeuge zu bauen und die Produktion im Vornhinein zu denken, wendet sich gegen es, um aus ihm selbst ein Werkzeug zu machen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Ausbeuter kann sich gegen&#252;ber dem Ausgebeuteten als gutm&#252;tig oder b&#246;sartig zeigen. Gef&#252;hle sind nicht ausgeschlossen. Noch besser, die Gef&#252;hle sind notwendig, um die Zahnr&#228;der des Systems zu &#246;len. Doch sie sind ein sekund&#228;res und begrenztes Produkt. Der Ausbeuter kann gutm&#252;tig sein, doch er kann nicht mit der Ausbeutung aufh&#246;ren. Er kann sadistisch sein, doch er kann nicht sein Menschenmaterial zerst&#246;ren. Wenn der Kapitalismus jedoch diesen Punkt der Barbarei erreicht, dann wird er von der wirtschaftlichen Notwendigkeit dazu gedr&#228;ngt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die vergangenen herrschenden Klassen st&#252;tzten sich auf b&#228;uerliche Gemeinschaften. Das Kapital hat diese Gemeinschaften zerst&#246;rt, um ein verst&#252;mmeltes und atomisiertes Menschenmaterial zu unterwerfen. Als Ware unter den Waren ist der Proletarier auf dem Markt der &#8222;Produktionsfaktoren&#8220; mit seinen mechanischen Konkurrenten konfrontiert. In diesem Kampf gewinnt die Maschine allm&#228;hlich und reduziert seine Stellung im Produktionsprozess.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus stellt den Charakter dieser Entwicklung auf den Kopf. Der Mensch st&#252;nde darin nicht mehr in Konkurrenz zur Maschine, weil er kein Produktionsfaktor mehr sein wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kommunistische Nutzung des Maschinenbetriebes ist gleichbedeutend mit der M&#246;glichkeit, eine grosse Anzahl T&#228;tigkeiten zu automatisieren. Das bedeutet nicht, dass die verallgemeinerte Automatisierung der Schl&#252;ssel f&#252;r die soziale Frage ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Abschaffung der Lohnarbeit bedeutet nicht die Ersetzung des Menschen durch die Maschine, sondern die menschliche Transformation der menschlichen T&#228;tigkeit mithilfe der Maschinen. Es geht nicht darum, die w&#246;chentliche Arbeitszeit allm&#228;hlich oder sofort von 40 auf null Stunden zu reduzieren, wie es uns gewisse Pseudo-Revolution&#228;re vorschlagen. Eine Welt, wo eine vollst&#228;ndig automatische Industrie eine unersch&#246;pfliche Materie bearbeitet und sofort jede w&#252;nschenswerte und vorstellbare Sache liefern w&#252;rde, w&#252;rde den Menschen in ein Pflanzenstadium zur&#252;ckwerfen. Es w&#228;re ein starres Universum ohne Abenteuer, denn alles was geschehen w&#252;rde, h&#228;tte im Vornhinein programmiert werden m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unabh&#228;ngig von seinem Glauben an die Wissenschaft ist dieser Mythos zutiefst kapitalistisch. Er betrachtet die Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit als vollendet und nat&#252;rlich. Er will die H&#246;lle der Produktion den Maschinen &#252;berlassen und das Paradies des Konsums den menschlichen Wesen. Je nachdem, wie genau die Grenze festgelegt w&#252;rde, w&#252;rde das zu einem permanenten Ferienlager oder zur Verallgemeinerung des F&#246;tuszustandes f&#252;hren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus bedeutet das Ende der Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit, zwischen Produktion und Konsum, zwischen Erlebtem und Experimentiertem.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Entlohnung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Verschwinden der Lohnarbeit gen&#252;gt, um die Fundamente der alten Gesellschaft zu ersch&#252;ttern. Die Verpflichtung zur Arbeit um des &#220;berlebens willens verschwindet. Die Arbeit wird kein Mittel mehr sein, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Sie wird nicht mehr zwischen dem Menschen und seinen Bed&#252;rfnissen vermitteln. Sie ist direkt Befriedigung eines Bed&#252;rfnisses. Dadurch ist sie keine Arbeit mehr. Was zum Handeln dr&#228;ngt, wird dem Individuum nicht mehr als &#228;ussere Notwendigkeit erscheinen und wird zu einer inneren Notwendigkeit: Wunsch nach Besch&#228;ftigung, Wille zur N&#252;tzlichkeit. Die Trennung von T&#228;tigkeit und Entlohnung, wenn man darunter nicht die Entlohnung durch das durch diese Arbeit konkret ausgel&#246;ste Vergn&#252;gen versteht, muss einhergehen mit einer tiefen Transformation des Menschen. Sie verlangt Individuen, die Verantwortung tragen f&#252;r das, was sie unternehmen. Sie verlangt, dass sich die Initiative und die Intelligenz entwickeln und dass der Egoismus und die Kleinlichkeit verschwinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist normal geworden, alle &#220;bel der Menschheit mit der unver&#228;nderlichen menschlichen Natur zu erkl&#228;ren. Es ist bekannt: Der Mensch ist ein Wolf f&#252;r den Menschen. Das erkl&#228;rt nichts, aber es zeigt, inwiefern die menschlichen Wesen sich in Selbstverachtung suhlen. Es ist der Widerschein des vom Kapital entwickelten Fatalismus, der das menschliche Wesen auf die Rolle des Zuschauers seiner eigenen Entwicklung reduziert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Aufrechterhaltung irgendeiner Art der Entlohnung w&#228;hrend einer &#220;bergangsphase, wie Marx es vorschlug, in der Form einer Verteilung von Arbeitsgutscheinen proportional zu den geleisteten Arbeitsstunden, ist nicht w&#252;nschenswert. Wenn die Entwicklung der Produktivkr&#228;fte die kommunistische Revolution erlaubt, sie heute erlaubt, so darf diese nicht die vollst&#228;ndige Anwendung ihrer Prinzipien aufschieben. Ein System von Arbeitsgutscheinen, um damit f&#252;r die Arbeit zu bezahlen und somit zur Arbeit zu zwingen, w&#252;rde der spontanen Revolte der Unterdr&#252;ckten, all jenen, welche sich erheben, ohne dass sie Macht, Geld oder eine Belohnung erwarten, nicht gerecht. Es h&#228;tte die Sympathie der B&#252;rokraten, der Verwalter, all jener, welche lieber kontrollieren und die anderen handeln lassen. Ein solches System w&#252;rde nur die Partisanen der Aktion im Zaum halten und w&#252;rde nicht reichen, um ihre Gegner anzutreiben. Wenn jemand gezwungen werden muss, etwas zu tun, bevorzugen wir die Methode des Trittes in den Arsch. Sie ist ehrlicher und effizienter.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind nicht bedingungslose Gegner der Nutzung der Arbeitsgutscheine. Es w&#228;re absurd, Diamanten frei zu verteilen! Die Gutscheine w&#252;rden in solchen F&#228;llen von den erm&#228;chtigten Beh&#246;rden ausgestellt. Wenn es sich um G&#252;ter mit einem Bezug zur Produktion handelt, wird der Gutschein von einem Fabrikrat ausgestellt werden. Wenn es sich um seltene oder gef&#228;hrliche Medikamente handelt, wird er von Spit&#228;lern oder &#196;rzten ausgestellt&#8230; Diese Gutscheine werden nicht der Bezahlung dienen. Sie werden die gleiche Rolle spielen wie heutzutage eine &#228;rztliche Verordnung. Ihr Gebrauch wird von der Natur oder der Seltenheit der G&#252;ter, gegen welche man sie &#8222;austauschen&#8220; wird, bestimmt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die gr&#246;sstm&#246;gliche Anzahl G&#252;ter, besonders die Nahrung, muss frei und gratis sein, unter der Schirmherrschaft von revolution&#228;ren Komitees und R&#228;ten in den von der Partei der Revolution kontrollierten Gebieten oder durch Zwangsmassnahmen in den nicht befreiten Gebieten. Es ist die einfachste, g&#252;nstigste und angenehmste Methode der Verteilung. Sie eignet sich am besten daf&#252;r, den Kommunismus popul&#228;r zu machen. Es ist gescheiter, diese allgemeine Regel anzuwenden und daf&#252;r die Missbr&#228;uche sehr streng zu bestrafen, statt sich w&#228;hrend der Verteilung in pedantische und unangenehme Kontrollen festzufahren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Faulheit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wird ein solches Programm nicht zur Entwicklung der Faulheit anregen? Wenn man das Prinzip der Entlohnung der Arbeit abschaffen k&#246;nnte und die Welt gleichzeitig so bleiben w&#252;rde, wie sie ist, dann freilich. Doch der Kommunismus ver&#228;ndert alle Lebens- und Arbeitsbedingungen vollst&#228;ndig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der revolution&#228;re Geist ist nicht der Geist der Aufopferung: Jeder vergisst sich selbst, um der Gemeinschaft zu dienen. Das ist Maoismus! Der Kommunismus setzt einen gewissen Altruismus, aber auch einen gewissen Egoismus voraus. Und v.a. setzt er nicht die N&#228;chsten- und die Selbstliebe einander entgegen, indem er verlangt, dass die eine im Dienste der anderen sei. Wir lieben die Pfaffen genauso wenig wie die Profiteure. Es ist der Kapitalismus, der verantwortlich daf&#252;r ist, dass das Interesse des Individuums und jenes der Kollektivit&#228;t einander stets entgegengesetzt sind: Geben ist Verzicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der kommunistische Mensch wird weder der verzichtende noch der fatalistische Mensch sein. Die Transformation der Mentalit&#228;ten h&#228;ngt nicht von der P&#228;dagogik ab. Es wird kein Idealbild geben, welchem man sich anpassen sollte. Die Transformation der gesellschaftlichen Strukturen wird nicht dort und jene der Individuen da stattfinden. Der Kapitalismus trennt die Dinge auf diese Art und Weise. Das Proletariat wird nicht mehr entfremdet sein, doch das kann nur geschehen, wenn es die Welt und seine Existenzbedingungen ver&#228;ndert. Einige Wochen Revolution werden Jahrzehnte der Konditionierung aufheben. Die Niedertr&#228;chtigkeit, der Geiz und die Dummheit sind Resultate eines gewissen gesellschaftlichen Zustandes. Das Zuckerbrot, die Peitsche oder die Bildung k&#246;nnten nur dazu dienen, sie zu verdr&#228;ngen, wenn jene Situation, welche sie ausl&#246;st und ihnen eine gewisse N&#252;tzlichkeit gibt, nicht verschwindet. Mit dem Kommunismus werden diese Makel verschwinden, denn sie werden nutzlos geworden sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch wenn es Egoisten, unheilbar Faule und unrettbar Unf&#228;hige g&#228;be, so w&#228;re das nicht unbedingt sehr schlimm. Der m&#228;chtigste Feind dieser Leute ist nicht die Repression, sondern die Langeweile. Sie wird viele schlechte Willen brechen. Die Menschen sind Gesellschaftstiere. Sie brauchen viel Mut, um es auszuhalten, in der Gemeinschaft, in welcher sie leben, nutzlos zu sein. Schon heutzutage m&#252;ssen der Parasit und der Egoist so tun, als ob, sowohl f&#252;r die anderen, als auch f&#252;r sie selbst. Wenn die Lohnarbeit abgeschafft ist, wird es sehr schwierig sein, Illusionen bez&#252;glich seiner T&#228;tigkeit zu n&#228;hren. Jeder wird nach dem beurteilt werden, was er wirklich machen wird, und nicht nach der investierten Zeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus schliesst Zusammenst&#246;sse zwischen Leuten oder Gruppen nicht aus. Die Profiteure laufen Gefahr, dass man von ihnen verlangt, sich zu rechtfertigen. Wenn wir sie aushalten und n&#228;hren, dann, weil wir es wollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kommunisten haben nichts gegen eine gesunde Faulheit. Die revolution&#228;re Gesellschaft ist nicht daf&#252;r gemacht, dass man sich in ihr aufreibt. Die Faulen sind nur verwerflich, wenn sie von anderen verlangen, was sie sich selbst weigern, zu tun. Von den Mutigen wird nicht verlangt, dass sie alles mit Engelsgeduld ertragen, sondern dass sie nicht allen ihren pers&#246;nlichen Geschmack aufzwingen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit der Ersetzung der Zwangsarbeit durch die leidenschaftliche T&#228;tigkeit werden der gr&#246;sste Teil der Ursachen f&#252;r eine systematische Faulheit verschwinden. Auch diese Irritation, die das Arbeitstier gegen&#252;ber dem Nichtstuer versp&#252;rt und die h&#228;ufig nur kaschierter Neid ist, wird verschwinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Faulen von heute werden nicht unbedingt die Faulen von morgen sein. Gewisse, welche sich vom Streben nach Gewinn betrieben abm&#252;hen und ersch&#246;pfen, werden unser Wohlwollen brauchen. Andere, welche unf&#228;hig schienen, sich zu r&#252;hren, werden erwachen und sich entfesseln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der entwickelten kommunistischen Gesellschaft wird der Maschinenbetrieb dem Menschen viel Macht verleihen. Jeder wird seinen Lebensrhythmus w&#228;hlen k&#246;nnen. Der eine wird sich in aufw&#228;ndigen Abenteuern ersch&#246;pfen und mehr ausgeben, als er der Gesellschaft im Gegenzug liefern wird. Der andere wird nicht viel tun und es wird jedoch die Gesellschaft sein, die in seiner Schuld stehen wird. Wir werden keine Milchb&#252;chleinrechnung erstellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn das finanzielle Interesse mal verschwunden ist, wird dann nicht auch der Forschungs- und Erfindergeist verpuffen? Wird nicht jeder auf routinierte Art und Weise seinen kleinen Aufgaben nachgehen und nicht mehr? Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass das Streben nach Gewinn und der Forschungsgeist einhergehen. Der H&#228;ndler paktiert mit der L&#252;ge und der Illusion. Der Wissenschaftler muss sie stets zur&#252;ckdr&#228;ngen. Die Wissenschaft bringt etwas ein und die Erfindung lohnt sich, doch h&#228;ufig sind es nicht die gleichen, welche entdecken und einstecken. Sogar in der kapitalistischen Welt ist der Beweggrund f&#252;r die wissenschaftliche Leidenschaft nicht das Geld. Man vereinnahmt die Kreativit&#228;t und die Vorstellungskraft, um Geld zu machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Verteilung der Aufgaben&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn sie nicht an der Faulheit scheitert, l&#228;uft unsere Gesellschaft nicht Gefahr, im Chaos zu versinken? Wenn der gute Wille auch allgemein ist, wird das reichen, um die Frage der Koordination der Gesamtheit der T&#228;tigkeiten zu regeln? Werden sich nicht alle auf die angenehme Arbeit st&#252;rzen und die andere vernachl&#228;ssigen, bevor die Maschinen Zeit gehabt h&#228;tten, sie zu &#252;bernehmen? Kurz, jeder tut, was er will, und alle steuern auf die Katastrophe zu!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Idee, gem&#228;ss welcher die moderne Gesellschaft sehr komplex und dass diese Komplexit&#228;t unvermeidlich ist, ist sehr verbreitet. Sie ist nicht einfach eine Illusion. Das Individuum f&#252;hlt sich verloren im kapitalistischen Dschungel. Es schafft es nicht, sich selbst zurechtzufinden, und noch weniger, zu verstehen, wie die Gesamtheit funktioniert. Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass dieser Eindruck in jeder modernen Gesellschaft g&#252;ltig ist. Sie entsteht nicht notwendigerweise aufgrund einer Vielzahl die gesellschaftliche Gesamtheit konstituierender Operationen und Situationen. Sie entsteht aufgrund der Entfernung zwischen Entscheidung und Koordination einerseits, der Ausf&#252;hrung andererseits.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Eindruck der Komplexit&#228;t und der permanenten Verirrung, welcher die kapitalistische Gesellschaft ausl&#246;st, hat sich auch auf die Beschreibungen einer sozialistischen Welt ausgewirkt. Man glaubt mittlerweile, dass das haupts&#228;chlich zu l&#246;sende Problem in der k&#252;nftigen Gesellschaft jenes der Planung und der Koordination sei. Man hat sich eine &#8222;Fabrik des Plans&#8220; vorgestellt, die daf&#252;r verantwortlich w&#228;re, den Zustand der Wirtschaft zahlenm&#228;ssig zu erfassen, die technischen Koeffizienten zu bestimmen, welche die Produktion eines Produkts mit der Produktion eines anderen Produkts verbinden: die notwendige Menge Kohle, um eine Tonne Stahl zu produzieren z.B. Diese Fabrik w&#252;rde realisierbare Ziele festlegen und sich um die im Verlauf der Ausf&#252;hrung notwendigen &#220;berpr&#252;fungen k&#252;mmern. Die Probleme der k&#252;nftigen Gesellschaft werden haupts&#228;chlich unter dem Gesichtspunkt der Verwaltung betrachtet&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Chaulie, Socialisme ou barbarie, Nr. 22.&#034; id=&#034;nh2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kommunistische Gesellschaft wird sehr wohl komplexe technische Probleme zu l&#246;sen haben. Nur werden diese Fragen nicht von einer besonderen Instanz abh&#228;ngig sein. Es ist sinnlos, versuchen zu wollen, die Formen, welche die menschliche T&#228;tigkeit annehmen wird, vorherzusagen, es geht darum, ihren Inhalt zu bestimmen. Es wird nicht n&#246;tig sein, das zu vereinen oder zu verwalten, was nicht getrennt ist. Der spezifische Produzent wird sich sowohl um seine T&#228;tigkeit k&#252;mmern, als auch um ihre Verbindung mit der Gesamtheit der allgemeinen Bed&#252;rfnisse und M&#246;glichkeiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der revolution&#228;ren Gesellschaft werden die Beziehungen zwischen den Menschen und Gruppen der Produzenten simpel und transparent sein. Die zur Geheimhaltung verpflichtende Angst vor der Konkurrenz wird verschwunden sein. Es ist unbedeutend, ob jeder Zugang zur universellen Wissenschaft haben und ob jedes Gehirn eine &#8222;Fabrik des Plans&#8220; in Miniaturform sein wird. Was n&#252;tzt es schon, dass ich weiss, woher das Erz kommt, aus welchem man meine Gabel gemacht hat? Was z&#228;hlt, ist die Tatsache, dass die notwendigen Informationen zirkulieren und verf&#252;gbar sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einer fl&#252;ssigen Gesellschaft, wo der Lokal- und Wirtschaftspatriotismus verschwunden sein wird, wo die Leute vielseitig sein werden, werden sich die Individuen und die Gruppen an den Bed&#252;rfnissen der Gesellschaft orientieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die gesellschaftlichen Notwendigkeiten werden nicht von aussen durch ein zentrales B&#252;ro festgelegt werden, weder von einem diktatorischen Komitee noch von einer demokratischen Versammlung. Das Individuum oder die Gruppe wird sich nicht dem Bewusstsein &#252;ber die Situation f&#252;gen, wenn man sich dieses Bewusstsein als einfachen Widerschein &#228;usserer Imperative vorstellt. Wir werden nat&#252;rlich gem&#228;ss unserem Bewusstsein betreffend der gesellschaftlichen Bed&#252;rfnisse und M&#246;glichkeiten handeln, aber nicht unabh&#228;ngig von unserem eigenen Geschmack. H&#228;ufig werden Kompromisse nicht n&#246;tig sein. Man empfindet als gesellschaftliches Bed&#252;rfnis allen voran seine eigenen Bestrebungen. Man ist eher versucht, das zu l&#246;sen, was man als einen Makel wahrnimmt. Wenn ich M&#252;he habe, mir Wein zu beschaffen und er mir fehlt, werde ich mich nicht unbedingt &#252;ber die Produktionskurve mithilfe eines Computers informieren m&#252;ssen, um herauszufinden, dass man sich vielleicht um die Weinberge k&#252;mmern sollte!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der kommunistische Mensch wird die Befriedigung seines Geschmacks nicht von ihrer gesellschaftlichen Wirkung trennen. Er wird sich nicht auf Aufgaben st&#252;rzen, wenn sich schon jemand darum k&#252;mmert. Es w&#228;re sowieso dumm, zu glauben, dass alle gleich sein und je nach Mode den gleichen Besch&#228;ftigungen nachgehen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Bewusstsein dar&#252;ber, was f&#252;r die Gesellschaft notwendig sein wird, wird viel sch&#228;rfer sein als jetzt. Alle werden sich informieren k&#246;nnen und f&#228;hig sein, zu verstehen, was funktioniert und was nicht funktioniert, auch wenn das nicht direkte Auswirkungen auf jeden hat. Die Computer werden wesentliche Werkzeuge f&#252;r die Zirkulation und die Interpretation der Informationen sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die allgemeine Organisation der Gesellschaft ben&#246;tigt weder ein leitendes Zentrum noch mehrere davon. Es wird vielleicht Leute geben, die sich besonders darum k&#252;mmern werden, Informationen zu sammeln, vorherzusehen, doch sie werden keinen Plan im imperativen Sinne des Begriffes ausarbeiten m&#252;ssen. Planen bedeutet, die Zukunft in die Ketten der Gegenwart zu legen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Koordination darf nicht von einer gegebenen Kaste &#252;bernommen werden. Sie wird kontinuierlich und auf allen Ebenen der Gesellschaft erfolgen. Da die Menschen nicht mehr von tausend Schranken getrennt sein werden, werden sie sich spontan absprechen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alles wird nicht unbedingt reibungslos ablaufen. Konflikte werden unvermeidlich sein. Doch das Problem der Revolution ist es nicht, die Gesellschaft jeglicher Konflikte zu entledigen und eine Gesellschaft aufzubauen, wo alles im Vornhinein harmonisiert ist. Gewisse Konfliktformen werden nat&#252;rlich verschwinden, jene zwischen den Klassen, den Nationen&#8230; In der Welt, die wir wollen, haben die Gegens&#228;tze gleich viel Platz wie das Einvernehmen. Die Harmonisierung und das Gleichgewicht werden mithilfe von Debatten und Streiten erarbeitet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der grundlegende Unterschied im Vergleich zur gegenw&#228;rtigen Situation ist die Tatsache, dass jeder sich nur mit seinen eigenen Kr&#228;ften in die Schlacht einbringen wird. Es wird nicht m&#246;glich sein, irgendwelche abstrakten Rechte zu erw&#228;hnen, die von den konkreten Gegens&#228;tzen und Kr&#228;fteverh&#228;ltnissen losgel&#246;st sind. Das Zur&#252;ckgreifen auf ein Spezialkorps wie die Armee oder die Polizei zur Durchsetzung des Rechts wird nicht mehr m&#246;glich sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus wird aus dem Konflikt eine normale und gar notwendige Sache machen, unter der Bedingung nat&#252;rlich, dass die Bedeutung des Streitgegenstandes auf der H&#246;he der damit ausgel&#246;sten Sch&#228;den ist. Der Kapitalismus ist zutiefst konfliktreich. Er basiert auf dem Gegensatz der Klassen, Nationen und Individuen. Alle stehen im Gegensatz zu allen. Um diese Realit&#228;t zu bannen, predigt man die selige Liebe und die Br&#252;derlichkeit. &#220;berall versteckte Aggressivit&#228;t, doch das Bild des Friedens muss vorherrschen. Sollte es vorkommen, dass man sich gegenseitig abschlachtet, so ist es nicht im Namen besonderer Interessen, sondern im Namen der Zivilisation, der universellen Werte usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Laufen wir nicht Gefahr, viel Zeit mit Geschw&#228;tz und Konflikten zu verlieren? Indem wir die Koordinations- und Anpassungsprobleme auf jene Ebene zur&#252;ckf&#252;hren, wo sie sich befinden, w&#252;rden wir wohl eher Zeit gewinnen. Die Idee, dass Zeit eine Sache ist, die verloren oder gewonnen werden kann, ist an sich ziemlich erstaunlich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vom kommunistischen Standpunkt aus kann das Problem nicht mit der Tatsache zusammengefasst werden, welche Methode am meisten Zeit spart. Was wichtig ist, ist die Art und Weise, wie wir diese Zeit ausf&#252;llen werden. Werden wir Freude und Interesse haben an der Diskussion und der Harmonisierung oder werden wir es bevorzugen, uns damit zu begn&#252;gen, ohne Diskussion die Entscheide eines leitenden Komitees anzuwenden, das die Abwesenheit von Zusammenst&#246;ssen programmiert haben wird? Die Menschen werden wieder lernen, auf vergn&#252;gliche Art und Weise miteinander zu sprechen und zu polemisieren. Die langatmigen Diskussionen werden durch die Langeweile der Diskussionsteilnehmer, aber auch durch die einfache Tatsache begrenzt werden, dass alles nicht immer wieder neu diskutiert werden muss. Wir werden uns auf vergangene Erfahrung st&#252;tzen k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die m&#252;hsamen Arbeiten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt wirklich m&#252;hsame und unangenehme Aufgaben. Wir k&#246;nnen hoffen, dass wir sie dank dem Maschinenbetrieb beschr&#228;nken k&#246;nnen, doch wir werden uns sehr wohl zuvor darum k&#252;mmern m&#252;ssen und alles wird nicht unbedingt zum Verschwinden gebracht werden k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es w&#228;re inakzeptabel und w&#252;rde gewiss von den Betroffenen nicht akzeptiert werden, dass diese undankbaren Arbeiten immer von den gleichen Leuten ausgef&#252;hrt werden. Es wird also n&#246;tig sein, uns zu organisieren, damit eine gr&#246;sstm&#246;gliche Anzahl an Leuten sich abwechselnd darum k&#252;mmert. Es wird sekund&#228;r sein, dass wir damit an Rentabilit&#228;t verlieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einer Fabrik oder einem anderen Ort der Produktion wird es einfach sein, sich an den unangenehmen Posten abzuwechseln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf der Ebene der Gesamtheit der Gesellschaft kann man verlangen, dass diese unangenehmen Aufgaben abwechselnd von verschiedenen Leuten ausgef&#252;hrt werden. Wir werden einen gewissen Teil des Jahres im Dienste der M&#252;llabfuhr stehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;M&#252;hsame Arbeiten sind es viel weniger, wenn sie die Verl&#228;ngerung angenehmer T&#228;tigkeiten und ihr Preis sind. Heutzutage sind die Arbeiten extrem parzelliert und die Notwendigkeiten der &#8222;rationalen&#8220; Nutzung der Arbeitskraft verlangen, dass man das tut, wof&#252;r man qualifiziert ist, den Rest &#252;berl&#228;sst man den anderen. In der kommunistischen Gesellschaft wird der Forscher sich auch darum k&#252;mmern k&#246;nnen, seine R&#228;umlichkeiten zu putzen, der Autofahrer wird sich an der Asphaltierung der Strassen beteiligen und die Toten werden am besten geeignet sein, um sich darum zu k&#252;mmern, ihr Grab zu graben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die unangenehmen T&#228;tigkeiten werden es viel weniger sein, wenn jene, welche sich darum k&#252;mmern, ihnen nur eine kurze Zeit ihres Lebens widmen und nicht wie heutzutage den Eindruck haben, ihr ganzes Leben daran angekettet zu sein. Diese T&#228;tigkeiten k&#246;nnen v.a. in einer ganz anderen Atmosph&#228;re ablaufen als heute: keine kleinen Chefs mehr, keine Obsession mehr f&#252;r die Arbeitsleistung. Die M&#252;llabfuhr k&#246;nnte z.B. die Form eines Karnevals annehmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Viele m&#252;hsame T&#228;tigkeiten werden m&#252;hsam, nicht aufgrund ihrer eigentlichen Eigenschaft, sondern aufgrund der Tatsache, dass man sie im Namen der Rationalisierung der Arbeit serienm&#228;ssig von den gleichen Leuten ausf&#252;hren l&#228;sst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Transformationen des Rhythmus, der Aufteilung und des Wesens der Arbeit selbst werden nat&#252;rlich nicht im Vornhinein programmiert werden und einfach vom Himmel fallen. Sie entstehen spontan, je nach den W&#252;nschen der betroffenen Leute. Wenn einer auf einer Baustelle leidenschaftlich gern die Schubkarre f&#228;hrt oder von einer anderen, wenig gesch&#228;tzten Arbeit begeistert ist, w&#228;re es offensichtlich absurd, ihm seine Leidenschaften zu verweigern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind nicht Fanatiker der Gleichheit. Es w&#228;re bescheuert, dass wir, obwohl es an Chirurgen mangelt, sie dazu zu zwingen, die Arbeit der Pflegekr&#228;fte zu verrichten. Diese Art der Ungleichheit kann nur durch die Entwicklung der Vielseitigkeit und der Umschulung der Leute hin zu wahrhaft n&#252;tzlichen Sektoren ausgeglichen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Ende der Trennungen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus bedeutet das Ende der Trennungen, die unser Leben unterteilen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das berufliche und das affektive Leben werden nicht mehr voneinander getrennt sein. Es gibt nicht mehr eine Zeit f&#252;r den Konsum und eine f&#252;r die Produktion. Die Schulen, die Produktionsst&#228;tten, die Freizeitzentren werden nicht mehr unterschiedliche und einander fremde Universen sein. Sie verschwinden allm&#228;hlich mit dem Verschwinden ihrer spezialisierten Funktion. Innerhalb des Produktionsprozesses werden die Hierarchisierung und die Unterteilung der menschlichen T&#228;tigkeit verschwinden. Es wird das Ende dieser Situation sein, wo der Arbeiter der Ausf&#252;hrende des Zeichners, der Zeichner der Ausf&#252;hrende des Ingenieurs, der Ingenieur der Ausf&#252;hrende der Finanz oder der Verwaltung ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Vollendung dieser Transformationen wird eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Man kann nicht einfach so den Rahmen unserer Leben, eine gewisse Art der technologischen Entwicklung, menschliche Gewohnheiten und Schw&#228;chen wegwischen. Massnahmen, die in diese Richtung gehen, werden durchgesetzt werden und Wirkung zeigen, sobald die Warenproduktion und die Lohnarbeit abgeschafft sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Trennung zwischen dem beruflichen Leben einerseits und dem eigentlichen und famili&#228;ren Leben andererseits ist mit der Entwicklung der Lohnarbeit verbunden. Der Bauer ist seinem Land und seiner Familie entrissen worden, um ins industrielle Universum integriert zu werden. Fr&#252;her war die Familie die Einheit des Lebens und der Produktion. Der Mann und die Frau, aber auch die Kinder und die Alten beteiligten sich an den Arbeiten im Stall und auf den Feldern. Jeder fand n&#252;tzliche T&#228;tigkeiten, die dem Niveau seiner Kr&#228;fte entsprachen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Reaktion&#228;re lieben es, sich als die Verteidiger der bedrohten Familie zu inszenieren. Diese Dummk&#246;pfe verweigern sich der Konfrontation mit der Tatsache, dass die Familie eben genau von jener Ordnung auf ihre marginale Rolle reduziert worden ist, welche sie verteidigen. Die Verwandtschaftsbeziehungen waren auf landwirtschaftlicher Ebene Beziehungen der gegenseitigen Hilfe. Sie gingen weit &#252;ber das Paar und seine direkten Nachkommen hinaus. Heutzutage ist die Familie nur noch die Produktionsst&#228;tte f&#252;r Kinder. Noch schlimmer! Ihre wirtschaftliche Rolle ist jene einer Einheit des Konsums, die Zelle der entwickelten kapitalistischen Gesellschaft ist nicht die Familie, sondern das Unternehmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir wollen nicht die alte patriarchale Familie neu aufbauen, damit sie die Produktion an Stelle des kapitalistischen Unternehmens garantiert. Die Blutsverwandtschaft mag in der Vergangenheit eine wichtige Rolle gespielt haben. Sie ist in der modernen Welt ziemlich bedeutungslos geworden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einer kommunistischen Gesellschaft werden die Leute zur Ausf&#252;hrung einer produktiven oder unproduktiven T&#228;tigkeit nicht mehr durch den Zwang des Kapitals zusammengebracht. Sie werden sich aufgrund ihres gemeinsamen Geschmackes oder ihrer Affinit&#228;t zusammenschliessen und vereinen. Die Beziehungen zwischen den Leuten werden nicht minder bedeutend sein als die Produktion selbst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir behaupten nicht, dass die eigentlichen Liebesbeziehungen einerseits und die beruflichen Beziehungen andererseits zusammenfallen werden. Das wird von Entscheidungen und dem Zufall abh&#228;ngen. Doch es wird viel eher denkbar sein als heutzutage.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige wollen im Kommunismus die Kollektivierung der Frauen und Kinder sehen. Das ist eine Dummheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Liebesbeziehungen werden keine andere Garantie mehr haben als die Liebe. Die Kinder werden nicht mehr aufgrund der Notwendigkeit der Ern&#228;hrung von ihren Eltern abh&#228;ngig sein. Das Gef&#252;hl f&#252;r Eigentum gegen&#252;ber Personen wird parallel mit jenem f&#252;r die Dinge verschwinden. Das ist es, was sehr beunruhigend ist f&#252;r jene, welche sich nicht vorstellen k&#246;nnen, ohne die Garantie des Polizisten oder des Priesters zu leben. Die Ehe als staatliches Sakrament wird verschwinden. Die Frage, ob zwei, drei oder zehn Personen zusammenleben und ihre Verbindung gar in einem Pakt formalisieren wollen, geht nur sie etwas an. Wir sollten nicht im Vornhinein die m&#246;glichen und w&#252;nschbaren Formen der sexuellen Beziehungen bestimmen und beschr&#228;nken. Es gibt keinen Grund, die Keuschheit abzulehnen. Sie ist nicht minder eine achtbare Perversion als alle anderen! Was, neben dem Vergn&#252;gen und der Befriedigung der Partner, wichtig ist, ist die Tatsache, dass die Kinder in einem Milieu aufwachsen, das ihr Bed&#252;rfnis nach materieller und affektiver Sicherheit befriedigen kann. Das ist nicht eine Frage der Moral.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den Resten einer von der Ware verdorbenen Familie herrscht die Heuchelei vor. Man schreibt der Liebe zu, was eigentlich nur wirtschaftliche, affektive und sexuelle Sicherheit ist. Die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern haben den Punkt des tiefsten Zerfalls erreicht. Unter dem Schleier der Zuneigung ist der Wille zur Ausbeutung ein Echo auf den Wunsch nach Besitz. Das Kind tr&#228;gt die Hoffnungen seiner Eltern, die im Leben gescheitert sind, wie eine B&#252;rde. Es muss so tun, als ob es die Weisheit mit L&#246;ffeln gefressen h&#228;tte, Erfolg haben in der Schule, sich brav und ruhig oder aktiv und voller Initiative zeigen. Im Gegenzug erh&#228;lt es ein bisschen Zuneigung oder Taschengeld.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau wie die Familie, der Hafen der Stabilit&#228;t und der Liebe in einer harten und feindlichen Welt, der Wirklichkeit der Warenwelt nicht entfliehen kann, kann sich auch das Unternehmen nicht der Zuneigung entledigen. Die scheinbare Freundlichkeit und der Handschlag verstecken die Verachtung, die Rivalit&#228;t und die Ausbeutung. Alle sind sch&#246;n und nett, alle f&#252;hren den Dialog, aber allen voran gehen alle allen auf den Keks.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Produktion und Konsum&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Trennung zwischen Produktion und Konsum erscheint als eine nat&#252;rliche Unterteilung zwischen zwei sehr verschiedenen Sph&#228;ren des gesellschaftlichen Lebens. Nichts k&#246;nnte falscher sein. Und das in doppelter Hinsicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erstens ist die Grenze zwischen dem, was man Zeit der Produktion, und dem, was man Zeit des Konsums nennt, von einem historischen Standpunkt aus instabil und von einem ideologischen Standpunkt aus vage. In welche Kategorie geh&#246;ren das Kochen oder der Sport? Es h&#228;ngt davon ab, ob sie von Profis oder Amateuren betrieben werden. Was bestimmend ist, ist nicht das eigentliche Wesen der T&#228;tigkeit: Das Kochen ist insofern produktiver als das Sortieren der Post, als dass es eine Handlung der manuellen Transformation darstellt, und nicht weil es bezahlt ist oder nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Viele T&#228;tigkeiten, die Teil des Konsums waren, sind nun Teil der Produktion. Der Astronaut oder der Kranke, die Sauerstoff aus der Flasche einatmen, die Hausfrau, die sich gemahlenen Kaffee oder Konservendosen kauft, sind Teil dieser Grenzverschiebung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Spaltung zwischen Produktion und Konsum kaschiert die Bedeutung, welche die nicht entlohnte Hausarbeit in der modernen Welt immer noch hat. Sie gibt einer Abgrenzung einen festen und nat&#252;rlichen Anschein, obwohl sie beweglich und gesellschaftlich ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zweitens ist jeder Akt der Produktion auch und zwingend ein Akt des Konsums. Man transformiert schlichtweg eine Materie auf eine gewisse Weise und f&#252;r ein gewisses Ziel. W&#228;hrend man gewisse Dinge zerst&#246;rt oder, wenn man so will, konsumiert, erh&#228;lt man, oder, wenn man so will, produziert man andere Dinge. Der Konsum ist produktiv, die Produktion konsumiert. Produktion und Konsum sind die beiden unzertrennbaren Seiten einer Medaille.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Konzepte der Produktion und des Konsums sind nicht neutral. Man kann nicht sagen, dass sie b&#252;rgerlich sind. Doch die b&#252;rgerliche Gesellschaft benutzt sie auf eine gewisse Art und Weise. Ein Birnbaum ist nicht b&#252;rgerlich, weil er Birnen produziert. Der Begriff der Produktion bekommt einen ideologischen Charakter, weil man die Idee der Erzeugung und der Abspaltung mit jener des Projekts und des Bewusstseins verbindet. Man unterh&#228;lt die Verwirrung zwischen den beiden Dingen. Alles wird letztendlich in den Begriffen der Produktion interpretiert. Ein Huhn wird zu einer Eierfabrik.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kaschiert die Kontinuit&#228;t des Zyklus, durch welchen der primitive oder zivilisierte, kapitalistische oder kommunistische Mensch auf einfache oder gelehrte, individuelle oder kollektive, unumkehrbare oder fl&#252;chtige Art und Weise grossfl&#228;chig oder im Detail die Welt um ihn herum modifiziert und dabei unweigerlich sich selbst transformiert. Der totalit&#228;re Gebrauch des Begriffes der Produktion kaschiert die Eingliederung und die radikale Abh&#228;ngigkeit des menschlichen Wesens hinsichtlich seiner Umwelt und der Naturgesetze. Man interpretiert alles in Begriffen der Herrschaft und des Gebrauches. Der produzierende Mensch, selbstbewusst und diszipliniert, bricht auf zur Eroberung der Natur. Die Allmacht, welche die Menschheit dem Bild Gottes verliehen hatte, verleiht sie nun dem Bild ihrer selbst. Der Kommunismus ist nicht der Sieg des Bewusstseins &#252;ber die Unbewusstheit. Er ist nicht das Stadium, wo der Mensch, nachdem er sich der Produktion von Dingen gewidmet hatte, sich endlich selbst hervorbringen und damit gewissermassen den g&#246;ttlichen Sch&#246;pfer abl&#246;sen kann. Der Wille, dass der Mensch sein eigener Herr wird wie er der Herr &#252;ber das Ding ist, das er fabriziert, ist gleichbedeutend mit dem Willen, das Getrennte unter dem Zeichen der Produktion vereinen zu wollen, d.h. unter jenem der Trennung. Der Produzent w&#228;re weiterhin ein Ding, aber er w&#228;re nun sein eigenes Ding.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Spaltung zwischen Produktion und Konsum verschwindet, weil die sehr konkrete aber, vom Standpunkt der Natur und der Physiologie aus, willk&#252;rliche Trennung zwischen jener Zeit verschwindet, w&#228;hrend welcher man Geld verdient, und jener, w&#228;hrend welcher man es ausgibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r den kommunistischen Menschen werden Konsum und Produktion keine Gegens&#228;tze sein, weil es kein Gegensatz mehr sein wird, sich um sich selbst oder um Andere zu k&#252;mmern. Das, weil er, indem er f&#252;r Andere produziert, seine Kr&#228;fte f&#252;r Andere verausgabt, Gebrauchswerte erschafft, die auch ihm n&#252;tzlich sein k&#246;nnen. Wir werden nicht einerseits Schuhe produzieren, damit wir sie andererseits auf dem Markt kaufen gehen m&#252;ssen. Die Produktion wird sich v.a. transformieren und wird Kreation, Poesie, Verausgabung. Die Gruppe oder das Individuum wird sich durch das ausdr&#252;cken, was sie oder es tun wird. Diesbez&#252;glich ist die Revolution gleichbedeutend mit der Verallgemeinerung der Kunst und ihrer &#220;berwindung als wirtschaftlicher und getrennter Sektor.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn wir weiterhin in Begriffen des Gegensatzes zwischen Konsum und Produktion r&#228;sonieren wollen, kann man sagen, dass der Mensch, da er im Verlauf seiner produzierenden T&#228;tigkeit Befriedigung und Vergn&#252;gen (oder im Gegenteil Unzufriedenheit und Verdruss) versp&#252;ren wird, nach der Revolution Konsument sein wird. Der von ihm benutzte Computer oder die von ihm benutzte Kelle wird nicht einen grundlegend unterschiedlichen Wert haben, als das von ihm benutzte Auto oder die von ihm konsumierte Nahrung zu einem anderen Zeitpunkt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus bedeutet nicht, dass die Produktion endlich in den Dienst des Konsumenten gestellt wird, genau so wenig wie der Kapitalismus &#252;brigens die Diktatur der Produktion ist. Indem man sich einer T&#228;tigkeit widmet, wird man eine gewisse Macht erlangen. Bis zu einem gewissen Punkt wird man &#252;ber die Fr&#252;chte seiner Bem&#252;hungen verf&#252;gen k&#246;nnen, geben k&#246;nnen, was man produziert hat, oder auch nicht. Indem man v.a. diesen oder jenen Dienst anbietet und sie diese eine besondere Form annehmen, beeinflusst man das Feld der M&#246;glichkeiten der Gesellschaft. Die T&#228;tigkeit der Nutzer wird von jener der Produzenten bestimmt werden. Es gibt keinen Grund, weshalb diese eine Macht missbrauchen sollten, die ohnehin nicht eine politische oder getrennte Macht sein wird, sondern der einfache Ausdruck der N&#252;tzlichkeit ihrer Besch&#228;ftigungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der &#8222;Konsument&#8220; wird dem Produzenten nicht mehr die Mangelhaftigkeit seines Produkts im Namen jenes Geldes vorwerfen k&#246;nnen, das er ihm im Gegenzug nicht geben wird, sondern ihn einfach von innerhalb kritisieren k&#246;nnen, nicht mehr von ausserhalb. Was auf dem Spiel steht, ist ihr gemeinsames Werk, falls sie an der gleichen Unternehmung beteiligt sind. Wenn jemand nicht zufrieden ist mit dem, was gemacht oder nicht gemacht wird, wird er sich nicht auf sein abstraktes Recht als Konsument berufen k&#246;nnen. Er wird sich nur auf seine eigene F&#228;higkeit berufen k&#246;nnen, es besser zu k&#246;nnen, oder sonst argumentieren, wieso man auf seine Ratschl&#228;ge h&#246;ren sollte. Die Kritik wird leidenschaftlich und positiv sein. Sie wird nicht von jenen kommen k&#246;nnen, welche sich gerne lustig machen, aber sich lieber nicht engagieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Produktion und Bildung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Trennung zwischen produktivem Leben einerseits und Bildung andererseits ist nicht das Produkt einer Notwendigkeit. Sie findet ihre Daseinsberechtigung nicht in einer steigenden Bedeutung des zu paukendem Wissen. Oder eher doch, aber wir m&#252;ssen somit verstehen, wieso es notwendig ist, dass das Wissen nicht mehr das direkte Produkt der Erfahrung ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Grundlage dieser Trennung ist die Tatsache, dass der Proletarier sich, w&#228;hrend er produziert, nicht um sich selbst, sein Vergn&#252;gen oder seine Bildung k&#252;mmern darf. Diese f&#252;r das &#220;berleben der Wirtschaftswelt wesentliche Trennung kostet sehr viel. Sie f&#252;hrt zur Immobilisierung eines bedeutenden Teils der Gesellschaft in den Schulen, den Berufsbildungszentren und den Universit&#228;ten, obwohl diese Leute woanders n&#252;tzlich sein und sich besser unterhalten k&#246;nnten. Sie erlaubt keine gute Anpassung der menschlichen F&#228;higkeiten an den Bedarf der auszuf&#252;hrenden T&#228;tigkeiten. Diese isolierte Ausbildung wird h&#228;ufig durch einen spontanen Lernprozess komplettiert, der oft heimlich geschieht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Schule wird h&#228;ufig als &#246;ffentlicher Dienst jenseits der gesellschaftlichen Klassen pr&#228;sentiert. Ihre N&#252;tzlichkeit sei unbestreitbar. Wer w&#252;rde es wagen, die Unwissenheit zu predigen? Gebildete Geister wagen es, den Inhalt des Unterrichts zu kritisieren. Sie werfen ihm vor, archaisch, vom Leben getrennt oder ein Faktor der Subversion zu sein. Je nach Geschmack sollten die Kinder lernen, die Heiligen Evangelien, das &lt;i&gt;Kommunistische Manifest&lt;/i&gt; oder &lt;i&gt;Kamasutra&lt;/i&gt; zu lesen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Extremisten greifen nun die Schule selbst an. Nicht im Namen ihrer verh&#228;ngnisvollen Effizienz, sondern im Namen ihrer Ineffizienz. Man greift die Schule an, um die P&#228;dagogik besser retten zu k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sollen lernen und nicht als lernen. Diesen w&#228;ssrigen Brei gierig verschlingen, den man Kultur nennt. Die Welt ist so komplex! Das versteht ihr nicht? Dann lasst euch umschulen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nie haben die Leute so viel gelernt wie heute, nie waren sie unwissender &#252;ber ihr eigenes Leben. Sie sind &#252;berflutet und bet&#228;ubt von der Masse von der Universit&#228;t, den Zeitungen und dem Fernsehen ausgesch&#252;tteter Informationen. Die Wahrheit wird nie ein Produkt der Akkumulation der Ware Wissen sein. Es ist ein totes Wissen, das unf&#228;hig ist, das Leben zu verstehen, da ihr tiefes Wesen eben gerade darin besteht, sich von der Erfahrung und dem Erleben losgel&#246;st zu haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Schule ist der Ort, wo man lesen, schreiben und rechnen lernt. Doch die Schule lehrt allen voran den Verzicht. Man lernt, die Langeweile auszuhalten, die Autorit&#228;t zu respektieren, zu Lasten der Freunde Erfolg zu haben, zu heucheln und zu l&#252;gen. Man opfert dort die Gegenwart auf dem Altar der Zukunft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist gleichbedeutend mit der Dekolonisation der Kindheit. Es wird keine besondere Institution mehr brauchen, um die Kinder auszubilden. Ist man beunruhigt dar&#252;ber, wie die Kinder lesen lernen werden? Niemand ist hingegen beunruhigt dar&#252;ber, wie sie sprechen lernen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Schule trennt die Bem&#252;hung oder das Lernen von ihrer N&#252;tzlichkeit und propagiert diese Trennung. Es ist wichtig, dass das Kind lesen lernt, weil man es lernen muss, nicht um seine Neugierde oder seine Liebe f&#252;r die B&#252;cher zu befriedigen. Das widerspr&#252;chliche Resultat davon ist die Tatsache, dass sie gleichzeitig den Analphabetismus reduziert und jegliche Freude am Lesen und die F&#228;higkeit dazu bei den meisten Leuten abgew&#252;rgt hat. In der kommunistischen Gesellschaft wird das Kind lesen und schreiben lernen, weil es den Drang hat, sich zu bilden und auszudr&#252;cken. Die kindliche Welt wird nicht mehr vom Rest des gesellschaftlichen Lebens getrennt sein, es wird f&#252;r das Kind zwingend notwendig sein, zu lernen. Es wird es genauso nat&#252;rlich tun, wie es laufen oder sprechen lernt. Es wird es nicht nur aus eigener Kraft tun. Eltern oder gebildetere &#228;ltere Leute werden es unterst&#252;tzten. Die dabei auftretenden Schwierigkeiten werden ihm n&#252;tzlich sein. Indem es sie &#252;berwindet, lernt es, zu lernen. Da es das Wissen nicht mehr vorgekaut aus der Hand eines Lehrers erh&#228;lt, wird es die Gewohnheit entwickeln, zu sehen und zu h&#246;ren, es wird f&#228;hig sein, Wissen ausgehend von seiner Erfahrung aufzubauen und daraus Schl&#252;sse zu ziehen. Es wird die Rache des Lebens &#252;ber das schulische oder ausserschulische Programm der menschlichen Wesen sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Menschen werden ihre Erfahrungen teilen und einander ihre Kenntnisse kommunizieren. Ort und Zeit werden sie selbst bestimmen. Die Form der Beziehung wird nicht im Vornhinein bestimmt sein. Sie wird vom Inhalt des Austausches und dem gegenseitigen Wissen der interessierten Personen &#252;ber das betroffene Thema abh&#228;ngen. Auch wenn es den Fanatikern der P&#228;dagogik nicht gef&#228;llt, wenn 10 oder 10&#8216;000 Individuen wissen wollen, was ein Individuum weiss, wird es vielleicht am einfachsten sein, das Meisterseminar neu zu erfinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das moderne Interesse f&#252;r die P&#228;dagogik dr&#252;ckt die Tatsache aus, dass sich die Methode nicht ausgehend von einem bestimmten Inhalt durchsetzt. Wenn man sich nichts mehr zu sagen hat, wenn der Inhalt des Unterrichts austauschbar geworden ist, diskutiert man &#252;ber die Art und Weise, es zu sagen. Wenn die Suppe schlecht ist, interessiert man sich f&#252;r den Anschein des Tellers.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was w&#252;rde in der Welt der kapitalistischen Produktion geschehen, wenn die Arbeiter wirklich das Recht h&#228;tten, zu experimentieren, und nicht mehr in Bezug auf ihre unmittelbare Rentabilit&#228;t beurteilt w&#252;rden? Sie w&#252;rden wohl sehr schnell vergessen, wieso man sie angestellt hat. Sie w&#252;rden experimentieren und versuchen, versuchen und experimentieren. Da ihnen die Produktion egal ist, w&#252;rden sie wohl schnell die Effizienz zugunsten ihres Vergn&#252;gens aufgeben. Die Freude der Entdeckung und der Rausch der Freiheit w&#252;rden an die Stelle der Routine und der Wiederholung treten. Die sich entwickelnden Kontakte zwischen den Arbeitern unter dem Vorwand der Verbesserung der Produktion durch den Austausch der Erfahrungen w&#252;rden Gefahr laufen, einen anderen Weg einzuschlagen. Wieso sollten wir nicht der berauschenden Freude der kollektiven Sabotage nachgeben, wieso sollten wir nicht Spiele organisieren, wieso sollten wir die Produktion nicht in Wegen neu organisieren oder umleiten, die direkt zugunsten der Arbeiter sind?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Prinzip der Lohnarbeit verhindert es, dass man den Arbeitern vertrauen kann, sich Notwendigkeiten unterzuordnen, die sie nicht betreffen. Jene Lohnarbeiter, welche am meisten entfremdet sind, am meisten arbeiten, sich am meisten unterordnen, k&#246;nnten in dieser ungem&#252;tlichen Situation vielleicht nicht einmal davon profitieren. Man kann es nicht zulassen, dass ein Arbeiter w&#228;hrend dem Verlauf der Produktion &#252;ber sich selbst verf&#252;gt. Ein Werkzeug muss als Werkzeug behandelt werden. Wenn man ihn um sich selbst k&#252;mmern l&#228;sst, wird er Freude daran finden und sich gegen das ihn als menschliches Wesen negierende Kapital erheben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kapitalistische Trennung zwischen Produktion und Ausbildung hat Grenzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist unm&#246;glich, die Produktion, die Bildung und die Experimentierfreude komplett voneinander zu trennen. Die Produktion, die d&#252;mmste Arbeit verlangt eine gewisse Anpassung des Arbeiters und die F&#228;higkeit, einer unvorhersehbaren Situation zu begegnen. Genau wie die abstrakteste Bildung sich hinsichtlich gewisser &#8222;Produkte&#8220; konkretisieren muss, sei es nur die Kopie einer Pr&#252;fung. Die aufgrund &#228;usserer Zw&#228;nge notwendige Kontrolle beeinflusst die Produktion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Sch&#252;ler ist nicht weicher Wachs, auf welchem man Wissen drucken kann. Er w&#252;rde nichts lernen, wenn er komplett passiv bliebe. Die Bildung kann nicht komplett von der Experimentierfreude und der Produktion getrennt werden, auch wenn sie von der eigentlichen wirtschaftlichen Sph&#228;re getrennt ist. Die Schule dient dazu, dieser T&#228;tigkeit einen beschr&#228;nkten Rahmen zu geben und sie vom wirklichen Leben zu trennen. Der Unterricht funktioniert und geht weiter dank ebendiesen Prinzipien, welche er verdr&#228;ngt. Das gilt f&#252;r das Lernen das Lesens genau wie f&#252;r jenes der Aufs&#228;tze. Letztere sind selbst die Negation der Kommunikation. Der Sch&#252;ler muss lernen, sich schriftlich auszudr&#252;cken, unabh&#228;ngig von dem, was er zu sagen h&#228;tte, und unabh&#228;ngig von den Adressaten. Es ist eine zutiefst gehaltlose &#220;bung. Wenn es der Sch&#252;ler allerdings schafft, zu schreiben, schliesslich ist er dazu verpflichtet, dann kann er das nur, indem er auf eine gewisse Art und Weise kommuniziert. Genau wie der Arbeiter, der seine Arbeit machen muss, seine Arbeit nur ausf&#252;hren kann, indem er sich daran minimal beteiligt. Er kann nie einfach ein Ausf&#252;hrender sein, eine Maschine.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Produktionssystem w&#252;rde zusammenbrechen, falls die Arbeiter nicht mehr experimentieren, sich gegenseitig helfen und Ratschl&#228;ge geben k&#246;nnten. Die hierarchische Organisation der Arbeit kann nur &#252;berleben, wenn die Regeln permanent mit den F&#252;ssen getreten werden. Es erlegt diesen verbotenen Dingen und der spontanen Organisation der Arbeiter einen un&#252;berwindbaren Rahmen auf, um sie daran zu hindern, sich zu entwickeln und wirklich gef&#228;hrlich und subversiv zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;V. Geld und Kosteneinsch&#228;tzung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist gleichbedeutend mit einer Welt ohne Geld. Aber das Verschwinden des Geldes ist nicht gleichbedeutend mit dem Verschwinden aller Kosteneinsch&#228;tzungen. Die gegenw&#228;rtigen, vergangenen und k&#252;nftigen menschlichen Gesellschaften und Handlungen werden notwendigerweise mit diesem Problem konfrontiert sein, unabh&#228;ngig davon, ob sie geldliche Zeichen einsetzen oder nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Geld&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit der entwickelten kapitalistischen Gesellschaft, wo die Ware zur allgemeinen Form des Produkts geworden ist, pr&#228;sentiert sich das Geld in den Augen aller als Notwendigkeit, obwohl nicht alle gleich viel davon haben und es nicht gleich gebrauchen. Es ist ein Gut, das f&#252;r das menschliche Leben fast so wichtig ist wie der Sauerstoff. K&#246;nnen wir ohne Geld &#252;berleben? Sowohl der Reiche als auch der Arme m&#252;ssen ihren Geldbeutel &#246;ffnen, um ihre grundlegendsten Bed&#252;rfnisse oder ihre &#252;berfl&#252;ssigsten W&#252;nsche zu befriedigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die objektive jedoch begrenzte Stellung des Geldes kontrastiert mit der subjektiven und phantastischen Stellung, die es im gesellschaftlichen Bewusstsein einnimmt. Jeglicher Reichtum wird letztendlich durch die Diener der Wirtschaft mit Geldreichtum assimiliert. Was nicht bezahlt wird, scheint jeglichen Wert zu verlieren, sogar wenn es sich um die lebensnotwendigsten G&#252;ter handelt: Luft, Wasser, die Sonne, Sperma und Seifenblasen. Paradoxerweise n&#228;hert sich diese Epoche ihrem Ende, aber in jenem Sinn, dass die triumphierende Wirtschaft allem einen Marktwert gibt, sie f&#252;llt Wasser in Flaschen ab und deponiert Sperma in Banken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend der Laie sich damit begn&#252;gt, die Allgegenwart und Allmacht des Geldes festzustellen und versucht, von den Beg&#252;nstigungen dieser launischen Gottheit zu profitieren, k&#252;mmern sich die Herren &#214;konomen darum, es zu verherrlichen. Das Geld ist nicht nur unerl&#228;sslich in der gegenw&#228;rtigen Gesellschaft, eine Wahrheit, die sich auf allt&#228;gliche und leider unbestreitbare Erfahrung st&#252;tzt, es ist unerl&#228;sslich f&#252;r ein minimal zivilisiertes gesellschaftliches Leben. Die Geldzirkulation ist f&#252;r den Gesellschaftsk&#246;rper was die Blutzirkulation f&#252;r den menschlichen K&#246;rper ist. Die Geschichte des Fortschritts ist die Geschichte des Fortschritts des Geldes vom Muschelgeld zur Kreditkarte. Ihr wollt die Gesellschaft des Geldes entledigen? Ihr seid bestimmt geisteskrank, Anh&#228;nger einer R&#252;ckkehr zum Tausch. Merken wir nebenbei an, dass der Kapitalismus diesen ach so verschrienen Tausch nicht nur nicht abgeschafft hat, sondern ihn unaufh&#246;rlich neu erfindet, besonders auf der Ebene des internationalen Handels.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Geld wird zu einem Schleier, der letztendlich die wirtschaftliche Realit&#228;t kaschiert. Es gibt keine Fr&#228;smaschinen, Ingenieure oder Spaghetti mehr, sondern nur noch Dollars oder Rubel. Es setzt sich die Illusion durch, dass die Kontrolle &#252;ber das Geld, seine Schaffung, Zirkulation und Verteilung gleichbedeutend mit einer tiefgehenden Kontrolle &#252;ber diese Zusammenstellung an Gebrauchswerten ist, welche die Wirtschaft immer noch ist. Daher kommt der &#196;rger.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Geld wird h&#228;ufig in Frage gestellt, aber weniger seine Existenz als die &#252;bertriebene Sparsamkeit, mit welcher es in Brieftaschen wandert. Je mehr man es kritisiert, desto mehr will man davon. Wenn man das Goldene Kalb zerst&#246;ren oder die G&#246;tzenverehrung beseitigen will, hat man, um effizient zu sein, besser volle Taschen. Man hat die Wahl zwischen der Verbl&#246;dung bei der Arbeit, dem Risiko des &#220;berfalls, den Unw&#228;gbarkeiten der Lotterie&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch wenn es den &#214;konomen nicht gef&#228;llt, das Geld ist eine sehr merkw&#252;rdige Sache. Das springt ins Auge, sobald man sich nicht mehr um seine unbestreitbare wirtschaftliche N&#252;tzlichkeit k&#252;mmert, sondern sich auf seine menschliche N&#252;tzlichkeit konzentriert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bem&#252;hen wir uns, naiv zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie, durch welch infernale Magie ist es m&#246;glich geworden, dass der Reichtum, die M&#246;glichkeit, Bed&#252;rfnisse zu befriedigen, sich im Geld verk&#246;rpert? Wenn er unbedingt eine besondere Form annehmen musste, um f&#252;r unsere Augen sichtbar zu sein und von uns nie vergessen zu werden, h&#228;tte er, dem Beispiel unseres Herren Jesus Christus folgend, das Brot und den Wein w&#228;hlen k&#246;nnen, n&#252;tzliche und angenehme Dinge. Aber nein! Er hat es vorgezogen, sich in der Form von Gold und Silber zu verk&#246;rpern, extrem seltene und nutzlose Metalle. Noch schlimmer, heute zeigt er sich dem gew&#246;hnlichen Sterblichen nur noch in seiner Papierform.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das einzige vom Geld befriedigte Bed&#252;rfnis ist das Bed&#252;rfnis nach Handel. Es wird mit ihm verschwinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist haarstr&#228;ubend, das Geld bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Handels zu beseitigen oder weil man will, dass er endlich gerecht wird. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts schlugen &#8222;ricardianische Sozialisten&#8220; vor, dass Waren direkt je nach notwendiger Menge Arbeit f&#252;r ihre Produktion gehandelt werden. Die Bolschewisten Bucharin und Preobraschenski verbreiteten 1919 &#228;hnliche Illusionen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Das Geld verliert gleich von Anbeginn der sozialistischen Revolution allm&#228;hlich seine Bedeutung. Alle nationalisierten Unternehmungen f&#252;hren, &#228;hnlich dem Unternehmen eines reichen Besitzers [&#8230;], eine gemeinsame Kasse und haben es nicht n&#246;tig, f&#252;r Geld einen gegenseitigen Kauf und Verkauf zu betreiben. Es wird langsam der bargeldlose Verkehr eingef&#252;hrt. Infolgedessen wird das Geld aus einem gro&#223;en Gebiete der Volkswirtschaft verdr&#228;ngt. Auch in bezug auf die Bauernschaft verliert das Geld ebenfalls langsam seine Bedeutung, und auf den Plan tritt der Warenaustausch. [&#8230;] Das langsame Verschwinden des Geldes wird auch beg&#252;nstigt durch die riesige Papiergeldemission durch den Staat [&#8230;]. Der st&#228;rkste Schlag wird aber dem Geldbestand durch die Einf&#252;hrung der Budgetb&#252;cher und durch Bezahlung der Arbeiter mit Produkten versetzt.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bucharin, Preobraschenski, Das ABC des Kommunismus. Popul&#228;re Erl&#228;uterung (...)&#034; id=&#034;nh3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gab Versuche, die Wirtschaft zumindest teilweise des Geldes zu entledigen. Die Transaktionen zwischen den Unternehmen wurden nur als buchhalterische Operationen aufgenommen. Das ergab nichts, weder etwas bekanntes, noch etwas sehr kommunistisches.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gl&#252;ckwunsch&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der kommunistischen Welt werden die Produkte zirkulieren, ohne dass Geld im umgekehrten Sinn zirkulieren muss. Der Ausgleich wird nicht auf der Ebene des Haushalts oder der Unternehmung stattfinden: Was als Ware herausgeht, entspricht einem Eingang an Geld und umgekehrt. Er wird direkt global sein und sich direkt an der Befriedigung der Bed&#252;rfnisse messen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Ende des Handels bedeutet selbstverst&#228;ndlich nicht, dass die Kinder keine Murmeln oder die Liebenden keine Komplimente mehr austauschen k&#246;nnen. Begrenzte Tauschwirtschaft wird in kleinem Rahmen fortbestehen. Allen voran am Anfang wird sie das allgemeine Verteilungsnetz komplettieren und seiner Starre entgegenwirken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das beste Indiz, um zu zeigen, dass das Geheimnis des Geldes nicht sein materielles Wesen ist, ist die Tatsache, dass die W&#228;hrungsstandards sich je nach Zeit und Ort ver&#228;ndert haben. Salz und das Vieh spielten diese Rolle. Die wertvollen Metalle, besonders das Gold, wurden letztendlich nur wegen eben ihrer Nutzlosigkeit ausgew&#228;hlt. Wenn es an Nahrungsmitteln mangelt, kann das Gold nicht durch Konsum der Zirkulation entzogen werden. Wenn das Gold der Zirkulation entzogen wird, um gehortet zu werden oder als Dekoration zu dienen, dann ist es aufgrund seiner Funktion als wirtschaftlicher Wert. Gewisse Eigenschaften und vor allem seine besondere Seltenheit haben ihm einen gewissen Vorzug in der wirtschaftlichen Entwicklung gegeben. W&#228;hrend der ersten Ersch&#252;tterungen des Handelssystems konnte das Salz eine W&#228;hrung aufgrund seines Nutzens und der Konzentrierung an besonderen Orten sein. Es war der optimale Zirkulationsgegenstand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heute tendiert das Geld dazu, sich zu entmaterialisieren. Es ist nicht mehr durch den Wert seiner Grundlage garantiert, sondern durch die Bank und das Finanzsystem, die es manipulieren. Es h&#246;rt nicht auf, ein Mittel zum Handel zu sein, doch es wird allen voran zu einem Instrument im Dienste des Kapitals. Dadurch kann es vereinnahmt und bestens gebraucht werden, um Investitionen zu finanzieren und dem Kapital Kredit zu gew&#228;hren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Zerst&#246;rung des Geldes ist nicht gleichbedeutend mit der Verbrennung der Geldscheine und der Konfiskation oder Schmelzung des Goldes. Solche Massnahmen k&#246;nnen aus symbolischen oder psychologischen Gr&#252;nden notwendig sein, zur Durcheinanderbringung des Systems. Sie werden nicht reichen. Das Geld wird in anderen Formen zur&#252;ckkehren, wenn das Bed&#252;rfnis danach und die M&#246;glichkeit daf&#252;r fortbestehen. Getreide, Sardinenb&#252;chsen, Zucker k&#246;nnen Tauschmittel und sogar Lohn werden. &#8222;Du machst diese Arbeit, wir geben dir zehn Kilogramm Zucker, damit kannst du Fleisch, Alkohol oder einen Strohhut erstehen.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das erste Problem ist jenes des Kampfes um die Produktion, die Organisation, gegen den Mangel. Danach die Umsetzung abschreckender und repressiver Massnahmen gegen jene, welche versuchen, die &#220;bergangsphase f&#252;r den Schwarzmarkt zu nutzen. Das Gold und die anderen wertvollen Metalle werden von den revolution&#228;ren Beh&#246;rden beschlagnahmt, um danach eventuell gegen Waffen oder Lebensmittel mit nicht kontrollierten Sektoren getauscht zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Geld ist der Ausdruck des Reichtums, des Handelsreichtums jedoch. Es ist nicht direkt Befriedigung der Bed&#252;rfnisse, nur Mittel, um sie zu befriedigen. Es ist also auch die Schranke, die das Individuum von seinen Bed&#252;rfnissen trennt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bestrebungen der Menschen werden zum Widerschein der Dinge, der Waren, die ihnen gegen&#252;ber stehen. Bed&#252;rfnisse zu haben und sie zu befriedigen, bedeutet, kaufen und konsumieren zu wollen und zu k&#246;nnen. In diesem Spiel kann man nur reingelegt werden. Der Reichtum, das wahrhafte Gl&#252;ck kann und muss durch die Werbung nur eine unerreichbare Fata Morgana bleiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wertgesetz&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Geld dient zum Handeln. Doch Geld bedeutet auch Masseinheit. Was das Geld beim Handeln misst, den Preis einer Ware, hat seine Wurzel ausserhalb der Tauschsph&#228;re.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie entsteht im kapitalistischen System das Gleichgewicht zwischen dem, was produziert, und dem, was konsumiert wird? Zwischen der gelieferten Anstrengung und dem erlangten Vorteil? Wie setzt sich eine bestimmte Entscheidung als die vern&#252;nftigere durch?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Problem steht in Zusammenhang mit jeder besonderen Ware. Sie ist gleichzeitig Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist gleichbedeutend mit dem Vorteil, den sie einem einbringen soll. Der Konsument soll ihn direkt nutzen. Der durch den Preis ausgedr&#252;ckte Tauschwert entspricht der Auslage, durch welche dieser Vorteil kompensiert wird. Geldausgabe zu seinem Kauf, aber vor allem und urspr&#252;nglich Arbeitsaufwand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Preis eines Gutes wird von den auf der Ebene des Marktes wirkenden Kr&#228;ften bestimmt, des Angebots und der Nachfrage. Doch dar&#252;ber hinaus verweist er auf die Produktionskosten, die aufgeteilt werden in unmittelbar gelieferte Arbeit und in jene Arbeit, welche in den zur Produktion genutzten Materialien enthalten ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In jeder Ware dr&#252;ckt sich somit die Notwendigkeit eines Gleichgewichts zwischen Auslage und gesellschaftlichem Gewinn aus, die sich in der Notwendigkeit des finanziellen Gleichgewichts der Unternehmen und der Haushalte widerspiegelt. Die Notwendigkeit eines Gleichgewichts, aber nicht dieses Gleichgewicht selbst! Der Preis eines Gutes entspricht nur auf sehr verzerrte Art und Weise der effektiv aufgewandten wirklichen Arbeit und sogar der gesellschaftlich notwendigen Menge an Arbeit. Das Gleichgewicht entsteht nicht auf der Ebene der besonderen Ware, sondern auf jener des gesamten Systems. Und dort ist dieses Gleichgewicht eher eine Art Ungleichgewicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wird der Preis einer Ware von der in ihr enthaltenen Menge an Arbeit bestimmt? Ja und nein. Ja, weil der Preis dazu tendiert, entsprechend den Produktivit&#228;tsgewinnen zu variieren, denn ein Produkt, das zweimal mehr Zeit braucht als ein anderes, l&#228;uft Gefahr, zweimal teurer zu sein, da die gesamte Menge an Arbeit den gesamten Wert der Waren bestimmt. Nein, weil man keine zwingende und einfache Verbindung zwischen jeder Ware und der aufgewandten Arbeit erstellen kann. Dies aufgrund der Unw&#228;gbarkeiten des Marktes. Denn wenn der Preis einer Ware wirklich von der konkret aufgewandten Arbeit bestimmt w&#252;rde, dann w&#228;re die Ware umso teurer, je niedriger die Produktivit&#228;t w&#228;re, je fauler die Arbeiter w&#228;ren! In Wirklichkeit sind jene, welche hohe Selbstkostenpreise haben, benachteiligt und nicht beg&#252;nstigt. Die Gewinner sind jene, welche die Produktionskosten und die Arbeit einsparen. Dies, weil die Preisbildung vom tendenziellen Ausgleich der Profitraten betroffen ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was wird aus dem von den klassischen &#214;konomen geerbten Gesetz der Arbeitswerttheorie, das besagt, dass der Wert der wirtschaftlichen Dinge von der Arbeit bestimmt wird? Dieses Gesetz ist ein allgemeines Gesetz, das durch die Preisbildung die allgemeine Entwicklung des Systems determiniert. Das Kapital entwickelt sich und teilt sich entsprechend den verwirklichbaren Einsparungen an Arbeitszeit auf. Es ist wie ein Fluss, obwohl sein Weg nicht der k&#252;rzeste ist, obwohl er sich in stehendem Wasser verliert, obwohl er Umwege macht, folgt er letztendlich blind seinem nat&#252;rlichen Lauf und tr&#228;gt dabei die Hindernisse ab. Der erwartete Profit, der den Kapitalisten dazu bringt, hier oder dort zu investieren, diese Technik oder jenen Maschinenbetrieb zu w&#228;hlen, widerspricht dieser Tendenz &#252;berhaupt nicht, er ist nur der gewundene Gang, durch welchen es sich ihm auferlegt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Letztendlich dr&#252;ckt das Wertgesetz nicht wirklich die Verbindung aus, die zwischen der Ware und ihrem Preis einerseits und der sch&#246;pferischen Arbeit andererseits fortbesteht, sondern eher ihre Trennung. Die Arbeit wird zu Wert, das bedeutet, dass das Werk sich von der Arbeit und dem Arbeiter befreit, um in die Umlaufbahn des Wirtschaftsraumes gebracht zu werden und sich dort gem&#228;ss der ihm eigenen Regeln zu bewegen. All die autonom und konkurrierend gewordenen Waren messen sich letztendlich zwischen ihnen durch den Handel und das Geld. Das Wertgesetz, dessen Entwicklung an den Handel und seine Wirkung auf die menschliche T&#228;tigkeit gekoppelt ist, verschwindet mit dem Kommunismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie steht es um das globale Gleichgewicht zwischen Ausgaben und Einnahmen innerhalb des Systems? Dieses Gleichgewicht ist ein Ungleichgewicht. Vom Standpunkt des Werts aus betrachtet, produziert die Gesellschaft mehr, als dass sie ausgibt. Der Mehrertrag wird akkumuliert. Ohne diese Tatsache w&#228;re das Kapital nicht das Kapital.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Marx hat gezeigt, dass eine besondere Ware existiert, welche die Gabe hat, mehr Wert zu produzieren als ihre Produktion verlangt. Daher vergr&#246;ssert sich das Kapital in Bewegung, statt dass es von Transaktion zu Transaktion immer gleich bleibt. Diese Ware ist die Arbeitskraft, ihr Preis ist niedriger als der durch sie erschaffene Wert, es ist der Lohn. Der Unterschied ist der Mehrwert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Arbeiter verkauft nicht seine Arbeit auf dem schlecht benannten &#8222;Arbeitsmarkt&#8220;, sondern seine F&#228;higkeit zu arbeiten, einen Teil seiner Zeit. Die Arbeit ist keine Ware, sie hat keinen Wert. Sie ist die Grundlage des Werts. Sie selbst, sagt Engels, hat nicht mehr Wert als die Schwerkraft Gewicht hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn das Kapital die Zirkulationssph&#228;re verl&#228;sst, um beim Kapitalisten Zuflucht zu suchen, w&#228;chst es von der nicht bezahlten Arbeit des Arbeiters, ohne dass das Wertgesetz mit den F&#252;ssen getreten w&#252;rde, ohne dass der Profit aus irgendeiner Gaunerei oder einem Verstoss gegen die Regeln des Handels entst&#252;nde. Jedes Warenkapital kann zerlegt werden in konstantes Kapital, der Amortisierung der benutzten Materialien und Maschinen entsprechend, und in variables Kapital, das den L&#246;hnen oder dem Mehrwert, der nicht bezahlten Arbeit entspricht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Geld ist Tr&#228;ger einer tiefgehenden Mystifizierung. Es versteckt das urspr&#252;ngliche Wesen des Aufwands, der das Produkt wirklich entstehen liess. Hinter dem Reichtum, auch hinter dem Warenreichtum, steht das menschliche Wesen und die menschliche Anstrengung. Das Geld scheint Zinsen zu produzieren, Junge zu bekommen. Die einzige Quelle jeglichen Werts, mag er noch so sehr Handelswert sein und eben genau, weil er es ist, ist die Arbeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nat&#252;rlich r&#228;umen auch die ergebensten &#214;konomen der Arbeit einen kleinen Platz als Quelle des Reichtums neben dem Kapital und dem Boden ein. Die Mystifizierung wird allerdings nicht einmal teilweise beseitigt. Nicht die Arbeit als solche kommt in den Genuss dieses Gefallens, nur die Arbeit als Gegenleistung f&#252;r den Lohn. Nicht das Geld wird auf die Arbeit reduziert, sondern die Arbeit wird im Gegenteil durch den Lohn auf das Geld reduziert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Unentgeltlichkeit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man ist h&#228;ufig versucht, aus dem Verschwinden des Geldes in der kommunistischen Gesellschaft darauf zu schliessen, dass keine Kostenfragen mehr geregelt werden m&#252;ssten, dass es nicht mehr notwendig sein w&#252;rde, den Wert der Dinge einzusch&#228;tzen. Das ist ein grundlegender Irrtum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist eine Sache, dass ein Gut oder Dienst gratis ist. Das bedeutet jedoch nicht, dass das nichts kostet. Die Illusion ist ein direktes Produkt der Funktionsweise des Handelssystems. Man wird dazu gedr&#228;ngt, Kosten und Zahlung zu assimilieren. Man sieht nur noch die Zahlung, die Geldausgabe. Man vergisst den Aufwand an M&#252;he und Materialien, der dem Produkt zugrunde liegt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sowohl f&#252;r den Kapitalismus als auch f&#252;r den Kommunismus bedeutet Unentgeltlichkeit nicht Aufwandslosigkeit. Der Unterschied zwischen der kommunistischen und der kapitalistischen Unentgeltlichkeit ist die Tatsache, dass letztere nur eine falsche Unentgeltlichkeit ist. Die Zahlung ist nicht inexistent, sie ist nur zeitlich oder &#246;rtlich versetzt. Die Unentgeltlichkeit der Schule oder der Werbung bedeutet nicht, dass sie ausserhalb des Handelssystems sind und dass der Konsument nicht letztendlich daf&#252;r bezahlt. Die unentgeltliche Ware ist sehr verdorben. Sie bedeutet auferlegten oder halb auferlegten Konsum, Schwierigkeit, das, was man einem &#8222;offeriert&#8220;, auszuw&#228;hlen oder abzulehnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der neuen Gesellschaft m&#252;ssen die Kosten der Dinge bekannt sein und, falls n&#246;tig, berechnet werden. Nicht aus buchhalterischer Pedanterie oder um grundlos gewordene Hintergehungen zu verhindern. Es wird darum gehen, den n&#246;tigen Aufwand zu erfassen, um zu wissen, ob er sich lohnt, ihn falls m&#246;glich zu reduzieren. Die auf die menschliche und nat&#252;rliche Umwelt ausgel&#246;ste Wirkung der Befriedigung eines Bed&#252;rfnisses oder des Aufbaus eines Projekts muss evaluiert werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Uhrzeiger, ein Auto, rechtfertigen sie die ihrer Produktion gewidmete Zeit und M&#252;he und die mit ihrem Gebrauch verbundenen Nachteile? Setzt man eine Produktionseinheit besser an diesem oder jenem Ort ein? Rechtfertigt es eine gewisse Produktion, dass man begrenzte Erzvorr&#228;te reduziert? Wir k&#246;nnen nicht den Zufall oder die Intuition bestimmen lassen. Es ist nicht schwer, zu verstehen, dass all das Einsch&#228;tzung, Berechnung und Voraussicht impliziert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir behalten den dermassen mit &#214;konomismus durchsetzten Begriff der Kosten bei, weil es sich nicht nur um eine Wahlm&#246;glichkeit und eine Massregel, einen intellektuellen Prozess handelt, sondern um k&#246;rperlichen Aufwand. Welches technische Niveau auch immer erreicht sein mag, es wird immer kostspielige T&#228;tigkeiten und Aufgaben geben, die m&#252;hsamer sind als andere. Dass alles einfach und unterschiedslos w&#252;rde, w&#228;re eine traurige Sache und einer kommunistischen Gesellschaft fremder als einer anderen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Ware hat zwei Seiten: Gebrauchswert und Tauschwert. Sie sind scheinbar von zwei irreduziblen Ordnungen abh&#228;ngig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Gebrauchswert, die N&#252;tzlichkeit ist qualitativ. Der Benutzer vergleicht und beurteilt, was ihm am ehesten zusagt, ein Flugzeug oder eine Orange. Die Entscheidung kann nicht unabh&#228;ngig von seiner Lage und seinen konkreten Bed&#252;rfnissen sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Tauschwert ist quantitativ. Alle G&#252;ter k&#246;nnen bemessen und objektiv gem&#228;ss einem einheitlichen Normalmass angeordnet werden, egal ob es sich um ein Flugzeug oder eine Orange handelt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist nicht wirklich eine Welt, wo ein endlich von seinem Parasiten Tauschwert befreiter Gebrauchswert fortbesteht oder der Tauschwert sich selbst negiert und wieder Gebrauchswert wird. Der Vorteil und der Nachteil sind von der gleichen Ordnung der Dinge abh&#228;ngig und nicht mehr angebunden und getrennt. Der Wert ist nicht mehr Wert, um wieder als konkreter und vielgestaltiger Aufwand zu erscheinen. Die Arbeit ist nicht mehr die Grundlage und die Garantie des Werts. Es gibt kein einheitliches Normalmass mehr, das quantitative Vergleiche zwischen allem erlaubt, sondern konkrete Aufw&#228;nde und Arbeiten, die unterschiedlich m&#252;hsam sind und ber&#252;cksichtigt werden sollten. Indem sie nicht mehr die Tr&#228;gerin des Werts und nicht mehr durch den Tauschprozess vereinheitlicht ist, ist die Arbeit nicht mehr die ARBEIT.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die b&#252;rgerliche &#214;konomie ist eine der doppelten Buchf&#252;hrung. Das b&#252;rgerliche Individuum ist kein Mensch, es ist eine Firma. Wir wollen alle Firmen zerst&#246;ren, die &#214;konomie der doppelten Buchf&#252;hrung abschaffen. Und eine einfache Buchf&#252;hrung begr&#252;nden, die es in der Geschichte gibt, seit der Troglodyt losging, um so viele Kokosn&#252;sse zu pfl&#252;cken, wie es Gef&#228;hrten in der H&#246;hle gab und dabei nur seine beiden H&#228;nde bei sich trug.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bordiga, Eigentum und Kapital.&#034; id=&#034;nh4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es wird Unentgeltlichkeit geben, weil die &#8222;Gabe&#8220; den Verkauf ersetzen wird. Jene, welche diese oder jene Aufgabe mit dem Ziel erledigen, ihre eigenen Bed&#252;rfnisse zu befriedigen oder auch f&#252;r andere n&#252;tzlich zu sein, werden direkt mit der gelieferten Anstrengung bezahlen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist das sehr neu? Nein, denn sogar heute w&#252;rde es niemandem in den Sinn kommen, f&#252;r eine Diskussion oder einen Streit den Preis des Speichels zu bezahlen. In einer Konversation tauscht man nicht eine gewisse Redezeit oder eine gewisse Anzahl an Dezibel aus, man bem&#252;ht sich, das zu sagen, was man zu sagen hat, weil man findet, dass man es sagen muss. Der Gespr&#228;chspartner oder der Zuh&#246;rer schuldet einem nichts im Austausch f&#252;r seine Aufmerksamkeit. Die Hoffnung auf eine Antwort, das Risiko, nicht verstanden, nicht erwidert oder belogen zu werden, sind Teil des Spiels. Sie sind weder die Erwartung einer Bezahlung noch das Marktrisiko. Im gew&#246;hnlichen Leben ist das Wort keine Ware, Sprechen keine Arbeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was noch heute f&#252;r das Wort gilt, wenn es nicht aufgenommen und als Ware verbreitet wird, wird morgen f&#252;r jegliche Produktion gelten. Die Einsch&#228;tzung der Kosten wird nicht mehr vom n&#246;tigen Aufwand getrennt sein. Die Vorbedingung, der erste Schritt der Berechnung wird der Antrieb f&#252;r diese oder jene T&#228;tigkeit sein. Ein Buch oder ein Schuh werden &#8222;offeriert&#8220; werden, wie man es heute mit den Worten tun kann. Die Gabe impliziert bis zu einem gewissen Punkt Gegenseitigkeit, das Wort ruft nach einer Antwort, doch es ist nicht mehr der anonyme und antagonistische Prozess des Handels.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitszeit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der offizielle englische &#214;konom der Bourgeoisie Ricardo hatte anfangs des 19. Jahrhunderts behauptet, dass der Wert eines Produkts von der f&#252;r seine Produktion notwendigen Menge Arbeit abh&#228;nge, es fehlte nicht an Leuten, die forderten, dass der Wert der Gesamtheit seines Produkts an den Arbeiter gehen soll. Der Profit war moralisch als Diebstahl verurteilt. Das Problem des Sozialismus ist jenes der Verg&#252;tung, einer gerechten Verg&#252;tung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein amerikanischer Kommunist, John Francis Bray, sticht heraus. Er sieht im gerechten Tausch nicht die L&#246;sung, sondern ein Mittel zur Vorbereitung derselben, der Gemeinschaft der G&#252;ter. Eine &#220;bergangsphase, w&#228;hrend welcher niemand mehr verdient als den Wert seiner Arbeit und nicht sehr reich werden kann, erweist sich als notwendig. Jeder wird in den L&#228;den das &#196;quivalent in Form diverser Dinge dessen erlangen, was er in einer anderen Form produziert hat. Das Gleichgewicht zwischen Produktion und Konsum wird aufrechterhalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im &lt;i&gt;Elend der Philosophie&lt;/i&gt; w&#252;rdigt Marx Bray, kritisiert ihn aber auch. Entweder endet der gerechte Tausch letztendlich wieder im Kapitalismus: &#8222;Herr Bray ahnt nicht, da&#223; dieses egalit&#228;re Verh&#228;ltnis, dieses &lt;i&gt;Verbesserungsideal,&lt;/i&gt; welches er in die Welt einf&#252;hren will, selbst nichts anderes ist als der Reflex der gegenw&#228;rtigen Welt und da&#223; es infolgedessen total unm&#246;glich ist, die Gesellschaft auf einer Basis rekonstituieren zu wollen, die selbst nur der versch&#246;nerte Schatten dieser Gesellschaft ist. In dem Ma&#223;e, wie der Schatten Gestalt annimmt, bemerkt man, da&#223; diese Gestalt, weit entfernt, ihre ertr&#228;umte Verkl&#228;rung zu sein, just die gegenw&#228;rtige Gestalt der Gesellschaft ist.&#8220; Oder wir entledigen uns des Tausches: &#8222;Was heute durch das Kapital und die Konkurrenz der Arbeiter unter sich bewirkt wird, wird morgen, wenn man das Verh&#228;ltnis von Arbeit und Kapital aufhebt, das Ergebnis einer Vereinbarung sein, die auf dem Verh&#228;ltnis der Summe der Produktivkr&#228;fte zu der Summe der vorhandenen Bed&#252;rfnisse beruht. Aber eine solche Vereinbarung ist die Verurteilung des individuellen Austausches [&#8230;].&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ohne auf den Tausch zur&#252;ckgreifen zu wollen, haben gewisse Revolution&#228;re, allen voran Marx und Engels, die zwingende Notwendigkeit verstanden, das Problem der Kosten und ihrer Buchhaltung in der zuk&#252;nftigen Gesellschaft zu regeln. Sie suchten ein Normalmass, um die Aufw&#228;nde einzusch&#228;tzen und zu vergleichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Regel war das vorgeschlagene Normalmass die Menge an Arbeit. Diese Menge wird durch die Zeit gemessen und manchmal durch die Intensit&#228;t korrigiert. Jede Investition der Gesellschaft kann somit auf einen gewissen zeitlichen Aufwand zur&#252;ckgef&#252;hrt werden. Die Orange und das Flugzeug entsprechen nicht mehr einer gewissen Menge an Geld, sondern einer gegebenen Anzahl Arbeitsstunden. Trotz ihrem unterschiedlichen Wesen k&#246;nnen sie anhand eines gemeinsamen Massstabs verglichen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Vorgehensweise scheint logisch. Was haben verschiedene G&#252;ter gemeinsam, wenn nicht die in ihr enthaltene Arbeit? Davon ging Marx im Kapital aus, um die Arbeit als Quelle des Werts zu entdecken. Welches andere Normalmass k&#246;nnte man finden?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Marx und Engels &#252;bernahmen diese Konzeption, ohne sich in praktischen Details zu verlieren. Andere versuchten, sie detaillierter zu entwickeln, indem sie sich auf eine pr&#228;zise Buchhaltung der Arbeitsstunden st&#252;tzten, die es erlaubt, den Wert jedes Gutes zu evaluieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was uns betrifft, haben wir nicht von einem &#8222;Jenseits der Arbeit&#8220; gesprochen, um uns danach armselig auf das Mass der Arbeitszeit zu st&#252;rzen, sobald es darum geht, die harten praktischen Wirklichkeiten zu behandeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Theorie der Messung der G&#252;ter oder der Vorausplanung der Investitionen durch die Menge an Arbeit ist falsch. Sie muss radikal abgelehnt werden. Es geht nicht um eine methodische Streitigkeit, sondern um ein grunds&#228;tzliches Problem, welches das Wesen des Kommunismus selbst betrifft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Messung durch die Arbeit bleibt &#246;konomistisch. Sie will das Ende des Wertgesetzes, aber erkennt nicht, was das impliziert. Die kapitalistische Gesellschaft tendiert dazu, fortzubestehen, obwohl sie der Klassenteilung und des Tauschwertes entledigt ist!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man wollte ein Problem abhaken, das zwei Aspekte hat. Das erste ist jenes der Verg&#252;tung der Arbeiter. Das zweite, allgemeinere, betrifft die Verteilung der Produktivkr&#228;fte in der Gesellschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie sollen die Konsumg&#252;ter ohne Geld verteilt werden? Wie soll der Arbeiter gerecht f&#252;r seinen gelieferten Aufwand verg&#252;tet werden?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diesbez&#252;glich &#252;bernimmt Marx in der &lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt; den Standpunkt von Bray. Er entledigt ihn seiner st&#246;renden Aspekte. In einer &#220;bergangsphase, w&#228;hrend welcher das Prinzip &#8222;Jedem nach seinen Bed&#252;rfnissen&#8220; noch nicht angewandt werden kann, wird die Verg&#252;tung von der gelieferten Arbeit abh&#228;ngen. Sie wird davon abh&#228;ngen und ihr nicht entsprechen, denn ein Teil dessen, was diese Arbeit repr&#228;sentiert, wird zur Produktion der Produktionsg&#252;ter, zur Unterst&#252;tzung der Gebrechlichen in einen Sozialfonds fliessen&#8230; Der Arbeiter bekommt nicht das gesamte Produkt seiner Arbeit. Da ausserdem die Gutscheine, welche die gelieferte Menge an Arbeit belegen, nicht zirkulieren, ist der Handel im Keim erstickt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was bedeutet und verlangt, dass man eine Buchhaltung f&#252;hrt. &#8222;[D]ie Arbeit, um als Ma&#223; zu dienen, mu&#223; der Ausdehnung oder der Intensit&#228;t nach bestimmt werden, sonst h&#246;rte sie auf, Ma&#223;stab zu sein.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Kritik des Gothaer Programms.&#034; id=&#034;nh5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r Marx ist das Problem der Verg&#252;tung nebens&#228;chlich und beschr&#228;nkt auf die niedere Phase des Kommunismus. Die Frage der Verteilung der Produktivkr&#228;fte ist hingegen grundlegend und permanent.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einer kommunistischen Gesellschaft &#8222;f&#228;llt zun&#228;chst das Geldkapital ganz fort, also auch die Verkleidungen der Transaktion, die durch es hineinkommen. Die Sache reduziert sich einfach darauf, da&#223; die Gesellschaft im voraus berechnen mu&#223;, wieviel Arbeit, Produktionsmittel und Lebensmittel sie ohne irgendwelchen Abbruch auf Gesch&#228;ftszweige verwenden kann, die, wie Bau von Eisenbahnen z.B., f&#252;r l&#228;ngre Zeit, ein Jahr oder mehr, weder Produktionsmittel noch Lebensmittel, noch irgendeinen Nutzeffekt liefern, aber wohl Arbeit, Produktionsmittel und Lebensmittel der j&#228;hrlichen Gesamtproduktion entziehen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Das Kapital, Buch 2, MEW 24, S. 316-317.&#034; id=&#034;nh6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Berechnung der notwendigen Menge an Arbeit bedeutet jedoch nicht, dass das Wertgesetz fortbestehen kann, w&#228;hrend das Geldkapital verschwindet. Die Menge an Arbeit ist n&#228;mlich hinsichtlich der Bed&#252;rfnisse verteilt. Im&lt;i&gt; Elend der Philosophie&lt;/i&gt; schreibt Marx: &#8222;In einer k&#252;nftigen Gesellschaft, wo der Klassengegensatz verschwunden ist, wo es keine Klassen mehr gibt, w&#252;rde der Gebrauch nicht mehr von dem &lt;i&gt;Minimum &lt;/i&gt;der Produktionszeit abh&#228;ngen, sondern die Produktionszeit, die man den verschiedenen Gegenst&#228;nden widmet, w&#252;rde bestimmt werden durch ihre gesellschaftliche N&#252;tzlichkeit.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Wertgesetz ist nur ein besonderer merkantiler Ausdruck einer allgemeineren Regel, welche die gesamte Gesellschaft betrifft: &#8222;In der Tat, keine Gesellschaftsform kann verhindern, da&#223; one way or another die disponible Arbeitszeit der Gesellschaft die Produktion regelt. Aber, solange sich diese Reglung nicht durch direkte bewu&#223;te Kontrolle der Gesellschaft &#252;ber ihre Arbeitszeit &#8211; was nur m&#246;glich bei Gemeineigentum &#8211; vollzieht, sondern durch die Bewegung der Preise der Waren, bleibt es bei dem, was Du bereits in den &#8218;Deutsch-Franz&#246;sischen Jahrb&#252;chern&#8216; ganz zutreffend gesagt hast.&#8220; Das schrieb Marx an Engels am 8. Januar 1968. Was war die von ihm dargelegte These? &#8222;Da&#223; obige Abw&#228;gung von Nutzeffekt und Arbeitsaufwand [&#8230;] alles ist, was in einer kommunistischen Gesellschaft vom Wertbegriff der politischen &#214;konomie &#252;brigbleibt, habe ich schon 1844 ausgesprochen. Die wissenschaftliche Begr&#252;ndung dieses Satzes ist aber, wie man sieht, erst durch Marx&#8216; &#8218;Kapital&#8216; m&#246;glich geworden.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Anti-D&#252;hring.&#034; id=&#034;nh7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was uns Marx und Engels von der kommunistischen Gesellschaft sagen &#8211; und man sieht, dass sie sehr wohl davon sprechen &#8211; l&#228;sst sich direkt von ihrer Analyse der kapitalistischen Gesellschaft ableiten. Ihre Konzeption entnimmt ihr ihre Vorz&#252;ge, aber auch ihre Makel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ihre Vorz&#252;ge sind, dass sie zeigt, dass die Probleme der Verteilung des Konsums, der Verg&#252;tung f&#252;r die Arbeit nicht fundamental sind. Es ist die Produktionsweise, welche die Distributionsweise determiniert. Die Bekr&#228;ftigung gegen&#252;ber den guten Seelen, dass der Arbeiter nicht in den Genuss der Gesamtheit seines Produkts kommen kann, ist eine direkte Verl&#228;ngerung der Analyse des Kapitalismus, wo gezeigt wird, dass der Wert einer Ware zus&#228;tzlich zum Lohn und Mehrwert auch das konstante Kapital abdeckt. Die Produktionsinstrumente m&#252;ssen produziert werden. Der Kapitalismus und der Kommunismus sind, im Gegensatz zu vorhergehenden Gesellschaften, mit Werkzeugen ausgestattet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kapitalismus und der Kommunismus sind auch wechselhafte Gesellschaften. Man kann sich nicht auf uralte Erfahrung verlassen. Nicht alles kann durch den eventuell durch den gesunden Menschenverstand korrigierten vergangenen Gebrauch geregelt werden. Die Einsch&#228;tzung der Kosten ist letztendlich nicht so sehr ein Problem der nachtr&#228;glichen Buchhaltung, als ein Problem der Voraussicht. In Bezug auf diesen grundlegenden Punkt machen die Kommunisten nach Marx eher Schritte zur&#252;ck. Einige R&#228;tekommunisten reduzieren die Frage auf jene eines bestm&#246;glichen Abbildes der Wirklichkeit und der &#246;konomischen Bewegungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die folgende Passage zeigt, inwiefern die gegenw&#228;rtige und die kommende Gesellschaft das GLEICHE Problem regeln m&#252;ssen, erstere dank dem Geldkapital, dem Kredit, letztere, indem sie ohne sie auskommt. &#8222;[A]usgedehntere Operationen von l&#228;ngrer Dauer [bedingen] gr&#246;&#223;re Vorsch&#252;sse von Geldkapital f&#252;r l&#228;ngre Zeit. Die Produktion in solchen Sph&#228;ren ist also abh&#228;ngig von den Grenzen, innerhalb deren der einzelne Kapitalist &#252;ber Geldkapital verf&#252;gt. Diese Schranke wird durchbrochen durch Kreditwesen und damit zusammenh&#228;ngende Assoziation, z.B. Aktiengesellschaften. St&#246;rungen im Geldmarkt setzen daher solche Gesch&#228;fte still, w&#228;hrend diese selben Gesch&#228;fte ihrerseits St&#246;rungen im Geldmarkt hervorrufen. Auf Basis gesellschaftlicher Produktion ist zu bestimmen der Ma&#223;stab, worin diese Operationen, die w&#228;hrend l&#228;ngrer Zeit Arbeitskraft und Produktionsmittel entziehn, ohne w&#228;hrend dieser Zeit ein Produkt als Nutzeffekt zu liefern, ausgef&#252;hrt werden k&#246;nnen, ohne die Produktionszweige zu sch&#228;digen, die kontinuierlich oder mehrmals w&#228;hrend des Jahrs nicht nur Arbeitskraft und Produktionsmittel entziehn, sondern auch Lebensmittel und Produktionsmittel liefern. Bei gesellschaftlicher ebenso wie bei kapitalistischer Produktion werden nach wie vor die Arbeiter in Gesch&#228;ftszweigen von k&#252;rzern Arbeitsperioden nur f&#252;r k&#252;rzre Zeit Produkte entziehn, ohne Produkte wieder zu geben; w&#228;hrend die Gesch&#228;ftszweige mit langen Arbeitsperioden f&#252;r l&#228;ngre Zeit fortw&#228;hrend entziehn, bevor sie zur&#252;ckgeben. Dieser Umstand entspringt also aus den sachlichen Bedingungen des betreffenden Arbeitsprozesses, nicht aus seiner gesellschaftlichen Form.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Marx und Engels setzen den Kommunismus zu stark als Verl&#228;ngerung des Kapitalismus. Das ist ihr Makel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie erhalten die b&#252;rgerliche Trennung zwischen Produktionssph&#228;re und Konsumtionssph&#228;re aufrecht. Schon &lt;i&gt;Das kommunistische Manifest&lt;/i&gt; unterscheidet das kollektive Eigentum an den Produktionsmitteln und die pers&#246;nliche Aneignung von Konsumg&#252;tern. Es wird dort hoch und heilig geschworen, dass man nur vergesellschaften will, was schon gemeinschaftliches und gesellschaftliches Eigentum ist: die Instrumente der kapitalistischen Produktion. In der &lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt; wird weiterhin der verh&#228;ltnism&#228;ssige individuelle und famili&#228;re Konsum der gelieferten Arbeitszeit und dem produktiven und gesellschaftlichen Konsum entgegengesetzt. Nichts wird &#252;ber die Art und Weise gesagt, wie letzterer organisiert werden wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es herrscht Verwirrung &#252;ber die Verteilungsweise der Produkte und ihr Wesen als &#8222;Konsumg&#252;ter&#8220; oder Produktionsinstrumente. Es gibt einerseits die Individuen und andererseits die Gesellschaft, auf abstrakte Art und Weise konzipiert. Es gibt isolierte Individuen, solche in Gruppen oder in einer Kommune, die sich gegen&#252;berstehen und sich organisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Wirklichkeit verschwindet die dem Individuum entgegengesetzte Gesellschaft, wenn der Staat oder der Firmenchef als Repr&#228;sentanten des &#8222;allgemeinen Interesses&#8220; verschwinden. Es gibt nur noch isolierte Menschen, solche in Gruppen oder Kommunen, die sich auf die eine oder andere Weise organisieren. Ein Individuum bekommt wom&#246;glich eine Werkzeugmaschine und ein Quartierkomitee einige Tonnen Kartoffeln zugewiesen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Trennung zwischen einerseits der Arbeitskraft, den getrennten Individuen, und des gesellschaftlichen und kollektiven Kapitals andererseits verschwindet. Man kann sich zu ihrer Aufrechterhaltung nicht auf die Notwendigkeit der Verg&#252;tung in einer &#220;bergangsphase berufen. Es ist im Gegenteil die Verteidigung dieser Notwendigkeit bei Bray oder Marx, welche die Grenzen einer Epoche, die Unreife des Kommunismus widerspiegeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotz kritischen und zutreffenden Bemerkungen bleibt Marx vom Fetischismus der Zeit beherrscht. Entweder macht er daraus einen &#246;konomischen oder einen ausser&#246;konomischen Massstab: &#8222;Denn der wirkliche Reichtum ist die entwickelte Produktivkraft aller Individuen. Es ist dann keineswegs mehr die Arbeitszeit, sondern die disposable time das Ma&#223; des Reichtums.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Grundrisse.&#034; id=&#034;nh8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Arbeitszeit ist die Grundlage der freien Zeit. Die Herrschaft der Freiheit kann nur auf der Herrschaft der Notwendigkeit gr&#252;nden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Irrtum besteht nicht darin, in der k&#252;nftigen Gesellschaft weiterhin Notwendigkeit, Aufopferung und Produktion zu sehen. Er besteht darin, all das zu b&#252;ndeln, das Etikett falls m&#246;glich zu reduzierende &#8222;Arbeitszeit&#8220; darauf zu kleben und es allgemein der freien Zeit entgegenzustellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Marx sagt in der &lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt;, dass die Arbeit eines Tages zum ersten der Lebensbed&#252;rfnisse w&#252;rde. Die stalinistischen Anf&#252;hrer vers&#228;umten es nicht, sich die Formulierung in einem abscheulichen Sinn zunutze zu machen. Es ist sowieso ein Widerspruch. Wird die Arbeit in der kommunistischen Gesellschaft zu einem Aufwand oder einer Befriedigung? Ist es somit notwendig, die Arbeitszeit auf ein Minimum zu reduzieren oder, im Gegenteil, soviel Arbeit wie m&#246;glich hervorzubringen, um die Nachfrage zu befriedigen? Die Arbeit kann nur in der kapitalistischen Gesellschaft als erstes der Lebensbed&#252;rfnisse erscheinen, als einziges Mittel, um die anderen zu befriedigen. Nur in ihr kann sie sowohl gehasst, als auch eingefordert werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Phantastisch&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Massstab der Arbeitszeit ist eine phantastische Sache.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jegliche produzierende T&#228;tigkeit mit der f&#252;r sie notwendigen Zeit messen zu wollen, bedeutet, alle Fl&#252;ssigkeiten einzig durch ihr Volumen messen und vergleichen zu wollen. Nat&#252;rlich braucht jede T&#228;tigkeit eine gewisse Zeit, genau wie jede Fl&#252;ssigkeit ein gewisses Volumen beansprucht. Das ist nicht unbedeutend. Eine einen Liter fassende Wasserflasche kann auch einen Liter Wein enthalten. Doch wer w&#252;rde es wagen, davon abzuleiten, dass eine Flasche Wasser unter jedem Umstand den gleichen Wert wie eine Flasche Wein, Alkohol, Grenadinsirup oder Salzs&#228;ure hat? Das kann allenfalls nur vom bornierten Standpunkt aus von jenem g&#252;ltig sein, der sie lagert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Zeit ist die einzige objektive Sprache, in welcher sich die schaffende Bem&#252;hung des Leibeigenen oder des Arbeiters ausdr&#252;cken kann, betrachtet vom Standpunkt des Ausbeuters. Das bedeutet &#228;usserer Massstab, Kontrolle und Antagonismus. Die Dauer und die Intensit&#228;t der T&#228;tigkeit verdr&#228;ngen ihr Wesen und ihre besondere M&#252;hsamkeit, sie tendieren dazu, unterschiedslos zu werden. Die Subjektivit&#228;t des Erduldeten wird auf dem Altar des objektiven Massstabs geopfert. Die Sch&#246;pfung und das Leben sind der Produktion und der Wiederholung unterworfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Messung durch die Zeit ist &#228;lter als das Handelssystem. Statt dass er ihm diese oder jene Menge eines gewissen Produkts liefert, stellt der Ausgebeutete dem Ausbeuter einen Teil seiner Zeit zu Verf&#252;gung. So wie die Fronarbeit zur Zeit des Feudalismus. Das Verfahren ist im System der Inka bemerkenswert entwickelt. Es ist ein Beispiel eines grossen landwirtschaftlichen Reichs, das durch eine B&#252;rokratie vereinigt ist, die das Geld nicht kennt. Die Leistungen werden in Form von auf diesem oder jenem Landgut verbrachten Arbeitstagen erbracht. Das f&#252;hrt zu einer gr&#252;ndlichen Buchhaltung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den Bauern- und Dorfgemeinschaften geht man an einem Tag w&#228;hrend der Ernte zur anderen und umgekehrt. Der Bauer und der Schmied tauschen ihre Produkte auf der Grundlage der Produktionszeit. Die T&#228;tigkeit des Kindes wird im Verh&#228;ltnis zu jener des Erwachsenen evaluiert. Man kann in diesen Praktiken den Ursprung des Gebrauches der Zeit als universellen Massstab und der Unterwerfung des Planeten unter die Handels&#246;konomie sehen. Allerdings nur den Ursprung. Diese marginalen Praktiken sind eher gegenseitige Hilfe denn Handel. Die gemessenen T&#228;tigkeiten sind wesensgleich und konkret vergleichbar. Die Messung durch die Zeit ist nicht unabh&#228;ngig vom gemessenen Inhalt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Messung durch die Zeit hat mit der parallelen Entwicklung des Handelssystems und der Arbeitsteilung ihren phantastischen Charakter erlangt. Sie entkoppelt sich vom Inhalt der T&#228;tigkeit, umso mehr er sich diversifiziert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bewegung versch&#228;rft sich, als der Tausch in die Produktionssph&#228;re eindringt. Die Messung durch die Zeit entwickelt sich in Verbindung mit der Tendenz zur Einsparung von Arbeitszeit. Es muss so viel wie m&#246;glich so schnell wie m&#246;glich produziert werden. Die M&#246;glichkeit der Messung durch die Zeit ist nicht unabh&#228;ngig von der Komprimierung der menschlichen T&#228;tigkeit in die kleinstm&#246;gliche Zeiteinheit. Die Arbeit bringt nicht nur die Ware hervor, sondern die Ware bringt die Arbeit durch den Despotismus der Fabrik hervor.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dadurch erscheint die Messung durch die Zeit nicht mehr in ihrer Naivit&#228;t, sie versteckt sich hinter dem Geld und rechtfertigt sich durch finanzielle Notwendigkeiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die b&#252;rgerlichen Ideologen, besonders jene, welche sich auf den Heiligen Marx berufen, projizieren diesen Fetischismus der Zeit und der Produktion auf die gesamte menschliche Geschichte. Sie wird reduziert auf einen unaufh&#246;rlichen Kampf, um Zeit zu gewinnen. Die Wilden sind wild geblieben, weil sie aufgrund der Tatsache, dass sie von ihrer schwachen Produktivit&#228;t beherrscht waren, nicht die notwendige Zeit zur Akkumulation eines &#220;berschusses fanden. Die Zeit ist rar, man muss darin die T&#228;tigkeit so dicht wie m&#246;glich komprimieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weit davon entfernt, nur daran zu denken, Zeit zu gewinnen, w&#252;rden sich die Wilden eher darum k&#252;mmern, sie so effizient wie m&#246;glich zu verschwenden. Man findet bei ihnen h&#228;ufig einen gleichg&#252;ltigen Charakter. Abgesehen von einigen Jagdinstrumenten k&#252;mmern sie sich kaum darum, G&#252;ter auf die Seite zu legen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im 18. Jahrhundert sieht Adam Smith davon ab, den Wert bez&#252;glich der Neuzeit auf die Arbeitszeit zu gr&#252;nden. Doch er sieht diesen Arbeitswert in jenen Urgesellschaften am Werk, wo die Dinge noch nicht kompliziert geworden sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Er stellt sich vor, dass die J&#228;ger ihr verschiedenes Wildfleisch austauschen wollen. Auf welcher Grundlage k&#246;nnen sie dies tun, wenn nicht auf jener der Arbeitszeit, auf Grundlage der notwendigen Zeit, um die Tiere zu erwischen? Das setzt eine &#246;konomistische und h&#228;ndlerische Mentalit&#228;t dort voraus, wo die Regeln des Teilens und die gegenseitigen Verbindungen vorherrschen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gehen wir jedoch davon aus, dass der Handel bereits existierte oder dass die Wilden rational entschieden, ihre Kr&#228;fte zur g&#252;nstigsten Erwerbung von Fleisch aufzuwenden. Werden sie ihr System auf der notwendigen Arbeitszeit gr&#252;nden?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei der Jagd gibt es Freuden und Gefahren, welche die verbrachte Zeit nicht ausdr&#252;ckt. Was ist ein auf die L&#228;nge der Jagd gegr&#252;ndeter Vergleich zwischen L&#246;we und Antilope wert, ohne das unterschiedliche Risiko in Betracht zu ziehen? Einige Arten der Jagd k&#246;nnen l&#228;nger dauern, aber sicherer, weniger erm&#252;dend, weniger gef&#228;hrlich, mehr oder weniger grausam sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn sie jedoch darauf beharren w&#252;rden, diese Art der Messung zu praktizieren, k&#246;nnten sie es? Es ist ziemlich schwierig, pr&#228;zise die Zeit zu bestimmen, die es braucht, um dieses oder jenes Wildtier zu erlegen. Wenn man systematisch das von diesem bornierten Standpunkt aus rentabelste Fleisch jagt, l&#228;uft man schnell Gefahr, die Situation und die notwendige Jagdzeit zu modifizieren. Man bricht sowieso h&#228;ufig auf, um den Damhirsch zu jagen, und kommt dann mit Hasen zur&#252;ck. Es ist nutzlos, das zu programmieren, was nicht programmierbar ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wird man uns sagen, dass das nicht mehr f&#252;r unsere zivilisierte Epoche gilt, dass die Jagd eine sehr besondere produktive T&#228;tigkeit ist? Das ist ein Irrtum. Die Allgegenwart des Tausches kaschiert die Realit&#228;t vor uns. Die Messung durch die Arbeitszeit steht nicht &#252;ber den Unw&#228;gbarkeiten, den menschlichen Risiken, der Aufzehrung der Rohstoffe. Diese Probleme sind nicht den Wilden eigen, sie betreffen jede Gesellschaft. Verdr&#228;ngt von der Logik des Kapitals, treten viele davon umso st&#228;rker wieder zutage.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Messung durch die Zeit ber&#252;cksichtigt die Auswirkungen auf die Umwelt und die M&#252;hsamkeit der T&#228;tigkeit nur indirekt. Kann man sie mit dem Kommunismus benutzen, indem man die Ver&#228;nderung oder die Zerst&#246;rung einer Landschaft, die Aussch&#246;pfung einer Mine, die Produktion von Sauerstoff eines Waldes in ihre Sprache &#252;bersetzt? Die einer Produktion zugeh&#246;rigen Vor- oder Nachteile w&#252;rden in Bezug auf die virtuell eingesparte oder aufgewandte Arbeitszeit eingesch&#228;tzt. Es w&#252;rde den Kapitalismus an Absurdit&#228;t &#252;bertreffen, wenn man offen und bewusst Gebrauchswerte, Eigenschaften auf Arbeitswert reduziert. Wie soll man den Wert einer Landschaft einsch&#228;tzen, anhand des notwendigen Aufwands, um sie peinlich genau nachzubilden? Zu diesem Preis w&#228;re nicht mehr viel rentabel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um den unterschiedlichen Wert zwei gleicher Arbeitsperioden mit verschiedenen Risiken und ungleicher M&#252;hsamkeit einzusch&#228;tzen, soll man sie anhand des gleichen Massstabs vergleichen? Eine Stunde Mauerbau w&#252;rde gleich viel kosten wie eineinhalb Stunden Schreinerhandwerk. Entweder w&#252;rde man davon ausgehen, dass der Unterschied dem notwendigen Zeitaufwand f&#252;r die Gesundheitsversorgung des Maurers, der W&#228;sche seiner Kleider entspricht, oder man sieht davon ab, alles auf einen Aufwand an Arbeitszeit zu reduzieren, doch wie w&#252;rde man dann die den unterschiedlichen Wert oder die unterschiedliche M&#252;hsamkeit der verschiedenen Arbeiten ausdr&#252;ckenden Koeffizienten erstellen? Wieso sollte man &#252;brigens objektive Koeffizienten erstellen, obwohl diese Unterschiede von den Bedingungen und dem Rhythmus der T&#228;tigkeit und den Vorlieben der Beteiligten abh&#228;ngen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sobald die Arbeiter loslegen, laufen die Anh&#228;nger der Messung durch die Arbeitszeit oder der Verg&#252;tung entsprechend der Arbeitsstunden Gefahr, die Kontrolle zu verlieren. Wenn die T&#228;tigkeit nicht mehr komprimiert sein wird, wird sich ihr Wesen &#228;ndern und sie wird sich ausweiten. Die Menge und die Art der Produktion werden nicht mehr entsprechend der konsumierten Arbeitsdauer evaluiert werden k&#246;nnen. Einer, der nicht lange bleiben wird, wird trotzdem genug produzieren, ein anderer, der seinen Tag dabei verbringt, wird fast nichts tun. Wenn von der Verg&#252;tung behauptet w&#252;rde, sie st&#252;tze sich auf die Pr&#228;senzzeit, w&#252;rde sie entweder seri&#246;se Aufseher ben&#246;tigen oder schnell zu einer Anstiftung zur Faulheit verkommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Tatsache, dass Arbeiter sich einigen, um eine gewisse Produktion zu garantieren oder eine gewisse Anzahl Stunden pro Tag produktiven Aufgaben zu widmen, ist eine Frage der praktischen Organisation, die nicht direkt mit der Bestimmung des Preises des Produzierten zusammenh&#228;ngt. In dieser Fabrik wird man zweimal mehr Zeit brauchen als in jener, um Dinge zu produzieren, deren Kosten gleich sein werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann freilich von gesellschaftlicher Aufteilung der Arbeitszeit sprechen, &#252;ber welche die Gemeinschaft verf&#252;gt. Aber man sollte nicht vergessen, dass die Zeit nicht eine Materie ist, die mit dem Sch&#246;pfl&#246;ffel verteilt werden kann. Es werden die Menschen sein, die da- oder dorthin gehen, sich um diese oder jene Aufgabe k&#252;mmern werden. Sobald die verf&#252;gbare Zeit nicht ausserordentlich selten und daf&#252;r bestimmt ist, absolut notwendige Bed&#252;rfnisse zu befriedigen, wird es Aufgaben geben, die dringender sind als andere, Menschen, die es eiliger haben als andere.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit dem Kapital muss der Preis, der Aufwand an Arbeitskraft von ihrem Resultat entkoppelt werden, von der Arbeit, die keinen Wert hat. Diese Entkoppelung hat im Kommunismus keinen Sinn mehr. Man kann nicht mehr die Arbeitskraft von der Arbeit, den Menschen von seiner T&#228;tigkeit trennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das bedeutet allen voran, dass es keinen Mehrwert mehr gibt, nicht einmal mehr f&#252;r die Gemeinschaft beanspruchter Mehrwert in einer neuen Form des gesellschaftlichen &#220;berschusses. Man kann nicht mehr von Akkumulation sprechen, auch nicht von Expansion, ausser als physische Gr&#246;sse. Es ist absurd, von sozialistischer Akkumulation zu sprechen, auch wenn man zu einem gewissen Zeitpunkt mehr Stahl oder Bananen als vorher produziert, auch wenn man mehr gesellschaftliche Zeit der Produktion widmet. Diese Bewegungen &#228;ussern sich nicht mehr als Wert, auch nicht als aufgewandte Zeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weiter bedeutet es, dass die Arbeit, die im Kapitalismus keinen Wert hat, im Kommunismus einen Wert erlangt. Dieser erlangte Wert ist weder moralisch noch h&#228;ndlerisch. Er ist nicht gleichbedeutend mit einer Lobrede auf die Arbeit, er dr&#252;ckt im Gegenteil ihre &#220;berwindung aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Arbeit, Quelle des Werts, ist eine unver&#228;nderliche Gr&#246;sse. Man spart sie ein, doch ihr Charakter wird nicht in Frage gestellt. Im Kommunismus unterscheidet sich diese oder jene T&#228;tigkeit nicht mehr von der M&#252;he, welche die sie praktizierenden Menschen empfinden. Die Arbeiten haben nicht alle die gleichen menschlichen Kosten. Es geht darum, jene zu entwickeln, welche am wenigsten kosten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man sich in der kapitalistischen Gesellschaft vom Standpunkt des Kapitals entfernt und jenen des Arbeiters einnimmt, kostet die Arbeit auch. Eine gewisse Stelle ist dieser oder jener vorzuziehen. Am Abend f&#252;hlt man die M&#252;digkeit oder seine Entnervung. Doch letztendlich sind die Unterschiede gering. Die Arbeit wird immer als mehr oder weniger verlorene Zeit betrachtet. Man m&#252;ht sich kaum ab an der Berechnung der Langeweile oder des gesundheitlichen Verfalls. F&#252;r den Arbeiter ist der Lohn der Preis f&#252;r all diese Scheisse. Man weiss, dass es eine Mystifizierung und der Lohn nicht anhand der gelieferten Bem&#252;hung oder der erduldeten Langeweile bestimmt ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#220;berlegenheit des Kommunismus liegt in der Tatsache, dass er sich nicht damit begn&#252;gt, die &#8222;Konsumbed&#252;rfnisse&#8220; zu befriedigen. Er widmet sich der Transformation der produktiven T&#228;tigkeiten, der Arbeitsbedingungen, wenn man so will. Die Wahl der Investitionen ist nicht zuerst durch die Einsparung an Arbeitszeit bestimmt, obwohl die Schnelligkeit der Ausf&#252;hrung eine Rolle spielen kann. Es geht darum, dass, indem die Bedingungen hervorgebracht werden, unter welchen die T&#228;tigkeit stattfinden wird, man die angenehmsten unter ihnen beg&#252;nstigt. Die Bestimmung der Bedingungen der T&#228;tigkeit ist nicht gleichbedeutend mit der Bestimmung der T&#228;tigkeit, dem Verhalten der Produzenten selbst. Der Produzent bleibt Meister seiner Tat, doch er handelt aufgrund von gewissen Bedingungen, abh&#228;ngig von gewissen Zw&#228;ngen, die man beeinflussen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Hervorbringung der Instrumente und des Rahmens der Produktion erlaubt diese Transformation der menschlichen T&#228;tigkeit. Die Entwicklung der Technologie kann in eine mehr oder weniger g&#252;nstige Richtung f&#252;r die Produzenten orientiert werden. Diese oder jene Art der Maschine oder Kombination an Maschinen erlaubt es den Benutzern, weniger ersch&#246;pft, weniger abh&#228;ngig von einem Produktionsrhythmus zu sein. Man kann die Eigenschaften, welche es den Menschen erlauben, im Produktionsprozess so frei wie m&#246;glich zu sein, systematisch entwickeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man erz&#228;hle uns nicht, dass die pers&#246;nlichen Vorlieben, die Subjektivit&#228;t es verhindern, jede Entscheidung objektiv zu machen. Es existieren allgemeine Konstanten. Zudem behaupten wir nicht, dass die Kriterien eine universelle G&#252;ltigkeit haben sollten. Sie werden je nach Epochen und Situationen variieren. Die Menschen werden sich absprechen, um zu bestimmen, was am ehesten angebracht ist. Die unterschiedlichen Vorlieben und der Wille zum Experiment k&#246;nnen zur Entwicklung von verschiedenen Wegen f&#252;r ein &#228;hnliches Ziel f&#252;hren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Einsch&#228;tzung der Kosten kann nicht auf die Notwendigkeit des Gleichgewichts der &#8222;Einnahmen und Ausgaben&#8220; reduziert werden. Das Gleichgewicht muss als dynamisches Gleichgewicht konzipiert werden. Ausgehend von den vom Kapitalismus geerbten Bedingungen geht es darum, sich f&#252;r eine gewisse Art der Entwicklung zu entscheiden. Sind die vereinbarten Kosten f&#252;r diese oder jene produktive Struktur, diesen oder jenen Lebensrahmen gerechtfertigt? Rechtfertigt die Automatisierung einer gewissen Produktionseinheit die n&#246;tigen Bem&#252;hungen zur Fabrikation automatischer Maschinen? Die Logik der Einsparung der Arbeitszeit, welche die Konstruktion von Situationen in der kapitalistischen Welt organisiert, &#252;berl&#228;sst ihren Platz einer anderen Logik. Eine Logik, die nicht mehr ausserhalb jener Menschen liegt, welche sie umsetzen. Die Menschheit organisiert und herrscht abh&#228;ngig von ihren Bed&#252;rfnissen, Situationen zu konstruieren. In diesem Sinn wird sie situationistisch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lift oder Treppe?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man sollte hinter dem wirtschaftlichen Begriff der Kosten jene allt&#228;glichere und banale Logik wiederfinden, welche er verschleiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alle stellen sich die Frage, ob das, was man unternimmt, sinnvoll ist oder nicht. Rechtfertigt das erwartete Resultat den Aufwand oder das Risiko? Gibt es g&#252;nstigere, d.h. angenehmere Mittel, um ein &#228;hnliches oder genug befriedigendes Resultat zu erhalten?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#252;rde diese Art von Frage von der &#214;konomie abh&#228;ngen, g&#228;be es nur noch &#214;konomen oder Manager. Die wirtschaftlichen und finanziellen Probleme sind in Wirklichkeit ein besonderer und eher merkw&#252;rdiger Fall einer allgemeineren Problematik.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die spontane und naive Berechnung der Kosten gab es schon lange vor dem Kapitalismus. Sie besteht neben der &#246;konomischen Sph&#228;re fort, obwohl unsere Entscheidungen kontinuierlich finanzielle Notwendigkeiten ber&#252;cksichtigen m&#252;ssen. Was sie charakterisiert, ist die Tatsache, dass sie ohne monet&#228;ren Umweg auskommen und nicht auf zeitliche Kriterien reduziert sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Grenze der Kosteneinsch&#228;tzung ist vielleicht sogar kein Privileg der menschlichen Gattung. Die z&#246;gernde Taube, bevor sie die offerierten K&#246;rner picken kommt, tut es auf ihre Art. Die Tatsache, dass sie sich t&#228;uschen und im Kochtopf landen kann, &#228;ndert daran nichts. Die Einsch&#228;tzung schliesst den Irrtum nicht notwendigerweise aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Entscheidung des Vogels h&#228;ngt mehr vom Instinkt und der Gewohnheit ab als von etwas anderem. Bei den menschlichen Wesen sieht die Sache anders aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Individuum, das sich im Erdgeschoss eines Geb&#228;udes befindet, ein gewisses Stockwerk erreichen muss und die Wahl hat zwischen dem Lift und der Treppe, ist mit einem Kostenproblem konfrontiert. Vielleicht wird es eine Stunde &#252;berlegen, vielleicht mechanisch entscheiden, ohne lange nachzudenken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Problem ist einfach, wenn man es auf die drei angebotenen L&#246;sungen beschr&#228;nkt: der Lift, die Treppe oder die Aufgabe. Es wird komplizierter, wenn man jene Elemente ber&#252;cksichtigt, welche bewusst oder nicht die Entscheidungsfindung beeinflussen. Welches Stockwerk muss erreicht werden? Weiss man es? Ist dieser Mensch in guter Gesundheit? Alt? M&#252;de? Kr&#252;ppel? Wie hoch sind die Stufen? Wie steil ist die Treppe? Wie schnell und effizient der Lift? Wie dringend ist das alles?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die getroffene Entscheidung wird nicht &#246;konomisch sein. Sie wird subjektiv, direkt und mit einer konkreten Situation verbunden sein. Sie ist nicht monet&#228;r. Es geht nicht darum, herauszufinden, welche L&#246;sung kostspieliger ist, unter der Bedingung nat&#252;rlich, dass der Lift nicht, wie es manchmal vorkommt, kostenpflichtig ist und jemand schon f&#252;r sein Funktionieren bezahlt hat. Die Schnelligkeit der Ausf&#252;hrung kann die Entscheidung beeinflussen, sie wird vielleicht bestimmend werden k&#246;nnen, doch das ist nicht mit der Situation verbunden. Die Zeiteinsparung wird &#252;berhand nehmen, wenn wir ungl&#252;cklicherweise auf die Feuerwehr gestossen sind. Sie wird es vielleicht vorziehen, ihre grosse Leiter zu benutzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie kann man das auf die Wirtschaft anwenden, was eben genau ausserhalb der &#246;konomischen Sph&#228;re bleibt? Es ist ein falsches Problem. Die wirkliche Frage ist hingegen, herauszufinden, ob wir &#252;ber die Wirtschaft hinausgehen und sie als getrennte Sph&#228;re aufl&#246;sen k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht darum, die Wirtschaft aus der Welt zu schaffen. Das wird nicht m&#246;glich, weil wir pl&#246;tzlich entdecken, dass wir die aktuellen Methoden mit einfacheren und direkteren Verfahren ersetzen k&#246;nnen. Paradoxerweise ist es die Entwicklung der Wirtschaft, die Vergesellschaftung der Produktion, die unglaubliche Abh&#228;ngigkeit der Unternehmen voneinander, die Ausarbeitung von Methoden der wirtschaftlichen Prognose und Berechnung, welche diesen Bruch erlauben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Zukunft werden die unsere Entscheidungen bestimmenden Prinzipien genau so einfach und transparent sein, wie jene, welche wir kontinuierlich praktizieren. Es wird darum gehen, die Bem&#252;hungen, die Anstrengungen und die Aufw&#228;nde zu reduzieren. Es wird nicht an sich das Ziel des gesellschaftlichen Lebens sein, sondern eine Tendenz, abh&#228;ngig von den jeweiligen Projekten. Vielleicht werden wir uns sehr schwierige und gef&#228;hrliche Aufgaben geben, doch wir werden uns bem&#252;hen, sie zu vereinfachen. Ein Team von Bergsteigern kann sich einen schwierigen Gipfel zum Ziel setzen, ohne dass es akzeptieren w&#252;rde, ihn mit nackten H&#228;nden zu besteigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einfache Prinzipien sind nicht immer gleichbedeutend mit leichten Methoden und L&#246;sungen. Die Schwierigkeiten entstehen aus dem Wesen und der Komplexit&#228;t der zu regelnden Probleme selbst. Vielleicht werden sie auch aus der Unangemessenheit der Berechnungsmethoden in Bezug auf die zu berechnende Sache oder aus der Schwierigkeit der Bestimmung der Entscheidungskriterien entstehen. Die Gefahr des Irrtums, die Notwendigkeit, sich mit Ann&#228;herungen zu begn&#252;gen, sind diesbez&#252;glich keine Verurteilung. Es wird ohnehin in Anbetracht des vorhergehenden Stadiums keinen R&#252;ckschritt darstellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was heute f&#252;r die Benutzung der Treppe oder des Lifts gilt, wird morgen f&#252;r ihre Produktion und ihre Installation gelten. Die objektiven Zw&#228;nge, zwischen welchen der Benutzer sich bewegt, werden nicht mehr wirtschaftlich bestimmt sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist es besser, eine Treppe, einen Lift, beides oder &#252;berhaupt nichts zu bauen? Diese Fragen implizieren viele andere. Lohnt es sich, hinaufzugehen? Ist dieses Bed&#252;rfnis wichtig und h&#228;ufig genug, dass es den notwendigen Aufwand f&#252;r eine Treppe, einen Lift, ein Seil oder den Arschtritt zur Erreichung des gew&#252;nschten Stockwerkes rechtfertigt? Man kann die Perspektive &#228;ndern. Sollte man in Anbetracht der Kosten eines Lifts hohe Geb&#228;ude bauen? Oder sollte man im Gegenteil, in Anbetracht des Vergn&#252;gens, Lifte zu fabrizieren, etliche Wolkenkratzer bauen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Liste der offenen Fragen ist praktisch endlos. Genau das scheint entmutigend zu sein. In Wirklichkeit werden wir uns nur eine beschr&#228;nkte Anzahl davon stellen. Viele werden schlichtweg durch den gesunden Menschenverstand beiseite geschoben. Unsere Bergsteiger werden f&#252;r ihre Expedition keinen Lift verlangen k&#246;nnen. Jede Entscheidung wird anhand einer konkreten Situation getroffen, in welcher etliche Fragen alleine schon durch die Tatsachen geregelt worden sind. Die Gewohnheit spielt uns Streiche, aber erspart uns auch &#196;rger. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Mensch, der sich im Erdgeschoss des Geb&#228;udes befindet, sich auf sie gest&#252;tzt hat. Die Einsch&#228;tzung der Kosten wird bedeutend, wenn man mit einer neuen Situation konfrontiert ist, wenn man einen neuen Produktionsprozess angeht. Das Problem der Fabrikation und der Installation eines Lifts und einer Treppe k&#246;nnte ein g&#228;ngiges Problem sein, das anhand von bekannten Elementen gel&#246;st wird. Ein etwas besonderer oder neuer Fall wird als Modifikation einer klassischeren Situation behandelt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es existiert eine Hierarchisierung der L&#246;sungen. Wenn man &#252;ber die Baustelle eines Geb&#228;udes entscheidet, werden die ungef&#228;hr bekannten Kosten der Aufstiegsmittel wahrscheinlich sekund&#228;r sein. Wenn die Entscheidung einmal getroffen ist, wird die Treppe, der Lift oder beides gebaut werden m&#252;ssen. Die &#252;brigbleibenden Entscheidungen werden die Art und Qualit&#228;t des Materials betreffen. Auch diese Entscheidungen werden nicht absolut getroffen, sondern anhand der wirklich ausgew&#228;hlten und entwickelten Produkte und Techniken in diesem Gebiet. Jede Entscheidung tendiert dazu, die optimale L&#246;sung zu w&#228;hlen, doch jede Entscheidung wird anhand einer gewissen Anzahl von Zw&#228;ngen getroffen. Die optimale L&#246;sung selbst l&#228;uft Gefahr, ein Kompromiss zwischen den Interessen der verschiedenen betroffenen Gruppen zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Ende der Aufteilung der Wirtschaft in konkurrierende Unternehmen bedeutet nicht, dass die gesamte gesellschaftliche Produktion nur noch ein einziges koordiniertes Ensemble bildet, wo jede Aktivit&#228;t unmittelbar im Dienst einer anderen steht, wo es nur ein einziges gemeinsames Interesse g&#228;be und die Kosteneinsch&#228;tzung direkt auf einer globalen Ebene gemacht w&#252;rde. Aus menschlichen und technischen Gr&#252;nden werden sich die Produzenten in Gruppen aufteilen, deren Interessen zwar nicht mehr antagonistisch sein werden, aber deren Meinungen verschieden sein k&#246;nnen. Auch wenn die Individuen von einer Besch&#228;ftigung, Werkstatt oder Baustelle zu einer anderen wechseln, auch wenn die Gruppen nicht permanent sind, wird die zeitliche und r&#228;umliche Aufteilung fortbestehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Bau eines Geb&#228;udes impliziert den Einsatz verschiedener Berufsst&#228;nde. Man kann sich vorstellen, dass im Kommunismus der Architekt zum Handlanger, Maurer oder Maler wird. Das wird nicht die Aufteilung der Menschen in verschiedene Teams und verschiedene Phasen der Arbeit verhindern, vor allem wenn der Bau wichtig ist. Die Erbauer werden gezwungen sein, &#228;ussere Unterst&#252;tzung hinzuzuziehen. Sie werden vielleicht Hilfe oder Ratschl&#228;ge brauchen. Allen voran werden sie Maschinen und Materialien besorgen m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie sollte man die Kosten dieser von aussen kommenden Produkte kennen und einsch&#228;tzen? Die Erbauer k&#246;nnen versuchen, ihre Aufgabe zu vereinfachen, wenn es um die Aufteilung und den Gebrauch ihrer eigenen Kr&#228;fte und F&#228;higkeiten geht. Doch dies gilt nicht mehr, wenn sie auf Vorr&#228;te zur&#252;ckgreifen m&#252;ssen, die sie nicht selbst angelegt haben. Irgendein Baustoff, deren Erstellung leichter ist oder den Benutzern des Geb&#228;udes mehr Befriedigung bringt, kann jedoch aufgrund seiner Fabrikationskosten abgelehnt werden. In jeder Situation muss der erlangte Vorteil den Aufwand rechtfertigen, um Verschwendung zu vermeiden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die angewandten Produkte oder sogar Verfahren werden objektiv bekannte Kosten haben m&#252;ssen. Aufgrund dieser Kosten werden die Benutzer eine rationale Entscheidung treffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bedeutet das, dass jedes Produkt eine Etikette haben wird, worauf sein &#8222;Preis&#8220; draufsteht? Wird die Hausfrau, die zum &#8222;Markt&#8220; geht, Kohl und R&#252;ben antreffen, die von einem bezifferten Indiz begleitet sind?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das w&#228;re eine traurige Wiederholung der gegenw&#228;rtigen Situation. Allgemein wird jeder nehmen, was er braucht, solange es verf&#252;gbar sein wird und ihm keine dringendere Nachfrage als seine bekannt ist. Die Berechnung der Kosten ist allen voran eine Prognose und dr&#252;ckt sich direkt im Wesen und der Menge der angebotenen G&#252;ter aus. Es braucht keine bezifferte Etikette, um Druck auszu&#252;ben, wenn auch nicht auf den Geldbeutel, so doch zumindest auf die Absichten des Benutzers.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es existieren verschiedene Sorten von Zement die aktuell, und wohl auch k&#252;nftig, verschiedene Produktionskosten haben. Es w&#228;re dumm, einen zweimal teureren Zement zu benutzen als jenen, der ausreicht. In der Regel reicht die sichtbare Natur des Produkts oder die es begleitende Gebrauchsanleitung zur Bestimmung des gew&#252;nschten Gebrauchs. Falls die Gefahr der Verwechslung besteht, wird es reichen, in den Gebrauchsanleitungen die Kostenunterschiede zwischen den verschiedenen Produkten zu pr&#228;zisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Moment lastet die tote auf der lebendigen Arbeit, die Vergangenheit auf der Gegenwart. Im Kommunismus sind die Kosten eines Produkts nicht der Ausdruck eines zu verwirklichenden Werts oder zu amortisierenden Arbeitsger&#228;ts. Das bedeutet, dass die Kosten einer Sache nicht notwendigerweise den daf&#252;r erforderlichen Aufwand repr&#228;sentieren werden. Nicht einmal einen durchschnittlichen notwendigen Aufwand f&#252;r die Gesamtheit der Produkte ihrer Art.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Produkt wird bestimmt sein durch die Kosten, die zu diesem Zeitpunkt n&#246;tig sind, um es zu ersetzen. Es g&#228;be keinen Grund, dass eine Steigerung oder Senkung der Produktivit&#228;t sich als Unterschied zwischen den Produktionskosten und dem Verkaufspreis ausdr&#252;ckt. Sie w&#252;rde unmittelbar als solche verzeichnet, auch f&#252;r die zuvor fabrizierten Gegenst&#228;nde. Diese Variation k&#246;nnte sich durch die Expansion der betroffenen Produktion ausdr&#252;cken, wenn sie rentabler wird. Die Steigerung der Investitionen h&#228;tte nicht gr&#246;ssere Profite als Grundlage.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es kann Kostenunterschiede in der Produktion eines gleichen Produkts oder zweier &#228;hnlicher Produkte geben. Diese Unterschiede k&#246;nnen vom fortw&#228;hrenden Gebrauch r&#252;ckst&#228;ndigerer Fabrikationsverfahren als andere herr&#252;hren. H&#228;ufig werden sie von nat&#252;rlichen Bedingungen bestimmt. Die landwirtschaftlichen Ertr&#228;ge sind sehr variabel, alle Minen nicht zwingend einfach nutzbar. Bedeutet das, dass &#228;hnliche Produkte verschiedene Kosten aufweisen oder sich durchschnittliche Kosten f&#252;r alle ergeben werden, genau wie sich heute tendenziell ein durchschnittlicher Marktpreis ergibt?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es wird sehr wichtig sein, dass die Kostenunterschiede bekannt sind. Doch das wird die Benutzer dieser Produkte nicht tangieren. Es werden nicht die einen bestraft und die anderen beg&#252;nstigt sein. Wir werden schlichtweg versuchen, so g&#252;nstige Fabrikationsverfahren wie m&#246;glich zu entwickeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn eine Produktionssteigerung mit einer geringeren Rentabilit&#228;t einhergeht, bedeutet das nicht, dass sie zwingend zu vermeiden ist. Nur schon, weil diese Verringerung der Rentabilit&#228;t ein fl&#252;chtiges und vor&#252;bergehendes Ph&#228;nomen sein kann. Aber auch, weil anhand der Bedeutung der zu befriedigenden Bed&#252;rfnisse beurteilt werden muss. So ist betreffend der Nahrungsproduktion eine Erh&#246;hung h&#228;ufig gleichbedeutend mit einem geringeren Ertrag. Man bebaut weniger fruchtbares Land. Das ist kein Grund, einem Teil der Bev&#246;lkerung die Nahrung zu verweigern und sich in T&#228;tigkeiten zu st&#252;rzen, die eine Steigerung der Rentabilit&#228;t mit sich bringen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Ertr&#228;ge k&#246;nnen &#252;brigens nur kurzfristig geringer sein. Aussaat in der W&#252;ste ist nicht sehr vielversprechend, doch bedeutende Investitionen, die Einrichtung von Bew&#228;sserungsverfahren und neue Anbaumethoden k&#246;nnen viele Dinge &#228;ndern. Diese von der Sonne verbrannte W&#252;ste einmal bew&#228;ssert oder jener Bauernhof mitten im Meer haben das Potenzial, traditionell fruchtbares Land in den Schatten zu stellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was heute unausf&#252;hrbar scheint, wird morgen m&#246;glich sein. Die modernen Techniken werden die W&#252;sten fruchtbar machen, statt dem Wettr&#252;sten zu dienen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vom Moment an, wo die Nachfrage nach einem Gut steigt, besteht die Gefahr, dass die Kosten f&#252;r die neu zu produzierenden Einheiten sinken oder steigen. Geringere Kosten werden tendenziell die Nachfrage nach diesem Produkt steigern. Wenn sie hingegen h&#246;her sind, wird man wissen m&#252;ssen, wann die Kosten unerschwinglich werden. In diesem Fall muss bestimmt werden, ob diese Nachfrage beiseite geschoben werden oder sie im Gegenteil befriedigt werden muss, indem man andere Nachfragen aufgibt oder reduziert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Berechnung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man komplexe Produktionen oder Projekte lanciert, wenn gewisse Entscheidungen eine Reihe anderer Entscheidungen beeinflussen, muss man f&#228;hig sein, vorherzusehen und zu berechnen, um sich f&#252;r die kosteng&#252;nstigsten Verfahren zu entscheiden. Die Kosten werden h&#228;ufig langfristig gesch&#228;tzt werden m&#252;ssen. Ein kurzfristiger Gewinn oder mangelndes Studium k&#246;nnen in der Zukunft sehr kostspielige Folgen haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Entscheidung f&#252;r diesen oder jenen Gleisabstand f&#252;r die Eisenbahn ist ein schwer umkehrbares Engagement. In diesem Fall wie in vielen anderen kann ein anf&#228;nglicher Mangel an Voraussicht viel weniger vern&#252;nftige Nutzungsbedingungen zur Folge haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht auch darum, die technischen Faktoren zu bestimmen, welche die Produktion verschiedener Produkte miteinander verbinden. Die Produktion eines gewissen Baustoffes oder Gegenstandes impliziert notwendigerweise die Ausgabe anderer G&#252;ter gem&#228;ss einem bestimmten Verh&#228;ltnis.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht darum, die m&#246;glichen Ausgaben zu antizipieren, die Verwirklichung eines Projekts zu simulieren. Diese Vorausplanungen k&#246;nnen betr&#228;chtliche Projekte betreffen, sei es hinsichtlich der n&#246;tigen Mittel, ihrer Dauer oder der zu erwartenden Unw&#228;gbarkeiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;R&#228;umen wir ein, dass die Menschen die Ambition haben, einen unber&#252;hrten Planeten zu erreichen, zu erforschen und sich eventuell dort anzusiedeln. Eine solche Operation kann man nicht einfach un&#252;berlegt lancieren. Man muss die M&#246;glichkeiten einsch&#228;tzen und die Ausgaben vorausplanen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die erste Einsch&#228;tzung der G&#252;ltigkeit einer Sache wird von der Anzahl Individuen abh&#228;ngen, die einverstanden sind, sich daran zu beteiligen oder sie zu unterst&#252;tzen. Diese Anzahl wird vom Eindruck der Ernsthaftigkeit bestimmt, der vom Projekt und seinen Anh&#228;ngern ausgeht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist das Projekt einmal aufgegleist, werden wir Entscheidungen treffen und sie miteinander kompatibel machen m&#252;ssen. Sollen automatische Raketen oder bewohnte Raumschiffe im Mittelpunkt der Erforschung stehen? Sollen wir f&#252;r diese Raumschiffe eine Luft- oder Sauerstoffatmosph&#228;re bevorzugen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Fragen sind heute technische Fragen, auf welchen finanzielle oder politische Zw&#228;nge lasten. Im Kommunismus gibt es nur noch technische Fragen, die auch menschliche Fragen sind. Die Debatte &#252;ber die bewohnten oder bewohnbaren automatischen Raketen betrifft das Niveau der Wissenschaft, den Komfort, den man den Kosmonauten geben will, die Baubem&#252;hungen, die Zukunft jedes Projekts&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die getroffenen Entscheidungen beeinflussen sich gegenseitig. Es ist allerdings nicht notwendig, dass alles im Vornhinein entschieden und geplant wird. Die ersten Entscheidungen geben dem, was folgt, eine Richtung, ohne jedoch alles detailliert zu definieren. Was wichtig ist, ist die Tatsache, dass w&#228;hrend jeder Etappe die getroffene Entscheidung falls m&#246;glich die beste ist und dass sie nicht in eine Sackgasse f&#252;hrt. Die Anzahl zu treffender Entscheidungen ist immens, doch sie m&#252;ssen nicht alle gleichzeitig getroffen und k&#246;nnen korrigiert werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wieso sollten wir uns das Leben mit all diesen Dingen kompliziert machen? Im Kapitalismus wird all das automatisch geregelt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das stimmt &#252;berhaupt nicht. Nur weil die Kosten zu monet&#228;ren Preisen werden und der Markt das Verhalten der Unternehmen sanktioniert, bedeutet das nicht, dass alles automatisch ist. Auf einer allgemeinen Ebene existiert eine Planung und Voraussicht, das gilt auch f&#252;r einigermassen bedeutende Unternehmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alle Operationen werden nicht unmittelbar vom Markt sanktioniert. Diese Sanktion repr&#228;sentiert die letzte Etappe einer Gesamtheit an Ausgaben und Entscheidungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Falls m&#246;glich, muss die Entscheidung des Marktes antizipiert werden. Die m&#228;chtigen Unternehmen machen ihre Preise nicht mehr direkt von den Fluktuationen des Marktes abh&#228;ngig, sondern tendieren dazu, einen optimalen Preis zu berechnen und durchzusetzen. Dieser Preis wird es nicht zwingend erlauben, am meisten Waren abzusetzen oder gar die Geldeintr&#228;ge kurzfristig zu erh&#246;hen. Er kann aufgrund einer globalen Strategie festgelegt werden. In den L&#228;ndern des Ostens werden die Preise nun durch mathematische Mittel bestimmt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Osten wie im Westen tendiert das Unternehmen dazu, sich vom Markt abzusetzen, um seine Strategie durch seine Preise durchzusetzen. Das ist nicht eine grundlegend neue Tendenz. Heutzutage wird sie verst&#228;rkt durch die Macht der Unternehmensgruppen, die technische M&#246;glichkeit, ein Produkt zu individualisieren, und die Entwicklung der Methoden der wirtschaftlichen Berechnung. Die Konkurrenz und der Markt sind nicht abgeschafft worden. Ihre Wirkungen sind schlichtweg zeitversetzt und die Schlacht zwischen den Monopolen dreht sich nicht direkt und einzig um das Niveau der Preise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist wichtig, dass sich innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft und Unternehmen selbst Einsch&#228;tzungs- und Berechnungsmethoden entwickeln, die im Kommunismus auf systematischere Art und Weise benutzt werden k&#246;nnen. Die Entwicklung der Computer wurde von einer breiten Forschung in der Mathematik begleitet, welche zum Ziel hat, die Wirklichkeit zu repr&#228;sentieren und zu formalisieren, um Probleme betreffend Entscheidungen, Simulation und wirtschaftlicher Strategie zu behandeln. Sogar wenn es nicht mehr darum gehen wird, so gut wie m&#246;glich finanzielle Kriterien zu ber&#252;cksichtigen und zu befriedigen, wird diese Forschung benutzt und entwickelt werden k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gemeinhin verlassen sich die Unternehmen nicht auf den Markt, um die Produktion der G&#252;ter so rational wie m&#246;glich zu organisieren. Der Markt ist eine Sanktion f&#252;r ein Verhalten, aber nicht ein pr&#228;ziser technischer Leitfaden f&#252;r dieses Verhalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Stellen wir uns also einen Industriellen vor, der aus Blech eine maximale Anzahl an runden Beh&#228;ltern herstellen m&#246;chte. Wenn er mit einem Ingenieur zusammenarbeitet, wird er unmittelbar das Verh&#228;ltnis H&#246;he/Durchmesser berechnen k&#246;nnen, um den bestm&#246;glichen Gebrauch des Metalls zu garantieren: Dieses Verh&#228;ltnis ist 1.103. Sonst w&#252;rde unser Industrieller &#8218;zuf&#228;llige&#8216; Werte w&#228;hlen. Falls es aber zu einer Konkurrenz zwischen mehreren Unternehmen kommt, werden jene ruiniert sein, welche die schlechtesten Werte gew&#228;hlt haben. Die Hersteller werden also auf rein experimentellem Weg dazu gedr&#228;ngt &#8211; ohne zu wissen, warum &#8211; Werte zu benutzen, die sich immer mehr 1.103 ann&#228;hern.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Le roman de la vie, A. Ducrocq.&#034; id=&#034;nh9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#8222;wissenschaftliche&#8220; Rationalisierung dehnt sich auf die Organisation der Produktion und der Distribution selbst aus. Die Operationsforschung komplettiert die Gewohnheit und den gesunden Menschenverstand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schon 1776 machte sich der Mathematiker Monge das systematische Studium der g&#252;nstigsten Organisation der Aushub- und Aufsch&#252;ttungsarbeiten zur Aufgabe. Das Resultat davon waren auch rein mathematische Werkzeuge.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die auf die milit&#228;rischen Operationen w&#228;hrend dem Zweiten Weltkrieg angewandte Operationsforschung entwickelte sich dank der Leistung der elektronischen Rechenger&#228;te kontinuierlich weiter. Man benutzt sie f&#252;r Fragen des Wettbewerbs und der Reaktion zwischen Gegnern, Ph&#228;nomene des Wartens, die Materialwirtschaft, die Voraussicht der Abnutzung und der Ersetzung der Arbeitsger&#228;te, die Simulation&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht nicht um einfache Buchhaltung, sondern um Ableitung, ausgehend von der Analyse der Vergangenheit und der Gegenwart, um herauszufinden, was geschehen k&#246;nnte und was w&#252;nschenswert sein wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vergleiche&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Kommunismus genau wie im Kapitalismus muss man vergleichen k&#246;nnen, um die Kosten einzusch&#228;tzen und sich f&#252;r die besten L&#246;sungen zu entscheiden. Wie soll man vergleichen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Solange Geld existiert, d.h. ein universelles &#196;quivalent, ist alles einfach, denn jedes Gut sollte aufgrund dieses Normalmasses eingesch&#228;tzt werden k&#246;nnen. Es existiert ein quantitatives Verh&#228;ltnis zwischen allen Produkten. Wenn man sich aber des Geldes und sogar der Messung der Arbeitszeit entledigen will, auf was soll man dann den Vergleich gr&#252;nden? Was anderes kann man finden, das allen G&#252;tern gemeinsam ist und sie miteinander vergleichbar macht?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt kein anderes einheitliches und universell g&#252;ltiges Normalmass. Wir werden also ohne es auskommen. Das wird Vergleiche nicht verhindern. Diese Vergleiche werden qualitativ sein und auf verschiedenen und variablen Kriterien gr&#252;nden. Sie funktionieren nicht mehr anhand einer abstrakten und universellen Referenz. Sie werden mit konkreten Situationen und Zielen verbunden sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was phantastisch ist, ist die Tatsache, dass verschiedene G&#252;ter miteinander unabh&#228;ngig von ihrem eigenen Wesen &#228;quivalent sein k&#246;nnen. Man kann verstehen, dass Nahrungsmittel aufgrund ihres Proteingehalts, ihres Gewichts, ihrer Frische verglichen werden k&#246;nnen. Doch diese verschiedenen Kriterien erlauben es nicht, eine allgemeine &#196;quivalenz zu definieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Bed&#252;rfnis nach einer allgemeinen &#196;quivalenz kann nicht von jenem nach Handel getrennt werden. Alle Dinge m&#252;ssen von einem universellen Standpunkt aus verglichen werden k&#246;nnen, weil sie zu austauschbaren G&#252;tern, wirtschaftlichen Werten geworden sind. Genau das muss verschwinden und genau das will der Traum oder der Albtraum der Messung durch die Arbeitszeit retten, indem er es verschleiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sogar unter der Herrschaft des Kapitals k&#246;nnen nicht alle Vergleiche auf Vergleiche des Werts reduziert werden. Die G&#252;ter bleiben Gebrauchswerte. Das Urteil des K&#228;ufers betrifft den Preis, aber auch die N&#252;tzlichkeit und die Qualit&#228;t des Produkts.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn eine Hausfrau auf den Markt geht und sich zwischen einem Blattsalat und einem B&#252;ndel Radieschen entscheidet, tut sie das anhand des Geschmacks ihres Schwiegersohnes, des Gerichts am Vortag, des Aussehens des Produkts, des Platzes, den sie in ihrem Korb noch hat&#8230; Der Preis ist nur wirklich bestimmend, wenn zwei identische Produkte verschiedene Werte haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Vielzahl an zu ber&#252;cksichtigenden Kriterien hindern die Hausfrau nicht daran, Vergleiche anzustellen und sich zu entscheiden. Ihr Urteil ist subjektiv. Es ist nicht universell g&#252;ltig. Das bedeutet nicht, dass es in Anbetracht der betroffenen Situation irrational ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn es darum gehen wird, sich zwischen verschiedenen Fabrikationsverfahren zu entscheiden, wird es freilich notwendig sein, dass sich ein allgemeineres Einverst&#228;ndnis abzeichnet. Die Entscheidung wird weniger subjektiv sein, da sie unabh&#228;ngig von der Laune des Moments getroffen werden muss und ihre Konsequenzen langfristiger sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gegenw&#228;rtig kommt es vor, dass die rein monet&#228;ren Einsch&#228;tzungen nicht entscheidend sind oder durch andere korrigiert werden. Die Gefahr bedeutender Variationen gewisser Preise im Verlauf der Zeit und die politischen Notwendigkeiten wirken den finanziellen Sichtweisen entgegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nehmen wir die Frage der Atomkraftwerke. Neben den wirtschaftlichen Argumenten stehen ihnen &#246;kologische, soziale und politische Standpunkte im Wege. Man spricht, h&#228;ufig unaufrichtig, von Energieeffizienz, Problemen des Transports und der Lagerung der Abf&#228;lle, nationaler Unabh&#228;ngigkeit, Schaffung und Reduzierung von Arbeitspl&#228;tzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der kommunistischen Gesellschaft ist es nicht mehr notwendig, jeden Vergleich auf universeller Ebene anzustellen. Es gen&#252;gt, die sich wirklich anbietenden M&#246;glichkeiten zu bestimmen und jene zu bevorzugen, welche die schnellsten Resultate bringen, am sichersten, am wenigsten gef&#228;hrlich sind&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist wichtig, spontan eine Gesamtheit an stichhaltigen Kriterien zu bestimmen und anhand derselben direkt die denkbaren L&#246;sungen miteinander zu konfrontieren. Es geht nicht so sehr darum, die Kriterien und L&#246;sungen zu quantifizieren, sondern sie untereinander anzuordnen. Es herrscht die relative und qualitative Bedeutung vor.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir verlassen uns nicht auf die Rechenger&#228;te, um alles zu regeln. Aber sie werden notwendig und brauchbar sein. &#8222;Zuerst konzipiert f&#252;r Operationen der Buchhaltung und die nachg&#228;ngige Verwaltung, auch gebraucht f&#252;r wissenschaftliche Berechnungen, wurden sie lange (zehn Jahre vielleicht&#8230;) als Instrumente betrachtet, die quantitative Resultate liefern sollen. Diese Eigenschaft transformiert sich nun. Dank der Methoden der Operationsforschung und besonders jener der Simulation f&#252;hrt die Akkumulation der Zahlen zu einem qualitativen Resultat: Man interessiert sich nicht mehr f&#252;r die exakten Zahlen, sondern f&#252;r ihre relative Bedeutung, wovon die Orientierung der Entscheidung abh&#228;ngt. Somit werden die Rechenger&#228;te zu Mitteln der Betriebsplanung.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Faure, Boss und Le Garff, La Recherche op&#233;rationnelle.&#034; id=&#034;nh10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was vereinfacht und universalisiert werden muss, sind weniger die relevanten Entscheidungsfaktoren, denn die L&#246;sungsverfahren, die Programme, welche es erlauben werden, eine Gesamtheit an Daten zu behandeln. In einem gewissen Sinn d&#252;rfte die Repr&#228;sentation der Wirklichkeit umso pr&#228;ziser sein, je gr&#246;sser die Anzahl an Kriterien ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann sich vorstellen, was eine Debatte &#252;ber die Rolle der verschiedenen Energiequellen ergeben w&#252;rde. Eine bedeutende Anzahl an Daten m&#252;ssten ber&#252;cksichtigt werden. Man k&#246;nnte nur dann ein einziges Kriterium benutzen, wenn man die Verst&#252;mmelung der Wirklichkeit akzeptiert. Die Entscheidungen werden auf globale Art und Weise anhand allgemeiner Faktoren getroffen werden m&#252;ssen, aber auch auf lokale Art und Weise anhand der verschiedenen Ressourcen und Bed&#252;rfnissen der Regionen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus schliesst rein quantitative Entscheidungen und Vergleiche nicht aus. Sie bleiben g&#252;ltig, wenn ein einziges Entscheidungskriterium anhand der betroffenen Produkte reicht. Zum Beispiel, wenn es darum geht, eine gegebene Produktion auszuweiten oder zu reduzieren. Auch wenn die Einsparung des Aufwands einer quantitativen Einsparung im Gebrauch eines f&#252;r einen gleichen Gebrauch vorgesehenen Rohstoffs entspricht, wie im Fall der Konservendosen. Doch sogar in diesem Fall sollte diese Einsparung nicht als Einsparung von Arbeitszeit betrachtet werden, sondern schlichtweg als Einsparung an Material. Die Tatsache, dass sie sich als Reduzierung der Dauer der produktiven T&#228;tigkeit &#228;ussert, ist schlichtweg eine m&#246;gliche Folge davon.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;M&#252;ssen wir uns nicht vor diesem kommunistischen Rationalisierungswahn f&#252;rchten? L&#228;uft er nicht Gefahr, dem kapitalistischen Ausbeutungswahn zu &#228;hneln?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heutzutage geh&#246;ren Rationalisierung und Ausbeutung zusammen. Man tendiert dazu, den Menschen als einen Gegenstand zu betrachten, aus dem man so viel rausholen muss wie m&#246;glich. Man entwickelt unmenschliche Methoden, die nicht von technischen Zw&#228;ngen abh&#228;ngig sind: h&#246;llische Arbeitsrhythmen, Arbeit in zwei oder drei Teams. Die kapitalistische Rationalisierung, mag sie brutal oder sanft sein, ist immer mehr oder weniger gegen die Menschen gerichtet. Deshalb bleibt sie immer grundlegend irrational.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kommunistische Rationalisierung hat nicht die Durchsetzung eines Arbeitsrhythmus zum Ziel. Sie wird ihrem Wesen nach dazu tendieren, die Freiheit und die Befriedigung der Menschen zu vergr&#246;ssern. Die Entscheidungsfindung und die Ausf&#252;hrung werden nicht mehr von den Vorlieben und den Gewohnheiten der betroffenen Leute getrennt sein. Es gibt technische Zw&#228;nge, Notwendigkeiten der Produktion, die einen Einfluss auf die Art und die Dauer der T&#228;tigkeit haben werden. Doch das wird nichts mehr mit der Rentabilisierung des Humankapitals zu tun haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;VI. Jenseits der Politik&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist nicht eine politische Bewegung. Er ist die Kritik des Staates und der Politik.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Absicht der Revolution&#228;re ist nicht die Eroberung und die Nutzung der Staatsmacht, sondern ihre Zerst&#246;rung. Die Partei des Kommunismus pr&#228;sentiert sich nicht wie eine politische Partei und hat nicht den Anspruch, diese Organismen zu konkurrieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit dem Aufbau der kommunistischen Gemeinschaft verschwindet jegliche politische T&#228;tigkeit als getrennte T&#228;tigkeit und Streben nach Macht um der Macht willen. Es gibt nicht mehr einerseits die Wirtschaft, die Sph&#228;re der Notwendigkeit, und andererseits die Politik, die Sph&#228;re der Freiheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ende des Staates&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Staatskult ist grundlegend antikommunistisch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Er entsteht aus allen von der kapitalistischen Gesellschaft ausgel&#246;sten Defekten, Schw&#228;chen und Konflikten und wird paradoxerweise davon gest&#228;rkt. Er ist der oberste Retter. Der letzte Ausweg der Witwe und des Waisen. Nebenbei, obwohl er von sich behauptet, er st&#252;nde &#252;ber den Klassen, und sich als Garant des allgemeinen Interesses gegen private Exzesse pr&#228;sentiert, ist er mit der Verteidigung des Eigentums und der Privilegien besch&#228;ftigt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gab eine Epoche, wo die aufsteigende Bourgeoisie antistaatliche Gef&#252;hle zeigte. Heute schmollt sie nur noch. Die Zeiten sind vorbei, wo die b&#252;rgerlichen Revolution&#228;re behaupteten, dass die gl&#252;cklichsten V&#246;lker jene ohne Staat seien. Der Aufstieg der proletarischen Gefahr, die Entwicklung der konkurrierenden Imperialismen und das Ausmass der Wirtschaftskrisen haben gezeigt, dass es von Interesse ist, &#252;ber eine m&#228;chtige Staatsmaschinerie zu verf&#252;gen und allen voran einen guten Repressionsapparat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die politischen Parteien streiten sich um die Eroberung, im Namen des Volkes, dieser Staatsmaschinerie, die sie als neutrales Instrument pr&#228;sentieren. Die konsequenten Leninisten proklamieren den Klassencharakter des Staates und die Unm&#246;glichkeit, ihn durch einen einfachen Wahlsieg zu kontrollieren. Sie leiten davon die Notwendigkeit seiner Zerschlagung ab, aber nur um ihn durch einen &#8222;Arbeiterstaat&#8220; zu ersetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist der Verdienst der Anarchisten, eine grundlegende Staatsfeindlichkeit gewahrt zu haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Noch mehr als &#252;ber das Geld f&#252;hlen sich jedoch alle verpflichtet, &#252;ber den Staat zu fluchen. Man protestiert gegen die Schwerf&#228;lligkeit der Verwaltung, den Steuerdruck, die Arroganz der Polizisten, die Ambition der Politiker, die Dummheit der W&#228;hler&#8230; Doch das Verschwinden des Staates &#252;bersteigt die Grenzen der Vorstellungskraft. Und von letzterer will man, ohne Vorstellungskraft, dass sie die Macht ergreift.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit einigen Jahrzehnten interveniert der Staat immer offener im gesellschaftlichen Leben. Die Entstehung des Stalinismus und des Faschismus waren nur Etappen dieses Prozesses, die sichtbarer markiert waren. Dort, wo einige glaubten, der Staat sei Teil des Volkes geworden, muss man die Verst&#228;rkung der Kontrolle des Staates &#252;ber die Bev&#246;lkerungen sehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Besonders die Disziplinierung oder die Integration der Organismen der Verteidigung und der Solidarit&#228;t der Arbeiter in den Staatsapparat muss betont werden. &#220;ber verschiedene Wege haben sich die Sozialversicherungen und die gewerkschaftlichen Apparate dem Staat untergeordnet. Das erlaubt ihnen, mehr oder weniger wie Interessengruppen zu agieren. Ihre Bekenntnisse zur Unabh&#228;ngigkeit und zur Opposition sollten niemandem etwas vormachen. Sie sind Teil ihrer Rolle.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nat&#252;rlich wurden diese Integration des Kampfes und diese offizielle Best&#228;tigung der Sozialpartnerschaft als grosse Siege der Arbeiterklasse pr&#228;sentiert. Eine Schicht von Protestspezialisten profitiert von den K&#228;mpfen der Arbeiter und das &#228;ussert sich in einer zunehmenden Institutionalisierung der &#8222;Arbeiterorganisationen&#8220;. H&#228;ufig haben diese &#8222;Errungenschaften&#8220; nicht einmal eine Umverteilung der Ressourcen hin zu den benachteiligsten Schichten zur Folge, sondern tragen dazu bei, ihnen noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Obwohl Gewerkschaften und Regierungen heuchlerisch das Gegenteil behaupten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die zunehmende Verstaatlichung kann aber nicht nur als Schw&#228;chung des Proletariats betrachtet werden. Sie entspricht im Gegenteil der Notwendigkeit, seine zunehmende Macht zu kontrollieren. Diese Verstaatlichung kompensiert die Zerbrechlichkeit der modernen Gesellschaften. Doch sie kann sich selbst dieser Zerbrechlichkeit nicht entziehen. Die staatliche Betreuung der Bev&#246;lkerung ist nur mit ihrer Komplizit&#228;t m&#246;glich. Die antipolitische Revolution wird letztendlich den oberfl&#228;chlichen Charakter dieser Betreuung zeigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Gegensatz zu den Politikern jeglicher Couleur h&#252;ten sich die Revolution&#228;re davor, an die Verantwortung des Staates zu appellieren, sobald ein Problem auftritt. Sie heben systematisch die Autonomie und die Selbstorganisation der proletarischen Klasse hervor. Die Berufung auf die Schw&#228;che des Proletariats zur Rechtfertigung des Zur&#252;ckgreifens auf den Staat bedeutet, diese Schw&#228;che zu rechtfertigen und sie als ewig zu setzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die revolution&#228;re Gesellschaft wird Koordinations- und Zentralisierungsorgane haben. H&#228;ufig wird sie sogar eine weitergehendere Zentralisierung erlauben, globaler als jene, welche das Kapital erlaubt. Doch sie wird keinen Staat brauchen, wo sich die Macht konzentriert, keine Maschinerie zur Repression, Identifikation, Kontrolle und Bildung. Die Verwaltung der Dinge wird die Regierung &#252;ber die Menschen ersetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Problem ist, in einer aufst&#228;ndischen &#220;bergangsphase nicht den Staat neu zu erschaffen, aber gleichzeitig verwaltende und repressive also staatliche Funktionen zu garantieren. Jene, welche dieses Problem nicht regeln wollen, wie die Anarchisten, k&#246;nnen nur von den Staatsgl&#228;ubigen betrogen oder gezwungen werden, selber staatsgl&#228;ubig zu werden. Die Beteiligung anarchistischer Minister an der regierenden Junta w&#228;hrend der spanischen Revolution zeigte, wohin das f&#252;hren kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die L&#246;sung f&#252;r dieses Problem, diesen Widerspruch ist von den proletarischen Aufst&#228;nden seit der Pariser Kommune skizziert worden. Es ist der Arbeiterrat, die R&#228;teorganisation des gesellschaftlichen Lebens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Arbeiterr&#228;te&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Pariser Kommune vermittelte eine erste Vorstellung dessen, was eine Regierung der Arbeiter sein kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die aufst&#228;ndischen russischen Arbeiter entwarfen 1905 die Form des Sowjets. Dieses aus Fabrikdelegierten bestehende Organ diente anfangs dazu, den Kampf zu koordinieren. Es verwandelte sich allm&#228;hlich in einen Verwaltungsorganismus, der dazu tendierte, die offizielle Verwaltung zu ersetzen. Sogar ein Teil der Polizeikr&#228;fte fiel unter die Kontrolle des Sowjets von Petrograd. Seine Existenz endete mit der Verhaftung der Abgeordneten durch die zaristischen Kr&#228;fte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dies wurde 1917 mit einer breiteren Beteiligung der Soldaten wiederholt. Der bolschewistische Staatsstreich im Oktober 1917 geschah im Namen der Macht der Sowjets. Er st&#252;tzte sich auf die Sowjets, in welchen die Bolschewisten die Milit&#228;rkommissionen kontrollierten, sie hatten eine Mehrheit der Stimmen in Petrograd und Moskau erobert. Dieser Sieg war der Anfang des Endes. Mit dem R&#252;ckgang der Revolution, dem B&#252;rgerkrieg, der St&#228;rkung der Partei und der bolschewistischen Verwaltung verloren die Sowjets schrittweise ihren Inhalt. Der letzte Widerstand vom Sowjet des Marinest&#252;tzpunktes Kronstadt wurde 1921 von der Roten Armee niedergeschlagen, sie wurde befehligt von Trotzki, dem ehemaligen Pr&#228;sidenten des Sowjets von Petrograd.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die proletarischen Aufst&#228;nde des 20. Jahrhunderts haben die sowjetische Form regelm&#228;ssig wieder auftauchen lassen. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Russischen Revolution bildeten sich Arbeiterr&#228;te in Ungarn, Deutschland, Italien. W&#228;hrend dem Spanienkrieg entstanden &#252;berall Arbeiter- und Bauernkomitees. In Ungarn bildeten die Fabrikdelegierten 1956 den Arbeiterrat von Gross-Budapest. In Polen organisierten sich die aufst&#228;ndischen Hafenarbeiter der Ostsee 1971 wieder auf diese Weise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Wort &lt;i&gt;Rat&lt;/i&gt; deckt in Wirklichkeit ziemlich verschiedene Organisationsformen ab, sogar wenn wir die alles andere als revolution&#228;ren Organismen der Mitverwaltung oder der Arbeiterverwaltung aussen vor lassen. Es reicht vom Fabrik- oder Nachbarschaftskomitee bis zum Sowjet, der eine grosse Stadt oder Region verwaltet. Es ist ein Fehler, diese Organismen einander entgegenzusetzen, um nur einigen von ihnen die Etikette &#8222;Arbeiterrat&#8220; zu geben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind nicht f&#252;r diese oder jene Form des Rates. Wir sind f&#252;r die R&#228;teorganisation der Gesellschaft. Das impliziert verschiedene Ebenen der Organisation, die sich komplettieren und einander unterst&#252;tzen. Was schlecht ist und regelm&#228;ssig geschah, ist die Tatsache, dass eine Ebene die anderen ausschaltet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Fabrikkomitee kann auf eine einfache Funktion der Arbeiterkontrolle oder der reinen Kontrolle einer Produktionseinheit reduziert werden. Der Mangel an eigentlichen Sowjets in Spanien und in Katalonien liess, trotz den vielen Basiskomitees, dem republikanischen Staat und den Politikern das Feld frei. Daraus entstand das Dilemma der Anarchisten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn der Sowjet von seiner Basis getrennt ist, kann er sich in eine Art regionalen Staat oder Arbeiterparlament verwandeln. Er ist kein handelndes und antipolitisches Organ mehr und wird zum Schlachtfeld der politischen Parteien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was den revolution&#228;ren Charakter des Arbeiterrates ausmacht, was ihm einen antipolitischen Inhalt gibt, ist allen voran die Tatsache, dass er direkt von den handelnden Massen ausgeht. Er bildet sich ausgehend von einer Pyramide an Komitees, die sich einander bedingen, ohne dass der Gipfel davon glauben k&#246;nnte, unabh&#228;ngig von der Basis zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Komitees sind nicht einfache Wahlversammlungen, welche die Macht von unten nach oben delegieren. Jede Ebene erf&#252;llt praktische Funktionen. Jedes Komitee ist eine handelnde Gemeinschaft. Es delegiert jene Aufgaben an die obere Ebene, welche es nicht selber regeln kann. Es gibt seine Souver&#228;nit&#228;t nicht auf. Die Delegierten m&#252;ssen sich gegen&#252;ber ihren Auftraggebern rechtfertigen, sie sind verantwortlich und widerrufbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Arbeiterrat werden die Trennungen zwischen legislativer, exekutiver und judikativer Gewalt nicht reproduziert. Er ist damit besch&#228;ftigt, in seinen H&#228;nden diese verschiedenen Funktionen zu vereinheitlichen und zu konzentrieren. Obwohl er Regeln erl&#228;sst, handelt er allen voran gem&#228;ss der Situation, ohne sich hinter einem Arsenal an formellen Gesetzen zu verstecken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Arbeiterrat tritt als Gericht auf, um Konflikte zu regeln, zu richten, zu entscheiden und zu bestrafen. Diese Handlung geschieht anhand einer konkreten Situation. Es wird nicht &#252;ber die Schwere des Fehlers gerichtet, sondern &#252;ber die objektiven Sch&#228;den und Gefahren f&#252;r die Revolution und die Gesellschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Legitimit&#228;t des Rates wird nicht durch demokratische Wahlen garantiert, die aus ihm die Salbung des Volkes machen w&#252;rden. Er ist nicht der Repr&#228;sentant der Massen. Er ist die organisierten Massen. Die Individuen und Gruppen, die sich um besondere Aufgaben k&#252;mmern, sind nicht notwendigerweise gew&#228;hlt. Doch wenn sie sich gegen&#252;ber der Gesamtheit des Rates engagieren, sind sie vor den Generalversammlungen verantwortlich. Der Rat behauptet nicht, der Ausdruck der gesamten Gesellschaft jenseits der sie durchziehenden Konflikte zu sein. Er ist ein Klassen- und Kampforgan. Das impliziert innerhalb desselben ein Minimum an Einverst&#228;ndnis. Er kann keine Meinungsverschiedenheiten tolerieren, die ihn l&#228;hmen w&#252;rden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann im Arbeiterrat eine ultradiktatorische oder eine ultrademokratische Form sehen. Er ist beides zugleich und was anderes. Er ist in jenem Sinne ultradiktatorisch, als dass er nur sich selbst Rechenschaft ablegt und die unantastbaren Prinzipien der Gewaltenteilung mit F&#252;ssen tritt. Er ist in jenem Sinne ultrademokratisch, als dass er eine Debatte und eine Beteiligung der Massen erlaubt, die im demokratischsten Staat nie erreicht worden ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Arbeiterrat ist vor allem kein politisches Organ mehr. Er trennt den B&#252;rger nicht mehr vom gesellschaftlichen Individuum. Diesbez&#252;glich ist er jenseits der Diktatur oder der Demokratie, die zwei Seiten der Medaille der Politik. Obwohl er Verfahren oder Formen benutzt, die noch demokratisch oder diktatorisch sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Rat ist weder das Werkzeug einer Volksdemokratie, noch das Werkzeug einer Diktatur des Proletariats. Diese Begriffe k&#246;nnen die Phase des Bruches zwischen Kapitalismus und Kommunismus nicht charakterisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Arbeiterr&#228;te der Vergangenheit wurden, von einigen seltenen Ausnahmen abgesehen, unserem Programm nicht gerecht. Sie waren Verwaltungsorgane, b&#252;rokratisch, kleinlich, palavernd, unf&#228;hig, eine Perspektive zu haben, die ihrem Wesen entspricht. Sie starben daran. Das beweist nicht, dass die R&#228;teform nichts wert ist, sondern dass sie auf noch zu kargem Land kultiviert worden ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Arbeiterrat von Gross-Budapest, der die Gesamtheit der Region verwaltete, verlangte 1956 seinen eigenen Selbstmord mit der Wiedereinsetzung der parlamentarischen Demokratie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Arbeiterr&#228;te der Vergangenheit haben trotzdem den Verdienst, existiert zu haben. Sie haben die F&#228;higkeit der Arbeiter gezeigt, sich um ihre Angelegenheiten zu k&#252;mmern, Fabriken und St&#228;dte in die Hand zu nehmen und zu verwalten. Sie sind mit den grossartigen Bewegungen verbunden, durch welche die Arbeiter, zumindest provisorisch, die B&#252;rgerlichen und die B&#252;rokraten st&#252;rzten. Wenn man diese Erfahrungen verschleiert, will man nicht, dass das Proletariat erneut tut, was es in Katalonien, Polen und China getan hat, es sich der Chefs entledigt und damit gut f&#228;hrt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Konterrevolution, auch in der Sowjetunion, konnte sich nie damit abfinden. Es ist eine Sache, dass die R&#228;te sich gem&#228;ssigt zeigen, dass die Konterrevolution sich ihnen gegen&#252;ber gem&#228;ssigt zeigt, eine andere.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die besten Demonstrationen der Arbeiterr&#228;te fanden statt, wenn sie ihren Feinden schnell, klar und hart antworten mussten. Sie werden direkt als Kampforganisation gebildet. Ihr Programm mag beschr&#228;nkt sein, aber sie kennen es.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend anderer Gelegenheiten verlieren sie sich in der Verwaltung, im Warten. Ihre einzige Daseinsberechtigung scheint die Abwesenheit der b&#252;rgerlichen Macht zu sein. Man sieht die Entwicklung wunderbarer Organisationsstrukturen. Doch es geschieht im Leeren, ausserhalb der Imperative eines Kampfes. Die anscheinende Abwesenheit einer Gefahr l&#228;dt zu den schlimmsten Illusionen ein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Rat erscheint mehr als Antwort der Arbeiter auf die durch die Bourgeoisie gelassene Leere denn als Organisationsniveau, das durch die Radikalit&#228;t des Kampfes selbst durchgesetzt wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind f&#252;r die Arbeiterr&#228;te. Aber wir sind gegen die r&#228;tekommunistische Ideologie. Diese Ideologie sieht in den R&#228;ten nicht ein Moment der Revolution, sondern ihr Ziel. Der Sozialismus ist der Ersatz der Macht der Bourgeoisie durch die Macht der R&#228;te, der kapitalistischen durch die Arbeiterverwaltung. Das Scheitern oder der Sieg der Revolution sind eine Frage der Organisation. Dort, wo die Leninisten alles auf die Partei setzen, setzen die R&#228;tekommunisten alles auf den Rat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Arbeiterr&#228;te werden sein, was sie tun. Ihre einzige Chance zum Sieg wird es sein, die Kommunisierung zu unternehmen und ihre Organisation zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r die Kommunisten ist die Revolution keine Frage der Organisation. Was die M&#246;glichkeit des Kommunismus determiniert, ist ein gewisses Niveau der Entwicklung der Produktivkr&#228;fte und der proletarischen Klasse. Es gibt Organisationsprobleme, doch man kann sie nicht unabh&#228;ngig von dem setzen, was man organisiert, der festgelegten Aufgaben. Sind Organisationsregeln neutral? Sind sie rein technische Fragen? Gewiss nicht. Solche Entscheidungen sind von einer grossen Bedeutung. Einige sind passend und beg&#252;nstigen eine kommunistische Aktion. Andere behindern sie. Doch es ist eine grosse Illusion, zu glauben, dass die Hervorhebung gewisser Regeln, besonders bez&#252;glich der Kontrolle der Delegierten, reicht, um die B&#252;rokratisierung, die L&#252;ge und die Spaltung zu verhindern. Die B&#252;rokraten sind die Profis der Organisation als getrennte Organisation. Sie betonen gerne die Vorbedingungen der Aktion, die demokratischen Mechanismen, statt die Aktion selbst. Kleinliche und unangemessene Regeln, wenn sie auch formell antib&#252;rokratisch sein m&#246;gen, laufen Gefahr, ihnen die Aufgabe zu erleichtern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vorausgesetzt, dass die R&#228;te sich entwickeln und nicht mehr einfach liquidiert werden k&#246;nnen, werden die schlimmsten Feinde der Revolution so tun, als ob sie R&#228;tekommunisten seien, um sich der R&#228;te zu entledigen. Sie werden versuchen, aus ihnen das Feld ihrer Mauscheleien zu machen, die Revolution&#228;re davon auszuschliessen. Gegen den Kommunismus werden die Lumpen der alten Welt nicht z&#246;gern, sich als R&#228;tekommunisten wiederzutaufen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kann man aus dem h&#228;ufig wenig kommunistischen Charakter der R&#228;te der Vergangenheit schliessen, dass ihre Zeit vorbei ist? Ist jegliche Institutionalisierung nicht konterrevolution&#228;r?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir betrachten die Arbeiterr&#228;te nicht als Institutionen. Die Revolution, ob sie es will oder nicht, wird mit Problemen der Verwaltung, der Aufrechterhaltung der Ordnung, der Einigung verschiedener Tendenzen konfrontiert sein. Es wird n&#246;tig sein, wenn auch nicht &#252;ber die Menschen, so doch &#252;ber gewisse Menschen zu regieren. Man kann davon ausgehen, dass die Pl&#252;nderung eine gesunde Reaktion auf die Provokation der Ware und den Mangel darstellt. Sie kann in einer Phase des Bruchs eine n&#252;tzliche Rolle spielen: Ventil f&#252;r die Wut und Niederschlagung der Ware. Doch man kann die Pl&#252;nderung nicht institutionalisieren, man kann daraus nicht die normale Weise der kommunistischen Verteilung der Produkte machen. Es ist unm&#246;glich, alle Produkte frei zu verteilen. Es muss organisiert, geteilt und beschr&#228;nkt werden. Das ist die Aufgabe der R&#228;te.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Je weniger selten die G&#252;ter werden und je st&#228;rker die Konterrevolution zur&#252;ckgeschlagen wird, desto eher werden die R&#228;te ihren staatlichen Charakter verlieren. Sie werden nicht abgeschafft werden. Sie werden mit dem gesellschaftlichen Leben verschmelzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Verweigerung der R&#228;te aus Purismus, wenn sie anhand wirklicher Bed&#252;rfnisse erscheinen werden, bedeutet, dass man sich ausserhalb des revolution&#228;ren Prozesses platziert. Es ist gescheiter, sich an ihrer Erschaffung, an ihrer Funktionsweise und an ihrer eventuellen Aufl&#246;sung anhand des Kampfes und des Kr&#228;fteverh&#228;ltnisses zwischen Revolution und Konterrevolution zu beteiligen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Beteiligung an den R&#228;ten bedeutet nicht, dass die Revolution&#228;re darauf verzichten m&#252;ssen, zu handeln und sich autonom zu organisieren. Die R&#228;te sind Massenorganisationen. Daher kommt eine gewisse Schwerf&#228;lligkeit, ein langsamerer Rhythmus der Radikalisierung als in anderen Teilen der Bev&#246;lkerung. Die Entwicklung der R&#228;te wird teilweise von dem bestimmt werden, was ausserhalb von ihnen gemacht werden wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was bek&#228;mpft und sabotiert werden muss, sind die korporatistischen R&#228;te, die Verwaltungsorganisationen, die neogewerkschaftlichen oder neopolitischen Gruppen, welche die Organisation des gesellschaftlichen Lebens zugunsten einer Minderheit konfiszieren wollen. Man kann ein Organ nicht als Sowjet betrachten, wenn es die Warenproduktion beibehalten m&#246;chte, eine Polizei aufbaut oder die R&#252;ckkehr der Chefs fordert&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Rat ist notwendig, wenn es darum geht, ein Territorium zu verwalten. Er l&#246;st sich auf, wenn diese Notwendigkeit provisorisch verschwindet anhand eines gewissen Kr&#228;fteverh&#228;ltnisses oder definitiv aufgrund der Konsolidierung des Kommunismus. Gruppen k&#246;nnen anhand einer revolution&#228;ren Situation intervenieren und Warenvorr&#228;te kommunisieren, ohne dass sie ihre Produktion und ihre Verteilung permanent in die Hand nehmen k&#246;nnen oder wollen. Es geht darum, herauszufinden, wann man die Mittel hat, von dieser Art punktueller und wilder Aktion zu einer direkten Verwaltung eines Gebietes &#252;berzugehen. Der Vorteil davon ist, dass man besser &#252;ber seine Ressourcen zur Ern&#228;hrung der Bev&#246;lkerung oder zur F&#252;hrung des Kampfes verf&#252;gen kann. Der Nachteil davon ist, dass man sich zum Ziel macht. Vom Moment an, wo man dieses Risiko akzeptiert, stellt sich die Frage der R&#228;teorganisation dieses Gebietes. Das Problem des Aufbaus einer revolution&#228;ren Macht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Macht wird, obwohl sie nach der gr&#246;sstm&#246;glichen Zustimmung und Beteiligung der Massen streben muss, nicht danach streben, sich auf die Demokratie zu st&#252;tzen, z.B. indem sie Wahlen organisiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Demokratie&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was gibt es sch&#246;neres auf Erden als die Demokratie, der Macht des souver&#228;nen Volkes? Genau wie der Begriff Kapitalismus st&#246;rend sein kann, ruft jener der Demokratie Zustimmung hervor. Alle sind f&#252;r die Demokratie, ob sie begleitet von einem K&#246;nigshaus oder republikanisch, b&#252;rgerlich oder eine Volksdemokratie sein mag. Wenn man seinen Gegnern einen Vorwurf macht, so ist es jener, nicht demokratisch genug zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer sich gegen die Demokratie erhebt, kann im besten Fall nur ein Nostalgiker der ehemaligen absoluten Monarchien sein. Im Allgemeinen zieht man es vor, ihn als abstossenden Faschisten zu etikettieren. Die Hartn&#228;ckigsten sind h&#228;ufig die Marxisten und Marxisten-Leninisten, die vergessen, was die Gr&#252;nderv&#228;ter &#252;ber die Demokratie gesagt haben, die ihre Vorliebe f&#252;r die Macht und die Diktatur kaschieren wollen&#8230; Gewisse Nostalgiker des Stalinismus mit schlechtem Gewissen werden uns vorwerfen, wir seien Stalinisten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Demokratie erscheint als Antithese zum kapitalistischen Despotismus. Dort, wo man weiss, dass in Wirklichkeit eine Minderheit regiert, behauptet man, ihr die aus dem allgemeinen Wahlrecht hervorgegangene Macht entgegenzusetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Wirklichkeit haben der Kapitalismus und die Demokratie gemeinsame Interessen. Die Demokratie ist das Feigenblatt des Kapitals. Die demokratischen Werte, weit davon entfernt, subversiv zu sein, sind der idealisierte Ausdruck der wirklichen und weniger noblen Tendenzen der kapitalistischen Gesellschaft. Die Kommunisten wollen weder die Trilogie &#8222;Freiheit, Gleichheit, Br&#252;derlichkeit&#8220; noch jene &#8222;Arbeit, Familie, Vaterland&#8220; verwirklichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie kommt es, dass, wenn die Demokratie die Tochter des Kapitals ist, Diktatur und Kapitalismus so h&#228;ufig koexistieren? Wie kommt es, dass die Mehrheit der Menschen in autorit&#228;ren Regimes leben? Wie kommt es, dass sogar in den demokratischen L&#228;ndern ihre Funktionsweise kontinuierlich behindert wird?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die demokratischen Werte und Bestrebungen sind die Folge des aufl&#246;senden Charakters des Kapitals. Sie entsprechen dem Ende der Eingliederung des Individuums in eine Gemeinschaft und ein Netzwerk fester Beziehungen. Sie entsprechen auch der Notwendigkeit, eine idealisierte Gemeinschaft aufrechtzuerhalten, die Konflikte zu regeln, die Zusammenst&#246;sse zum Wohle aller zu begrenzen. Die Minderheit ordnet sich den Entscheidungen der Mehrheit unter.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Demokratie ist nicht einfach eine L&#252;ge, eine vulg&#228;re Illusion. Sie bezieht ihren Inhalt aus einer zerrissenen gesellschaftlichen Wirklichkeit, wovon sie die Wiedervereinigung scheint. Es existiert in der demokratischen Bestrebung eine Suche nach Gemeinschaft, ein Wille des gegenseitigen Respekts. Doch die Grundlage, auf welcher sie verwurzelt ist und sie behauptet, sich zu entwickeln, hindert sie daran, erfolgreich zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Demokratie ist noch h&#228;ufig zu gef&#228;hrlich f&#252;r das Kapital oder zumindest f&#252;r gewisse bestehende Interessen. Deshalb wird sie kontinuierlich begrenzt. Von einigen Ausnahmen abgesehen, werden diese Grenzen und sogar die einfache Diktatur als Siege der Demokratie selbst pr&#228;sentiert. Welcher Tyrann behauptet nicht, durch das Volk oder zumindest f&#252;r das Volk zu regieren?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Demokratie, die in ruhigen Perioden ein gutes Mittel zu sein scheint, um die Arbeiterk&#228;mpfe abzufedern, wird ungeniert aufgegeben, sobald es die Verteidigung des Kapitals verlangt. Es gibt immer ein paar Intellektuelle und Politiker, die ganz &#252;berrascht sind, dass sie so leicht auf dem Altar der Interessen der M&#228;chtigen geopfert wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Demokratie und Diktatur sind entgegengesetzte Formen, doch sie sind einander nicht fremd. Die Demokratie, da sie die Unterordnung der Minderheit unter die Mehrheit impliziert, ist eine Form der Diktatur. Eine diktatorische Junta muss sich sehr wohl auf demokratische Mechanismen st&#252;tzen, um Entscheidungen zu treffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man vergisst manchmal, dass der Faschismus, der Nazismus und der Stalinismus terroristische Verfahren und regul&#228;re Wahlen miteinander vermischt haben, um sich durchzusetzen. Sie setzen gerne die breiten Massen, die Volksgerichte den wenigen &#8222;Verr&#228;tern&#8220;, &#8222;vaterlandslosen Gesellen&#8220; und &#8222;Feinden der Partei&#8220; entgegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist nicht der Feind der Demokratie, weil er der Freund der Diktatur und des Faschismus w&#228;re. Er ist der Feind der Demokratie, weil er der Feind der Politik ist. Abgesehen davon ist es den Kommunisten nicht gleichg&#252;ltig, in welchem Regime sie leben. Sie bevorzugen es, am Abend ruhig einzuschlafen, ohne sich fragen zu m&#252;ssen, ob es nicht diese Nacht sein wird, wo man sie aus dem Bett holen wird, um sie ins Gef&#228;ngnis zu bringen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kritik des Staates sollte nicht die Kritik der Politik ersetzen. Einige greifen die Staatsmaschinerie an, doch sie tun es, um die Politik besser retten zu k&#246;nnen. Genau wie gewisse P&#228;dagogen die Schule kritisieren, um die P&#228;dagogik auf jede Form gesellschaftlicher Beziehung auszuweiten. F&#252;r die Leninisten ist alles politisch. Hinter jeder Manifestation des Kapitals sehen sie eine Absicht, einen Zweck. Das Kapital wird zu einem Werkzeug eines politischen Projekts, dem man ein anderes politisches Projekt entgegensetzen muss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Politik ist die Sph&#228;re der Freiheit, der Aktion, der Bet&#228;tigung gegen&#252;ber der wirtschaftlichen Fatalit&#228;t. Die Wirtschaft ist jene der G&#252;terproduktion und von der Notwendigkeit beherrscht. Die Entwicklung der Wirtschaftskrisen erscheinen als nat&#252;rliche Ph&#228;nomene, die ausserhalb des menschlichen Einflusses liegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Linke betont gew&#246;hnlich die M&#246;glichkeiten der Politik, die Rechte die Notwendigkeiten der Wirtschaft. Das ist eine falsche Debatte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Politik erscheint immer mehr als Abbild des wirtschaftlichen Lebens. Sie konnte w&#228;hrend einem gewissen Zeitraum die Rolle des Kompromisses und des B&#252;ndnisses zwischen gesellschaftlichen Schichten spielen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heutzutage ist die Bedeutung der Politik als Intervention in die Wirtschaft gr&#246;sser geworden. Doch gleichzeitig hat die politische Sph&#228;re ihre Autonomie verloren. Es gibt nur noch eine einzige Politik des Kapitals, zu deren Umsetzung sowohl die Rechte als auch die Linke gezwungen sind, unabh&#228;ngig von den spezifischen Interessen ihrer gesellschaftlichen Basis.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend der Staat als eine mehr oder weniger abgrenzbare Institution erscheint, wird die Politik aus allen Poren der Gesellschaft wieder und wieder geboren. Obwohl sie sich durch die Aktion einer speziellen Schicht der Aktivisten und Politiker ausdr&#252;ckt, st&#252;tzt sie sich auf die Verhaltensweisen aller und findet in ihnen ein Echo. Das macht ihre St&#228;rke aus und erweckt den Eindruck, dass jegliche gesellschaftliche L&#246;sung nur politisch sein kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Politik ergibt sich aus der Trennung zwischen Entscheidung und Handlung und den Trennungen, welche die Individuen gegeneinander aufbringen. Die Politik erscheint zuerst als dieses permanente Streben nach Macht, das die Menschen in der kapitalistischen Gesellschaft antreibt. Die Demokratie und der Despotismus scheinen die einzigen Arten der Regelung von Problemen zwischen den Leuten zu sein. Die Einf&#252;hrung der Demokratie in den Paaren oder den Familien wird als neue Etappe in der menschlichen Entwicklung dargestellt. Sie dr&#252;ckt allen voran, vielleicht auf die am wenigsten schlechte Art und Weise, den Verlust der tiefen Einheit aus, welche die menschlichen Wesen vereinen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus trennt Entscheidung und Ausf&#252;hrung nicht. Es gibt keine Trennung mehr zwischen zwei Gruppen oder gar zwei unterschiedlichen und hierarchisierten Momenten. Man tut, was man tun muss oder was man entschieden hat, zu tun, ohne sich die Frage zu stellen, ob man in der Mehrheit oder in der Minderheit ist. Begriffe, welche die Existenz einer formellen Gemeinschaft voraussetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Prinzip der Einstimmigkeit ist in dem Sinne vorherrschend, als dass jene, welche etwas tun, am Anfang einverstanden sind und dieses Einverst&#228;ndnis die Grundlage und die M&#246;glichkeit der gemeinsamen Handlung liefert. Die Gruppe existiert nicht unabh&#228;ngig von der Handlung und vor ihr. Sie spaltet sich nicht w&#228;hrend der Abstimmung, um sich danach durch die Unterwerfung eines Teils unter den anderen wiederzuvereinigen. Sie bildet sich in der Handlung und durch sie und durch die F&#228;higkeit der Leute, sich miteinander zu identifizieren und den Standpunkt des anderen zu verstehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht nicht darum, systematisch jegliche Abstimmung und jegliche Unterwerfung der Minderheit unter die Mehrheit abzulehnen. Es sind technische Formen, denen man nicht einen absoluten Wert geben kann. Es kann sein, dass die Minderheit im Besitz der Wahrheit ist. Es kann sein, dass die Mehrheit gegen&#252;ber der Minderheit in Anbetracht der Bedeutung der Sache f&#252;r letztere nachgibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist der Kommunismus die Einf&#252;hrung der Freiheit? Ja, wenn man darunter versteht, dass die Menschen mehr Wahlm&#246;glichkeiten haben werden als jetzt, dass sie ihren Vorlieben gem&#228;ss werden leben k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was wir ablehnen, ist die Philosophie, die den freien Willen und den Determinismus einander entgegensetzt. Diese Trennung widerspiegelt den Gegensatz zwischen dem Menschen und der Welt, dem Individuum und der Gesellschaft. Sie dr&#252;ckt die Entwurzelung des Individuums aus und seine Unf&#228;higkeit, seine eigenen Bed&#252;rfnisse zu erfassen, um sie zu befriedigen. Es kann zwischen tausend Arbeiten, tausend M&#246;glichkeiten der Freizeitgestaltung, tausend Formen der Liebe w&#228;hlen und auf tausend Arten beeinflusst werden, da es nichts wirklich betrifft. Nichts ist ihm gewiss. Es zweifelt an allem und allen voran an sich selbst. Indem es das tut, ist es bereit, alles &#252;ber sich ergehen zu lassen, und glaubt h&#228;ufig, es habe eine Entscheidung getroffen. Die Freiheit pr&#228;sentiert sich als das philosophische Kleid des Elends. Der Zweifel als Ausdruck der Freiheit des Denkens, wenn er Verirrung, die Unf&#228;higkeit des Menschen bedeutet, sich in dieser Welt zu situieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Verlauf der Revolution verliert der Mensch seine Ketten, doch indem er endlich zu sich selbst wird, ist er simultan an seine W&#252;nsche und die Notwendigkeiten des Moments gekettet. Er wird wieder leidenschaftlich und lernt sich wieder kennen. Das aussergew&#246;hnliche Klima der Freude und der Spannung der Aufst&#228;nde ist mit dem Gef&#252;hl verbunden, dass alles m&#246;glich ist und dass gleichzeitig das, was man tut, zwingend getan werden muss. Es gibt keinen Grund mehr, zu z&#246;gern und zwischen unbedeutenden Besch&#228;ftigungen hin- und hergerissen zu sein. Die subjektiven und objektiven Zw&#228;nge fallen zusammen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Wahlzirkus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn ihr die Demokratie angreift, werden uns die subtilen Geister antworten, dann, weil ihr wisst, dass sie euch verurteilen w&#252;rde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben keine Illusionen. Es ist gewiss, dass, wenn das System normal funktioniert, wir haushoch besiegt werden w&#252;rden. Unser Programm w&#252;rde vielleicht von den meisten W&#228;hlern nicht als unsympathisch betrachtet, doch es w&#252;rde sicher als unverwirklichbar beurteilt. Nur indem sie sich als W&#228;hler negieren, k&#246;nnten sie anfangen, die M&#246;glichkeit seiner Verwirklichung zu erkennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Politik die Kunst des M&#246;glichen ist, wie man sagt, dann situieren wir uns ausserhalb dieses M&#246;glichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Herren Wahltaktiker und Demokraten, seid ihr bereit, die Bev&#246;lkerung &#252;ber gewisse Probleme zu befragen und ihre Meinung zu ber&#252;cksichtigen? Ihr, die ihr die Lakaien des Kapitals seid, seid ihr bereit, ein Referendum zu organisieren, um herauszufinden, ob der Kapitalismus fortbestehen soll oder nicht? Es gibt etliche Fragen, bez&#252;glich welchen ihr es so einrichtet, dass sie nie gestellt werden. Sie werden im Vornhinein als unrealistisch eliminiert. Ihr bestimmt, was m&#246;glich ist und was nicht. Das reicht euch noch nicht. Eure realistischen Programme und Vorhersagen d&#252;rfen nie angewandt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Staat lebt dank den Steuern der B&#252;rger. Er wird dank ihrer Stimmabgabe verwaltet. Wenn die Politik direkt durch die Akzeptierung oder die Verweigerung der Bezahlung der Steuern der privaten Personen gutgeheissen und unterst&#252;tzt werden m&#252;sste, w&#252;rde sie Gefahr laufen, viele ihrer Anh&#228;nger zu verlieren. Wenn er bezahlt, hat der B&#252;rger den Eindruck, reingelegt zu werden. Wenn er abstimmt, w&#228;hrend er sonst nur den Mund halten soll, ist er geschmeichelt, dass man ihn nach seiner Meinung fragt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt eine Trennung zwischen der wirklichen Verwaltung des Systems und den sich darum k&#252;mmernden Funktion&#228;rsschichten einerseits und der Politik der Parteien, des Spektakels andererseits.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Wahldemokratie dient dazu, die Tatsache zu kaschieren, dass sich die wichtigen Entscheidungen den W&#228;hlern und sogar den Politikern entziehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die politische und demokratische Wirklichkeit wird immer mehr von der Ware durchtr&#228;nkt. Die Demokratie erscheint als direkter Widerschein der wirtschaftlichen Welt. Der W&#228;hler ist nicht mehr der B&#252;rger, sondern der Konsument von Programmen und Ideologien. Das Spektakel der Politik und die Wahlen als ihr privilegiertes Moment m&#252;ssen als das verurteilt werden, was sie sind: eine Art unter anderen, um das Volk vergessen zu lassen, dass es nichts ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Manchmal kommt es vor, dass die Leute die L&#252;gner beim Wort nehmen. F&#252;r eine verweigerte Wahl oder f&#252;r das, was ihnen als Wahlsieg erscheint, beginnen sie, sich zu erheben. Das geh&#246;rt nicht mehr zur Wirklichkeit der Wahlen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir bef&#252;rworten die Beteiligung an Wahlen nicht und noch weniger die Stimmenthaltung. Wenn die Proletarier w&#228;hlen, haben sie zwar nicht unbedingt Recht, aber zumindest ihre Gr&#252;nde. Dieses Ritual wird erst als wirklich illusorisch, l&#228;cherlich und j&#228;mmerlich erscheinen, wenn die Gesamtheit der Lebensbedingungen beginnen werden, sich wahrhaftig zu ver&#228;ndern. In der Zwischenzeit hat es im Rest des Arsenals seinen Platz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einer kommunistischen Organisation kann es Wahlen geben. Man ernennt Abgeordnete. Doch die Wahl erscheint nicht mehr als besonderer Moment. Der Gew&#228;hlte verf&#252;gt nicht &#252;ber eine Blankovollmacht. Er erf&#252;llt eine Funktion unter anderen, die nicht heiliger ist als andere. Indem diese Person oder jenes Team ernennt oder indem danach ihre Handlung begr&#252;sst wird, tut die Basisgruppe nichts anderes, als zu garantieren, dass ihr Programm angewandt wird. Was z&#228;hlt, ist nicht die Prozedur der Ernennung, sondern die wirklich ausgef&#252;hrte Handlung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bildung der Arbeiterr&#228;te setzt keine allgemeinen Wahlen voraus. Es geht nicht darum, ein Gebiet zu befreien, um darin Wahlen zu organisieren, die nur von den Organisatoren als g&#252;ltig anerkannt werden, wie es gemeinhin geschieht. Zu diesem Thema haben wir das schlechte Beispiel der Pariser Kommune.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn auch in dieser Art von Situation Wahlen ernsthaft organisiert werden k&#246;nnten, w&#252;rde dies nur Entscheidung und Handlung voneinander trennen und w&#228;re gleichbedeutend mit der Wiedergeburt der Berufspolitiker. Wahlen setzen voraus, dass die W&#228;hler erfasst werden und ihre Karte haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Einf&#252;hrung einer Verwaltung durch Wahlen setzt die Existenz eben dieser Verwaltung voraus!Die Macht und der Staat entstehen nicht durch Wahlen, im Gegenteil.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die revolution&#228;ren Massenorganisationen werden sich anhand der praktischen Aufgaben bilden und st&#228;rken. Sie werden ausgehend von der Handlung einer Minderheit entstehen. Wir werden nicht pl&#246;tzlich 51% der Bev&#246;lkerung nach dem selben Ziel streben sehen. Diese handelnde Minderheit wird sich durch die Tatsache auszeichnen, dass sie nicht den Rest der Bev&#246;lkerung organisieren, sondern dazu tendieren wird, sie zur L&#246;sung der Probleme aller beizuziehen. Ihr Erfolg wird von ihrer F&#228;higkeit abh&#228;ngen, viel mehr als 51% der Bev&#246;lkerung zur Beteiligung zu animieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus kann nicht durch einen Putsch errichtet werden. Da er die Staatsmacht und seine Repressionswerkzeuge gegen sich hat, kann der Kommunismus nur siegen, falls er es schafft, die mehr oder weniger aktive Beteiligung eines grossen Teils der Gesellschaft zu entwickeln und eine kleine Minderheit zu isolieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Indem sie die Ketten der Lohnarbeit zerbricht, wird die proletarische Revolution eine Beteiligung der Massen erlauben und verlangen, die nicht vergleichbar ist mit den politischen Revolutionen der Bourgeoisie. Sogar wenn diese Revolutionen Volksrevolutionen waren. Diese Volksrevolutionen, auf welche sich die Demokraten berufen, sind nicht demokratisch entschieden worden. H&#228;tte man den Franzosen 1789 die Wahl gegeben, h&#228;tten sie f&#252;r die Revolution gestimmt? In Wirklichkeit hat sich ein Teil der Bev&#246;lkerung ausgehend vom obsoleten Wesen der Privilegien der Adligen erhoben. Getrieben vom Erfolg und den Folgen seiner Handlungen hat er schrittweise ein verfaultes System &#252;berwunden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kommunistische Partei wird nur dann die &#252;berwiegende Mehrheit der Bev&#246;lkerung mit sich reissen, wenn der Kommunismus als das einzige unmittelbare Mittel erscheinen wird, um Probleme des allt&#228;glichen Lebens zu l&#246;sen. Es kommt nicht zur Revolution, weil genug Leute revolution&#228;r geworden sind. Die Leute werden Revolution&#228;re, weil die Revolution ihnen erscheint, weil es m&#246;glich und notwendig erscheint, anders zu leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heutzutage, wo alle Elemente des gesellschaftlichen Gew&#246;lbes sich gegenseitig st&#252;tzen, scheint das Verschwinden des Geldes unm&#246;glich. Jene, welche es gutheissen, gelten als naive Tr&#228;umer. Wenn die Mechanismen der Ware rosten, wird es als bescheuerte Akrobatik erscheinen, sich weiterhin f&#252;r seine Versorgung vom Geld abh&#228;ngig zu machen. Man wird sich nicht aufgrund der Ideologie oder sogar des Abscheus vor der mit dem Tode ringenden Gesellschaft dem Kommunismus anschliessen, sondern aus einfachen Gr&#252;nden des &#220;berlebens. Es wird also Verteidigungsmechanismen gegen Opportunisten brauchen, die unf&#228;hig sind, langfristige Perspektiven zu haben, und versuchen werden, eine unmittelbare und pers&#246;nliche Bevorteilung aus der Situation zu erstreben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn wir davon ausgehen, dass die Revolution sich auf eine m&#246;glichst breite Beteiligung st&#252;tzen muss, weshalb erkl&#228;ren wir uns nicht zu Demokraten? Das w&#252;rde vielleicht einige unserer Gegner verwirren und uns einige neue Freunde verschaffen. Aber genau darum geht es, wir sind nicht Politiker, ein oberfl&#228;chlicher Anschluss ist eher l&#228;stig denn n&#252;tzlich. Wir m&#252;ssen klar sein, um unsere Anh&#228;nger anhand solider Grundlagen zu versammeln und zu orientieren. Was unsere wirklichen Gegner betrifft, wollen wir ihre Aufgabe nicht einfacher machen, aber es interessiert sie ohnehin kaum, was wir wirklich sagen und wollen. Entweder verstehen sie es nicht, oder sie verleumden uns, nicht ohne den Revolution&#228;ren einige Ideen zu klauen, um ihr Programm aufzulockern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Demokratie sei die Macht des Volkes, die Macht aller. Die kommunistische Revolution will nicht die Form der Macht ver&#228;ndern oder sie dem Volk geben. Sie will sie allen wegnehmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Macht braucht immer eine Legitimierung, die ausserhalb ihrer selbst liegt. Gott f&#252;r die Monarchie, das Volk f&#252;r die von einem K&#246;nigshaus begleitete oder republikanische Demokratie. Ist das Volk realer als Gott? Nein, Gott ist eine Figur, eine mit Menschheit gef&#252;llte Verk&#246;rperung, w&#228;hrend das Volk dazu tendiert, nur eine reine Abstraktion der Menschheit zu sein. Dieses Volk, auf welches man sich beruft, um den Staat gutzuheissen, ist nur sein Abbild. Zwischen diesem Volk als Idee, diesem politischen Volk und dem wirklichen Volk mit all seinen Unterschieden, lebendig, dumm oder intelligent, das sich im allt&#228;glichen Leben manifestiert, liegen Welten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist nicht die Politik, welche die Ideen und W&#252;nsche der Menschen ausdr&#252;ckt und verk&#246;rpert, letztere werden zu Tr&#228;gern politischer Meinungen. Sie werden selbst zu Abstraktionen, wenn sie als W&#228;hler oder Aktivisten ihre Meinungen beichten gehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Warum verzichten die Kommunisten, welche die Ausbeutung und die Kriege beenden wollen, nicht auf den Zwang und diktatorische Verfahren?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kann man davon ausgehen, dass die herrschenden Klassen darauf verzichten werden, diese Mittel zu gebrauchen? Kann man davon ausgehen, dass die demokratischsten Staaten w&#228;hrend einer Periode des Umsturzes ihre Prinzipien nicht ausrangieren werden? Die Besitzenden, die Privilegierten, die Diener der liberalsten Ordnung werden vielleicht behaupten, sie w&#252;rden f&#252;r die Demokratie k&#228;mpfen. Sie werden nicht die Verteidigung ihrer wirklichen Interessen vorbringen. Doch die Chancen sind gering, dass sie demokratisch k&#228;mpfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man sollte b&#252;rgerliche und revolution&#228;re Methoden anhand einer Krisensituation miteinander vergleichen. Es ist heuchlerisch, die Verhaltensweise der demokratischsten b&#252;rgerlichen Staaten in Friedenszeiten und die Verhaltensweise der Revolution&#228;re w&#228;hrend unruhigen Zeiten einander entgegenzusetzen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich die Revolution&#228;re in Krisenzeiten menschlicher und demokratischer zeigen werden als die Verteidiger der Ordnung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Streik&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Demokratie wird mit der Entwicklung von wilden Streiks und Erhebungen negiert. Die Einleitung der Aktion ist nicht abh&#228;ngig von einer demokratischen Konsultation der Basis oder ihrer Repr&#228;sentanten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Teil der Arbeiter, da er k&#228;mpferischer, weniger entfremdet ist oder bessere Bedingungen hat, erhebt sich. Es gibt keine Trennung zwischen der Entscheidung und der Ausf&#252;hrung, zwischen jenen, welche entscheiden, und jenen, welche die Entscheidung ausf&#252;hren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist nicht zwingend das grundlegende Problem, alle hinter sich zu haben. Ausgehend von einer Schl&#252;sselposition in der Produktion kann man den Chef zum Einlenken zwingen. Die Arbeitsunterbrechung kann ein Selbstzweck sein, es geht nur darum, etwas Dampf abzulassen oder sich zu weigern, eine gegebene Arbeit auszuf&#252;hren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist m&#246;glich, dass die Arbeitsniederlegung einiger eine allgemeine Arbeitsniederlegung ausl&#246;st. Das konnten wir landesweit im Mai 68 beobachten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Streik breitet sich aus. Er wird von einer grossen Mehrheit der Arbeiter unterst&#252;tzt. Die Unterst&#252;tzung entsteht in der Aktion und es gibt keine vorangehende Konsultation aller Betroffenen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;H&#228;tten sich die Arbeiter demokratisch zur Er&#246;ffnung der Kampfhandlungen &#228;ussern m&#252;ssen, h&#228;tten sie vielleicht davon abgesehen. Das Beispiel einer geringen Anzahl hat ihnen den offenen Riss, die Angst der Gesch&#228;ftsf&#252;hrung und den m&#246;glichen Erfolg gezeigt. Sie werden angetrieben vom Klima des Kampfes und der Solidarit&#228;t und sind eher geneigt, das durch die allt&#228;gliche Ohnmacht ausgel&#246;ste Gef&#252;hl der Entmutigung und der Resignation zu &#252;berwinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gehen wir davon aus, dass der Streik im Verlauf einer Konsultation entschieden worden ist. Sein Verlauf w&#228;re wohl anders gewesen. Es w&#228;re das Ende der Unvorhersehbarkeit der Arbeiteroffensive gewesen. Der Gegner w&#228;re &#252;ber das Wesen, die Form, das Ausmass und die Ziele der Bewegung informiert gewesen. Die Organisation w&#228;re der Aktion vorhergegangen und h&#228;tte den Mut zu Initiativen genommen. Die Streikenden w&#228;ren mehr oder weniger passiv und, abgesehen von einer Minderheit an Gewerkschaftern und Organisatoren, ihrem Streik fremd geblieben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Arbeiter beginnen, sich zu radikalisieren, wird aus dem demokratischen Moment zunehmend das Moment der Vereinnahmung. Es geht darum, &#252;ber die Wiederaufnahme der Arbeit abzustimmen. Die B&#252;rokraten, Spezialisten der Verhandlung, nehmen &#220;berhand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Demokratie wird zum Ausdruck des Verzichts. Sie wird auf sichtbare Weise das, was sie essentiell schon war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Berufung auf die einzig souver&#228;ne Generalversammlung, um gegen die B&#252;rokratisierung zu k&#228;mpfen, gen&#252;gt nicht. Die Versammlung kann zum idealen Ort f&#252;r die Manipulation, die massenhafte Versammlung getrennter und ohnm&#228;chtiger Individuen, zum Tr&#228;ger von verwirrendem und nutzlosem Geschw&#228;tz werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Generalversammlungen sind notwendig. Es ist notwendig, Bilanz zu ziehen, seine Kr&#228;fte einzusch&#228;tzen, Delegierte und spezialisierte Kommissionen zu kontrollieren und von ihnen Rechenschaft zu verlangen. Doch die Versammlung sollte nicht als Moment erscheinen, wo alles ausgesetzt ist oder wof&#252;r der Rest der Wirklichkeit &#252;berpr&#252;ft wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Partei&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Je mehr sich die Krise des Kapitals vertieft und den illusorischen Charakter der kapitalistischen L&#246;sungen f&#252;r diese Krise sichtbar macht, desto eher bildet sich wieder eine kommunistische Partei innerhalb der Bev&#246;lkerung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bildung der Partei ist nicht die Ursache, welche die Krise determiniert. Sie ist nicht die Voraussetzung f&#252;r den Angriff gegen das Kapital. Ihre quantitative und qualitative Entwicklung ist hingegen extrem abh&#228;ngig von der Verst&#228;rkung dieser Krise. Sie wird versuchen, ihrem Ausgang eine Richtung zu geben und Steine aus dem Weg zu r&#228;umen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Partei ist nicht eine anhand einer Doktrin gebildete Versammlung, die sich vergr&#246;ssert, ohne dass sich ihr Wesen ver&#228;ndern w&#252;rde. Die Partei ist nicht, sie bildet sich. Allm&#228;hlich taucht sie auf, nimmt klarere Formen an und ihr Inhalt wird klarer. Ihr Wesen pr&#228;zisiert sich und die Anzahl der Mitglieder w&#228;chst, je mehr sich die M&#246;glichkeiten des Bruches mit dem System abzeichnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bildung der Partei ist allerdings nicht ein neues und unbestimmtes Ph&#228;nomen. Die Partei, so wie sie w&#228;hrend einer gegebenen historischen Periode entsteht, ist das Wiedererstehen einer Bewegung, die sich ihren zeitlichen Grenzen entzieht. Die moderne Partei kn&#252;pft wieder an eine Partei an, deren Wirklichkeit und sogar deren Erinnerung von der Konterrevolution ausgel&#246;scht worden sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ausserhalb aufst&#228;ndischer Perioden, wenn der Kommunismus nur scheu und unstetig bekr&#228;ftigt werden kann, ist die Partei im strengen Sinne dazu verurteilt, ein kleiner und vernachl&#228;ssigbarer Teil der Bev&#246;lkerung zu bleiben. Neben den bewussten Kommunisten existieren zahlreiche unbewusste Kommunisten, die durch ihre Verhaltensweise revolution&#228;re Anspr&#252;che zeigen. Die Partei im breiten Sinne jener, welche sich mehr oder weniger bewusst als Kommunisten w&#228;hrend den sich vermehrenden Gelegenheiten zeigen, ist unsichtbar. Ihr Bild nimmt nicht im herrschenden Spektakel Gestalt an. Ihre Macht wird allerdings auf der Ebene dieses Spektakels selbst f&#252;hlbar. Die Publizisten und die Politiker machen sich zum deformierten Echo ihrer Hoffnung, um ihren Ramsch zu vertreiben. Die Bourgeois und B&#252;rokraten zittern vor dieser noch namen- und gesichtslosen Bedrohung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist widerspr&#252;chlich, sich in einer Welt Kommunist zu nennen, welche den Kommunismus mit allen Mitteln verdr&#228;ngt. Die Kommunisten sind keine &#220;bermenschen, die schon anders leben als ihresgleichen. Sie k&#246;nnen sich dem vorherrschenden Elend nicht entziehen. Zur Transformation ihres eigenen Lebens f&#228;llt ihr theoretisches Bewusstsein nicht wirklich ins Gewicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist wesentlich und ohnehin unvermeidbar, dass bewusste Kommunisten erscheinen und dass sie sich darum k&#252;mmern, die kommunistische Revolution zu verstehen und vorzubereiten. Doch man sollte nicht bewusste und unbewusste Kommunisten einander entgegensetzen. Man muss allen voran erkennen, wie und weshalb das kommunistische Bewusstsein sich als eine praktische Notwendigkeit entwickelt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es existieren freilich Leute, die sich Revolution&#228;re nennen. Die Hervorbringung dieser &#8222;Revolution&#228;re&#8220; ist nicht unabh&#228;ngig von der Verst&#228;rkung der Krise. Die meisten von ihnen sind nicht Kommunisten und wissen nicht einmal, was sie sind und was sie wollen. Der Wunsch nach der Revolution pr&#228;sentiert sich als letzter und inhaltslosester aller m&#246;glichen W&#252;nsche in dieser Gesellschaft. Er ist eine von den konkreten Bed&#252;rfnissen und Hoffnungen getrennte Abstraktion. Der &#8222;Revolution&#228;r&#8220; kann alles ausf&#252;hrlich er&#246;rtern, Leidenschaft f&#252;r strategische Fragen entwickeln, aber er ist unf&#228;hig, das zu definieren, was er anstrebt. Wenn er von den notwendigen Ver&#228;nderungen spricht, ist seine Sichtweise von der Frage der Macht beherrscht. Die aufzubauende Gesellschaft gr&#252;ndet auf einer neuen Machtverteilung. Man &#8222;will&#8220; die Volksmacht, die Arbeitermacht, die Studentenmacht, die Macht der R&#228;te (plus Elektrifizierung oder Automatisierung), die Macht der Leute &#252;ber ihr eigenes Leben, die Macht, k&#246;nnen zu k&#246;nnen&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die meisten hingegen, welche Revolution&#228;re sein werden, wenn die Revolution konkreten Bed&#252;rfnissen und M&#246;glichkeiten entsprechen wird, halten es nicht f&#252;r n&#246;tig, sich Revolution&#228;re zu nennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erst in einer Phase der offenen Konfrontation, wenn die M&#246;glichkeit besteht, die Gesellschaft zu kommunisieren, kann die Partei aufh&#246;ren, eine Versammlung gemeinsamer Meinungen oder das Produkt sporadischer Aktionen zu sein. Sie kann endlich zu einer handelnden Gemeinschaft werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn das Proletariat sich in seiner Gesamtheit an der Revolution beteiligt, verschmilzt die Partei nicht mit der Klasse. Sie behauptet nicht, das Proletariat zu sein oder es zu repr&#228;sentieren. Sie ist der scharfsinnigste und entschiedenste Teil davon. Sie koexistiert, kooperiert oder st&#246;sst mit anderen, gem&#228;ssigteren oder von b&#252;rgerlichen Apparaten und Ideologien abh&#228;ngigen Teilen zusammen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann ihre Handlung in einem Satz charakterisieren: Eine Situation erschaffen, die jegliches Zur&#252;ck unm&#246;glich macht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist normal, dass sich Gegens&#228;tze zwischen der Handlung der Kommunisten und dem Verhalten der Massen zeigen. Das ist nicht das Zeichen eines grundlegenden Antagonismus. Die Partei braucht die Organisationen und Massenbewegungen nicht zu eliminieren. Die R&#228;te und die anderen Komitees der Basis brauchen die Partei nicht zu eliminieren. Sollte eines der beiden Dinge geschehen, w&#252;rde das zwingend das Ende und die Niederlage der Revolution bedeuten. Diese Sichtweise eines Antagonismus ist ein Erbe der russischen Revolution und der R&#228;tewelle der 1920er Jahre. Sie hat nur einen Makel: Sie betrachtet Organisationen als kommunistisch, die es nicht waren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Partei wird f&#252;r die R&#228;te k&#228;mpfen, denn dieser Kampf kann nicht von jenem f&#252;r den Kommunismus getrennt werden. Auch wenn die Kommunisten bez&#252;glich diesem oder jenem Punkt betreffend der Organisationsweise nicht mit den Massen einverstanden sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Partei selbst, die nicht eine von oben vereinigte Organisation oder, noch schlimmer, Institution ist, wird sich durch R&#228;te organisieren. Sie ist die Vereinigung jener, welche sich zur Verteidigung der Gesamtheit der Bewegung Ziele setzen, welche &#252;ber die unmittelbaren Aufgaben und Interessen hinausgehen. Sie muss die niederzureissenden Festungen aufzeigen, die Kr&#228;fte an strategischen Punkten konzentrieren, L&#246;sungen vorschlagen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt keine Organisation, die sagen k&#246;nnen wird, sie sei die Partei. Letztere identifiziert sich nie mit einer Sekte oder irgendeiner Massenorganisation. Die Anh&#228;nger des Kommunismus zeigen sich durch das, was sie tun, und nicht durch die Zugeh&#246;rigkeit zu einer begrenzten Gruppierung. Die Organisationsformen m&#252;ssen nicht erstarrt oder im Vornhinein vereinigt sein. Sie werden im Verlauf der Bewegung entdeckt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;VII. Aufstand und Kommunisierung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kommunisierung der Gesellschaft wird nicht auf graduelle und ruhige Art und Weise geschehen, sie wird br&#252;sk und aufst&#228;ndisch sein. Es wird nicht ein ruhiger Wandel sein, dem sich allm&#228;hlich gen&#252;gend Kr&#228;fte anschliessen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aufstand und Kommunisierung sind eng miteinander verbunden. Es wird nicht zuerst zu einem Aufstand kommen und danach, erm&#246;glicht durch diesen Aufstand, zur Transformation der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Der aufst&#228;ndische Prozess zieht seine Kraft aus der Kommunisierung selbst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zwischen dem Kapitalismus und dem Kommunismus gibt es nicht eine Art gemischte und dazwischenliegende Produktionsweise. Die &#220;bergangsphase oder eher die Bruchphase ist durch einen Widerspruch zwischen einerseits absolut kommunistischen Methoden und andererseits einer noch von der Warenwelt durchdrungenen Wirklichkeit charakterisiert. In dieser Phase ist eine Gesellschaft des &#220;berflusses und der Freiheit mit Problemen des Mangels und der Macht konfrontiert. Sie muss die menschlichen und materiellen Nachwirkungen einer &#196;ra der Sklaverei liquidieren und jene Kr&#228;fte neutralisieren, die ihr immer noch anh&#228;ngen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Gewalt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Einsatz von Gewalt zur Erreichung ihrer Ziele, das sei es, was die Revolution&#228;re von den Reformisten unterscheide.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Gegensatz zwischen Revolution&#228;ren und Reformisten betrifft nicht so sehr die Strategie und die Methode als das Wesen der herbeizuf&#252;hrenden Transformation. Daraus folgt nat&#252;rlich eine unterschiedliche Methode.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Geschichte unterschied zwei Arten von Reformisten: die weichen und die harten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die weichen Reformisten, Sozialdemokraten und Parlamentaristen, denken, dass ihre Anpassungen reibungslos geschehen k&#246;nnen. Sie haben h&#228;ufig in dem Sinne recht, als dass ihre Illusionen die Tiefe der Reformen betreffen, welche sie ausf&#252;hren k&#246;nnen. Jeden Tag und &#252;berall auf der Welt beweisen sie, dass die herrschenden Interessen es akzeptieren, jene nicht niederzuschlagen, welche sie nicht bedrohen. Diese weichen Reformisten werden manchmal hart, aber ihre H&#228;rte ist vor allem gegen das Proletariat gerichtet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Neben ihnen gibt es die wirklich harten, Stalinisten und &#228;hnliche. Diese glauben, sie seien Revolution&#228;re. Ihr Ziel ist es, den Staat an sich zu reissen, indem sie die herrschenden Anf&#252;hrer ersetzen. Es liegt in ihrem Interesse, die F&#228;higkeit ihrer Gegner, darauf zu antworten, nicht zu untersch&#228;tzen. Es geht um ihren Erfolg und sogar um ihr Leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und die Revolution&#228;re?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kommunistische Revolution ist eine grossartige gesellschaftliche Ersch&#252;tterung. Sie impliziert Zusammenst&#246;sse und Gewalt. Doch obwohl die Revolution ein Akt des Zwanges ist, ist ihr wesentliches Problem nicht eines der Gewalt und die Bedingung ihres Erfolgs ist nicht wesentlich eine Frage der milit&#228;rischen Macht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dies, weil die Revolution nicht eine Machtfrage ist. Wir machen den herrschenden M&#228;chtigen nicht den Staat oder die Wirtschaft streitig. Dank seiner Stellung in der Wirtschaft wird der Kommunismus f&#228;hig sein, die Grundlagen zu untergraben und die Konterrevolution zu entwaffnen, besonders ihren milit&#228;rischen Arm. Er wird so gut es geht eine direkte Konfrontation vermeiden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kommunistische Revolution macht nicht aus der Gewalt das zentrale Problem, denn sie hat zum Ziel, etwas schon bestehendes aufkeimen zu lassen, nicht, ein Projekt in die Wirklichkeit hineinzupressen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau wie wir gegen die Fanatiker und Fetischisten der Gewalt sind, so sind wir auch gegen die Pazifisten. Zwar kann und muss man gewaltfreie Methoden anwenden, auch gegen das Milit&#228;r, aber wir k&#246;nnen die gewaltfreie Ideologie nicht akzeptieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Ideologie vermittelt p&#228;dagogische Illusionen und st&#252;tzt sich auf sie. Sie geht davon aus, dass die Gesamtheit der Leute zur Gewaltlosigkeit erzogen und gef&#252;hllos mobilisiert werden kann. Sie will Massenaktionen, aber sieht nicht, dass die durch diese Art der Aktion und des Gegenschlages implizierten Informations- und Koordinationsprobleme ohne die M&#246;glichkeit der Gewalt nicht gel&#246;st werden k&#246;nnen. Die systematische Gewaltlosigkeit geht davon aus, dass ein Konsens zwischen Gegnern existiert, gewisse Regeln zu respektieren, und allen voran eine minimale Informationsfreiheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Gewaltlosigkeit ist vor allem als defensive Methode effizient. Ihre Grenzen zeigen sich, wenn es darum geht, die Initiative zu ergreifen und seine Feinde zu neutralisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Je mehr sich die Revolution mit Kraft und Scharfsinn erhebt, desto mehr werden ihre Optionen respektiert und als unumkehrbar betrachtet werden, desto mehr wird sie f&#228;hig sein, die Z&#246;gernden auf ihre Seite zu bringen und die Gegner zu neutralisieren. Das Verst&#228;ndnis der begrenzten, aber wesentlichen Rolle der Gewalt kann Fehler mit blutigen Resultaten vermeiden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Proletariat kann nicht davon absehen, sich Waffen zu verschaffen, sie herzustellen und zu benutzen. Wenn auch die Waffen nicht immer in der Gesellschaft verbreitet sind, so sind es die zu ihrer Herstellung n&#246;tigen Bauteile h&#228;ufig und in grosser Anzahl. Es ist wesentlich, sie zu verzeichnen und ihren eventuellen Gebrauch vorzubereiten, sich zu bewaffnen und Fallen aufzustellen, die unseren Feinden ihre Interventionen teuer zu stehen kommen lassen werden. Was l&#228;cherlich und sch&#228;ndlich ist, ist die Leute dazu dr&#228;ngen, Gruppen der Selbstverteidigung zu bilden und sich mit Revolvern und Messern auszur&#252;sten, um ihre Fabriken und Quartiere gegen Kampfpanzer oder Flugzeuge zu verteidigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir k&#246;nnen den Ablauf der k&#252;nftigen Aufst&#228;nde nicht vorhersehen, doch wir k&#246;nnen im Vornhinein und im Verlauf der Bewegung eine Strategie verteidigen. Diese Strategie gr&#252;ndet auf dem Wesen der kommunistischen Revolution selbst und den Kr&#228;ften aller.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bourgeois und B&#252;rokraten z&#228;hlen auf die Armee. Die Macht des Proletariats ist seine wirtschaftliche Position.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Armee ist verwundbar, aber nicht so sehr vom milit&#228;rischen Standpunkt aus betrachtet als von jenem ihrer Abh&#228;ngigkeit hinsichtlich der Wirtschaft. Sie ist f&#252;r ihre Waffen, ihre Munition, ihre Nahrung, ihre Transporte immer mehr davon abh&#228;ngig. Innerhalb ihr befinden sich Arbeiter und Techniker. Um Krieg zu f&#252;hren, und der moderne Krieg ist teuer, muss der Nachschub garantiert sein und das Land arbeiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die milit&#228;rische Konterrevolution muss wirtschaftlich hinter der Front angegriffen werden. Es ist entscheidend, dass eine nationale Armee nicht woanders einen Aufstand niederschlagen kann, weil bei ihr der soziale Frieden aufrechterhalten w&#228;re.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Milit&#228;rangeh&#246;rigen kennen das Risiko f&#252;r sie, wenn sie den &#8222;Fehlleistungen&#8220; der Arbeiter im Bereich der Produktion abhelfen m&#252;ssten. Die Armee kann nicht die Wirtschaft gegen die Arbeiter organisieren. Sie bevorzugt es, einen klar abgegrenzten Gegner mit gleichem Wesen wie sie zu haben, statt Aufgaben erf&#252;llen zu m&#252;ssen, die ihr fremd sind, sich in ihnen festzufahren und zu zerstreuen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Armee&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist g&#228;ngig, sich die Revolution als Zusammenstoss zwischen zwei Armeen vorzustellen. Die eine den Privilegierten und den Ausbeutern unterstellt, die andere im Dienste der Proletarier. Die Revolution wird auf einen Krieg reduziert. Es geht um die Machtergreifung und die Kontrolle von Territorien. Das ist eine gef&#228;hrlich falsche Sichtweise. Sie st&#252;tzt sich auf die Erinnerungen an die K&#228;mpfe des russischen und spanischen B&#252;rgerkrieges sowie auf die nationalen Befreiungskriege.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn auch die revolution&#228;re Aktion zu diesem oder jenem Zeitpunkt, unter diesem oder jenem Umstand eine milit&#228;rische Wende nimmt, Interventionen von Kommandos, Luftangriffe usw., so wird das nichts am tiefen Wesen und dem globalen Charakter des Konflikts &#228;ndern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Revolution als eine Konfrontation zwischen einer roten und einer weissen Armee zu betrachten, w&#228;re nicht kommunistisch, zudem w&#228;re es in Anbetracht des Missverh&#228;ltnisses der streitenden milit&#228;rischen Kr&#228;fte idiotisch. Dem Kapital einen Krieg anzubieten, w&#252;rde bedeuten, sein Spiel zu spielen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Armee und die Polizei bilden das letzte Bollwerk des Kapitals. Ihre Handlung kann sich direkt durch die Zerst&#246;rung von Menschen und Dingen ausdr&#252;cken, aber auch, indem sie eine Situation des Mangels erschafft und aufrechterh&#228;lt, die dazu geeignet ist, Egoismus, Angst und die anderen alten Reflexe auszul&#246;sen. Das w&#252;rde die bed&#252;rftigen Bev&#246;lkerungen gegen die unruhestiftenden Revolution&#228;re aufbringen und dazu tendieren, die Marktmechanismen wiederzubeleben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Armee kann benutzt werden, um gewisse strategische Sektoren der Wirtschaft am Laufen zu erhalten und zu kontrollieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch ihr hierarchisiertes Wesen, das die Diskussion und den Protest zugunsten des Gehorsams und der Disziplin eliminiert, durch ihre Funktion und ihre patriotische Ideologie tendiert die Armee dazu, ein konservatives Korps zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch die milit&#228;rische Konterrevolution hat L&#252;cken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Eindruck von Sicherheit und das Gef&#252;hl, im Recht zu sein, welche die Milit&#228;rangeh&#246;rigen in ihrem Ghetto und aus ihren Macken entwickeln, laufen Gefahr, schnell getroffen zu sein, wenn sie nicht in der Konfrontation mit einer gegnerischen Armee auf einem klar abgegrenzten Schlachtfeld gerechtfertigt und verst&#228;rkt werden k&#246;nnen. Die Armee muss daran gehindert werden, als Armee zu funktionieren, ihr muss die aufl&#246;sende Fluidit&#228;t des Kommunismus entgegengesetzt werden. Es geht darum, die milit&#228;rischen Kr&#228;fte zu l&#228;hmen, zu verseuchen, zu spalten und aufzul&#246;sen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unsere bewaffneten Interventionen m&#252;ssen unsere Handlungen der gesellschaftlichen Zerst&#246;rung und des Wiederaufbaus eng begleiten. Der Gebrauch der Gewalt sollte nicht zu einer autonomen T&#228;tigkeit und zum Selbstzweck werden. Sie dient dazu, Situationen direkt im Zusammenhang mit der Kommunisierung, die ihr ihre Rechtfertigung, aber auch ihre Kraft liefert, zu blockieren und zu deblockieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann w&#228;hrend oder vor einer aufst&#228;ndischen Phase nie genug misstrauisch gegen&#252;ber der getrennten Gewalt, dem Terrorismus sein. Die Revolution&#228;re sind darin in einem R&#228;derwerk des Kampfes und der Gegenschl&#228;ge gefangen, wovon der Kommunismus letztendlich abwesend ist. Wenn die Gewalt zu einer Gewalt f&#252;r den Kommunismus wird und nicht mehr den Kommunismus begleitet, wenn sie ihres unmittelbaren Inhalts entleert wird, erlaubt das jegliche Provokationen. Es ist einfach, Morde oder Attentate auszuf&#252;hren und sie den Revolution&#228;ren anzukreiden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch die unmittelbare und radikale Transformation der gesellschaftlichen Organisation muss den Milit&#228;rangeh&#246;rigen den Wind aus den Segeln genommen werden, indem man sie einer zu verteidigenden Sache beraubt. Die Armee ist ein Werkzeug, sie kann nicht alles als Organisation der Gewalt durch sich selbst tun. Man kann alles tun mit einem Bajonett, ausser sich darauf setzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Innerhalb der Linken existiert ein Vorurteil zugunsten der Intellektuellen und zuungunsten der Milit&#228;rangeh&#246;rigen. Wenn es um die Revolution geht, denkt man nat&#252;rlicherweise, dass erstere auf ihrer Seite stehen und letztere ihre Gegner sein werden. Auf der einen Seite die Intelligenz, auf der anderen die blinde Gewalt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Geschichte hat die Fehlerhaftigkeit dieser Vorurteile gezeigt. Seit der Pariser Kommune, w&#228;hrend welcher sich der Oberst Rossel den Aufst&#228;ndischen anschloss und daf&#252;r erschossen wurde und fortschrittliche Schriftsteller wie George Sand und &#201;mile Zola ebendiese Aufst&#228;ndischen verachteten, hat sich regelm&#228;ssig ein Teil der bewaffneten Streitkr&#228;fte dem Aufstand angeschlossen und ein nicht minder betr&#228;chtlicher Teil der Intelligenzia war gegen ihn gerichtet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So ist die Revolution, wenn sie sich ereignet, erschreckt sie manchmal jene, welche sie herbeisehnten, und freut jene, welche sie f&#252;rchteten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Armee bildet ein ziemlich autonomes Korps, dessen Werte teilweise jenen der Bourgeoisie und des Handels fremd sind. Die b&#252;rgerliche Klasse ist nicht wie die feudale Klasse f&#228;hig, ihre Verteidigung selbst in die Hand zu nehmen. Sie &#252;berl&#228;sst diese Arbeit der Armee oder der Polizei. Obwohl ein Teil der Anf&#252;hrer der Armee ihre Interessen komplett mit jenen der herrschenden Klasse identifiziert, existiert trotzdem ein latenter Widerspruch zwischen den Interessen und den Verhaltensweisen der Milit&#228;rangeh&#246;rigen und jenen der Bourgeoisie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man sollte nicht glauben, dass die Armee oder ein Teil der Armee sich spontan und einfach der Revolution anschliessen wird. Das kann nur anhand der Entwicklung der Revolution selbst und ihrem Eindringen in die Armee geschehen. Die Armee wird insofern revolution&#228;r werden, als dass unter dem Druck der Soldaten und Offiziere die Allmacht der Hierarchie in Frage gestellt und der blinde Gehorsam verurteilt wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Revolution&#228;re sollten gegen&#252;ber dem Militarismus &#252;berhaupt keine Konzession machen. Es ist n&#246;tig, den Milit&#228;rangeh&#246;rigen zu zeigen, dass sie nicht f&#252;r sich und noch weniger f&#252;r die Nation k&#228;mpfen. Es muss aufgezeigt werden, dass ihre Ideale von der Kapitalbewegung unterwandert sind. Zudem sollte aufgezeigt werden, dass die Milit&#228;rangeh&#246;rigen als Menschen mit ihren F&#228;higkeiten und Eigenschaften durchaus Platz haben in der kommunistischen Bewegung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unser Ziel ist die Zerst&#246;rung der Armee. Man muss hoffen, dass dies mit so wenig Konfrontationen wie m&#246;glich mit den Milit&#228;rangeh&#246;rigen geschehen kann. Allm&#228;hlich werden die neu gebildeten oder eingebundenen bewaffneten Gruppen ihren eigentlichen Charakter verlieren, indem sie sich an den produktiven Aufgaben und den Arbeiterr&#228;ten beteiligen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Revolution sollte ihre Macht nicht geringsch&#228;tzen und M&#246;glichkeiten nicht verpassen, Repressionsorgane der alten Gesellschaft in ihre Kr&#228;fte zu integrieren, indem sie sie transformiert. Der Bulle kann vollst&#228;ndig gewillt sein, dem zu dienen, was ihm nicht mehr als die Subversion erscheint, sondern als die neue Autorit&#228;t. Man kann sogar hoffen, dass einige nicht mehr Lakaien sein wollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf jeden Fall sollten die Revolution&#228;re und die Proletarier das Monopol der Bewaffnung nicht anderen &#252;berlassen. Diese Frage der Bewaffnung des Proletariats wird ein Test sein, um den Wert des Anschlusses der Milit&#228;rangeh&#246;rigen an die Revolution zu beurteilen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Rache&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Den Revolution&#228;ren gel&#252;stet es nicht nach Blut, auch nicht nach Rache. Die Aufst&#228;nde der Vergangenheit zeigen, dass das Blutvergiessen im Allgemeinen nur zu einem geringen Teil die Schuld der Aufst&#228;ndischen ist. Die Hoffnung tilgt den Groll.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es war die Konterrevolution, die massakrierte, einsperrte, deportierte. Das Blut floss w&#228;hrend den K&#228;mpfen, aber h&#228;ufig auch danach, wenn der milit&#228;rische Sieg gesichert war. Eine m&#246;rderische Wut, entstanden aus dem Terror der Besitzenden. Die Reaktion muss die gegnerischen Kr&#228;fte niederschlagen. Es scheint ihr, die Revolution sei in den Revolution&#228;ren ans&#228;ssig. Sie m&#252;ssen also zerst&#246;rt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Rachsucht konnte in den Arbeiteraufst&#228;nden eine Rolle spielen. Doch was ist sie schon, wenn man ihr Handeln mit der Repression der Versailler, der Kuomingtang 1927, der Franquisten vergleicht&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Arbeiteraufst&#228;nde waren viel weniger rachs&#252;chtig als die b&#228;uerlichen Revolten gegen den Feudalismus. Dies, weil die Revolution nicht ein Akt der Hoffnungslosigkeit ist. Die Zerst&#246;rung von G&#252;tern, die Vergeltungsmassnahmen gegen Personen sind h&#228;ufig ein Akt jener, welche nicht wissen, wie sie dem Elend entfliehen k&#246;nnen, und sich damit begn&#252;gen, das zu vernichten, was die Unterdr&#252;ckung verk&#246;rpert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sich zu r&#228;chen, w&#228;re nicht nur kleinlich, sondern auch dumm. Die Verurteilung im Vornhinein anhand der Vergangenheit ist gleichbedeutend mit der St&#228;rkung unserer Gegner in ihrer Angst und ihrer Entschlossenheit. Es bedeutet, sich unter jenen Feinde zu schaffen, welche zu Recht oder zu Unrecht denken, dass sie sich etwas vorzuwerfen haben. Es bedeutet, pers&#246;nliche Abrechnungen zu ermutigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir m&#252;ssen unseren Gegnern die M&#246;glichkeit bieten, das Lager zu wechseln. Die kommunistischen Prinzipien diktieren nicht per se eine einheitliche Handlungsweise. Im Gegenteil, sie implizieren, dass sich die Diversit&#228;t der Charaktere, der Situationen und der Vergangenheit jener ausdr&#252;cken k&#246;nnen, welche sich an der Revolution beteiligen. Noch besser, sie implizieren, dass wir unsererseits, obwohl unsere Gegner dermassen erblindet sein k&#246;nnen, dass sie uns nur noch als &#8222;rotes Gesindel&#8220; wahrnehmen, weiterhin im schlimmsten unserer Feinde ein menschliches Wesen sehen m&#252;ssen. Dies &#252;brigens ohne Illusion bez&#252;glich des menschlichen Wesens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es w&#228;re dumm, &#196;rzte, Ingenieure, Bauern gegen uns aufzubringen, obwohl etliche von ihnen bereit sein werden, sich uns anzuschliessen, ohne dass wir Zugest&#228;ndnisse machen w&#252;rden bez&#252;glich des Mythos des Spezialisten, der Hierarchie der Arbeit, des Eigentums. Das bedeutet, dass die R&#228;te manchmal gewisse gesicherte Situationen sch&#252;tzen werden m&#252;ssen. Das wird der Gleichheit zuwiderlaufen, doch erlauben, auf einige Druck auszu&#252;ben, indem man ihnen noch etwas l&#228;sst, an das sie sich festklammern k&#246;nnen. Man kann den &#196;rzten den Gebrauch ihres Wohnsitzes und ihrer beruflichen Ausstattung unter der Bedingung garantieren, dass sie nicht auswandern und jene pflegen, welche es n&#246;tig haben. Irgendein Zweitwohnsitz auf dem Land kann seinem legitimen Eigent&#252;mer, einem Familienangeh&#246;rigen oder Freund zur&#252;ckgegeben werden, ohne dass man deswegen zugesteht, dass Leute zwei Wohnsitze haben k&#246;nnen und andere in Bruchbuden bleiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jene hingegen, welche versuchen werden, ihre Privilegien zu sichern oder von der Situation zu profitieren, um sich die Taschen zu f&#252;llen, m&#252;ssen wissen, dass sie nicht in den Genuss des Mitleids ihrer Opfer kommen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Je mehr Selbstsicherheit die revolution&#228;ren R&#228;te haben, je f&#228;higer sie sein werden, klare Regeln zu verordnen und die Wirklichkeit schnell zu transformieren, umso weniger wird die Gewalt notwendig sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Umstellung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kommunisierung bedeutet nicht, die Chefs aus den Unternehmen und den Fabriken zu verjagen, um sich daran festzuklammern, sondern damit zu beginnen, einen grossen Teil von ihnen zu schliessen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Grenze zwischen Konterrevolution und Revolution wird zwischen jenen verlaufen, welche im Namen des Vaterlandes, der Demokratie, der Selbstverwaltung, der Arbeiterr&#228;te, des Christk&#246;nigs oder der Schokoladencreme die Arbeiter-Konsumenten dazu dr&#228;ngen, sich an ihren Strafkolonien oder Drogen festzuklammern, und jenen, welche dazu dr&#228;ngen, die Produktion massiv zu reduzieren und radikal umzustellen. Es wird darum gehen, die Verschmutzung zu reduzieren und so schnell wie m&#246;glich mit der Verbl&#246;dung der Arbeit und dem vermeintlichen &#220;berfluss der Warenwelt zu brechen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man in seiner Fabrik bleibt, sogar um sie selbst zu verwalten, bedeutet das, die Situation zugunsten der Konterrevolution einzufrieren. Ob diese Haltung von Arbeitsw&#252;tigen, naiven Gewerkschaftern oder nach Zeitgewinn strebenden, gewieften Kapitalisten verteidigt wird, &#228;ndert am Resultat nichts.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Revolution&#228;re werden wahrscheinlich von all diesen guten Aposteln beschuldigt werden, die Produktion durcheinanderzubringen und das Lebensniveau des Volkes senken zu wollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Reduktion der Produktion ist keine Faszination f&#252;r die Sparsamkeit. Die verlangten Opfer werden viel geringer sein als jene, welche eine andere L&#246;sung auferlegen w&#252;rde. Eine falsche L&#246;sung, die nur dazu dienen w&#252;rde, einen entscheidenden Bruch mit der Vergangenheit zu verhindern und f&#252;r den Kampf notwendige Kr&#228;fte zu l&#228;hmen. Eine falsche L&#246;sung, die jene um sich scharen wird, welche Angst haben, dass sich die Grundlagen ihrer Macht in Luft aufl&#246;sen: unverbesserliche Gewerkschafter, kleine und grosse Chefs, Politiker, Verwalter, Arbeitgeber&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nur indem wir aufh&#246;ren, eine Unzahl an wenig n&#252;tzlichen, nutzlosen oder sch&#228;dlichen Produkten zu produzieren und indem wir die Trennung zwischen Unternehmen zerschlagen, werden wir die Kr&#228;fte darauf konzentrieren k&#246;nnen, die unerl&#228;sslichen oder notwendigen Produkte im &#220;berfluss zu produzieren. Wir werden forschen und damit beginnen m&#252;ssen, eine neue Produktion in Gang zu setzen. Die Kommunisierung bedeutet also nicht nur Abschaffung des Geldes, sondern auch eine schnelle Transformation der Produktion. Die beiden Dinge sind eng miteinander verbunden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Arbeiter, die Angestellten, die Lehrer werden aufgefordert werden, dorthin zu gehen, wo sie wirklich n&#252;tzlich sein werden. Diese Ver&#228;nderungen werden sich zuerst auf den spontanen Abscheu der Massen f&#252;r ihre Arbeit und die Aufdeckung ihrer F&#228;higkeiten st&#252;tzen. Sie werden nicht unter der Schirmherrschaft eines F&#252;hrungszentrums zustande kommen, sondern aus einer Vielzahl verschiedener Initiativen. Das bedeutet nicht Chaos und Nachl&#228;ssigkeit. Jede Revolution impliziert einen Anteil an Unschl&#252;ssigkeit, Durcheinander und Verschwendung. Es ist bedeutend, ihn auf ein Minimum zu reduzieren. Das ist besonders die Aufgabe der Radikalsten. Wir sind weder gegen die Ordnung oder die Disziplin, noch gegen die Organisation oder sogar die Autorit&#228;t. Jene, welche Revolution und Chaos miteinander verwechseln, werden genauso entschlossen verurteilt und bek&#228;mpft werden m&#252;ssen wie die Staatsgl&#228;ubigen, denen sie in die H&#228;nde spielen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Umstellung wird zuerst die Befriedigung der elementarsten Bed&#252;rfnisse erlauben m&#252;ssen. Danach wird, statt die Erschaffung gewisser Produkte, jene der zu ihrer Fabrikation notwendigen Werkzeuge und Maschinen beg&#252;nstigt werden m&#252;ssen. Dieses Material wird in der Gesellschaft verbreitet sein und jedem erlauben, das zu fabrizieren, was er von anderen h&#228;tte fabrizieren lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das sind einige Indikationen zu den denkbaren Ver&#228;nderungen in Zusammenhang mit den grossen wirtschaftlichen Sektoren. Keine dieser Transformationen hat an sich einen Sinn. Die Gefahr konkreter Vorschl&#228;ge ist, dass sie gegen den Kommunismus vereinnahmt werden k&#246;nnen. Doch man sollte nicht vergessen, dass die Revolution&#228;re sich nicht damit begn&#252;gen k&#246;nnen, allgemeine Prinzipien zu formulieren, und dass sie anhand einer bestimmten Situation konkrete L&#246;sungen vorschlagen m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Energie: Es wird zu einer bedeutenden Reduktion der Energieproduktion kommen. Diese Reduktion ergibt sich nat&#252;rlicherweise aus der Schliessung eines Teils der Industrie, die den gr&#246;ssten Teil dieser Energie konsumiert. Sie w&#252;rde vielleicht ohnehin zwingend aufgrund der Schwierigkeit, den Nachschub an Erd&#246;l, Gas und Kohle zu garantieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Verteilung der Energie wird transformiert werden. Ein Teil davon, der direkt von der Industrie benutzt worden war, wird in den Konsum der Haushalte umgeleitet werden k&#246;nnen: Heizung, Beleuchtung, Versorgung kleiner Maschinen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir werden schrittweise neue Energiequellen erschliessen. Es wird das entwickelt werden m&#252;ssen, was am wenigsten verschmutzt und begrenzte Rohstoffe wie fossile Brennstoffe schont. Wir k&#246;nnten eine dezentralisierte und zeitweilige Produktion zum lokalen Gebrauch beg&#252;nstigen. Das bedeutet jedenfalls nicht, dass der Kommunismus grundlegend gegen die Atomkraft ist. Es braucht schlichtweg ernsthafte Garantien bez&#252;glich den Produktionsbedingungen und den Notwendigkeiten ihres Gebrauchs. Kurzfristig scheinen Wasser, Wind und Sonne die bessere L&#246;sung zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Transportmittel: Die Transportmittel verschwenden Energie, verschmutzen, konkretisieren gesellschaftliche Ungleichheiten&#8230; Auch hier wird es eine bedeutende Reduktion und Rationalisierung geben, m&#246;glich gemacht durch die Neugestaltung des Raums. Die Leute werden sich arrangieren, um keine allzu langen Strecken zur&#252;cklegen zu m&#252;ssen. Sie werden weniger Gelegenheiten haben, sich widerwillig fortbewegen zu m&#252;ssen. Freiere Zeitpl&#228;ne werden es erlauben, nicht zusammengepfercht in den gleichen Fahrzeugen zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die aktuelle Autoproduktion wird allgemein gestoppt werden k&#246;nnen. Die Anzahl der gegenw&#228;rtig zirkulierenden Autos erlaubt es, wenn sie auf vern&#252;nftigere Weise benutzt werden, auf die Entwicklung und Fabrikation weniger elender Ger&#228;te zu warten. Ein Teil der Fahrzeuge werden als Taxis gebraucht werden k&#246;nnen, mit oder ohne Fahrer, oder &#246;ffentlichen Aufgaben dienen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die grosse Mehrheit der Autos wird wahrscheinlich weiterhin auf private Art und Weise benutzt werden m&#252;ssen. Das wird es erlauben, die traditionellen Gewohnheiten zu schonen und die Benutzer f&#252;r die gute Verkehrst&#252;chtigkeit dessen zu interessieren, was ihnen weiterhin geh&#246;rt. Dieser Besitz k&#246;nnte durch gewisse Nutzungsbedingungen beschr&#228;nkt werden, sie h&#228;tten zum Ziel, den Verkehr an gewissen Orten zu beschr&#228;nken oder zu eliminieren und den bestm&#246;glichen Gebrauch und die bestm&#246;gliche Nutzung zu erlauben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Zug und andere gesteuerte Transportmittel werden beg&#252;nstigt und entwickelt werden m&#252;ssen. Denn sie garantieren die gr&#246;sste Sicherheit, die beste Energiebilanz und die geringste Beanspruchung des Bodens. Diese schnellen und bequemen Ger&#228;te k&#246;nnten mit langsameren Fahrzeugen komplettiert werden, deren Gebrauch individueller und flexibler w&#228;re und die mit nicht verschmutzenden Motoren ausgestattet w&#228;ren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Zwischenzeit werden wir weiterhin Lastwagen, Fahrr&#228;der, Trottinette und gute Schuhe produzieren k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um die Reisebed&#252;rfnisse zu reduzieren, besonders betreffend der schnellen Kontakte &#252;ber weite Distanzen hinweg, werden wir ein gutes Telefon- oder Videotelefonnetz entwickeln m&#252;ssen. Das wird es auf viel g&#252;nstigere Art und Weise viel mehr Leuten als heute erlauben, miteinander in Kontakt zu treten. Das Flugzeug ist l&#228;rmiger und verschmutzender Schnickschnack f&#252;r Gesch&#228;ftsm&#228;nner und eilige Touristen. Sein Gebrauch kann nur schwer auf alle ausgedehnt werden. Wir werden es also eliminieren oder auf einige besondere F&#228;lle beschr&#228;nken m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r Reisen &#252;ber weite Distanzen hinweg, wieso beleben wir nicht die Mode der grossen Segelschiffe neu, indem wir sie modernisieren? Ihre Fabrikation w&#252;rde einen gesunden Wettbewerb entstehen lassen. Auf jeden Fall wird es andere Mittel geben, um von einem zu einem anderen Kontinent transportiert zu werden. Daf&#252;r braucht es keine &#220;berschallflugzeuge.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Verlagswesen: Es ist ein Sektor, dessen revolution&#228;re Bedeutung einfach zu verstehen ist. Wer wird die Presse kontrollieren?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend aufst&#228;ndischen Perioden kontrollierten die Arbeiter regelm&#228;ssig den Inhalt der von ihnen gedruckten Zeitungen. Das wird wieder so sein, auch wenn es den Predigern der Pressefreiheit, die h&#228;ufig einfach die Anh&#228;nger der Freiheit des Geldes sind, nicht gefallen mag. Doch das reicht nicht. Die Presse wird sich transformieren m&#252;ssen. Sie wird nicht mehr der kontemplative Widerschein der Wirklichkeit sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Revolution wird eine Redefreiheit erlauben, die heutzutage unm&#246;glich ist. Eine grosse Menge an kleinen Druckmaschinen, die den Unternehmen und Verwaltungen geh&#246;ren, werden allen verf&#252;gbar gemacht werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Welt von morgen wird ein Buch oder irgendein Schriftst&#252;ck nicht herausgegeben und vertrieben aufgrund des Einverst&#228;ndnisses eines Verlegers. Es wird direkt von jenen betreut und gedruckt werden, welche sich f&#252;r es interessieren. Sein Erfolg wird also vom Mut des Autors und seiner praktischen Unterst&#252;tzung abh&#228;ngen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heutzutage ist ein betr&#228;chtlicher Anteil der Kosten eines Buches mit seinem Vertrieb und seiner Verkaufsf&#246;rderung verbunden. Der Vorteil mit dem Kommunismus ist offensichtlich. Man kann zur Schonung der W&#228;lder sogar einr&#228;umen, dass Zeitungen oder Texte zirkulieren oder plakatiert werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend er die schriftliche, m&#252;ndliche oder audiovisuelle Meinungs&#228;usserung aller beg&#252;nstigt, sollte es der Kommunismus erlauben, der Gesellschaft Ausgaben an Papier und Tinte zu ersparen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was wird aus der Literatur werden? Zweifellos wird sie sich transformieren und Romane werden allm&#228;hlich weniger notwendig. Es wird keine Welt der B&#252;cher mehr geben, welche der wirklichen Welt entgegensetzt ist, obwohl wir uns weiterhin um Fiktion k&#252;mmern werden. Vielleicht wird die schriftliche Kommunikation mit der Zeit sogar an Bedeutung verlieren und tendenziell verschwinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bauwesen: Die Bauindustrie wird sich ver&#228;ndern. Das bedeutet nicht, dass die Maurer nichts mehr tun werden. Die Baut&#228;tigkeit ist eine der wenigen T&#228;tigkeiten, die keine R&#252;ckschritte machen wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es wird jedoch notwendig sein, Massnahmen zu ergreifen, um sie in den &#252;berbev&#246;lkerten St&#228;dten und Vorst&#228;dten zu beschr&#228;nken oder, radikaler, zu verbieten. Doch die Leute, welche aus diesen urbanen Zentren umsiedeln, werden eine Unterkunft brauchen. H&#228;user und Geb&#228;ude jeglicher Art m&#252;ssen zwingend Baustellen werden. Es muss auch demoliert und die Wiederverwertung der Materialien organisiert werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dort genau wie anderswo wird der Professionalismus untergraben werden, aber vielleicht noch schneller. Jene, welche ein neues Haus wollen, werden anpacken m&#252;ssen. Sie werden unterst&#252;tzt werden von jenen, welche sich darin aufgrund ihrer Ausbildung oder Erfahrung besser auskennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die notd&#252;rftig Untergebrachten werden in Wohnungen oder Residenzen untergebracht werden, welche aus irgendeinem Grund unbewohnt sind. Die Suspendierung der Bezahlung der Mieten und Rimessen wird nat&#252;rlich eine der ersten Manifestationen der Revolution sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kleidung: Wir werden nicht alles sofort transformieren k&#246;nnen. Es wird n&#246;tig sein, weiterhin anhand der bestehenden Materialien und Maschinen zu produzieren. Es wird gewiss ziemlich schnell zu Transformationen bez&#252;glich der Qualit&#228;t und der Best&#228;ndigkeit kommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine gewisse Anzahl von Modellen an Kleidern und Schuhen werden in grosser Anzahl produziert werden k&#246;nnen. Daneben werden wir die Produktion von Stoffen und kleinen Maschinen entwickeln, damit die Leute selber anfertigen, was sie brauchen. Das wird es erlauben, die Produkte den Geschm&#228;ckern der Leute anzupassen. Es wird auch erlauben, dass der Vertrieb der Kleider von den direkt geleisteten Bem&#252;hungen abh&#228;ngt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nahrung: Die Industrialisierung der Ern&#228;hrungsprodukte hatte allgemein eine Verschlechterung ihrer Qualit&#228;t zur Folge. Der Kommunismus wird so schnell wie m&#246;glich die Menge an produzierter Nahrung erh&#246;hen, ihre Verteilung besonders zugunsten der unterern&#228;hrten Bev&#246;lkerungen der Dritten Welt ver&#228;ndern und hinsichtlich der Verbesserung ihrer Qualit&#228;t agieren m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es wird Modifikationen bez&#252;glich der Zusammensetzung der Produkte geben. Alles, was sch&#228;dlich oder gar nutzlos ist und nur dazu dient, den Konsumenten zu t&#228;uschen, wird ausgeschlossen werden m&#252;ssen. Die Verpackungen werden vereinfacht werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Betreffend der Landwirtschaft wird es n&#246;tig sein, die Nutzung chemischer Produkte allm&#228;hlich zu beschr&#228;nken und zu reduzieren. Es geht hier nicht um eine Opposition aus Prinzip gegen alles Chemische oder K&#252;nstliche, sondern um eine Opposition gegen eine wirkliche Verschlechterung oder Verf&#228;lschung landwirtschaftlicher Produkte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Monokultur wird der Mischkultur und dem Zusammenschluss des Anbaus und der Zucht Platz machen m&#252;ssen, das erlaubt die Wiederverwertung und die Nutzung des Mists und der Abf&#228;lle. Das erlaubt es, die Wichtigkeit &#228;usserer Zufuhren zu reduzieren, was besonders f&#252;r die nicht industrialisierten L&#228;nder eine zentrale Bedeutung hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist besser, dass die Kr&#228;fte der Gesellschaft direkt in den Anbau des Landes investiert werden, statt in Fabriken f&#252;r D&#252;nger und chemische Produkte. Wenn man der Landwirtschaft Arbeitskraft entziehen muss, ist es besser, das f&#252;r die Fabrikation von Werkzeugen und landwirtschaftlichen Maschinen zu tun. Dieses Material muss besonders in die Landwirtschaft der Dritten Welt eingef&#252;hrt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Forschungen bez&#252;glich der Qualit&#228;t der Nahrungsmittel und der landwirtschaftlichen Methoden, die heutzutage wenig entwickelt sind, werden verst&#228;rkt werden m&#252;ssen. Es wird n&#246;tig sein, die besten Pflanzenarten, die f&#252;r den Boden schonendsten Methoden und die beste Aufteilung des Anbaus f&#252;r den Bedarf an Nahrungsmitteln auszuw&#228;hlen. Genau wie &#252;berall m&#252;ssen in der Landwirtschaft Entscheidungen getroffen werden: Sollen wir die Produktion von tierischen oder pflanzlichen Proteinen bevorzugen? Ist der Ertrag oder die Robustheit wichtiger?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Gesundheit: Die Gesundheitsprobleme sind zu einem grossen Teil von den Lebens- und Arbeitsbedingungen verursacht. Indem der Kommunismus diese Bedingungen revolutioniert, wird er viel f&#252;r die Gesundheit der Bev&#246;lkerungen tun.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hygiene- und Pr&#228;ventionsmassnahmen sollten der Schwerpunkt sein. Die Produktion von Medikamenten wird aus diesem Grund reduziert werden. Gewisse Produkte, die nutzlos oder im Moment als n&#252;tzlich erscheinen, werden abgeschafft werden. Genau wie f&#252;r die Marken der Waschmittel existieren verschiedene Waren eines gleichen pharmazeutischen Produkts. Die Kosten der Verpackung und der Werbung sind wichtiger als das wirklich aktive Produkt. All das wird nat&#252;rlich verschwinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht darum, die Medizin den Laien so schnell wie m&#246;glich zug&#228;nglich zu machen. Das bedeutet die Wiedereinf&#252;hrung von in der Gesellschaft verlorenem medizinischem oder hygienischem Wissen. Die Erm&#246;glichung der Nutzung medizinischer Pflanzen. Das bedeutet, einen Teil der Bev&#246;lkerung auszubilden, damit sie medizinisch so schnell wie m&#246;glich intervenieren kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bildung: Die Periode des Aufstands und der Umstellung wird das Bed&#252;rfnis nach Bildung und Lernen entwickeln. Da ein grosser Teil der Bev&#246;lkerung einer anderen T&#228;tigkeit nachgehen muss und da alle ihre F&#228;higkeiten vervielfachen werden m&#252;ssen, wird es n&#246;tig sein, zu lernen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Lernprozess wird gr&#246;sstenteils spontan geschehen. Alle werden ihren Gef&#228;hrten ihre Kenntnisse vermitteln m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Fernsehen und das Radio werden g&#252;nstige Mittel sein, um das zu &#252;bermitteln, was die Leute brauchen. Es ist einfach, Lehrg&#228;nge in Mechanik, Landwirtschaft oder Mauerbau zu verbreiten, das wird den praktischen Lernprozess komplettieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was wird aus den Lehrern? Es geht nicht darum, das Lehren zu verbieten, aber die Tatsache, nur Lehrer zu sein, muss mit allen Mitteln entmutigt werden. Ein grosser Teil der Kultur wird sowieso kein Lehrobjekt im strikten Sinne mehr sein. Betreffend der Kinder geht es nicht darum, ihre Aufsicht den ihren Beruf liebenden Lehrern zu entziehen. Doch sobald die den Kindern angebotenen T&#228;tigkeiten sich vervielf&#228;ltigen und sie keine Last mehr f&#252;r die nicht mehr an berufliche oder h&#228;usliche Arbeiten geketteten Erwachsenen sein werden, wird der Fortbestand der Schule unm&#246;glich sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es wird im Interesse des Lehrerkorps liegen, sich zur Garantie seines Wohlbefindens wie alle um praktische Aufgaben zu k&#252;mmern. Falls es das nicht tut, wird es direkt daf&#252;r bezahlen. Es steht ausser Zweifel, dass der gr&#246;sste Teil der Lehrer, die immer mehr zu Unterrichtsmaschinen verkommen, eine neue Lebensweise sch&#228;tzen werden, die sie ohnehin nicht daran hindern wird, anderen ihre Kenntnisse zu vermitteln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Religion: Einige kleingl&#228;ubige Gl&#228;ubige beteuern mit Vehemenz, die kommunistische Revolution sei das Ende der Religion. Es ist gleichbedeutend mit einem Zweifel an der Macht des Herrn, sich um seine eigenen Gesch&#228;fte zu k&#252;mmern. Was uns betrifft, &#252;berlassen wir ihm das.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bruch&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zwischen dem Kapitalismus und dem Kommunismus gibt es keine &#220;bergangsphase, sondern eine Phase des Bruches, w&#228;hrend welcher die Revolution&#228;re versuchen m&#252;ssen, unumkehrbare Massnahmen zu ergreifen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige bedauern die Kommodifizierung und die Industrialisierung des gesamten gesellschaftlichen Lebens. Sie m&#246;chten, dass sich das &#228;ndert, jedoch auch vern&#252;nftig bleiben. Sie rufen die bestehenden Beh&#246;rden oder ihre offiziellen Gegenspieler dazu auf, Ver&#228;nderungen zu unterst&#252;tzen. Sie m&#246;chten vor allem, dass sie geordnet ablaufen. F&#252;r sie kann der Einbruch der Massen auf die B&#252;hne der Geschichte nur zu einem unentwirrbaren Chaos f&#252;hren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie m&#246;chten eine allm&#228;hliche Dekommodifizierung der Wirtschaft durch die Entwicklung &#246;ffentlicher Dienste und unentgeltlicher G&#252;ter. Die Lohnarbeit w&#252;rde reduziert werden und es w&#252;rden sich daneben neue, weniger unmenschliche produktive T&#228;tigkeiten entwickeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die tollk&#252;hnsten unter ihnen planen ein, dass die Ware und die Lohnarbeit fr&#252;her oder sp&#228;ter verschwinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist immer die gleiche Hoffnung, das Kapital benutzen und z&#228;hmen zu k&#246;nnen. Die gleiche Illusion wird von jenen verbreitet, welche die Lohnarbeit beibehalten wollen, w&#228;hrend die Lohnunterschiede eliminiert werden oder aus dem Lohn die gerechte Verg&#252;tung der M&#252;hsamkeit der Arbeit gemacht wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Kapital ist grundlegend expansionistisch und imperialistisch. Deshalb versucht es, das gesamte gesellschaftliche Leben an sich zu reissen. Ein anders funktionierender Sektor neben dem Handelssystem w&#228;re schnell wieder kommodifiziert. Entweder bliebe er eine Freizeitaktivit&#228;t oder ein Spiel, komplett abh&#228;ngig vom Kapital, wie heutzutage die Bastelei, oder er w&#252;rde an Bedeutung gewinnen und seine Produktion zirkulieren und er w&#252;rde den Kapitalismus selbst neu erfinden. Es k&#228;me zu einer Zersetzung von innen und einem Angriff von aussen. Die &#8222;freien&#8220; Produzenten, die Wochenendhandwerker, welche weiterhin Gefangene einer b&#252;rgerlichen Lebensweise w&#228;ren, w&#252;rden nat&#252;rlicherweise danach streben, aus ihrer parallelen Produktion einen Ertrag zu generieren, um ihr Budget aufzubessern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sollen wir uns auf die politische Macht verlassen, um eine solche &#8222;Revolution&#8220; zu unterst&#252;tzen? Das bedeutet, ihre Abh&#228;ngigkeit von der Wirtschaft zu vergessen. Es l&#228;uft darauf hinaus, den Warentotalitarismus dem Staatstotalitarismus entgegenzusetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;K&#246;nnen wir auf eine Ver&#228;nderung der Mentalit&#228;ten z&#228;hlen? Es ist gleichbedeutend mit dem Glauben, die Warenwelt sei allen voran eine Perversion des Geistes. Die Mentalit&#228;ten werden das sein, was die Situation ihnen erlauben wird, zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann nicht mit einem Fuss in der neuen Welt sein, w&#228;hrend die Hand den Geldbeutel festh&#228;lt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese reformistischen Konzeptionen verstehen nichts von der Notwendigkeit eines globalen Bruches und dem Wesen der revolution&#228;ren proletarischen T&#228;tigkeit. Sie erkennen nicht, dass der wahre Gegner des Handelssystems die Lage und die T&#228;tigkeit der Klasse der Enteigneten ist. Man glaubt, man k&#246;nne Massnahmen gegen das Kapital ergreifen, weil man es als Sache betrachtet, deren Macht begrenzt werden muss, und nicht als gesellschaftliches Verh&#228;ltnis.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Kapital kann seine Zeit damit vertreiben, die menschliche T&#228;tigkeit zu befreien und sie scheinbar zu dekommodifizieren. Es verkauft ein neues Leben in seinen Ferienressorts, man bezahlt, um nicht bezahlen zu m&#252;ssen. Die neuen Zahlungssysteme tendieren dazu, den direkten und bedr&#252;ckenden Kontakt mit dem Geld zu vermeiden. All das zeigt den Drang nach Kommunismus und seine M&#246;glichkeit, aber auch das vereinnahmende, blutsaugende und verlogene Wesen des Kapitals.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Handelssystem ist ein Ganzes. Es wird als Ganzes niedergeschlagen werden. Wir k&#246;nnen durch den Handel eng miteinander verbundene Sektoren nicht einen nach dem anderen kommunisieren. Glaubt sowieso jemand, dass das Interventionsfeld eines Aufstands beschr&#228;nkt werden k&#246;nnte?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Massnahmen &#8222;gegen die Warenwelt&#8220;, die darauf aus sind, die Aktion des Kapitals tempor&#228;r zu beschr&#228;nken oder weniger sichtbar zu machen, k&#246;nnen nur zum Ziel haben, einen Aufstand zu verhindern oder zu hemmen. Unabh&#228;ngig vom guten Willen oder sogar vom ann&#228;hernden Verst&#228;ndnis jener, welche sie vorschlagen, werden sie nur der Konterrevolution dienen k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend einer aufst&#228;ndischen Periode werden die Revolution&#228;re sich darum bem&#252;hen m&#252;ssen, falsche radikale Massnahmen zu verurteilen und den Lauf der Dinge zu beschleunigen. Sehr h&#228;ufig werden ihre Aktionen als revolution&#228;re Exzesse denunziert werden, dies von jenen, welche sich als Revolution&#228;re verkleiden, um die Revolution besser bek&#228;mpfen zu k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die L&#246;sung f&#252;r die wichtigen Probleme, ausgel&#246;st durch den abrupten Bruch mit der Handelswirtschaft, wird allen voran auf der R&#228;teorganisation der Produktion und der Distribution der G&#252;ter beruhen. Die Diskriminierungen aufgrund der Seltenheit der Produkte werden nicht mehr durch das Geld bestimmt, sondern in dieser Zwischenphase durch die R&#228;te und die &#8222;Konsumentenkomitees&#8220;, die darauf achten werden, sie anhand des besten Gebrauchs zu verteilen. Die Gefahr ist, dass man glauben k&#246;nnte, es w&#228;re m&#246;glich, ein gemischtes System aufzubauen, um Schwierigkeiten zu verhindern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die R&#228;te werden schwierige Probleme regeln m&#252;ssen, doch sie sind die einzige Kraft, die f&#228;hig ist, sie zu regeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um die R&#228;teorganisation zu erlauben und zu unterst&#252;tzen, wird es n&#246;tig sein, dass der funktionierende Fl&#252;gel der Revolution seine Kr&#228;fte auf gewisse strategische Punkte konzentriert. Sie wird das zerst&#246;ren m&#252;ssen, was das &#220;berleben oder den Neubeginn des alten Systems erlauben k&#246;nnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die materiellen Grundlagen des Bank- und Finanzsystems werden zerst&#246;rt werden m&#252;ssen. Die Einrichtungen werden angegriffen und die Gesch&#228;ftsb&#252;cher, Papiere und Archive verbrannt werden m&#252;ssen. Alles, was einem Zahlungsmittel gleichen kann, wird zerst&#246;rt werden m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Staatsmaschinerie wird gel&#228;hmt werden m&#252;ssen. Das bedeutet nicht so sehr, das System frontal anzugreifen, sondern seine etlichen Tentakel zu zerst&#246;ren. Der Staat hat &#252;berall Verzweigungen. Es ist seine St&#228;rke und seine Schw&#228;che.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alles, was es erlaubt, die Leute zu kontrollieren, wird angegriffen werden m&#252;ssen, allen voran die Ausweispapiere jeglicher Kategorie. Es wird Jagd auf alle staatlichen oder privaten Dateien gemacht werden m&#252;ssen. Von einigen Dokumenten mit revolution&#228;rem oder historischem Interesse abgesehen, werden jegliche Archive und administrative Dokumente zerst&#246;rt werden m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#220;bernahme der Gef&#228;ngnisse und die Befreiung der Gefangenen, auch der politischen Gefangenen, wird auf der Tagesordnung stehen. Das wird die anst&#228;ndigen Leute nicht beruhigen. Die ganze Unterwelt von einem Tag auf den anderen auf der Strasse. Sind die Gef&#228;ngnisse nicht voll von schrecklichen Gangstern und abscheulichen M&#246;rdern?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Wirklichkeit sind die Mehrheit der Gefangenen Proletarier, die durch den Angriff auf die Ware und das Eigentum ihrer Bedingung entkommen wollten. Die meisten von ihnen sind keine kleine Heilige oder grossz&#252;gige Revolution&#228;re. Doch die Gr&#252;nde ihrer Aggressionen verschwinden mit dem gegenw&#228;rtigen System. Sie werden grossmehrheitlich f&#228;hig sein, ihre Talente in den Dienst der Revolution zu stellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und die Unterwelt? Im Allgemeinen sind die Ganoven nicht hinter Schloss und Riegel. Sie treiben manchmal sogar ihr Unwesen mit der Komplizit&#228;t der Polizei. Die M&#246;rder? H&#228;ufig steht das Gesetz auf ihrer Seite. Gewisse sind sogar Staatsoberh&#228;upter.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Befreiung der Gefangenen wird die Widerlinge und die notorischen Konterrevolution&#228;re ausschliessen. Das Ende der Ware und die Organisation bewaffneter Milizen wird eine Reduktion der sch&#228;dlichen Elemente erlauben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese verschiedenen Massnahmen k&#246;nnen nicht in jedem Zusammenhang und in jedem Kr&#228;fteverh&#228;ltnis ergriffen werden. Doch sie sind eine zwingende Notwendigkeit f&#252;r die Revolution&#228;re und die Feinde des Staates.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die mit der Verteilung der G&#252;ter besch&#228;ftigten Komitees k&#246;nnten versuchen, die kleinen H&#228;ndler und die Betreiber auf ihre Seite zu bringen und ihre Lokale zu benutzen. Wenn diese gesellschaftlichen Kategorien sich zur Anpassung f&#228;hig zeigen, wird das umso besser sein. Falls sie Widerstand leisten und versuchen, Eigent&#252;mer ihrer Vorr&#228;te und ihres Ladens zu bleiben, werden wir ohne sie auskommen m&#252;ssen. Wenn die Waren, die sie besitzen, bedeutend und notwendig sind, werden wir sie beschlagnahmen m&#252;ssen. Ihre Macht ist ohnehin begrenzt, denn es gen&#252;gt, ihren Nachschub an der Quelle zu unterbinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Werbung wird in Antiwerbung umgewandelt werden k&#246;nnen. Es wird darum gehen, &#252;ber die Eigenschaften und die Fabrikation der Produkte, den Zustand der Reserven zu informieren und zur M&#228;ssigung anzuregen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Internationalismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Revolution wird global sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist nicht ein moralischer Imperativ: Alle Menschen sind gleich und Br&#252;der und Schwestern und haben ein Recht darauf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Revolution wird global sein, weil das Kapital selbst eine globale Wirklichkeit ist. Es hat die menschlichen Gemeinschaften zerst&#246;rt, die Individuen voneinander getrennt, aus allen Konkurrenten aller gemacht. Doch in der gleichen Bewegung hat es die menschliche Gattung unter seinem Einfluss versammelt und vereint. Heute und zum ersten Mal seit Adam und Eva &#252;berschneiden sich die genetische und die gesellschaftliche Einheit der Spezies.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Entstehung der nationalen Idee und der Nationalstaaten ist das direkte Resultat der kapitalistischen Entwicklung, der Zerst&#246;rung der traditionellen Gruppen, der Standardisierung durch den Handel und der Ungleichheit des Wachstums. Doch obwohl das Kapital hinter Grenzen in Deckung geht, l&#228;sst es sich nicht darin einsperren. Seine imperialistische und anonyme Entwicklung tendierte immer dazu, M&#228;rkte zu erobern und zu vereinigen. Es waren verschiedene L&#228;nder und Gebiete, die aufeinanderfolgend die privilegierten Orte der Kapitalakkumulation waren, bevor sie untergingen, um anderen Platz zu machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der neuzeitlichen Epoche hat sich diese Bewegung beschleunigt. Es kam zur Globalisierung der Handelsbeziehungen und der Verst&#228;rkung der Ungleichheiten. Die Kolonialisierung, die Weltkriege, die Entwicklung neuer Akkumulationspole, die Bildung neuer, mehr oder weniger marionettenhafter Nationalstaaten waren Etappen dieser Bewegung. Die Vermehrung der Nationen und der Staaten hat die Vereinigung auf der politischen Ebene selbst nicht verhindert. Die kleinen Staaten sind abh&#228;ngig von st&#228;rkeren Staaten. Sie haben sich in milit&#228;rischen Bl&#246;cken und Wirtschaftszonen gruppiert. Sie haben Institutionen und globale Interventionskr&#228;fte erschaffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Noch bemerkenswerter ist die Internationalisierung der Handelsbeziehungen und die Bildung multinationaler Unternehmen, sie haben sich noch schneller als die politische Vereinigung entwickelt und die Staaten um einen grossen Teil ihrer wirtschaftlichen Macht gebracht. Diese riesigen Firmen sind reicher als viele Nationen. Sie haben eine planetarische Sichtweise der Dinge. Sie versuchen, dort zu produzieren und zu verkaufen, wo es am rentabelsten ist, ohne sich um die Grenzen zu sorgen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Handel vereinheitlicht das Leben auf der ganzen Welt und man findet &#252;berall die gleichen Arten von Getreide, Geb&#228;uden und Bildungswesen. Der bewahrte oder hinzugef&#252;gte lokale Charakter ist ein Werbeargument f&#252;r Touristen und Traditionalisten. Nichts illustriert diese Banalisierung der nationalen Idee besser als die typischen Kulissen, die durch &#228;hnliche Flugzeuge durch die Welt transportiert werden. Hier isst man auf franz&#246;sische Art und Weise, dort trifft man japanische Geishas &#8211; und so ziemlich &#252;berall pal&#228;stinensische Luftpiraten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Anbetracht all dessen rufen die Revolution&#228;re nat&#252;rlich nicht zur Verteidigung oder Wiederherstellung des Vaterlandes auf, wie es etliche Idioten und Demagogen tun. Genauso wenig unterst&#252;tzten wir regionalistische oder neonationalistische Bewegungen, die sich die Bildung neuer, legitimerer Vaterl&#228;nder auf die Fahnen schreiben. Indem man sich auf das Recht auf den Unterschied und die Autonomie beruft, setzt man den Nationalismus dem Nationalismus, den Staat dem Staat entgegen. Am Anfang steht h&#228;ufig eine gesunde Reaktion gegen den Staatsglauben, die Vereinheitlichung und die Ungleichm&#228;ssigkeit der Entwicklung der gegenw&#228;rtigen Welt. Die einzig m&#246;gliche L&#246;sung ist das Ende des Kapitals und all seiner Staaten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist nicht der Feind der Vaterl&#228;nder, wenn man darunter die Verbindung der Menschen mit der Region, der Landschaft, den Br&#228;uchen und den lokalen Lebensweisen versteht. Wir wollen nicht den Lokalpatriotismus wiederauferstehen lassen, aber wir sind gegen die Angleichung der L&#228;nder und ihrer Bewohner.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Verteidiger des Vaterlandes sind h&#228;ufig bloss Verteidiger des Staates. Ihre Nostalgie will das ignorieren, was die von ihnen verteidigten Werte zerst&#246;rt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Nationalismus hat sich paradoxerweise in gleichem Masse entwickelt, wie sich die Kenntnis und die Verbundenheit des Menschen mit seiner Umwelt verschlechtert hat. Er w&#252;rdigt nicht eine wirkliche Gemeinschaft, sondern das Bild einer Gemeinschaft, abgeleitet vom schwachsinnigen Fetischismus f&#252;r die Fahne oder den Nationalhelden. In unserer Epoche wird dieser Ramsch immer mehr obsolet. Die von ihm ausgel&#246;sten Gef&#252;hle sind immer mehr getrennt von der Wirklichkeit oder heuchlerisch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Mehrheit der die nationale Idee preisenden Anf&#252;hrer ist sie scheissegal. Die herrschenden und privilegierten Klassen haben etliche Male bewiesen, wie wenig Wert sie auf den Patriotismus legen. Das nationale Interesse ist nur etwas wert, wenn es dem Interesse des Kapitals entspricht. Sobald eine proletarische Bedrohung erscheint, beeilen sich die herrschenden Klassen der verschiedenen L&#228;nder, sich zu vers&#246;hnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Revolution wird global sein, weil die Probleme, die sie l&#246;sen m&#252;ssen wird, global sein werden. Die Verflechtungen der verschiedenen Volkswirtschaften verhindert es, allein davon zu kommen. Wenn die Revolution sich in einem einzigen Land entwickelt, wird sie ohnehin mit der Aktion der &#228;usseren Konterrevolution konfrontiert sein. Doch diese gegenseitige Abh&#228;ngigkeit, die Entwicklung der Kommunikationsmittel, die Gleichzeitigkeit der wirtschaftlichen und politischen Schwankungen werden die Revolution ansteckender denn je machen. Jeder Staat muss bef&#252;rchten, dass die Dinge sich bei ihm beschleunigen, wenn er woanders Polizei spielt. Je schneller sich der Aufstand verallgemeinern wird, umso schwieriger wird die Repression werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Hunger und die Verschmutzung haben nicht lokale Ursachen, obwohl ihre Wirkungen sehr wohl lokal sind. Die Revolution wird universelle Regeln zum Schutz der Natur aufstellen m&#252;ssen. Die Landwirtschaft wird organisiert werden m&#252;ssen, um die Bed&#252;rfnisse der Gesamtheit der Bev&#246;lkerungen zu befriedigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das bedeutet nicht, dass die reichen und industrialisierten L&#228;nder ausgeblutet werden oder dass die armen L&#228;nder von den privilegierten Zonen abh&#228;ngig bleiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jede Region wird aufgrund ihrer Probleme und ihrer Rohstoffe und der Bedeutung ihres Proletariats besondere Organisations- und Entwicklungsformen finden m&#252;ssen. Soweit m&#246;glich sollte man mit lokalen Rohstoffen zurechtkommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es wird jedoch besonders zu Beginn notwendig sein, Transfers von Material und Technikern zu organisieren, um den benachteiligsten Regionen zu helfen, so schnell wie m&#246;glich einem infamen Elend zu entkommen. Es wird eventuell n&#246;tig sein, den Konsum von Lebensmitteln in gewissen Regionen zu reduzieren oder zu transformieren, um andere zu unterst&#252;tzen. Die Kommunisten werden immer die Avantgarde im Kampf gegen lokale Egoismen sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es wird m&#246;glich sein, die unterentwickelten L&#228;nder trotz der Schw&#228;che ihrer Entwicklung zu kommunisieren. Die M&#246;glichkeit des Kommunismus wird auf globaler Ebene errichtet. Die quantitative Entwicklung der Produktivkr&#228;fte ist weniger bedeutend als ihre qualitative Entwicklung. Ein gewisses technisches und wissenschaftliches Niveau wird kurzfristig einen quantitativen &#220;berfluss zur Folge haben. Die gegenw&#228;rtige Vorherrschaft der industrialisierten L&#228;nder wird zu Beginn des Kommunismus durch die Unterst&#252;tzung der lokalen proletarischen Kr&#228;fte &#252;berall zur Liquidierung des Kapitals beitragen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie k&#246;nnen kommunistische Transformationen in L&#228;ndern bef&#246;rdert werden, wo Agrarbev&#246;lkerungen vorherrschen? Es wird keine Wiederholung der urspr&#252;nglichen Akkumulation geben. Der Kommunismus wird sich nicht wie der Kapitalismus durch den Umsturz der traditionellen gesellschaftlichen Strukturen einrichten. Er wird sich hingegen auf diese Strukturen st&#252;tzen k&#246;nnen, indem er sie ihrer negativsten Aspekte entledigt und unter dem Parasitismus und dem Feudalismus die urspr&#252;nglichen b&#228;uerlichen Gemeinschaften wiederfindet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das wird der gleichzeitigen Entwicklung moderner T&#228;tigkeiten nicht im Wege stehen. Innerhalb dieser Gemeinschaften wird die Technik eingef&#252;hrt werden k&#246;nnen: leichtes landwirtschaftliches Material, Sensoren zur Energiemessung, Verh&#252;tungsmethoden, medizinische Versorgung&#8230; Es existiert keine absolute Inkompatibilit&#228;t zwischen einem traditionellen gemeinschaftlichen Gleichgewicht und dem Einsatz einfach zu gebrauchender Techniken. Schon heute gibt es F&#228;lle primitiver Bev&#246;lkerungen, die den Gebrauch moderner Techniken beherrschen. Die wahrhafte Behinderung ist eher der Zerfall dieser Gemeinschaften aufgrund der Aktion des Kapitals.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist ziemlich gewiss, dass die betroffenen Bev&#246;lkerungen und gesellschaftlichen Strukturen sich entwickeln werden. Doch diese Entwicklung wird nicht durch eine Zerst&#246;rung der Menschen und eine Verleugnung der gemeinschaftlichen Werte beginnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kann man f&#252;r die Herstellung einer weltweiten Solidarit&#228;t auf die Arbeiterklasse z&#228;hlen, sind die Arbeiter nicht h&#228;ufig rassistisch?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Arbeiter zeigen sich h&#228;ufig rassistisch. Rassistisch gegen&#252;ber den Ausl&#228;ndern und allen voran gegen&#252;ber den eingewanderten Arbeitern oder den ethnischen Minderheiten. Man sah &#8222;Arbeiterregierungen&#8220;, die sich rassistischer zeigten, besonders hinsichtlich der Einwanderung, als b&#252;rgerliche Regierungen. Es sind h&#228;ufig die Gesch&#228;ftsm&#228;nner, die f&#252;r die Einwanderung und die Abschaffung der diskriminierenden Gesetze sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Rassismus der Arbeiter entspricht allen voran einer Haltung eines Unterdr&#252;ckten, der, da er in seiner Bedingung gefangen ist, &#252;beraus gl&#252;cklich ist, dass er sich gegen&#252;ber seinem Hund, einem Bullen oder einem Einwanderer &#252;berlegen f&#252;hlen kann. Er ist der Ausdruck eines wirklichen Klasseninteresses, der Arbeiterklasse als Ware. Der Intellektuelle kann &#252;ber die menschliche Br&#252;derlichkeit schwatzen. Der Arbeiter, besonders der nicht qualifizierte Arbeiter, weiss sehr wohl, dass der Ausl&#228;nder allen voran der Konkurrent auf dem Arbeitsmarkt ist. Der offene oder latente Rassismus entsteht aus der Unf&#228;higkeit, zu erkennen, dass es schlichtweg das Kapital ist, das die Lohnangestellten einander entgegensetzt. Dieses Unverst&#228;ndnis ist nicht der einfache Ausdruck einer intellektuellen Schw&#228;che. Es entspricht einer Ohnmacht. Das Verst&#228;ndnis und die F&#228;higkeit, die Wirklichkeit zu transformieren, gehen Hand in Hand. Wenn das Proletariat sich erhebt und vereint, bricht der Rassismus zusammen. Es ist nicht n&#246;tig, auf den Tag der Revolution zu warten. In Teilk&#228;mpfen verwerfen die Arbeiter verschiedener Herkunft die Vorurteile und das Misstrauen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;VIII. Proletariat und Kommunismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist die Negation der proletarischen Bedingung durch die Proletarier selbst. Proletariat und Kommunismus sind eng und widerspr&#252;chlich miteinander verbundene Wirklichkeiten. Wenn man sie voneinander trennt, kann man weder die Bewegung der kommunistischen Revolution, noch das, was das Proletariat selbst ist, verstehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lenin&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Lenin sagte nach Kautsky, dass die Proletarier durch ihre eigene Kraft nur f&#228;hig seien, ein tradeunionistisches Bewusstsein zu erreichen. Sie k&#246;nnen nur davon tr&#228;umen, sich teurer zu verkaufen, nicht von einer Revolution der Gesellschaft. Lenin lag falsch. Die Proletarier sind unf&#228;hig, zu einem klaren Bewusstsein ihrer wirtschaftlichen Interessen zu gelangen. Die Proletarier sind Waren, doch sie sind armselige H&#228;ndler. Im Kampf und der Verhandlung zeigen die Proletarier immer wieder, dass sie nicht wissen, was sie wollen, und dass sie verwirrt sind und wirtschaftliche und menschliche Wirklichkeiten miteinander verwechseln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist eine Unterlegenheit betreffend der Verteidigung ihrer wirtschaftlichen Interessen, das Proletariat ist viel weniger effizient als die Bourgeoisie. Doch man kann das Proletariat nicht aufgrund eines b&#252;rgerlichen Standards beurteilen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Lenin unterstreicht zurecht die Diskontinuit&#228;t zwischen einem tradeunionistischen und einem revolution&#228;ren Bewusstsein. Letzteres ist nicht die Akzentuierung des ersteren. Sie sind R&#252;cken an R&#252;cken. Aber das revolution&#228;re Bewusstsein, das kommunistische Bewusstsein f&#252;r uns, muss nicht von aussen importiert werden, es ist nicht das Produkt der Intellektuellen als gesellschaftliche Schicht. Der Standpunkt von Lenin ist nicht dumm, wie es einige Verteidiger des Volkes glauben, doch er zeigt nur eine scheinbare Bewegung auf. Eine Bewegung, der unmittelbar eine Periode der Revolution entgegensteht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Proletariat zeigt t&#228;glich, dass es schon jenseits der Wirtschaft ist. Seine Ineffizienz und naiven Illusionen sind die negative und vor&#252;bergehende Kehrseite seiner Menschlichkeit. Im Kampf und unabh&#228;ngig vom notwendigerweise engstirnigen Charakter seiner Forderungen zeigt es auf etliche Arten und durch seine diversen Entgleisungen seine Menschlichkeit und sein Streben nach Kommunismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist nicht bedeutend, wie das Proletariat ist oder erscheint, wenn es arbeitet, wenn es am 1. Mai marschiert, wenn es bei Meinungsumfragen mitmacht. Seine grundlegende Situation wird es dazu zwingen und zwingt es jetzt schon, kommunistisch zu handeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einer normalen Zeit muss der Proletarier zum &#220;berleben durch die etlichen ihm angebotenen Mittel versuchen, diese Entbehrung zu kompensieren. Er findet im Spektakel Interessen, Vaterl&#228;nder, Drogen. Er versucht, durch die Macht seines Unternehmens oder seiner Gewerkschaft wieder aufzuleben. Das Kapital kann die verallgemeinerte Prostitution nicht abschaffen, doch es kann jene unterhalten, welche sich prostituieren. Es verstreicht Heilsalben, indem es erlaubt, &#8222;sich zu verwirklichen&#8220; und sich in Waren und Bildern festzufahren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Proletariat ist nicht die positive Verk&#246;rperung des Kommunismus innerhalb des Kapitalismus. Es ist auch nicht permanent und f&#252;r alle Ewigkeit in jenes System integriert, das ihm seinen Schweiss und sein Leben aussaugt. Seine Wirklichkeit ist grundlegend widerspr&#252;chlich. Es scheint integriert, obwohl es den Kommunismus stammelt. Pl&#246;tzlich &#246;ffnet sich ein Riss. Es dr&#228;ngt sich hinein und vergr&#246;ssert ihn. Die Folgen seiner Handlungen dr&#228;ngt es nach vorne. Es entdeckt seine Macht und tut, was es nie gewagt h&#228;tte, zu tr&#228;umen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bourgeois und Proletarier&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was ist das Proletariat? Wo f&#228;ngt es an und wo h&#246;rt es auf? Was ist seine zahlenm&#228;ssige Bedeutung?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;ber die zahlenm&#228;ssige Bedeutung der Arbeiterklasse im strengen Sinne sind auf offiziellen Statistiken basierende Erhebungen erstellt worden. Sie repr&#228;sentiert einen geringen Teil der Weltbev&#246;lkerung, ihre Gr&#246;sse liegt zwischen 200 und 250 Millionen Individuen. Nat&#252;rlich ist diese Zahl nicht gleichbedeutend mit der Gesamtheit der Proletarier insofern, als dass sie die Familien dieser Arbeiter nicht einbezieht und ein grosser Teil der proletarisierten Lohnarbeiter, sogar in der Industrie, nicht mitgez&#228;hlt worden sind. Die zahlenm&#228;ssige Bedeutung der Arbeiterklasse, die an sich schon enorm ist, wenn man sie mit jener der Bourgeoisie vergleicht, reicht nicht, um &#252;ber ihre wirkliche Bedeutung Rechenschaft abzulegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;gen wir an, dass diese Bedeutung, im Gegensatz zu den Behauptungen der Soziologen der Avantgarde, steigend ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch genauso wenig wie die Bourgeoisie ist das Proletariat eine Sache, die man ber&#252;hren, begrenzen und pr&#228;zise beziffern k&#246;nnte. Das tut seiner Wirklichkeit keinen Abbruch, auch wenn die Soziologen es nicht schaffen, es in ihrem universit&#228;ren Netz zu erfassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann das Proletariat nicht auf irgendein standardisiertes Bild reduzieren: die Elenden in Lumpen, den Arbeiter im blauen Overall, den Tr&#228;ger der roten Fahne. Nur in pr&#228;zisen Situationen erscheinen seine Grenzen klar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau wie man die Bourgeoisie durch ihre Privilegien und Macken, durch die Schwierigkeit, Zugang zu ihr zu haben, als Kaste definiert, statt sie durch ihre Funktion in den Produktionsverh&#228;ltnissen als Klasse zu definieren, reduziert man das Proletariat auf eine sozioprofessionelle Kategorie oder eine Addition von sozioprofessionellen Kategorien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Davon ausgehend ist es einfach, zu zeigen, dass es schwierig wenn nicht unm&#246;glich ist, zu erfassen, was das Proletariat ist. Existiert es wirklich? Haben die Fortschritte der Technik und der sozialen Sicherheit es nicht zum Verschwinden gebracht? Der Klassenkampf, insofern man sich darauf einigt, ihm eine gewisse Bedeutung zu geben, wird auf einen Konflikt unter anderen reduziert. Die Frauen und die M&#228;nner, die Jungen und die Alten, die Stadt- und Landbewohner streiten sich manchmal. Wieso sollte es zwischen Arbeitern und Chefs nicht gleich sein?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unsere Soziologen werfen Marx, dem Erfinder des Klassenkampfes, vor, nicht zu wissen, was eine gesellschaftliche Klasse sei. Er widerspricht sich, spricht manchmal von der Bauernschaft als einer Klasse und unterteilt sie manchmal in entgegengesetzte Klassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass die Bauern manchmal als einheitliche Klasse betrachtet werden k&#246;nnen, weil sie gemeinsame Interessen und Illusionen haben, weil ihre Handlungen in die gleiche Richtung gehen, dass dann diese gleichen Bauern in Arme und Reiche, in Landwirte und Landeigent&#252;mer unterteilt werden k&#246;nnen, das &#252;bersteigt das Verst&#228;ndnis eines Soziologen. Er kann nicht wissen, dass eine Klasse sich, von einem intellektuellen wie von einem praktischen Standpunkt aus, nicht unabh&#228;ngig von der T&#228;tigkeit definiert, aufgrund welcher sie sich als Klasse konstituiert. Es gibt keine Klassen, die unabh&#228;ngig vom Klassenkampf sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Reduzierung einer Klasse auf eine sozioprofessionelle Kategorie bedeutet, sich der Illusion der Wissenschaft und der Pr&#228;zision hinzugeben. In Wirklichkeit h&#228;ngt alles von den mehr oder weniger willk&#252;rlichen Kriterien ab, die man w&#228;hlt, um die Gesellschaft aufzuteilen. Es ist allen voran eine Verdinglichung der Wirklichkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alles wird auf die Stellung reduziert, welche das Kapital den Menschen zuweist. Man erstellt ein Standbild einer gewissen Unterteilung: die Intellektuellen, die Arbeiter, die Bewohner der Slums, die Mindestlohnverdiener. Man sieht weder, wodurch die Situationen ausgel&#246;st werden, noch die M&#246;glichkeit ihrer &#220;berwindung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im besten Fall, wenn die &#8222;Klassen&#8220; die Klassen bleiben, stellt man sich vor, dass eine gegen die andere gewinnt. So herrscht im Westen die Bourgeoisie, w&#228;hrend in den L&#228;ndern des Ostens das Proletariat seine Diktatur errichtet hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r uns kann das Proletariat nicht unabh&#228;ngig von seinem Kampf gegen das Kapital, d.h. nicht unabh&#228;ngig vom Kommunismus definiert werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das bedeutet nicht, dass eine Klasse die Gesamtheit der Leute ist, welche f&#252;r eine gleiche Sache k&#228;mpfen. In diesem Fall w&#252;rde sich der Bourgeois, der mit der Revolution sympathisiert, in einen Proletarier verwandeln und der reaktion&#228;re Strassenreiniger w&#252;rde zu einem Bankier. Der Antikapitalismus, d.h. der Kommunismus, kann f&#252;r einige eine Sache werden, doch aufgrund seines Wesens ist er es nicht. Er ist eine mit einer besonderen gesellschaftlichen Situation verbundene T&#228;tigkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Proletariat ist dieser Teil der Bev&#246;lkerung, der das Kapital produziert und gleichzeitig von seinem Besitz und seiner Verwaltung getrennt ist. Der Albtraum der Selbstverwaltung bedeutet, die Proletarier die Funktion des Bourgeois ausf&#252;hren lassen zu wollen. Sogar wenn dieses Hirngespinst Wirklichkeit w&#252;rde, w&#228;ren die Klassen deswegen nicht abgeschafft. Die Bourgeoisie und das Proletariat w&#252;rden auf widerspr&#252;chliche Art und Weise in einem einheitlichen Ganzen fortbestehen. Ein und derselbe an der Maschine w&#228;re der Feind seiner selbst im Verwaltungsrat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es kommt von Zeit zu Zeit vor, dass Kinder von Bourgeois sich ihre Gesundheit in der Fabrik ruinieren und dass Arbeiter ihr Verm&#246;gen auf dem R&#252;cken einiger Ungl&#252;cklicher Zinsen abwerfen lassen. Nichts davon ist gleichbedeutend mit einer Abschaffung der Klassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Trennlinie zwischen Verwaltern und Sklaven des Kapitals ist strikt. Es kommt einfach vor, dass einige einen Fuss auf der einen Seite der Grenze und einen auf der anderen haben. Sie werden sehr wohl auf die eine oder die andere Seite kippen m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Muss die Trennlinie konkretisiert werden? Man kann sie anhand der Haltung gegen&#252;ber Geld erfassen. Nat&#252;rlich unterscheiden sich Bourgeois und Proletarier durch die Menge des Geldes, die durch ihre Finger geht. Doch das reicht nicht. Grundlegender betrachtet der Proletarier Geld als Geld. F&#252;r ihn repr&#228;sentiert es eine gewisse Menge an G&#252;tern. F&#252;r den Bourgeois ist Geld Geldkapital. Das Geld dient dazu, mehr Geld zu machen. Man investiert und, welch Wunder, es bekommt Junge. Das ist es, was &#252;ber die Epochen hinweg den mittelalterlichen Bourgeois mit dem modernen Manager verbindet. Heutzutage kommt noch die Heuchelei hinzu.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um die b&#252;rgerliche Klasse zu umgrenzen, muss man die famili&#228;ren Verbindungen und die soziologische Schwerf&#228;lligkeit hinzuf&#252;gen, sie machen aus den Kindern oder den Frauen der Bourgeois Mitglieder der Bourgeoisie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im wirtschaftlichen Leben und in den Unternehmen verl&#228;uft die Grenze zwischen jenen, welche Zugang zu den finanziellen Kenntnissen und Entscheidungen haben, nicht notwendigerweise die Techniker und die Angestellten des Finanzwesens, und den anderen. Es gibt jene, welche wissen, dass ein Unternehmen gleichbedeutend ist mit momentan immobilisiertem Geld, das dazu dient, Geld zu machen. Es gibt jene, die grosse Masse, welche darin allen voran eine Fabrik und einen Handel mit Gebrauchswerten sehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Individuum in Zusammenhang mit einer gegebenen Klasse zu bringen, ist manchmal schwierig. Irgendein h&#246;herer Kader, Ingenieur oder, weshalb nicht, Arbeiter kann durch eine famili&#228;re Herkunft, Aufstiegsm&#246;glichkeiten, Freundschaften, Befehlsfunktionen, Besitz oder Eigentum von der herrschenden Klasse angezapft werden. Kleine Spekulanten h&#228;ngen hingegen durch tausend Verbindungen mit der beherrschten Klasse zusammen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vom Standpunkt der Revolution aus ist es wichtig, Luxusproletarier nicht von Anfang an ins Lager der Bourgeoisie zu verstossen. Der der Bourgeoisie angegliederte Ingenieur und noch eher seine Kollegen, die nicht seinen Lohn, seine F&#252;hrungsrolle oder seine Beziehungen haben, k&#246;nnen den Widerspruch zwischen ihren beruflichen und menschlichen Interessen und den durch die Finanz auferlegten Grenzen sp&#252;ren. Das kann sie in den Kommunismus abgleiten lassen, in eine Welt, wo die technischen Projekte nicht mehr der Diktatur des Tauschwerts untergeordnet sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ihr Wissen und ihre Kompetenzen sind notwendig. Es muss hingegen Acht gegeben werden auf jene, welche begehrliche Blicke auf die Revolution werfen, weil sie einer Proletarisierung ihrer Bedingung ausgesetzt sind und naiv darauf hoffen, eine neue Autorit&#228;t zu erlangen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einer normalen Periode und besonders ausserhalb der Produktionsbedingungen kann die Situation unklar erscheinen. Die Gesellschaft scheint aus individuellen Teilchen zu bestehen, die in die eine oder die andere Richtung irren. Der Arbeiter und der Bourgeois scheinen zu verschwinden, sie sind nur noch gleichberechtigte W&#228;hler oder mehr oder weniger reiche Konsumenten. Sobald ein Konflikt ausbricht und die Revolution erscheint, versammeln sich die Teilchen rund um antagonistische Pole.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Proletariat ist nicht eine undifferenzierte Masse. Gewisse gesellschaftliche Schichten und gewisse Individuen spielen anhand ihrer Stellung in der Produktion und ihrer besonderen F&#228;higkeiten eine f&#252;hrende Rolle. Sie helfen der Klasse mehr oder weniger, sich als Klasse zu konstituieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige gesellschaftliche Schichten sind unruhiger als andere oder &#228;ussern ihre Unzufriedenheit lauter. Man sollte dem Anschein misstrauen. Eine Gruppe, die turbulenter ist als andere, kann sich als nicht sehr revolution&#228;r erweisen. Sie bewegt sich aus pers&#246;nlichen Gr&#252;nden. Sie wird rebellisch, weil ihr Status sich verschlechtert. Doch sie schafft es nicht, auf die Grundlagen der Gesellschaft zu zielen. Vielleicht wird sie sich nicht minder vor der Revolution f&#252;rchten als vor dem Kapital.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jene, welche am meisten integriert und am ruhigsten scheinen, weil sie vom System verw&#246;hnt werden, k&#246;nnen zur Sache kommen, wenn sie aufwachen. Die Macht und die durch ihre Situation verliehene Gewissheit k&#246;nnen ihnen erlauben, das Kapital ohne Konzessionen anzugreifen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann die Entwicklung der Individuen und der gesellschaftlichen Schichten nicht unabh&#228;ngig von der Tiefe des Konflikts und der Gesamtsituation betrachten. Gewisse gesellschaftliche Schichten wie die Studenten, die Intellektuellen und die Kader k&#246;nnen durch sich selbst nur ein korporatistisches oder, noch schlimmer, pseudorevolution&#228;res Bewusstsein erreichen. Sobald der Kommunismus sich entwickelt, werden sich diese Schichten anhand des sie charakterisierenden Mangels an Autonomie radikalisieren. Da sie keine wirkliche Macht und keine wirklichen Interessen zu verteidigen haben, werden sie diese nur finden k&#246;nnen, indem sie sich den Arbeitern anschliessen und sie unterst&#252;tzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kann sich die enorme Masse der Bauern der Dritten Welt an der kommunistischen Revolution beteiligen? Sind sie Teil des Proletariats? Ja, aber nicht anhand ihres Niveaus an Elend. Sie sind umso mehr Teil des Proletariats, als dass der Einfluss des Kapitals auf ihre Existenz direkter ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sogar wenn sie nicht lohnabh&#228;ngig sind, tendieren sie dazu, sich der Klasse der Lohnabh&#228;ngigen aufgrund des wachsenden Einflusses der Handelswirtschaft auf die Gesamtheit der Menschen und der Rohstoffe anzuschliessen. Die Offensive der lohnabh&#228;ngigen Proletarier wird ihnen dabei helfen, den Feind und die L&#246;sungen zu finden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Lohnarbeit ist gewissermassen die ideale Ausbeutungssituation des Kapitals. Man kann jedoch Proletarier und Lohnabh&#228;ngige nicht gleichsetzen. Wir haben schon gezeigt, dass die Verh&#228;ltnisse der Sklaverei sich in das kapitalistische Universum integrierten und somit ihren Inhalt &#228;nderten. Etliche kleine Eigent&#252;mer sind der kapitalistischen Ausbeutung direkt ausgesetzt und h&#228;ufig mehr unterdr&#252;ckt als die Lohnabh&#228;ngigen. Die Manager der grossen Firmen erhalten L&#246;hne. Alles macht aus ihnen allerdings Bourgeois. Sie legen ihren Lohn selbst fest und dieser Lohn ist nur ein Teil ihres Realeinkommens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige Berufe entwickeln eher revolution&#228;re Haltungen als andere. Die Frage h&#228;ngt besonders vom Identifikationsgrad zwischen dem Arbeiter und seiner Funktion ab.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige spielen mit. Sie k&#246;nnen keinen Abstand vom von ihnen ausge&#252;bten Beruf nehmen. Entweder macht diese Arbeit, wie f&#252;r die Ausbilder, aus ihnen selbst ihr eigenes Werkzeug. Die Infragestellung ihrer beruflichen Rolle ist gleichbedeutend mit einer Infragestellung ihrer selbst. Oder das Produkt aus ihrer Arbeit ist kein Produkt und tr&#228;gt nicht direkt zum Funktionieren ihres Unternehmens bei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In beiden F&#228;llen besteht die Gefahr, dass sich eine Ideologie entwickelt, die ihre berufliche Funktion und ihre Widerspr&#252;che rechtfertigt. Die Entfremdesten werden letztendlich glauben, dass sie die Gesellschaft aufgrund ihrer eigenen Eigenschaften oder der N&#252;tzlichkeit ihrer Arbeit revolutionieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die scharfsinnigsten Arbeiter sind h&#228;ufig jene, welche sich nicht mit dem Unternehmen oder der von ihnen ausgef&#252;hrten Aufgabe verbunden f&#252;hlen. Das gilt f&#252;r die Mehrheit der Arbeiter.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch ihre Stellung in der Produktion, der durch sie ausgel&#246;sten Solidarit&#228;t und ihren menschlichen Eigenschaften werden die Arbeiter im Zentrum der kommunistischen Revolution stehen. Der amerikanische oder sowjetische Arbeiter ist, obwohl er einfacher &#252;berlebt als der indische Bettler und korrupter ist, in einer besseren Lage, um das Wesen der ihm auferlegten Unterdr&#252;ckung zu erkennen und sie zu beenden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geh&#246;rt zur Tradition, der Arbeiterklasse ihre zentrale Rolle in der Revolution abzusprechen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man stellt ihre Abwesenheit in den nationalen Befreiungsk&#228;mpfen ins Zentrum und unterstreicht, dass aus ihnen trotzdem marxistische Staaten entstanden sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man beharrt auf dem mangelnden revolution&#228;ren Bewusstsein der grossen Masse der Arbeiter der reichen L&#228;nder und die Vorteile, die ihnen das System gibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man hat jene Rolle, welche die Arbeiter unf&#228;hig scheinen, zu spielen, anderen gesellschaftlichen Kategorien anvertraut. Die Revolutionen des 19. Jahrhunderts seien das Werk der Handwerker gewesen. Im 20. Jahrhundert seien sie von leninistischen Intellektuellen abgel&#246;st worden. In den L&#228;ndern der Dritten Welt seien es Bauern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man die Dinge ernsthaft betrachtet, erkennt man, dass die Arbeiter regelm&#228;ssig im Zentrum der Versuche zur radikalen Ver&#228;nderung der Wirklichkeit waren. Man wirft ihnen vor, in Revolutionen nicht interveniert zu haben, die in Wirklichkeit b&#252;rgerlich waren. Wenn sie intervenierten, dr&#228;ngt man ihre Handlung in den Hintergrund, um jene der gesellschaftlichen Gruppen in den Vordergrund zu stellen, welche sich am Anfang oder am Ende wenig kommunistisch zeigten. Man hebt diese oder jene Eigenschaft der revoltierenden Proletarier hervor und &#252;bertreibt sie, um zu zeigen, dass sie zweifelhafte oder marginale Arbeiter, Bauern, Kleinb&#252;rgerliche, Soldaten oder als Arbeiter verkleidete Gauner waren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Modernisten ersetzen ein verb&#252;rgerlichtes Proletariat durch neue Kategorien. Die Revolution werde das Werk der Jungen sein, weil sie noch nicht domestiziert seien, der Frauen, weil sie n&#228;her am Leben seien, der Hippies und anderer Randst&#228;ndiger, weil sie ausserhalb des Systems seien, der Schwarzen, weil sie die Musik lieben und den Rhythmus im Blut haben&#8230; Andere erachten es nicht mehr als notwendig, eine besondere Kategorie zu privilegieren. Das Kapital ist eine unmenschliche Kraft, dessen Opfer alle sind, es ist also die Menschheit als Spezies, die sich erheben muss. Es gibt keine Bourgeoisie und kein Proletariat mehr, zumindest kaum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man irgendeine gesellschaftliche Gruppe, Alters- oder Geschlechtskategorie in den Vordergrund stellt, tut man das anhand der Werte, deren Tr&#228;gerinnen diese Gruppen sein sollen. Es ist nicht so sehr eine Ver&#228;nderung in der Wahl des revolution&#228;ren Subjekts, eher eine implizite Anerkennung der Wirklichkeit, so wie sie ist. Die Jungen sind als Junge revolution&#228;r, die Frauen als Frauen, w&#228;hrend das Proletariat, das Junge und Frauen einschliesst, insofern revolution&#228;r ist, als dass es nicht mehr das Proletariat sein kann. Das Proletariat ist nicht eine gesellschaftliche Gruppe. Es ist eine Bewegung. Es ist das, was es wird. Es existiert anhand seiner M&#246;glichkeiten zur Selbstzerst&#246;rung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sagen nicht, dass die Jungen, die Frauen, die Kriegsversehrten keine spezifischen Interessen haben und die Wirklichkeit nicht transformieren k&#246;nnen. Sie k&#246;nnen schlichtweg, ausser sie handeln als Proletarier, nur ihre Interessen als Junge, als Frauen, als Kriegsversehrte innerhalb einer gegebenen Wirklichkeit verteidigen. Die proletarische Revolution gibt ihnen die Mittel, &#252;ber ihre kategoriellen Forderungen hinauszugehen, sie zu &#252;berwinden, ohne sich zu verleugnen. Es sind Junge, Frauen, Versehrte, die handeln, aber sie tun es nicht f&#252;r die Jugend, die Weiblichkeit oder ihr Gegenteil, staatliche Zusch&#252;sse und die Achtung der B&#252;rger.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und die Intellektuellen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gewissermassen erfordert die Revolution, dass die Proletarier zu Intellektuellen werden. Sie m&#252;ssen f&#228;hig sein, &#252;ber ihre unmittelbare Situation hinauszugehen. Es ist bekannt, dass w&#228;hrend Aufst&#228;nden Fragen auf der Strasse diskutiert werden, die zuvor das Privileg der Philosophen waren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Revolution ist auch gleichbedeutend mit dem Ende der Intellektuellen als getrennte gesellschaftliche Kategorie. Wenn sich die Intellektuellen an der Revolution beteiligen, k&#246;nnen sie das nur, indem sie ihre Bedingung negieren. Indem sie anerkennen, dass sie besch&#228;digt sind. Vielleicht werden Massnahmen ergriffen werden m&#252;ssen, um zu verhindern, dass man weiterhin ein Intellektueller und nichts anderes sein kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man weist h&#228;ufig den Intellektuellen eine privilegierte Rolle als Tr&#228;ger des Bewusstseins zu. Durch sich selbst ist das Bewusstsein nichts und kann nichts tun. Unsere Intellektuellen, die h&#228;ufig glaubten, sie h&#228;tten Zugang zum allgemeinen und objektiven Verst&#228;ndnis der Dinge, waren in Wirklichkeit regelm&#228;ssig die Anh&#228;ngsel der herrschenden Macht. Sie gaben sich den schlimmsten Illusionen hin und unterst&#252;tzten, nat&#252;rlich mit einem kritischen Geist, die schlimmsten Schweinereien. Sie sind bereit, alles im Namen der Vernunft, der Geschichte und des Fortschritts zu entschuldigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Forderungen der Intellektuellen sind besser geeignet, um die Herzen der Bourgeois zu ber&#252;hren als jene der Arbeiter. Es ist schliesslich viel nobler, die Redefreiheit zu verlangen als Brot. Der Intellektuelle scheint der Verteidiger des Allgemeininteresses zu sein. Der Arbeiter scheint egoistisch und bodenst&#228;ndig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die proletarischen Forderungen sind jedoch tiefer als jene der Intellektuellen. Letztere sind spezialisiert darin, leere Formen zu fordern. Wenn die Arbeiter die Redefreiheit fordern oder eher durchsetzen, dann, weil sie etwas zu sagen haben. In anderen F&#228;llen interessiert es sie kaum. Ihre F&#228;higkeit, die Form und den Inhalt nicht zu trennen, nicht f&#252;r Schall und Rauch zu k&#228;mpfen, ist ein Zeichen des Kommunismus. Das Problem der Intellektuellen besteht darin, dass Schall und Rauch oft die Quelle ihres Einkommens ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Jungen sind in den Revolutionen h&#228;ufig am aktivsten. Es mag daf&#252;r biologische Gr&#252;nde geben, aber ihre gesellschaftliche Situation reicht als Erkl&#228;rung. Sogar jene, welche privilegierten Schichten entstammen, sind weniger mit bestehenden Interessen verbunden. Man muss auf das Erbe warten! Die kapitalistische Gesellschaft fetischisiert die Jugend und die Erneuerung, doch h&#228;lt die Jungen von Verantwortungspositionen und dem Eigentum fern. Sie sind eher verf&#252;gbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Neben den Jungen hebt man manchmal die Randst&#228;ndigen hervor. Sie leben nicht wie alle anderen, vielleicht sind sie die Zukunft? Auch hier findet man die Unf&#228;higkeit, zu verstehen, dass die Revolution innerhalb des Systems entstehen kann und muss. Es gibt eine Unf&#228;higkeit, dialektisch zu verstehen, was das Proletariat ist. Es gibt eine Illusion &#252;ber den Grad der Unabh&#228;ngigkeit der Randst&#228;ndigen gegen&#252;ber dem System.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist das Kapital vielleicht sogar der Revolution zuvorgekommen und hat die gesellschaftlichen Klassen selbst abgeschafft? Seit langem behauptet man, die b&#252;rgerliche Revolution h&#228;tte endlich allen Menschen erlaubt, gleich zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Unterteilung der Gesellschaft in Klassen geht es gut. Sie war vielleicht nie so stark, obwohl nie solche Mittel mobilisiert wurden, um sie zu kaschieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gewiss, das Kapital ist eine unpers&#246;nliche Kraft. Gewiss, alle erdulden mehr oder weniger seine Wirkungen. Diese armen Bourgeois, die sich bei der Arbeit ersch&#246;pfen, sich mit ihren Kindern streiten und ungesunde Luft atmen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bez&#252;glich der Wirkungen des Kapitals haben einige mehr M&#246;glichkeiten, ihnen zu begegnen, als andere. Der Unterschied der Lebensbedingungen ist heutzutage ziemlich entwickelt. Die M&#246;glichkeiten zur Diversifizierung der Produkte und die Entwicklung des Handels haben dazu gef&#252;hrt, dass einige Schichten der Bev&#246;lkerung einen Standard und eine Lebensqualit&#228;t haben, die sehr unterschiedlich und h&#246;her sind, als jene ihrer Zeitgenossen. Wom&#246;glich sind die Bourgeois nicht gar so gl&#252;cklich. Sie k&#246;nnen zumindest aufh&#246;ren, Bourgeois zu sein. Das ist im umgekehrten Sinn unm&#246;glich f&#252;r die Strassenarbeiter. Wenn sogar die Bourgeois nicht gl&#252;cklich sind mit ihrer Lebensweise, ist das ein Grund mehr, diese Klasse und ihre Gesellschaft abzuschaffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bourgeoisie protzt nicht. Sie &#252;berl&#228;sst das einigen Parven&#252;s. Es ist nicht in ihrem Interesse, ihre Lebensweise im Schutz ihrer Wochenendh&#228;user und privaten Str&#228;nden allzu stark zur Schau zu stellen. Die Proletarier &#252;bersch&#228;tzen gew&#246;hnlich die Einkommen der ihr nahestehenden gesellschaftlichen Schichten und untersch&#228;tzen jene der wirklichen Bourgeois.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch wenn die Bourgeois eine entsagende und einfache Lebensweise h&#228;tten, w&#252;rden sie deshalb nicht als Klasse verschwinden. Was z&#228;hlt, ist allen voran ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Funktion. Ihr Einkommen ist nat&#252;rlich direkt damit verbunden. Ein Teil ihres Konsums, auch in den westlichen L&#228;ndern, sind Gesch&#228;ftsausgaben. Man reist, man isst zu Abend und man fickt f&#252;r sein Unternehmen und auf seine Kosten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Kapital tendiert heutzutage mehr denn je dazu, die Identit&#228;t der gesellschaftlichen Gruppen anzufressen. Das betrifft sowohl die Bourgeoisie als auch die Arbeiterklasse. Der W&#228;hler und der Konsument stehen ausserhalb der Klassen. Der aus einem Kauf entstandene Genuss ist nicht mehr mit einem Status verbunden, sondern mit unpers&#246;nlichem Geld. Diese kapitalistische Negation der Klassen bereitet die klassenlose Gesellschaft vor. Doch sie wird ihrerseits wieder negiert durch die wirtschaftliche Notwendigkeit, die dazu tendiert, die Einkommen zu hierarchisieren und die Funktionen voneinander zu trennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kampf f&#252;r den Kommunismus ist nicht der Kampf f&#252;r eine bestimmte Klasse, sondern ein Kampf f&#252;r die Menschheit. Aber dieser Kampf ist mit jenen verbunden, welchen man jegliche Menschlichkeit abspricht. Die Revolution wird nicht allgemeine Zustimmung finden und es ist gef&#228;hrlich, es glauben machen zu wollen. Vielleicht werden sich einige Bourgeois der Bewegung anschliessen, das wird nichts an der Tatsache &#228;ndern, dass die Interessen der Bourgeoisie und der Kommunismus einander widersprechen. Der Proletarier wird aus der Revolution unmittelbar Profit schlagen, w&#228;hrend der Bourgeois davon enteignet wird. Der Kommunismus betrifft die menschliche Spezies, doch es gibt Menschen, die ihre unmittelbares Interessen in einer Periode des Bruches mit jenen der Spezies identifizieren k&#246;nnen, andere nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Warten auf Godot&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was schlagen die Revolution&#228;re vor, w&#228;hrend wir auf die Revolution warten?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben keinen K&#246;nigsweg, um die Zeit totzuschlagen, oder ein ideales Verhalten, das wir verteidigen w&#252;rden. Die Kommunisten sitzen wie die anderen in der kapitalistischen Tinte und k&#246;nnen keine reine und universelle Strategie umsetzen, die von den besonderen Interessen, F&#228;higkeiten und Bedingungen abstrahieren w&#252;rde. So oder so schlagen wir nichts f&#252;r die &#8222;Massen&#8220; vor, dem wir uns selbst verweigern w&#252;rden, und umgekehrt. Wir k&#246;nnen einzig Verhaltensunterschiede feststellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind keine Puristen und akzeptieren auch beschr&#228;nkte Verbesserungen, wenn sie reell sind. Das ist schon Unerbittlichkeit in einer Zeit, wo man von einem grossen Sieg spricht, wenn man Schall und Rauch erntet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind keine Puristen und akzeptieren Basisaktionen mit Leuten, die unsere Meinungen nicht teilen, aber nur wenn die Aktionsperspektiven klar sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist angemessen, auf praktischer Ebene flexibel zu sein, um von sich &#228;ndernden und unvorhergesehenen Situationen zu profitieren. Man sollte f&#228;hig sein, Kompromisse einzugehen und allen voran die eingegangenen Kompromisse zu erkennen. Wir k&#246;nnen keine Rezepte liefern und haben Mitleid mit jenen, die welche brauchen. Es gibt keine Fernsteuerung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jene, welche mit der Obsession der Vereinnahmung agieren, werden von Anfang an und radikal vereinnahmt. Der Sektarismus ist allen voran eine Art und Weise, sich vor seinen eigenen Unsicherheiten zu besch&#252;tzen. Im Gegenteil, wenn man tiefe Gewissheiten hat, die nicht ideologisch sind, kann man erneuern, improvisieren, sich einer Lage anpassen, ohne sich in seiner Reinheit bedroht zu f&#252;hlen. Der Fehler? Die Wahrheit sch&#252;tzt man nicht, indem man sie ganz fest gegen sich dr&#252;ckt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese pragmatische Flexibilit&#228;t muss von einer grossen Strenge und, wir k&#246;nnen sogar sagen, um den &#8222;freien Geistern&#8220; Angst zu machen, von einem doktrin&#228;ren Dogmatismus begleitet sein. Theoretische Kl&#228;rung und Gewissheit sind wesentlich. Man muss wissen, wohin man geht, und es die anderen wissen lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir leben in einer Epoche der rigiden Verhaltensweisen und des schwammigen Denkens. Es geht darum, damit zu brechen. Ideen sind nur von Interesse, wenn sie gen&#252;gend sichere Bezugspunkte liefern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Klassische Frage: Soll man sich an Gewerkschaften beteiligen? Alles h&#228;ngt von den Umst&#228;nden und den betroffenen Leuten ab. Aber die Gewerkschaften sind integriert!? Das kann ein Grund sein, sich daran zu beteiligen. Entweder benutzt man die dadurch f&#252;r die Gewerkschaftsorganisationen entstandenen Vorteile. Oder man zeigt die Grenzen davon auf. Vielleicht wird man ausgeschlossen und der Widerspruch zwischen dem revolution&#228;ren Inhalt und der Gewerkschaftsform zeigt sich klar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend die Beteiligung an Gewerkschaften akzeptabel ist, gilt es, die Beteiligung an Apparaten zu ihrer revolution&#228;ren Ausrichtung abzulehnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sobald im Kampf M&#246;glichkeiten erscheinen, um sich auf breitere und weniger spezialisierte Art und Weise zu organisieren, m&#252;ssen die Gewerkschaften zur&#252;ckgewiesen werden. Die Gewerkschaftsform kann in einer Situation des R&#252;ckzugs benutzt werden, doch sie sollte die Entwicklung und die Vertiefung des Kampfes nicht behindern. Die Handlung durch und f&#252;r eine Organisation der Spezialisten der Forderung und der Verhandlung darf sich der Handlung durch und f&#252;r die Klasse nicht in den Weg stellen. Es ist sowieso sicher, dass, solange die Arbeiter Waren bleiben werden, &#252;ber deren Preis verhandelt werden muss, die Gewerkschaftsapparate weiterhin eine Daseinsberechtigung haben werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Indem man von begrenzten K&#228;mpfen absieht, bereitet man sich nicht auf den Endkampf vor. Indem man Lohnfragen verachtet, beschleunigt man nicht die Abschaffung der Lohnarbeit. Die wirtschaftliche Unbeugsamkeit zeigt die F&#228;higkeit zum Widerstand und kann f&#252;r das im Kern bedrohte System gef&#228;hrlich werden, dieser Kern ist die Kasse. Wehe jenen, welche die Proletarier mit ideologischem Schall und Rauch von diesen Fragen ablenken wollen. Von einem Kampf abzusehen, weil &#8222;er es nicht wert ist&#8220;, ist h&#228;ufig nur der Ausdruck einer allgemeineren Passivit&#228;t.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Fallen wir in die Falle der Effizienz f&#252;r die Effizienz, gleiten wir in den &#214;konomismus ab? Nein, aber wir glauben, dass tendenziell aus der Klassenhandlung ihr eigener Inhalt entspringt. Genau deshalb versuchen M&#228;chte aller Arten, sie zu knebeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Anh&#228;nger des unmittelbarsten Drucks und der unmittelbarsten Reaktion der Klasse, so unterschiedlich wie m&#246;glich, misstrauen wir den Zielen der Forderungen zutiefst, wenn sie die M&#246;glichkeiten von den unmittelbaren Kr&#228;fteverh&#228;ltnissen trennen. Sogar und allen voran, wenn es sich um ein trotzkistisches &#220;bergangsprogramm handelt. Diese Darstellungen, deren Ziel es w&#228;re, das Proletariat zu vereinigen und aufzukl&#228;ren, vernebeln ihm bloss die Sicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl es richtig ist, zu k&#228;mpfen, um die Arbeitszeit zu reduzieren, und es in Formen zu tun, die so verallgemeinerbar wie m&#246;glich sind, ist es eine schlechte Idee, Ziele &#252;ber die Wochenarbeitszeit oder das Rentenalter festzulegen. Man &#252;bernimmt bloss die kapitalistischen Begrenzungen und Trennungen und verinnerlicht sie. Man muss zwischen Arbeitszeit und freier Zeit, zwischen Gefangenschaft und Betreuung f&#252;r die Alten entscheiden. Man kanalisiert den Kampf. Der latente Kommunismus wird sterilisiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die einzige Perspektive, die es sich lohnt, zu verteidigen, ist der Kommunismus. Er ist nicht eine ferne Abstraktion, sondern die menschliche L&#246;sung f&#252;r alle Probleme. Es geht darum, die Richtung der proletarischen Bewegung offensichtlich werden zu lassen, die ihr zur Verf&#252;gung stehende Macht zu zeigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;H&#228;ufig sind K&#228;mpfe ohne Erkl&#228;rung, Arbeitsvers&#228;umnis, Verlangsamung des Arbeitstakts, Sabotage, Arbeit f&#252;r sich und Diebstahl, am effizientesten. Wir fetischisieren sie nicht. Das Kapital kann sie tolerieren und aus ihnen ein Sicherheitsventil machen. Sie k&#246;nnen einen allgemeineren Kampf nicht ersetzen. Doch sie unterhalten eine k&#228;mpferische Moral, entwickeln die Initiative und erlauben gesunde und unmittelbare Befriedigungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht darum, Handlungsmittel popul&#228;r zu machen, die, w&#228;hrend sie unmittelbar die Ausbeuter unter Druck setzen, die kommunistische Welt ank&#252;ndigen. H&#228;ufig ist es sowohl heimlich, als auch massiv und auf offene Art und Weise m&#246;glich, Produkte gratis zu verteilen und daf&#252;r zu sorgen, dass Dienstleistungen funktionieren. Die Arbeiter der Post k&#246;nnten die Briefe ohne Briefmarken verteilen, jene der Eisenbahnen die Billette nicht mehr kontrollieren. Wenn die engagiertesten Arbeiter entlassen werden, gibt es M&#246;glichkeiten der Sabotage, um sie wieder zu integrieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unsere Strategie k&#246;nnte folgendermassen zusammengefasst werden: Weniger Geschw&#228;tz, weniger Spektakel, stattdessen eine Arbeiterklasse, welche die zahlreichen ihr zur Verf&#252;gung stehenden Mittel n&#252;tzt, um sich Respekt zu sichern und die Zukunft vorzubereiten. Ein bisschen weniger ernsthaftes Fordern und mehr schelmische und befriedigte L&#228;cheln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf historischer Ebene ist die kommunistische Revolution bevorstehend. Wir schreiben nicht f&#252;r die k&#252;nftigen Generationen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn wir das behaupten, wissen wir sehr wohl, dass etliche Revolution&#228;re es schon proklamiert und sich get&#228;uscht haben. Regelm&#228;ssig wurden die Anpassungsm&#246;glichkeiten des Systems untersch&#228;tzt. Es scheint uns, dass man als Reaktion darauf heutzutage das Gegenteil tut. Ist es nicht der letzte Trumpf des Kapitals, das Bild seiner Macht und seiner Unsterblichkeit in allen K&#246;pfen verankert zu haben?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem es den Maschinenbetrieb entwickelt hat, an der Schwelle der Automatisierung steht und den Planeten vereinigt hat, ist es auf dem Gipfel seiner Macht, aber hat auch seine historischen Grenzen erreicht. Es hat keine Antwort mehr auf die Zerst&#246;rung des sozialen Netzes und die von ihm ausgel&#246;ste Verschlechterung der Umwelt. Es kann sein &#220;bergewicht nicht mehr eliminieren. Es ist seine eigene Macht, seine Konzentration, die sich in seine Schw&#228;che verwandeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Krise der wirtschaftlichen Gesellschaft pr&#228;zisierte sich allm&#228;hlich als Wirtschaftskrise. Das geschieht ihr Recht! Doch die aktuelle Phase kann nicht auf einen Moment wirtschaftlicher Schwierigkeiten reduziert werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um die Krise zu &#252;berwinden, muss die Mehrwertrate erh&#246;ht und die mangelnde Rentabilit&#228;t des Kapitals verbessert werden. Es gibt sehr wohl technische, &#246;kologische und menschliche Hindernisse. Es geht nicht ohne Raufereien und enorme Umbr&#252;che. Das Proletariat zeigt schon auf tausend verschiedene Arten, dass es nicht einfach alles mit sich machen l&#228;sst. Es zeigt auch, dass es nicht bereit ist, einer reformistischen L&#246;sung zuzustimmen. Eine L&#246;sung, die nur darin bestehen k&#246;nnte, seine Komplizit&#228;t zu erlangen, um es auf noch schlimmere Weise zu besiegen und zu beerdigen als durch den Stalinismus und den Faschismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;IX. Die Menschwerdung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist kein Gefangener der Zukunft. Er bricht aus dem Kapitalismus selbst hervor. Die von den Proletariern an den Tag gelegte T&#228;tigkeit, wenn sie spontan und meistens unbewusst ihre Bedingung negieren, ist kommunistisch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus zeigt sich allen voran sowohl in der Theorie als auch in der Praxis als eine Antizipation. Seit seinem Ursprung pr&#228;sentiert er sich als eine mehr oder weniger realisierbare aber unmittelbare L&#246;sung f&#252;r die Makel der alten Welt. Die Utopie ist nicht ein zu eliminierendes &#220;berbleibsel. Sie ist im Gegenteil das charakteristische Zeichen des Kommunismus. Die Wissenschaft der Zukunft beruhigt uns mehr als jene der Gegenwart. Doch die Zukunft nagt an der Gegenwart.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist nat&#252;rlich eine Etappe der menschlichen Geschichte, eine neue Welt. Doch er ist vor allem nicht eine gegebene gesellschaftliche Form, sondern eine besonders g&#252;nstige Bewegung der Vermenschlichung der Spezies.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Geschichte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf theoretischer Ebene erscheint der Kommunismus mit der Erneuerung der Ideen w&#228;hrend der Renaissance. Der Engl&#228;nder Thomas Morus ver&#246;ffentlicht 1516 in L&#246;wen &lt;i&gt;Utopia&lt;/i&gt;. Der Dominikaner Campanella schreibt 1602 &lt;i&gt;Der Sonnenstaat&lt;/i&gt;. Er ist damals im Gef&#228;ngnis aufgrund einer gegen die Spanier gerichteten Verschw&#246;rung in Kalabrien. Es geht darum, eine Welt zu beschreiben, wo das Geld, das Eigentum und die Trennung in Klassen verschwunden sind und sie als Alternative zur gegenw&#228;rtigen Welt zu setzen. Morus, Campanella und andere, die zum Kommunismus tendieren, sind keine Proletarier, noch nicht einmal Aufr&#252;hrer. Sie sind eher brillante Geister der Avantgarde, die mit den herrschenden M&#228;chten flirten oder aufgrund ihrer Unabh&#228;ngigkeit oder ihrer Unangepasstheit verfolgt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Materialisierung des Kommunismus beginnt jedoch w&#228;hrend der gleichen Epoche mit dem Bauernkrieg und Thomas M&#252;ntzer. Er beunruhigt die F&#252;rsten, die Bourgeois und die religi&#246;sen Reformer wie Luther, der ausruft: &#8222;Ungl&#252;ckliche Schw&#228;rmer, die ihr seid! Die Stimme des Fleisches und des Blutes hat sich eurer Ohren bem&#228;chtigt.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Sie verwechselten den Glauben mit der Hoffnung: Ist es nicht nat&#252;rlich, dass man glaubt, wenn man nichts besitzt? Was daran aber schlimm war, war die Tatsache, dass sie die sie antreibende heilige Hoffnung nicht in einer anderen Welt, nach dem Tod verwirklichen wollten, sondern hier auf Erden und so schnell wie m&#246;glich.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;La R&#233;volution des Saints 1520-1536, G. D'Aubar&#232;de 1946.&#034; id=&#034;nh11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Doch den T&#228;ufern dieser Zeit ging es nicht nur um Religion. Ihre Doktrin untergrub die Grundlagen jeglicher gesellschaftlicher Ordnung, des Eigentums, der Gesetze, der Richterschaft [&#8230;]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Betreffend der privaten H&#228;user hielt es jeder, wie er wollte. Irgendeiner, der zuvor unter einem Strohdach wohnte, quartierte sich in einem Hotel ein. Die Bediensteten der Adligen und der Geistlichkeit eigneten sich skrupellos an, was zuvor ihren Meistern geh&#246;rt hatte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man pl&#252;nderte den Bischofspalast, die Archive, die Titel, die Privilegien, alle Papiere. Von welchem Nutzen k&#246;nnten solche Bagatellen im neuen Zion sein, dessen Grundlagen die evangelische Freiheit und die br&#252;derliche Gleichheit waren?&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jean Bockelson, M. Baston 1824.&#034; id=&#034;nh12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Zu viele Leute wissen nicht, dass der Kommunismus schon als praktische Tatsache in den Bereich der Geschichte eingetreten ist, dass er sich bew&#228;hrte, w&#228;hrend einigen Jahren triumphierte und sich mit Gewalt in einigen Provinzen vor weniger als dreihundert Jahren durchsetzte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es waren die gleichen Vorw&#228;nde wie heute, mehr oder weniger die gleichen Tendenzen, die Umsetzung der gleichen Handlungsweisen, doch mit einem m&#228;chtigen Hilfsmittel, einem enorm m&#228;chtigen Hebel, die religi&#246;se und mystische Form, in welche sich die m&#228;chtigen Revolution&#228;re von damals h&#252;llten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#201;tudes historiques sur le communisme et les insurrections au XVIe si&#232;cle, (...)&#034; id=&#034;nh13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man findet Spuren der Tendenz hin zum Kommunismus sogar zuvor, vor der Entwicklung des Kapitalismus. Es ist das alte Streben zur Wiederfindung des &#220;berflusses und der verlorenen Gemeinschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die ersten praktischen Versuche des modernen Kommunismus st&#252;tzen sich ebenfalls auf die &#220;berbleibsel des urspr&#252;nglichen Kommunismus, sie haben die Entwicklung der Klassengesellschaften &#252;berlebt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der moderne Kommunismus ist von den antiken Anh&#228;ngern der G&#252;tergemeinschaft inspiriert: Platon, der sie auf aristokratische Weise f&#252;r die Mitglieder der oberen Klasse bewarb; die ersten Christen, die ihre G&#252;ter gem&#228;ss dem Geist des Evangeliums zusammenlegten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch, obwohl er sich von der Vergangenheit inspiriert und damit verbunden ist, f&#252;hrt der moderne Kommunismus Neuerungen ein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus setzt sich als Gegner der bestehenden Gesellschaft und will sie ersetzen. Thomas Morus widmet den ersten Teil seines Werks der Verurteilung des aktuellen Ungl&#252;cks und der Entdeckung seiner Ursachen. Er stellt die durch die Entwicklung des Kapitals verursachten Verheerungen fest.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus, indem er die Ressourcen zusammenlegt, ist kein geistiger Zustand oder eine Lebensweise mehr. Er ist eine globale und gesellschaftliche L&#246;sung, eine Organisationsweise der Produktion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Thomas Morus inszeniert einen Seefahrer, Hythlodeus, der die imagin&#228;ren Inseln Utopias besucht hat. Hythlod&#228;us setzt sich mit unserer Gesellschaft auseinander:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Ueberhaupt, mein lieber Morus&#8220;, sagt er, &#8222;um dir ganz unumwunden meine wahre Gesinnung zu enth&#252;llen &#8211; d&#252;nkt mich, da&#223;, wo aller Besitz Privatbesitz ist, wo Alles am Ma&#223;stabe des Geldes gemessen wird, da kann es wohl kaum je geschehen, da&#223; der Staat gerecht und gedeihlich verwaltet wird [&#8230;] Denn das hatte die hohe Weisheit dieses Mannes [Platon] leicht vorausgesehen, da&#223; nur dieser eine und einzigste Weg zum Heile des Gemeinwesens f&#252;hre, wenn Gleichheit des Besitzes herrsche; diese kann aber dort nicht bestehen, wo die einzelnen Dinge im Privatbesitz sind. [&#8230;] So habe ich die sichere Ueberzeugung gewonnen, da&#223; die Habe der Menschen einigerma&#223;en nach Gleichheit und Billigkeit nicht vertheilt, noch die irdischen Angelegenheiten gl&#252;cklich gestaltet werden k&#246;nnen, wenn nicht alsbald das Privateigenthum aufgehoben wird.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Morus verurteilt die durch die Bauern verjagende und sie mit Schafen ersetzende Entwicklung des Grundeigentums und des Bodenkapitalismus verursachten Sch&#228;den: &#8222;Eure Schafe die so sanft zu sein und so wenig zu fressen pflegten, haben angefangen so gefr&#228;&#223;ig und z&#252;gellos zu werden, da&#223; sie die Menschen selbst auffressen [...]&#8220; Er verurteilt die Ohnmacht der Politik und die Distanz, die zwingend die guten Prinzipien von ihrer praktischen Anwendung trennt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Utopia sind die Dinge anders. &#8222;Von dort holt jeder Familienvater, was er und die Seinen n&#246;thig haben, und nimmt es ohne Geld und ohne irgendwelche Gegenleistung an sich. Denn warum sollte ihm etwas verweigert werden? Da ja alle Dinge in Ueberflu&#223; vorhanden sind und der Bef&#252;rchtung nicht Raum gegeben wird, da&#223; Jemand mehr als er bedarf, verlangen werde. Denn warum sollte man annehmen, da&#223; Jemand Ueberfl&#252;ssiges fordern werde, wenn er sicher ist, da&#223; er in keinem Augenblicke irgend einer Sache ermangeln werde? Habgierig und raubs&#252;chtig macht alle Lebewesen die Furcht vor k&#252;nftiger Entbehrung [&#8230;]&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Denn irgendwo anders&#8220;, schreibt er, &#8222;ist, w&#228;hrend sie Alle vom Allgemeinen Wohl sprechen, doch Jeder nur auf seinen eigenen Nutzen bedacht. Aber da, wo es kein Privateigenthum gibt, wird das &#246;ffentliche Interesse ernstlich wahrgenommen, und zwar auf beiden Seiten mit vollem Rechte. [&#8230;]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Utopien [&#8230;], wo Alles Allen geh&#246;rt, zweifelt Niemand daran (wenn nur daf&#252;r gesorgt ist, da&#223; die &#246;ffentlichen Speicher gef&#252;llt sind) da&#223; ihm je etwas f&#252;r seine Privatbed&#252;rfnisse fehlen werde. Denn dort gibt es keine knickerig-h&#228;mische Vertheilung der G&#252;ter, keine Armen und keine Bettler, und obwohl Keiner etwas besitzt, sind doch Alle reich. [&#8230;]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist das nicht ein ungerechter und undankbarer Staat, der den Adeligen, wie sie hei&#223;en, und den Goldschmieden, und den &#252;brigen Leuten &#228;hnlichen Schlages, oder M&#252;&#223;igg&#228;ngern oder blo&#223;en schmarotzenden Fuchsschw&#228;nzern, oder denen, die nur f&#252;r Herstellung nichtiger Vergn&#252;gungen th&#228;tig sind, das beste Wohlleben verschafft, den Bauern, K&#246;hlern, Tagel&#246;hnern, Fuhrleuten und Schmieden dagegen, ohne welche ein Staat &#252;berhaupt nicht existiren konnte, gar nichts Gutes zu Theil wird? Aber nachdem ein solcher Staat die Arbeitskr&#228;fte im bl&#252;hendsten Lebensalter mi&#223;braucht hat, belohnt er die von der Last der Jahre und Krankheit Gebeugten, von allen Hilfsmitteln Entbl&#246;&#223;ten, so vieler durchwachter N&#228;chte, so vieler und so gro&#223;er Dienste uneingedenk in schn&#246;dester Undankbarkeit mit einem jammervollen Tode, dem man die Leute &#252;berl&#228;&#223;t.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Morus schliesst sein Buch folgendermassen ab: &#8222;[E]s [gibt] im utopischen Staatswesen eine Menge Dinge [&#8230;], die ich in anderen Staaten verwirklicht zu sehen w&#252;nsche. Freilich &lt;i&gt;w&#252;nsche&lt;/i&gt; ich das mehr, als ich es &lt;i&gt;hoffe&lt;/i&gt;.&#8220; Und das Wort Utopie beschreibt im g&#228;ngigen Sprachgebrauch einen unerf&#252;llbaren Traum. Und doch&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und doch spielte sich ein Jahrhundert sp&#228;ter ein Experiment ab, das sich dem Traum von Morus bemerkenswert ann&#228;hert. Es ist sehr selten, dass ein gesellschaftliches Projekt so getreu verwirklicht wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Kommunismus der Guaran&#237;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Jahr der Ver&#246;ffentlichung von &lt;i&gt;Utopia&lt;/i&gt; beginnen die Spanier, in Paraguay einzufallen und das Land zu erobern: das Land der Guaran&#237;-Indianer. Der Name Paraguay beschreibt im 16. Jahrhundert ein gr&#246;sseres Territorium als jenes des aktuellen Paraguay und die Heimat der Guaran&#237;, sowie das Experiment, wovon wir sprechen werden, befand sich ausserhalb der Grenzen des modernen Paraguay.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unter der Schirmherrschaft der Jesuiten lebten Hunderttausende Indianer, bebauten das Land, f&#246;rderten und schmiedeten Metalle, bauten Schiffswerften, gaben sich den K&#252;nsten hin, ohne dass das Geld, die Lohnarbeit und das Privateigentum sich entwickelten. Die Republik der Guaran&#237; dauerte ungef&#228;hr eineinhalb Jahrhunderte, dann erlebte sie ihren Niedergang mit der Verbannung der Jesuiten und den Angriffen der Spanier und der Portugiesen. Dieses Gebiet formte zu seiner Zeit das industriell fortgeschrittenste Land Lateinamerikas. Die Zeitgenossen debattierten und stritten &#252;ber die Frage und das Ausmass des Experiments inspirierte den europ&#228;ischen Sozialismus. Einige sehen darin einen avantgardistischen Versuch, andere spielen ihn herunter und reduzieren ihn auf ein fragw&#252;rdiges Unternehmen der Jesuiten. Mit der Zeit wurde diese Sache als zu jesuitisch oder zu kommunistisch betrachtet, um Aufmerksamkeit zu erregen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die vom Anh&#228;nger des Papstes und Stalins Clovis Lugon zitierten Dokumente erlauben es, sich eine genauere Meinung zu bilden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe La R&#233;publique des Guaranis, &#201;ditions ouvri&#232;res 1970.&#034; id=&#034;nh14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Nichts schien mir sch&#246;ner als die Ordnung und die Art und Weise, wie man die Versorgung f&#252;r alle Bewohner des Volksstammes organisiert. Jene, welche ernten, sind verpflichtet, alles Getreide in die &#246;ffentlichen L&#228;den zu transportieren; es gibt Leute, die verantwortlich sind f&#252;r die Betreuung dieser L&#228;den, sie f&#252;hren Buch &#252;ber alles, was sie erhalten. Am Anfang jeden Monats liefern die Offiziere, die das Getreide verwalten, den Chefs der Quartiere die notwendige Menge f&#252;r alle Familien ihres Distrikts und diese verteilen es dann an die Familien, sie geben mehr oder weniger, je nachdem wie zahlreich sie sind.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;R. P. Florentin, Voyage aux Indes orientales...&#034; id=&#034;nh15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die meisten Arbeiten wurden gemeinsam erledigt und die Indianer schienen vom Privateigentum nicht in Versuchung gebracht zu sein. Sie hielten nur H&#252;hner oder Pferde eigenh&#228;ndig. Um sie in Richtung Privateigentum zu dr&#228;ngen, wurden private Anteile verteilt, aber als die Indianer sich um diese Parzellen k&#252;mmern mussten, blieben sie &#8222;den ganzen Tag in ihrer H&#228;ngematte liegen [&#8230;]&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;P. Sepp.&#034; id=&#034;nh16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Der Priester Cardiel, der sich, wie es gesagt worden ist, &#252;ber den Fortbestand des kommunistischen Systems beklagt, tut seinerseits alles in seiner Macht stehende, um die Guaran&#237; in Richtung Privateigentum zu dr&#228;ngen, allen voran im Sinne des individuellen Interesses und des Profits, indem er sie dazu ermutigt, auf dem Landanteil wertvolle Produkte anzubauen, um sie zu verkaufen und einen Gewinn zu erzielen. Er gibt ehrlich sein Scheitern zu und erkl&#228;rt, dass er alles in allem nur drei Beispiele gesehen hat, wo Private auf ihrem Landanteil ein bisschen Zucker oder Getreide zum Verkauf anbauten. Zudem war einer dieser drei Privaten ein bekehrter Mulatte.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Lugon.&#034; id=&#034;nh17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Und der Priester Cardiel f&#252;gt hinzu: &#8222;W&#228;hrend 18 Jahren bei ihnen als Pfarrer oder Gef&#228;hrte ist mir unter Tausenden Indianern kein anderes solches Beispiel begegnet.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alle Indianer waren verpflichtet, sich an den handwerklichen Aufgaben zu beteiligen, und sie verbrachten nur eine begrenzte Zeit damit: einen Drittel oder die H&#228;lfte des Tages.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Es gibt &#252;berall Werkst&#228;tten von Vergoldern, Malern, Bildhauern, Goldschmieden, Uhrmachern, Schlossern, Zimmerm&#228;nnern, Schreinern, Webern, Giessern, in einem Wort, alle Handwerke und Berufe, die ihnen von Nutzen sein k&#246;nnen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Charlevoix.&#034; id=&#034;nh18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &#8222;Nur in einer grossen europ&#228;ischen Stadt w&#252;rde man so viele meisterhafte Handwerker und K&#252;nstler finden.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Garech.&#034; id=&#034;nh19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &#8222;Sie stellen Uhren her, sie wissen sich zu helfen, sie erstellen geographische Karten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Sepp.&#034; id=&#034;nh20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Gem&#228;ss Charlevoix sind die Guaran&#237; &#8222;wie durch Instinkt in allen K&#252;nsten erfolgreich, die sie anwenden [&#8230;] Man hat beobachtet, wie sie h&#246;chst komplexe Orgeln herstellen, nachdem sie sie einmal gesehen hatten, genau wie Armillarsph&#228;ren, Teppiche nach der t&#252;rkischen Art und alles, was handwerklich am schwierigsten ist.&#8220; Und &#8222;sobald die Kinder im arbeitsf&#228;higen Alter sind, bringt man sie in die Werkst&#228;tten und weist sie jenen zu, zu welchen sie am ehesten neigen, da man &#252;berzeugt ist, dass die Kunst von der Natur gelenkt sein muss&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Indianer stellten auch Glocken, ihre Waffen, Kanonen und Munition her. Druckereien erlaubten es, B&#252;cher in mehreren Sprachen zu ver&#246;ffentlichen, besonders Guaran&#237;. Die Indianer waren milit&#228;risch organisiert. &#8222;Wir k&#246;nnten unmittelbar mehr als 30&#8216;000 Indianer mobilisieren, alle beritten&#8220;, und f&#228;hig, &#8222;sowohl eine Muskete zu halten, als auch einen S&#228;bel [&#8230;], offensiv wie auch defensiv zu k&#228;mpfen, wie irgendwelche Europ&#228;er.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Der Priester Aguilar, der allgemeine Vorsteher der Republik, schrieb: &#8222;Was k&#246;nnte man 20&#8216;000 Indianern entgegensetzen, die mit den besten spanischen oder portugiesischen Truppen konfrontiert waren, vor welchen sich die tapfersten Krieger nicht mehr zeigen wollen, welche die Portugiesen zweimal aus der Kolonie Saint-Sacrement verjagten und seit so vielen Jahren alle umliegenden ungl&#228;ubigen Nationen in Schach halten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zitiert von Charlevoix.&#034; id=&#034;nh22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gem&#228;ss Charlevoix gab es &#8222;weder Gold, noch Silber, nur um die Alt&#228;re zu dekorieren&#8220;. &#8222;Die Bev&#246;lkerung beschaffte sich die Nahrungsmittel ohne Geld oder irgendwelche M&#252;nzen. Diese G&#246;tzenbilder der Habsucht, sagt Muratori, sind ihnen absolut unbekannt [&#8230;] Der Wert der Waren wurde in &#8218;Pesos&#8216; oder &#8218;Real&#8216; ausgedr&#252;ckt, auf rein fiktive Weise. Es diente zur Festlegung des relativen Werts g&#228;ngiger Waren [&#8230;] Abgesehen vom Tausch und der fiktiven W&#228;hrung des &#8218;Pesos&#8216; existierte eine &#8218;wirkliche&#8216; W&#228;hrung, konstituiert aus gewissen allgemein genutzten Waren, die von jedem als Bezahlung akzeptiert wurden, sogar ohne dass man sie unmittelbar brauchte oder nutzen konnte (Tee, Tabak, Honig, Mais) [&#8230;]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Preis entsprach normalerweise dem wirklichen Wert der G&#252;ter, d.h. der f&#252;r ihre Produktion notwendigen Arbeit, ohne Zuschlag f&#252;r nicht existierende Zwischenh&#228;ndler. Der relative Preis einer Ware war selbstverst&#228;ndlich von ihrer Seltenheit oder ihrem &#220;berfluss beeinflusst.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Lugon.&#034; id=&#034;nh23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Transaktionen von &#8222;Reduktion&#8220; zu &#8222;Reduktion&#8220; waren abh&#228;ngig von den Gemeinschaften. &#8222;Die Statistiken zeichneten regelm&#228;ssig die Menge der Reserve und Bed&#252;rfnisse f&#252;r alle Reduktionen auf, es war einfach, den Handel zu planen. Der Pfarrer hielt Rat mit dem &lt;i&gt;corregidor&lt;/i&gt; und dem Majordomus, um die Art und die Menge der zu importierenden oder zu exportierenden Waren zu bestimmen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;War es authentischer Kommunismus?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus der Guaran&#237; war kein reiner Kommunismus. Er hatte den klerikalen Geist der Jesuiten, der spanischen Krone wurde ein Tribut gezahlt und die milit&#228;rischen Kr&#228;fte der Guaran&#237; waren in ihrem Dienst, der Tausch existierte weiter usw. Doch wir sind nicht auf der Suche nach Reinheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es waren nicht die Jesuiten, die den Guaran&#237; den Kommunismus brachten. Sie fanden ihn dort und mussten sich damit abfinden. Einige freuten sich dar&#252;ber, fanden, dass er dem Geist des Evangeliums entsprach, andere, aufgrund ihrer Neigung oder &#228;usserem Druck, versuchten, ihn zu beschr&#228;nken. Die Jesuiten erlaubten die &#220;bernahme westlicher Techniken und westlichen Wissens durch einen unausrottbaren urspr&#252;nglichen Kommunismus. Sie erlaubten den Gruppen der Guaran&#237; eine Vereinigung in ein konsequentes Ganzes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Kommunismus war kommunistisch genug, um Misstrauen auszul&#246;sen und angegriffen zu werden. Die Jesuiten spielten, da sie einer ausserhalb der Gemeinschaften der Guaran&#237; stehenden Autorit&#228;t unterworfen waren, eine eher verh&#228;ngnisvolle Rolle, indem sie Verwirrung und Zwietracht unter den Indianern stifteten, als die Spanier und die Portugiesen die &#246;stlichen &#8222;Reduktionen&#8220; 1754-1756 angriffen. &#8222;Die V&#228;ter der Reduktionen hatten vom General der Gesellschaft, Ignazio Visconti, &#8218;den strengen Befehl erhalten, sich der unvermeidbaren Situation zu unterwerfen und unter den Indianern den Gehorsam durchzusetzen&#8216;.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Die direkt bedrohten Indianer k&#228;mpften, aber sie wurden letztendlich niedergeschlagen. Die Jesuiten wurden 1768 vertrieben. Die Interventionen gegen die Guaran&#237; verl&#228;ngerten sich und ruinierten das Experiment. Die Schw&#228;che des Kommunismus der Guaran&#237; bestand darin, dass er von Anfang an kein revolution&#228;rer Kommunismus war und sich nicht in der Konfrontation konstituiert hatte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Martin de Moussy schrieb 1852: &#8222;Dieses merkw&#252;rdige Regime, vielleicht mit einem Anschein von Vernunft, dieser so sehr kritisierte Kommunismus, dessen bester Beweis daf&#252;r, dass er den Indianern zusagte, die Tatsache ist, dass sich die Jesuiten gezwungen sahen, ihn fast bis zur heutigen Zeit weiterzuf&#252;hren, und seine Zerst&#246;rung ohne intelligente und v&#228;terliche Massnahmen zur Folge hatte, die Indianer ins Elend zu st&#252;rzen [&#8230;] Heutzutage bereuen ihre letzten Erben dieses Regime bitter, es war freilich nicht perfekt, aber es entsprach ihren Instinkten und Gebr&#228;uchen.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Lugon, der aus den Jesuiten unbedingt die Importeure des Kommunismus machen will, schreibt weiter: &#8222;Nach der Zerst&#246;rung von Entre R&#237;os organisierten sich die &#220;berlebenden unter der F&#252;hrung von drei Anf&#252;hrern unterst&#252;tzt durch einen Rat neu, vollst&#228;ndig gem&#228;ss den von den Jesuiten &#252;berlieferten Traditionen. Die Bev&#246;lkerung dieser Kolonie wurde zwischen 1820 und 1827 auf 10&#8216;000 Personen gesch&#228;tzt. Die G&#252;tergemeinschaft wurde vollst&#228;ndig wieder eingef&#252;hrt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den zerfallenen Reduktionen des modernen Paraguay wurde das kommunistische Regime offiziell 1848 vom Diktator L&#243;pez abgeschafft. Die Guaran&#237;, welche weiter in dieser Region lebten, wurden zu diesem Zeitpunkt auf legale Art und Weise ihrer Geb&#228;ude und ihrer G&#252;ter entledigt. Man liess sie in etablierten Reserven ein Schattendasein fristen wie in Nordamerika.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Republik der Guaran&#237; ist nicht das einzige Beispiel des Zusammentreffens zwischen indianischem Kommunismus und dem Westen. Es gab andere, die weniger bedeutend waren: die Chiquita-Republik im S&#252;dosten Boliviens, die Moxes-Republik im Norden Boliviens, die Gruppe der Pampas&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kommunisten M&#252;ntzers oder in Paraguay sind weitergegangen, indem sie intermedi&#228;re gesellschaftliche Formen zwischen dem urspr&#252;nglichen Kommunismus und dem weitergehenden Kommunismus der Kommunarden und anderer Proletarier der modernen Zeiten kreierten. Gab es mit der Zeit R&#252;ckschritte? Es war die Macht des Kapitals und der dadurch ausgel&#246;ste Verfall des gesellschaftlichen Sinnes, die sich dem Kommunismus entgegenstellten. Es gibt keinen R&#252;ckschritt, sondern einen Zyklus, der sich vollendet und dieses Mal den Kommunismus ins Zentrum der kapitalistischen Welt bringen wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das mag wom&#246;glich unverst&#228;ndlich sein f&#252;r jene, welche die Geschichte als linearen und kontinuierlichen Prozess betrachten. Es gibt keinen R&#252;ckschritt und keine Vorwegnahme, sondern einen ewigen Fortschritt vom Niederen zum H&#246;heren. Doch weshalb hat sich denn die moderne Industrie ausgehend von der feudalen R&#252;ckst&#228;ndigkeit Europas und nicht von den grossen Webereimanufakturen der Inkas oder dem Handwerk und den Techniken der Chinesen entwickelt? Weshalb konnte diese Industrie erst nach einer Periode des Niedergangs eingef&#252;hrt werden?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Neben und nach dem Kommunismus religi&#246;ser Pr&#228;gung, der zwar bilderst&#252;rmerisch im Falle der deutschen Aufst&#228;ndischen oder Campanellas ist, der das Ende der Familie will, wird sich ein naturalistischer und antireligi&#246;ser Kommunismus im Fahrwasser der b&#252;rgerlichen Revolutionen entwickeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Levellers&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In England entwickelt sich nach der Revolution von 1648 eine Str&#246;mung f&#252;r den Kommunismus innerhalb der Partei der &#8222;Levellers&#8220;. Mehrere kommunistische Werke erscheinen zu dieser Zeit. Darin werden die Arbeitspflicht f&#252;r alle und die unentgeltliche Verteilung der G&#252;ter verteidigt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kontakte mit nicht-westlichen Gesellschaften n&#228;hren philosophische &#220;berlegungen. Gueudeville ver&#246;ffentlicht 1704 die &lt;i&gt;Dialogues ou entretiens entre un sauvage et le baron de La Houtan&lt;/i&gt;. Der Indianer sei dem Europ&#228;er &#252;berlegen, weil er die Unterscheidung zwischen Mein und Dein nicht kennt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Morelly ver&#246;ffentlicht 1755 seinen &lt;i&gt;Code de la Nature&lt;/i&gt;. Er bekr&#228;ftigt darin, dass der Mensch weder lasterhaft noch b&#246;se sei. Mit der &#8222;Habgier&#8220; und dem Eigentum muss gebrochen werden: &#8222;Entfernt das Eigentum, das sie begleitende blinde und erbarmungslose Interesse, l&#228;sst alle Vorurteile fallen, die sie st&#252;tzenden Irrt&#252;mer, dann gibt es keinen offensiven oder defensiven Widerstand mehr bei den Menschen, keine w&#252;tenden Leidenschaften, keine wilden Handlungen, keine Begriffe oder Ideen des moralischen B&#246;sen.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotz seinem Vertrauen in die menschliche Natur definiert er schliesslich und paradoxerweise Gesetze, die das Leben der Leute bis in die geringsten Details bestimmen. Die Kleidung, die Ehe, die Scheidung, die Erziehung der Kinder, das Denken und die Tr&#228;umerei sind auf strikte Art und Weise reglementiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus Morellys beeinflusst den Revolution&#228;r Gracchus Babeuf, der 1797 nach dem Scheitern der Verschw&#246;rung der Gleichen hingerichtet wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es war grunds&#228;tzlich richtig, davon auszugehen, dass der Kommunismus der menschlichen Natur entspricht; dass er der nat&#252;rliche Zustand der Spezies ist. Dies nicht, weil der Mensch spontan gut oder moralisch w&#228;re, nicht, weil die Gesellschaften aufeinanderfolgen, ohne eine unver&#228;nderliche menschliche Natur zu modifizieren. Schlicht und einfach, weil die Klassen, das Eigentum, der Handel, der Staat sich als gesellschaftliche Notwendigkeiten aufdr&#228;ngen, doch sie sind nur momentane Notwendigkeiten, die dem &#220;bergang von einer gesellschaftlichen kommunistischen Form zu einer anderen entsprechen. Der Kommunismus dr&#228;ngt sich nicht auf. Er taucht immer wieder auf, auch wenn er sich nur w&#228;hrend gewissen Zeitpunkten entwickeln kann. Wir haben gesehen, dass eine spontane und typische menschliche Manifestierung wie das Wort kommunistisch bleibt, zumindest auf der Ebene der Form. Betreffend des Verst&#228;ndnisses ist der Kommunismus weiterhin viel einfacher und transparenter als der Kapitalismus: die vorherrschende gesellschaftliche Form. Das, weil er sogar heutzutage eine unmittelbarere Wirklichkeit ist. Wenn wir den auf der Aneignung beruhenden und durch das Geld ausgedr&#252;ckten b&#252;rgerlichen Reichtum verh&#246;hnen und so tun, als ob wir naiv w&#228;ren, k&#246;nnen wir uns n&#228;mlich unmittelbar auf eine kommunistische Konzeption des Reichtums st&#252;tzen, die in einem latenten Zustand existiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man wird uns vorwerfen, einseitig oder naiv zu sein. Bis zu einem gewissen Punkt sind das Tugenden, die wir kultivieren. Die einfachen Geister m&#246;gen gl&#252;cklich sein, denn das Himmelsreich geh&#246;rt ihnen; und nicht nur dieses. Man wirft dem Kommunismus nicht vor, er sei unverst&#228;ndlich und unm&#246;glich, sondern dass er naiv sei, dass er jene Wirklichkeit nicht ber&#252;cksichtige, welche er zu st&#252;rzen behauptet. Man bek&#228;mpft den Kommunismus, weil man weiss, dass er nicht so naiv ist und dass seine Erfolgsm&#246;glichkeiten durchaus existieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Theorie ist eine Notwendigkeit. Sie ist notwendig in einer Welt, wo sich die menschliche Wirklichkeit den Menschen entzieht. Aber wenn die Theorie nur dazu dient, die Dinge komplizierter zu machen als sie sind, die Schutzabdeckung zu verst&#228;rken, welche die Menschen von ihrer Menschlichkeit trennt, dann sieht man besser davon ab. Die revolution&#228;re Theorie ist nicht wie die Relativit&#228;tstheorie. Sie spricht von einer Wirklichkeit, wovon wir Teil sind. Die Komplexit&#228;t und die Entfernung, die sie in einer Bewegung zu reduzieren versucht, die darum selbst kommunistisch ist, haben nicht physische Ursachen, sondern menschliche, die vom Menschen modifiziert werden k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man ist versucht, sich mit Theorie zu berauschen und sich somit dem Leben zu verweigern oder sich der Theorie zu verweigern und sich mit Erlebtem zu berauschen. Der Mangel an Leben, die Entfernung der Mechanismen, die das Leben der Menschen organisieren, f&#252;hren nicht zwingend zu einem aktiven Willen, zu verstehen, sondern zu einer z&#252;gellosen Suche nach Bildern und Identifikationsm&#246;glichkeiten. Es ist nicht wichtig, zu verstehen und somit die M&#246;glichkeit zu erlangen, die Wirklichkeit zu ver&#228;ndern, sondern es geht darum, Verantwortliche, Schuldige, Kriegstreiber und Arbeitsdiebe zu finden. Nur aufgrund dieser Suche nach Konkretem und Bildern konnten das System und seine Verwalter den Hass des Volkes auf diese oder jene gesellschaftliche Gruppe konzentrieren. Diesem pervertiertem Bed&#252;rfnis nach Erlebtem muss man Erkl&#228;rungen, aber vor allem das Leben selbst entgegenstellen. Man heilt Drogens&#252;chtige nicht mit Worten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Morelly stellt fest: &#8222;Es ist leider nur allzu wahr, dass es heutzutage unm&#246;glich w&#228;re, eine solche Republik aufzubauen.&#8220; Die Utopisten verstehen die Bewegung nicht, welche zum Kommunismus f&#252;hren kann. W&#228;hrend dieser Epoche erscheint das Proletariat noch sehr selten als autonome Kraft. Doch die utopischen Beschreibungen veranschaulichen schon den historischen Drang nach Kommunismus und machen daraus einen unmittelbaren Anspruch, entsprechend seinem tiefen Wesen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Zukunft ist kein von der von uns erlebten Wirklichkeit &#228;usserer Punkt. Sie ist diese Wirklichkeit, sie ist diese &#220;berwindung. Der Kommunismus ist hier und dort, heute und morgen, meine Subjektivit&#228;t und die objektive Entwicklung der Produktivkr&#228;fte. Ohne auf Abwege zu geraten, kann man den Kommunismus als Utopie nicht dem Kommunismus als historische Bewegung entgegensetzen. Einer der gr&#246;ssten Verdienste der Utopisten ist die Tatsache, dass sie sich betreffend der historischen M&#246;glichkeit ihres Projekts keinen Illusionen hingaben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erst sp&#228;ter tauchten kommunistische Reformer wie Cabet und Owen auf, die versuchten, ihre Ideen in die Wirklichkeit hineinzupressen, indem sie kleine Gemeinschaften oder &#8222;kommunistische&#8220; oder den Kommunismus zum Ziel habende Institutionen gr&#252;ndeten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist die St&#228;rke des Utopisten, dass er keine Zeit damit verliert, eine Repr&#228;sentation der Entwicklung zu konstruieren, das, was kommen wird, von dem abzuleiten, was ist. Er antizipiert direkt. Er greift radikal, d.h. auf menschlicher Ebene, jene Probleme an, welche das Kapital aufwirft und ans Licht bringt. Probleme, zu deren L&#246;sung die Menschheit eines Tages gezwungen sein wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Utopie bekr&#228;ftigt sich der Kommunismus in seiner Diskontinuit&#228;t mit der Gegenwart. Er wird als neuer globaler Ausgleich konzipiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man setzt dem einen sch&#228;bigen Determinismus entgegen, der die Entwicklung auf eine kontinuierlichen Prozess reduziert, in welchem jede Phase die Verl&#228;ngerung oder die Hervorbringung durch die Umformung der vorhergehenden Phase darstellt. Der Utopist wird auf einen Tr&#228;umer oder einen mystischen Rationalisten reduziert. Man erfasst seine Herangehensweise und seine urspr&#252;ngliche Grundlage nicht als Teil der besagten Bewegung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist ein historisch zul&#228;ssiger und angeordneter Ausdruck der Entfaltung der F&#228;higkeiten der menschlichen Spezies. Er ist der nat&#252;rliche Zustand der Spezies. Doch dieses Wesen wird historisch hervorgebracht. Die Geschichte selbst ordnet nur die gleichen Materialien und kommt davon nicht los, ohne jedoch voranzukommen oder einem geschlossenen Kreis zu entsprechen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Zwischenphase der Klassengesellschaften, die dazu tendiert, den Menschen zu negieren, indem sie aus ihm ein Werkzeug macht, ist selbst nur m&#246;glich und notwendig geworden aufgrund der der Spezies eigenen Eigenschaften, die genetisch bedingt sind. Es ist die menschliche F&#228;higkeit, sich anzupassen, aber auch zu erdulden, Werkzeuge zu gebrauchen, aber auch als Werkzeug gebraucht zu werden, die sich nun gegen die Menschheit wendet. Diese Phase hat, indem sie den Kapitalismus und den Maschinenbetrieb hervorgebracht hat, ihr eigenes Todesurteil unterschrieben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wissenschaftlicher Sozialismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im 19. Jahrhundert tritt der Antagonismus zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat in den Vordergrund. Der Kommunismus tendiert weniger dazu, sich auf die Vernunft oder allgemein auf die Philosophie zu berufen. Er will sich eingliedern und praktisch die Wirklichkeit ver&#228;ndern. Die erste auftauchende Tendenz ist jene, welche damit beginnen will, kommunistische Inseln zu erschaffen, die sich, indem sie ein gutes Beispiel abgeben, ausbreiten, eventuell mit dem Einverst&#228;ndnis der M&#228;chtigen dieser Welt. Die zweite Tendenz ist jene des revolution&#228;ren und aufst&#228;ndischen Kommunismus. In Frankreich wird sie besonders mit dem Namen Blanqui verkn&#252;pft: &#8222;Der Kommunismus, welcher die Revolution selbst ist, mu&#223; sich vor den Spuren der Utopie h&#252;ten, er darf sich nicht von der Politik ausschlie&#223;en. Vor kurzem stand er noch au&#223;erhalb derselben, heute findet man ihn mit vollem Herzen bei derselben, und die Politik ist nur mehr seine Dienerin. [&#8230;] Der Tag, wo der Knebel aus dem Mund der Arbeit fallen wird, wird derjenige sein, wo er in den Mund des Kapitals gesteckt werden wird.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Auguste Blanqui, &#8222;Der Kommunismus, die Zukunft der Gesellschaft&#8220; in (...)&#034; id=&#034;nh26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Blanqui sieht den Kommunismus in der kapitalistischen Welt, obwohl, unserer Meinung nach, ein bisschen zu grossz&#252;gig, schon am Werk: &#8222;Die Steuer, die Regierung selbst ist Kommunismus, gewi&#223; von schlimmerer Sorte und gleichwohl von absoluter Notwendigkeit. [&#8230;] Die Assoziation im Dienst des Kapitals wird eine solche Plage, da&#223; sie nicht lange wird ertragen werden k&#246;nnen. Das ist das herrliche Privilegium dieses Prinzips, da&#223; es nur Gutes hervorbringen kann [...]&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 125-127.&#034; id=&#034;nh27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Indem der Kommunismus sich offen mit dem Kampf des Proletariats verb&#252;ndet, macht er einen entscheidenden Schritt, doch er pervertiert sich auch. Er ist allm&#228;hlich kein unmittelbarer Anspruch mehr. Er wird zu einem Projekt, einer Mission, einem historischen Stadium, das von der Gegenwart getrennt ist. Von seinem Inhalt geleert f&#252;r die &#8222;Levellers&#8220; und die &#8222;Partageux&#8220;, kann er im 20. Jahrhundert zu einem Kleid f&#252;r das Kapital werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der &#8222;wissenschaftliche Sozialismus&#8220; war eine Art, das historische Fernsein des Kommunismus zu rationalisieren. Im 19. Jahrhundert kann das Proletariat auf autonome Weise handeln, aber der Kommunismus ist nicht m&#246;glich. Indem sie politische Auswege und &#220;bergangsphasen vorschlugen, machten Bray, Marx und Blanqui alle Vereinnahmungen m&#246;glich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ber&#252;hmte &lt;i&gt;Kommunistische Manifest&lt;/i&gt; enth&#228;lt eben genau keinen Kommunismus. Man findet darin eine Lobrede auf die Bourgeoisie, eine Analyse des Klassenkampfes und &#220;bergangsmassnahmen. Vom Kommunismus wird eher wenig und schlecht gesprochen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das &lt;i&gt;Manifest&lt;/i&gt; wurde f&#252;r den Bund der Gerechten geschrieben, dieser ist zum Bund der Kommunisten geworden. Vor dem Eintreten von Marx und Engels war die Doktrin dieses deutschen Handwerker- und Arbeitervereins im Exil eher verworren. Weitling, sein Gr&#252;nder und Theoretiker, geh&#246;rte zu den Mystikern. Marx und Engels sorgen zweifellos f&#252;r einen Fortschritt, doch sie l&#246;sen eine R&#252;ckschritt betreffend einer naiven, aber positiveren und gerechteren Bekr&#228;ftigung des Kommunismus aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Juni 1847 definiert der Kongress des Bundes im Artikel 1 seine Absichten: &#8222;Der Bund bezweckt die Entsklavung der Menschen durch die Verbreitung der Theorie der G&#252;tergemeinschaft und die baldm&#246;glichste praktische Einf&#252;hrung derselben.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im November 1846/Februar 1847 schreibt der Vorstand den Sektionen: &#8222;Ihr wi&#223;t, der Kommunismus ist ein System, nach welchem die Erde das Gemeingut aller Menschen sein, nach welchem jeder nach seinen F&#228;higkeiten arbeiten, &#8218;produzieren&#8216;, und jeder nach seinen Kr&#228;ften genie&#223;en, &#8218;konsumieren&#8216;, soll [&#8230;]&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Artikel 1 der neuen, von Marx und Engels verfassten Statuten betont die Probleme der Macht und der Herrschaft und definiert den Kommunismus negativ: &#8222;&lt;a id=&#034;anfang&#034;&gt;&lt;/a&gt;&lt;br class='autobr' /&gt;
Der Zweck des Bundes ist der Sturz der Bourgeoisie, die Herrschaft des Proletariats, die Aufhebung der alten, auf Klassengegens&#228;tzen beruhenden b&#252;rgerlichen Gesellschaft und die Gr&#252;ndung einer neuen Gesellschaft ohne Klassen und ohne Privateigentum.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In &lt;i&gt;Der H&#252;lferuf der deutschen Jugend&lt;/i&gt; (1841) definiert Weitling seinen christlichen Kommunismus folgendermassen: &#8222;Die Aufgabe, die er [Jesus] sich gestellt hatte, war ein Reich &#252;ber der ganzen Erde, Freiheit aller Nationen, Gemeinschaft der G&#252;ter und der Arbeit aller Derer, die sich zum Reich Gottes bekennen. Und das ist es gerade, was die heutigen Kommunisten wieder aufgenommen haben [&#8230;]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber es giebt Kommunisten die es sind ohne es zu wissen: Der flei&#223;ige Landmann der sein St&#252;ckchen schwarzes Brod mit dem Landmann theilt, der ist Kommunist. Der flei&#223;ige Handwerksmann der seine Arbeiter nicht schindet und ihnen von dem Ertrag der gemeinschaftlichen Arbeit verh&#228;ltni&#223;m&#228;&#223;ig lohnt, der ist Kommunist. Der reiche Mann der seinen &#220;berflu&#223; zum Besten der nothleidenden Menschheit verwendet, der ist Kommunist.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kommunismus und Barmherzigkeit werden praktisch miteinander verwechselt. Marx reagiert zu Recht und entschieden gegen diesen Brei. Das &lt;i&gt;Kommunistische Manifest&lt;/i&gt; definiert jedoch die Kommunisten nicht mehr durch ihren Kommunismus. Sie sind schlichtweg die entschiedensten unter den Proletariern und jene, welche den Vorteil einer klaren Auffassung des Gangs der proletarischen Bewegung auf ihrer Seite haben: die Besitzer der Theorie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich der Kommunismus, trotz der Wut von Marx gegen die Sozialdemokratie, besonders vor dem Gothaer Kongress 1875, seines Inhalts entleert. Er beh&#228;lt nur f&#252;r eine Handvoll Anarchisten seine tiefe Bedeutung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Paul Reclus liefert 1891 in &lt;i&gt;La R&#233;volte&lt;/i&gt; zur Rechtfertigung der &#8222;individuellen Wiederaneignung&#8220;, d.h. des Diebstahls, diese kurze und gute Definition des Kommunismus: &#8222;Die T&#228;tigkeit des Lebens, wovon wir tr&#228;umen, ist gleich weit von dem, was man heute Arbeit, und von dem, was man heute Diebstahl nennt, entfernt: Wir werden nehmen, ohne zu fragen, und es wird kein Diebstahl sein, wir werden unsere F&#228;higkeiten einsetzen und t&#228;tig sein und es wird keine Arbeit sein [&#8230;]&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit der revolution&#228;ren Welle nach dem Ersten Weltkrieg und im Fahrwasser der Russischen Revolution erscheinen wieder marxistische und kommunistische Tendenzen. Es gibt kommunistische Ans&#228;tze bei den Bolschewisten. Ans&#228;tze, die schnell pervertiert und mit dem R&#252;ckgang der Weltrevolution und der Verhaftung in den russischen Problemen verschwinden werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zurecht wurde die sehr fr&#252;he konterrevolution&#228;re Rolle der Bolschewisten verurteilt, zurecht wurde der b&#252;rgerliche Charakter des theoretischen und praktischen Werks Lenins aufgezeigt. Doch es ist idiotisch, die Bolschewisten f&#252;r das Scheitern der Arbeiterrevolution in Russland verantwortlich machen zu wollen. Die Bolschewisten sind eher eben genau ein Beispiel f&#252;r eine Handvoll Menschen, die es geschafft haben, dem Gang der Geschichte eine Richtung hin zum Extrem der revolution&#228;ren M&#246;glichkeiten zu geben. Ihre Gegenspieler, sogar links von ihnen, konnten ihnen in der Regel nur humanistische und demokratische Perspektiven entgegensetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kontrast zwischen dem Ausmass der revolution&#228;ren Welle und der Schw&#228;che der kommunistischen Bekr&#228;ftigung ist frappierend.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Deutschland und Holland verurteilen besonders die &#8222;Linken&#8220; das russische Regime als Staatskapitalismus. Dem setzen sie einen auf der Arbeiterverwaltung basierenden Kommunismus entgegen. Man muss ihnen dankbar sein, dass sie die autonome Handlung der Massen und die Arbeiterr&#228;te ins Zentrum stellten. Mit dem R&#252;ckgang der Revolution zerf&#228;llt diese Str&#246;mung, ausgedr&#252;ckt besonders durch die KAPD, in kleine Sekten, w&#228;hrend sie zuvor Hunderttausende Arbeiter um sich gruppiert hatte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Ideologie der Arbeiterverwaltung wird auch von den Anarchisten und den Anarchosyndikalisten benutzt. Der Kommunismus wird auf die Selbstorganisation der Produzenten reduziert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist in Italien, wo die Linke von Bordiga, die bei ihrer Gr&#252;ndung in der KPI vorherrschend ist, die kommunistische Doktrin am besten wieder herstellt. Sie lehnt sich gegen die Beteiligung an den Wahlen auf, verweigert die gemeinsamen Fronten mit der Sozialdemokratie und kritisiert die demokratische Illusion. Sie hebt die Abschaffung der Lohnarbeit und der Marktwirtschaft hervor. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt Bordiga seine Analyse der kapitalistischen Konterrevolution in Russland und seine Konzeption des Kommunismus. Man baut nicht den Kommunismus auf, man zerst&#246;rt die Marktwirtschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotz seiner Tiefe kann sich der Bordigismus seiner leninistischen Gangart nicht entziehen. Sein Radikalismus und sein Scharfsinn enden in den schlimmsten Sackgassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach dem Zweiten Weltkrieg kommt es nur sehr langsam zu einer Wiedergeburt des theoretischen Kommunismus. Der Wohlstand und die gute Gesundheit des Kapitals sind dabei keine Hilfe. Nachdem er seine Vergangenheit mehr schlecht als recht durchgegangen ist, versucht er, sie zu &#252;berwinden. Er entwickelt sich je mehr die soziale und danach die wirtschaftliche Krise des Kapitals erneut sichtbar wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem sie die Kritik der L&#228;nder des Ostens und der B&#252;rokratie &#252;bernommen haben, arbeiten die Situationisten eine auf der Ware und dem &#8222;Spektakel&#8220; basierende Theorie aus. Sie verurteilen das moderne Elend. Obwohl ihre Analyse h&#228;ufig zutreffend ist, bleibt sie oberfl&#228;chlich. Sie ist in ihrem Stil und in ihrem Inhalt eine Gefangene der Wirkung des Spektakels, die sie denunziert und widerspiegelt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Situationisten erstellen eine brillante und aggressive soziale Kritik, aber keine Theorie des Kapitals, der dem Spektakel zugrundeliegenden Maschinerie und der Revolution. Sie gehen nicht auf die Frage der Kommunisierung ein, ausser durch ihren Zuspruch f&#252;r die unmittelbare Negation der Ware, Pl&#252;nderung oder Brandstiftung, oder indem sie sich im R&#228;tekommunismus verlieren: F&#252;r die absolute Macht der Arbeiterr&#228;te, von denen alles abh&#228;ngt. Als erbitterte Feinde des Bolschewismus machen sie wie er aus der Revolution eine Frage der Organisation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kommunistische Doktrin muss auf die Beschreibung der Zukunft und allen voran des Prozesses der Kommunisierung fokussiert sein. Dar&#252;ber muss debattiert werden, deswegen sollte man sich vereinigen oder im Gegenteil spalten. Es geht nicht darum, der Gegenwart zu entfliehen, sondern sie zu leben und sie im Lichte der Zukunft zu beurteilen. Der Kommunismus ist gegenw&#228;rtig und man kann unmittelbar seine Perspektiven der kapitalistischen Klebefalle entgegensetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Protest, wenn er nicht in positive Perspektiven m&#252;ndet und somit seinen Mangel an Tiefe zeigt, wird zu einem Mittel, um sich im Elend zu suhlen, unter dem Vorwand, es zu verurteilen. Nach den Clowns und den Liedermachern schaffen es die Ideologen, sich vom Zerfall des Systems selbst zu n&#228;hren. Jenen, welche einem zum Lachen bringen, kann man alles verzeihen, aber ihnen nicht. Es ist die ultimative Art, die sich der Menschheit er&#246;ffnenden gigantischen und unerforschten M&#246;glichkeiten zu kaschieren: Die ultimative Art, die Hoffnung in den Herzen der Unterdr&#252;ckten zu vernichten!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Verlauf der Zeit tauchen die kommunistische Idee und der kommunistische Kampf immer wieder auf. Sie wandeln sich jedoch allm&#228;hlich, da der Kapitalismus sie durch ihre Vereinnahmung zur &#220;berwindung zwingt. Heutzutage, wo der Kapitalismus das &#246;ffentliche Eigentum und die eingepferchte Arbeit verallgemeinert hat, ist der Kommunismus jenseits des Gegensatzes zwischen individueller und kollektiver Aneignung. Es beruht nicht mehr alles auf der Frage des Eigentums. Der Kommunismus muss nicht mehr zwischen einem asozialen Naturalismus und einem rasenden Moralismus oder Reglementarismus pendeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die marxistische Etappe darf auch nicht verschont werden. Der Kommunismus wurde als eine Produktionsweise betrachtet, die auf den Kapitalismus folgt. Er ist zugleich mehr und etwas anderes als eine gesellschaftliche Form. Er ist die innerhalb des Kapitalismus gegenw&#228;rtige Bewegung, die ihn zur&#252;ckdr&#228;ngt, durch welche die menschliche T&#228;tigkeit sich ihrer Fesseln entledigt und endlich aufbl&#252;hen kann!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die kommunistische T&#228;tigkeit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist allen voran eine T&#228;tigkeit. Zun&#228;chst, weil er innerhalb des Kapitalismus auftaucht, bevor er ihn st&#252;rzen kann. Zun&#228;chst, weil die menschliche T&#228;tigkeit und die lebenswichtigen Funktionen in der kommunistischen Welt nicht mehr Gefangene der hervorgebrachten gesellschaftlichen Formen sind. Die Organisation der Aufgaben muss nicht mehr in Institutionen eingefroren werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus entspringt positiv innerhalb des Kapitalismus. Doch er bekr&#228;ftigt sich als Kehrseite der Negation. Der Kommunismus als T&#228;tigkeit ist gleichzeitig Negation und Antizipation. Es gibt nicht zwei aufeinanderfolgende Momente. Je mehr sich die T&#228;tigkeit gegen das Kapital richtet, umso mehr tendiert sie dazu, den Kommunismus zu skizzieren; und umgekehrt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht also &#252;berhaupt nicht darum, Inseln des Kommunismus innerhalb des Kapitalismus aufzubauen. Wenn die T&#228;tigkeit zum Aufbau tendiert, zerst&#246;rt sie sich vom kommunistischen Standpunkt aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt keine kommunistischen Bed&#252;rfnisse, deren Befriedigung jenseits des Systems notwendig w&#228;re. Auch wenn sich hinter den Bed&#252;rfnissen Kommunismus versteckt, k&#246;nnen sie sich, wenn sie erscheinen, nicht von den M&#246;glichkeiten ihrer Verwirklichung im System trennen, auch wenn diese imagin&#228;r sind. Die Unf&#228;higkeit des Kapitalismus, die W&#252;nsche zu erf&#252;llen, f&#252;hrt zu seiner &#220;berwindung und zur &#220;berwindung der durch ihn erlaubten W&#252;nsche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir betrachten den Kommunismus auch nicht wie Weitling im moralischen Sinne oder wie Blanqui als den Aufstieg des glorreichen Prinzips der Assoziation. Wenn es Kommunismus ist, dann ist es negativer Kommunismus, nicht zu verwechseln mit schlechtem Kommunismus. Es ist der Aufstieg der Bewegung der kapitalistischen Enteignung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Proletarier, enteignet von den Produktionswerkzeugen, entmachtet bei ihrer Arbeit, voneinander getrennt, aber miteinander konfrontiert und getrieben von einer enormen produktiven Macht, als grosse Masse versammelt, betrachten den Kommunismus negativ als Teil ihrer Lage. Auch wenn sie Eigent&#252;mer ihres Werkzeugkastens sind, haben sie keine besonderen Interessen zu verteidigen. Ihre Mittellosigkeit steht der gesellschaftlichen Macht und dem gesellschaftlichen Reichtum entgegen, die von ihnen angetrieben werden. Das macht aus dem Proletariat die Klasse des Kommunismus. Die Proletarier k&#246;nnen sich die Produktionsmittel nicht st&#252;ckweise wieder aneignen. Sie m&#252;ssen sie vergemeinschaftlichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch was grundlegend ist, ist nicht so sehr, obwohl die Dinge untrennbar miteinander verbunden sind, die Bewegung der Wiederaneignung und der Vergemeinschaftlichung der G&#252;ter, eher die sich neu entwickelnde T&#228;tigkeit, die Wiederaneignung des Lebens, die Entstehung neuer Verh&#228;ltnisse, der Umsturz des Herrschaftsverh&#228;ltnisses zwischen den Menschen und den Dingen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gewiss, der Kommunismus, die menschliche Gemeinschaft ist ein historisches Entwicklungsstadium, eine gegebene Produktionsweise. Die die Gruppen oder menschlichen Interessen einander entgegensetzenden Interessen verschwinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch man kann den Kommunismus nicht verstehen, wenn man aus ihm eine zielgerichtete Bewegung macht, die von der ihn hervorbringenden T&#228;tigkeit getrennt ist. Indem man die T&#228;tigkeit dem Ziel, die Mittel dem Zweck unterordnet, tut man nichts anderes, als die Herrschaft des die menschliche T&#228;tigkeit in der Arbeitsform einsperrenden Warenkapitals auf sie zu projizieren. Das Ziel, das Resultat, die kommunistische gesellschaftliche Form m&#252;ssen als Notwendigkeit der T&#228;tigkeit betrachtet werden, welche versucht, ihre Existenzbedingungen zu garantieren und zu reproduzieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Gemeinschaft ist in der kommenden Gesellschaft, der Vereinigung des Planeten, dem Ende der Trennung der Wirtschaft in Unternehmen, in einer globalen und gesellschaftlichen L&#246;sung. Aber all jene, welche sie in der spontanen Handlung, in der unmittelbaren und spezifischen Negation der Rassismen und der L&#252;gen nicht am Werk sehen, k&#246;nnen nichts davon verstehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Beziehung zwischen unmittelbarer T&#228;tigkeit und der kommenden Welt ist zentral. Die Universalit&#228;t des Kommunismus ist in der Besonderheit der Situationen enthalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Universalit&#228;t kann aus dem Besonderen entspringen, weil dieses Besondere selbst das Produkt der universellen, vereinigenden und entziehenden Logik des Kapitals ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jene, welche diese Verbindung nicht erfassen, m&#252;ssen sich auf ein falsches Universales berufen: die Partei (proletarisch!), den Staat (proletarisch!) oder sogar das Proletariat, aber als Abstraktion oder Repr&#228;sentation. Dieses falsche Universale wird selbst als das betrachtet, was das aktive Prinzip in Anbetracht einer reglosen Gesellschaft kaschiert. Das Werkzeug und sein Objekt. Der Geist ver&#228;ndert oder &#252;berdeckt die Materie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das kommunistische Bewusstsein verallgemeinert sich nur, wenn die Gesellschaft in ihren Grundlagen ersch&#252;ttert wird. Aber im wieder auftauchenden Leben ist alles schon da, auch das Bewusstsein, das kein passiver Widerschein von Repr&#228;sentationen und erstarrten Situationen mehr ist. Das ideologische Bewusstsein verwandelt sich in ein praktisches. Damit ist es schon kommunistisch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Je mehr der Kampf sich vertieft, desto mehr werden die Beteiligten von den ihnen innewohnenden Vorurteilen und Spiessigkeiten gereinigt. Ihr Bewusstsein entspannt sich und sie werfen einen neuen und erstaunten Blick auf die Wirklichkeit und ihr Dasein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Anwesenheit des Kommunismus ist nicht das Monopol des Kampfes im engen Sinne des Begriffs: ein klarer und verk&#252;ndeter Zusammenstoss zwischen Arbeit und Kapital. Sie zeigt sich im gesamten gesellschaftlichen Leben und ist h&#228;ufig abwesend von diesen ritualisierten, erstarrten und langweiligen K&#228;mpfen, die diesen Namen nicht verdienen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die wahrhafte menschliche Gemeinschaft impliziert immer einen Widerspruch zum Kapital. Sie tendiert dazu, zu einem offenen Kampf zu werden, oder wird zerst&#246;rt und vereinnahmt, um zu einem Bild zu werden, das man auf die Wirklichkeit kleben kann. Der zunehmende Einfluss des Kapitals auf das Leben verdr&#228;ngt immer mehr jegliche wahrhafte Menschlichkeit, Liebe, Kreation und Forschung und macht sie unm&#246;glich. Die Menschen werden zu leeren H&#252;llen, die leblos im Rhythmus des Kapitals umhergeistern. Die Revolte, die Reaktion darauf muss also umso mehr einen menschlichen Charakter haben. Diese im Widerspruch zum Kapital stehende Menschheit, eine pr&#228;zise Phase in der Entwicklung der Spezies, nennen wir kommunistisch. Diese Etikette bleibt notwendig, solange diese Menschwerdung nicht die M&#246;glichkeit hat, alle menschlichen Manifestationen zu repr&#228;sentieren und anzunehmen, da sie weiterhin antagonistisch zum Kapital ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist m&#246;glich, weil das Kapital die Menschen nicht in Roboter verwandeln kann. Auch wenn es ihre Existenzen vollst&#228;ndig automatisiert, kann es nicht ohne ihre Menschlichkeit auskommen. Auch die am meisten integrierte und servile T&#228;tigkeit n&#228;hrt sich von Beteiligung, Kreation, Kommunikation und Initiative, obwohl sie nicht aufbl&#252;hen k&#246;nnen. Die Notwendigkeit und die Erwartung des Lohnes reichen nicht, um den Arbeiter funktionieren zu lassen. Er braucht andere Motivationen, er muss seinen Teil dazu beitragen. Die Arbeitsform kann den generischen und menschlichen Charakter der T&#228;tigkeit des Arbeiters nicht zum Verschwinden bringen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben gesehen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Kap. IV.&#034; id=&#034;nh28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, dass trotz den Trennungen das Leben weitergeht und seine Einheit fortbesteht: Es ist unm&#246;glich, die Produktion, die Bildung und die Experimentierfreude komplett voneinander zu trennen. Die Produktion, die d&#252;mmste Arbeit verlangen eine gewisse Anpassung vom Arbeiter und die F&#228;higkeit, mit einer unvorhergesehenen Situation fertig zu werden. Genau wie sich auch die abstrakteste Bildung in gewissen &#8222;Produkten&#8220; konkretisieren muss, sei es nur schon eine Pr&#252;fungskopie. Die Notwendigkeiten der &#228;usseren Kontrolle fallen auf die Produktion zur&#252;ck&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Produktionssystem w&#252;rde zusammenfallen, wenn die Arbeiter nicht mehr experimentieren, sich gegenseitig helfen und beraten k&#246;nnten. Die hierarchische Organisation der Arbeit kann nur &#252;berleben, wenn diese Regeln permanent mit den F&#252;ssen getreten werden. Sie setzt einen un&#252;berwindbaren Rahmen f&#252;r diese illegalen und spontanen T&#228;tigkeiten der Arbeiter durch, um sie daran zu hindern, sich zu entwickeln und wirklich gef&#228;hrlich und subversiv zu werden. Wenn sich ein Riss &#246;ffnet oder ein Konflikt ausbricht, versucht diese T&#228;tigkeit autonom zu werden und ihre eigene Logik zu entwickeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Indem er k&#228;mpft, negiert sich der Proletarier unmittelbar als Lohnarbeiter, als Sklave, als Roboter. Wie beschr&#228;nkt das Wiederauftauchen des Lebens und der Aktion auch sein mag, die kapitalistische Unterdr&#252;ckung wird damit in ihren Grundlagen in Frage gestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Proletarier, der nur noch ein R&#228;dchen war, f&#228;ngt wieder an, Entscheidungen zu treffen, sich zu engagieren und Risiken einzugehen. Er erlangt wieder die Kontrolle &#252;ber seine Handgriffe. Seine Augen &#246;ffnen sich, seine Intelligenz taut auf. Die unterdr&#252;ckende Ernsthaftigkeit und die Eint&#246;nigkeit, welche die Menschen in die Strafkolonien der Lohnarbeit und in das Polizei- und Warenuniversum einschliesst, fallen zusammen. Alles wird wieder m&#246;glich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Revolte als Streben nach Vergn&#252;gen und Effizienz ist schon jenseits der Arbeit. Ihr direkter Lohn ist die durch sie ausgel&#246;ste Freude und die durch sie erbrachten Resultate.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die wilde T&#228;tigkeit des Proletariats ist mit Repression konfrontiert, sobald sie eine gewisse Schwelle &#252;berschreitet. Noch h&#228;ufiger wird sie vereinnahmt und als Totgeburt verdaut. So ist nicht nur der Kommunismus das Produkt des Kapitalismus, sondern der Kapitalismus ist auch das Produkt des Kommunismus. Wir bestehen nicht auf diesem latenten oder unsicheren Kommunismus, um ihn zu fetischisieren. Er kann nur sich selbst sein, indem er sich &#252;berwindet und sich aus der kapitalistischen Umlaufbahn entreisst. Die Anerkennung seiner Bedeutung ist nicht gleichbedeutend mit der Verehrung einer Spontaneit&#228;t, die sich der Organisation, der Disziplin und der Offensive verweigert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Kapital vereinnahmt gem&#228;ss seinem tiefen Wesen. Seinem Wesen nach ist es ein Vampir. Man sollte also nicht erstaunt sein &#252;ber diesen oder jenen spektakul&#228;ren Aspekt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die K&#228;mpfe der Arbeiter dienten dem System, trotz der durch sie ausgel&#246;sten Opposition, sich zu transformieren und seine Virtualit&#228;ten zu verwirklichen, wobei es immer sich selbst geblieben ist. Die Lohnk&#228;mpfe und die politischen K&#228;mpfe, oder jene, welche darin m&#252;ndeten, ersch&#252;tterten das System und erlaubten ihm, sich zu modernisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kampf ist h&#228;ufig auf der Ebene der Basis schon sterilisiert. Der Streik, die Demonstration und die Fabrikbesetzung werden zu Geschw&#228;tz. Man versucht nicht mehr, dem Kapital zu schaden, sondern es auf ein Problem aufmerksam zu machen, eine Unzufriedenheit auszudr&#252;cken. Auf dem Gipfel der Entfremdung erscheint der Streik nicht einmal mehr als Druckmittel, sondern als Aufopferung f&#252;r jene, welche die Arbeit niederlegen. Man beweist durch die Wichtigkeit seiner Aufopferung den Ernst seines Protests. Der soziale Krieg wird durch die Zurschaustellung ersetzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;T&#228;tigkeit und Programm&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Standpunkt der T&#228;tigkeit ist jener des Kommunismus. Es geht nicht darum, die Notwendigkeit f&#252;r die T&#228;tigkeit zu negieren, sich zu verk&#246;rpern, zu vergegenst&#228;ndlichen und auf das zu st&#252;tzen, was sie ausl&#246;st und ver&#228;ndert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Kapital hingegen betrachtet die T&#228;tigkeit nur vom Standpunkt des produzierten Gegenstandes aus. Das ist der Grund, weshalb es entgegen allen Tatsachen die Arbeit und die spezifisch menschliche T&#228;tigkeit miteinander gleichsetzt. Die T&#228;tigkeit kann nur hinsichtlich ihres unmittelbaren und positiven Resultats ernstgenommen werden. Positiv gem&#228;ss dem Kapital.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Wille, nur die unmittelbare Wirkung in Betracht zu ziehen, kaschiert den antizipierenden Charakter des Arbeiterkampfes: &#8222;Statt zu beobachten, was die Arbeiter tun, versuchen die b&#252;rgerlichen Ideologen, sich vorzustellen, was die Arbeiter erhalten m&#246;chten. Man sieht in der proletarischen T&#228;tigkeit im besten Falle einen St&#246;r- oder Modernisierungsfaktor, nie die Skizze ihrer &#220;berwindung.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese T&#228;tigkeit wird nicht ernstgenommen, weil sie nicht produziert. Sie sei rein zerst&#246;rerisch und negativ. Wie kann man davon tr&#228;umen, dass sie eine neue Welt antreiben k&#246;nnte? In Wirklichkeit ist der negative Charakter der kommunistischen T&#228;tigkeit von den unmittelbaren M&#246;glichkeiten und dem kapitalistischen Kontext determiniert. Sie ist nur vom Standpunkt des Kapitals aus negativ, nicht von jenem aus, welcher es ersch&#252;ttert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Man sollte sich keine Illusionen bez&#252;glich des zerst&#246;rerischen Charakters der aus den R&#228;ndern des Kapitalismus hervorgehenden kommunistischen T&#228;tigkeit machen. Sie produziert schon Gebrauchswert. Die Sabotage zerst&#246;rt Handelswert, indem sie den Gebrauch einer Ware angreift, doch sie produziert einen Gebrauchswert f&#252;r den Arbeiter, denn sie erlaubt ihm, freie Zeit zu gewinnen, Druck auf den Chef auszu&#252;ben.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Lordstown 72.&#034; id=&#034;nh29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Dieser zerst&#246;rerische Charakter verpufft sogar, wenn der Arbeiter auf dem R&#252;cken des Unternehmens f&#252;r eigene Zwecke produziert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Indem wir aus der revolution&#228;ren proletarischen T&#228;tigkeit den Angelpunkt unserer Doktrin machen, k&#246;nnen wir die Gleichheit und die Diskontinuit&#228;t zwischen der Revolte gegen das Kapital und der kommenden Welt erfassen. Wir sehen die widerspr&#252;chliche Einheit zwischen der Arbeit und der kommunistischen T&#228;tigkeit. Wir k&#246;nnen bekr&#228;ftigen, dass der Kommunismus allen voran weniger eine Modifikation der gesellschaftlichen Formen als eine radikale Transformation der menschlichen T&#228;tigkeit ist. Das erlaubt es uns, die traditionellen Konzeptionen der Kosteneinsch&#228;tzung in der kommunistischen Welt zu revidieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In seinen Jugendschriften konzipiert Marx den Kommunismus nicht nur als Bewegung, sondern auch als T&#228;tigkeit. Je mehr er seine Konzeption der historischen Entwicklung ausarbeitet, wird dieser Standpunkt als einheitlicher Standpunkt leider &#252;berdeckt. Marx wird zum kommunistischen Theoretiker des Kapitalismus. Im doppelten Sinne des Ausdrucks. Einerseits analysiert er den Kapitalismus vom Standpunkt seiner Negation aus. Andererseits ist er ein Gefangener des Kapitalismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nat&#252;rlich ber&#252;cksichtigt Marx die menschliche T&#228;tigkeit als revolution&#228;re und produktive T&#228;tigkeit; aber getrennt voneinander. Bez&#252;glich der Revolution von 1848 zeigt er, dass sich die proletarische T&#228;tigkeit von der Situation der Klasse n&#228;hrt und eine eigene Logik entwickelt. In seinen &#246;konomischen Werken macht er aus der Arbeit die Grundlage und den Massstab des Werts. Doch da er die produktive T&#228;tigkeit vom Produkt ableitet, f&#228;llt er in die Gleichsetzung der produktiven menschlichen T&#228;tigkeit und der Arbeit zur&#252;ck. Er sieht in der T&#228;tigkeit des revolution&#228;ren Proletariats nicht etwas, das jenseits der Arbeit ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn alles nur unmittelbare T&#228;tigkeit des Proletariats ist, weshalb sollte man sich dann noch mit Theorie und Organisation befassen? Weshalb sollte man dann versuchen, ein Programm neu zu formulieren?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alles ist nicht in der unmittelbaren T&#228;tigkeit des Proletariats, obwohl alles damit in Verbindung gebracht, im Verh&#228;ltnis zu ihr und als ihr Nachhall gesehen werden sollte. Die unmittelbare T&#228;tigkeit ist nur in der F&#228;higkeit zu ihrer &#220;berwindung kommunistisch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das kommunistische Programm ist eine Notwendigkeit, obwohl es im Moment von der Gesamtheit des Proletariats getrennt ist. Es steht nicht ausserhalb seiner Bewegung, es ist eine Antizipation, ein Leitfaden. Seine Wahrheit liegt in der F&#228;higkeit zu seiner Aufl&#246;sung, d.h. der Verwirklichung durch die Klasse. Es ist nur das Programm der proletarischen T&#228;tigkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Les Amis de 4 Millions de Jeunes Travailleurs, 1975-1976&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;http://kropot.free.fr/nomonnaie.htm&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://libcom.org/library/world-without-money-communism-les-amis-de-4-millions-de-jeunes-travailleurs&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;English&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.abertzalekomunista.net/es/biblioteca/marxistas-internacionales/organization-des-jeunes-travailleurs-revolutionnaires/2016-un-mundo-sin-dinero-el-comunismo&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Espa&#241;ol&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://libcom.org/library/um-mundo-sem-dinheiro-o-comunismo-os-amigos-dos-4-milh&#245;es-de-jovens-trabalhadores&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Portugu&#234;s&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;N. Wiener.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Chaulie, &lt;i&gt;Socialisme ou barbarie&lt;/i&gt;, Nr. 22.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bucharin, Preobraschenski, &lt;i&gt;Das ABC des Kommunismus. Popul&#228;re Erl&#228;uterung des Programms der Kommunistischen Partei Ru&#223;lands&lt;/i&gt;, Hamburg, Verlag der Kommunistischen Internationale, 1921 [1919], &#167;121, S. 341-342.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bordiga, &lt;i&gt;Eigentum und Kapital&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Das Kapital&lt;/i&gt;, Buch 2, &lt;i&gt;MEW&lt;/i&gt; 24, S. 316-317.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Anti-D&#252;hring&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Le roman de la vie&lt;/i&gt;, A. Ducrocq.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Faure, Boss und Le Garff, &lt;i&gt;La Recherche &lt;/i&gt;&lt;i&gt;o&lt;/i&gt;&lt;i&gt;p&#233;rationnelle&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;La R&#233;volution des Saints&lt;/i&gt;&lt;i&gt; 1520-1536&lt;/i&gt;, G. D'Aubar&#232;de 1946.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Jean Bockelson,&lt;/i&gt; M. Baston 1824.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;&#201;tudes historiques sur le communisme et les insurrections au XVI&lt;/i&gt;&lt;i&gt;e&lt;/i&gt;&lt;i&gt; si&#232;cle,&lt;/i&gt; Arnoul, 1850.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;i&gt;La R&#233;publique des Guaranis,&lt;/i&gt; &#201;ditions ouvri&#232;res 1970.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;R. P. Florentin, &lt;i&gt;Voyage aux Indes orientales...&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;P. Sepp.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Lugon.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Charlevoix.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Garech.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Sepp.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zitiert von Charlevoix.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Lugon.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Auguste Blanqui, &#8222;Der Kommunismus, die Zukunft der Gesellschaft&#8220; in &lt;i&gt;Instruktionen f&#252;r den Aufstand. Aufs&#228;tze, Reden, Aufrufe&lt;/i&gt;, Frankfurt/Wien, Europ&#228;ische Verlagsanstalt/Europa Verlag, 1968, S. 141-146.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 125-127.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Kap. IV.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Lordstown 72.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		
		<enclosure url="http://kommunisierung.net/IMG/pdf/weltohnegeld.pdf" length="481735" type="application/pdf" />
		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Jean-Yves B&#233;riou - Revolution&#228;re Theorie und historische Zyklen</title>
		<link>http://kommunisierung.net/Revolutionare-Theorie-und</link>
		<guid isPermaLink="true">http://kommunisierung.net/Revolutionare-Theorie-und</guid>
		<dc:date>2015-11-29T00:01:00Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Webmaster</dc:creator>


		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
		<dc:subject>Theorie</dc:subject>
		<dc:subject>Bruch in der Theorie 1965-1980</dc:subject>
		<dc:subject>Anarchismus</dc:subject>
		<dc:subject>Jean-Yves B&#233;riou</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Dieser Text wurde urspr&#252;nglich 1975 als Nachwort zum bei den &#201;ditions Payot in der Buchreihe &#8222;Critique de la politique&#8220; erschienenen Buch von F. Domela Nieuwenhuis, Le socialisme en danger, ver&#246;ffentlicht. &lt;br class='autobr' /&gt;
Damals erlaubte die Lekt&#252;re dieses Texts gewissen Genossen, die dabei waren, mit dem traditionellen Anarchismus und dem dogmatischen &#8222;Marxismus&#8220; der verschiedenen damals angesagten Gr&#252;ppchen zu brechen, sich der Problematik Kommunismus/Anarchismus mit sch&#228;rferen Sinnen zu stellen und (...)&lt;/p&gt;


-
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

/ 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Theorie" rel="tag"&gt;Theorie&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Bruch-in-der-Theorie-1965-1980" rel="tag"&gt;Bruch in der Theorie 1965-1980&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Anarchismus" rel="tag"&gt;Anarchismus&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Jean-Yves-Beriou" rel="tag"&gt;Jean-Yves B&#233;riou&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/logo/revolutionaere_theorie_historische_zyklen_cover.jpg?1689461732' class='spip_logo spip_logo_right' width='90' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Dieser Text wurde urspr&#252;nglich 1975 als Nachwort zum bei den &#201;ditions Payot in der Buchreihe &#8222;Critique de la politique&#8220; erschienenen Buch von F. Domela Nieuwenhuis, &lt;i&gt;Le socialisme en danger&lt;/i&gt;, ver&#246;ffentlicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damals erlaubte die Lekt&#252;re dieses Texts gewissen Genossen, die dabei waren, mit dem traditionellen Anarchismus und dem dogmatischen &#8222;Marxismus&#8220; der verschiedenen damals angesagten Gr&#252;ppchen zu brechen, sich der Problematik Kommunismus/Anarchismus mit sch&#228;rferen Sinnen zu stellen und einen Kl&#228;rungsprozess der &#8222;revolution&#228;ren Theorie&#8220; im Verh&#228;ltnis zu den &#8222;historischen Zyklen&#8220; einzuleiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weil wir diese &#220;berlegungen heute immer noch f&#252;r dringend und treffend halten, haben wir diesen Text dem Vergessen entrissen, um ihn zur Diskussion zu stellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;A. 1848-1871&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;I. &#8222;Nach den Revolten (Lyon, Manchester), die den zuk&#252;nftigen Auftritt des Proletariats auf der gesellschaftlichen und politischen B&#252;hne als &lt;i&gt;historische Klasse&lt;/i&gt; voraussehen liessen, kam es zur Revolte der Weber von Schlesien, die erste proletarische Handlung, die auf der Ebene des &lt;i&gt;theoretischen&lt;/i&gt; Beitrages pr&#228;ziser war. Mit diesem Aufstand zeichnete sich die grundlegende Richtung der kommenden proletarischen K&#228;mpfe ab.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;La Perspective du communisme, 1971.&#034; id=&#034;nh2-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In seinem ber&#252;hmten Text &#252;ber den schlesischen Aufstand [&#8230;] definiert Marx auf klare Art und Weise das kommunistische Programm des europ&#228;ischen Proletariats zwischen 1844 und 1848:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Er zeigt, dass &#8222;die &lt;i&gt;klassische&lt;/i&gt; Periode des politischen Verstandes&#8220;, jene der &#8222;franz&#246;sische[n] Revolution&#8220;, vorbei ist;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Er zeigt, dass das, wovon das Proletariat getrennt ist, und dies &lt;i&gt;durch seine Arbeit selbst&lt;/i&gt;, nicht der politische Staat, d.h. die b&#252;rgerliche Ordnung, sondern &#8222;das &lt;i&gt;Leben&lt;/i&gt; selbst, das physische und geistige Leben, die menschliche Sittlichkeit, die menschliche T&#228;tigkeit, der menschliche Genu&#223;, das &lt;i&gt;menschliche&lt;/i&gt; Wesen&#8220; ist;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Am Schluss zeigt er, wie die Revolution eine politische Revolution mit einem gesellschaftlichen Geist sein wird, d.h. wie der politische Akt der Zerst&#246;rung der b&#252;rgerlichen Macht und der damit verwachsenen gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse Teil eines &lt;i&gt;Moments&lt;/i&gt; in einer breiteren gesellschaftlichen Bewegung ist, die gleichbedeutend mit der (Wieder-)Erschaffung der &lt;i&gt;menschlichen Gemeinschaft&lt;/i&gt; und damit &lt;i&gt;dem Ende der Politik&lt;/i&gt; ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Davon ausgehend kann das Proletariat nicht mehr nach der Beseitigung seiner Isolation gegen&#252;ber dem Staat und der Macht, d.h. nach der Reorganisation einer herrschenden Schicht streben, sondern muss auf eine Zerst&#246;rung der Trennung der Gesellschaft in Klassen abzielen, da es &#8222;&lt;i&gt;kein besondres&lt;/i&gt; Recht in Anspruch nimmt, weil kein &lt;i&gt;besondres Unrecht&lt;/i&gt;, sondern das &lt;i&gt;Unrecht schlechthin&lt;/i&gt; an ih[m] ver&#252;bt wird&#8220;.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung.&#034; id=&#034;nh2-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die verschiedenen theoretischen und programmatischen Beitr&#228;ge von Marx und Engels (&lt;i&gt;Das Elend der Philosophie&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Das kommunistische Manifest&lt;/i&gt;, um nur die wichtigsten zu nennen) liefern der entstehenden proletarischen Bewegung eine historisch situierte theoretische Grundlage, obwohl sie nur von wenigen Arbeitern, und h&#228;ufig von jenen, welche bez&#252;glich der Klasse in einer peripheren Situation sind (Handwerker, proletarisierte Handwerker), gelesen und diskutiert werden, gleichzeitig gehen sie &lt;i&gt;definitiv&lt;/i&gt; &#252;ber den utopischen Sozialismus, den utopischen Kommunismus, den Proudhonschen Sozialismus und den blanquistischen Radikalismus hinaus. Obwohl diese Sekten weiterhin aktiv innerhalb des Proletariats existieren und h&#228;ufig dessen wirkliche Vertreter sind (siehe die Situation in Frankreich in den &lt;i&gt;M&#233;moires d'un r&#233;volutionnaire&lt;/i&gt; von Gustave Lefran&#231;ais), existierte &lt;i&gt;formell&lt;/i&gt; eine Sekte, die &#252;ber die Sekten hinausging, und deren &lt;i&gt;wirklicher&lt;/i&gt; Inhalt die &#220;berschreitung einer Vorhersage des Kommunismus war, sie war der Ausdruck des revolution&#228;ren Wesens in seiner Bewegung: Diese Sekte war der Bund der Kommunisten. Diese Grundlage dr&#252;ckte die theoretische/praktische Verbindung mit der revolution&#228;ren Gegenwart der Bewegung selbst in ihrer konkreten und unmittelbaren Perspektive aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Daher erschien die kommunistische Perspektive als direkt verbunden mit der b&#252;rgerlichen demokratischen-nationalen Revolution von 1848, die vom Kleinb&#252;rgertum und der Arbeiterklasse angef&#252;hrt wurde. Die Theorie erlaubte somit ausgehend von der wirklichen Situation, die Strategie und die Taktik des europ&#228;ischen &lt;i&gt;Proletariats&lt;/i&gt; zu erstellen, die ihm durch sein Wesen selbst auferlegt worden waren. Wir werden nicht weiter auf diese Taktik und diese Strategie zur Zeit der progressiven b&#252;rgerlichen Revolutionen eingehen und k&#246;nnen einfach beil&#228;ufig zwei Dinge festhalten: a) Der Kommunismus wird gleichzeitig als &lt;i&gt;Produkt&lt;/i&gt; des Kapitals ab einem gewissen Stadium der Entwicklung der Produktivkr&#228;fte, &lt;i&gt;doch auch, und zugleich&lt;/i&gt;, als Best&#228;tigung und Austreten seiner globalen Natur verstanden, und dies &lt;i&gt;von Anfang an&lt;/i&gt;, d.h. dass die Notwendigkeit, sich zwischen 1844 und 1848 als politische Partei zu konstituieren, eben genau mit der Verweigerung der rein politischen Praxis verbunden ist, ein dialektischer Gegensatz, der sich im Verlauf der revolution&#228;ren Krise von 1848 aufl&#246;st. b) Das Proletariat wird aktiv als eine aus der Arbeiterklasse kommende, autonome Klasse im Verh&#228;ltnis zur Demokratie erfasst, eben genau und v.a., weil es auf &lt;i&gt;lebendige Art und Weise&lt;/i&gt; gr&#246;sstenteils unter Nicht-Arbeitern existiert. &lt;i&gt;Das Proletariat ist also historisches Verh&#228;ltnis und Sinn f&#252;r dieses Verh&#228;ltnis&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kommunistische Bewegung ist somit genau der Widerschein der historischen T&#228;tigkeit des Proletariats von 1848, das damals Arbeiterklasse war. Der Bund der Kommunisten ist sowohl Tr&#228;ger der zentralen Perspektive, als auch ihrer wirklichen Grenzen. Seine T&#228;tigkeit verlor sich unmittelbar im Wutausbruch, und dann in der Niederlage, doch &#8222;die proletarische Bewegung taucht im Verlauf eines Prozesses auf, dessen einheitlicher und eindeutiger Charakter die Vereinigung der historischen und formellen Ausdr&#252;cke der Bewegung andeuten, welche die zuk&#252;nftige kommunistische Revolution aufzeigen wird&#8220;.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;La Perspective du communisme.&#034; id=&#034;nh2-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1848 ist also die erste einheitliche Erscheinung des Proletariats/der Arbeiterklasse. Aufgrund des Entwicklungsstadiums der damaligen Produktiv- und der historischen Kr&#228;fte k&#246;nnen die Arbeiter nur der Bourgeoisie helfen und sich danach &lt;i&gt;verteidigen&lt;/i&gt; (Juni 1848); doch in dieser &#8222;Verteidigung&#8220; selbst &#8211; die es nur erlaubte, das kommunistische Programm auf negative Art und Weise zu bekr&#228;ftigen, die Zerst&#246;rung eines Mechanismus wie des Tausches konnte nicht in die Problemstellung eingehen, da materiell nicht l&#246;sbar &#8211; in dieser &#8222;Verteidigung&#8220; also ist das, was wichtig ist, die Tatsache, dass die Bourgeoisie (und ihre verschiedenen provisorischen Verb&#252;ndeten) &lt;i&gt;gezwungen&lt;/i&gt; war, die Arbeiter anzugreifen, die in den Strassen von Paris ein Gespenst spazieren f&#252;hrten, das sofort in den Gehirnen der Herrschenden zu spuken begann, und jene, dass sie unter dem Risiko der R&#252;ckkehr der Ketten der feudalen Macht bevorzugte, sie anzugreifen. In Deutschland warf sie sich in die liebenden Arme der Feudalisten; in Frankreich, wo die Situation &lt;i&gt;politisch&lt;/i&gt; weiter fortgeschritten war, tanzte sie den Reigen der B&#252;ndnisse bis 1871. Die Verbindung Kommunisten/Proletarier als andere Lektion der proletarischen Verteidigung von Juni 1848 erscheint allerdings nicht als Verh&#228;ltnis F&#252;hrer/Gef&#252;hrte, sondern als praktische Organisation des theoretischen und programmatischen Ausdrucks, als wirkliche Bewegung. Die durch die praktischen Grenzen der Epoche (u.a. die Abwesenheit der bewussten Koordination zwischen proletarischen Elementen verschiedener Nationen aufgrund der Abwesenheit einer Perspektive, die &#252;ber die Verteidigung hinausgeht) eingeschr&#228;nkte Verbindung zwischen dem Proletariat und der kommunistischen Theorie liess schon etwas qualitativ h&#246;her stehendes erkennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;II. Gleichzeitig erlitt das Proletariat seine erste Niederlage als autonome Klasse; der konterrevolution&#228;re Zyklus beginnt. Es kam somit nicht mehr in Frage, eine formelle Organisation weiterzuf&#252;hren, die f&#228;hig war, das revolution&#228;re Programm zu h&#252;ten und zu verwirklichen. Nach kurzen Illusionen (zwischen 1850 und 1852) verstehen Marx und Engels, dass es ihre Aufgabe ist, Lehren aus dieser Revolution von 1848 zu ziehen, ihre Grenzen und ihre m&#246;gliche &#220;berschreitung zu verstehen. Sie entscheiden sich, den Bund der Kommunisten aufzul&#246;sen, um besser auf der kommunistischen Linie zu bleiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Bei dieser allgemeinen Prosperit&#228;t, worin die Produktivkr&#228;fte der b&#252;rgerlichen Gesellschaft sich so &#252;ppig entwickeln, wie dies innerhalb der b&#252;rgerlichen Verh&#228;ltnisse &#252;berhaupt m&#246;glich ist, kann von einer wirklichen Revolution keine Rede sein. Eine solche Revolution ist nur in den Perioden m&#246;glich, wo diese &lt;i&gt;beiden Faktoren&lt;/i&gt;, die &lt;i&gt;modernen Produktivkr&#228;fte&lt;/i&gt; und die &lt;i&gt;b&#252;rgerlichen Produktionsformen&lt;/i&gt;, miteinander &lt;i&gt;in Widerspruch&lt;/i&gt; geraten. Die verschiedenen Z&#228;nkereien, in denen sich jetzt die Repr&#228;sentanten der einzelnen Fraktionen der kontinentalen Ordnungspartei ergehn und gegenseitig kompromittieren, weit entfernt zu neuen Revolutionen Anla&#223; zu geben, sind im Gegenteil nur m&#246;glich, weil die Grundlage der Verh&#228;ltnisse momentan so sicher und, was die Reaktion nicht wei&#223;, so &lt;i&gt;b&#252;rgerlich&lt;/i&gt; ist.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx und Engels, &#8222;Revue, Mai bis Oktober 1850&#8220; in Neue Rheinische (...)&#034; id=&#034;nh2-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie weigern sich, auf die Verschw&#246;rung (siehe &lt;i&gt;Enth&#252;llungen &#252;ber den Kommunistenprozess zu K&#246;ln&lt;/i&gt; von Marx), die milit&#228;rische gewaltt&#228;tige Aktion einer Minderheit, die Propaganda und die Agitation zur&#252;ckzugreifen. Es geht n&#228;mlich darum, sich nicht von den Formen der Revolution und/oder ihrer Niederlage beeinflussen und/oder sich nicht vom Realismus der konterrevolution&#228;ren Wirklichkeit anstecken zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Ich habe ferner das Mi&#223;verst&#228;ndnis zu beseitigen gesucht, als ob ich unter 'Partei' einen seit 8 Jahren verstorbnen 'Bund' oder eine seit 12 Jahren aufgel&#246;ste Zeitungsredaktion verstehe. Unter Partei verstand ich die Partei im gro&#223;en historischen Sinn.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx an Freiligrath, Brief vom 29. Februar 1860, MEW, Bd. 30, 1974, S. 495.&#034; id=&#034;nh2-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Die einzige Arbeit ist also die theoretische Arbeit, v.a. die Kritik der politischen &#214;konomie und die Pr&#228;zisierung des Wesens der kommunistischen Produktion. In dieser Zeit der Konterrevolution (1850-1864) verweigert Marx jegliche andere Organisation als jene seiner theoretischen und praktischen Arbeit (sofern es praktische T&#228;tigkeit gibt). Dieser Anti-Formalismus erlaubt ihm gleichzeitig, die hier und dort handelnden &#8222;Sozialisten&#8220; radikal zu kritisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;III. Die 1864 gegr&#252;ndete Erste Internationale (IAA: Internationale Arbeiter-Assoziation) ist mit dem Wiederaufkommen proletarischer K&#228;mpfe, dem revolution&#228;ren Aufschwung und der Wirtschaftskrise verbunden. Die Erste Internationale vereinigt alle Fraktionen des Proletariats, die das theoretische Bewusstseins des Kampfes erlangt haben, wenn auch und v.a. nur partiell. Die Erste Internationale ist &lt;i&gt;tats&#228;chlich&lt;/i&gt; ein verbindendes Element zwischen den verschiedenen Schichten des Proletariats und seinen verschiedenen gesellschaftlichen Situationen in Europa. Sie ist ein Moment des Vereinigungsprozesses und beschleunigt ihn gleichzeitig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gegen&#252;ber dem Proudhonismus des reaktion&#228;ren Kleinb&#252;rgertums und dem Lasallismus, der zugleich der Vorg&#228;nger der Sozialdemokratie als auch schon Insolvenzverwalter ist, sind die Revolution&#228;re in zwei Lager geteilt: die Kollektivisten mit Bakunin und die um Marx gruppierten Kommunisten. Diese Teilung &#252;berschnitt sich damals fast perfekt mit der Teilung zwischen entwickelten und wenig entwickelten kapitalistischen Zonen; diese These ist durchaus bekannt, doch sie hilft nur, einen Aspekt des Problems zu verstehen: Ausser der Tatsache, dass England n&#228;her bei einem Proudhonschen Sozialismus als bei einem marxistischen Kommunismus ist, &#252;berschneidet (und kaschiert) diese Teilung eine andere Trennung &lt;i&gt;innerhalb des Proletariats selbst&lt;/i&gt;. Einerseits geht es auf der Marxschen Seite darum, &#8222;den Bed&#252;rfnissen des Klassenkampfes und der Organisation der Arbeiter zur Klasse unmittelbar Nahrung und Ansto&#223; [zu] geben&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Marx an Kugelmann, Brief vom 9. Oktober 1866, MEW, Bd. 31, 1965, S. 529.&#034; id=&#034;nh2-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und damit alle Arbeiter auf der Grundlage eines f&#252;r das europ&#228;ische Proletariat in seiner Gesamtheit unmittelbar realisierbaren Programms zu vereinigen. Diese Konzeption der Internationale entsprang einer realistischen Konzeption des historischen Zyklus des Proletariats: Entwicklung der Produktivkr&#228;fte, jeweilige Bedeutungen der k&#228;mpfenden gesellschaftlichen Klassen, wirkliche Reformm&#246;glichkeiten, die das politische Feld der Emanzipation des Proletariats &#246;ffnen, doch dabei &#8222;das Endziel klar hindurchsehn&#8220; usw. Andererseits ging die anti-autorit&#228;re Konzeption vom Auftauchen der proletarischen Autonomie selbst aus, ihrer historischen Emergenz, ihrer Forderung von Beginn an nach der unmittelbaren kommunistischen Revolution und somit von der Verweigerung, den wirklichen Zustand der Kr&#228;fte, die Notwendigkeit der Vermittlungen usw. in Betracht zu ziehen. Auf der einen Seite, im Namen einer klaren Definition des Kommunismus, der Durchmarsch durch das politische Feld unter dem Risiko, sich darin zu verlieren (siehe Marx, der urspr&#252;nglich die Kommune im Namen einer schon sozialdemokratischen Taktik- und Strategieanalyse missbilligt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die anf&#228;nglichen Positionen von Marx bez&#252;glich der Kommune k&#246;nnen sehr gut (...)&#034; id=&#034;nh2-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;) und auf der anderen Seite die naive D&#252;rftigkeit, die freie Gesellschaft unmittelbar durch einfachen Willen (siehe Bakunin in Lyon&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Am Abend des 14. September verl&#228;sst Michail Bakunin Genf in Richtung Lyon. (...)&#034; id=&#034;nh2-8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;) im Namen einer noch sehr schmalen Definition dieser Gesellschaft zu verwirklichen: der Kollektivismus. Diese beiden Konzeptionen, wovon eine zum Kult der &#8222;politischen&#8220; Aktion, die andere zum Kult der wirtschaftlichen Aktion f&#252;hren konnte und die in zwei verschiedenen Zonen der historischen Entwicklung entstanden sind, dr&#252;cken eigentlich ein tieferes Ph&#228;nomen aus: die tragische Dualit&#228;t der Praxis des damaligen Proletariats selbst. Einerseits konnten die wirklichen M&#246;glichkeiten der K&#228;mpfe nicht die kommunistische Revolution bringen und zwangen das Proletariat, mit anderen Schichten Kompromisse zu schliessen; andererseits taucht die unmittelbare Bekr&#228;ftigung der Revolution auf, obschon unm&#246;glich. Diese beiden Konzeptionen waren eine Spaltung des Wesens des Proletariats selbst; losgel&#246;st von ihrem Kontext des revolution&#228;ren Aufschwungs f&#252;hrte die eine zur Aufopferung des revolution&#228;ren Ziels zu Gunsten eines immediatistischen Kampfes &lt;i&gt;im Namen selbst der notwendigen historischen Verkettung der unmittelbaren K&#228;mpfe, die zum revolution&#228;ren Endkampf f&#252;hren sollten&lt;/i&gt;, die andere zur Aufopferung des wirklichen Verst&#228;ndnisses der Entwicklung der K&#228;mpfe zu Gunsten einer Bekr&#228;ftigung des revolution&#228;ren Ziels &lt;i&gt;im Namen selbst des revolution&#228;ren Endkampfes, von dem behauptet wurde, er sei in jedem unmittelbaren Moment des Kampfes gegenw&#228;rtig&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Offensichtlich repr&#228;sentiert das Marxsche Lager die Theorie des fortgeschrittenen Industrieproletariats und ist somit auf theoretischer Ebene Tr&#228;ger davon, d.h. Tr&#228;ger der Theorie des Proletariats als gesellschaftliches Verh&#228;ltnis und als historisches Werden. Es ist eine &lt;i&gt;Zeugungslinie&lt;/i&gt;, denn verschiedene Str&#246;mungen, vom Proudhonismus bis zum Blanquismus, existieren und sind sogar quantitativ bedeutender als jene um Marx und Bakunin. Doch wichtig ist die Tatsache, dass das Lager von Marx (die &#8222;Partei&#8220; Marx) das Korpus des kommunistischen Programms (Beseitigung der Lohnarbeit und des Handels) selbst entwirren konnte, w&#228;hrend jenes von Bakunin beim Kollektivismus stecken geblieben ist, einer Art hybriden Mischung, auf halbem Weg zwischen dem korporatistischen Proudhonschen Mutualismus und dem Kommunismus, ein Abbild der Situation selbst dieser neuen Proletarier, welche gerade erst das Handwerk oder das Landleben verlassen haben, von einer Produktionsweise in die n&#228;chste wechseln und in Richtung Kommunismus gehen. Zu diesem Zeitpunkt ist das Wesentliche der kommunistischen Theorie (1867, Buch 1 des &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt;, &#252;brigens von Bakunin ins Russische &#252;bersetzt) mit der Entwicklung der IAA verbunden. Die IAA vereinigt alle Fraktionen des Proletariats und ihre Teilungen &#8222;Marxisten/Bakuninisten&#8220; werden erst nach der Niederlage der Revolution, nach der Kommune wirklich &lt;i&gt;wirksam&lt;/i&gt;. Die Erste Internationale ist somit eine der Fraktionen der Partei, die sich ab 1868, v.a. in Paris, innerhalb des Proletariats manifestiert; sie ist die Fraktion des Bewusstseins davon genau wie die Blanquisten die milit&#228;rische Fraktion davon sind (diese Teilung in organische &#8222;Fraktionen&#8220; ist Zeichen der Grenzen). F&#252;r Marx war es damals unn&#246;tig, die anderen Str&#246;mungen aus der formellen Organisation Erste Internationale ausschliessen zu wollen, da er diese nicht mit der historischen Partei identifizierte und bemerkenswert klar verstand, dass die Zw&#228;nge des revolution&#228;ren Kampfes die Fraktionen innerhalb der Organisation und &lt;i&gt;ausserhalb&lt;/i&gt; davon vereinigen werden. Und wenn sich auch die Spannungen zwischen der &#8222;Partei Marx&#8220; und der &#8222;Partei Bakunin&#8220; ab 1868 klar abzeichnen, war doch die Kommune und ihre Niederlage der Ort und der Zeitpunkt der progressiven Spaltung. Eigentlich ist die Erste Internationale sowohl &lt;i&gt;formelle Partei, als auch wirtschaftliches und programmatisches Organ&lt;/i&gt;. Die Einheit des Proletariats und &lt;i&gt;seiner revolution&#228;ren Fraktionen&lt;/i&gt; werden darin trotz den grundlegenden Gegens&#228;tzen (die hier nicht diskutiert werden, &lt;i&gt;jedoch stets ohne Verh&#228;ltnis zum Zyklus analysiert wurden&lt;/i&gt;) aufrechterhalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;IV. Die Vermittlungen zwischen der Klasse und ihrem Programm, wenn sie auch sehr wichtig sein m&#246;gen, sind mit ihrer wirklichen Entwicklung verbunden. Sie sind sogar ein Ausdruck davon.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die parlamentarische Politik bis 1871 kann z.B. durch den Grad der Entwicklung des Kapitalismus als spezifische Produktionsweise erkl&#228;rt werden. Die schwache Entwicklung des Proletariats, die mit der schwachen Entwicklung des Kapitals zusammenh&#228;ngt, &lt;i&gt;zwingt&lt;/i&gt; es dazu, zu versuchen, seine entstehende Kraft und seine Momente der Revolte in der parlamentarischen Sph&#228;re zu &lt;i&gt;konkretisieren&lt;/i&gt;. Umgekehrt wird seine Intervention auf diesem Terrain durch die Tatsache &lt;i&gt;m&#246;glich&lt;/i&gt; gemacht, dass keine Klasse f&#228;hig ist, ihre Forderungen diskussionslos zu diktieren. Das Parlament ist alternativ und &lt;i&gt;effizient&lt;/i&gt; der Ort der Absprache und der Konfrontation zwischen der Handelsbourgeoisie, der Finanzaristokratie und unter gewissen Bedingungen dem Proletariat&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;In England z.B., siehe &#8222;Du rackett politique au cirque &#233;lectoral&#8220; in Le (...)&#034; id=&#034;nh2-9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es ist die Bl&#252;tezeit der &lt;i&gt;demokratischen&lt;/i&gt; Epoche der Bewegung; obwohl die Marxisten die Demokratie ablehnen, akzeptieren sie diese, um daran als politische Partei teilzunehmen, und die Anti-Autorit&#228;ren hingegen nehmen nicht daran teil, doch beanspruchen sie wahr und rein, nicht b&#252;rgerlich, nicht parlamentarisch usw. Diese Eigenschaft zeigt gut den ambivalenten Charakter der damaligen Diskussion Marxisten/Bakuninisten innerhalb der IAA.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;V. Die Kommune ist der H&#246;hepunkt der wirklichen Bewegung, deren Ausdruck die Erste Internationale ist. Das dialektische Verh&#228;ltnis zwischen der historischen Partei und der revolution&#228;ren Machtergreifung in Verbindung mit den formellen Organen ist klar. Marx erkl&#228;rt in einem Brief an Kugelmann (vom 12. April 1871), dass die Kommune &#8222;die glorreichste Tat unserer Partei seit der Pariser Juni-Insurrektion&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;MEW, Bd. 33, 1976, S. 206.&#034; id=&#034;nh2-10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; ist; was klar die absolute Einheit und Kontinuit&#228;t in seiner Konzeption der Handlung der Klasse und &lt;i&gt;der Klassenorganisation&lt;/i&gt; (d.h. ihrer praktischen Aufgaben) zeigt, ausserhalb jeglichem &lt;i&gt;Formalismus&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ausserdem ist die Kommune die Verwirklichung der ihr vorhergehenden Bewegung. Innerhalb der Kommune &lt;i&gt;sind die ideologischen Gegens&#228;tze &#252;berwunden: Die Spaltung Mehrheit/Minderheit geht durch jede Fraktion und die direkte Demokratie ist in ihr verwirklicht&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit ihrer glorreichen Niederlage schliesst sich ein Zyklus proletarischer K&#228;mpfe (eigentlich dauert er bis 1873-1874: Auswirkungen in Belgien, Skandinavien, Spanien usw.). Die formelle Organisation des Proletariats ist an einen neuen Wendepunkt gelangt: 1848 ging es darum, sich an der b&#252;rgerlichen Revolution zu beteiligen und auf &lt;i&gt;virtuelle&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;geheime&lt;/i&gt; Art und Weise als politische Partei organisiert zu sein; 1871 ging es darum, die politische Demokratie zu organisieren, um &lt;i&gt;die Grundlagen&lt;/i&gt; des Terrains der gesellschaftlichen Emanzipation des Proletariats zu legen, und somit als &lt;i&gt;wirkliche politische Partei&lt;/i&gt; organisiert zu sein. Nach 1871 kommt all das nicht mehr in Frage: Mehrere programmatische Errungenschaften erweisen sich als prinzipielle Lehren der Kommune:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Die &#196;ra der progressiven b&#252;rgerlichen, nationalen Revolutionen ist vorbei, das Proletariat braucht keine Kompromisse mehr mit anderen gesellschaftlichen Schichten zu schliessen, es muss entweder Teil von ihnen werden, sie zerst&#246;ren oder von ihnen zerst&#246;rt werden. Es muss seine &lt;i&gt;Diktatur&lt;/i&gt; bekr&#228;ftigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Das Proletariat kann sich nicht mehr in der politischen (und erst recht parlamentarischen) Sph&#228;re entwickeln; die einzige &#252;brig bleibende &lt;i&gt;politische&lt;/i&gt; Frage ist der Inhalt seiner Diktatur und diese Frage bleibt &lt;i&gt;politisch&lt;/i&gt;, denn es ist noch nicht &lt;i&gt;gesellschaftlich vorherrschend&lt;/i&gt; (die Frage des Staates ist die Folge dieser Lehre).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Das Proletariat tr&#228;gt von nun an, in seiner eigenen Existenz, den unmittelbaren Inhalt seiner Aufgaben und braucht keine &lt;i&gt;formelle Partei&lt;/i&gt; mehr. Es kann nur als seine eigene &lt;i&gt;historische Partei&lt;/i&gt; &#8222;sein&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Das kommunistische Programm erscheint klar als autonomes Programm des Proletariats, als &lt;i&gt;Zerst&#246;rung des Tausches&lt;/i&gt;, wenn auch negativ (in Anbetracht des Entwicklungsniveaus der Produktivkr&#228;fte).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;VI. &#8222;1871 war das Proletariat zu isoliert, um auf einen Sieg hoffen zu k&#246;nnen. H&#228;tte es Versailles &lt;i&gt;milit&#228;risch&lt;/i&gt; besiegt, w&#228;re es, einerseits, unmittelbar mit der europ&#228;ischen Konterrevolution, wovon die preussische Armee ein blosser Vorposten war, konfrontiert gewesen, andererseits, und v.a., mit den Problemen der kommunistischen Transformation des Produktions- und Verteilungsapparats, w&#228;hrend der Kapitalismus erst mit der Vergesellschaftung der Produktion begonnen hatte.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Fran&#231;ois Martin, Quelques le&#231;ons d'une insurrection pass&#233;e pour une (...)&#034; id=&#034;nh2-11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die revolution&#228;re Organisation dr&#252;ckte die besiegte Kommune aus und die IAA musste sich aufl&#246;sen. Es war die Zeit der heftigen Spaltungen zwischen Fraktionen, die Partei Marx und die Partei Bakunin wollten die F&#252;hrung &#252;bernehmen: So dr&#252;ckte die Apparatspolitik die Konterrevolution aus. Die verschiedenen und partiellen Zonen und Aspekte der Totalit&#228;t der Klasse, die im revolution&#228;ren Angriff vereinigt waren, stehen dieses Mal im Gegensatz zueinander. Die Konterrevolution l&#246;ste die Einheit der Klasse auf, spaltete sie, sowie auch ihren theoretischen und programmatischen Ausdruck. Mit dem Schwung der Kommune und ihren Auswirkungen konnten Marx und Engels, obwohl sie sich der Politik hingaben (Kampf um den Generalrat), die grundlegende Errungenschaft der Kommune bis ungef&#228;hr 1875 theoretisieren (&lt;i&gt;B&#252;rgerkrieg in Frankreich&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt;). Nach 1875 &lt;i&gt;waren sie alleine&lt;/i&gt;. Die historische Partei lebte bei ihnen dank der Wiederaufnahme der theoretischen Arbeit weiter, die durch den revolution&#228;ren Sturm unterbrochen worden war (&lt;i&gt;Das Kapital&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Anti-D&#252;hring&lt;/i&gt; usw.), doch diese Arbeit war nicht direkt mit der &lt;i&gt;Praxis&lt;/i&gt; des Proletariats verbunden, das auf den Zustand des variablen Kapitals beschr&#228;nkt worden war. Das zeigt, bis zu welchem Punkt die &lt;i&gt;politischen&lt;/i&gt; Positionen von Marx, und dann v.a. von Engels, nicht revolution&#228;r waren; und bez&#252;glich Engels konterrevolution&#228;r. Die Dichotomie zwischen der Aussage der kommunistischen Theorie, die sie verfeinerten (es ging nur darum, auf eine zuvor formulierte und ausgearbeitete Theorie zur&#252;ckzukommen), und ihrer Praxis &lt;i&gt;im Zeitalter&lt;/i&gt; war absolut geworden, das Zeitalter war konterrevolution&#228;r und das Zeitalter und ihre Praxis korrumpierten sogar die Aussage der kommunistischen Theorie, bei Engels in mehreren Texten wie &lt;i&gt;Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft&lt;/i&gt;, welche klar den sozialdemokratischen und &lt;i&gt;undialektischen&lt;/i&gt; Inhalt zeigen. Nach 1875 bleiben also zwei M&#228;nner &#252;brig, die eine grundlegende theoretische Arbeit weiter f&#252;hren (v.a. Kritik der &#214;konomie und der Wissenschaften), sich der Situation aber gleichzeitig nur halbwegs bewusst sind (Marx etwas mehr, siehe den Brief an Nieuwenhuis, &lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt;). Nach 1883, dem Todesjahr von Marx, bleibt ein Mann &#252;brig, der das Werk der &#8222;Partei Marx&#8220; &#8222;treu&#8220;, d.h. &lt;i&gt;ideologisch&lt;/i&gt; weiterf&#252;hrt, doch ein f&#252;r alle Mal in der Konterrevolution versinkt und Anf&#252;hrer des &lt;i&gt;Marxismus&lt;/i&gt; wird, der Theorie der Sozialdemokratie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;VII. Zwar ist die Niederlage der Kommune &lt;i&gt;historisch&lt;/i&gt; gehaltvoll, doch sie besiegelt die Teilung der proletarischen Bewegung in:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;- politische Fraktionen&lt;/i&gt;: die beiden rivalisierenden IAA, jene von Marx/Engels bis 1874 und jene der Bakuninisten, die in Genf, Spanien und Italien weiter besteht; dann die Gruppen, Gruppierungen, Sekten, Parteien usw.;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;- wirtschaftliche Fraktionen&lt;/i&gt;: die berufsst&#228;ndischen und gewerkschaftlichen Organisationen;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;- programmatische Fraktionen&lt;/i&gt;: Marx/Engels alleine gegen ihre Sch&#252;ler bis ungef&#228;hr 1880 (&#8222;Was Du &#252;ber die Deutschen schreibst, verwundert mich in keiner Weise. Hier ganz ebenso. Engels und ich haben uns daher ganz von dem Pack zur&#252;ckgezogen [&#8230;].&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx, Brief an Sorge vom 27. September 1877, MEW 34, S. 295.&#034; id=&#034;nh2-12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;); dann der kleine informelle und internationale Zusammenschluss von Anarchisten rund um Malatesta, usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der soziale Frieden ist gesichert und die intensive freie Entwicklung des Kapitals hat auch freien Lauf. Die b&#252;rgerliche nationale Revolution vollendet sich (Deutschland, Italien) und vereinigt ihre Ausbeutungsbedingungen. Der &#220;bergang zur reellen Herrschaft des Werts steht auf der Tagesordnung und die Zerst&#246;rung der sich ihm entgegenstellenden Hindernisse ist im Gang. Die Arbeit wird allm&#228;hlich von der Mehrarbeit aufgezehrt. Der Maschinenbetrieb entwickelt sich. Die Sozialdemokratie als koh&#228;renter Ausdruck dieser Entwicklung wird zur gesellschaftlichen H&#252;lle des Kapitals.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;VIII. Als Paraphrase und Berichtigung der Einsch&#228;tzung von Karl Korsch in &lt;i&gt;Krise des Marxismus&lt;/i&gt; (1931) k&#246;nnen wir bekr&#228;ftigen, dass sich mit den Jahren 1871 bis 1875 der erste grosse historische Zyklus der kapitalistischen Entwicklung vollendet. Im Verlauf desselben hat der Kapitalismus auf der damaligen &lt;i&gt;begrenzten&lt;/i&gt; Grundlage schon alle Phasen seiner Entwicklung bis zu jenem Punkt durchlaufen, wo der bewusste Teil des Proletariats die soziale Revolution der Arbeiterklasse selbst auf die Tagesordnung setzen kann, jener Arbeiterklasse, die damals das Proletariat war. Folglich hat die Klassenbewegung des Proletariats &#8211; auf dieser &lt;i&gt;begrenzten&lt;/i&gt; Grundlage &#8211; schon ein &lt;i&gt;ziemlich hohes&lt;/i&gt; Entwicklungsstadium erreicht: Die revolution&#228;ren K&#228;mpfe, welche zu dieser Zeit von isolierten Fraktionen der Arbeiterklasse gef&#252;hrt wurden, sind der praktische Ausdruck davon und die Mitglieder der Internationale die historische Verbindung gewesen; jene, welche die &#8222;Partei Marx&#8220; formten, indem sie damals den definitiven (momentanen und zuk&#252;nftigen) Inhalt der bewussten Praxis der proletarischen Klasse formulierten, haben den theoretischen Ausdruck daf&#252;r geliefert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;B. Sozialdemokratie und Bewegung des Kapitals&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;I. Die Entstehung der Zweiten Internationale ist mehr oder weniger erzwungen und der Epoche zuwiderlaufend. Ihre prinzipielle Basis ist die deutsche Sozialdemokratie; man kann sogar sagen, dass die Zweite Internationale ironischerweise die Ausdehnung des &#8222;deutschen Sozialismus&#8220; ist, wovon Marx sprach und sich 1871 den Sieg zusammen mit jenem von Bismarck w&#252;nschte! Die deutsche Sozialdemokratie, deren Konstitution kurz nach der proletarischen Niederlage (Gothaer Kongress, 1875) nur eine Vereinigung des Lassallianismus mit einigen marxistischen Prinzipien war, die man zur wissenschaftlichen Dekoration behielt, stellte die Basis der gesamten europ&#228;ischen sozialistischen Bewegung dar. Der instruktivste Text &#252;ber die Entstehung der Zweiten Internationale ist diese Passage von Engels in seinem Brief an Sorge vom 8. Juni 1889: &#8222;Sonst hat der Kongre&#223; wenig zu bedeuten. Ich gehe nat&#252;rlich nicht hin, ich kann mich dauernd nicht wieder in die Agitation st&#252;rzen. Aber die Leute &lt;i&gt;wollen&lt;/i&gt; nun einmal wieder Kongresse spielen, und da ist es besser, diese werden nicht von Brousse&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Paul Brousse (1843-1912) ist zu dieser Zeit der Anf&#252;hrer des franz&#246;sischen (...)&#034; id=&#034;nh2-13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und Hyndman dirigiert. Es war grade noch Zeit, ihnen das Handwerk zu legen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;MEW, Bd. 37, S. 232.&#034; id=&#034;nh2-14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Es ist klar, dass die Position von Engels, ein Bef&#252;rworter des Beitritts der aus Gotha entstandenen deutschen Partei zu dieser Internationale des Opportunismus, und zwar nur, um zu verhindern, dass die Possibilisten und die Engl&#228;nder die F&#252;hrung davon &#252;bernehmen, nicht im Geringsten ambivalent ist: Sie ist zutiefst manipulativ und konterrevolution&#228;r. Als ob die Revolution&#228;re sich an einer konterrevolution&#228;ren Institution beteiligen m&#252;ssten, um zu verhindern, dass sie von Konterrevolution&#228;ren angef&#252;hrt wird! Indem er das tat, gab er sich mit gefesselten H&#228;nden dem internationalen Reformismus hin, und von diesem Moment an bleiben alle Kritiken &#8222;privat&#8220; (beispielsweise in Briefen) oder werden von der Bebel-Gruppe zensiert. Doch es kommt noch besser: Neben der Tatsache, dass er seinem bemerkenswerten Satz zur Bewegung des Proletariats 1884 [Ad&#220;: 1885] widersprach (&#8222;Die internationale Bewegung des europ&#228;ischen und amerikanischen Proletariats ist jetzt so erstarkt, da&#223; nicht nur ihre erste enge Form - der geheime Bund -, sondern selbst ihre zweite, unendlich umfassendere Form - die &#246;ffentliche Internationale Arbeiterassoziation - eine Fessel f&#252;r sie geworden und da&#223; das einfache, auf der Einsicht in die Dieselbigkeit der Klassenlage beruhende Gef&#252;hl der Solidarit&#228;t hinreicht, unter den Arbeitern aller L&#228;nder und Zungen eine und dieselbe gro&#223;e Partei des Proletariats zu schaffen und zusammenzuhalten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten&#8220;, MEW Bd. 21, S. 223.&#034; id=&#034;nh2-15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;), einem Satz, in dem ein richtiges Verst&#228;ndnis der historischen Partei gegen&#252;ber der formellen Partei unter Beweis gestellt wird, hiess er auch die internationale Sozialdemokratie gut, indem er ihr ideologische Waffen lieferte; der &#8222;Marxismus&#8220; wurde somit zu einer Ideologie mit einer &lt;i&gt;unmittelbaren praktischen Funktion in der kapitalistischen Gesellschaft&lt;/i&gt;. Die Entstehung des Marxismus (siehe Marx: &#8222;Ich bin kein Marxist&#8220;) ist ein Kind der Niederlage des Proletariats und des b&#252;rgerlichen Sieges.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf diese Art und Weise gab Engels w&#228;hrend der in der Sozialdemokratie ausbrechenden Krise den &#8222;Stimmton&#8220; f&#252;r den Ausschluss der linken Fraktionen an. Er wurde nicht nur von den Deutschen benutzt, indem sie ihn zensierten, sondern er half auch den gleichen Leuten, innere Konflikte der Partei im Interesse der fundamental opportunistischen F&#252;hrung zu regeln. Seine Haltung erlaubte es der Zweiten Internationale, alle revolution&#228;ren Elemente auszuschliessen und sie umso monolithischer zu machen. Tats&#228;chlich manifestierte sich von Anfang an eine &lt;i&gt;m&#228;chtige&lt;/i&gt; internationale Bewegung der Kritik der Sozialdemokratie und sie wurde jedes Mal mit dem Segen von Engels ausgeschlossen; ihre Geschichte wurde aus offensichtlichen Gr&#252;nden von allen Historikern der Arbeiterbewegung vernachl&#228;ssigt: in Deutschland die Opposition der &#8222;Jungen&#8220;, welche zwischen 1889 und 1892 in Berlin konzentriert waren, obwohl unf&#228;hig, ihrer Position eine tiefe theoretische Perspektive zu geben, stellte besonders ihr Anti-Parlamentarismus eine gesunde und revolution&#228;re Reaktion dar; in D&#228;nemark die antifrontistische d&#228;nische Linke von Trier, welche ein B&#252;ndnis mit den Parteien der b&#252;rgerlichen, liberalen und b&#228;uerlichen Opposition ablehnte und 1889 aus der d&#228;nischen Partei ausgeschlossen wurde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;In D&#228;nemark wird 1889 die linke oppositionelle Minderheit, die von Gerson (...)&#034; id=&#034;nh2-16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;; in Schweden die um Bergregen versammelte Gruppe, die sich dem Reformismus und dem Parlamentarismus heftig widersetzte, in Verbindung mit den deutschen &#8222;Jungen&#8220; stand und 1891 aus der Partei ausgeschlossen wurde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Eine Bewegung zwischen der d&#228;nischen und der holl&#228;ndischen entwickelte (...)&#034; id=&#034;nh2-17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;; die revolution&#228;ren Sozialisten in England rund um William Morris und auch die in den revolution&#228;ren Gewerkschaften organisierten Sozialisten wie Tom Mann; die Holl&#228;nder mit F. D. Nieuwenhuis usw., und es gab, obwohl weniger zahlreich, Gruppen und Individuen mit &#228;hnlichen Positionen in Frankreich, Italien, Spanien, den USA und Japan.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Zweite Internationale wurde zum aktiven Zentrum der gesellschaftlichen b&#252;rgerlichen Entwicklung nach einem internationalen Kampf gegen 1) die revolution&#228;ren Elemente, wie jene linken Fraktionen, welche sie kritisierten, 2) und &lt;i&gt;die anarcho-kommunistische Bewegung, die mit &lt;/i&gt;&lt;i&gt;Gewalt von den Kongressen 1891, 1893 und 1894 ausgeschlossen wurde&lt;/i&gt;. Die Zweite Internationale ist nie degeneriert; sie wurde zu einem Zeitpunkt erschaffen, wo es &#252;berhaupt keine revolution&#228;re Perspektive gab, und deshalb beteiligte sie sich &lt;i&gt;von Anfang an&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;total&lt;/i&gt; am politischen System der Bourgeoisie. Einer der grossen Schw&#228;chen der wieder erstehenden kommunistischen Bewegung gegen 1905 (Trotzki, Rosa Luxemburg, Pannekoek usw.) war das Unverst&#228;ndnis des Wesens der Sozialdemokratie. Doch die Gr&#252;nde, weswegen die Zweite Internationale am b&#252;rgerlichen politischen Spiel teilnehmen &lt;i&gt;und es konsolidieren&lt;/i&gt; konnte, sind sehr tief.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;II. Nach der Niederlage der Pariser Kommune und ihren verschiedenen Auswirkungen &#8222;war die Arbeiterklasse geschlagen, die Konterrevolution triumphierte. &lt;i&gt;Die Zweite Internationale entsprach den konterrevolution&#228;ren Bedingungen, der kapitalistischen Entwicklung&lt;/i&gt;&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;La Perspective du communisme.&#034; id=&#034;nh2-18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Deshalb muss von einer Charakterisierung der Periode ausgegangen werden: &lt;i&gt;die Periode der formellen Herrschaft des Werts&lt;/i&gt;. W&#228;hrend dieser Periode gibt es eine Dichotomie zwischen der Besonderheit der kapitalistischen Produktionsweise: &lt;i&gt;die Lohnarbeit&lt;/i&gt; und die &#196;hnlichkeit des kapitalistischen Produktionsprozesses mit den vorhergehenden: a) der unmittelbare Arbeitsprozess ist, wenn auch nicht vorherrschend, zumindest sehr wichtig und hat den Mann als Grundlage (&#8222;der Arbeiter&#8220; [&#8222;l'ouvrier&#8220;, wortw&#246;rtlich &#8222;der Werker&#8220;]), die Bezeichnung ist vielsagend, vollbringt die &lt;i&gt;Totalit&#228;t&lt;/i&gt; des Produktionsprozesses, oder zumindest ann&#228;hernd, und die notwendige Arbeitszeit entspricht ungef&#228;hr der Mehrarbeitszeit; b) weite Gebiete haben nur eine pr&#228;kapitalistische Produktion, sowohl ausserhalb als auch &lt;i&gt;innerhalb&lt;/i&gt; der kapitalistischen L&#228;nder.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;In Folge hat der Proletarier im Produktionsprozess einen doppelten Charakter &#8211; sagen wir halb halb &#8211; als Produzent von Gebrauchswert (Arbeiter) und Produzent von Tauschwert (Proletarier). &lt;i&gt;Daraus entsteht eine &#8222;Dichotomie&#8220; innerhalb des Proletariers selbst&lt;/i&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;als potentielle Ware (Ware Arbeitskraft) &#8211; enteignet &#8211; ist er vollst&#228;ndig Proletarier;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;als besondere, im Produktionsprozess operierende Ware (Arbeits- und Verwertungsprozess) ist er &#8222;sowohl Proletarier als auch Arbeiter, aber allen voran Arbeiter.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;N&#233;gation I, 'Le Prol&#233;tariat comme destructeur du travail'.&#034; id=&#034;nh2-19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Proletariat erscheint also zu dieser Zeit als &lt;i&gt;Klasse der Arbeit&lt;/i&gt;, was eben der Entwicklung des Produktionsprozesses entspricht. Die Arbeiterklasse erschafft sich also die Verteidigungsorgane ihrer unmittelbaren Interessen, die Verteidigung des Preises ihrer Arbeitskraft: die Gewerkschaften. Sie treten als die Repr&#228;sentanten des menschlichen Arbeitsprozesses gegen den wissenschaftlichen und mechanisierten Arbeitsprozess, gegen den Verwertungsprozess zutage. Es ist jedoch hier, wo sich das Verh&#228;ltnis zwischen Arbeit und Kapital als invariable Gr&#246;sse zeigt, diese Verteidigung der Interessen der Arbeitskraft innerhalb jenes kapitalistischen Verh&#228;ltnisses der Lohnarbeit, welches zum Triumph des Verwertungsprozesses tendiert. &#8222;Betr&#228;chtliche Lohnerh&#246;hungen zwingen das Kapital tats&#228;chlich immer dazu, sich zu mechanisieren, lang- oder kurzfristig, und immer mehr; das gleiche gilt f&#252;r die Verk&#252;rzung des Arbeitstages; es ist somit der &#220;bergang von einer extensiven zu einer intensiven Ausbeutungsweise, vom absoluten zum relativen Mehrwert.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh2-20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Tat und Wahrheit &lt;i&gt;ist die &#8222;Arbeiterbewegung&#8220; der ad&#228;quate Ausdruck der Wertbewegung selbst&lt;/i&gt;, denn sie tendiert dazu, den Verwertungsprozess im Sinne der reellen Herrschaft des Werts voranzutreiben. Die Arbeiterbewegung ist die wirkliche Lenkerin der Proletarisierungsbewegung. Im Paar Kapital-Arbeit ist es die Arbeit, die aktiv ist und, durch ihre eigenen Forderungen, ihrem mit ihr verbundenen Feind &#8211; dem Kapital &#8211; die Reproduktion erm&#246;glicht. &lt;i&gt;Die Arbeiterbewegung ist der Ausdruck der Bewegung des variablen Kapitals, des Proletariats als &#246;konomische Kategorie des Kapitalismus&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unter diesen Bedingungen fiel die Entwicklung der gewaltigen deutschen (und anderen) sozialdemokratischen Gewerkschaften mit den Interessen der progressiven, industriellen Bourgeoisie zusammen; es war eben eine Notwendigkeit f&#252;r die Entwicklung des Kapitals, zum offensichtlichen Nachteil der reaktion&#228;ren Landbourgeoisie. Die wesentlichen Probleme der Geschichte waren die nationale Einigung und die Planungsorganisation des Kapitals. Die sich intensiv entwickelnden Gewerkschaften wurden schnell von der radikalen Bourgeoisie unterst&#252;tzt: Die Organisation des variablen Kapitals war eine Voraussetzung f&#252;r die Entwicklung der nationalen kapitalistischen Akkumulation. Die Sozialdemokratie war der politische Ausdruck dieses Ph&#228;nomens. Die nationale Planung der Arbeitskraft machte aus den Sozialdemokraten die Makler und die Organisatoren dieser Arbeitskraft und die Verteidiger der National&#246;konomie, der Verstaatlichung der Produktion. Der Mythos der Verstaatlichung der Produktion als Sozialismus war von Engels im &lt;i&gt;Anti-D&#252;hring&lt;/i&gt; gut analysiert worden: &#8222;Aber weder die Verwandlung in Aktiengesellschaften noch die in Staatseigentum, hebt die Kapitaleigenschaft der Produktivkr&#228;fte auf. Bei den Aktiengesellschaften liegt dies auf der Hand. Und der moderne Staat ist wieder nur die Organisation, welche sich die b&#252;rgerliche Gesellschaft gibt, um die allgemeinen &#228;u&#223;ern Bedingungen der kapitalistischen Produktionsweise aufrechtzuerhalten gegen &#220;bergriffe, sowohl der Arbeiter wie der einzelnen Kapitalisten. Der moderne Staat, was auch seine Form, ist eine wesentlich kapitalistische Maschine, Staat der Kapitalisten, der ideelle Gesamtkapitalist. Je mehr Produktivkr&#228;fte er in sein Eigentum &#252;bernimmt, desto mehr wird er wirklicher Gesamtkapitalist, desto mehr Staatsb&#252;rger beutet er aus. Die Arbeiter bleiben Lohnarbeiter, Proletarier. Das Kapitalverh&#228;ltnis wird nicht aufgehoben, es wird vielmehr auf die Spitze getrieben.&#8220; &#8222;Das Konzept der Arbeiterklasse war eine Antwort auf die Wirklichkeit der kapitalistischen &#214;konomie; es war eine pazifistische, gradualistische, demokratische und reformistische &#246;konomische Konzeption.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;La Perspective du communisme.&#034; id=&#034;nh2-21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Die Arbeiter mussten sich als Konsumenten (deswegen die Genossenschaften) und als Produzenten (deswegen die Gewerkschaften), als W&#228;hler (deswegen die parlamentarischen Gruppen), als Quartierbewohner (deswegen die Gemeindegruppen) und als Teilnehmer am ideologischen und kulturellen Leben (deswegen die Ch&#246;re, die Schulen, die kulturellen Gruppen usw.) organisieren. &lt;i&gt;Die Partei war der all diese Teile verbindende Organismus, die organisatorische und ideologische Koh&#228;sion der Arbeiterbewegung&lt;/i&gt;. Das Proletariat, die revolution&#228;re Klasse war verschwunden, um den kapitalistischen Kategorien Platz zu machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;III. Das Proletariat/variable Kapital fand also seinen Ausdruck in der sozialdemokratischen Partei. Die gew&#246;hnlichen Erkl&#228;rungen bez&#252;glich des Wesens der Sozialdemokratie, entweder anhand der Existenz der Arbeiteraristokratie, oder dem Wirken einer reformistischen F&#252;hrung, sind besonders unzutreffend. Doch noch weniger real ist die Erkl&#228;rung der Sozialdemokratie als Repr&#228;sentantin der Mittelschichten der Bourgeoisie: Professoren usw. &lt;i&gt;Sie war die Repr&#228;sentantin des Proletariats als variables Kapital, nicht weniger und nicht mehr&lt;/i&gt;. Sie war die Repr&#228;sentantin der modernen Entwicklung des Kapitals: nationale Einigung, &#220;bergang zur reellen Herrschaft, Konzentration der Produktivkr&#228;fte, &#8222;Vergesellschaftung&#8220;, Laizisierung der Schule, Organisation der Arbeitskraft, Entwicklung der wissenschaftlichen Forschung, progressive Fusion der Wirtschaft und der Politik, Staatsverehrung usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was Lassalle und Bismarck, dann Bebel, Liebknecht, Kautsky, Volmar und Bernstein zu tun versuchten, wird 1919 von Ebert, Noske und Scheidemann verwirklicht. Das Wirtschaftsprogramm der Sozialdemokratie wird vom Nationalsozialismus verwirklicht: Die unmittelbaren Forderungen des Proletariats werden gegen dasselbe verwirklicht. Die Sozialdemokratie war die politische Bewegung der Tendenz des Proletariats, gesellschaftlich vorherrschende Klasse zu werden (innerhalb des Kapitalismus, da Klasse und Proletariat/Arbeiterbewegung).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Analyse der sozialdemokratischen Praxis ist nicht das Ziel dieses Textes, diese w&#228;re sehr langwierig und w&#252;rde eine vertiefte Studie erfordern, die &#252;brigens nie unternommen worden ist; doch wir k&#246;nnen auf der Ebene der allt&#228;glichen Existenz der deutschen Gesellschaft gewisse Z&#252;ge skizzieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Sozialdemokratie stellte die unglaublichste Einbettungs- und Disziplinierungskraft der Arbeiterklasse dar, im Austausch gegen ein Feilschen um den Preis der Arbeitskraft; ihre Kontrolle &#252;ber die Gewerkschaften war absolut. &#8222;Die personelle Vereinigung, wovon wir weiter oben sprachen, ist umso mehr garantiert, als dass es vereinbart ist, dass die Gewerkschaften nur permanente Sekret&#228;re, und gewissermassen Funktion&#228;re w&#228;hlen, welche Mitglieder der Partei sind.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Encyclop&#233;die socialiste syndicale et coop&#233;rative de l'Internationale (...)&#034; id=&#034;nh2-22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Sie war eine wahrhaftige Gesellschaft in der Gesellschaft, ein Staat im Staate mit ihren Gewerkschaften, Funktion&#228;ren, Abgeordneten, Frauenb&#252;nden, Jugendorganisationen, Journalisten und ihrer Presse (zu der bis zu 89 &lt;i&gt;Tageszeitungen&lt;/i&gt; gez&#228;hlt werden k&#246;nnen!), Parteischule, einer wahrhaftigen Universit&#228;t, ihren Gemeindeabgeordneten, Kultur-, Turn- oder Musikgesellschaften, Sanatorien, ihrem Geld, ihren Aktien usw. Ihre Organisation diente daher als Grundlage f&#252;r den deutschen Wiederaufbau nach dem Ersten Weltkrieg. Diese enorme Maschine sonderte selbstverst&#228;ndlich eine Masse an Berufst&#228;tigen, Gewerkschaftsbonzen und politischen Funktion&#228;ren, Journalisten und &#214;konomen ab, die sehr schnell zu einer wirklichen gesellschaftlichen Schicht mit ihren materiellen Interessen, ihrer Mentalit&#228;t, ihrem Gewicht in der politischen Waage wurden. Diese Fraktion des Kleinb&#252;rgertums, welche wortw&#246;rtlich durch die Entwicklung der Sozialdemokratie &lt;i&gt;erschaffen&lt;/i&gt; wurde, wurde durch den Einschluss eines betr&#228;chtlichen Teils des deutschen Klein- und Mittelb&#252;rgertums gest&#228;rkt; alle &#8222;treibenden Kr&#228;fte&#8220; der deutschen Gesellschaft schlossen sich der Organisation an: Professoren, Intellektuelle, Akademiker, Doktoren, Schriftsteller, Juristen, &#214;konomen usw. Und selbstverst&#228;ndlich wurde das B&#252;ndnis dieser verschiedenen Elemente sehr schnell zur Grundlage der F&#252;hrung der Partei selbst. Das B&#252;ndnis zwischen der Arbeiterklasse (durch die Vermittlung der &#8222;Arbeiteraristokratie&#8220; und ihren verschiedenen gewerkschaftlichen und politischen Repr&#228;sentanten) und der sozialdemokratischen Intelligenzija &lt;i&gt;kam im Sinne einer absoluten Unterordnung des deutschen Proletariats unter das Mittelb&#252;rgertum der Partei, unter ihre Anf&#252;hrer zu Stande&lt;/i&gt;. Der Burgfrieden von 1914 war darin schon vorgezeichnet. Und die Wurzeln der marxistischen (d.h. kautskystischen, dann leninistischen) Ideologie waren darin getr&#228;nkt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;IV. Die &#8222;marxistische&#8220; Theorie, die allen voran von Engels, und dann Bernstein und Kautsky ausgearbeitet und formuliert wurde, geht von dieser historischen Grundlage aus. Wir wiederholen hier die allseits bekannte Analyse dieser ideologischen Wende nicht, die von Karl Korsch ausf&#252;hrlich analysiert wurde und wozu sich auch Jean Barrot [Gilles Dauv&#233;] und Pierre Guillaume in ihren Nachworten zu &lt;i&gt;Trois sources du marxisme&lt;/i&gt; [&lt;i&gt;Die historische Leistung von Karl Marx&lt;/i&gt;] in den Cahiers Spartacus &#228;usserten, sondern wir wollen nur die Basis dieser ideologischen Wende verstehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das B&#252;ndnis/Herrschaftsverh&#228;ltnis zwischen den Arbeitern und den Intellektuellen innerhalb der Partei musste zwangsl&#228;ufig zur daraufhin in &lt;i&gt;Was tun?&lt;/i&gt; von Lenin entwickelten Theorie f&#252;hren. Kautsky schrieb: &#8222;Das moderne sozialistische Bewu&#223;tsein kann nur erstehen auf Grund tiefer wissenschaftlicher Einsicht. [&#8230;] Der Tr&#228;ger der Wissenschaft ist aber nicht das Proletariat, sondern die &lt;i&gt;b&#252;rgerliche Intelligenz&lt;/i&gt; [&#8230;] Das sozialistische Bewu&#223;tsein ist also etwas in den Klassenkampf des Proletariats von au&#223;en Hineingetragenes, nicht etwas aus ihm urw&#252;chsig Entstandenes.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Kautsky, zitiert gem&#228;ss Lenin, Was tun?&#034; id=&#034;nh2-23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Diese These ist freilich die Negation der Marxschen Hauptthese: &#8222;Es ist nicht das Bewu&#223;tsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewu&#223;tsein bestimmt.&#8220; Von da an war und wurde alles m&#246;glich. Die Trennung zwischen Sein und Bewusstsein auf der Ebene der Theorie reflektierte die Trennung zwischen konterrevolution&#228;rer Praxis und revolution&#228;rer Theorie. Die von Marx formulierte Theorie des Proletariats wurde zur &#8222;marxistischen&#8220; Theorie. Die Kritik der politischen &#214;konomie, der Bedingungen, die das Proletariat unweigerlich dazu bringen, sie zu zerst&#246;ren, wurde zur Wissenschaft der &#214;konomie und ihrer Gesetze. Die Dialektik wurde zu einer Technik der formellen Logik. Die Kategorien des Denkens wurden autonom. Der historische Materialismus wurde zu einer Methode f&#252;r die Wissenschaften (zu einem Moment des b&#252;rgerlichen Denkens). Die Theorie verwandelte sich in Soziologie, &#214;konomie, Rechtswissenschaft, Rezeptbuch f&#252;r die politische Aktion usw. Sie wurden zu einer Wissenschaft unter anderen, zur h&#246;chsten Wissenschaft, zur Wissenschaft der Synthese. Denn eine Sache ging in all dem vergessen: &lt;i&gt;Die von Marx ausgearbeitete Theorie war eine Theorie des Proletariats, eine Theorie der Bewegung der praktischen Subversion der Gesellschaft&lt;/i&gt;, und nicht eine Wissenschaft, der Begriff &#8222;wissenschaftlicher&#8220; Sozialismus war nur eine Antwort auf den &#8222;utopischen&#8220; Sozialismus. Diese &#8222;Ideologisierung&#8220; der Theorie musste zwangsl&#228;ufig mit der Trennung des Proletariats von seiner Theorie einhergehen; sie wurde zur Theorie der Trennung, zur theoretischen Grundlage der gesellschaftlichen Trennung. Sie tendierte dazu, die gesellschaftliche Trennung als ewig zu theoretisieren, und somit, sich in eine Theorie der gesellschaftlichen Bewegung als ewige Bewegung zu verwandeln, zur Theorie der kapitalistischen Dynamik des Werts, und &lt;i&gt;v.a. dazu, das Endziel in der Versenkung verschwinden zu lassen: den Kommunismus&lt;/i&gt; (siehe Bernstein: &#8222;Die Bewegung ist alles&#8220;). Die Trennung zwischen der &#214;konomie und dem Sozialismus wurde als historische Wahrheit beansprucht, w&#228;hrend der &#214;konomismus w&#252;tete. Dieses Verschwinden des &#8222;Endziels&#8220; in der Versenkung ging mit einer Unkenntnis grundlegender Marxscher Schriften (die &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt;) oder ihrer Bewertung als relativ nebens&#228;chlich (Jugendschriften) einher, was die Str&#246;mung der Ablehnung der unmittelbaren Bewegung selbst w&#228;hrend punktuellen Momenten des Bruchs nur st&#228;rkte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Sozialdemokratie war das konterrevolution&#228;rste Organ dieser Zeit: Da sie intern die kapitalistische Gesellschaft neu erschuf, konnte sie diese nur verewigen. Der Marxismus war die Musik dieser Symphonie und wurde deshalb von allen &#8222;Revolution&#228;ren&#8220; der Zeit kritisiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;C. Anarchismus und kommunistische Bewegung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;I. Um die qualitative Bedeutung der anarchistischen Bewegung zwischen 1875 und 1905 zu verstehen, m&#252;ssen wir von zwei durch die Niederlage des revolution&#228;ren Angriffs ausgel&#246;sten ideologischen Wenden ausgehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Allen voran verwandelte sich die &#8222;Partei Marx&#8220; nach dem Tod von Marx bekannterweise in die marxistische Partei, doch der Prozess begann schon als er noch lebte; die letzte revolution&#228;re Intervention, die &lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt;, blieb &lt;i&gt;privat&lt;/i&gt;, Marx und Engels begannen, gegen&#252;ber den Sozialdemokraten &lt;i&gt;&#246;ffentlich&lt;/i&gt; nachzugeben, obwohl Marx in etlichen Briefen die Marxisten hart kritisiert, bleibt das sorgf&#228;ltig kaschiert. In Tat und Wahrheit bevorzugt er es, sich mehr oder weniger abseits all dieser Agitation zu halten und unerm&#252;dlich seine 1871 unterbrochene Kritik der politischen &#214;konomie weiterzuf&#252;hren, worin er so weit geht &#8211; ein Zeichen, dass er sich auf der H&#246;he der Zeit und der kommenden Revolutionen platzierte &#8211; sich dem Studium der russischen Wirtschaft und Gesellschaft zu widmen. In dieser T&#228;tigkeit repr&#228;sentierte er die revolution&#228;re Bewegung inmitten eines konterrevolution&#228;ren Zyklus, und nicht in seiner &#246;ffentlichen T&#228;tigkeit, so mager sie auch gewesen sein mag (was sie willentlich war), innerhalb der Sozialdemokratie, eine T&#228;tigkeit, welche ihn hin zu ambivalenten Positionen abgleiten liess, statt mit all diesen Leuten zu brechen. Nach seinem Tod diente Engels, wie wir gesehen haben, dem internationalen, d.h. sozialdemokratischen Marxismus als Feigenblatt &lt;i&gt;und all seine politische T&#228;tigkeit war in ihrer Gesamtheit konterrevolution&#228;r&lt;/i&gt;, obwohl er weiterhin die Arbeit der ehemaligen Partei Marx theoretisierte und der zuk&#252;nftigen Bewegung einen wichtigen Beitrag lieferte (&lt;i&gt;Anti-D&#252;hring&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Dialektik der Natur&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Ursprung der Familie&lt;/i&gt; usw.), wobei er der Radikalit&#228;t der revolution&#228;ren Kritik in einigen Punkten in seinen Werken eine gewisse W&#252;rze nahm. Die Wende ist vollbracht: Die von der &#8222;Partei Marx&#8220; formulierte Theorie, welche der Ausdruck der revolution&#228;ren T&#228;tigkeit des Proletariats bis 1874 und der kommunistischen Bewegung von ihrer Entstehung bis zu ihrer Verwirklichung war, ist zu einem ideologischen System mit wissenschaftlichen Anspr&#252;chen geworden, das mehrere Sektionen enth&#228;lt: &#214;konomie, Soziologie, Geschichte, Politik usw. Die Kategorie der Totalit&#228;t wird zu ihrem Gegenteil: anstatt Subversion der Gesellschaft wird sie zur Gesellschaft selbst. Die Annahme dieses ideologischen Systems durch die konterrevolution&#228;re Arbeiterbewegung verl&#228;uft &#252;brigens nicht ohne die Beseitigung oder Entstellung gewisser Aspekte. Die Transformation der von Marx formulierten Theorie und der Organisationen, welche sie beanspruchen, &lt;i&gt;in organisatorische und ideologische Verl&#228;ngerungen&lt;/i&gt; des Systems geht mit dem Vergessen des Wesens des Kommunismus und der kommunistischen Revolution einher. Die Franzosen (Jules Guesde und seine Freunde) gehen sogar so weit, zum &lt;i&gt;Kollektivismus&lt;/i&gt; zur&#252;ckzukehren: Der Kreis ist geschlossen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die anti-autorit&#228;re Partei hat sich &#252;brigens auch ver&#228;ndert. Zuvor Sekte innerhalb der Ersten Internationale und bis etwa 1875 &#8211; was einerseits einer gewissen Unvollst&#228;ndigkeit des Verst&#228;ndnisses der wirklichen Bewegung und des Wesens der proletarischen Revolution, andererseits der &lt;i&gt;unmittelbaren&lt;/i&gt; Kritik der Politik durch die Arbeiterklasse entsprach &#8211; wurde sie mit dem Ankommen der vielen ihr beitretenden Kommunarden nach der Niederlage zum Refugium von Arbeitergruppen, die sich hier und dort gegen die Repression zur Wehr setzen, von einigen Revolution&#228;ren, die sich der Niederlage verweigern. Alles in allem ist die anti-autorit&#228;re Partei die Fahne, rund um welche sich die &#220;berlebenden verb&#252;nden. Doch es kommt zu einem viel tieferen Ph&#228;nomen; in unterschiedlichem Ausmass, je nach Ort mehr oder weniger schnell, verj&#252;ngt neues Blut die Bewegung: Viele Revolution&#228;re, man k&#246;nnte gar sagen &lt;i&gt;fast alle Revolution&#228;re&lt;/i&gt;, wurden Teil davon, entweder um Anarchisten zu werden oder mit ihnen zu arbeiten. Ein grosses zentrales Thema vereinigt sie alle: &lt;i&gt;die Verweigerung der Sozialdemokratie, der offiziellen sozialistischen, etatistischen, parlamentarischen Bewegung&lt;/i&gt; usw., und somit des &#8222;Marxismus&#8220;. Seien es Pindy&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jean-Louis Pindy (oder Pendy) (1840-1917) war ein Schreiner, der 1867 der (...)&#034; id=&#034;nh2-24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; oder Lefran&#231;ais&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gustave Lefran&#231;ais (1825-1901) ist sicher einer der bemerkenswertesten und (...)&#034; id=&#034;nh2-25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, welche die radikalste Fraktion der Kommune repr&#228;sentieren, William Morris 1884 oder Nieuwenhuis 1893, es handelt sich um eine zeitlich und r&#228;umlich vielf&#228;ltige Bewegung. In Deutschland und in Schweden entsteht die anarchistische Bewegung auf der Grundlage einer Spaltung innerhalb der Sozialdemokratie. Ob die einen, wie Pindy oder Nieuwenhuis, Anarchisten werden; die anderen, wie Morris oder Lefran&#231;ais, nicht, &#228;ndert nichts am Problem. Es handelt sich hier um eine unumkehrbare Bewegung. Und w&#228;hrend die Marxisten aus &#8222;Realismus&#8220; zu &lt;i&gt;Kollektivisten&lt;/i&gt; werden, werden die Anti-Autorit&#228;ren zu &lt;i&gt;Kommunisten&lt;/i&gt;; ein Ph&#228;nomen, das ungef&#228;hr mit dem Tod Bakunins einsetzt, was nicht ohne Bedeutung ist &#8211; die bakuninistische (kollektivistische) anarchistische Bewegung war mit der Ersten Internationale, der Kommune und ihren Folgen verbunden; es geht hier also nicht um den Versuch, diese Epoche der anti-autorit&#228;ren Bewegung zu erfassen, eine &#252;brigens sehr interessante Epoche, die jedoch nicht das Thema dieser Arbeit ist. Folgendes sollte hingegen gesagt sein, es ist sehr wichtig, um diese &lt;i&gt;globale Epoche&lt;/i&gt; der Arbeiterbewegung (in ihrer Gesamtheit) zu verstehen und es bleibt h&#228;ufig im Dunkeln: Genau wie sich die Sozialdemokratie in der &lt;i&gt;ideologischen&lt;/i&gt; Kontinuit&#228;t der von Marx und Engels formulierten Theorie des Proletariats organisiert hat, gr&#252;ndete der kommunistische Anarchismus auf der von Bakunin zwischen 1866 und 1873 formulierten Kritik des Staates. Auf beiden Seiten handelt es sich um einen Wechsel der Perspektive, doch in unterschiedliche Richtungen: R&#252;ckschritt auf einer Seite, &#220;berwindung auf der anderen (die Theorie von Bakunin wird als Grundlage f&#252;r eine zur Radikalit&#228;t tendierenden Kritik benutzt).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;II. In Tat und Wahrheit findet man alle grundlegenden Diskussionen der kommunistischen Bewegung und Theorie, &lt;i&gt;geschminkt mit einem anarchistischen Vokabular und Apparat&lt;/i&gt;, in der anti-autorit&#228;ren Bewegung zwischen 1875 und 1905 wieder. Der Anarchismus ist w&#228;hrend dieser konterrevolution&#228;ren Periode das Refugium der &#8222;kommunistischen&#8220; Leute und Ideen. Dieses Ph&#228;nomen einer proletarischen und revolution&#228;ren Sekte, die das Wesentlichste des &lt;i&gt;verknoteten&lt;/i&gt; Erbes des kommunistischen Projekts bewahrt, um es den k&#252;nftigen Generationen, &lt;i&gt;wenn auch auf eine partielle und mystifizierte Art und Weise&lt;/i&gt;, zu &#252;bermitteln, steht &#252;brigens in einem direkten Zusammenhang mit der Verweigerung einer &lt;i&gt;formellen&lt;/i&gt; Organisation. Es ist eben genau die Verweigerung einer Organisation als politische Partei, die es den Anarchisten erlaubte, &lt;i&gt;dem Laufe der Zeit&lt;/i&gt; zwischen zwei revolution&#228;ren Angriffen zu widerstehen, da jeglicher Aufbau einer formellen Organisation oder Gruppierung w&#228;hrend einer konterrevolution&#228;ren Periode nur diese Periode organisch best&#228;tigen und entwickeln kann. W&#228;hrend dem Ersten Weltkrieg bilden sich die kommunistischen Gruppen oder Kerne auf der Grundlage der Kritik &lt;i&gt;der Zweiten Internationale, nicht nur als theoretisches Korpus, sondern auch als Institution des Kapitals&lt;/i&gt;, und des Bruches damit, und die Anarchisten konnten in umgekehrtem Verh&#228;ltnis zu ihrem Grad der Organisation die revolution&#228;re Theorie w&#228;hrend der Periode, die uns interessiert, mehr oder weniger bekr&#228;ftigen. Der Platz fehlt hier f&#252;r eine geschichtliche Abhandlung oder eine vertieftes Studium dieses Ph&#228;nomens, doch wir k&#246;nnen dessen Manifestation aufgrund eines unserer Meinung nach grundlegenden Beispiels veranschaulichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;III. Die erste Diskussion betrifft den Gegensatz &#8222;kollektivistische Anarchisten&#8220; und &#8222;kommunistische Anarchisten&#8220; und den &#220;bergang von einer Konzeption zur anderen. Es ist &#252;beraus klar, dass sich diese Diskussion und alles, was sie begleitet (Problem des &#220;berflusses, des Nehmens von einem Haufen, der Berechnung der Arbeitszeit usw.), mit der &lt;i&gt;wesentlichen&lt;/i&gt;, von Marx formulierten Problematik deckt (v.a. die &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt; und die &lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt;), &lt;i&gt;die von allen Marxisten aufgegeben worden war&lt;/i&gt; (erst mit Pannekoek und den holl&#228;ndischen Tribunisten und Bordiga wird die Frage des &lt;i&gt;Wesens&lt;/i&gt; der kommunistischen Produktion wieder gestellt). Diese Problematik wurde offenkundig auf diese absolute Art und Weise beiseite gelegt, weil die historische Wirklichkeit nicht die kommunistische Revolution, sondern die Entwicklung des Kapitals trug; die Arbeiterbewegung, eben bestehend aus Arbeiter der Kapitalbewegung, konnte sich nicht theoretisch mit einem Problem auseinandersetzen, das sie nicht einmal versuchen konnte, zu l&#246;sen; nur einige Individuen und Gruppen, welche trotz der Zeit die Perspektive des Kommunismus behielten, konnten sich mit dem Problem auf kaum bewusste Art und Weise auseinandersetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir werden die Entwicklung dieser Diskussion schlicht und einfach durch eine Montage von Texten zeigen, welche wir mit einem &#8222;Marxschen&#8220; Text vergleichen (jedoch ohne diese Diskussion historisch aufzuarbeiten, eine Studie, die mehr als einige Seiten verdienen w&#252;rde und der wir uns als n&#228;chstes widmen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der erste Text, welcher den anarchistischen Kommunismus erw&#228;hnt, erscheint im Februar 1876 in Genf in der Brosch&#252;re &lt;i&gt;Travailleurs manuels partisans de l'action politique&lt;/i&gt; [&lt;i&gt;Handarbeiter als Anh&#228;nger der politischen Aktion&lt;/i&gt;] und stammt von Dumartheray, Teil einer Gruppe von Fl&#252;chtlingen aus Lyon und den Savoyen, &#8222;L'Avenir&#8220; [&#8222;Die Zukunft&#8220;].&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tats&#228;chlich ist bis dahin der von Bakunin und v.a. James Guillaume verteidigte Kollektivismus das unangefochtene Prinzip.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die Internationale, wie sie aus ihrem Basler Kongre&#223; 1869 hervorging, war kollektivistisch, aber sie war &#8211; auch in ihren fortschrittlichsten Sektionen &#8211; nur wenig anarchistisch. Sie war &lt;i&gt;kollektivistisch&lt;/i&gt; im damaligen Sinne des Wortes, was bedeutete, da&#223; der Boden, die Arbeitswerkzeuge, kurz, alle Produktionsmittel Kollektiveigentum sein w&#252;rden und da&#223; jeder Arbeiter, ob allein oder assoziiert, ein Recht auf das vollst&#228;ndige Produkt seiner Arbeit haben w&#252;rde. Doch hatte sie keine klaren und bestimmten Vorstellungen &#252;ber die Art und Weise, wie jedem Individuum oder jeder Assoziation der jeweilige Bodenanteil, die Rohstoffe und die Werkzeuge zugewiesen werden sollten, wie die Arbeit eines jeden gemessen und wie ein Wertma&#223;stab f&#252;r den Tausch festgesetzt werden sollte. All dies sollte von der &#8222;Kollektivit&#228;t' besorgt werden, und man achtete nicht allzusehr auf die Gefahr, da&#223; diese &#8222;Kollektivit&#228;t' in Wirklichkeit dann nichts anderes als eine Regierung sein k&#246;nnte, das hei&#223;t einige Personen, die die Macht ergriffen und den anderen ihren Willen aufgezwungen h&#228;tten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Errico Malatesta, &#8222;Kollektivistische Internationale und anarchistischer (...)&#034; id=&#034;nh2-26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;DAS EIGENTUM: Wir haben bereits gesagt, da&#223; das individuelle Eigentum aufgehoben wird, besser noch, da&#223; seine Aufhebung und die Beseitigung s&#228;mtlicher sich vorgeblich aus ihm ergebender Rechte (Erbschaft usw.) notwendige Voraussetzung f&#252;r den Sieg der Solidarit&#228;t in den menschlichen Beziehungen darstellt. Wir m&#246;chten jetzt einige Worte zu dem organisatorischen System sagen, das an die Stelle des Systems des Privateigentums treten wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Internationale war lange Zeit &lt;i&gt;kollektivistisch&lt;/i&gt;, das hei&#223;t sie wollte, da&#223; der Boden, Rohstoffe, Arbeitswerkzeuge, kurz, alles, was der Mensch f&#252;r seine &#8211; produktive &#8211; T&#228;tigkeit braucht, Kollektiveigentum w&#252;rde, dessen ein jeder sich f&#252;r seine Arbeit bedienen d&#252;rfe; sie wollte, da&#223; das Produkt der Arbeit voll und ganz dem Arbeiter geh&#246;re, sei dieser nun allein oder assoziiert, mit Ausnahme des proportionellen Anteils f&#252;r die allgemeinen Ausgaben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Daraus folgten die Formeln: &lt;i&gt;einem jeden nach seiner Arbeit&lt;/i&gt;, oder, was das gleiche ist: &lt;i&gt;dem Arbeiter das vollst&#228;ndige Produkt seiner Arbeit &#8211; wer arbeitet, i&#223;t, wer nicht arbeitet, i&#223;t nicht&lt;/i&gt; - es sei denn, es best&#252;nde Arbeitsunf&#228;higkeit: in diesem Fall h&#228;tte der Arbeitsunf&#228;hige das Recht, von der Gesellschaft die zur Befriedigung seiner Bed&#252;rfnisse erforderlichen Mittel zu erhalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch ist der Kollektivismus Gegenstand zahlreicher, schwerwiegender Einw&#228;nde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In &#246;konomischer Hinsicht beruht er voll und ganz auf dem Prinzip, da&#223; sich der Wert des Produkts nach der zu seiner Herstellung erforderlichen Arbeitszeit bemi&#223;t. Nun ist es aber unm&#246;glich, den so definierten Wert festzusetzen, wenn man nicht nur die Dauer oder andere der Arbeit &#228;u&#223;erliche Elemente ber&#252;cksichtigen will, sondern auch die gesamte mechanische und intellektuelle Anstrengung, die diese erfordert. Da au&#223;erdem die verschiedenen Bodenanteile mehr oder weniger produktiv und die Arbeitswerkzeuge nicht alle von der gleichen Qualit&#228;t sind, w&#252;rde jeder versuchen, den besten Boden oder die besten Werkzeuge zu erhalten, ebenso wie er versuchen w&#252;rde, den eigenen Produkten den gr&#246;&#223;ten Wert und den Produkten der anderen den kleinstm&#246;glichen Wert zuzumessen, so da&#223; die Verteilung der Werkzeuge und der Austausch der Produkte schlie&#223;lich nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage erfolgen w&#252;rden, was einen R&#252;ckfall in die Konkurrenz, in die b&#252;rgerliche Welt bedeuten w&#252;rde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor allem jedoch ist der Kollektivismus mangelhaft in Bezug auf seine sittliche Grundlage. Er gr&#252;ndet sich, genau wie die b&#252;rgerliche Ideologie, auf das Prinzip des Kampfes, nur versucht er, zwischen den K&#228;mpfern von Beginn an Gleichheit herzustellen. L&#228;&#223;t man das Prinzip des Kampfes gelten, dann gibt es zwangsl&#228;ufig Sieger und Besiegte, und wer den ersten Sieg davontr&#228;gt, erwirbt sich Vorteile, die ihm fast immer noch gr&#246;&#223;ere Siege sichern. Der Kollektivismus ist unf&#228;hig, jene Revolution, jene tiefgreifende sittliche Ver&#228;nderung des Menschen herbeizuf&#252;hren, in deren Folge niemand mehr etwas tun wird und tun wollen wird, das anderen schaden k&#246;nnte: deshalb ist er unf&#228;hig, sich zu halten. Er ist unvereinbar mit der &lt;i&gt;Anarchie&lt;/i&gt;; er bed&#252;rfte einer regulierenden und m&#228;&#223;igenden Macht, die jedoch unterdr&#252;ckerisch und ausbeuterisch werden und den Weg zuerst zum korporativen und dann zum individuellen Eigentum bereiten w&#252;rde.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Errico Malatesta, &#8222;Programm und Organisation der internationalen (...)&#034; id=&#034;nh2-27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;In Italien waren wir nur einige wenige (Cafiero, Covelli, Costa, ich selbst und ein oder zwei andere, an die ich mich nicht mehr erinnern kann), welche zum Entschluss kamen, den Kollektivismus aufzugeben, der bis anhin in der Internationale propagiert wurde, und die Delegierten am Kongress von Florenz (1876) dazu zu bringen, den Kommunismus zu akzeptieren, was somit f&#252;r die gesamte italienische F&#246;deration der Internationale galt...&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Errico Malatesta, &#8222;Wille&#8220;, nachgedruckt im R&#233;veil, Genf, M&#228;rz 1914.&#034; id=&#034;nh2-28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Eine wichtige Thatsache ist der Beitritt des italienischen Sozialismus zur Gemeinschaftlichkeit des Arbeitsertrages...&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Paul Brousse, Arbeiter-Zeitung, Bern, 28. Oktober 1876, S. 4.&#034; id=&#034;nh2-29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die italienische F&#246;deration betrachtet das kollektive Eigentum der Produkte der Arbeit als notwendige Erg&#228;nzung zum kollektiven Fortschritt; der Einsatz aller zur Befriedigung eines jeden ist die einzige Regel der Produktion und des Konsums, welche dem Prinzip der Solidarit&#228;t entspricht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der f&#246;derale Kongress von Florenz hat auf redegewandte Art und Weise die Meinung der Italienischen Internationale zu diesem und dem vorhergehenden Punkt aufgezeigt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gruss und Solidarit&#228;t,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die f&#246;deralen italienischen Abgeordneten am Kongress von Florenz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Errico Malatesta, Carlo Cafiero.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bulletin jurassien, Dezember 1876.&#034; id=&#034;nh2-30&#034;&gt;30&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;In Italien haben wir uns viel mit diesen Fragen besch&#228;ftigt. Einig mit den Internationalisten aller L&#228;nder hinsichtlich des Prinzips, da&#223; alle Arbeiter sein m&#252;&#223;ten, da&#223; niemand die M&#246;glichkeit haben d&#252;rfte, durch die Unterdr&#252;ckung und Ausbeutung der anderen zu leben und da&#223; Br&#252;derlichkeit und Solidarit&#228;t unter allen Menschen an die Stelle von Kampf und Konkurrenz f&#252;r einen Wohlstand auf Kosten anderer treten m&#252;ssen, waren wir allerdings der Auffassung, da&#223; im Kollektivismus weiterhin ein Grund zum Kampf um die Zuteilung der vorteilhaftesten Produktionsmittel und um den Wert, den ein jeder seinen eigenen Produkten im Vergleich zu den anderen w&#252;rde geben wollen, vorhanden war.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Errico Malatesta, &#8222;Kollektivistische Internationale und anarchistischer (...)&#034; id=&#034;nh2-31&#034;&gt;31&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im April oder Mai 1877 erscheint in Bern in der Schweiz eine Brosch&#252;re, &lt;i&gt;Statuten der anarchistisch-kommunistischen Partei der Leute deutscher Sprache&lt;/i&gt;, welche unter den Einfluss von Brousse, Costa und Kropotkin von deutschen Arbeitern geschrieben wurde, welche der Gruppe mit Emil Werner, Rinke und Reinsdorf angeh&#246;rten, jene Leute, welche sp&#228;ter die Gruppe rund um &lt;i&gt;Freiheit&lt;/i&gt; von Johann Most bildeten. Im September 1877 am Kongress von Verviers der Internationale entsteht eine grosse Debatte zwischen Costa und Brousse einerseits, die den Kommunismus unterst&#252;tzten, gegen die Spanier Morago und Vinas andererseits, die den Kollektivismus verteidigten. Doch ab 1879 wird der Kommunismus &#8211; ausser von den Spaniern der F&#246;deration der Arbeiter, die Vorg&#228;ngerorganisation der zuk&#252;nftigen CNT und einigen Ausnahmen wie die Anarchosyndikalisten &lt;i&gt;avant la lettre&lt;/i&gt; James Guillaume und Adh&#233;mar Schwitzgu&#233;bel, die den Bakuninschen Kollektivismus der alten Jurassischen F&#246;deration repr&#228;sentieren &#8211; von der gesamten revolution&#228;ren anarchistischen Bewegung ins Programm aufgenommen (wir sprechen nat&#252;rlich nicht von den Individualisten, den Proudhonianern, Mutualisten).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die Anarchisten wollen f&#252;r die Zukunft:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1) den &lt;i&gt;anarchistischen Kommunismus&lt;/i&gt; als Ziel, mit dem &lt;i&gt;Kollektivismus&lt;/i&gt; als &#220;bergangsform des Eigentums...&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;'Allgemeine Sitzung der Jurassischen F&#246;deration am 12. Oktober in La (...)&#034; id=&#034;nh2-32&#034;&gt;32&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;An den ersten Kongressen der Internationale des franz&#246;sischen Proletariats gab es nur einige Arbeiter, welche die Idee des kollektiven Eigentums &lt;i&gt;akzeptierten&lt;/i&gt;. Es brauchte die Beleuchtung der ganzen Welt durch die Br&#228;nde der Kommune, um die revolution&#228;re Idee zu pr&#252;fen und zu verbreiten, was uns zum Kongress von Le Havre f&#252;hrt, der durch die Stimme von 48 franz&#246;sischen Arbeitern den &lt;i&gt;libert&#228;ren Kommunismus&lt;/i&gt; als Ziel anerkennt.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-33&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cafiero, Le R&#233;volt&#233;, Genf, Dezember 1880.&#034; id=&#034;nh2-33&#034;&gt;33&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;JEDEM NACH SEINEN BED&#220;RFNISSEN, JEDEM NACH SEINEN F&#196;HIGKEITEN:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;...Wir f&#252;gen an, dass das Eingest&#228;ndnis, dass jeder nur das Recht auf den Konsum seiner Produktion hat, die Erschaffung der deutlichsten Ungleichheit darstellt, es bedeutet, gegen die nat&#252;rlichen Gesetze in den Aufstand zu treten, die einzigen, welche unver&#228;nderlich sind. Kurz, es bedeutet die Rekonstitution dieses individuellen Eigentums in k&#252;rzester Zeit, jenes individuellen Eigentums, gegen welches wir uns heute erheben und welches die Ursache all unserer &#220;bel und all unseres Elends ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn wir jedem Arbeiter das Recht anerkennen, die Frucht seiner Produktion sein eigen zu nennen, wird wohl tats&#228;chlich einger&#228;umt werden m&#252;ssen, dass er frei sein wird, sie zu konsumieren oder nicht, oder zumindest davon nur so viel zu konsumieren, wie er m&#246;chte, um den Mehrertrag zu sparen und eines Tages von den Aufw&#228;nden der Produktion befreit zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Mitglieder der Gesellschaft frei sind, das Produkt zu konsumieren oder nicht, wie werdet ihr dieses jeder gut organisierten Gesellschaft notwendige Gleichgewicht erstellen, d.h. das Gleichgewicht zwischen der Produktion und dem Konsum...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gehen wir von zwei zusammenlebenden Wesen aus, jedoch unter gegenteiligen nat&#252;rlichen Bedingungen; der eine ist zur Produktion unf&#228;hig mit einem Temperament, das einen ausgiebigen Konsum braucht; der andere hingegen ist voller Intelligenz, doch hat ein Wesen, das sich mit guten Lebensmitteln zur Garantie seiner Existenz begn&#252;gen kann; diese zwei Wesen sind gleich, die Gesellschaft folgt ihnen, gibt ihnen alles, was sie brauchen bis ins Mannesalter, doch ab diesem Alter sind sie auf sich allein gestellt. Was wird geschehen? Der eine wird nicht einmal genug produzieren k&#246;nnen, um satt zu werden, w&#228;hrend der andere nie wenig genug arbeiten k&#246;nnen wird, um nur das zu produzieren, was er braucht... Wenn der Zweite nicht sein gesamtes Produkt konsumieren kann, warum nicht eingestehen, dass der Erste davon profitieren kann?&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-34&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;La R&#233;volution sociale, August 1881.&#034; id=&#034;nh2-34&#034;&gt;34&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man sieht in diesen paar Ausz&#252;gen sehr klar, wie die kommunistische Produktion durch ihre grundlegenden Prinzipien eingegrenzt ist:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; die gesellschaftliche Produktion ist unmittelbar,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; der Tausch ist abgeschafft,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; die Arbeitszeit ist nicht mehr der Massstab der menschlichen T&#228;tigkeit und somit ist der Wert abgeschafft,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; die Produktion orientiert sich an der Befriedigung der menschlichen Bed&#252;rfnisse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und das kommunistische Programm des 19. Jahrhunderts, unter der formellen Herrschaft, ist klar skizziert: &lt;i&gt;Die Arbeit wird auf alle ausgeweitet, da ihre Abschaffung damals nicht m&#246;glich war&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch schon sehr schnell entstehen Probleme, die Anh&#228;nger des Kollektivismus machen den Einwand geltend, dass es den &#220;berfluss auf der Erde brauche, um dieses Ideal zu verwirklichen, und dass dieser nicht existiere. Zu diesem Zeitpunkt entwickelt sich eine simplistische und dogmatische kommunistisch-anarchistische Str&#246;mung, die behauptet, die Verwirklichung des Kommunismus sei in Anbetracht des in der kapitalistischen Gesellschaft bereits vorherrschenden &#220;berflusses unmittelbar ohne &#220;bergangsphase m&#246;glich. Diese &#8222;amorphe&#8220; Str&#246;mung begn&#252;gt sich danach mit der Beschreibung eines subutopischen Systems der idealen Gesellschaft, ohne sich mit der wirklichen Bewegung zu befassen, die dorthin f&#252;hrt, und dies sogar w&#228;hrend die b&#252;rgerliche Gesellschaft zerst&#246;rt wird. Auf diese Ideologie des &#8222;Nehmens von einem Haufen&#8220; antwortet Malatesta mit einer Pr&#228;zisierung des Inhalts des Kommunismus, indem er ihn als zu erreichendes Ziel und sich entwickelnde menschliche Bewegung pr&#228;sentiert, er macht nach der Revolution den Umweg &#252;ber die kollektivistische Organisation mit allem, was sie an &#8222;b&#252;rgerlichem Recht&#8220; voraussetzt, diese Etappe wird als notwendig betrachtet. Malatesta muss sehr lange gegen den simplistischen und dogmatischen Anarchismus-Kommunismus k&#228;mpfen, er war sehr schnell vorherrschend und wurde gegen das Ende des Jahrhunderts unter der Schirmherrschaft von Kropotkin die Norm. Merlino steht ihm in seiner Kritik w&#228;hrend den 1880er Jahren bei. Zitieren wir noch zweimal Malatesta:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;&lt;i&gt;Alles geh&#246;rt allen, alles wird zum Vorteil aller genutzt; jeder mu&#223; f&#252;r die Gesellschaft alles in seinen Kr&#228;ften Stehende tun und hat das Recht, von der Gesellschaft die Befriedigung seiner s&#228;mtlichen Bed&#252;rfnisse entsprechend dem Stand der Produktion und der gesellschaftlichen Kr&#228;fte zu fordern.&lt;/i&gt; (Malatesta f&#228;hrt fort, dass es daf&#252;r notwendige Bedingungen gibt: 1) moralische, 2) materielle: ein &#220;berfluss der Produktion, damit jeder konsumieren kann, ohne seine Arbeitszeit zu z&#228;hlen, und eine Organisation der Arbeit, welche weder f&#252;r irgendjemanden abstossend, noch m&#252;hsam ist.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann diesen Widerspr&#252;chen abhelfen, indem man den Kommunismus sofort nur an den Orten und in den Grenzen verwirklicht, wie sie die Umst&#228;nde gestatten und im &#252;brigen, jedoch nur &lt;i&gt;vor&#252;bergehend&lt;/i&gt;, den Kollektivismus akzeptiert. In den ersten Zeiten wird der Kollektivismus, von der Begeisterung des zu neuem Leben erwachten Volkes korrigiert und vom m&#228;chtigen revolution&#228;ren Impuls gedr&#228;ngt, keine Zeit haben, seine schlechten Auswirkungen hervorzubringen. Um jedoch sp&#228;ter einen R&#252;ckfall in die b&#252;rgerliche Ideologie zu vermeiden, wird er sich rasch zum Kommunismus hin entwickeln m&#252;ssen. Und dabei wird die Aktion einer bewu&#223;t kommunistischen Partei, die Aktion der Internationale, von lebenswichtiger Bedeutung sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Internationale mu&#223; den Kommunismus &#252;berall vertreten; sie mu&#223; auf die Vorteile verweisen, die sich dort ergeben haben, wo er praktiziert wurde; sie mu&#223; zu veranlassen suchen, da&#223; so viele Dinge wie m&#246;glich in Gemeinbesitz &#252;berf&#252;hrt werden. Vor allem mu&#223; sie fordern, da&#223; der Kommunismus sofort und vollst&#228;ndig &#252;ber die Dinge hinaus, wo er schon jetzt Anwendung findet, wie Wasser, gew&#246;hnliche Stra&#223;en, Beleuchtung, &#246;ffentliche Hygiene usw. auf Wohnungen, Bildung, Krankenpflege, Kinderversorgung und die notwendigsten Lebensmittel angewandt wird, bevor er sich allm&#228;hlich auf s&#228;mtliche Produktionszweige ausdehnt. (Danach greift Malatesta die Ideologie des Nehmens von einem Haufen heftig an.)&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-35&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Errico Malatesta, &#8222;Kollektivistische Internationale und anarchistischer (...)&#034; id=&#034;nh2-35&#034;&gt;35&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Mit Ausnahme der extremen Fragen haben wir keine Gr&#252;nde, uns, im Fieber der Entscheidung, was die k&#252;nftige Gesellschaft, mit &#220;bertreibungen und Details, verschieden je nach Ort und Zeit, genau sein m&#246;ge, in kleine Kommissionen zu spalten, obwohl wir weit davon entfernt sind, alle Ressourcen und m&#246;glichen Kombinationen davon vorherzusehen. Es gibt z.B. keinen Grund, uns &#252;ber Fragen wie diese zu spalten: ob die Produktion ein tieferes oder h&#246;heres Niveau haben wird; ob die Landwirtschaft komplett mit der Industrie verbunden sein wird; ob es &#252;ber grosse Distanzen m&#246;glich sein wird, den Tausch auf der Grundlage der Gegenseitigkeit zu organisieren; ob alle Dinge gemeinschaftlich oder gem&#228;ss einer Norm genutzt sein werden; oder ob der Gebrauch von einem davon mehr oder weniger besonders sein wird. Schliesslich werden die Modalit&#228;ten und Besonderheiten der Vereinigungen und der B&#252;ndnisse, der Organisation der Arbeit und des gesellschaftlichen Lebens weder einheitlich sein, noch k&#246;nnen sie im Vornhinein vorhergesehen oder bestimmt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir k&#246;nnen die Ver&#228;nderungen der Industrie, der Sitten, der Produktionsmechanismen, des Aussehens der St&#228;dte, der Besch&#228;ftigungen, der Gef&#252;hle der Menschen und der Beziehungen und gesellschaftlichen Verbindungen nicht planen, oder nur sehr vage. Es ist zumindest absurd, uns aufgrund einfacher Hypothesen zu spalten. Die Unterscheidung zwischen dem anarchistischen Kollektivismus und dem Kommunismus ist auch eine Frage der Modalit&#228;ten und der &#220;bereink&#252;nfte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist gewiss, dass die 'Verg&#252;tung gem&#228;ss ausgef&#252;hrten Arbeiten', die von den Kollektivisten bef&#252;rwortet wird, zu einer ungleichen Akkumulation der Produkte und einer R&#252;ckkehr des Wuchers f&#252;hren kann; ausser die Akkumulation und der Wucher w&#228;ren aufgrund von Verboten und Besteuerungen unm&#246;glich, die nur despotisch und hassenswert sein k&#246;nnten. Andererseits k&#246;nnte das 'Nehmen nach Belieben' der reichlich vorhandenen Produkte und die Beschaffung weniger reichlich vorhandener Produkte auch zu Willk&#252;r und erniedrigenden Pflichten f&#252;hren. Das kommunistische System ist also nicht frei von jeglichen Nachteilen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind entschlossen kommunistisch. Doch darin muss das wissenschaftlich Bewiesene von dem unterschieden werden, was sich noch im Zustand von Hypothesen und Prognosen pr&#228;sentiert; man muss zwischen dem entscheiden, was auf revolution&#228;re Art und Weise gemacht werden wird, d.h. durch Zwang und unmittelbar, und dem, was das Resultat der zuk&#252;nftigen Entwicklung sein soll, vertrauen wir also auf die freien Energien aller, welche spontan und schrittweise harmonisiert werden.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-36&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Aufruf&#8220; und &#8222;Programm&#8220;, L'Azzociazione, Nizza-London, 1890.&#034; id=&#034;nh2-36&#034;&gt;36&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vergleichen wir das mit Marx selbst, in seiner Kritik des Gothaer Programms schreibt er 1875:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Um zu wissen, was man sich bei dieser Gelegenheit unter der Phrase 'gerechte Verteilung' vorzustellen hat, m&#252;ssen wir den ersten Paragraphen mit diesem zusammenhalten. Letzterer unterstellt eine Gesellschaft, worin 'die Arbeitsmittel Gemeingut sind und die Gesamtarbeit genossenschaftlich geregelt ist', und aus dem ersten Paragraphen ersehn wir, da&#223; 'der Ertrag der Arbeit unverk&#252;rzt, nach gleichem Rechte, allen Gesellschaftsmitgliedern geh&#246;rt'. 'Allen Gesellschaftsgliedern'? Auch den nicht arbeitenden? Wo bleibt da 'der unverk&#252;rzte Arbeitsertrag'? Nur den arbeitenden Gesellschaftsgliedern? Wo bleibt da 'das gleiche Recht' aller Gesellschaftsglieder? [&#8230;]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nehmen wir zun&#228;chst das Wort 'Arbeitsertrag' im Sinne des Produkts der Arbeit, so ist der genossenschaftliche Arbeitsertrag &lt;i&gt;das gesellschaftliche Gesamtprodukt&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Davon ist nun abzuziehen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Erstens&lt;/i&gt;: Deckung zum Ersatz der verbrauchten &lt;i&gt;Produktionsmittel&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Zweitens&lt;/i&gt;: zus&#228;tzlicher Teil f&#252;r Ausdehnung der Produktion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Drittens&lt;/i&gt;: Reserve- oder Assekuranzfonds gegen Mi&#223;f&#228;lle, St&#246;rungen durch Naturereignisse etc.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Abz&#252;ge vom 'unverk&#252;rzten Arbeitsertrag' sind eine &#246;konomische Notwendigkeit, und ihre Gr&#246;&#223;e ist zu bestimmen nach vorhandenen Mitteln und Kr&#228;ften, zum Teil durch Wahrscheinlichkeitsrechnung, aber sie sind in keiner Weise aus der Gerechtigkeit kalkulierbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bleibt der andere Teil des Gesamtprodukts, bestimmt, als Konsumtionsmittel zu dienen. Bevor es zur individuellen Teilung kommt, geht hiervon wieder ab:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erstens: die allgemeine, nicht direkt zur Produktion geh&#246;rigen Verwaltungskosten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Teil wird von vornherein aufs bedeutenste beschr&#228;nkt im Vergleich zur jetzigen Gesellschaft und vermindert sich im selben Ma&#223;, als die neue Gesellschaft sich entwickelt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Zweitens: was zur gemeinschaftlichen Befriedigung von Bed&#252;rfnissen bestimmt ist&lt;/i&gt;, wie Schulen, Gesundheitsvorrichtungen etc.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Teil w&#228;chst von vornherein bedeutend im Vergleich zur jetzigen Gesellschaft und nimmt im selben Ma&#223; zu, wie die neue Gesellschaft sich entwickelt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Drittens: Fonds f&#252;r Arbeitsunf&#228;hige&lt;/i&gt; etc., kurz, f&#252;r, was heute zur sog. offiziellen Armenpflege geh&#246;rt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erst jetzt kommen wir zu der 'Verteilung', die das Programm, unter Lassalleschem Einflu&#223;, bornierterweise allein ins Auge fa&#223;t, n&#228;mlich an den Teil der Konsumtionsmittel, der unter die individuellen Produzenten der Genossenschaft verteilt wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der 'unverk&#252;rzte Arbeitsertrag' hat sich unterderhand bereits in den 'verk&#252;rzten' verwandelt, obgleich, was dem Produzenten in seiner Eigenschaft als Privatindividuum entgeht, ihm direkt oder indirekt in seiner Eigenschaft als Gesellschaftsglied zugut kommt. [&#8230;]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Womit wir es hier zu tun haben, ist eine kommunistische Gesellschaft, nicht wie sie sich auf ihrer eignen Grundlage &lt;i&gt;entwickelt&lt;/i&gt; hat, sondern umgekehrt, wie sie eben aus der kapitalistischen Gesellschaft &lt;i&gt;hervorgeht&lt;/i&gt;, also in jeder Beziehung, &#246;konomisch, sittlich, geistig, noch behaftet ist mit den Muttermalen der alten Gesellschaft, aus deren Scho&#223; sie herkommt. Demgem&#228;&#223; erh&#228;lt der einzelne Produzent - nach den Abz&#252;gen - exakt zur&#252;ck, was er ihr gibt. Was er ihr gegeben hat, ist sein individuelles Arbeitsquantum. Z.B. der gesellschaftliche Arbeitstag besteht aus der Summe der individuellen Arbeitsstunden. Die individuelle Arbeitszeit des einzelnen Produzenten ist der von ihm gelieferte Teil des gesellschaftlichen Arbeitstags, sein Anteil daran. Er erh&#228;lt von der Gesellschaft einen Schein, da&#223; er soundso viel Arbeit geliefert (nach Abzug seiner Arbeit f&#252;r die gemeinschaftlichen Fonds), und zieht mit diesem Schein aus dem gesellschaftlichen Vorrat von Konsumtionsmitteln soviel heraus, als gleich viel Arbeit kostet. Dasselbe Quantum Arbeit, das er der Gesellschaft in einer Form gegeben hat, erh&#228;lt er in der andern zur&#252;ck.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es herrscht hier offenbar dasselbe Prinzip, das den Warenaustausch regelt, soweit er Austausch Gleichwertiger ist. Inhalt und Form sind ver&#228;ndert, weil unter den ver&#228;nderten Umst&#228;nden niemand etwas geben kann au&#223;er seiner Arbeit und weil andrerseits nichts in das Eigentum der einzelnen &#252;bergehn kann au&#223;er individuellen Konsumtionsmitteln. Was aber die Verteilung der letzteren unter die einzelnen Produzenten betrifft, herrscht dasselbe Prinzip wie beim Austausch von Waren&#228;quivalenten, es wird gleich viel Arbeit in einer Form gegen gleich viel Arbeit in einer andern ausgetauscht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das &lt;i&gt;gleiche Recht&lt;/i&gt; ist hier daher immer noch - dem Prinzip nach - das &lt;i&gt;b&#252;rgerliche Recht&lt;/i&gt;, obgleich Prinzip und Praxis sich nicht mehr in den Haaren liegen, w&#228;hrend der Austausch von &#196;quivalenten beim Warenaustausch nur &lt;i&gt;im Durchschnitt&lt;/i&gt;, nicht f&#252;r den einzelnen Fall existiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotz dieses Fortschritts ist dieses &lt;i&gt;gleiche Recht&lt;/i&gt; stets noch mit einer b&#252;rgerlichen Schranke behaftet. Das Recht der Produzenten ist ihren Arbeitslieferungen &lt;i&gt;proportionell&lt;/i&gt;; die Gleichheit besteht darin, da&#223; an &lt;i&gt;gleichem Ma&#223;stab&lt;/i&gt;, der Arbeit, gemessen wird. Der eine ist aber physisch oder geistig dem andern &#252;berlegen, liefert also in derselben Zeit mehr Arbeit oder kann w&#228;hrend mehr Zeit arbeiten; und die Arbeit, um als Ma&#223; zu dienen, mu&#223; der Ausdehnung oder der Intensit&#228;t nach bestimmt werden, sonst h&#246;rte sie auf, Ma&#223;stab zu sein. Dies &lt;i&gt;gleiche&lt;/i&gt; Recht ist ungleiches Recht f&#252;r ungleiche Arbeit. Es erkennt keine Klassenunterschiede an, weil jeder nur Arbeiter ist wie der andre; aber es erkennt stillschweigend die ungleiche individuelle Begabung und daher Leistungsf&#228;higkeit der Arbeiter als nat&#252;rliche Privilegien an. &lt;i&gt;Es ist daher ein Recht der Ungleichheit, seinem Inhalt nach, wie alles Recht.&lt;/i&gt; Das Recht kann seiner Natur nach nur in Anwendung von gleichem Ma&#223;stab bestehn; aber die ungleichen Individuen (und sie w&#228;ren nicht verschiedne Individuen, wenn sie nicht ungleiche w&#228;ren) sind nur an gleichem Ma&#223;stab me&#223;bar, soweit man sie unter einen gleichen Gesichtspunkt bringt, sie nur von einer &lt;i&gt;bestimmten&lt;/i&gt; Seite fa&#223;t, z.B. im gegebnen Fall sie &lt;i&gt;nur als Arbeiter&lt;/i&gt; betrachtet und weiter nichts in ihnen sieht, von allem andern absieht. Ferner: Ein Arbeiter ist verheiratet, der andre nicht; einer hat mehr Kinder als der andre etc. etc. Bei gleicher Arbeitsleistung und daher gleichem Anteil an dem gesellschaftlichen Konsumtionsfonds erh&#228;lt also der eine faktisch mehr als der andre, ist der eine reicher als der andre etc. Um alle diese Mi&#223;st&#228;nde zu vermeiden, m&#252;&#223;te das Recht, statt gleich, vielmehr ungleich sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber diese Mi&#223;st&#228;nde sind unvermeidbar in der ersten Phase der kommunistischen Gesellschaft, wie sie eben aus der kapitalistischen Gesellschaft nach langen Geburtswehen hervorgegangen ist. Das Recht kann nie h&#246;her sein als die &#246;konomische Gestaltung und dadurch bedingte Kulturentwicklung der Gesellschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einer h&#246;heren Phase der kommunistischen Gesellschaft, nachdem die knechtende Unterordnung der Individuen unter die Teilung der Arbeit, damit auch der Gegensatz geistiger und k&#246;rperlicher Arbeit verschwunden ist; nachdem die Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste Lebensbed&#252;rfnis geworden; nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch ihre Produktivkr&#228;fte gewachsen und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller flie&#223;en - erst dann kann der enge b&#252;rgerliche Rechtshorizont ganz &#252;berschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahne schreiben: Jeder nach seinen F&#228;higkeiten, jedem nach seinen Bed&#252;rfnissen!&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie man sehen kann, ist diese Demonstration schl&#252;ssig und wir k&#246;nnten sie mit anderen Beispielen fortsetzen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;- zum Problem der Gewerkschaft und des Syndikalismus&lt;/i&gt;: ein sehr heftiger Widerstand gegen den revolution&#228;ren Syndikalismus oder den Anarchosyndikalismus (v.a. Malatesta, aber auch Nieuwenhuis), oder sogar gegen die gewerkschaftliche Aktion selbst (Paraf-Javal&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-37&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Paraf-Javal (1888-1942), ein sehr ambivalenter individualistischer (...)&#034; id=&#034;nh2-37&#034;&gt;37&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; z.B.) trat in der anarchistischen Bewegung zutage, &lt;i&gt;er ging der praktischen Kritik des deutschen Proletariats w&#228;hrend der Bewegung der Arbeiterr&#228;te voraus&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zitieren wir einfach einige sehr charakteristische S&#228;tze:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Kurz, die Gewerkschaften sind ihrer Natur nach reformistisch, niemals revolution&#228;r. [&#8230;] Die Gewerkschaft kann mit einem sozialistischen, revolution&#228;ren oder anarchistischen Programm aus der Taufe gehoben werden, und das war bei vielen Gewerkschaften tats&#228;chlich der Fall. Aber treu bleiben sie diesem Programm nur, solange sie schwach und ohnm&#228;chtig sind, d. h. solange sie von ein paar Enthusiasten und Idealisten initiierte und am Leben erhaltene Propagandagruppen, nicht aber zu effektiver Aktion f&#228;hige Organismen sind. Wenn sie erst einmal die Massen anzuziehen wissen und damit die Macht erlangen, Verbesserungen zu fordern und zu erzwingen, wird das urspr&#252;ngliche Programm zu einer hohlen Phrase, um die sich niemand mehr k&#252;mmert.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-38&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Errico Malatesta, &#8222;Anarchismus und Gewerkschaften&#8220;, Pensiero e Volont&#225;, (...)&#034; id=&#034;nh2-38&#034;&gt;38&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter sind die schlimmsten Feinde der Revolution.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-39&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Henri Dhorr, Le Libertaire, Juni 1897.&#034; id=&#034;nh2-39&#034;&gt;39&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Was ist eine Gewerkschaft? Es ist eine Gruppierung, in welcher sich Idioten nach Berufen sortieren, um zu versuchen, die Verh&#228;ltnisse zwischen Bossen und Arbeitern etwas weniger unertr&#228;glich zu machen. Entweder, oder: Entweder haben sie keinen Erfolg, dann ist die gewerkschaftliche Arbeit nutzlos, oder sie haben Erfolg, dann ist die gewerkschaftliche Arbeit sch&#228;dlich, denn eine Gruppe von Menschen wird ihre Situation ertr&#228;glicher gemacht haben und somit &lt;i&gt;die gegenw&#228;rtige Gesellschaft l&#228;nger fortbestehen lassen&lt;/i&gt;.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-40&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Paraf-Javal, Le Libertaire, April 1904.&#034; id=&#034;nh2-40&#034;&gt;40&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;- zum Problem der politischen Aktion&lt;/i&gt;, dessen zwei Achsen der &lt;i&gt;Parlamentarismus&lt;/i&gt; und die &lt;i&gt;Eroberung des Staates&lt;/i&gt; sind. Auch hier schaffen es die Anarchisten, da sie die Lektion der Kommune gelernt und sich eigentlich die Demonstration des jungen Marx &lt;i&gt;zur Politik&lt;/i&gt; angeeignet haben, das wirkliche Wesen der proletarischen Bewegung hervorzuheben. W&#228;hrend die Teilnahme am politischen Spiel anfangs (1848-1850, 1864-1873) noch akzeptabel war aufgrund von einer gewissen Anzahl an historischen Bedingungen, die man &#252;brigens in Frage stellen k&#246;nnte, was hier jedoch nicht unsere Absicht ist, kommt sie nach 1871 nicht mehr in Frage und die Beteiligung der Sozialdemokraten an der schrecklichen parlamentarischen Farce erlaubt den Anarchisten, daraus alle n&#246;tigen theoretischen Konsequenzen zu ziehen. Was die Eroberung des Staates betrifft, sind die Anarchisten mit der Praxis eben dieser Sozialdemokraten konfrontiert, &lt;i&gt;mit ihrem Eindringen in die Regierungsgesellschaft&lt;/i&gt;; sie brauchen nur noch die Konsequenzen daraus zu ziehen, womit sie zur gleichen Schlussfolgerung bez&#252;glich der Notwendigkeit der Zerst&#246;rung der Staatsmaschine kommen wie Marx in &lt;i&gt;Der B&#252;rgerkrieg in Frankreich&lt;/i&gt; von 1871. Wir werden diesen Punkt nicht vertiefen, da der Text von Nieuwenhuis [&lt;i&gt;Le Socialisme en danger&lt;/i&gt;] die hierf&#252;r passende Argumentation darstellt; obwohl sich andererseits auch eine umgekehrte Str&#246;mung manifestiert, welche auf Bakunin zur&#252;ckgeht und zum Anarchosyndikalismus f&#252;hrt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;IV. Offenkundig hindern die Grenzen des Anarchismus selbst ihn daran, &lt;i&gt;zur Analyse der wirklichen Bewegung &#252;berzugehen&lt;/i&gt;, obwohl er es geschafft hat, die Kritik der Sozialdemokratie, der Politik und des Syndikalismus und das Wesen der kommunistischen Produktion auszudr&#252;cken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kritik des Staates liegt die Illusion einer f&#246;derativen Gesellschaft zugrunde, die auf der Autonomie der Kommunen basiert, ein historischer und pr&#228;kapitalistischer R&#252;ckschritt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kritik der politischen Aktion liegt der Kult der putschistischen oder illegalen Aktion und der Propaganda zugrunde und sie bleibt auf einer ideologischen Ebene.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kritik des Syndikalismus bei einigen wird vom Kult der &#8222;wirtschaftlichen&#8220; Aktion bei anderen und, bei vielen davon, jenem des Syndikalismus begleitet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kritik des Parlamentarismus wird mit dem Glauben an seine vollendete Form und seine Verwirklichung kompensiert, die direkte Demokratie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schliesslich haben sie &#252;berhaupt keine Theorie &#252;ber die herrschenden Bedingungen in der Entwicklung des Kapitals, die zur Entstehung vom Kommunismus als Bewegung und als Gesellschaft f&#252;hren; ihr Weltbild ist ideologisch, es &#252;bernimmt die b&#252;rgerliche Dichotomie: Individuum/Gesellschaft, Wirtschaft/Politik usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Humanismus, Wissenschaftsgl&#228;ubigkeit, Idealismus und Demokratismus begleiten eine utopische Vision einer neuen Welt, die der Welt bloss gezeigt werden muss und durch einfachen Willen verwirklicht werden kann. Das Buch von Nieuwenhuis stellt den lebendigen Beweis daf&#252;r dar, v.a. die beiden letzten Texte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;All diese Eigent&#252;mlichkeiten sind die Gr&#252;nde, welche aus dem Anarchismus eine &lt;i&gt;revolution&#228;re Ideologie in einer konterrevolution&#228;ren Periode&lt;/i&gt; gemacht haben, aber &lt;i&gt;keine Grundlage f&#252;r eine revolution&#228;re Theorie in Perioden des revolution&#228;ren Aufschwungs&lt;/i&gt;. F&#252;r eine solche Theorie wird Marx die Grundlage sein (Trotzki, Rosa Luxemburg, J. Knieff, A. Pannekoek usw.), obwohl die Anarchisten in &lt;i&gt;praktischer&lt;/i&gt; Hinsicht im revolution&#228;ren Aufschwung, und dann im revolution&#228;ren Angriff von 1919 bis 1921 eine wichtige Rolle spielen werden, entweder direkt (Italien, Russland), oder durch auf die &#8222;Arbeiterfrage&#8220; fokussierte Organisationen wie die IWW oder FAUD (USA und Deutschland).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Wiedergeburt der proletarischen Bewegung gegen 1905 wird ziemlich &#252;berall einen R&#252;ckgang des revolution&#228;ren Anarchismus bringen (ausser vielleicht in Italien und Spanien) und die Bl&#252;tezeit der besonderen Anarchismen, mehr oder weniger bedeutender Sekten: &#8222;Illegalismus&#8220;, &#8222;Anarchosyndikalismus&#8220;, Anarchismus mit kulturellen Anspr&#252;chen (freie Bildung, Freik&#246;rperkultur, Nomadismus, Vegetarismus usw.), die seine historische Dekadenz bedeuten werden, welche Kropotkin w&#228;hrend seinem Kriegseintritt auf Seiten der Alliierten best&#228;tigen wird. Der Lauf der Zeit war jedoch verknotet worden, gut verknotet. Die jungen &#8222;marxistischen&#8220; revolution&#228;ren Theoretiker werden &#8211; &lt;i&gt;sogar ohne es zu wissen und entgegen ihren Erkl&#228;rungen&lt;/i&gt; &#8211; das Wesentliche des anarcho-kommunistischen Inhalts (Anti-Parlamentarismus, Anti-Etatismus) wieder aufnehmen, ohne allerdings auf der Ebene der Vision der zuk&#252;nftigen Gesellschaft gleich weit zu gehen, denn das Problem der kommunistischen Produktion wird bis zur Arbeit der holl&#228;ndischen R&#228;tekommunisten und danach der italienischen Linken, schon lange nach der Niederlage, fast nie in irgendeiner Debatte der Bewegung erw&#228;hnt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;D. Revolution&#228;re Theorie und historische Zyklen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;I. Die kommunistische Bewegung ist mit der offiziellen Errichtung der b&#252;rgerlichen Zivilgesellschaft geboren worden. Sie schmiedet ihre ersten Waffen im Laufe der b&#252;rgerlichen Revolution, von Beginn weg der kapitalistischen Gesellschaft spricht sie ihre erste Bekr&#228;ftigung aus. Der Kapitalismus tr&#228;gt seit seiner historischen Gr&#252;ndung den Kommunismus in sich und die kommunistische Bewegung, welche durch die Dynamik des Werts hervorgebracht worden ist, b&#252;rdet dem Kapital und der Bourgeoisie die Notwendigkeit auf, von ihrer eigenen Revolution ausgehend die Konterrevolution zu organisieren. Die erste Niederlage des Proletariats ereignete sich w&#228;hrend der b&#252;rgerlichen Revolution selbst (Enrag&#233;s, Sansculotten, Babeuf usw.). Was bedeutet, dass das kommunistische Programm im Innern der kapitalistischen Entwicklung selbst eingraviert ist und dass es sie wie ein feindlicher Doppelg&#228;nger, ein b&#246;ser Schatten begleitet. Die kommunistische Bewegung existiert also w&#228;hrend der ganzen kapitalistischen Epoche, von Anfang an bis zu ihrem Ende; es handelt sich um eine Bewegung, die revolution&#228;re und konterrevolution&#228;re Zyklen durchquert, was ein Ausdruck des grundlegenden Widerspruchs des Kapitals ist, das sich schlichtweg entwickelt. Die wirkliche Bewegung des Proletariats, die revolution&#228;re Bewegung entsteht nur in revolution&#228;ren Zyklen, bestimmt werden sie von der Wirtschaftskrise, die sich teilweise mit der konstanten Krise des Werts deckt, sie bis zur Endkrise reproduziert und durch sie zyklisch reproduziert wird. Nach jedem besiegten revolution&#228;ren Angriff liquidiert die sich ausbreitende Konterrevolution ein bisschen mehr die Vermittlungen zwischen der kommunistischen Bewegung und dem kommunistischen Programm. Die kommunistische Theorie wird sich also w&#228;hrend dem n&#228;chsten Angriff neu formieren k&#246;nnen, sie integriert das Programm und die wirkliche Bewegung und befruchtet sie getragen von der Praxis der revolution&#228;ren Klasse. Die Unterscheidung zwischen dem Programm und der Theorie ist also sehr wichtig, um die &lt;i&gt;praktische&lt;/i&gt; Verbindung zwischen den Momenten des Bruchs zu erfassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;II. Die Momente des revolution&#228;ren Aufschwungs sind gleichbedeutend mit der Wiederaufnahme der revolution&#228;ren Theoretisierung. Das Wiedererscheinen der kommunistischen Bewegung als gesellschaftliche Bewegung, und nicht mehr einfach als objektive Bewegung des Werts (Erschaffung der Bedingungen des revolution&#228;ren Angriffs selbst), erlaubt es der Theorie, zur Theorie der gesellschaftlichen Bewegung, Theorie der Praktiken des Bruchs der Klasse zu werden. &#8222;Hier ist der &#220;bergang von der 'Theorie des Endziels', welche gewissermassen die Zukunft verdinglichte, indem sie das Ziel (den Kommunismus) von seiner Bewegung abstrahierte, da dieses nicht existierte, zur kommunistischen Theorie, welche sich als Theorie einer gesellschaftlichen Bewegung, einer wirklichen Tendenz der Gesellschaft hin zum Kommunismus entwickelt.'&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-41&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Le Bulletin communiste, &#8222;Prol&#233;taires et communistes&#8220;.&#034; id=&#034;nh2-41&#034;&gt;41&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht also nicht um eine Umsetzung in die Tat, eine irdische Verwirklichung der Theorie, die w&#228;hrend dem ganzen konterrevolution&#228;ren Zyklus wie eine Reliquie aufbewahrt worden w&#228;re und auf die wirklichen M&#246;glichkeiten angewendet werden m&#252;sste. Es geht um eine &lt;i&gt;verallgemeinerte Aneignung der Theorie durch die Kommunisten&lt;/i&gt;, d.h. eine Hervorbringung der Theorie der wirklichen Bewegung selbst, eine Hervorbringung der Theorie durch die wirkliche Bewegung, unter dem Zwang der Krise. Diese &lt;i&gt;Aneignung/Hervorbringung&lt;/i&gt; der Theorie des Kommunismus als revolution&#228;re Bewegung entsteht nicht nur gegen das in Form von versteinerten &#8222;Prinzipien&#8220; &#252;bermittelte kommunistische Programm, welches entstellt und erstarrt und aufgrund der Wirkung der Konterrevolution und &lt;i&gt;der Niederlage&lt;/i&gt; des letzten revolution&#228;ren Angriffs partiell und auf abstrakte Weise doktrin&#228;r geworden ist, sondern auch von diesem Programm ausgehend, durch die unter dem Druck der Ereignisse kritische Verdauung davon. Die Revolution&#228;re korrigieren, komplettieren und vervollst&#228;ndigen das Programm angesichts der wirklichen M&#246;glichkeiten der gesellschaftlichen Bewegung, genau wie sie umgekehrt das Programm mit dem Verst&#228;ndnis der Bewegung, ihrer Momente des Bruchs und ihrer organischen Richtung verbinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Theorie des Proletariats, die kommunistische Theorie ist somit sowohl Kommunikation des Programms, &lt;i&gt;als auch Aneignung&lt;/i&gt; des theoretischen Verst&#228;ndnisses, &lt;i&gt;Synthese der Theorie und der Praxis in der Praxis&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der revolution&#228;re Aufschwung ist gleichbedeutend mit &#8222;dem Ende der theoretischen T&#228;tigkeit als getrennte T&#228;tigkeit aufgrund &lt;i&gt;der zwingenden Notwendigkeit der praktischen Aneignung der Theorie durch das Proletariat&lt;/i&gt;&#8220;.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-42&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh2-42&#034;&gt;42&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Eine Klasse, worin sich die revolution&#228;ren Interessen der Gesellschaft konzentrieren, sobald sie sich erhoben hat, findet unmittelbar in ihrer eigenen Lage den Inhalt und das Material ihrer revolution&#228;ren T&#228;tigkeit: Feinde niederzuschlagen, durch das Bed&#252;rfnis des Kampfes gegebene Ma&#223;regeln zu ergreifen; die Konsequenzen ihrer eigenen Taten treiben sie weiter. Sie stellt keine theoretischen Untersuchungen &#252;ber ihre eigene Aufgabe an.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-43&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx, Die Klassenk&#228;mpfe in Frankreich 1848-1850, MEW 7, S. 19-20.&#034; id=&#034;nh2-43&#034;&gt;43&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Theorie ist somit keine theoretische &#8222;Forschung&#8220;, keine von der Praxis getrennte T&#228;tigkeit mehr; sie ist keine Theorie mehr &#252;ber die Praxis, sie stellt die Verbindung wieder her mit jenen F&#228;den, die sie mit dem vorhergehenden Angriff und dem Programm verbinden, indem sie die vorhergehenden Errungenschaften dieser Theorie benutzt und &#252;berwindet. Das Ende der Trennung Theorie/Praxis ist mit dem Ende anderer Trennungen verbunden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zuerst verschwindet die Trennung Proletariat/Theoretiker. Die Revolution&#228;re sind schlichtweg eine Hervorbringung der Bewegung, sind Proletarier unter anderen, welche auf diese Art und Weise gleichbedeutend mit der Bewegung der Klasse selbst sind. Die Theorie steht in Zusammenhang mit ihrer gesellschaftlichen Bedingung, mit ihrem Leben selbst. Die Theorie ist zu einem Synonym eines Prozesses der gesellschaftlichen Vereinigung geworden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die andere Trennung ist jene zwischen den verschiedenen Urspr&#252;ngen der Revolution&#228;re. Leute verschiedener Urspr&#252;nge nehmen an der Periode des revolution&#228;ren Aufschwungs teil, sie haben mit verschiedenen ideologischen Gruppen gebrochen und davon die Kritik gemacht (heutzutage haben die Kommunisten sehr verschiedene Vergangenheiten: ehemalige Bordigisten, ehemalige Anarchisten, ehemalige Trotzkisten, Ehemalige von &lt;i&gt;Socialisme ou Barbarie&lt;/i&gt;, ehemalige R&#228;tekommunisten usw.), sie benutzen also verschiedene Sprachen und haben nicht eine absolut gemeinsame Einsch&#228;tzung der Bewegung. Dies, in Verbindung mit der Herkunft von verschiedenen Bereichen der gesellschaftlichen Entwicklung, der besonderen historischen Situationen, wird langsam aber sicher vom revolution&#228;ren Aufschwung negiert und &#252;berwunden: &lt;i&gt;Der Vereinigungsprozess macht die Theorie einheitlich&lt;/i&gt;, was nicht bedeutet, dass es keine Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten mehr gibt; ganz im Gegenteil.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einer Periode des revolution&#228;ren Aufschwungs (z.B. die Erste Internationale) hat die Theorie aufgrund des sie auf dr&#252;ckende Art und Weise vereinenden historischen Zwangs einen einheitlichen Charakter. Hier liegt ihre Verbindung zur zentralen Perspektive des Kommunismus, &lt;i&gt;die Totalit&#228;t der Situation, welche die &#196;usserlichkeit des Programms zerst&#246;rt&lt;/i&gt;. Die Welt zeigt (erneut) ihre versteckte Fratze als ihr &#246;ffentliches Gesicht und die Revolution&#228;re vereinen sich auf praktische Art und Weise, die Theorie ist der Kreislauf dieser Vereinigung und ihrer praktischen Bedingungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;III. In einer konterrevolution&#228;ren Periode ist die Errungenschaft des kommunistischen Programms und der kommunistischen Theorie der vorhergehenden Revolution innerhalb der Gruppen, harten Kerne und Sekten zerstreut, die somit zur k&#246;rperlichen und geistigen Verbindung zwischen den revolution&#228;ren Angriffen werden. Die Abwesenheit wirklich kommunistischer K&#228;mpfe des Proletariats verwandelt die Theorie in Dogmen, Prinzipien, Programme, Probleme, Hypothesen usw., genauso zahlreich wie die Gruppen, harten Kerne oder Sekten. Die kommunistische Theorie wird jedoch von jenen Leuten bewahrt, welche versuchen, der Epoche zu widerstehen, sich nicht an ihr zu beteiligen. Der Ausschluss vom &#8222;&#246;ffentlichen Leben&#8220; ist die unerl&#228;ssliche Bedingung f&#252;r die M&#246;glichkeit, die kommunistische Theorie und das kommunistische Programm den folgenden Generationen zu &#252;bermitteln. Eben gerade &lt;i&gt;weil&lt;/i&gt; sie isoliert, vom &#246;ffentlichen Leben, der somit konterrevolution&#228;ren historischen T&#228;tigkeit getrennt sind, k&#246;nnen die Revolution&#228;re den programmatischen Lauf der Bewegung weiterf&#252;hren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man sollte gewiss nicht glauben, dass es m&#246;glich ist, der wirklichen Welt zu entkommen. Der Idealismus, welcher im Glauben besteht, es sei m&#246;glich, das kommunistische Programm w&#228;hrend eines vollst&#228;ndigen konterrevolution&#228;ren Zyklus ohne Abweichungen, Entartungen oder Amputationen zu bewahren, geht zwingend mit einer zeitlosen Konzeption des ewigen Revolution&#228;rs, einem &#8222;Battilocchio&#8220; der Theorie einher. Die Theorie, welche immer Theorie einer historischen Bewegung ist, kann, wenn diese historische Bewegung unmittelbar konterrevolution&#228;r ist, nur durch verschiedene Vermittlungen und Ideologisierungen revolution&#228;r sein. Sie lebt nicht durch die Gnade der Geschichte, von der konterrevolution&#228;ren Wirklichkeit verschont, sie geht sogar so weit, dass sie diese in gewissen Aspekten ausdr&#252;ckt; als &#220;berlebende eines konterrevolution&#228;ren Zyklus wird sie &#252;brigens zum Ausdruck der Konterrevolution w&#228;hrend dem erneuten revolution&#228;ren Aufschwung: So wurden der Bordigismus oder der R&#228;tekommunismus zu konterrevolution&#228;ren Ausdr&#252;cken der gegenw&#228;rtigen wirklichen Bewegung und sie werden sich schon bald &lt;i&gt;aktiv&lt;/i&gt; an der praktischen Konterrevolution beteiligen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch die kommunistische Theorie &#252;berlebt die Niederlagen der revolution&#228;ren Angriffe, weil sie die Theorie einer Bewegung ist, welche die gesamte kapitalistische Periode, all ihre Zyklen durchdringt. Sie ist keine unmittelbare Hervorbringung. Sie ist &#8211; &lt;i&gt;und das ist ihre grundlegende Eigenschaft&lt;/i&gt; &#8211; immer ein bisschen weiter als der historische Moment, denn sie dr&#252;ckt seinen Sinn, seine Richtung, seine M&#246;glichkeiten und seine Notwendigkeiten aus. Die kommunistische Theorie ist nicht nur dem ganzen kapitalistischen Zyklus innewohnend, d.h., dass sie sich als grundlegendes Programm von Beginn weg des Zyklus herausbildet, sondern sie ist auch zu jedem Zeitpunkt &lt;i&gt;Prophezeiung&lt;/i&gt;. Die immediatistische Konzeption der Theorie ist eine Pforte, hinter welcher es von &#8222;theoretisierten&#8220; Empirismen wimmelt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das hindert die revolution&#228;re Bewegung nicht daran, w&#228;hrend konterrevolution&#228;rer Perioden unter verschiedenen Erscheinungen, Sprachen, Kost&#252;men, Masken zu &lt;i&gt;&#252;berleben&lt;/i&gt; (z.B. der Anarchismus zwischen 1875 und 1905, die bordigistischen, r&#228;tekommunistischen, surrealistischen usw. Sekten nach 1921 und bis Mai 1968). Diese Bewegung ist so m&#228;chtig, so stark, dass sie manchmal gar die Konterrevolution dazu zwingt, mit ihren offiziellen Stimmen in ihrem Namen zu sprechen (Beispiele von Rassinier, Rossi usw.). Doch diese verschiedenen Masken kleben ihr zwangsl&#228;ufig an der Haut und ver&#228;ndern sie, setzen sich darin fest. W&#228;hrend einer konterrevolution&#228;ren Periode hat die Theorie einen disparaten Charakter: Sie ist auf die Kritik partieller Aspekte der Totalit&#228;t fixiert (die Kritik des Stalinismus z.B., oder die Kritik der Arbeit im Namen des Spiels, ein anderes Beispiel), ohne alle Aspekte zu sehen. Sie versteht in der Regel den zeitgen&#246;ssischen Zyklus nicht als konterrevolution&#228;r und jeder gesellschaftliche Zwischenfall oder jede Rationalisierung des Systems wird zum unmittelbaren Bevorstehen der kommunistischen Revolution (Anarchisten) oder dem Weltkrieg (&lt;i&gt;Socialisme ou Barbarie&lt;/i&gt;). Die Bewegung verf&#228;llt dem Aktivismus (Programme communiste), w&#228;hrend sie gleichzeitig von A bis Z eine pers&#246;nliche Geschichte bastelt, in welcher sie immer vollst&#228;ndig eine reine und feste Doktrin verteidigt hat. Sie ist unf&#228;hig, eine Bilanz zu erstellen, und das ist gar eine ihrer Eigenschaften. Keine Theorie der wirklichen Bewegung existiert, die ihr erlauben k&#246;nnte, sich als besonderen Moment zu erfassen. Man theoretisiert den Rat wie man die Partei theoretisiert, doch man erfasst ihren historischen Inhalt nicht. Kurz, die Bewegung befasst sich w&#228;hrend einer konterrevolution&#228;ren Periode nicht mit kommunistischer Theorie, sondern mit Versatzst&#252;cken und Ann&#228;herungen. Zudem gibt es genauso viele Systeme zum Verst&#228;ndnis der vergangenen Niederlage wie es Anspr&#252;che daf&#252;r gibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eigentlich folgt die Theoretisierung w&#228;hrend einer konterrevolution&#228;ren Periode vier Hauptachsen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;a) &lt;i&gt;die Unf&#228;higkeit, eine Lehre aus der besiegten Revolution zu ziehen&lt;/i&gt;, daraus eine theoretische Bilanz zu erstellen, die nicht nur partiell ist. Deshalb h&#228;lt sie sich in der Regel zu lange mit ideologischen Fixierungen, mit den Formen der revolution&#228;ren Bewegung auf (R&#228;te f&#252;r die deutsch-holl&#228;ndische Linke nach 1921, die Kommune f&#252;r die Kommunarden wie Lefran&#231;ais und sogar f&#252;r die Anarcho-Kommunisten wie Kropotkin nach 1871) und befasst sich nicht mit dem kommunistischen Inhalt der Bewegung. Oder aber sie geht nicht weiter als eine negative Bekr&#228;ftigung dieses Inhalts: Kritik von allen unmittelbaren und formellen Gegnern der Bewegung (Parteien, Gewerkschaften, Bolschewismus usw. f&#252;r die deutsch-holl&#228;ndische Linke), ohne f&#228;hig zu sein, die Bewegung als aktive Negation zu sehen, welche den Kommunismus oder die Bedingungen seiner Umsetzung bekr&#228;ftigt, und zu verstehen, was &lt;i&gt;wirklich&lt;/i&gt; den kommunistischen Sieg verhinderte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese F&#228;higkeit/M&#246;glichkeit, die wirkliche Bewegung zu erfassen und sie auszudr&#252;cken, existiert nur w&#228;hrend einer Periode des revolution&#228;ren Aufschwungs und des Zur&#252;ckgehens davon, wenn die Revolution, auf ihren angeh&#228;uften Leichen sitzend, noch mit ihrem Blut den Sinn des Moments und seine Lehren skizziert (z.B. Marx, welcher &lt;i&gt;B&#252;rgerkrieg in Frankreich&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt; gegen das Ende der Bewegung schrieb). Die kommunistische Theorie, welche die Theorie einer zum Kommunismus gehenden Bewegung ist, ist dann Theorie der historischen Bedingungen, ihres Ausgangs &lt;i&gt;in facto&lt;/i&gt;. Dazwischen ist sie nur der unwirkliche Schatten oder, im besten Fall, das Spiel der Wellen vor dem Sturm. &lt;i&gt;Es ist der gegenw&#228;rtige revolution&#228;re Aufschwung, welcher es erlaubt, die vergangene Revolution zu verstehen, Lehren daraus zu ziehen, sie zu theoretisieren.&lt;/i&gt; Genau wie man vom Menschen ausgehen muss, um den Affen zu verstehen, muss man vom aktuellen Sturm, inmitten seiner Irrwege und Verbrechen, ausgehen, um den vergangenen Sturm zu verstehen, in dem wir &#8211; und wenn es nicht wir sind, sind es unsere vorherigen Br&#252;der &#8211; untergegangen sind und aus dem wir rauskommen m&#252;ssen. Die Theorie ist wohl Prophezeiung, aber auch &lt;i&gt;Neuerschaffung der Vergangenheit&lt;/i&gt;, erhellende und erkl&#228;rende Erfassung unserer Geschichte als Sinn, welcher unsere gegenw&#228;rtige Praxis der vergangenen Geschichte gibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;b) &lt;i&gt;die Vorherrschaft der theoretischen Arbeit, welche darin besteht, die Formulierung und die Definition des kommunistischen &#8222;Programms&#8220; zu pr&#228;zisieren und zu vervollst&#228;ndigen.&lt;/i&gt; Diese Arbeit kann nur dogmatisch, rigid und doktrin&#228;r sein. Sie ist gleichbedeutend mit der Theoretisierung des Endziels als abstrakte Wesenheit, doch erlaubt seine Transkription und v.a. das &lt;i&gt;Verst&#228;ndnis seines wirtschaftlichen Aspekts&lt;/i&gt;. Diese Arbeit der Klassifizierung und der Bekr&#228;ftigung des kommunistischen Programms kann die Gestalt der Konstitution eines doktrin&#228;ren Korpus annehmen, das den Kommunismus als absolute Opposition gegen die Wirklichkeit und die sie verteidigenden Bewegungen pr&#228;sentiert (italienische, sogenannt bordigistische Linke), indem speziell auf die Definition seines &lt;i&gt;Wesens&lt;/i&gt; beharrt wird (Abschaffung der Lohnarbeit, Zerst&#246;rung des Tausches und des Werts, Abschaffung der Produktion durch Unternehmen), wobei einige Aspekte vergessen gehen und &lt;i&gt;zudem absolut konterrevolution&#228;re Positionen in Bezug auf den ganzen Rest gewahrt werden&lt;/i&gt;. Sie kann die Gestalt eines Versuchs der Beschreibung &lt;i&gt;der wirtschaftlichen Mechanismen&lt;/i&gt; annehmen, welche die kommunistische Transformation der Gesellschaft, die Zerst&#246;rung der Lohnarbeit und des Tausches in einer Periode der formellen Herrschaft konstituieren, wobei sie schnell der &lt;i&gt;Konstruktion&lt;/i&gt; eines Systems organisatorischer Rezepte verf&#228;llt (holl&#228;ndische Linke, Arbeit der GIK &#252;ber die kommunistische Wirtschaft). Schliesslich kann sie in selteneren F&#228;llen die Gestalt eines Versuchs der &lt;i&gt;Systematisierung des zentralen Kerns der materialistischen Theorie&lt;/i&gt; annehmen: Dialektik und Geschichte, Bewusstsein und Praxis, Marxismus und Arbeiterbewegung, mit dem Risiko, schnell der getrennten philosophischen Forschung zu verfallen (z.B. Korsch).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;c) &lt;i&gt;die Ansicht und Beschreibung der &#8222;neuen&#8220;, mit der Entwicklung des Kapitals w&#228;hrend des konterrevolution&#228;ren Zyklus erschienenen Ph&#228;nomene der Gesellschaft.&lt;/i&gt; Diese Praxis, den Finger auf die modernen Aspekte der Gesellschaft zu legen, ist in der Regel Teil der Gr&#252;ndung von ideologischen Systemen, welche komplett auf diesen Ph&#228;nomenen basieren, ohne dass sie versuchen, sie mit dem kommunistischen Programm in Verbindung zu bringen oder sie innerhalb der Theorie des Proletariats und davon ausgehend zu verstehen. Beispiele daf&#252;r sind u.a. die &#8222;sexuelle Befreiung&#8220;, die &#8222;Kritik der Arbeit&#8220;, das &#8222;Spiel&#8220;, das &#8222;Spektakel&#8220;, die &#8222;Ware&#8220; usw. Diese Gruppen haben in den meisten F&#228;llen nicht die geringste (oder nur eine sehr schwache) Verbindung mit dem zuvor niedergeschlagenen revolution&#228;ren Angriff und sind g&#228;nzlich ein Produkt der konterrevolution&#228;ren Periode (&lt;i&gt;Socialisme ou Barbarie&lt;/i&gt;, die Situationistische Internationale z.B.). Sie sind auf ambivalente Weise der genauste Ausdruck davon; sie gehen mit der ganzen Ideologie, dem ganzen Modernismus und den falschen, mit der Konterrevolution verbundenen Problemen hausieren; doch andererseits &lt;i&gt;legen sie mit Gewalt den Finger&lt;/i&gt; auf die neuen Bedingungen der kommenden Revolution und erlauben sich, eine heftige Kritik aller Theorien vor ihnen auszuarbeiten, und dies vom offensichtlichen Standpunkt der modernsten Konterrevolution aus, jene, welche am n&#228;chsten bei der Revolution liegt. (Man muss z.B. festhalten, dass, w&#228;hrend dem sich aktuell vollendenden konterrevolution&#228;ren Zyklus, nur die &#8222;R&#228;tekommunisten&#8220; direkt der revolution&#228;ren Bewegung der 1920er Jahre entstammen; die Bordigisten waren bis ungef&#228;hr 1930 eine extremistische Fraktion der Sozialdemokratie nach bolschewistischer Spielart, welche w&#228;hrend der Bewegung der Fabrikbesetzungen keine andere Rolle als eine politische gegen die italienischen Proletarier spielte.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;d) &lt;i&gt;die Kritik der konterrevolution&#228;ren Gesellschaft&lt;/i&gt;, d.h. v.a. die Kritik dessen, was diese Gesellschaft vereinigt, ausdr&#252;ckt und symbolisiert. Diese Kritik der &lt;i&gt;Politik&lt;/i&gt; haben fast alle theoretischen Manifestationen des Kommunismus w&#228;hrend einer konterrevolution&#228;ren Periode gemeinsam. Sie ist eine Frontalopposition gegen die schlichte Existenz in dieser Gesellschaft. Zu einem Zeitpunkt, wo die &#8222;Arbeiterbewegung&#8220; in ihrer staatlichen oder privaten Form eines der Organe des Kapitals und die &lt;i&gt;Politik&lt;/i&gt; jenes T&#228;tigkeitsfeld ist, wo die gesellschaftlichen Kategorien ihre Stellung innerhalb verschiedener taktischer B&#252;ndnisse regulieren, ist es unm&#246;glich, die Politik und alles, was sie umgibt, nicht zu kritisieren (Parlamentarismus, Staatsgl&#228;ubigkeit, Klassenb&#252;ndnisse, Gr&#252;ndung formeller Organisationen usw.). Nat&#252;rlich ist diese Kritik je nach Gruppen und Perioden mehr oder weniger lebendig (die Kritik der Politik durch die Anarchisten zwischen 1875 und 1905 war einiges st&#228;rker als jene der &#8222;Linken&#8220; seit 1929, das h&#228;ngt auch mit der unterschiedlichen Situation im Kontext einer Epoche des &#8222;nationalen&#8220; Wiederaufbaus zusammen usw.) und v.a. &lt;i&gt;mehr oder weniger&lt;/i&gt; bewusst anti-politisch. Was jedoch die Kraft dieser Kritik ausmacht, &lt;i&gt;ist ihr tief kommunistischer Charakter&lt;/i&gt;: die einfache Bekr&#228;ftigung, dass die Revolution ein gesellschaftlicher Prozess ist und dass das entl&#246;hnte Elend sehr wohl eine Trennung der menschlichen Gemeinschaft, und nicht des politischen Lebens ist; die Bekr&#228;ftigung, dass die Klassenbewegung des Proletariats nur gleichbedeutend mit der Zerst&#246;rung der Trennung zwischen produktiver und menschlicher T&#228;tigkeit sein kann; die Bekr&#228;ftigung des autonomen Projekts des Proletariats, zwar innerhalb der Dynamik des Kapitals, aber dagegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn es die Revolution&#228;re so schaffen, die Prinzipien des Kommunismus in den H&#228;nden zu behalten, wenn alles auf ihr Vergessen durch die Menschen hindeutet, wenn diese Revolution&#228;re das allen Hindernissen zum Trotz tun, obwohl sie diese entstellen und den folgenden Generationen entstellt weitergeben, indem sie ihnen &lt;i&gt;nur&lt;/i&gt; Prinzipien weitergeben, &lt;i&gt;indem sie auf diese Art und Weise den Faden der Zeit weben&lt;/i&gt;, braucht man sich trotzdem keine Illusionen zu machen. Neben der Tatsache, dass dieser Faden rot ist, rot jedoch aufgrund vom w&#228;hrend seinem Weben erduldeten Leiden wie die Abg&#228;nge, die Selbstmorde, die St&#252;rze in den Wahnsinn, &lt;i&gt;was der Trag&#246;die des Kommunismus&lt;/i&gt; (seine unm&#246;gliche Verwirklichung, die Abwesenheit einer wirklichen gesellschaftlichen Basis) &lt;i&gt;in dieser Periode entspricht&lt;/i&gt;, sollte einem bewusst sein, dass die fortbestehenden Revolution&#228;re nicht Verk&#246;rperungen ihres Willens sind, sondern auch von der Geschichte hervorgebracht werden. Es gibt keine so totale Konterrevolution, dass sie nicht &lt;i&gt;kontinuierlich&lt;/i&gt; gegen (zukunftslose) Revolten, Widerst&#228;nde (gegen die Rationalisierung des Kapitals), proletarische K&#228;mpfe (ohne organische Richtung) k&#228;mpfen m&#252;sste. Zudem erleben gewisse geographische Zonen die Entwicklung des revolution&#228;ren Prozesses mit Versp&#228;tung (das Beispiel von Nieuwenhuis und Holland) oder sind im Gegenteil dem Aufschwung voraus usw. &lt;i&gt;Sogar zu diesem Preis bestehen die Revolution&#228;re fort. Es gibt wirklich keinen Ausweg.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;IV. Der &#8222;Marxismus&#8220; ist eine Ideologisierung der von der &#8222;Partei Marx&#8220; formulierten Theorie. Dieser beteiligte sich selbst an dieser Versteinerung, v.a. durch seine &lt;i&gt;politischen&lt;/i&gt; Schriften und Positionen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Widerspruch von Marx ist die Tatsache, das Leben eines Wesens, des Kapitals, von seiner Geburt bis zu seinem Tod zu beschreiben, obwohl er zu einer Zeit lebte, wo dieses Wesen sich erst am Entwickeln war, der Wert beherrschte noch nicht &lt;i&gt;reell&lt;/i&gt;, sondern nur &lt;i&gt;formell&lt;/i&gt; die Arbeit und die Gesellschaft, daher kommt die Verherrlichung der &lt;i&gt;Politik&lt;/i&gt;, da die &#8222;Partei Marx&#8220;, welche somit &#8222;marxistisch&#8220; wurde, ihre Analyse der kapitalistischen Produktionsverh&#228;ltnisse in die unmittelbare und aktive Wirklichkeit umsetzen wollte. Die &lt;i&gt;Politik&lt;/i&gt; ist die unumg&#228;ngliche T&#228;tigkeit, welche mit der formellen Herrschaftsweise des Werts verbunden ist, zu einem Zeitpunkt, wo nicht nur die kapitalistische Produktionsweise existiert, sondern auch &#228;ussere und innere, immer noch pr&#228;kapitalistische Zonen. &lt;i&gt;Taktik. Demokratie.&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-44&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Le Voyou, Nr. 1.&#034; id=&#034;nh2-44&#034;&gt;44&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein &lt;i&gt;schrecklicher&lt;/i&gt; Widerspruch existierte zwischen den praktischen M&#246;glichkeiten der Bewegung, welche zu diesem Zeitpunkt nur eine Bewegung der Arbeiter war und h&#246;chst politische Aufgaben zu erf&#252;llen hatte (Einf&#252;hrung der b&#252;rgerlichen Demokratie 1848, Einf&#252;hrung der direkten Volksdemokratie 1871, Verallgemeinerung der Lohnarbeit und des Proletariats w&#228;hrend der Zweiten Internationale, dann politische Diktatur des Proletariats 1919), ein Widerspruch zwischen dem und ihren eigenen Schlussfolgerungen, die &#252;ber den Rahmen ihrer &lt;i&gt;bestimmten&lt;/i&gt; Epoche hinausgingen und Marx aus seiner Analyse des Kapitals und seiner wirklichen Bewegung, sowie den &lt;i&gt;grundlegend kommunistischen&lt;/i&gt; Charakter der K&#228;mpfe des Proletariats zwischen 1848 und 1871 gezogen hatte, trotz ihrer Grenzen. Was Marx bez&#252;glich des Programms und des Verst&#228;ndnisses der wirklichen Bewegung zwischen 1848 und 1871 sagte, war eine &lt;i&gt;radikale&lt;/i&gt; Kritik dessen, was er zwischen diesen Zeitpunkten und danach, und sogar teilweise &lt;i&gt;dessen, was er w&#228;hrend dieser Zeit tun konnte&lt;/i&gt;. Marx konnte den Einfluss seines theoretischen Werks in der unmittelbaren Bewegung nur &lt;i&gt;qualitativ&lt;/i&gt; begrenzen. Engels beschr&#228;nkte sich hingegen nach dem Tod von Marx darauf, ihn zu schw&#228;chen und zum Verschwinden zu bringen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Nichts zeigt den revolution&#228;ren Charakter von Marx&#180; Theorien deutlicher als die Schwierigkeit, sie in nichtrevolution&#228;ren Zeiten zu verteidigen. [&#8230;] Aber es ist schwieriger, 'au&#223;erhalb dieser Welt' zu stehen, denn niemand kann wissen, wann sich die Dinge &#228;ndern [&#8230;] man kann jedoch sagen, da&#223; Marx selbst nicht von Widerspr&#252;chen frei war, d.h., da&#223; auch er einer sich &#228;ndernden Wirklichkeit Achtung erweisen und, um &#252;berhaupt reagieren zu k&#246;nnen, in nichtrevolution&#228;ren Zeiten auf eine nichtrevolution&#228;re Weise reagieren mu&#223;te. [&#8230;] Da der Marxismus w&#228;hrend der Aufschwungphase des Kapitalismus nicht stumm bleiben wollte, konnte er sich nur in einer Weise &#228;u&#223;ern, die einer Theorie widersprach, die aus der Erkenntnis eines realen und immer existierenden Klassenkampfes resultierte. Die Theorie eines immerw&#228;hrenden Klassenkampfes ist nicht gerechtfertigter, als das b&#252;rgerliche Konzept des Fortschritts. Zwei Alternativen [boten] sich ihm: Er konnte sich entweder au&#223;erhalb der aktuellen Entwicklung stellen und sich auf ein praxisfernes radikales Denken zur&#252;ckziehen oder unter den gegebenen Umst&#228;nden an den aktuellen K&#228;mpfen teilnehmen und die revolution&#228;ren Theorien f&#252;r 'bessere Zeiten' aufheben. Diese letzte Alternative wurde umgesetzt in das 'richtige Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxis' und Niederlage oder Erfolg proletarischer Aktivit&#228;ten wurde damit wieder einmal das Ergebnis von 'richtiger' oder 'falscher' Taktik, der Frage der richtigen Organisation und der korrekten F&#252;hrung.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-45&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Paul Mattick, &#8222;Karl Kautsky: Von Marx zu Hitler&#8220; in Jahrbuch (...)&#034; id=&#034;nh2-45&#034;&gt;45&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Marx und dann Engels waren also die ersten B&#252;rokraten und Ideologen der Arbeiterbewegung. Ihre grundlegenden Schriften (&lt;i&gt;&#214;konomisch-philosophische Manuskripte&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Zur Kritik der politischen &#214;konomie&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Kritik des Gothaer Programms&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats&lt;/i&gt;) machen erst heute wirklich Sinn; denn erst heute hat sich der von Marx beschriebene Kapitalismus vollst&#228;ndig verwirklicht und erst heute steht die Frage des Kommunismus vollst&#228;ndig auf der Tagesordnung, ohne Vermittlungen oder &#220;bergangsphase.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Marxschen Werke konnten also nur der ideologischen Ausbildung der sozialdemokratischen B&#252;rokratie dienen, welche aus im Umgang mit der Dialektik und der &#214;konomie, allerdings als getrennte Sph&#228;ren, spezialisierten Intellektuellen und einem Teil der Arbeiteraristokratie zusammengesetzt war. Die &#8222;Marxsche&#8220; Theorie diente nur noch dazu, die Notwendigkeit des Kapitalismus durch die wissenschaftliche Kenntnis seiner Gesetze und Strukturen zu beweisen (siehe aktuell Althusser) und damit die kapitalistischen Verh&#228;ltnisse unter der seelsorgerischen F&#252;hrung der kleinen und grossen politischen und gewerkschaftlichen Chefs zu verewigen. Die Kritik der politischen &#214;konomie verwandelte sich von einem Zentrum der Theorie innerhalb der kommunistischen Praxis des Proletariats &#8211; da Studie jener Widerspr&#252;che, welche den Kapitalismus niederringen sollten &#8211; in eine Wissenschaft der &#214;konomie, eine b&#252;rgerliche wissenschaftliche Kategorie. Dieser &#214;konomismus hatte die Notwendigkeit als Grundlage, die kapitalistische Wirtschaft zu verstehen, um die Lohnarbeit innerhalb des kapitalistischen Verh&#228;ltnisses gegen das Kapital, d.h. die Entwicklung des Kapitalismus (Deutschland) zu &lt;i&gt;verteidigen&lt;/i&gt; oder die Akkumulation des nationalen Kapitals zu erschaffen (Russland). &lt;i&gt;Der &#8222;Marxismus&#8220; wurde somit zur Theorie des variablen Kapitals, und ist es geblieben.&lt;/i&gt; Diesbez&#252;glich ist er eines der solidesten Aush&#228;ngeschilder der Konterrevolution. Er wurde auch zum Diskurs der herrschenden Klasse des &#246;stlichen Kapitalismus (UdSSR, China, Kuba usw.) und zum im Westen tendenziell vorherrschenden akademischen Diskurs. &lt;i&gt;Die kommunistische Theorie bildet sich durch die Zerst&#246;rung des Marxismus und nur die Apostel der Konterrevolution werden sich noch &#252;ber seine durch etliche kapitalistische Diskurse zersetzte Leiche beugen.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;V. Die Anarchisten hatten im 19. Jahrhundert mit ihrer Behauptung Recht, &lt;i&gt;dass der proletarische Staat ein Ding der Unm&#246;glichkeit sei&lt;/i&gt;. Sie lagen auch in ihrer Verweigerung der Politik richtig, sie zeigten und bekr&#228;ftigten damit das besondere Wesen der proletarischen Revolution, welche aus menschlichen, und nicht politischen Gr&#252;nden gemacht wird. Sie dr&#252;ckten das aus, was Marx seit 1844 geschrieben, jedoch beiseite gelegt hatte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ihre Bekr&#228;ftigungen waren jedoch ambivalent: &lt;i&gt;Die Ideologie der (Lohn-)Arbeit&lt;/i&gt; war bei ihnen besonders &#252;bersteigert und somit kam die Politik auf &#8222;Umwegen&#8220; zur&#252;ck. Tats&#228;chlich wurde die Richtigkeit ihrer Konzeption auf einen &lt;i&gt;subutopischen&lt;/i&gt;, humanistischen und religi&#246;sen Zustand reduziert, &lt;i&gt;der Ausdruck der formellen Herrschaft des Werts &#252;ber die Arbeit war&lt;/i&gt;, denn die Politik und die formelle Herrschaft des Werts sind miteinander verbunden.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-46&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#8222;Le prol&#233;tariat comme destructeur du travail&#8220;, op. cit.&#034; id=&#034;nh2-46&#034;&gt;46&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der anarchistische F&#246;deralismus war nicht im geringsten kommunistisch, &lt;i&gt;d.h. &#252;berhaupt nicht staatszerst&#246;rerisch&lt;/i&gt;, er war eine reaktion&#228;re Konzeption des historischen R&#252;ckschritts: Gruppen von Produzenten sind in einem durch die Regularisierung des Anti-Staats &#8222;gerecht&#8220; gemachten &lt;i&gt;Markt&lt;/i&gt; miteinander konfrontiert. &lt;i&gt;Die menschliche Gemeinschaft wird gleichzeitig anarchisch und zentralisiert&lt;/i&gt;, auf dem gesellschaftlichen Menschen und seinem Bewusstsein basierend sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was diesen Punkt (die Kritik der Entfremdung) betrifft, haben die Anarchisten &lt;i&gt;betr&#228;chtlich viel&lt;/i&gt; beigetragen, obwohl es die meiste Zeit nur eine &lt;i&gt;humanistische&lt;/i&gt; Bekr&#228;ftigung sein konnte, welche die Gestalt des Mystizismus annahm und somit selber &lt;i&gt;mystifizierend&lt;/i&gt; wurde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem sie als Sammelbecken f&#252;r die Revolution&#228;re zwischen 1875 und 1905 gedient hatte, kompromittierte sich die anarchistische Ideologie, wie alle sozialistischen Str&#246;mungen damals, w&#228;hrend des Ersten Weltkrieges und verwirklichte sich, fand ihre &lt;i&gt;Wirklichkeit&lt;/i&gt; im Spanien von 1936, wo der &lt;i&gt;Skandal&lt;/i&gt; nicht nur die Beteiligung der CNT-AIT an der &lt;i&gt;republikanischen, konterrevolution&#228;ren&lt;/i&gt; Regierung war, welche Arbeiter erschoss (und kritische K&#228;mpfer wie Berneri ermordete), sondern auch der &lt;i&gt;Grund&lt;/i&gt; dieser Beteiligung: Die &lt;i&gt;Kollektivierungen&lt;/i&gt;, welche von ihnen als Zerst&#246;rung der kapitalistischen Produktionsverh&#228;ltnisse betrachtet wurden, wurden dort auch sehr schnell nur zu einem Potenzial der Verallgemeinerung, trotz den vielversprechenden Pr&#228;missen des fabelhaften Kampfes der spanischen Proletarier und Kleinbauern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;VI. Die Theorie ist einheitlich w&#228;hrend einer revolution&#228;ren Periode; sie wird disparat und partiell w&#228;hrend einer konterrevolution&#228;ren Periode.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kommunistische Theorie kann nichts anderes sein als gebunden an die gesellschaftliche Praxis der proletarischen Bewegung, sie ist weder &#8222;marxistisch&#8220; noch &#8222;anarchistisch&#8220;. Obwohl uns Marx &lt;i&gt;alle&lt;/i&gt; (oder fast alle) Grundlagen der kommunistischen Theorie &#252;berlassen hat, muss man sich der Wichtigkeit und der Funktion der anarchistischen Bewegung bis etwa 1905 (und sogar danach, in einigen F&#228;llen), deren &lt;i&gt;explosiven&lt;/i&gt;, mit dem Entstehen des proletarischen Bewusstseins bis zum Ende des kapitalistischen Prozesses verbundenen &lt;i&gt;Inhalts&lt;/i&gt; (konstante Bekr&#228;ftigung des kommunistischen Endziels, auch wenn es nicht m&#246;glich ist, es zu verwirklichen, und sei es nur negativ) bewusst sein, welcher mit dem Auftauchen &lt;i&gt;des proletarischen Bewusstseins&lt;/i&gt; bis zum Ende des kapitalistischen Prozesses verbunden ist. Diese vom Anarchismus unternommene &#8222;Kritik der Politik&#8220;, welche der Marxismus verpasste, m&#252;ssen und k&#246;nnen wir uns zu einem historischen Zeitpunkt wiederaneignen, wo der revolution&#228;re Prozess der kommunistischen Transformation der Welt die Kritik der Politik und der (Lohn-)Arbeit, die Erschaffung des &#8222;Gemeinwesens&#8220;, d.h. der menschlichen Gemeinschaft bekr&#228;ftigt. &lt;i&gt;Der Text von Nieuwenhuis ist ein Beispiel f&#252;r die Wiederaneignung der Theorie durch die wirkliche Bewegung.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum Zeitpunkt, wo das Kapital die Politik dank der sich allen ideologischen Voraussetzungen entledigenden reellen Herrschaft des Werts liquidiert, wird die anarchistische Kritik wieder in die kommunistische Theorie integriert, auf schon fast &lt;i&gt;teleskopische&lt;/i&gt; Art und Weise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum Zeitpunkt, wo die gesamte gesellschaftliche T&#228;tigkeit eigentlicher Prozess des Kapitals ist, wo der Gebrauchswert zu einem einfachen Grenztr&#228;ger der Wertbewegung geworden ist, wo jede gesellschaftliche Kategorie eine Funktion f&#252;r das Kapital im Tausch gegen die verallgemeinerte Lohnarbeit darstellt, &#8222;braucht das Kapital keine Kr&#252;cken mehr, um sich zu bewegen, es entledigt sich der alten ideologischen Vermittlungen wie z.B. der politischen Ideologie und kann von nun an direkt das Leben der Menschheit durch die T&#228;tigkeit des Werts organisieren&#8220;. Zu diesem Zeitpunkt gibt es f&#252;r uns keinen Gegensatz mehr zwischen der von den Anarchisten formulierten Kritik der Politik und der von Marx formulierten materialistischen Theorie des proletarischen Kampfes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Das Proletariat kann keine Vermittlung zwischen ihm und seiner Revolution mehr zulassen, d.h. keine andere Partei ausser seine eigene Bewegung des Bruchs mit dem Kapital und seiner eigenen Zerst&#246;rung. Die Selbstaufhebung des Proletariats wird gleichzeitig die Zerst&#246;rung der politischen Erpressung verwirklichen, welche gegen&#252;ber dem sich rekonstituierenden Proletariat gezwungen sein wird, sich objektiv in einer Bewegung zu vereinigen: in jener der universellen Konterrevolution des Kapitals.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Ende des Kapitals ist gleichbedeutend mit dem Ende der Demokratie, &lt;i&gt;dem Ende der Politik&lt;/i&gt; und ihres &#228;ussersten Inhalts: des Spektakels.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-47&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Le Voyou, Nr. 1.&#034; id=&#034;nh2-47&#034;&gt;47&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;August 1973&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Quelle: Jean-Yves B&#233;riou, &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;http://tempscritiques.free.fr/spip.php?article368&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Th&#233;orie r&#233;volutionnaire et cycles historiques&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, La Sociale, Montreal, 2013.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.bahoebooks.net/buch/revolutionaere-theorie-und-historische-zyklen/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Buchausgabe&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb2-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;La Perspective du communisme&lt;/i&gt;, 1971.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx, &lt;i&gt;Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;La Perspective du communisme&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx und Engels, &#8222;Revue, Mai bis Oktober 1850&#8220; in &lt;i&gt;Neue Rheinische Zeitung&lt;/i&gt;, F&#252;nftes und Sechstes Heft, MEW, Bd. 7, 5. Aufl., 1973, S. 440.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx an Freiligrath, Brief vom 29. Februar 1860, MEW, Bd. 30, 1974, S. 495.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Marx an Kugelmann, Brief vom 9. Oktober 1866, MEW, Bd. 31, 1965, S. 529.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die anf&#228;nglichen Positionen von Marx bez&#252;glich der Kommune k&#246;nnen sehr gut mit seiner &lt;i&gt;strategischen&lt;/i&gt; Analyse der &#8222;progressiven&#8220; nationalen K&#228;mpfe erkl&#228;rt werden, v.a. in Deutschland.&lt;br class='manualbr' /&gt;F&#252;r Marx war der franz&#246;sisch-preussische Krieg auf Seiten Preussens ein &lt;i&gt;progressiver&lt;/i&gt; Krieg, denn er sei nicht gegen das franz&#246;sische Volk, sondern gegen das &lt;i&gt;imperialistische&lt;/i&gt; franz&#246;sische Regime von Napoleon III. gerichtet gewesen. Diese Konzeption der Ereignisse war Teil einer Sichtweise, welche den Anspruch hatte, eine globale der sozialen Revolution zu sein. Tats&#228;chlich sah er das Epizentrum der Konterrevolution im zaristischen Russland, das mit dem kapitalistischen England und dem imperialistischen Frankreich verb&#252;ndet war; diese Konterrevolution verhinderte die Entwicklung der nationalen Einheit Deutschlands, somit der dazugeh&#246;rigen Industrialisierung und gleichzeitig des deutschen Proletariats. F&#252;r ihn war das deutsche Proletariat das Epizentrum der europ&#228;ischen sozialen Revolution, man musste also die deutsche Bourgeoisie in ihrer historischen Aufgabe und somit im franz&#246;sisch-preussischen Krieg unterst&#252;tzen, womit zudem das franz&#246;sische Proletariat vom bonapartistischen Regime befreit w&#252;rde.&lt;br class='manualbr' /&gt;Nat&#252;rlich endete diese Theoretisierung in dieser unglaublichen Idee, welche er in einem Brief an Engels erw&#228;hnt:&lt;br class='manualbr' /&gt;&#8222;Die Franzosen brauchen Pr&#252;gel. Siegen die Preu&#223;en, so die Zentralisation der &lt;i&gt;state power&lt;/i&gt; n&#252;tzlich der Zentralisation der deutschen Arbeiterklasse. Das deutsche &#220;bergewicht w&#252;rde ferner den Schwerpunkt der westeurop&#228;ischen Arbeiterbewegung von Frankreich nach Deutschland verlegen, und man hat blo&#223; die Bewegung von 1866 bis jetzt in beiden L&#228;ndern zu vergleichen, um zu sehn, da&#223; die deutsche Arbeiterklasse theoretisch und organisatorisch der franz&#246;sischen &#252;berlegen ist. Ihr &#220;bergewicht auf dem Welttheater &#252;ber die franz&#246;sische w&#228;re zugleich das &#220;bergewicht unsrer Theorie &#252;ber die Proudhons etc.&#8220; (Marx an Engels, 20. Juli 1870, MEW 33, S. 5.)&lt;br class='manualbr' /&gt;Nat&#252;rlich f&#252;hrte diese ganze Sichtweise, welche selbst von der noch unvollendeten Konterrevolution hervorgebracht wurde, zu Positionen, die sp&#228;ter zu den politischen Grundlagen der sozialdemokratischen Doktrin wurden. Das Verh&#228;ltnis zwischen Marx und der Sozialdemokratie ist nicht nur negativ, sondern auch positiv. Dieser Wille, das gem&#228;ss den Gesetzen der historischen und &#246;konomischen Entwicklung notwendige Voranschreiten der Ausweitung der Klassenk&#228;mpfe und ihrer Folgen durch eine Epoche reich an besonderen Situationen und bedeutenden historischen Vermittlungen auf einer universellen Ebene (Zeit und Raum) global zu betrachten, brachte ihn dazu, mit gesenktem Kopf in diese Vermittlungen hineinzufallen. Nat&#252;rlich geht es hier nicht um das Individuum &#8222;Marx&#8220;, sondern um das gesellschaftliche Verh&#228;ltnis.&lt;br class='manualbr' /&gt;Die Unterst&#252;tzung des deutschen Kapitalismus zur Zerst&#246;rung des Bonapartismus und zur Erschaffung eines gr&#246;sseren Handlungsspielraumes f&#252;r das franz&#246;sische Proletariat und gleichzeitig zur Erschaffung der Grundlagen einer Verst&#228;rkung der Proletarisierung in Deutschland usw., dieses ganze taktische Kalk&#252;l im Namen der grossen &#8222;wissenschaftlichen&#8220; Strategie f&#252;hrte dazu, die wirkliche Bewegung, die Bewegung der revolution&#228;ren Klasse zu opfern. Zwei Punkte sind klar:&lt;br class='manualbr' /&gt;1) &lt;i&gt;Das Epizentrum der Revolution war eindeutig das franz&#246;sische Proletariat&lt;/i&gt;, das w&#228;hrend der Kommune der ganzen Welt als Tr&#228;ger des Inhalts der historischen Bewegung erschien.&lt;br class='manualbr' /&gt;2) Diese Haltung war gleichbedeutend mit der Unterst&#252;tzung Bismarcks in Deutschland und der Entwaffnung der deutschen Proletarier im Namen der f&#252;r ihren k&#252;nftigen Kampf notwendigen, b&#252;rgerlichen nationalen Revolution, &lt;i&gt;obwohl ihr Kampf schon existierte&lt;/i&gt;. Wenn Dangeville in den von ihm herausgegebenen &lt;i&gt;&#201;crits militaires&lt;/i&gt; von Marx und Engels versucht, dies durch eine pseudodialektische Gymnastik zu rechtfertigen, enth&#252;llt er seine teleologischen R&#252;ckst&#228;nde: &#8222;Tats&#228;chlich waren die franz&#246;sischen Arbeiter unf&#228;hig, ihre Bourgeoisie zu st&#252;rzen (und Bismarck &#252;bernahm diese Aufgabe).&#8220; Denn es ist &lt;i&gt;absolut&lt;/i&gt; klar, dass Bismarck den Aufstieg der franz&#246;sischen Bourgeoisie einleitete, indem er Thiers und Versailles, ihre wahren Repr&#228;sentanten, an die Macht brachte. Die Art und Weise, um jeden Preis die taktischen Positionen der Meister rechtfertigen zu wollen, eine morbide und l&#228;cherliche Manie der Bordigisten, erreicht hier ihren H&#246;hepunkt: die Anfertigung einer unwirklichen Geschichte, die f&#252;r die gute Sache der ideologischen Geschichte des &#8222;invariablen&#8220; Programms agiert. Dieser schlechte, von Dangeville &#252;bernommene Witz von Marx und Engels findet ihre wirkliche Vollendung in der Sozialdemokratie. Unmittelbar f&#252;hren einige F&#228;den direkt zu Bernstein und anderen: die metaphysischen Subtilit&#228;ten zwischen defensiven und offensiven Kriegen (man kennt den Weg, welchem sie folgen werden); die Unterst&#252;tzung Bismarcks, die sich kaum von jener Lassalles unterschied: &#8222;Darum aber den Antibismarckismus zum alleinleitenden Prinzip erheben, w&#228;re absurd. Erstens tut B[ismarck] jetzt, wie 1866, immer &lt;i&gt;ein St&#252;ck von unsrer Arbeit&lt;/i&gt;, in seiner Weise und ohne es zu wollen, &lt;i&gt;aber er tut's doch&lt;/i&gt;. Er schafft uns reineren Bord als vorher.&#8220; (Engels an Marx, 15. August 1870, MEW 33, S. 40); die Beteiligung an der Kriegsf&#252;hrung und am Aufruf zur Konsolidierung einer nationalen Armee gegen das Prinzip der Arbeitermilizen, all das verbunden mit der Forderung nach heftiger Repression des preussischen Staates gegen alle Arbeiter und Kleinbauern, die sich dem Milit&#228;reinsatz zu entziehen suchten (siehe den abstossenden Text von Engels &lt;i&gt;Die preussische Milit&#228;rfrage und die deutsche Arbeiterpartei&lt;/i&gt;, 1865); und wir k&#246;nnten diese Liste weiterf&#252;hren, welche beweist, dass Marx und Engels die Sozialdemokratie &lt;i&gt;im Vornhinein&lt;/i&gt; gr&#252;ndeten.&lt;br class='manualbr' /&gt;Es geht jedoch nicht darum, wie in der Schiessbude den Ball auf die beiden Herren zu werfen, sondern auch darum, zu erkennen, inwieweit Marx und Engels all diese Linie taktischer Positionen als &lt;i&gt;Notwendigkeiten des Moments&lt;/i&gt; konzipierten. Obwohl ihre Analyse &lt;i&gt;absolut falsch&lt;/i&gt; war, bezog sie sich auf eine kommunistische Sichtweise der Bewegung des Proletariats; sie kann sehr gut durch die blendenden Vermittlungen der Epoche erkl&#228;rt werden, obwohl die Sozialdemokraten und ihre &#8222;sozialistischen&#8220; oder &#8222;stalinistischen&#8220; Nachfolger diese ganze Analyse &#252;bernehmen werden, als ob sie nichts mit ihrem Kontext zu tun h&#228;tte, als ob sie absolut, ewig, f&#252;r immer und seit jeher g&#252;ltig w&#228;re (&#8222;Die Armee von Valmy&#8220;). Marx war ein Materialist und konnte sich t&#228;uschen, da materiell durch die Epoche beschr&#228;nkt, doch diese Schmierenkom&#246;dianten und Politiker wenden bloss &lt;i&gt;ad aeternum&lt;/i&gt; &#8222;marxistisch&#8220; genannte Prinzipien auf die L&#246;sung materieller Probleme an, was etwas ganz anderes ist. Marx rief zwar dazu auf, Bismarck zu unterst&#252;tzen, doch das war nur provisorisch usw. Zwei Tatsachen k&#246;nnen f&#252;r diese von der gegenw&#228;rtigen wirklichen Bewegung leider noch nicht gef&#252;hrte Diskussion &lt;i&gt;hier&lt;/i&gt; provisorisch als Schlussfolgerung dienen:&lt;br class='manualbr' /&gt;1) Marx &lt;i&gt;korrigierte&lt;/i&gt; sein Urteil &#252;ber die Kommune, Deutschland und die Sozialdemokratie und Russland (siehe den &lt;i&gt;Briefwechsel mit Vera Sassulitsch&lt;/i&gt;); und zwar korrigierte er sein Urteil auf eine Art und Weise, die &lt;i&gt;&#252;berhaupt keinen Raum f&#252;r Zweifel&lt;/i&gt; l&#228;sst.&lt;br class='manualbr' /&gt;2) Er bevorzugte die m&#228;chtige Entwicklung der deutschen Industrie gegen&#252;ber ihrer Stagnation, weil die Widerspr&#252;che sich desto st&#228;rker verschlimmern, je mehr eine Wirtschaft aufbl&#252;ht, was schlussendlich die f&#252;r die Revolution notwendigen, tiefen Krisen hervorbringt; er hatte diese Position also nicht, weil er an eine harmonische Entwicklung des gesellschaftlichen Prozesses glaubte, wie seine deutschen Sch&#252;ler; sondern weil eben die Theorie des Proletariats nur eine &lt;i&gt;Theorie der Katastrophe&lt;/i&gt; sein kann; eben genau aus dem umgekehrten Grund. &lt;br class='manualbr' /&gt;Die Positionen von Marx zum franz&#246;sisch-preussischen Krieg und der Entstehung der Kommune sind, obwohl sie hier nur kurz behandelt werden k&#246;nnen, von grundlegender Bedeutung f&#252;r das Verst&#228;ndnis der gegenw&#228;rtigen historischen Bewegung (milit&#228;rische Frage, nationale Frage usw.), doch diese Arbeit wurde bis anhin nur von &#8222;orthodoxen Sch&#252;lern&#8220;, von Ver&#228;chtern ohne Intelligenz realisiert, f&#252;r welche diese Intelligenz auch nicht notwendig war, weil es ihre wirkliche Situation nicht erforderte. Wir denken besonders, dass der Vergleich mit den Schriften Bakunins zur gleichen Zeit (&lt;i&gt;Briefe an einen Franzosen zur aktuellen Krise&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Das Knuto-germanische Kaiserreich&lt;/i&gt;) und ihre wirkliche Konfrontation es erlauben w&#252;rde, diesbez&#252;glich etwas klarer zu sehen und gleichzeitig die Erste Internationale unter dem Aspekt der organischen Verbindung zwischen den verschiedenen Entwicklungsphasen, sowie das existierende dialektische Verh&#228;ltnis zwischen diesem Aspekt und der Totalit&#228;t der Klassenk&#228;mpfe zwischen 1870 und 1871 zum Vorschein bringen w&#252;rde, eine Totalit&#228;t, die Marx und Bakunin, auf bestimmte Phasen des gesellschaftlichen Prozesses fixiert, erst im Nachhinein verstanden haben. Die Schriften Bakunins sind zur Analyse dieses entscheidenden historischen Moments unumg&#228;nglich: In Bezug auf den franz&#246;sisch-preussischen Krieg benutzt der Russe die gleichen Argumente wie Marx, jedoch zur Verteidigung der franz&#246;sischen Seite (Aufruf zur Volksarmee usw.), wobei er genau wie Marx die sogenannte Unf&#228;higkeit des franz&#246;sischen Proletariats verachtet, sich ihrer Bourgeoisie zu entledigen, es jedoch als Epizentrum der europ&#228;ischen Revolution betrachtet, und er auch in Bezug auf Bismarck und Deutschland einen treffenderen Standpunkt hat.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Am Abend des 14. September verl&#228;sst Michail Bakunin Genf in Richtung Lyon. Dort will er versuchen, sein Programm zu verwirklichen, die Schlussfolgerung der &lt;i&gt;Briefe an einen Franzosen&lt;/i&gt;, in welchen er erkl&#228;rt, Frankreich sei nur durch die Anarchie und die Revolte in den &lt;i&gt;Provinzen&lt;/i&gt; zu retten, indem &#8222;die Regierungsmaschine zerst&#246;rt&#8220; wird (das wird auch die wichtige Lehre der Niederlage der Kommune sein, auch wenn sie das w&#228;hrend ihrer Existenz, aufgrund ihrer Isolation von der Provinz, wo die Erhebungen unbedeutend waren oder sogleich niedergeschlagen wurden, nicht realisieren konnte).&lt;br class='manualbr' /&gt;Am 4. September hatte sich ein &lt;i&gt;Komitee zur Rettung&lt;/i&gt; im Rathaus eingerichtet, es war jedoch am 15. durch einen gew&#228;hlten, aus gem&#228;ssigten Tendenzen bestehenden Gemeinderat ersetzt worden. Am 17. und 18. wird im Verlauf von politischen Sitzungen, auf Anregung des russischen Revolution&#228;rs, ein &lt;i&gt;Komitee zur Rettung von Frankreich&lt;/i&gt; eingesetzt. Am 25. verfassen Bakunin und seine Freunde ein grosses Plakat, das einen Aufruf zum Aufstand darstellt und folgendes dekretiert: die Abschaffung der Verwaltungs- und Regierungsmaschine des Staates; Volksgerichtsbarkeit; die Bezahlung der Steuern und Hypotheken ist unterbrochen; in jeder Gemeinde &#252;bernimmt ein Komitee zur Rettung von Frankreich die Macht; die Gr&#252;ndung einer revolution&#228;ren Konvention zur Rettung von Frankreich in Lyon, das aus Delegierten aus den Komitees in den Departementen zusammengesetzt ist. Das Plakat schloss ab mit: &#8222;Zu den Waffen!!!&#8220; Die Unterzeichnenden kamen aus Lyon und der Region (Albert Richard, Palix, Blanc u.a.), aus Marseille (Bastelica) und aus Saint-&#201;tienne (Dupin). Am 26. findet eine &#246;ffentliche Sitzung statt, wo der Text des Plakats vorgelesen wird. Am 28. bricht der Aufstand aus, Cluseret wird als General der revolution&#228;ren Armee bejubelt, die Nationalgarden werden entwaffnet und das &lt;i&gt;Komitee zur Rettung von Frankreich&lt;/i&gt; richtet sich im Rathaus ein. Doch der Mangel einer ernsthaften Basis (einige Gruppen bewaffneter Arbeiter) und die Unentschlossenheit der von einem Opera-buffa-General (Cluseret, der sich, man weiss es, in Paris noch brillanter hervortut) angef&#252;hrten Operettenaufst&#228;ndischen zwingen die meisten Gef&#228;hrten Bakunins zur Flucht und bringen den Gemeinderat sogleich wieder zur&#252;ck. Der kurz in Gewahrsam genommene, und dann von seinem Freund Ozaroff gerettete Bakunin ist gezwungen, nach Marseille zu gehen.&lt;br class='manualbr' /&gt;Diese &#8222;verr&#252;ckte Eskapade&#8220; Bakunins, der zu ihrer Verwirklichung mit radikalen und jakobinischen, kleinb&#252;rgerlichen Phrasendreschern oder schlichtweg Verr&#228;tern (einige flogen als Agenten von Napoleon III. auf) zusammengearbeitet hatte, erlaubte es Marx auf etwas zu einfache Art und Weise, sich dar&#252;ber lustig zu machen, denn all das war voluntaristisch, putschistisch und &#8222;komiteebezogen&#8220; (die Komitees zur Rettung sind eine besonders &lt;i&gt;b&#252;rokratische&lt;/i&gt; Konzeption des revolution&#228;ren Aufstands); gleichzeitig war es ein ehrlicher Versuch, der Isolation von Paris vorzubeugen, ein praktischer Versuch, Thiers und seiner Bourgeoisie vorauszugehen, verbunden mit einer tiefen Angst in Anbetracht der entscheidenden Situation f&#252;r das franz&#246;sische Proletariat. Dieser Versuch war nicht dermassen absurd und die Niederlage war gleichbedeutend mit einer tieferen Niederlage: der unvermeidbaren Niederlage der Pariser Kommune. Zu jener Zeit, wo Marx die franz&#246;sische Arbeiterklasse &lt;i&gt;auf mehr als nur ambivalente und unrealistische Art und Weise&lt;/i&gt; mit Ratschl&#228;gen zur M&#228;ssigung &#252;bersch&#252;ttete, versuchten Leute mit ihren Mitteln und ihrer Energie den Aufstand auf ganz Frankreich auszuweiten. Doch Marx traf den Kern der Sache bez&#252;glich der Bedeutung des Problems in Bezug auf die Anmassung, den Staat per Dekret abschaffen zu wollen, Bakunin masste sich das an und diese Anmassung enth&#228;lt alle Ambivalenz und Ahistorizit&#228;t der anarchistischen Ideologie:&lt;br class='manualbr' /&gt;&#8222;Am 28. September, dem Tage seiner Ankunft, hatte das Volk sich des Stadthauses bem&#228;chtigt. Bakunin nahm Posto darin: der kritische, der lange Jahre hindurch erwartete Moment war endlich da, an welchem Bakunin den revolution&#228;rsten Akt vollziehen konnte, den die Welt jemals gesehen &#8211; er dekretierte die &lt;i&gt;Abschaffung des Staates&lt;/i&gt;. Aber der Staat, in der Form und Gestalt von zwei Kompanien Bourgeois-Nationalgarden, drang ein durch einen Eingang, den zu besetzen man vergessen hatte, fegte den Saal aus und schickte Bakunin eiligst auf den Weg nach Genf.&#8220; (Karl Marx, &lt;i&gt;Ein Komplott gegen die Internationale Arbeiter-Assoziation&lt;/i&gt;, 1873, MEW 18, S. 351.)&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;In England z.B., siehe &#8222;Du rackett politique au cirque &#233;lectoral&#8220; in &lt;i&gt;Le Voyou&lt;/i&gt;, Nr. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;MEW, Bd. 33, 1976, S. 206.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Fran&#231;ois Martin, &lt;i&gt;Quelques le&#231;ons d'une insurrection pass&#233;e pour une insurrection future&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx, Brief an Sorge vom 27. September 1877, MEW 34, S. 295.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Paul Brousse (1843-1912) ist zu dieser Zeit der Anf&#252;hrer des franz&#246;sischen Possibilismus. Brousse ist ein typischer Repr&#228;sentant des politischen Arbeiterkarrierismus, der politischen Tendenz, proletarische K&#228;mpfe auf &#214;konomismus, auf &#8222;praktische&#8220; Reformen, auf die emp&#246;rte Verweigerung jeglicher Theorie zu reduzieren. Was die verschiedenen Lebensabschnitte von Brousse miteinander verbindet, ist sein Anti-Marxismus einer ausgesprochen bornierten und reaktion&#228;ren Pr&#228;gung, der nicht vergleichbar ist mit seinem Pol der radikalen Kritik wie bei Malatesta, Nieuwenhuis usw. Paul Brousse oder &#8222;von der Bombe zu den Gemeinderatswahlen&#8220;.&lt;br class='manualbr' /&gt;Tats&#228;chlich war Paul Brousse zuerst Anarchist, und sogar einer dieser aktiven M&#228;nner zwischen 1872 und 1878. Er gr&#252;ndete mit Alerini und Camet im Fr&#252;hling 1873 das &lt;i&gt;Sozialistische revolution&#228;re Propagandakomitee S&#252;dfrankreichs&lt;/i&gt;, das seinen Sitz in Barcelona hatte und dort die Zeitung &lt;i&gt;La Solidarit&#233; r&#233;volutionnaire&lt;/i&gt; herausgab, eine anarchistische Zeitung, deren Artikel gr&#246;sstenteils von ihm selbst geschrieben waren und die klandestin nach Frankreich gebracht und dort verteilt wurde. Er ging danach in die Schweiz, um sich dort den Anti-Autorit&#228;ren anzuschliessen, nachdem er mehrere Monate in Lyon verbracht hatte, w&#228;hrend welchen er Kontakte zur bedeutenden revolution&#228;ren Gruppe im Quartier Croix-Rousse gekn&#252;pft hatte, jene Gruppe, welche sp&#228;ter im fl&#252;chtigen Wiederauftauchen subversiver Tendenzen innerhalb der franz&#246;sischen proletarischen Bewegung eine derart grosse Rolle spielt. Als Delegierter einer franz&#246;sischen Sektion und der spanischen F&#246;deration nahm er 1878 am ersten Kongress der anti-autorit&#228;ren IAA [Ad&#220;: gemeinhin bekannt als Juraf&#246;deration] teil, danach organisierte er in Bern das Treffen zwischen Bakunin, Alerini, Pindy und den Spaniern Farga und Vinas. Er war eine bedeutende Figur in der Westschweiz, v.a. innerhalb der Redaktion des &lt;i&gt;Bulletin de la F&#233;d&#233;ration jurassienne&lt;/i&gt;. Er gr&#252;ndete eine Sektion in Bern und war dort auch an der Gr&#252;ndung einer deutschsprachigen Sektion beteiligt, deren Zeitung die &lt;i&gt;Arbeiter-Zeitung&lt;/i&gt; (1876-1877) war und welche die Grundlage des Beginns der anarchistischen revolution&#228;ren Bewegung im deutschsprachigen Raum darstellt. Er war auch einer der Mitglieder dieser franz&#246;sischen, von Pindy gegr&#252;ndeten F&#246;deration und ihrer Verwaltungskommission (mit Pindy, Alerini, Dumartheray und Montels); im Juni 1877 gr&#252;ndete er mit der Hilfe von Kropotkin die Zeitung der F&#246;deration, &lt;i&gt;L'Avant-Garde&lt;/i&gt;, die klandestin in Frankreich verteilt wurde; schliesslich redigierte er das abstentionistische Manifest im Oktober 1877. W&#228;hrend er all diesen T&#228;tigkeiten nachging, war Brousse Teil der kleinen &#8222;revolution&#228;ren Gemeinschaft&#8220;, die mehr oder weniger geheim rund um Kropotkin organisiert war und parallel zur Organisation der IAA [Ad&#220;: Juraf&#246;deration] internationale Kontakte pflegte. Ausserdem war er zusammen mit Costa der Repr&#228;sentant des extremistischsten Fl&#252;gels der Bewegung im Februar 1877, er organisierte, obwohl die &#8222;Gem&#228;ssigten&#8220; rund um James Guillaume dagegen waren, eine Strassendemonstration in Bern, die betr&#228;chtliche Unruhen und, f&#252;r ihn, Gef&#228;ngnis und Verbannung zur Folge hatte; doch v.a. war er einer jener, welche offen die Notwendigkeit der &#8222;Propaganda der Tat&#8220; verteidigten: Mit Costa hielt er mehrere Konferenzen und &#228;usserte mehrere Erkl&#228;rungen, welche die Bombe und das Dynamit priesen. Und diese gleiche &lt;i&gt;Ungeduld&lt;/i&gt;, etwas zu erhalten, nicht auf die Revolution zu warten, f&#252;hrte ihn auf den Weg des Reformismus, der &lt;i&gt;dieser gleichen Ungeduld entspringt&lt;/i&gt;, denn Reformen erh&#228;lt man &#8222;w&#228;hrend man wartet&#8220;, &#8222;mangels besserer Alternativen&#8220;. Die italienische Linke sah immer die Bedeutung dieses Verh&#228;ltnisses, als sie bekr&#228;ftigte, dass &lt;i&gt;die Ungeduld die Quelle des Opportunismus ist&lt;/i&gt;. Und diese gleiche Ungeduld, die Brousse auf diese Weise zum Reformismus f&#252;hrte, f&#252;hrte ihn sogar sehr schnell dazu, denn er schlug 1878 am Kongress der Juraf&#246;deration die Teilnahme an den Gemeindewahlen und die Unterst&#252;tzung der Kandidatur Blanquis vor. Der Wille, die Geschichte durch Bomben oder den Putsch zu beschleunigen, hat die gleichen Wurzeln, wie die Tatsache, ihr kleine Dinge entreissen zu wollen, die trotz allem die Anf&#228;nge der grossen Revolution darstellen sollen. Als Brousse 1879 aus der Schweiz verwiesen wird, tritt er in die Reihe, indem er sich Guesde und seinen Freunden anschliesst.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;MEW, Bd. 37, S. 232.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten&#8220;, MEW Bd. 21, S. 223.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;In D&#228;nemark wird 1889 die linke oppositionelle Minderheit, die von Gerson Trier und Nicola&#239; Petersen angef&#252;hrt wird und die Wochenzeitung &lt;i&gt;Arbedjeren&lt;/i&gt; (&#8222;Der Arbeiter&#8220;) herausgibt, mit nur 2700 von 40000 Stimmen auf Anregung des Exekutivkomitees der d&#228;nischen sozialdemokratischen Partei nach verschiedenen b&#252;rokratischen Man&#246;vern, Wahlmanipulationen und einer heftigen, zur Personalisierung tendierenden Polemik, um der wirklichen Bedeutung und den theoretischen Grundlagen besser Einhalt zu gebieten, ausgeschlossen. Engels gibt in dieser Aff&#228;re, obwohl er ein pers&#246;nlicher Freund von Trier und mit ihnen einverstanden war, dem Ausschluss seine p&#228;pstliche Segnung, womit er einmal mehr die klare und deutliche Entwicklung der Zweiten Internationale hin zu einem eindeutig b&#252;rgerlichen Organismus beg&#252;nstigt, der nicht einmal mehr reformistisch ist.&lt;br class='manualbr' /&gt;Um sich bewusst zu machen, dass man es in diesem Fall genau wie in Holland oder Schweden nicht mit einem zuf&#228;lligen, mit einem &#8222;Fehler&#8220; oder einer &#8222;taktischen&#8220; Uneinigkeit zwischen verschiedenen Fraktionen zusammenh&#228;ngenden Ph&#228;nomen, sondern mit einem allgemeinen Ph&#228;nomen in einem bestimmten historisch-geographischen Bereich (die Zweite Internationale in den angels&#228;chsischen und n&#246;rdlichen L&#228;ndern) zu tun hat, ist es n&#252;tzlich, etwas zur&#252;ckzugehen und die Geschichte der sozialen Bewegung in D&#228;nemark bis 1889 zu skizzieren. &lt;br class='manualbr' /&gt;Es existierte 1871 eine Sektion der Zweiten Internationale, haupts&#228;chlich in Kopenhagen, deren F&#252;hrung &#8211; eine bemerkenswerte Tatsache &#8211; in den H&#228;nden von Arbeitern und intellektuellen Proletariern, und nicht in den H&#228;nden von Klein- oder Grossb&#252;rgerlichen wie in Deutschland (Doktoren, Professoren usw.) war. Sie hatte eine Zeitung, &lt;i&gt;Socialisten&lt;/i&gt;, die von Harald Brix herausgegeben wurde, ab April 1872 eine Tageszeitung war und mehrmals von der Zensur und der Polizei konfisziert wurde, was der Grund war, dass sie manchmal im Ausland, wie z.B. in Hamburg oder Malm&#246; (Schweden), erschien; um diese Zeitung war die gesamte aktive Fraktion des d&#228;nischen Proletariats gruppiert, die in den h&#228;ufig von Gewalt begleiteten, fast immer in physischen Konfrontationen mit der Polizei endenden Streiks intervenierte.&lt;br class='manualbr' /&gt;Dieser Prozess erreichte seinen H&#246;hepunkt am 5. Mai 1872. An diesem Tag streikten die Maurer und &lt;i&gt;Socialisten&lt;/i&gt; hatte alle Arbeiter Kopenhagens zu einem grossen, entscheidenden Treffen eingeladen. Selbstverst&#228;ndlich wurde es von der Regierung verboten, die Polizei lancierte einen Angriff gegen den &#246;ffentlichen Platz, wo das Treffen abgehalten werden sollte, und besetzte ihn; es kam zu einem heftigen Zusammenstoss und mehrere Anf&#252;hrer wurden verhaftet: Louis Piot, Paul Gellef, Harald Brix u.a. Angeklagt wegen Aufruf zu Mord und Pl&#252;nderung (damals schon!) wurden sie zu mehreren Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Trotzdem vergr&#246;sserte und vertiefte sich die Bewegung und im August 1873 wurde die Arbeiter-Assoziation von der Regierung verboten und aufgel&#246;st. &lt;i&gt;Daraufhin wurde die Sozialdemokratische Partei gegr&#252;ndet und alles begann langsam zu verfaulen&lt;/i&gt;.&lt;br class='manualbr' /&gt;Zwischen 1870 und 1873 ging Europa durch eine bedeutende wirtschaftliche und politisch-milit&#228;rische Krise, die es dem industriellen Proletariat erlaubte, ziemlich &#252;berall zu intervenieren, doch v.a. in Paris, und zum revolution&#228;ren Angriff und der Kommune f&#252;hrte. Nach der Niederlage der franz&#246;sischen Arbeiterklasse konnte die Konterrevolution die Ordnung mit Hilfe der Staaten wiederherstellen, die vor allen anderen Funktionen zu anti-proletarischen Waffen geworden waren.&lt;br class='manualbr' /&gt;Der Zyklus der Konterrevolution dauerte danach ungef&#228;hr 45 Jahre, charakterisiert war er haupts&#228;chlich durch den Aufstieg der Sozialdemokratie auf fast schon totalit&#228;re Art und Weise. Alles, was innerhalb der sozialistischen Bewegung theoretisch zum Kommunismus tendierte, wurde m&#252;hevoll und systematisch ausgehobelt und/oder aus der von den Sozialdemokraten komplett politisch monopolisierten Arbeiterbewegung ausgeschlossen; G-W-G' konnte ungest&#246;rt seinen Walzer tanzen: Innerhalb der Gleichung war ' gleichbedeutend mit dem Recht auf die demokratische Existenz f&#252;r das Proletariat. Dieses Schema wird umso &lt;i&gt;unbestreitbarer&lt;/i&gt;, je weiter man der d&#228;nischen Odyssee mit all ihren Unw&#228;gbarkeiten folgt.&lt;br class='manualbr' /&gt;Im August 1877 retteten sich Piot und Geleff durch die Ausreise nach Amerika, mit der Kasse, was gar nicht so dumm war. Darum erschien &lt;i&gt;Socialisten&lt;/i&gt; immer unregelm&#228;ssiger und der Skandal erreichte die sozialistische Bewegung. Dort geh&#246;rt die moralische Emp&#246;rung im allgemeinen und grossz&#252;gigerweise zum guten Ton, doch kritische H&#228;rte hat nichts mit Moral zu tun. Warum, und das ist die wahre Frage, die in sich selbst ihre Antwort enth&#228;lt, fl&#252;chten zwei Revolution&#228;re mit der Kasse, die das Beste (und das Schlimmste) ihres Lebens gegeben, das Gef&#228;ngnis riskiert und in die Strafkolonie verbannt worden waren und die radikale Str&#246;mung des d&#228;nischen Proletariats w&#228;hrend diesen Jahren intensiver K&#228;mpfe repr&#228;sentiert hatten? &lt;i&gt;Der Grund daf&#252;r war, dass es keine revolution&#228;re mehr, sondern eine konterrevolution&#228;re Bewegung war und sie darin nichts verloren hatten&lt;/i&gt;; Harald Brix hatte sein Zuhause in einem d&#228;nischen Gef&#228;ngnis aufgrund politischer Agitation; er starb 1881. Die Politiker hatten nun freie H&#228;nde.&lt;br class='manualbr' /&gt;Ende 1877 fand der erste Sozialistenkongress in D&#228;nemark statt. Er nahm das Gothaer Fusionsprogramm an und repr&#228;sentierte 7000 Mitglieder, w&#228;hrend die Assoziation auf dem H&#246;hepunkt der K&#228;mpfe 1872 kaum 700 hatte; was das &lt;i&gt;zwingend&lt;/i&gt; konterrevolution&#228;re Wesen einer solchen Partei mit 7000 Mitgliedern 1877 beweist, zu einer Zeit der gesellschaftlichen Ruhe und in einem kleinen Land wie D&#228;nemark. Es gen&#252;gt, die gew&#228;hlten Motionen zu lesen, um zu realisieren, inwieweit die revolution&#228;re Tendenz verschwunden war, um der &#8222;politischen&#8220; und &#8222;gewerkschaftlichen&#8220; Agitation Platz zu machen. Ihre beiden St&#252;tzpfeiler waren der Parlamentarismus und die gewerkschaftliche T&#228;tigkeit. Im Jahr 1884 verb&#252;ndete sich die d&#228;nische SP mit der b&#252;rgerlichen Opposition, um den Minister Estrup zu st&#252;rzen, was ihre Mitgliederzahl und ihre Popularit&#228;t auf beeindruckende Art und Weise anwachsen liess: Sie hatte ihr Eintrittsticket in die demokratische Arena erlangt. Und wir gehen &#252;ber den Rest hinweg.&lt;br class='manualbr' /&gt;In einem internen Rundschreiben zur Vorbereitung des Kongresses 1888 kann man folgendes lesen: &#8222;Wir m&#252;ssen alles versuchen, um praktische Reformen zu erreichen, welche dazu beitragen, die Situation des Kleinb&#252;rgertums zu verbessern.&#8220; Das gleiche stand auch in einer &#246;ffentlichen Erkl&#228;rung: &#8222;Der Staat muss den Bauern mit Landbesitz die notwendigen Kapitale g&#252;nstig zur Verf&#252;gung stellen.&#8220; W&#228;hrend den Gemeindewahlen 1888 in Kopenhagen erkl&#228;rte die d&#228;nische SP offen, dass sie die Interessen des Kleinb&#252;rgertums repr&#228;sentiere, und schlug die Vers&#246;hnung zwischen Arbeitern und Kleinb&#252;rgerlichen vor. Es geht hier nicht einmal mehr um taktische Klassenb&#252;ndnisse und das &#252;bliche Geschw&#228;tz bez&#252;glich dieser Fragen, sondern um einen &lt;i&gt;unverbl&#252;mten&lt;/i&gt; Seitenwechsel hinsichtlich der gesellschaftlichen Schranke. Und zu diesem Zeitpunkt gruppiert sich die anti-parlamentarische marxistische Minderheit um die Zeitung &lt;i&gt;Arbedjeren&lt;/i&gt;, um auf den Bruch hinzuarbeiten, von dem wir weiter oben gesprochen haben (zu diesem Thema muss angemerkt werden, dass es von Anfang eine um Sophus Phill gruppierte Opposition gab). Die Ausgeschlossenen, die von ihren Gegnern zu Unrecht als &#8222;Anarchisten&#8220; bezeichnet wurden, gr&#252;ndeten die &lt;i&gt;Revolution&#228;re sozialistische Partei&lt;/i&gt; und behielten &lt;i&gt;Arbedjeren&lt;/i&gt; als Parteizeitung. Sie k&#228;mpfen an drei Fronten: gleichzeitig gegen den Staat und die Polizei (Petersen ist immer mal wieder im Gef&#228;ngnis), gegen die Arbeitgeberschaft und gegen die Sozialdemokratie. Sie weigern sich, gem&#228;ss ihren eigenen Worten, &#8222;Politik zu machen&#8220; und setzen den politischen Kampf mit dem b&#252;rgerlichen Streben nach Reformen gleich, das sie ebenfalls bek&#228;mpfen. Am skandinavischen Kongress in Christiania (102 Delegierte) im August 1890 ist die Diskussion zwischen Sozialdemokraten und revolution&#228;ren Sozialisten heftig, letztere werfen ersteren ihre Weigerung vor, den Kampf der Arbeitslosen zu unterst&#252;tzen, eine Weigerung, die mit der Verteidigung der Interessen der Bauern mit Landeigentum, der Handwerker und der wohlhabenden Arbeiter und der organisierten Sabotage des unmittelbaren Kampfes f&#252;r den Acht-Stunden-Tag zu tun hat. Die d&#228;nische SP endet &#252;brigens ziemlich b&#246;se; nachdem sie im Parlament f&#252;nf Sitze gewonnen hat, verb&#252;ndet sie sich mit den radikalen B&#252;rgerlichen und wird zu einem europ&#228;ischen Mitglied des &#8222;Possibilismus&#8220;.&lt;br class='manualbr' /&gt;Petersen muss ein Jahr (1892-1893) aufgrund eines Artikels im &lt;i&gt;Arbeiter&lt;/i&gt; ins Gef&#228;ngnis, der sich zum Aufstand und der Zerst&#246;rung des Staats bekennt. W&#228;hrend seinem Gef&#228;ngnisaufenthalt &#252;bernimmt eine andere, eher anarchistische Tendenz die F&#252;hrung in der Redaktion des &lt;i&gt;Arbeiter&lt;/i&gt; und beginnt, Artikel der von Landauer angef&#252;hrten Zeitung &lt;i&gt;Der Sozialist&lt;/i&gt; aus Berlin zu reproduzieren; nach einem Jahr kann der Arbeiter nicht mehr erscheinen (alles gem&#228;ss einem Brief von Petersen an Engels vom 8. Juli 1893). Um nicht zwischen Engels und den &#8222;Jungen&#8220; Position beziehen zu m&#252;ssen, behauptet Petersen, die d&#228;nische Opposition sei eine Opposition hinsichtlich taktischer Prinzipien, w&#228;hrend es zwischen der deutschen Opposition und der F&#252;hrung der deutschen SP nur &#8222;Nuancen&#8220; gebe (gem&#228;ss einem Artikel von Petersen im &lt;i&gt;Arbeiter&lt;/i&gt; am 8. November 1891). Die Ambivalenz ist tief und 1901 (u.a.) bringt der Druck der F&#252;hrung der Zweiten Internationale (Bebel, die &#214;sterreicher) die F&#252;hrung der d&#228;nischen SP dazu, die Ausschl&#252;sse von 1889 r&#252;ckg&#228;ngig zu machen.&lt;br class='manualbr' /&gt;W&#228;hrend der Periode zwischen 1889 und 1901 erreicht die Radikalit&#228;t der d&#228;nischen Linken der Zweiten Internationale ihren H&#246;hepunkt, Trier spricht sogar positiv vom Anarchismus in den 1894 ver&#246;ffentlichten Artikeln und proklamiert, er habe mehr mit Bakunin und Kropotkin gemeinsam als mit dem &#8222;Sozialdemokratismus&#8220;. Ausser 1916, wo Trier die SP aus Protest gegen ihren Ministerialismus verl&#228;sst, manifestiert sich die Opposition &lt;i&gt;innerhalb&lt;/i&gt; der Sozialdemokratie (1901-1916). Trier starb 1918, w&#228;hrend er seine Sympathie f&#252;r die neue &lt;i&gt;Sozialistische&lt;/i&gt; (sp&#228;ter Kommunistische) &lt;i&gt;Arbeiterpartei&lt;/i&gt; ausdr&#252;ckte, ihr jedoch nicht beitreten wollte, weil die Partei parlamentaristisch blieb.&lt;br class='manualbr' /&gt;Die eher anarchistische Tendenz der Redaktion nach 1892 ist kaum artikuliert; und erst in der ersten Dekade dieses [des 20.] Jahrhunderts entsteht mit der Tageszeitung &lt;i&gt;Die sozialistische Arbeiterzeitung&lt;/i&gt; (1908) von Chr. Christensen, ein Sch&#252;ler von Trier und Petersen, eine nicht-marxistische revolution&#228;re Tendenz (bis 1915 schreibt auch Petersen von Zeit zu Zeit in dieser Zeitung, danach wird er nach einem Selbstmordversuch mehr oder weniger verr&#252;ckt). Diese Tendenz, welche zwischen 1905 und 1908 einen anti-parlamentaristischen Text von Herman Teistler von ungef&#228;hr 1890 mit dem Titel &#8222;Wacht auf&#8220; ver&#246;ffentlicht, wird sp&#228;ter auch f&#252;r den Import der &#8222;revolution&#228;r syndikalistischen&#8220; Ideen nach D&#228;nemark verantwortlich sein. Im Jahr 1908 gr&#252;nden Chr. Christensen und andere die &lt;i&gt;Syndikalistische F&#246;deration&lt;/i&gt; und 1910 die &lt;i&gt;Union der gewerkschaftlichen Opposition&lt;/i&gt;, wovon eine Tendenz gegen 1920 versucht, sich mit der nicht-anarcho-syndikalistischen kommunistischen Linken zu vereinen (der Haupttext von Christensen datiert von 1921 und tr&#228;gt den Titel &#8222;Moskau und der Syndikalismus&#8220; &#8211; im gleichen Jahr zerst&#246;rt der vereinigende und spaltungsfeindliche Sinowjewismus diesen Versuch).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Eine Bewegung zwischen der d&#228;nischen und der holl&#228;ndischen entwickelte sich in Schweden, jedoch auf weniger radikalen Grundlagen und quantitativ unbedeutender. Besonders degenerierte die Bewegung nach einer terroristischen Phase schneller als woanders hin zu ihrer arbeiterorientierten Achse und war der Beginn der schwedischen anarchosyndikalistischen Bewegung, die heute noch existiert und sogar die einzige Bewegung dieser Art mit einer gewissen gewerkschaftlichen Bedeutung bleibt, nachdem die CNT in Wirklichkeit verschwunden ist. Die SAC ist ein Beispiel daf&#252;r, was die Grenzentwicklung des syndikalistisch-revolution&#228;ren Inhalts in der modernen Gesellschaft hervorbringen kann: &#8222;Apolitismus&#8220;, sozialer B&#252;rgersinn, sozialer Pazifismus, Mitbestimmung, Verherrlichung der Demokratie, Unterst&#252;tzung des Wohlfahrtsstaates usw. Bei Nettlau findet man einige Informationen zur Bergregen-Bewegung.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;La Perspective du communisme&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;N&#233;gation&lt;/i&gt; I, 'Le Prol&#233;tariat comme destructeur du travail'.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;La Perspective du communisme&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Encyclop&#233;die socialiste syndicale et coop&#233;rative de l'Internationale ouvri&#232;re&lt;/i&gt;, herausgegeben von Comp&#232;re-Morel.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Kautsky, zitiert gem&#228;ss Lenin, &lt;i&gt;Was tun?&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jean-Louis Pindy (oder Pendy) (1840-1917) war ein Schreiner, der 1867 der Internationale beitrat und deren Sektion in Brest gr&#252;ndete; im gleichen Jahr verlegte er seinen Wohnsitz nach Paris, wo er sich sehr schnell aktiv am Leben der IAA beteiligte. Pindy war damals in der von Tolain angef&#252;hrten proudhonianischen Fraktion, die am Basler Kongress (dritter Kongress der IAA) gegen das Kollektiveigentum des Bodens gestimmt und wo er als Repr&#228;sentant der Gewerkschaftskammer der Schreiner von Paris teilgenommen hatte. Pindy wurde, nachdem er aufgrund der gegen die IAA gerichteten Prozesse im Gef&#228;ngnis war, einer der Repr&#228;sentanten des revolution&#228;ren Proletariats, einer der agierenden Mitglieder der Partei des Proletariats w&#228;hrend der Agitation in den Jahren vor der Kommune. Er war einer der Gr&#252;nder des &lt;i&gt;Zentralkomitees der 20 Kreise&lt;/i&gt;; er signierte das &lt;i&gt;Rote Plakat&lt;/i&gt; vom 6. Januar 1871, das den Verrat der Regierung des 4. September verurteilte und radikale Massnahmen zur F&#252;hrung des &#8222;Volkskrieges&#8220; vorschlug und dessen letzten S&#228;tze lauteten &#8222;Platz dem Volk! Platz der Kommune!&#8220;; er beteiligte sich gleichzeitig an den Arbeiten des F&#246;deralrats der IAA und der Redaktionskommission derer neuen Zeitung, &lt;i&gt;La Lutte &#224; outrance&lt;/i&gt;; er tritt am 6. September 1870 in die Nationalgarde ein und wird Anfang M&#228;rz 1871 Mitglied des Zentralkomitees; und am 18. M&#228;rz geh&#246;rt er zu jenen, welche das Rathaus besetzen.&lt;br class='manualbr' /&gt;W&#228;hrend der Kommune, an welcher er sich beteiligte, war er Mitglied der Milit&#228;rkommission, dann folgte er auf Assi als Gouverneur des Rathauses und unterschrieb am 15. Mai die Erkl&#228;rung der &#8222;Minderheit&#8220; gegen den Wohlfahrtsausschuss.&lt;br class='manualbr' /&gt;Nachdem er es geschafft hatte, sich eine gewisse Zeit in Paris zu verstecken, fl&#252;chtete er in die Schweiz, wo er danach Gold- und Silberpunzer wurde. Er war sehr engagiert in der Juraf&#246;deration als Sekret&#228;r und Korrespondent des F&#246;deralkomitees, und das w&#228;hrend sehr langer Zeit, sein Wohnsitz war in La Chaux-de-Fonds, wo das Zentrum der Bewegung war.&lt;br class='manualbr' /&gt;Er gr&#252;ndete 1872 mit Dumartheray die franz&#246;sische F&#246;deration der IAA, die v.a. aus in die Schweiz gefl&#252;chteten Kommunarden bestand und versuchte, durch Kontakte mit einigen zerstreuten Individuen und Gruppen v.a. in der Region Rh&#244;ne-Alpes (Lyon, Saint-&#201;tienne usw.) und eine mehr oder weniger illegale Existenz, den durch die Niederschlagung der Kommune zerrissenen Faden wieder weiterzuspinnen. Die franz&#246;sische F&#246;deration blieb lange schattenhaft, doch durch die unaufh&#246;rliche Arbeit von Mitgliedern wie Camet, Gillet, Alerini usw., die zwischen Barcelona, der Schweiz und Lyon-Saint-&#201;tienne hin- und herreisten, schaffte sie es, die &#8222;revolution&#228;re&#8220; Fraktion des franz&#246;sischen Proletariats neu aufzubauen: Im Sommer 1877 gaben Paul Brousse und Pindy mit der Hilfe von Kropotkin die erste Nummer der &lt;i&gt;L'Avant-Garde&lt;/i&gt; heraus, die Zeitung der franz&#246;sischen F&#246;deration, deren Handlungsfeld die Propaganda in Frankreich war, wo sie klandestin verteilt wurde; einen Monat sp&#228;ter fand der erste Kongress der franz&#246;sischen F&#246;deration statt, er war eindeutig anarchistisch und kollektivistisch, die Organisatoren waren Montels und Brousse: Der Kongress nominierte eine Verwaltungskommission, die nur aus Verbannten bestand, Alerini, Brousse, Dumartheray, Montels und Pindy.&lt;br class='manualbr' /&gt;Im Oktober 1877 unterschrieb er das Plakat mit dem von Brousse verfassten und die Arbeiter zur Stimmenthaltung aufrufenden Manifest; diese fast &#252;berall in Frankreich plakatierte Erkl&#228;rung, die eine Antwort auf die Verleumdungen der Radikalen von Lyon war, welche sich die revolution&#228;ren Arbeiter zunutze machen wollten, um sich im Kontext der Krise des 16. Mai geschickt aus der Aff&#228;re zu ziehen, wurde mit einer zweiten fortgesetzt, die sie best&#228;tigte und von Jeallot, Ferr&#233;, Dumartheray, Alerini und Pindy unterschrieben war.&lt;br class='manualbr' /&gt;Pindy war einer der Unterzeichner und der Hauptredakteur des von der franz&#246;sischen F&#246;deration der anti-autorit&#228;ren IAA pr&#228;sentierten Berichts am zweiten Nationalkongress in Lyon, der, wenn er auch v.a. eine Versammlung von gewerkschaftlichen und Berufsdelegierten war, einer gem&#228;ssigter und &#8222;apolitischer&#8220; als der andere, so doch die Manifestation einer &#8222;revolution&#228;ren&#8220; Opposition bestehend aus etwa zehn Delegierten wie Ballivet und Dupiren erlebte, die ausserdem Mitglieder der IAA waren.&lt;br class='manualbr' /&gt;Er beteiligte sich auch am Leben der anti-autorit&#228;ren Internationale; am Kongress von Saint-Imier von 1872 war er Delegierter als Repr&#228;sentant mehrerer franz&#246;sischer Sektionen mit Montels, dann am sechsten Kongress der IAA in Genf, der eigentlich der erste Kongress der anti-autorit&#228;ren Internationale war, als Repr&#228;sentant des jurassischen F&#246;deralkomitees, danach wird er einer der Anf&#252;hrer der Organisation und nimmt an allen Kongressen bis zum letzten 1877 teil.&lt;br class='manualbr' /&gt;Im Jahr 1914 zeigt er sich wie so viele andere (wie sein Freund Montels, der das &lt;i&gt;Manifest der Sechzehn&lt;/i&gt; unterschrieb) sehr &#8222;Union sacr&#233;e&#8220; und erlangte schliesslich einen Geruch der patriotischen Heiligkeit, was f&#252;r einen Anarchisten nicht so schlecht war.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gustave Lefran&#231;ais (1825-1901) ist sicher einer der bemerkenswertesten und eigent&#252;mlichsten franz&#246;sischen Revolution&#228;re der zweiten H&#228;lfte des letzten Jahrhunderts. Lefran&#231;ais erlebte 1848, das Exil in England, die Vorbereitung der Kommune, die Erste Internationale und die Kommune, die anti-autorit&#228;re Internationale in der Schweiz usw., ohne je in den politischen S&#252;mpfen auf dieser Strecke den Boden unter den F&#252;ssen zu verlieren.&lt;br class='manualbr' /&gt;&#8222;Unser Leben ist eine Reise&lt;br class='manualbr' /&gt;Durch den Winter und die Nacht.&lt;br class='manualbr' /&gt;Wir suchen, was den Weg uns weise,&lt;br class='manualbr' /&gt;Am Himmel, wo kein Stern uns lacht.&#8220;&lt;br class='manualbr' /&gt;(&lt;i&gt;Lied der Schweizer Garden&lt;/i&gt;, 1793, das C&#233;line seinem Buch &lt;i&gt;Reise ans Ende der Nacht&lt;/i&gt; vorangestellt hat.)&lt;br class='manualbr' /&gt;Er stellt das seltene Beispiel eines Mannes dar, der den Kommunismus durch zwei Konterrevolutionen hindurch repr&#228;sentierte und der &lt;i&gt;trotz&lt;/i&gt; seiner Epoche &lt;i&gt;und gegen&lt;/i&gt; sie Kommunist blieb.&lt;br class='manualbr' /&gt;Lefran&#231;ais ist laizistischer, atheistischer und sozialistischer Lehrer, wird 1847 entlassen und wird Kanzleischreiber; er beteiligt sich an der Revolution 1848; 1849 beteiligt er sich am &lt;i&gt;Br&#252;derlichen Verein der sozialistischen Lehrer, Lehrerinnen und Professoren&lt;/i&gt; und an der Niederschrift seines Unterrichtsprogramms, aus diesem Grund findet im April 1850 ein Strafprozess gegen ihn statt und er wird zu Hausarrest in Dijon verurteilt.&lt;br class='manualbr' /&gt;Im Mai 1852 gelingt ihm die Ausreise nach London; dort lebt er im Elend und muss sich gegen die durchaus lebendige politische Erpressung verteidigen; Lefran&#231;ais, der seine Situation mit seinen Freunden wie Joseph D&#233;jacques teilt, macht sich Gedanken und nach eineinhalb Jahren in London kehrt ein kommunistischer Revolution&#228;r nach Paris zur&#252;ck, der die Kritik des Proudhonismus, des Mutualismus, des Blanquismus gemacht und v.a. verstanden hat, dass das Proletariat mit den kleinb&#252;rgerlichen Demokraten oder Jakobinern wie Ledru-Rollin nichts zu tun hat. Zwischen 1853 und 1868 trifft er sowohl alle revolution&#228;ren als auch die anderen Oppositionellen.&lt;br class='manualbr' /&gt;W&#228;hrend der Periode zwischen 1868 und 1871, die gleichbedeutend mit dem Erstarken des revolution&#228;ren Prozesses ist, bringt die noch unsichere Klasse Leute wie Pindy, Lefran&#231;ais, Leverdays, Vermorel usw. hervor, die sie, ohne &#8222;Theoretiker&#8220; oder &#8222;Zauberer&#8220; zu sein, &#252;ber ihre eigene geschichtliche Bewegung aufkl&#228;ren. Lefran&#231;ais wird schnell zu einem der popul&#228;rsten Redner in all den &#246;ffentlichen, in der Vauxhall, im Pr&#233;-aux-Clercs, in der Redoute abgehaltenen revolution&#228;ren Versammlungen, wo sich all die sich wirklich in Bewegung befindenden Randgruppen auf der Suche nach sich selbst hineindr&#228;ngen; Lefran&#231;ais ist dort einer der wichtigsten Vertreter und Verteidiger des Kommunismus, der freien Vereinigung usw. Er ist Mitglied des Komitees der Wachsamkeit im vierten Kreis, dann des Zentralkomitees der 20 Kreise, fordert vergeblich dringende Massnahmen. Nachdem er im Gef&#228;ngnis Mazas gewesen ist, wird er als Mitglied der Kommune, dann der Exekutivkommission gew&#228;hlt; er ist Teil der &#8222;Minderheit&#8220; gegen den Wohlfahrtsausschuss.&lt;br class='manualbr' /&gt;Nachdem er nach Genf gefl&#252;chtet ist, gr&#252;ndet er mit M&#226;lon und Ostyn die &lt;i&gt;Revolution&#228;re Genfer Propaganda- und Aktionssektion&lt;/i&gt;, deren f&#252;hrender Kopf er ist, und nimmt an den internationalen Kongressen der anti-autorit&#228;ren IAA teil.&lt;br class='manualbr' /&gt;Er arbeitet bis etwa 1878 bei vielen &#8222;anti-autorit&#228;ren&#8220; Zeitungen seiner Zeit mit; er ver&#246;ffentlicht auch Brosch&#252;ren (&lt;i&gt;R&#233;publique et r&#233;volution&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;De l'attitude &#224; prendre par le prol&#233;tariat en pr&#233;sence des partis politiques&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;De la dictature&lt;/i&gt; usw.), in welchen er versucht, den autonomen Kampf des Proletariats und die Verweigerung der Politik zu theoretisieren. Er will nicht mit den Anarchisten verbunden oder identifiziert werden: Er geh&#246;rt keiner Partei, keiner Sekte an.&lt;br class='manualbr' /&gt;Der &#8222;Kommunalismus&#8220; ist, mit Ausnahme des in ihm enthaltenen Fourierismus, ein Versuch, den Inhalt der proletarischen Bewegung der Epoche zu studieren und zu verstehen, er ist auf die von der Bewegung angenommene Form &#8222;Kommune&#8220; fixiert, genau wie der &#8222;R&#228;tekommunismus&#8220; sp&#228;ter die Bewegung auf ihre Form &#8222;Rat&#8220; reduzierte, nat&#252;rlich nach ihrer Niederlage.&lt;br class='manualbr' /&gt;Nachdem er die Lausanner Sektion neu organisiert hat und sich mit Vermeerch duellierte, kommt Lefran&#231;ais 1887 nach Paris zur&#252;ck; am Ende seines Leben hielt er sich fern &#8211; fern zwar, doch fern von der Politik.&lt;br class='manualbr' /&gt;&#8222;Ich sterbe immer &#252;berzeugter, dass die sozialen Ideen, welche ich mein ganzes Leben kundgetan und f&#252;r welche ich, so gut ich konnte, gek&#228;mpft habe, richtig und rein sind.&lt;br class='manualbr' /&gt;Ich sterbe immer &#252;berzeugter, dass die Gesellschaft, inmitten welcher ich gelebt habe, nur die zynischste und ungeheuerlichste aller R&#228;ubereien ist.&lt;br class='manualbr' /&gt;Ich sterbe, w&#228;hrend ich die tiefste Verachtung aller politischen Parteien kundtue, m&#246;gen sie sozialistisch sein, ich habe diese Parteien immer nur als Gruppierungen einfacher Naiver betrachtet, welche von scham- und skrupellosen Karrieristen angef&#252;hrt werden.&#8220; (Testament von Lefran&#231;ais.)&lt;br class='manualbr' /&gt;&#8222;Ihr Verr&#252;ckten seid noch jene Menschen, welche ich am meisten liebe. Mit Euch kann man arbeiten und sich selber bleiben.&#8220; (An Kropotkin.)&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Errico Malatesta, &#8222;Kollektivistische Internationale und anarchistischer Kommunismus&#8220;, &lt;i&gt;Pensiero e Volont&#224;&lt;/i&gt;, Rom, 25. August 1926 in &lt;i&gt;Gesammelte Schriften&lt;/i&gt;, Bd. 2, S. 42.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Errico Malatesta, &#8222;Programm und Organisation der internationalen Arbeiterassoziation&#8220;, &lt;i&gt;La Questione sociale&lt;/i&gt;, Florenz, Juni 1884 in &lt;i&gt;Gesammelte Schriften&lt;/i&gt;, Bd. 2, S. 43-44.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Errico Malatesta, &#8222;Wille&#8220;, nachgedruckt im &lt;i&gt;R&#233;veil&lt;/i&gt;, Genf, M&#228;rz 1914.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Paul Brousse, &lt;i&gt;Arbeiter-Zeitung&lt;/i&gt;, Bern, 28. Oktober 1876, S. 4.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-30&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-30&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;30&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Bulletin jurassien&lt;/i&gt;, Dezember 1876.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-31&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-31&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;31&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Errico Malatesta, &#8222;Kollektivistische Internationale und anarchistischer Kommunismus&#8220;, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 42.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-32&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-32&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;32&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;'Allgemeine Sitzung der Jurassischen F&#246;deration am 12. Oktober in La Chaux-de-Fonds', &lt;i&gt;Le R&#233;volt&#233;&lt;/i&gt;, Genf, Oktober 1879.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-33&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-33&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-33&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;33&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cafiero, &lt;i&gt;Le R&#233;volt&#233;&lt;/i&gt;, Genf, Dezember 1880.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-34&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-34&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-34&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;34&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;La R&#233;volution sociale&lt;/i&gt;, August 1881.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-35&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-35&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-35&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;35&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Errico Malatesta, &#8222;Kollektivistische Internationale und anarchistischer Kommunismus&#8220;, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 44-45.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-36&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-36&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-36&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;36&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Aufruf&#8220; und &#8222;Programm&#8220;, &lt;i&gt;L'Azzociazione&lt;/i&gt;, Nizza-London, 1890.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-37&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-37&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-37&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;37&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Paraf-Javal (1888-1942), ein sehr ambivalenter individualistischer Anarchist, d.h. einerseits sehr interessant in gewisser Hinsicht (Kritik der Gewerkschaften, der Politik) und andererseits beteiligt an jeglichem Schwachsinn wie die &#8222;freien Milieus&#8220;, &#8222;Freimaurer&#8220; usw. Er ist ein Freund des ber&#252;hmten &#8222;Libertad&#8220; (1875-1908) und gr&#252;ndet zusammen mit ihm und anderen Anarchisten wie Lorulot, der zuk&#252;nftige Kopf der Libre pens&#233;e, oder Kibaltschitsch (alias Victor Serge) 1905 die Zeitschrift &lt;i&gt;L'Anarchie&lt;/i&gt;. Diese Zeitschrift repr&#228;sentierte in der anarchistischen Bewegung die rein individualistische Str&#246;mung, sowie den Illegalismus (sie wird Bonnot beeinflussen) und die Kritik des gesellschaftlichen Lebens des Kapitals. Die letzte Nummer erscheint im Juli 1914.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-38&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-38&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-38&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;38&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Errico Malatesta, &#8222;Anarchismus und Gewerkschaften&#8220;, &lt;i&gt;Pensiero e Volont&#225;&lt;/i&gt;, 1925. Dieser Artikel ist zwar 1925 erschienen, er beschreibt jedoch sehr gut Malatestas Position von Anfang an.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-39&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-39&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-39&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;39&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Henri Dhorr, &lt;i&gt;Le Libertaire&lt;/i&gt;, Juni 1897.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-40&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-40&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-40&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;40&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Paraf-Javal, &lt;i&gt;Le Libertaire&lt;/i&gt;, April 1904.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-41&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-41&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-41&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;41&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Le Bulletin communiste&lt;/i&gt;, &#8222;Prol&#233;taires et communistes&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-42&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-42&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-42&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;42&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-43&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-43&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-43&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;43&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx, &lt;i&gt;Die Klassenk&#228;mpfe in Frankreich 1848-1850&lt;/i&gt;, MEW 7, S. 19-20.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-44&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-44&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-44&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;44&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;i&gt;Le Voyou&lt;/i&gt;, Nr. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-45&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-45&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-45&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;45&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Paul Mattick, &#8222;Karl Kautsky: Von Marx zu Hitler&#8220; in &lt;i&gt;Jahrbuch Arbeiterbewegung. Theorie und Geschichte&lt;/i&gt; 2, 1974.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-46&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-46&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-46&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;46&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &#8222;Le prol&#233;tariat comme destructeur du travail&#8220;, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-47&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-47&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-47&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;47&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Le Voyou&lt;/i&gt;, Nr. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		
		<enclosure url="http://kommunisierung.net/IMG/pdf/berioupdf.pdf" length="239282" type="application/pdf" />
		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Nieder mit dem Proletariat, es lebe der Kommunismus!</title>
		<link>http://kommunisierung.net/Nieder-mit-dem-Proletariat-es-lebe</link>
		<guid isPermaLink="true">http://kommunisierung.net/Nieder-mit-dem-Proletariat-es-lebe</guid>
		<dc:date>2013-06-03T23:31:00Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Webmaster</dc:creator>


		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
		<dc:subject>Bruch in der Theorie 1965-1980</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;NIEDER MIT DEM PROLETARIAT &lt;br class='autobr' /&gt;
Die akzeptierte Knechtschaft &lt;br class='autobr' /&gt;
Das gr&#246;sste Hindernis f&#252;r die Emanzipation des Proletariers befindet sich in ihm selbst. Das wirkliche Desaster des Arbeiters ist seine Akzeptanz des Elends, seine Art und Weise, sich mit seiner Ohnmacht abzufinden und sich zu vertr&#246;sten. Obwohl ihm die Erfahrung gezeigt hat, dass es keinen Ausweg im System und ohne zu k&#228;mpfen gibt. Doch er tobt sich lieber im Leeren aus und kleidet seine Passivit&#228;t mit falscher Wut. &lt;br class='autobr' /&gt;
Der (...)&lt;/p&gt;


-
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

/ 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Bruch-in-der-Theorie-1965-1980" rel="tag"&gt;Bruch in der Theorie 1965-1980&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/logo/quarto_stato__crop_.jpg?1689550241' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='94' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;NIEDER MIT DEM PROLETARIAT&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die akzeptierte Knechtschaft&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das gr&#246;sste Hindernis f&#252;r die Emanzipation des Proletariers befindet sich in ihm selbst. Das wirkliche Desaster des Arbeiters ist seine Akzeptanz des Elends, seine Art und Weise, sich mit seiner Ohnmacht abzufinden und sich zu vertr&#246;sten. Obwohl ihm die Erfahrung gezeigt hat, dass es keinen Ausweg im System und ohne zu k&#228;mpfen gibt. Doch er tobt sich lieber im Leeren aus und kleidet seine Passivit&#228;t mit falscher Wut.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Fatalismus und die Resignation herrschen in den Reihen der Arbeiter. Es ist klar, es wird immer Bosse geben, es hat sie &#252;brigens auch immer gegeben; es gibt wenig Hoffnung, wenn man auf der falschen Seite der Mauer geboren worden ist. Freilich geschieht es, dass ein Proletarier w&#252;tend wird und eine als unertr&#228;glich qualifizierte Situation nicht mehr akzeptiert. Doch ist es, um einen Aktionsplan zu erstellen? Nein! Da er jene, welche auf seinem R&#252;cken reich werden, nicht erreichen kann, l&#228;sst er sein Ressentiment an jenen aus, welche er an der Strassenecke trifft: kleine Bosse, Nordafrikaner und andere Ausl&#228;nder. Er hat das Gef&#252;hl, sie zu unterhalten. Aus den gleichen Gr&#252;nden macht er auch seiner Frau und seinen Kindern Vorw&#252;rfe, wenn sie ihm nicht die erwarteten Befriedigungen geben und seine gesellschaftliche Minderwertigkeit nicht durch einen perfekt gehaltenen Haushalt oder angemessene schulische Resultate kompensieren. Der Angestellte hebt sich stolz vom Arbeiter ab, weil dieser sich die H&#228;nde schmutzig macht und wird im Gegenzug als parasit&#228;rer B&#252;rohengst verachtet. Das Gewerkschaftsmitglied wird sich dem Nichtmitglied &#252;berlegen f&#252;hlen, jedoch mit der &#220;berzeugung, diesem das Bewusstsein zu bringen. Im Gegenzug wird er ein &#8211; ehrlich gesagt leichtes &#8211; Objekt der H&#228;me sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sogar wenn er nicht verbittert ist, unf&#228;hig, das gute im Leben und seinen eigenen Anteil am Gl&#252;ck zu erkennen, bleibt der Proletarier gefangen in seiner engstirnigen Lebensweise. Er akzeptiert seine Knechtschaft bis er zu einem Punkt kommt, ab einem gewissen Alter, wo die Dinge sich langsam verbessern und er glaubt, die unzufriedene Jugend m&#252;sste lernen, die &#8222;Errungenschaften&#8220; zu sch&#228;tzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt ein Gef&#252;hl, das allgemein geteilt wird von den Proletariern aller L&#228;nder. Es ist nicht der Internationalismus, sondern das Gef&#252;hl, dass es woanders schlimmer sein k&#246;nnte...Man klammert sich besser an seine Stellung, denn daneben und f&#252;r die gleiche Arbeit...Der Arbeiter hat den Trost, dass er mitten im allgemeinen Ungl&#252;ck das Versteck gefunden hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Arbeit ist und bleibt die beste Polizei. Sie h&#228;lt jeden in Zaum und hemmt die Entwicklung der Vernunft, der W&#252;nsche, der Vorliebe f&#252;r die Unabh&#228;ngigkeit gewaltig, denn sie verzehrt gewaltig viel Nerven und entwendet sie der Reflexion, der Tr&#228;umerei, der Liebe; sie setzt einem konstant ein sch&#228;biges Ziel vor Augen und garantiert armselige, doch regelm&#228;ssige Befriedigungen. Folglich ist eine Gesellschaft, wo man permanent hart arbeitet, eine sicherere Gesellschaft: Und man verehrt heute die Sicherheit als h&#246;chste Gottheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt immer noch Idioten, welche die widerliche T&#228;tigkeit ehren, statt spontan vor ihr zu fliehen. Jener, welcher sich Tag f&#252;r Tag kaputt macht, wird stolz auf seine Muskeln sein und sich dar&#252;ber freuen, dass er keinen Sport mehr machen muss, um in Form zu sein. In einigen Werkst&#228;tten herrscht eine wahrhaft olympische Mentalit&#228;t vor. Der Akkordlohn und der Bonus sind nicht einmal notwendig, damit jeder seinen kleinen Rekord jagt. Offene Verachtung oder Paternalismus f&#252;r jenen, welcher nicht dazu f&#228;hig ist oder nichts darum gibt. Es ist jedoch immer schwieriger, an die wirkliche N&#252;tzlichkeit seines Tuns zu glauben und Gleichg&#252;ltigkeit, ja gar der Abscheu der Arbeit gewinnen an Terrain.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jener, welcher aufh&#246;rt zu arbeiten, hat jedoch h&#228;ufig ein schlechtes Gewissen. Krank oder arbeitslos, viele haben Angst, den Anforderungen nicht zu entsprechen und sch&#228;men sich, sich gehen zu lassen. Jener, welcher sich an der Arbeit misst, glaubt, sich beweisen zu m&#252;ssen, dass er kein Lumpen und gesellschaftlich n&#252;tzlich ist. Man ber&#252;hrt dort den fundamentalen Charakter des proletarischen Elends: Ohne die Arbeit hat das Leben keine Konsistenz, keinen Sinn, keine Wirklichkeit mehr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist nicht das Interesse f&#252;r die Aufgabe, welche einem zur Maloche treibt, sondern die Langeweile und die Unentbehrlichkeit des Lohns. Die Routine des Alltags kann dazu f&#252;hren, dass man glaubt, der Zugang zum Feierabend oder gar die Arbeitslosigkeit sei eine Befreiung. Man muss arbeitslos oder Rentner werden, um das Gegenteil festzustellen. Die Rente oder die Arbeitslosigkeit ist gleichbedeutend mit dem Nullpunkt der Arbeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das moderne Elend dr&#252;ckt sich nicht durch den Mangel an Freizeit oder an Konsumg&#252;tern aus, sondern durch die Trennung aller T&#228;tigkeiten, die Zersplitterung der Zeit, die Isolierung der Menschen. Einerseits eine produktive T&#228;tigkeit, h&#228;ufig f&#252;rchterlich, abbr&#246;ckelnd, wo die Notwendigkeit der Kapitalerzeugung aus dem Menschen ein Kadaver der Zeit machen, ein Instrument unter Instrumenten. Andererseits die Freizeit, wo er theoretisch sich selbst geh&#246;rt, doch wo er, domestiziert durch die Bildung und verbl&#246;det durch die Arbeit, von allem abgeschnitten ist aufgrund der Notwendigkeit, zu bezahlen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Konsum und die mit ihm verbundenen Tr&#228;ume bleiben der ultimative Trost. Die Arbeiterin, die Verk&#228;uferin oder die Sekret&#228;rin nutzt ihre Vitalit&#228;t, neben der dem Schaufensterbummel und der Lekt&#252;re von Fotoromanen gewidmeten Zeit, um ihre gesellschaftliche Stellung durch sichtbare Anstrengungen der K&#246;rperpflege zu verbessern. Die &#8222;Weiblichkeit&#8220; kann sich nach Herzenslust ausleben dank den Wundern aller verf&#252;gbaren Waren. Der Wunsch, beachtet zu werden, und eine dem&#252;tige Akzeptanz der servilen Repr&#228;sentationen der Frau vermischen sich, um sie besser &#252;ber die Wirklichkeit ihrer Situation zu t&#228;uschen. Der &#8222;Haushalt&#8220; des Arbeiters liebt die Idee dieses kleinen Einfamilienhauses in der Banlieue, um endlich &#8222;sein eigenes Zuhause zu haben&#8220;. Doch vor allem geht es um das Auto. Man tr&#228;umt davon, eines zu kaufen, es zu wechseln. Es ist der Massstab des Reichtums und des Savoir-vivre, es liefert ein unersch&#246;pfliches Gespr&#228;chsthema. Obwohl der Arbeiter es vorzieht, mit seinem Kneipenwirt &#252;ber den &#196;rger mit seiner Frau zu sprechen oder Fotos seiner Kinder zu zeigen, bleibt der KFZ-Mechaniker seine wahre Vertrauensperson.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;H&#228;ufig zeigt sich der Arbeiter misstrauisch gegen&#252;ber der Politik, doch er kritisiert nur sehr selten die Politik und die Politiker. Voller Tatendrang durch die momentane Wichtigkeit, die es ihm verschafft, und angespornt durch die sportliche Seite der Sache, weigert er sich nicht, Schlange zu stehen, um seinen Stimmzettel einzuwerfen. Es gen&#252;gt, dass der Wind der &#8222;Einheit&#8220; wieder zu wehen beginnt, damit alle seine anscheinend verlorenen Illusionen wieder zur&#252;ckkehren. Es spielt keine Rolle, dass die Linke regelm&#228;ssig die Hoffnungen der Massen verraten hat, dass die Sozialdemokraten sie 1914 ins Schlachthaus schickten, dass die Linke an allen b&#252;rgerlichen Schwindeleien teilnimmt und die Repression in den Kolonien unterst&#252;tzt. Was die angeblichen Kommunisten betrifft, sobald sie Zugang zur Macht haben, interessieren sie die Arbeiterinteressen nicht mehr: Sie rufen dazu auf, sich die &#196;rmel hochzukrempeln und z&#246;gern nicht, das Proletariat physisch niederzuschlagen wie in Kronstadt, Barcelona oder Budapest. Doch was weiss der Arbeiter schon von der Geschichte der proletarischen K&#228;mpfe? Von der Pariser Kommune, der russischen Revolution, den Streiks w&#228;hrend der Volksfront kennt er nur den Bilderbogen, welche ihm die politischen Apparate und die linken P&#228;dagogen zusammengestellt haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Mitglied einer stalinistischen Partei wird der &#8222;Arbeiter&#8220; die &#252;berm&#228;ssigen Profite der Monopole und die sch&#228;ndlichen Spekulationen der Immobilienhaie verurteilen. Doch in seinem Kopf erkennt er nicht wirklich die Natur des Profits und die Funktion des Bosses. Er wird nur Diebstahl, Parasiten, Missbrauch der &#8222;Elite&#8220; sehen und nicht wirtschaftliche Funktionen, die man liquidieren muss, indem man ihre Grundlage untergr&#228;bt: Kapital und Lohnarbeit. Sobald man von einem sozialistischen Modellstaat spricht, sei es Schweden oder Kuba, je nach Geschmack, scheinen ihm dessen Profite, dessen Prunk, dessen pr&#228;chtige B&#252;ros, dessen Datschas im Dienste des Volkes sofort viel ehrlicher. Sobald irgend ein fetter B&#252;rokrat ein &#8222;Anf&#252;hrer der Arbeiterbewegung&#8220; ist, wird sein Lebensstandard sofort zu einer Frage der W&#252;rde des Arbeiters. In den L&#228;ndern, wo das Proletariat seine Diktatur aus&#252;bt, wie gross muss dort die Befriedigung des Arbeiters sein, fr&#252;hmorgens in der Fabrik, wenn er eintrudelt und vor seinem Vorarbeiter seinen Hut zieht, zu wissen, dass er faktisch Eigent&#252;mer seiner Unternehmung und letztendlich h&#246;her gestellt ist als seine Vorgesetzten?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Feind des Proletariats ist nicht so sehr die Macht des Kapitalisten oder der B&#252;rokraten, sondern eher die Tatsache, dass die wirtschaftlichen Gesetze die menschlichen Bed&#252;rfnisse, T&#228;tigkeiten und das menschliche Leben diktieren. Die moderne Konterrevolution hat die Verteidigung der proletarischen Bedingung und nicht die Aufrechterhaltung der b&#252;rgerlichen Privilegien zum Kern. Es ist im Namen des Proletariats und der wirtschaftlichen Notwendigkeiten, mit Hilfe seiner politischen und gewerkschaftlichen Repr&#228;sentanten, womit man versucht, die b&#252;rgerliche Gesellschaft zu retten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Einrichtung der Knechtschaft&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Protest und die Forderung sind auch Teil der Rolle des Arbeiters und seiner Ohnmacht. Eine Ohnmacht, Entkoppelung von seiner Wirklichkeit und Abwesenheit von Perspektiven, zu welchen ihn allen voran seine Arbeit konditioniert. Passiv und isoliert akzeptiert er, das Heil in den b&#252;rokratischen Apparaten zu suchen und glaubt, dass er in ihnen die Koh&#228;sion findet, die ihm fehlt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn der Arbeiter, innerhalb dieser &#8222;verantwortungsbewussten Organisationen&#8220;, fordert, billigt er die Grundlage seines Elends. Was fordert er? Brot? Raum? Maschinen? Die n&#246;tigen Mittel, um sein Leben geniessen zu k&#246;nnen, seine Freunde zu treffen, mit ihnen zu agieren und zu produzieren? Nein. Was er dickk&#246;pfig fordert, ist die Garantie, arbeiten zu k&#246;nnen, sich in der Strafkolonie der Lohnarbeit ausbeuten lassen zu k&#246;nnen, damit im Gegenzug das Rentenalter gesenkt wird, damit die Jungen von ihrem Recht auf Arbeit profitieren und die Alten ihr Begr&#228;bnis vorbereiten k&#246;nnen. Finden wir uns damit ab, dass der Arbeiter von den wirtschaftlichen Gegebenheiten gezwungen ist, sich zu verkaufen, um &#252;berleben zu k&#246;nnen; nat&#252;rlich versucht er, einmal bei der Arbeit angekommen, alles m&#246;gliche, um nicht seine Gesundheit zu ruinieren, weiterhin ihm n&#252;tzlichen T&#228;tigkeiten nachzugehen und die Zeit zu reduzieren, w&#228;hrend welcher er ausgebeutet wird. Diese Haltungen, die faktisch den wirtschaftlichen Gegebenheiten Rechnung tragen m&#252;ssen, haben nichts zu tun mit der Forderung eines Rechts auf Arbeit und auf Rente.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Reformen sind nicht Errungenschaften des Proletariats, sondern Korrekturen, welche das System notwendigerweise vornehmen muss, um sein &#220;berleben und seinen Fortschritt zu garantieren. Meistens liquidiert es &#8211; manchmal unter dem Druck der Massen &#8211; nur Archaismen. Der Arbeiterreformismus ist nur Steigb&#252;gelhalter der Entwicklung des Kapitals, besonders jener, die Arbeitskraft zu ihrer intensiveren Ausbeutung relativ gut zu behandeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Krise und die mit ihr verbundenen Unruhen sind ein Moment der Hoffnung f&#252;r die Karrieristen und die B&#252;rokraten. Sie versuchen sich an die Pl&#228;tze an der Sonne heranzuschleichen, welche durch die Handlung des Proletariats frei geworden sind. Wir sahen das insbesondere w&#228;hrend der russischen Revolution, wo die bolschewistische Partei die lebhaften Kr&#228;fte der Revolution zur&#252;ckdr&#228;ngte, manchmal milit&#228;risch, um die kapitalistische Ordnung und die Disziplin in den Fabriken wiederherzustellen: doch auch w&#228;hrend der deutschen Revolution (1918-1923), der spanischen (1936-1937)...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jene, welche ihre Macht als Vermittler der Arbeitskraft auf die Ohnmacht und die Atomisierung des Proletariats gr&#252;nden, sind die Verteidiger der Ausbeutungsgesellschaft. Sie haben die Verwaltung der proletarischen Bedingung zum Programm. Sie k&#246;nnen schon schreien &#8222;Es lebe das Proletariat!&#8220;, denn genau vom Proletariat leben sie auch! Diese Erben des Scheiterns der proletarischen Aufst&#228;nde zeigen sich ohne Scham, denn sie wurden durch ihre Beerdigung zu neuer Bl&#252;te gebracht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine grosse Illusion, die Selbstverwaltung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Kapital hat alle gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse vermarktet. Doch diese Bewegung selbst hat es alle Regulierungsmechanismen des Systems und alle ihm zugrunde liegenden instabilen Gleichgewichte der Akkumulation geschw&#228;cht, seien es die monet&#228;ren, die gesellschaftlichen, die demographischen oder die &#246;kologischen. Die Krise von 1929 folgte auf die Niederschlagung des Proletariats (Scheitern der revolution&#228;ren Periode der 1920er Jahre), jene, welche wir erleben, ereignet sich unerwartet zu einer Zeit, wo das Proletariat seine Macht wiederentdeckt und eine entscheidende Konfrontation bevorsteht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das kapitalistische Universum basiert auf dem Proletariat wie keine andere Klassengesellschaft davor auf ihren Sklaven basierte. Die fundamentale Klasse des Kapitalismus ist das Proletariat, nicht die Bourgeoisie. Solange es das Proletariat gibt, gibt es den Kapitalismus und es ist &#252;brigens der revolution&#228;re Charakter des Kapitalismus, das Proletariat zu vergr&#246;ssern, jene Klasse, welche die Aufl&#246;sung aller Klassen ausdr&#252;ckt, jene Klasse, welche ihre Menschlichkeit nur zur&#252;ckerobern und ihre Welt sich aneignen kann, indem sie die eigene Bedingung umst&#252;rzt und das Kapital zerst&#246;rt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Proletariat ist umso mehr dazu gedr&#228;ngt, zu handeln, da mit der Krise die Arbeiterbewegung nicht mehr f&#228;hig ist, die Lohnarbeit einzurichten. Im Vergleich zu ihren Ahnen und den Armen der Dritten Welt sind die Ausgebeuteten der entwickelten L&#228;nder relativ verw&#246;hnt. Die kommende revolution&#228;re Ver&#228;nderung wird jedoch von ihnen abh&#228;ngen, denn die Diskrepanz zwischen dem, was ist, und dem, was m&#246;glich w&#228;re, ist gr&#246;sser denn je. Diese Diskrepanz, ob sie sich dessen mehr oder weniger bewusst sein m&#246;gen, ist sowieso ein Widerspruch, welcher sie zum Handeln antreiben und sie, um sich von der Situation zu befreien, umso mehr dazu antreiben wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mangels der M&#246;glichkeit, den Enteigneten eine b&#252;rgerliche, eigent&#252;merische, moralische oder religi&#246;se Ideologie entgegenzusetzen, setzt man ihnen eine proletarische Ideologie entgegen: der Sozialismus, die Selbstverwaltung. Die Verallgemeinerung der Lohnarbeit hat die alten Werte des Eigentums zerst&#246;rt und zwingt das Kapital dazu, den Zugang zu Verantwortlichkeiten, die Bereicherung der Aufgaben, die Demokratisierung der Macht im Unternehmen, die Beteiligung hervorzuheben. Umso mehr, wenn durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten die Kompensierung mit barem Geld etwas schmerzhafter wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Problem der Verwaltung kann nur in einem zerst&#252;ckelten und atomisierten Universum, in welchem die Menschen gegen&#252;ber der wirtschaftlichen Notwendigkeit machtlos sind, zu einem zentralen Problem werden. Die Selbstverwalter und andere Apostel der Arbeiterkontrolle wollen die Arbeiter mit &#8222;ihrem&#8220; Unternehmen verbinden. Konkret pr&#228;sentiert sich das als Handlung von Komitees in jedem Unternehmen, welche die Bilanzen genau unter die Lupe nehmen, den Boss oder die F&#252;hrungsspitze kontrollieren, die Produktion und die Handelsaktivit&#228;ten &#252;berwachen. Man geht also von einer Art ewigen Wirtschaft aus, deren Gesetze unter dem Kapitalismus oder dem Kommunismus mehr oder weniger gleich sind: Die Arbeiter m&#252;ssen deshalb die Regeln der Verwaltung und des Handels lernen. Die Logik der Ware setzt sich durch und bestimmt alles: was hergestellt wird, wie usw. Doch das Problem des Proletariats ist nicht, die &#8222;Konzeption&#8220; von jenen Dingen zu beanspruchen, welche es heute einzig &#8222;herstellen&#8220; darf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im besten Fall w&#228;re seine L&#246;sung die Selbstverwaltung des Kapitals. Das Beispiel Lip&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ad&#220;: Nach der Ank&#252;ndigung eines Entlassungsplans und dem Einfrieren der (...)&#034; id=&#034;nh3-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; ist aussagekr&#228;ftig: Die vorher vom Boss ausgef&#252;hrten Aufgaben werden zu Aufgaben der Arbeiter. Zus&#228;tzlich zum Herstellungsprozess sind sie auch noch f&#252;r die Vermarktung zust&#228;ndig. Doch alle durch die &#8222;Verwaltung&#8220; aufgeworfenen Probleme sind absolut unterschiedlich in einer Gesellschaft, die keine Warengesellschaft mehr ist. Deshalb ist die Arbeiterkontrolle eine Absurdit&#228;t: Sie kann den Arbeitern nur die kapitalistische Verwaltung lehren, was auch immer die Absichten derjenigen sein m&#246;gen, welche sie ausf&#252;hren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gepriesen von den modernen Ideologen schm&#252;ckt sich die Selbstverwaltung mit dem Reiz der Utopie. Doch welch trauriger Traum ist diese Mischung aus Verwirrung eines Kapitalismus ohne Kapitalisten und der L&#228;cherlichkeit, zu glauben, die Arbeiter w&#228;ren morgen voller Enthusiasmus, f&#252;r etwas, das sie heute v&#246;llig kalt l&#228;sst: die Aufrechterhaltung der Lohnarbeit...Gegen&#252;ber zuk&#252;nftigen Exzessen sieht die demokratische Linke in der Selbstverwaltung einen Diskurs, welcher ihr erlaubt, sich zu st&#228;rken, vollendeter zu sein, eine Bewegung aufzusaugen, welche bedrohlich scheint.&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;ES LEBE DER KOMMUNISMUS&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der gestammelte Kommunismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was die Presse und das Fernsehen als &#8222;Klassenkampf&#8220;, Arbeiterkampf pr&#228;sentieren ist h&#228;ufig nur ein vorgefertigtes politisch-gewerkschaftliches Spektakel. Die wirkliche Macht der Arbeiterklasse und die Angst, welche sie hervorrufen kann, dr&#252;ckt sich auf effizientere und unterschwelligere Art und Weise aus. Die Haltungen des Ungehorsams, die Verweigerung der Arbeit wirken sich st&#228;rker aus, sogar auf das Lohnniveau, als die rituellen Umz&#252;ge am 1. Mai. Es existiert eine Komplizit&#228;t zwischen den verschiedenen M&#228;chten, welche sich die Gesellschaft teilen, um den sozialen Krieg zu verbergen, von welchem sie alle bedroht sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch ihre Situation, durch die enormen Massen an Kapital, die sie beseelen m&#252;ssen, durch das Niveau an Integration aller produktiven und wirtschaftlichen Handlungen verf&#252;gen die Arbeiter &#252;ber grossartige Aktions- und Druckmittel. Nicht zu vergleichen mit jenen, welche die Unterdr&#252;ckten fr&#252;her zur Verf&#252;gung hatten und doch fehlt ihnen meistens das Bewusstsein &#252;ber diese Macht. Es handelt sich nicht um eine abstrakte Macht, welche die Arbeiterklasse in ihrer Gesamtheit bes&#228;sse, sondern um Mittel, &#252;ber welche sogar beschr&#228;nkte Gruppen aufgrund ihrer Klassensituation verf&#252;gen. Durch den Streik, die Sabotage, den Ungehorsam aller Art k&#246;nnen die Arbeiter die Kapitalverwertung bedrohen. Sie sind in der Lage, die Produktion dieses unerl&#228;sslichen Gutes oder jener unerl&#228;sslichen Dienstleistung zu blockieren, grosse Fabrikkomplexe lahmzulegen, die Produktion f&#252;r sich selbst abzuzweigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Macht kann auf einem h&#246;heren Niveau eingesetzt werden, um anderen Unannehmlichkeiten zu ersparen. Ein Streik der Transportmittel f&#252;hrt zum Verlust von Arbeitstagen. Dumm gelaufen f&#252;r die Arbeitsw&#252;tenden. Es existieren andere Druckmittel, um daf&#252;r zu sorgen, dass diese Tage trotzdem bezahlt werden. Einige Streiks der Transportmittel f&#252;hrten zu einem schlichten Stopp der Zahlungskontrollen. Wie w&#228;r's mit Gratisverteilung gewisser Produke, Postangestellten, welche die Briefe nicht mehr abstempeln, Kassiererinnen, welche aufh&#246;ren zu arbeiten und den Kunden erlauben, ohne Bezahlung zu gehen, Angestellten, welche wichtige Papiere zerst&#246;ren? Aussergew&#246;hnliche Handlungsm&#246;glichkeiten bestehen praktisch &#252;berall. Es fehlt an Dreistigkeit, Absprachen, wahrer Vorliebe f&#252;r die Effizienz und das Spiel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist schon bezeichnend, dass Ausschreitungen heutzutage regelm&#228;ssig, ob sie in den USA, Polen, London oder Kairo stattfinden, in den Angriff der Gesch&#228;fte m&#252;nden. Ein Stromausfall in New York im Juli 1977&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ad&#220;: Am 13. und 14. Juli 1977 war fast die ganze Stadt New York von einem (...)&#034; id=&#034;nh3-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und sogleich nahmen respektable Familienv&#228;ter Seite an Seite mit den &#8222;Schurken&#8220; an den Pl&#252;nderungen der Unternehmen teil.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unter allen Umst&#228;nden das vom Gewerkschafter heissgeliebte Arbeitswerkzeug zu verteidigen, vor einem Streik zu warnen, Warnstreiks zu machen, das Eigentum der Bosse oder des Staates zu besch&#252;tzen, bedeutet, dem Fetischismus des Kapitals nachzugeben und sein Gefangener zu bleiben, es bedeutet auch, nicht zu benutzen, was dieses in die H&#228;nde der Proletarier legt. Die Arbeiter, f&#252;r welche das Arbeitswerkzeug nichts heiliges mehr ist, das man unter keinen Umst&#228;nden f&#252;r andere Zwecke brauchen sollte, jene, welche es nicht mehr akzeptieren, ihr Leben einem Fetisch zu opfern, werden zum gegebenen Moment am besten wissen, wie die Instrumente eingesetzt werden k&#246;nnen, welche das Kapital ihnen zur Verf&#252;gung stellt. Sie werden f&#228;hig sein, alles, was f&#252;r die revolution&#228;ren Aufgaben notwendig ist, in Gang zu bringen: sich kleiden, sich ern&#228;hren, sich vereinen &#8211; leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Arbeiter die Maschinen zu ihrem Profit nutzen, zeichnen sich eine T&#228;tigkeit und eine Gemeinschaft ab, welche der Lohnarbeit entwischen. Die Anweisung &#8222;Dies muss getan werden!&#8220; wird mit der Frage &#8222;Was k&#246;nnen wir tun?&#8220; ersetzt. Diese Arbeit, wenn sie auch ein Selbstzweck ist, ist insofern nicht ziellos. Die M&#246;glichkeiten sind nicht unendlich, doch der Arbeiter, welcher f&#252;r sich selbst arbeitet, braucht seinen Kopf, informiert sich. Er inspiziert das zur Verf&#252;gung stehende Material, pr&#252;ft die ungenutzten M&#246;glichkeiten jenseits jener, welche seine Maschine bietet: jene der kleinen Hilfsmaschinen, der Plattenschneidmaschine in der Ecke der Werkstatt, der Schleifscheibe, der verf&#252;gbaren Werkzeuge; und er entscheidet. Diese bescheidene, versteckt ausgef&#252;hrte Arbeit f&#252;r sich selbst ist der Keim der freien und kreativen Arbeit: Das ist das Geheimnis dieser Leidenschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Arbeiter gegen das Kapital handeln, ist ihre Aktion nicht mehr schlicht ein Mittel, sondern auch die Skizze von etwas anderem, einer Welt, wo die menschliche T&#228;tigkeit nicht mehr angekettet, sondern befreit, nicht mehr der Produktion von Reichtum untergeordnet, sondern bereichert und Ausdruck des Reichtums selbst sein wird. Im Kampf wird der Arbeiter wieder Meister &#252;ber sich selbst und &#252;bernimmt wieder die Kontrolle seiner eigenen Handgriffe. Der heilige Charakter des Arbeitswerkzeugs und die unterdr&#252;ckende Ernsthaftigkeit der Fabrik brechen zusammen. Mit der Sabotage, und generell mit allen Arten, direkt die Organisation der Arbeit anzugreifen, taucht die Freude wieder auf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die wieder auftauchende Initiative, die neuen Bande, die Rassismen aller Arten, welche zur&#252;cktreten, die Unentgeltlichkeit der Gesten und Gef&#252;hle sind gleichbedeutend mit der neu entstehenden Gemeinschaft. Die revoltierenden Proletarier bringen einen unendlich viel reicheren Gebrauch ihres Lebens, ihrer Zeit und des fl&#252;chtig beherrschten Raums hervor. Die Bekr&#228;ftigung ihres menschlichen Lebens, statt einem Leben f&#252;r das Kapital, ist unmittelbar kommunistisch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Drang nach Kommunismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Drang nach menschlicher Gemeinschaft ist der Kern des Kommunismus. Die Beschreibungen der Utopisten zeigten schon den historischen Drang nach Kommunismus und machten daraus eine unmittelbare Forderung, in &#220;bereinstimmung mit seiner tiefen Natur. Doch der Kommunismus ist nicht von Denkern erfunden worden. Es ist der alte Drang nach &#220;berfluss und Gemeinschaft, welcher in den Sklavenaufst&#228;nden der Antike genau wie in den Bauernaufst&#228;nden im Mittelalter pr&#228;sent war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kapitalismus versucht, jede Spur des Kommunismus zu verwischen. Doch auch die am st&#228;rksten integrierte und servilste T&#228;tigkeit n&#228;hrt sich von Beteiligung, Kommunikation, Initiative, obwohl diese F&#228;higkeiten sich nicht entfalten k&#246;nnen. Die Notwendigkeit des Lohns reicht nicht, damit der Arbeiter funktioniert. Er muss auch seinen Teil dazu beitragen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist nicht eine starre Form sozialer Organisation. Man baut ihn nicht auf, wie es jene behaupten, welche Luftschl&#246;sser bauen. Er taucht st&#228;ndig in der menschlichen T&#228;tigkeit auf, auch wenn er sich nur manchmal entwickeln kann. Je mehr die T&#228;tigkeit gegen das Kapital gerichtet ist, desto eher tendiert sie dazu, den Kommunismus hervortreten zu lassen. Wenn die Menschen wieder Erfahrungen, die sie einander mitteilen k&#246;nnen, wieder Dinge zu sagen und zu tun haben, ist das Bewusstsein nicht mehr der passive Widerschein von vereisten Repr&#228;sentationen und Situationen. Je mehr sich der Kampf vertieft, desto mehr sind die Beteiligten von ihren Vorurteilen und ihrer Kleinlichkeit befreit. Ihr Bewusstsein entspannt sich und sie werfen einen neuen und erstaunten Blick auf ihre Wirklichkeit und ihre Existenz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Proletarier k&#246;nnen sich nicht St&#252;cke der Produktionsmittel und eine total zerbr&#246;ckelte T&#228;tigkeit wieder aneignen, sie m&#252;ssen sich zusammenschliessen und zusammenlegen.Doch jenseits dieser Bewegung der Wiederaneignung und der Zusammenlegung entwickelt sich eine neue T&#228;tigkeit, neue Beziehungen entstehen, begrabene Leidenschaften erwachen, die Herrschaftsbeziehung der Dinge &#252;ber die Menschen wird umgestossen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das kapitalistische System basiert auf der Opposition zwischen Produktion und Konsum. Hat der Proletarier nicht eine doppelte Existenz? Unter Druck, gemessen, &#228;chzend wenn er schuftet; und beansprucht, umschmeichelt, get&#228;uscht wenn er konsumiert. F&#252;r den Kommunismus ist nicht unbedingt die maximale Reduktion der Arbeitszeit das wichtigste, sondern die Enth&#252;llung der vorget&#228;uschten Opposition zwischen Arbeit und Freizeit. Die Urgesellschaften benutzten das gleiche Wort f&#252;r Arbeit und Spiel. Ab sofort kann man die Jagd, das Sammeln, die Gartenarbeit als etwas anderes als Arbeit konzipieren, obwohl sie produktive T&#228;tigkeiten bleiben. Das gleiche gilt f&#252;r die mit der Industrie verbundenen T&#228;tigkeiten, doch das kalte Metall des Maschinenbetriebs macht unserer Vorstellungskraft schwer zu schaffen, nicht zuletzt weil diese Aufgaben nur auch zu Quellen des Vergn&#252;gens werden k&#246;nnen mit der Emanzipation der gesamten Menschheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch unaufh&#246;rliche technologische Innovationen, durch die Rationalisierung des Gebrauchs der Arbeitskraft hat der Kapitalismus die produktive Effizienz gesteigert. Die Verk&#252;rzung der Arbeitszeit: Die Standardisierung der Teile, die Austauschbarkeit der Aufgaben, das ist es, was die Menschheit hetzt. Einige geben ihren Kommentar ab, indem sie sagen, der Fortschritt f&#252;hre zu einer besseren Qualifikation. Und zitieren zum Beweis die Zunahme der Anzahl Ingenieure im ganzen 20. Jahrhundert. Doch sie vergessen, zu pr&#228;zisieren, dass in den USA jene der T&#252;rsteher in der gleichen Zeit genauso zugenommen hat...Der Wettlauf nach Produktivit&#228;t hat faktisch den Verfall, die Entwertung der Arbeit vertieft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die wissenschaftlichen und technischen Realisierungen zeigen, dass der Mangel direkt aus dem &#220;berfluss resultiert. W&#228;hrend die Staus das Auto in Frage stellen, der pharmazeutische Konsum die Gesundheit, die Zerst&#246;rung der Natur ihre Vermenschlichung, betrifft der Bruch den Gebrauch der Waren als solches. Wieso sollten wir uns fortbewegen, wenn im System der Dinge niemand mehr zu treffen ist? Der Konsum, trotz allen falschen Versprechungen der Werbung, kann sich nicht mehr als Heilmittel gegen das Elend erweisen. Die Kolonialisierung der Ware und des Geldes des ganzen gesellschaftlichen Lebens hat die traditionellen Werte und den Respekt der Institutionen untergraben. Das intimste Elend erweist sich selbst als vom Kapital gepr&#228;gt. Doch dessen Zerst&#246;rung ist auch eine Befreiung und eine Vervielf&#228;ltigung der W&#252;nsche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist nur m&#246;glich dank der Urbarmachung des Kapitalismus. Er ist nicht die Verteidigung der Proletarier, sondern die Aufhebung der proletarischen Bedingung. Sein Ziel ist weder die Machtergreifung der Arbeiter, noch die Lohngleichheit der gesamten Bev&#246;lkerung. Er setzt der Lohnsklaverei, dem Produktivismus, der Opposition Arbeit/Freizeit ein Ende. Er erlaubt die Wiedervereinigung der menschlichen T&#228;tigkeit auf der Grundlage aller technischen und menschlichen Errungenschaften. Der Arbeiter ist nicht mehr an seine Fabrik angekettet, der Kader nicht mehr an seinen Aktenkoffer gefesselt. Der Handlungsbedarf ist nicht mehr dem Geldbedarf unterworfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Aufhebung der Arbeit und des Tausches&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die menschliche Gemeinschaft und das Ende der Unternehmung als Einheit des produktiven Lebens f&#252;hren zum Ende des Tausches. Die Abschaffung des Geldes bedeutet nicht, zur primitiven Form des Tauschhandels zur&#252;ckzukehren. Die Gegenst&#228;nde zirkulieren nicht in eine Richtung, mit dem Ziel, durch die Zirkulation anderer Gegenst&#228;nde in die gegenteilige Richtung kompensiert zu werden. Sie werden direkt bedarfsgerecht verteilt, konzipiert und produziert, um die gesellschaftlich produktivsten Handlungsm&#246;glichkeiten zu entwickeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r einige Banker und gewisse Ideologen ist es offensichtlich, dass es nie ohne Geld gehen wird: Es ist f&#252;r den sozialen K&#246;rper, was das Blut f&#252;r den menschlichen K&#246;rper ist. Man muss jedoch nicht weit zur&#252;ckgehen, um auf eine Zeit zu stossen, wo die grosse Mehrheit einer b&#228;uerlichen Menschheit allen voran produziert, um ihre famili&#228;ren Bed&#252;rfnisse zu befriedigen und fast keinen monet&#228;ren Tausch praktizierte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heutzutage resultiert der Zwang, seine Arbeitskraft zu verkaufen, nicht aus einer direkten und pers&#246;nlichen Macht, sondern aus einer wirtschaftlichen und anonymen. Durch den Geldbedarf scheint es, als ob es die Diktatur ihrer eigenen Bed&#252;rfnisse w&#228;re, welche ihnen auferlegt, zur Maloche zu gehen, als ob es eine nat&#252;rliche Tatsache w&#228;re.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Trennung zwischen den Menschen ist dermassen tief, dass das Geld, dieses abstrakte gesellschaftliche Bindeglied, als einzige Ware erscheint, die wirklich gemeinschaftlich ist, es geht unterschieds- und geruchslos von Hand zu Hand. Die Menschheit kann nur ohne Kohle, diese abstrakte, unpers&#246;nliche Beziehung, auskommen, indem sie sich konkret im kommunistischen Zusammenschluss vereint. Heutzutage misst man meinen pers&#246;nlichen Beitrag nur abh&#228;ngig von meiner pers&#246;nlichen Bezahlung: Mit dem Zusammenschluss verschwindet der Begriff selbst der Gegenleistung, da meine Befriedigung gleichbedeutend mit der Bereicherung der Entwicklung der Gemeinschaft ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist nicht einfach die Verallgemeinerung der Unentgeltlichkeit, die Welt so wie sie ist minus das Geld, ein gigantischer Selbstbedienungsladen. Er beseitigt weder die schmerzhaften Entscheidungen, noch die Anstrengungen. Seine Verwirklichung wird nicht ohne Schwierigkeiten vonstatten gehen: Sie f&#252;r einfach zu halten ist genauso tr&#252;gerisch wie zu behaupten, sie sei unm&#246;glich. Die &#252;ber Jahrtausende andauernden Klassenk&#228;mpfe und die proletarischen Aufst&#228;nde zeigen die Notwendigkeit des Kommunismus. Und es ist weniger die St&#228;rke der Beherrscher, sondern die Unermesslichkeit der Aufgabe, welche zum Scheitern f&#252;hrte. Es gilt, einen enormen Sprung zu vollbringen und nur dieser Sprung garantiert den Sieg der proletarischen Klasse und bedeutet gleichzeitig ihre Negation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Techniken, welche die Invasion aller Aspekte des Lebens durch die Ware unterst&#252;tzen, erlauben es, alle f&#252;r die Befriedigung der wesentlichen Bed&#252;rfnisse notwendigen G&#252;ter unentgeltlich zu liefern. F&#252;r die industrialisierten L&#228;nder ist es unmittelbar m&#246;glich jedem Nahrung, Kleidung, Wohnraum, Transportmittel und eine Serie weiterer ausgearbeiteter Produkte zur Verf&#252;gung zu stellen, doch das k&#246;nnte schnell auf den Rest des Planeten ausgedehnt werden. Zudem f&#252;hrt das Ende der Ware, welche eine gigantische Transformation des Inhalts der Produktion und des Gebrauchs der G&#252;ter voraussetzt, zu einem Ende der Trennung Luxus/Notwendigkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Einsatz der Automatisierung ist zwar momentan auf einige Industrien (Stahl, Petrochemie usw.) beschr&#228;nkt, doch die Kommunisierung wird zu einem breiteren Gebrauch der Automatismen f&#252;hren, welche, wenn sie auch nicht unbedingt in ihren Prinzipien einfach, so doch zumindest m&#252;helos auf etliche andere T&#228;tigkeiten anwendbar sind. Der moderne Maschinenbetrieb (siehe die elektronische Fernbedienung) erlaubt es nicht nur, die Produktivit&#228;t zu erh&#246;hen, die menschlichen Interventionen zu beschr&#228;nken, sondern auch den Zugang zu den maschinellen Werkzeugen zu verallgemeinern. Die massive, m&#246;glichst automatisierte Herstellung von standardisierten Gebrauchsg&#252;tern verhindert keineswegs das Inverkehrbringen von Rohstoffen, Werkzeugen und Maschinen, welche dazu dienen, sie zu ver&#228;ndern. Wir m&#252;ssen der Herrschaft des Vorverdauten ein Ende machen, damit jeder nach seinem Geschmack t&#228;tig werden kann, das Bed&#252;rfnis nach Quantit&#228;t steht nicht mehr im Widerspruch zur Forderung nach Qualit&#228;t.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So macht die &#252;bertriebene Spezialisierung der Vielseitigkeit Platz. Man ist gleichzeitig Arbeiter, Bauer, K&#252;nstler und Wissenschaftler; jenseits all dieser engen und primitiven Kategorien. Die Produktion schliesst die Experimente, die Kontakte und den &#8222;Zeitverlust&#8220; nicht mehr aus und die Lehre verl&#228;sst die schulischen und universit&#228;ren Ghettos, um mit der Bewegung selbst der produktiven T&#228;tigkeit zu verschmelzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;In Richtung Aufstand&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kommunisierung f&#252;hrt durch das Wiederauftauchen der revolution&#228;ren R&#228;te, welche die proletarischen Aufst&#228;nde dieses Jahrhunderts in embryonalen Zustand aufschimmern liessen. Wenn die R&#228;te sich in den Quartieren entwickeln, werden die Produktionseinheiten, diese Art des Zusammenschlusses, welche direkt von den schreienden Massen ausgeht, die praktische Organisation und die Kontrolle der notwendigen Aufgaben regeln und dadurch gezwungen, die Organe der politischen Repr&#228;sentation kurzzuschliessen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die R&#228;te der Vergangenheit, trotz ihrer Makel und ihrer Zaghaftigkeit, haben die F&#228;higkeit der Arbeiter gezeigt, sich um ihre eigenen Angelegenheiten zu k&#252;mmern. Die R&#228;te zeigten sich von ihrer besten Seite wenn sie schnell, klar und hart auf ihre Feinde reagieren mussten. Sie bildeten sich direkt als Organisation des Kampfes. Doch h&#228;ufig versandeten sie in der Verwaltung und im Warten. Es entstanden also die wunderbarsten Organisationen, doch im luftleeren Raum, ausserhalb der Imperative des Kampfes und der zu erledigenden Aufgaben. Diese Organe sind weder das Patentrezept, noch das Ziel der Revolution. Der Kommunismus ist nicht die Auswechslung der Macht der Bourgeoisie durch die Macht der R&#228;te, der kapitalistischen Verwaltung durch die Arbeiterverwaltung. Sie bergen die Gefahr, zu einem Vorwand zu werden, um die Arbeiter weiterhin an die Unternehmung zu ketten, statt der Hebel zu sein, welcher die Abschottung des gesellschaftlichen Lebens aufsprengt, das Mittel, um sich zusammenzuschliessen und zu kommunisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Treffen von Entscheidungen f&#252;hrt zu Meinungsverschiedenheiten. Der Kommunismus bedeutet nicht das Ende jeglicher Opposition, im Gegenteil, er macht sie fruchtbar, indem er ihren Inhalt ver&#228;ndert. Die Konflikte kommen nicht mehr von zu sch&#252;tzenden pers&#246;nlichen Interessen, sondern von den L&#246;sungen, welche jeder vorschl&#228;gt, um dem gemeinsamen Interesse gerecht zu werden. Es sind diese Meinungsverschiedenheiten selbst, welche es erlauben werden, die durch die R&#228;te angeregten Handlungsm&#246;glichkeiten zu vergleichen, ohne deshalb in Debatten parlamentarischen Stils zur&#252;ckzufallen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Ziel der kommunistischen Revolution ist es nicht, ein demokratisches oder diktatorisches Machtsystem zu gr&#252;nden, sondern eine andere T&#228;tigkeit. Das Problem der Macht taucht auf, wenn die Menschen die F&#228;higkeit verlieren, sich selber und ihre Umwelt zu ver&#228;ndern, wenn sie gezwungen sind, f&#252;r ein anderes Ziel als den Inhalt ihrer T&#228;tigkeit zu handeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kommunistische Revolution strebt nicht nach Macht, doch sie muss ihre Massnahmen verwirklichen k&#246;nnen. Sie l&#246;st die Frage, weil sie deren Ursache angeht: Sie ist Aneignung aller materiellen Lebensbedingungen. Durch die Zerreissung der Fesseln der Abh&#228;ngigkeit und der Isolation wird die Revolution den Staat und die Politik zerst&#246;ren. Diese Zerst&#246;rung ist nicht automatisch. Er wird nicht langsam verschwinden, nicht nach und nach durch die Ausbreitung der Sph&#228;re von T&#228;tigkeiten ohne Handel und Lohn. Oder besser gesagt, diese Sph&#228;re w&#228;re sehr zerbrechlich, wenn sie den Staat neben sich duldet, wie das die Linken und die Umweltsch&#252;tzer wollen. Eine der Aufgaben der Revolution&#228;re ist es, Massnahmen zu ergreifen, welche die Macht des Staates untergraben und eine unumkehrbare Situation erzeugen. Zum Beispiel griffe die Zerst&#246;rung aller Fichen des Zivilstandsregisters und anderer Bev&#246;lkerungsregister diverser Verwaltungen wirtschaftliche und repressive Funktionen an. Die Zentralisierungsprozesse durch Computer und Mikrofilm machen die Staatsmaschine letztendlich verwundbarer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kommunismus ist die zentrale Frage und die Waffe des Aufstands. Der Sieg des Proletariats h&#228;ngt von seiner F&#228;higkeit ab, die Wirtschaft und seine Bedingung zu revolutionieren. Im sozialen Krieg ist das anf&#228;ngliche milit&#228;rische Kr&#228;fteverh&#228;ltnis nicht entscheidend. Die Revolution muss die Armee dazu bringen, nichts mehr zu verteidigen zu haben und ihre materielle Grundlage untergraben. Die Zerschlagung der Einkasernierung der Soldaten durch Demonstrationen der Verbr&#252;derung kann beispielsweise effizienter sein als chaotische Angriffe. Sie verf&#252;gt zwar &#252;ber eine schlimmere destruktive Macht als je zuvor, doch die Armee ist auch konfrontiert mit der Zersetzung ihrer traditionellen Werte, da sie in der modernen Welt zu Fremdk&#246;rpern werden. Durch das Wesen ihrer Waffen und ihres technischen Apparats ist sie abh&#228;ngig von der wirtschaftlichen Basis wie nie zuvor. Wenn die Produzenten auf koh&#228;rente und entschiedene Art und Weise ihre Macht einsetzen, haben sie die M&#246;glichkeit, ihre Gegner hungern zu lassen, zu entmutigen, zu spalten, zu l&#228;hmen, niederzuschlagen. Wenn sie aus ihrer Position und der anf&#228;nglichen Verwirrung des Feindes keinen Vorteil ziehen, um das Kapital dort, wo es verwundbar ist, anzugreifen, werden es sie sein, welche zu einem einfachen Ziel f&#252;r die ideologische und politische und danach f&#252;r die milit&#228;rische Konterrevolution werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die revolution&#228;re Gewalt ist ein gesellschaftliches Verh&#228;ltnis, welches die Wesen ersch&#252;ttert und aus den Menschen Subjekte ihrer eigenen Geschichte macht. Doch die Aufst&#228;ndischen beg&#228;ben sich auf feindliches Terrain, wenn sie sich die Logik der Konfrontation eines Lagers gegen das andere zu eigen machen, versuchen, ein Kr&#228;fteverh&#228;ltnis zu stabilisieren und &#8222;Errungenschaften&#8220; zu sch&#252;tzen. Der Aufstand w&#252;rde sich somit zu einem B&#252;rgerkrieg pervertieren, ein fataler Schritt, der einzig und allein die Ursache des Scheiterns der revolution&#228;ren Vergangenheit reproduzieren w&#252;rde (Kommunarden &#8211; Versailles, Anarchisten &#8211; Franquisten...). Angesichts eines Gegners, der in einer militaristischen Konzeption der Konfrontation gefangen ist, haben die Aufst&#228;ndischen ihre Beweglichkeit und ihre Mobilit&#228;t als Tr&#252;mpfe. Der Aufstand f&#252;rchtet sich nicht davor, die Leidenschaften, die Fantasie, die Verwegenheit aufs Spiel zu setzen und muss sich stets auf seine eigene Dynamik st&#252;tzen: die Kommunisierung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Viele wissen vage, dass wir das Ende einer Welt erleben, auch wenn sie noch nicht wissen, was kommen wird: Die Bewegung hatte noch nicht die Kraft, ihren Inhalt sichtbar zu machen und ihre Perspektiven zu bekr&#228;ftigen. Jene, welche die kapitalistische Barbarei immer weniger aushalten, m&#252;ssen entdecken, was sie anstreben: Die Welt, den Kommunismus, wovon ihre Revolte die Tr&#228;gerin ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Proletarier, noch eine letzte Anstrengung, um es nicht mehr zu sein...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Les Amis du Potlatch [Die Freunde von Potlatch], 1979.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://serpent-libertaire.over-blog.com/2016/09/a-bas-le-proletariat-vive-le-communisme.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb3-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ad&#220;: Nach der Ank&#252;ndigung eines Entlassungsplans und dem Einfrieren der L&#246;hne wird die Uhrenfabrik Lip in Besan&#231;on im Juni 1973 von den Arbeitern besetzt. Der Streik endet mit einem Abkommen, das Ende Januar 1974 unterzeichnet wird. Im April 1976 wird die Fabrik nach einer Konkursank&#252;ndigung erneut bestreikt. W&#228;hrend beiden K&#228;mpfen produzierten die Arbeiter Uhren in Selbstverwaltung. Lip wird trotzdem am 12. September 1977 liquidiert.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ad&#220;: Am 13. und 14. Juli 1977 war fast die ganze Stadt New York von einem Stromausfall betroffen, der zu heftigen Pl&#252;nderungen und Ausschreitungen f&#252;hrte. Nanni Balestrini thematisierte dieses Ereignis in seinem Gedicht Blackout.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		
		<enclosure url="http://kommunisierung.net/IMG/pdf/niederproletariatpdf.pdf" length="73666" type="application/pdf" />
		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Der Aktivismus als h&#246;chstes Stadium der Entfremdung</title>
		<link>http://kommunisierung.net/Der-Aktivismus-als-hochstes</link>
		<guid isPermaLink="true">http://kommunisierung.net/Der-Aktivismus-als-hochstes</guid>
		<dc:date>2013-05-05T23:44:00Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Webmaster</dc:creator>


		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
		<dc:subject>Theorie</dc:subject>
		<dc:subject>Bruch in der Theorie 1965-1980</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Trotz einigen Widerspr&#252;chen wirft dieser Text einige wichtige Fragen auf. Wie die Situationisten m&#246;chten auch die Autoren dieses Texts nach der Revolution zu Arbeitern werden, obwohl sie es davor nicht sind oder nicht sein wollen. Nur, wieso sollten wir vor der Revolution nicht arbeiten und dann die Revolution machen, um zu Arbeitern zu werden? Dieser Widerspruch zeugt vom Ende des vorhergehenden Kampfzyklus. Die radikale Kritik der Arbeit und der Politik dr&#252;ckt einen Bruch in der Theorie (...)&lt;/p&gt;


-
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

/ 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Theorie" rel="tag"&gt;Theorie&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://kommunisierung.net/Bruch-in-der-Theorie-1965-1980" rel="tag"&gt;Bruch in der Theorie 1965-1980&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://kommunisierung.net/IMG/logo/occupy-black-bloc.jpg?1689550996' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='112' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Trotz einigen Widerspr&#252;chen wirft dieser Text einige wichtige Fragen auf. Wie die Situationisten m&#246;chten auch die Autoren dieses Texts nach der Revolution zu Arbeitern werden, obwohl sie es davor nicht sind oder nicht sein wollen. Nur, wieso sollten wir vor der Revolution nicht arbeiten und dann die Revolution machen, um zu Arbeitern zu werden? Dieser Widerspruch zeugt vom Ende des vorhergehenden Kampfzyklus. Die radikale Kritik der Arbeit und der Politik dr&#252;ckt einen Bruch in der Theorie der Revolution aus, der, als Ausdruck des sich zu Ende neigenden Kampfzyklus, trotzdem die Affirmation der Klasse zur Schlussfolgerung hat. Die Einf&#252;hrung und die Anmerkungen sind der englischen &#220;bersetzung entnommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Einf&#252;hrung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Text wurde 1972 in Frankreich von der Organisation des jeunes travailleurs r&#233;volutionnaires (OJTR) erstmals ver&#246;ffentlicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die OJTR formierte sich in den fr&#252;hen 1970er Jahren. Zu Beginn war sie von der Situationistischen Internationalen inspiriert, obwohl sie sp&#228;ter ein Pamphlet ver&#246;ffentlichte, das eine lange Kritik derselben enthielt. (Die Einfluss der SI zeigt sich im Text. In der Entwicklung des Konzepts des Aktivismus erscheinen Themen, die man in manchen situationistischen Texten findet und der Einfluss der SI zeigt sich auch im Konzept der R&#228;teorganisation in den letzten Abs&#228;tzen.) Danach war die OJTR vom Linkskommunismus beeinflusst, im speziellen von der Mischung von deutschen und italienischen linkskommunistischen Ideen, die vom Milieu rund um die Buchhandlung La Vieille Taupe entwickelt wurden, auch die Gruppe Le mouvement communiste kam aus diesem Milieu.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Gruppe produzierte auch Texte unter dem Namen Quatre millions de jeunes travailleurs [Vier Millionen junge Arbeiter], der Name einer 1971 gegr&#252;ndeten Jugendpublikation des PSU (Parti socialiste unifi&#233; &#8211; eine kleine franz&#246;sische linkssozialistische Partei). Die OJTR organisierte 1974 eine nationale Konferenz (welche in einem Artikel der La Banquise als gescheitert beschrieben wird) und verschwand kurz darauf. (Es ist angemessen, sich zu fragen, wie weit die OJTR die Kritik des Aktivismus auf sich selber anwendete.) Von den &#220;berresten der Gruppe kam der Text Un monde sans argent: le communisme [Eine Welt ohne Geld: der Kommunismus], der als dreiteiliges Pamphlet zwischen 1975 und 1976 von &#8222;Les amis de 4 millions de jeunes travailleurs&#8220; [&#8222;Die Freunde von den vier Millionen jungen Arbeitern&#8220;] ver&#246;ffentlicht wurde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Aktivismus als h&#246;chstes Stadium der Entfremdung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Revolution&#228;r steht zum Aktivisten wie der Wolf zum Schaf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach den Besetzungen im Mai 68 entwickelte sich links von der Kommunistischen Partei und der CGT&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;CGT &#8211; Conf&#233;d&#233;ration g&#233;n&#233;rale du travail, eine Gewerkschaft, die (...)&#034; id=&#034;nh4-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; ein Ensemble von kleinen Organisationen, die sich auf den Trotzkismus, den Maoismus und den Anarchismus beriefen. Trotz der geringen Zahl von Arbeitern, die sich ihnen angeschlossen haben, erheben sie gegen die traditionellen Organisationen den Anspruch der Kontrolle der Arbeiterklasse, als deren Avantgarde sie sich proklamieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die L&#228;cherlichkeit ihrer Vermessenheit kann einem zum Lachen bringen, doch dar&#252;ber zu lachen, reicht nicht. Man muss weitergehen, verstehen, weshalb die moderne Welt diese extremistischen B&#252;rokratien hervorbringt und den Schleier ihrer Ideologie zerreissen, um ihre wahre historische Rolle zu entdecken. Die Revolution&#228;re m&#252;ssen sich so weit m&#246;glich von diesen linken Organisationen abgrenzen und zeigen dass, weit davon entfernt, die Ordnung der alten Welt zu bedrohen, die Aktion dieser Gruppen im besten Fall h&#246;chstens zu ihrer Wiederaufbereitung f&#252;hren kann. Mit der Kritik an ihnen zu beginnen, bedeutet der revolution&#228;ren Bewegung, die sie, unter der Drohung, von ihnen liquidiert zu werden, liquidieren werden muss, den Boden zu bereiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der erste Ansatz, der einem in den Sinn kommt, ist es, ihre Ideologie anzugreifen, den Archaismus oder den Exotismus derselben aufzuzeigen (von Lenin zu Mao) und die Verachtung der Massen, die sich unter ihrer Demagogie versteckt, ans Licht zu bringen. Doch das wird schnell langweilig, wenn man in Betracht zieht, dass es eine Unzahl von Organisationen und Tendenzen gibt, denen die Behauptung ihrer kleinen ideologischen Originalit&#228;t am Herzen liegt. Andererseits bedeutet es, sich auf ihr Terrain zu begeben. Eher noch als ihre Ideen, ist es angemessen die T&#228;tigkeit anzugreifen, die sie im &#8222;Dienst ihrer Ideen&#8220; an den Tag legen: den AKTIVISMUS.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn wir den Aktivismus global angreifen, bedeutet das nicht, dass wir die zwischen den verschiedenen Organisationen existierenden Unterschiede verneinen. Doch wir denken, dass trotz und sogar wegen ihrer Wichtigkeit, diese Unterschiede nur klar erkl&#228;rt werden k&#246;nnen, wenn man die Wurzel des Aktivismus angreift. Die diversen Arten des Aktivismus sind nur voneinander abweichende Antworten zu einem gleichen grundlegenden Widerspruch, f&#252;r welchen niemand die L&#246;sung hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Indem wir uns im Lager jener positionieren, deren Kritik die T&#228;tigkeit des Aktivisten zur Grundlage nimmt, untersch&#228;tzen wir nicht die Rolle der Ideen im Aktivismus. Es geht einfach darum, dass es, vom Moment an, wo diese Ideen vorangestellt werden, ohne mit der T&#228;tigkeit verbunden zu sein, wichtig ist, zu wissen, was sie verstecken. Wir werden die Kluft zwischen ihnen zeigen, wir werden die Ideen mit der Aktivit&#228;t verbinden und den Einfluss der T&#228;tigkeit auf die Ideen ans Licht bringen: Hinter der L&#252;ge die Wirklichkeit des L&#252;gners finden, um die Wirklichkeit der L&#252;ge zu verstehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn auch die Kritik und die Verurteilung des Aktivismus eine notwendige Aufgabe der revolution&#228;ren Theorie ist, so kann sie doch nur vom &#8222;Standpunkt&#8220; der Revolution erfolgen. Die b&#252;rgerlichen Ideologien k&#246;nnen die Aktivisten als gef&#228;hrliche Gauner, als manipulierte Idealisten behandeln oder ihnen den Rat geben, ihre Zeit mit Arbeiten oder Ferien zu verbringen; sie k&#246;nnen jedoch den Aktivismus nicht in seiner Tiefe angreifen, denn das ist gleichbedeutend mit der Tatsache, das Elend aller T&#228;tigkeiten, welche die moderne Gesellschaft erlaubt, ans Licht zu bringen. Wir verstecken unsere Voreingenommenheit nicht, unsere Kritik wird nicht &#8222;von allen Standpunkten aus objektiv und g&#252;ltig&#8220; sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Kritik des Aktivismus ist untrennbar mit dem Aufbau revolution&#228;rer Organisationen verbunden, nicht nur weil die Aktivistenorganisationen ununterbrochen bek&#228;mpft werden m&#252;ssen, sondern auch weil der Kampf gegen die Tendenz zum Aktivismus auch innerhalb revolution&#228;rer Organisationen gef&#252;hrt werden muss. Dies wohl, weil diese Organisationen, zumindest am Anfang, h&#228;ufig zu einem betr&#228;chtlichen Teil aus &#8222;reuigen&#8220; ehemaligen Aktivisten bestehen, doch auch weil der Aktivismus sich auf die Entfremdung von jedem von uns st&#252;tzt. Die Entfremdung verschwindet nicht wie von Zauberhand und der Aktivismus ist die charakteristische Falle, die die alte Welt den Revolution&#228;ren stellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was wir von den Aktivisten sagen, ist hart und unwiderruflich. Wir sind tats&#228;chlich zu keinem Kompromiss mit ihnen bereit, es sind nicht Revolution&#228;re oder Halbrevolution&#228;re, die sich irren, sondern Leute, die unter der Revolution bleiben. Doch das bedeutet &#252;berhaupt nicht 1. dass wir uns von dieser Kritik ausschliessen, wenn wir klar und deutlich sein wollen, so ist es zuerst uns selbst gegen&#252;ber, und 2. dass wir den Aktivisten als Individuum verurteilen und aus dieser Verurteilung eine moralische Angelegenheit machen. Es geht nicht darum, in die Trennung zwischen Guten und B&#246;sen zur&#252;ckzufallen. Wir untersch&#228;tzen die Versuchung des &#8222;je mehr ich &#252;ber die Aktivisten fluche, desto eher beweise ich, dass ich keiner bin und vor der Kritik sicher bin&#8220; nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;DER MASOCHISMUS&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Strengen wir uns an, die Langeweile zu &#252;berwinden, welche die Aktivisten nat&#252;rlicherweise verbreiten. Beschr&#228;nken wir uns nicht darauf, die Phrasendrescherei ihrer Pamphlete und Diskurse zu entschl&#252;sseln. Pr&#252;fen wir sie hinsichtlich der Gr&#252;nde, welche sie zum Aktivismus gebracht haben. Es gibt keine Frage, die f&#252;r einen Aktivisten unangenehmer sein k&#246;nnte. Im schlimmsten Fall werden sie mit endlosem Geschw&#228;tz &#252;ber das Elend der Kinder in der dritten Welt, die Splitterbomben, die Preiserh&#246;hung, die Repression anfangen. Im besten Fall werden sie erkl&#228;ren, dass, bevor sie sich der wahren Natur des Kapitalismus bewusst geworden sind &#8211; sie h&#228;ngen stark an dieser ber&#252;hmten &#8222;Einsicht&#8220; &#8211;, sie sich entschieden haben, f&#252;r eine bessere Welt zu k&#228;mpfen, f&#252;r den Sozialismus (den richtigen, nicht den anderen). Ganz enthusiastisch von diesen begeisternden Perspektiven konnten sie nicht widerstehen, sich auf die Bedienung des n&#228;chsten Kopierger&#228;t zu st&#252;rzen. Versuchen wir, die Frage zu ergr&#252;nden und richten wir unseren Blick nicht mehr auf das, was sie sagen sondern auf das, was sie leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es besteht ein enormer Widerspruch zwischen dem, was sie zu w&#252;nschen behaupten, und dem Elend und der Ineffizienz ihres Tuns. Die M&#252;he, zu welcher sie sich zwingen, und die Dosis von Langeweile, die sie bereit sind auszuhalten, lassen nicht den geringsten Zweifel: Diese Leute sind allen voran Masochisten. Abgesehen davon, dass man in Anbetracht ihrer T&#228;tigkeit nicht glauben kann, dass sie tats&#228;chlich ein besseres Leben w&#252;nschen, ist ihr Masochismus &#252;berhaupt nicht originell. Falls einige Perverse eine Fantasie haben, welche die Armut der Regeln der alten Welt ignoriert, so ist das sicher nicht der Fall f&#252;r die Aktivisten! Sie akzeptieren in ihren Organisationen die Hierarchie und kleine Chefs, obwohl sie behaupten, die Gesellschaft davon befreien zu wollen, und die Energie, die sie aufwenden, richtet sich spontan nach der Form der Arbeit aus. Denn der Aktivist ist Teil jener Art von Leuten, f&#252;r welche acht bis neun Stunden t&#228;gliche Verbl&#246;dung nicht genug sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Aktivisten versuchen, sich zu rechtfertigen, bringen sie es h&#246;chstens fertig, ihre mangelnde Vorstellungskraft zur Schau zu stellen. Sie k&#246;nnen nichts anderes konzipieren, eine andere Form der T&#228;tigkeit, als das, was aktuell existiert. F&#252;r sie sind die Trennung zwischen dem Ernsten und dem Am&#252;santen, den Mitteln und den Zwecken nicht mit einer gewissen Epoche verbunden. Es sind ewige und un&#252;berwindbare Kategorien: Wir werden sp&#228;ter nur gl&#252;cklich sein k&#246;nnen, wenn wir uns jetzt aufopfern. Die Aufopferung ohne Belohnung von Millionen von Arbeiteraktivisten, Generationen der stalinistischen Epoche &#228;ndert in ihren kleinen K&#246;pfen &#252;berhaupt nichts. Sie sehen nicht, dass die Mittel die Zwecke bestimmen und dass sie, indem sie heute akzeptieren, sich aufzuopfern, die Aufopferungen von morgen vorbereiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#196;hnlichkeiten zwischen dem Aktivismus und der religi&#246;sen T&#228;tigkeit sind frappant. Man findet die gleichen psychologischen Haltungen: Opferbereitschaft, aber auch Unnachgiebigkeit, Wille zur Bekehrung, Unterwerfungsbereitschaft. Diese &#196;hnlichkeiten k&#246;nnen auf die Dom&#228;ne der Riten und der Zeremonien ausgedehnt werden: Predigten &#252;ber die Arbeitslosigkeit, Prozessionen f&#252;r Vietnam, Referenzen zu den heiligen Texten des Marxismus-Leninismus, Kult der Embleme (rote Fahnen). Schliesslich haben die politischen Kirchen auch ihre Propheten, ihre grossen Priester, ihre Bekehrten, ihre Ketzereien, ihre Glaubensspaltungen, ihre Praktikanten-Aktivisten und ihre Nicht-Praktikanten-Sympathisanten! Doch der revolution&#228;re Aktivismus ist nur eine Parodie der Religion. Der Reichtum, die Demenz, die Masslosigkeit der religi&#246;sen Projekte liegt ihm fern; er strebt nach dem seri&#246;sen, will vern&#252;nftig sein, er glaubt im Gegenzug ein Paradies hier auf Erden zu gewinnen. Sogar das ist ihm verwehrt. Jesus Christus ist wieder auferstanden und zum Himmel aufgefahren, Lenin verrottet auf dem Roten Platz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn auch der Aktivist betreffend der Offenherzigkeit seiner Illusionen mit dem Gl&#228;ubigen verglichen werden kann, so ist es doch angemessen, ihn ganz anders zu betrachten in Bezug auf seine wirkliche Haltung. Die Aufopferung der Karmeliterin, die sich einsperrt, um f&#252;r das Heil der Seelen zu beten, hat sehr beschr&#228;nkte Auswirkungen auf die gesellschaftliche Wirklichkeit. Ganz anders verh&#228;lt es sich mit dem Aktivisten. Seine Aufopferung hat unter Umst&#228;nden fatale Konsequenzen f&#252;r die gesamte Gesellschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;DER AUFSTIEGSWUNSCH&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Aktivist spricht viel von den Massen. Sein Handeln ist auf sie ausgerichtet. Es geht darum, sie zu &#252;berzeugen, sie zur &#8222;Einsicht&#8220; zu bringen. Doch der Aktivist ist von den Massen und ihren M&#246;glichkeiten zur Revolte getrennt. Und dies weil er von SEINEN EIGENEN W&#220;NSCHEN GETRENNT ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Aktivist sp&#252;rt die Absurdit&#228;t der Existenz, die man uns auferlegt. Indem er sich f&#252;r den Aktivismus &#8222;entscheidet&#8220;, versucht er, eine L&#246;sung f&#252;r die Diskrepanz zu finden, die zwischen seinen W&#252;nschen und seinen wirklichen Lebensm&#246;glichkeiten existiert. Es ist eine Reaktion gegen seine Proletarisierung, gegen das Elend seines Lebens. Doch er engagiert sich in einer Sackgasse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl er unzufrieden ist, ist der Aktivist unf&#228;hig, sich zu seinen W&#252;nschen zu bekennen und sich mit ihnen zu konfrontieren. ER SCH&#196;MT SICH IHRER. Das f&#252;hrt dazu, dass er den Aufstieg seiner W&#252;nsche mit dem Aufstiegswunsch ersetzt. Aber seine Schuldgef&#252;hle sind derartig, dass er nur einen hierarchischen Aufstieg im Rahmen des Systems ins Auge fassen kann oder eher nur bereit ist, f&#252;r einen guten Platz zu k&#228;mpfen, wenn er gleichzeitig die Garantie hat, dass es nicht f&#252;r ihn selbst ist. Sein Aktivismus erlaubt es ihm, sich zu erheben, sich auf einen Sockel zu stellen, ohne dass dieser Aufstieg f&#252;r ihn selbst und die anderen als das erscheint, was er ist. (Letztendlich ist der Papst auch nur der Diener der Diener Gottes!)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sich in den Dienst seiner W&#252;nsche zu stellen, bedeutet &#252;berhaupt nicht, in sein Schneckenhaus zu fl&#252;chten und hat nichts mit kleinb&#252;rgerlichem Individualismus zu tun. Das kann im Gegenteil nur durch die Zerst&#246;rung des egoistischen Panzers geschehen, in welchem uns die b&#252;rgerliche Gesellschaft einschliesst, und durch die Entwicklung einer wahren Klassensolidarit&#228;t. Der Aktivist, der von sich behauptet, sich in den Dienst des Proletariats zu stellen (&#8222;Die Arbeiter sind unsere Meister&#8220;, Geismar&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Alain Geismar &#8211; ein Mitglied der Parti socialiste unifi&#233; und Pr&#228;sident der (...)&#034; id=&#034;nh4-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;) stellt sich einzig und allein in den Dienst der Idee, welche er von den Interessen des Proletariats hat. Durch einen nur anscheinenden Widerspruch hilft man also wirklich den anderen auf einer Klassenbasis, indem man sich wirklich in den Dienst seiner selbst stellt, und indem man sich in den Dienst der anderen stellt, besch&#252;tzt man eine pers&#246;nliche hierarchische Position.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aktivismus bedeutet, nicht die Transformation seines allt&#228;glichen Lebens anzustreben, nicht direkt gegen das, was unterdr&#252;ckt, zu revoltieren, sondern im Gegenteil dieses Terrain zu meiden. Dieses Terrain ist jedoch das einzig revolution&#228;re, wenn man weiss, dass unser allt&#228;gliches Leben vom Kapital kolonisiert und von den Gesetzen der Warenproduktion bestimmt ist. Indem er sich politisiert, sucht der Aktivist eine Rolle, die ihn &#252;ber die Massen erhebt. Ob dieses &#8222;Dar&#252;ber&#8220; die Form von &#8222;Avantgardismus&#8220; oder &#8222;P&#228;dagogismus&#8220; annimmt, &#228;ndert nichts an der Sache. Er ist schon nicht mehr der Proletarier, der nichts anderes als seine Illusionen zu verlieren hat; er hat eine Rolle zu verteidigen. In Zeiten der Revolution, wenn alle Rollen unter dem Druck des Wunsches, hemmungslos zu leben, ins Wanken geraten, ist die Rolle des &#8222;bewussten Revolution&#228;rs&#8220; jene, welche am besten &#252;berlebt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch den Aktivismus gibt er seiner Existenz Gewicht und seinem Leben einen Sinn. Doch er findet diesen Sinn nicht in sich selbst, in der Wirklichkeit seiner Subjektivit&#228;t, sondern in der Unterwerfung unter &#228;ussere Notwendigkeiten. Genau wie er bei der Arbeit den Regeln, die er nicht kontrollieren kann, unterworfen ist, gehorcht er als Aktivist den &#8222;Notwendigkeiten der Geschichte&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nat&#252;rlich kann man nicht alle Aktivisten in den gleichen Korb werfen. Alle sind nicht gleich schwer erkrankt. Man findet unter ihnen einige Naive, die auf Abwege geraten sind, da sie nicht wissen, was mit ihrer Freizeit anstellen, sie sind angetrieben von der Einsamkeit und get&#228;uscht durch die revolution&#228;re Phrasendrescherei; sie werden den erstbesten Vorwand zum Anlass nehmen, sich auf und davon zu machen. Der Kauf eines Fernsehers, die Begegnung mit der Seelenverwandten oder die n&#246;tigen &#220;berstunden, um das Auto zu zahlen, dezimieren die R&#228;nge der Armee der Aktivisten!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Gr&#252;nde, die einem zum Aktivismus bewegen, sind alt. Im Grossen und Ganzen sind es die gleichen f&#252;r gewerkschaftliche, katholische oder revolution&#228;re Aktivisten. Das Wiederaufkommen eines revolution&#228;ren Massenaktivismus hat mit der aktuellen Krise der Warengesellschaften und der R&#252;ckkehr des alten revolution&#228;ren Maulwurfs zu tun. Die M&#246;glichkeit einer sozialen Revolution scheint gut genug, dass die Aktivisten auf sie setzen. All das wird durch das Zusammenbrechen der Religionen verst&#228;rkt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kapitalismus braucht keine religi&#246;sen Belohnungssysteme mehr. Er hat seine Reife erreicht und braucht nicht mehr zus&#228;tzliches Gl&#252;ck im Jenseits zu offerieren, sondern er offeriert alles Gl&#252;ck hier auf Erden, durch den Konsum von materiellen, kulturellen und spirituellen Waren (die metaphysische Furcht verkauft sich gut!) Von der Geschichte &#252;berholt k&#246;nnen die Religionen und ihre Gl&#228;ubigen nur noch zur sozialen Aktion &#252;bergehen &#8211; oder zum Maoismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der linke Aktivismus betrifft vor allem gesellschaftliche Kategorien auf dem Weg beschleunigter Proletarisierung (Gymnasiasten, Studenten, Lehrer, sozio-erzieherisches Personal...), welche nicht die M&#246;glichkeit haben, konkret f&#252;r kurzfristige Vorteile zu k&#228;mpfen und f&#252;r welche die Tatsache, wirklich revolution&#228;r zu werden, eine sehr tiefe pers&#246;nliche Infragestellung voraussetzt. Der Arbeiter ist wesentlich weniger Komplize seiner gesellschaftlichen Rolle als der Student oder der Lehrer. Der Aktivismus ist f&#252;r letztere eine Kompromissl&#246;sung, die ihnen erlaubt, sich f&#252;r ihre schwankende gesellschaftliche Rolle einzusetzen. Sie finden im Aktivismus eine pers&#246;nliche Wichtigkeit, welche die Verschlechterung ihrer gesellschaftlichen Position ihnen verwehrte. Sich revolution&#228;r zu nennen, sich mit der Transformation der gesamten Gesellschaft zu besch&#228;ftigten, erlaubt es, sich die Transformation seiner eigenen Bedingung und seiner pers&#246;nlichen Illusionen zu ersparen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Arbeiterklasse hat die Gewerkschaft beinahe das Monopol des Aktivismus, sie erlaubt dem Aktivisten unmittelbare Befriedigungen und eine Position, deren Vorteile konkret messbar sind. Der Arbeiter, welcher vom Aktivismus angezogen ist, wird sich sehr wahrscheinlich der Gewerkschaft zuwenden. Sogar die antigewerkschaftlichen Kampfkomitees tendieren dazu, zu einer neuen Art von Gewerkschaftsarbeit zu werden. Die politische T&#228;tigkeit ist f&#252;r die Arbeiteraktivisten nur die Fortsetzung der gewerkschaftlichen Aktion. Der Aktivismus reizt die Arbeiter kaum, insbesondere die jungen Arbeiter, denn sie sind die hellsichtigsten Proletarier, was das Elend ihrer Arbeit im speziellen und jenes ihres Lebens im allgemeinen betrifft. In ihrer Gesamtheit schon wenig angezogen von den Gewerkschaften sind sie es noch weniger von einem Linksradikalismus mit nebul&#246;sen Vorteilen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn im revolution&#228;ren Sturm die Herrschaft der Waren und des Konsums zusammenbricht, werden die Gewerkschaften, deren Ernsthaftigkeit auf der Forderung gr&#252;ndete, bereit sein, zum revolution&#228;ren Aktivismus &#252;berzugehen, um zu &#252;berleben. Sie werden die extremistischsten Losungen &#252;bernehmen und viel gef&#228;hrlicher sein als die linken Gruppen. Sieht man nicht jetzt schon nach Mai 68 wie die CFDT&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;CFDT &#8211; Conf&#233;d&#233;ration fran&#231;aise d&#233;mocratique du travail &#8211; franz&#246;sische (...)&#034; id=&#034;nh4-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; das Wort Selbstverwaltung mit ihrem neo-b&#252;rokratischen Kauderwelsch mischt!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;DIE POLITISCHE ARBEIT&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#8222;freie&#8220; Zeit, welche ihm seine beruflichen oder schulischen Verpflichtungen lassen, wird der Aktivist jener T&#228;tigkeit widmen, welche er selbst &#8222;politische Arbeit&#8220; nennt. Es m&#252;ssen Flugbl&#228;tter gedruckt und verteilt, Plakate erstellt und geklebt, Sitzungen gehalten, Kontakte gekn&#252;pft, Treffen vorbereitet werden...Doch es ist nicht diese oder jene Aktion, isoliert betrachtet, welche reicht, um die aktivistische Arbeit zu charakterisieren. Die einfache Tatsache, ein Flugblatt zu schreiben mit dem Ziel, es zu drucken und zu verteilen, kann nicht an sich als aktivistischer Akt betrachtet werden. Er ist ein Aktivist, weil er Teil einer T&#228;tigkeit ist, welche eine besondere Logik hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da die T&#228;tigkeit des Aktivisten nicht die Verl&#228;ngerung seiner W&#252;nsche ist, da sie einer ihr &#228;usseren Logik gehorcht, ist sie mit der Arbeit vergleichbar. Genau wie der Arbeiter nicht f&#252;r sich selbst arbeitet, k&#228;mpft der Aktivist nicht f&#252;r sich selbst. Das Resultat seiner Aktion kann also nicht am Vergn&#252;gen gemessen werden, welche sie ihm verschafft. Es wird also an der Anzahl aufgewendeten Stunden, der Anzahl verteilter Flugbl&#228;tter gemessen. Die Wiederholung, die Routine dominieren die T&#228;tigkeit des Aktivisten. Die Trennung zwischen Ausf&#252;hrung und Entscheidung st&#228;rkt den Beamtenaspekt des Aktivisten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch obwohl der Aktivismus mit der Arbeit vergleichbar ist, kann er nicht mit ihr gleichgesetzt werden. Die Arbeit ist jene T&#228;tigkeit, auf welcher die herrschende Welt gr&#252;ndet, sie produziert und reproduziert das Kapital und die kapitalistischen Produktionsverh&#228;ltnisse; der Aktivismus ist nur eine zweitrangige T&#228;tigkeit. Wenn auch das Resultat und die Effizienz der Arbeit definitionsgem&#228;ss nicht anhand der Befriedigung des Arbeiters messbar sind, so haben sie doch den Vorteil, wirtschaftlich messbar zu sein. Die Warenproduktion, durch ihre W&#228;hrung und den Profit, erschafft Standards und Messinstrumente. Sie hat ihre Logik und ihre Vernunft, welche sie dem Produzenten und dem Konsumenten aufzwingt. Im Gegensatz dazu hat die Effizienz des Aktivismus, &#8222;das Fortschreiten der Revolution&#8220;, ihre Messinstrumente noch nicht gefunden. Ihre Kontrolle entwischt den Aktivisten und ihren Anf&#252;hrern. Nat&#252;rlich angenommen, dass diese sich immer noch um die Revolution k&#252;mmern! Man ist also gezwungen, das produzierte und verteilte Material, die Rekrutierung, die ausgef&#252;hrten Aktionen zu bilanzieren; was nat&#252;rlich nie misst, was man behauptet, zu messen. Logischerweise f&#252;hrt das dazu, dass man glaubt, was messbar ist, sei ein Selbstzweck. Stellt euch den Kapitalisten vor, der, da er kein Mittel findet, um den Wert seiner Produktion zu bemessen, sich entscheidet, sich auf die Menge &#214;l zu st&#252;tzen, welche seine Maschinen verbrauchen. Sehr schnell, unter dem Druck eifriger Vorarbeiter, w&#252;rden die Arbeiter &#214;l in den Abfluss sch&#252;tten, um die Produktion anzukurbeln. Unf&#228;hig, das angestrebte Ziel zu verfolgen, kann der Aktivismus nur die Arbeit nach&#228;ffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Indem sie sich bewusst auferlegen, die Arbeit zu imitieren, sind die Aktivisten nicht in der besten Position, um die einerseits durch die immer mehr verbreitete Verachtung jeglichen Zwangs und andererseits durch den Fortschritt des Wissens und der Technik er&#246;ffneten Perspektiven zu verstehen. Die Intelligentesten von ihnen machen gemeinsame Sache mit den Ideologien der modernistischen Bourgeoisie, um zu fordern, dass die Arbeitszeiten reduziert oder die widerliche T&#228;tigkeit humanisiert wird. Sei es im Namen des Kapitals oder der Revolution, all diese Leute zeigen sich unf&#228;hig, eine Perspektive zu haben, die &#252;ber die Trennung zwischen Arbeits- und Freizeit, zwischen einer der Produktion und einer dem Konsum gewidmeten T&#228;tigkeit hinausgeht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind nicht aus nat&#252;rlichen, sondern aus gesellschaftlichen Gr&#252;nden zur Arbeit gezwungen. Arbeit und Klassengesellschaft gehen Hand in Hand. Der Meister will, dass der Sklave produziert, weil nur das produzierte aneigenbar ist. Die Freude, das Vergn&#252;gen, die einem irgendeine T&#228;tigkeit bereiten kann, kann vom Kapitalisten nicht kapitalisiert, akkumuliert, in Geld gemessen werden, darum macht er sich nichts daraus. Wenn wir arbeiten, sind wir g&#228;nzlich einer Autorit&#228;t, einem &#228;usseren Gesetz unterworfen, unsere einzige Daseinsberechtigung ist das, was wir produzieren. Jede Fabrik ist eine Schutzgelderpressung, wo unser Schweiss und unser Leben aufgesogen werden, um in Waren verwandelt zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Arbeitszeit ist eine Zeit, w&#228;hrend welcher wir nicht direkt unsere W&#252;nsche befriedigen k&#246;nnen, sondern sie opfern m&#252;ssen, um auf die nachtr&#228;gliche Entsch&#228;digung des Lohns zu warten. Es ist das genaue Gegenteil des Spiels, in welchem der Ablauf und der Rhythmus unserer T&#228;tigkeit einzig und allein durch unser Vergn&#252;gen daran bestimmt werden. Wenn sich das Proletariat emanzipiert, wird es die Arbeit aufheben. Die Produktion der zu unserem biologischen &#220;berleben notwendigen Lebensmittel wird nur noch ein Vorwand sein, um unsere Leidenschaften zu befreien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;DER SITZUNGSWAHN&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine bedeutende Charakteristik des Aktivismus ist die an Sitzungen verbrachte Zeit. Lassen wir die den grossen Strategien gewidmeten Debatten beiseite: Wie sieht es aus mit unseren Genossen in Bolivien, wann kommt die n&#228;chste weltweite Wirtschaftskrise, gibt es Fortschritte im Aufbau der revolution&#228;ren Partei...Beschr&#228;nken wir uns darauf, uns mit den die &#8222;allt&#228;gliche Arbeit&#8220; betreffenden Sitzungen auseinanderzusetzen. Dort zeigt sich das Elend des Aktivismus vielleicht am besten. Einige hoffnungslose F&#228;lle ausgenommen, beschweren sich die Aktivisten selbst, &#252;ber die etlichen &#8222;Sitzungen, w&#228;hrend welchen man nicht vorankommt&#8220;. Obwohl sich die Aktivisten gerne gegenseitig aufheizen, schaffen sie es nicht, nicht unter dem offensichtlichen Widerspruch zwischen einerseits ihrem Willen, zu handeln, andererseits der durch nutzlose Diskussionen, ausgangslose Debatten verlorenen Zeit zu leiden. Sie sind dazu verdammt, in einer Sachgasse festzustecken, denn sie hinterfragen den &#8222;Sitzungswahn&#8220;, ohne einzusehen, dass der ganze Aktivismus zur Debatte steht. Die einzige M&#246;glichkeit, dem Sitzungswahn zu entfliehen, ist die Flucht in einen Aktivismus, der immer weniger mit der Wirklichkeit zu tun hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;WAS TUN? WIE SICH ORGANISIEREN? Das sind die Fragen, welche den Sitzungen zu Grunde liegen und sie verursachen. Diese Fragen k&#246;nnen allerdings nie geregelt werden, man kommt ihrer L&#246;sung nie n&#228;her, denn wenn die Aktivisten sie sich stellen, stellen sie sie als von ihrem Leben getrennt. Die Antwort l&#228;sst auf sich warten, weil die Frage nicht von jenem gestellt wird, welcher die konkrete L&#246;sung besitzt. Man kann sich w&#228;hrend Stunden versammeln, sich das Hirn zermartern, der praktische Tr&#228;ger, welcher den Ideen fehlt, wird nicht pl&#246;tzlich auftauchen. W&#228;hrend diese Fragen f&#252;r das revolution&#228;re Proletariat Lappalien sind, weil sich ihm die Fragen der Aktion und der Organisation konkret stellen, werden sie zum PROBLEM f&#252;r die Aktivisten. Der Sitzungswahn ist die notwendige Erg&#228;nzung zum Aktivismus. Eigentlich ist die gestellte Frage immer folgende: Wie kann man mit der Massenbewegung verschmelzen, obwohl man von ihr getrennt bleibt? Die L&#246;sung dieses Dilemmas ist, entweder wirklich mit den Massen zu verschmelzen, indem man die Wirklichkeit seiner W&#252;nsche und die M&#246;glichkeiten ihrer Verwirklichung wiederfindet, oder ihre Macht als Aktivisten zu st&#228;rken, indem man sich auf der Seite der alten Welt gegen das Proletariat einreiht. Die wilden Streiks zeigen, dass das Risiko existiert!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In seinem Verh&#228;ltnis zu den Massen reproduziert der Aktivismus seine inneren Makel, insbesondere seine Tendenzen zum Sitzungswahn. Man versammelt Leute und man z&#228;hlt sie. F&#252;r einige wie z.B. die AJS&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;AJS &#8211; Alliance des jeunes pour le socialisme. Gegr&#252;ndet 1969 als (...)&#034; id=&#034;nh4-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; wird die Tatsache, sich zu zeigen und zu z&#228;hlen, sogar zum Gipfel der Aktion!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Fragen der Aktion und der Organisation, die bereits von der wirklichen Bewegung getrennt sind, sind auch mechanisch untereinander getrennt. Die diversen Ausrichtungen des Linksradikalismus konkretisieren diese Trennung. Man findet auf der einen Seite mit den Maoisten der ehemaligen GP [Gauche prol&#233;tarienne &#8211; Proletarische Linke]&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gauche prol&#233;tarienne (GP). Gegr&#252;ndet im September 1968 von ehemaligen (...)&#034; id=&#034;nh4-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; den Pol der Aktion, auf der anderen mit den Trotzkisten der Ligue Communiste [Kommunistische Liga &#8211; Vorl&#228;ufer der Ligue communiste r&#233;volutionnaire]&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ligue communiste. Die OCI (siehe Fussnote 4) repr&#228;sentierte die &#8222;alte (...)&#034; id=&#034;nh4-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; den Pol der Organisation. Man fetischisiert entweder die Aktion oder die Organisation, um aus der Sackgasse herauszukommen, in welche der Aktivismus geraten ist, indem er von den Massen getrennt ist. Alle besch&#252;tzen ihre bevorzugte Dummheit, indem sie sich &#252;ber die Ausrichtung der konkurrierenden Gruppen lustig machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;DIE B&#220;ROKRATIE&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Aktivistenorganisationen sind alle hierarchisiert. Einige Organisationen kaschieren das nicht, ja sie tendieren gar eher dazu, damit zu prahlen. Andere beschr&#228;nken sich darauf, so wenig wie m&#246;glich davon zu sprechen. Einige kleine Gruppen schliesslich versuchen, es abzustreiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau wie sie die Arbeit reproduzieren oder eher nach&#228;ffen, brauchen die Aktivistenorganisationen &#8222;Chefs&#8220;. Da sie ihre Einigung nicht auf konkreten Problemen aufbauen k&#246;nnen, sind die Aktivisten nat&#252;rlicherweise dazu verleitet, zu glauben, dass die Vereinheitlichung der Entscheidungen nur von der Existenz einer F&#252;hrungsspitze kommen kann. Sie k&#246;nnen sich nicht vorstellen, dass die gemeinsame Wahrheit vom spezifischen Willen, aus der Scheisse auszusteigen, hervorquellen kann, sie muss aufgeworfen und von oben auferlegt werden. Sie stellen sich darum notwendigerweise die Revolution als Zusammenstoss zweier hierarchisierter Staatsapparate vor, einer davon b&#252;rgerlich, der andere proletarisch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie wissen nichts von der B&#252;rokratie, ihrer Autonomie und der Art und Weise, wie sie innere Widerspr&#252;che aufl&#246;st. Der durchschnittliche Aktivist glaubt naiverweise, dass die Konflikte zwischen Anf&#252;hrern auf Ideenkonflikte reduziert werden k&#246;nnen und dass, wenn man ihm sagt, dass eine Einheit existiert, sie tats&#228;chlich existiert. Sein grosser Stolz ist es, die Organisation oder Tendenz erkannt zu haben mit DER guten F&#252;hrungsspitze. Indem er sich dieser oder jener Clique anschliesst, &#252;bernimmt er ein System von Ideen wie man ein Kost&#252;m anzieht. Da er davon nicht die geringste Grundlage &#252;berpr&#252;ft hat, wird er bereit sein, alle Konsequenzen davon zu verteidigen und alle Einw&#228;nde mit einem unglaublichen Dogmatismus zu beantworten. In einer Zeit, wo die Priester wegen der spirituellen Krise ein zerrissenes Herz haben, beh&#228;lt der Aktivist seinen Glauben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da der Aktivismus gezwungen war, der immer mehr verbreiteten Verachtung jeglicher Form von Autorit&#228;t Rechnung zu tragen, hat er Spr&#246;sslinge einer neuen Art produziert. Einige Organisationen behaupten, sie seien keine, und, vor allem, verbergen ihre F&#252;hrungsspitze. Die B&#252;rokraten verstecken sich, um besser die F&#228;den ziehen zu k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige traditionelle Organisationen versuchen, parallele Organisationsformen zu gr&#252;nden, manchmal permanent, manchmal nicht. Sie hoffen, im Namen der &#8222;proletarischen Autonomie&#8220; Leute, welche ihnen sonst entgangen w&#228;ren, abzuholen oder zumindest zu beeinflussen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann die Rote Hilfe, die OJTR und die Arbeiter- und Bauernversammlungen des PSU&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Der Secours rouge (Rote Hilfe) wurde 1970 von einem Komitee von (...)&#034; id=&#034;nh4-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; nennen...Einige unabh&#228;ngige oder Satellitenzeitungen behaupten auch, sie dr&#252;cken nur den Standpunkt der revolution&#228;ren Massen oder autonomer Basisgruppen aus. Nennen wir die Cahiers de Mai&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cahiers de Mai &#8211; 1968 von einigen Aktivisten aus Nantes und Umgebung (...)&#034; id=&#034;nh4-8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, La technique en Lutte, L'outil des travailleurs...Dort, wo man sich weigert, klar die Organisations- und theoretische Fragen zu stellen unter dem Vorwand, die Stunde des Aufbaus der revolution&#228;ren Partei sei noch nicht gekommen oder im Namen einer Pseudo-Spontaneit&#228;t (&#8222;Wir sind keine Organisation, nur ein Zusammenschluss ehrlicher Typen, eine Gemeinschaft&#8220;, usw.), kann man sicher sein, dass man B&#252;rokratie und sogar oft Maoismus antrifft. Der Trotzkismus hat den Vorteil, dass sein Organisationsfetischismus ihn dazu zwingt, Farbe zu bekennen; er vereinnahmt und sagt es auch. Der Vorteil des Maoismus (wir sprechen nicht vom reinen und pr&#228;historisch stalinistischen Maoismus &#224; la Humanit&#233; Rouge&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Humanit&#233; rouge &#8211; Zeitschrift der Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen&#034; id=&#034;nh4-9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;) ist es, die Bedingungen zu seiner eigenen &#220;berschwemmung zu erzeugen; indem er den Balancierk&#252;nstler der Vereinnahmung spielt, wird er zwangsl&#228;ufig auf die Schnauze fallen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;OBJEKTIVIT&#196;T UND SUBJEKTIVIT&#196;T&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Systeme von Ideen, welche die Aktivisten &#252;bernehmen, variieren je nach Organisation, doch sie sind alle aufgerieben von der Notwendigkeit, die Natur der T&#228;tigkeit, die sie verstecken, und die Trennung von den Massen zu verbergen. Man findet im Zentrum von Aktivistenideologien ebenfalls die auf mechanische und ahistorische Art und Weise konzipierte Trennung zwischen Objektivit&#228;t und Subjektivit&#228;t.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Aktivist, der sich dem Dienste am Volk verschreibt, obwohl er nicht bestreitet, dass seine T&#228;tigkeit subjektiv motiviert ist, weigert sich, dieser Tatsache eine Bedeutung zuzugestehen. Was subjektiv ist, muss sowieso f&#252;r alles, was objektiv ist, eliminiert werden. Da der Aktivist sich weigert, von seinen W&#252;nschen angetrieben zu werden, muss er sich darauf beschr&#228;nken, sich auf historische Notwendigkeiten zu berufen, von denen er glaubt, sie seien ausserhalb der Welt der W&#252;nsche. Dank dem &#8222;wissenschaftlichen Sozialismus&#8220;, eine erstarrte Form eines degenerierten Marxismus, glaubt er, den Sinn der Geschichte entdecken und sich ihm anpassen zu k&#246;nnen. Er benebelt seine Sinne mit Konzepten, deren Bedeutung ihm entgeht: Produktionskr&#228;fte, Produktionsverh&#228;ltnisse, Wertgesetz, Diktatur des Proletariats usw. All das erlaubt ihm, sich &#252;ber die Ernsthaftigkeit seiner Agitation sicher zu sein. Indem er sich ausserhalb &#8222;seiner Kritik&#8220; der Welt platziert, ist er dazu verurteilt, nichts von deren Fortgang zu verstehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Leidenschaft, welche er in seinem allt&#228;glichen Leben nicht finden kann, sucht er in seiner imagin&#228;ren Teilnahme am &#8222;weltweiten revolution&#228;ren Spektakel&#8220;. Die Welt wird auf ein Marionettentheater reduziert, wo sich die Guten und die B&#246;sen, die Imperialisten und die Anti-Imperialisten gegen&#252;ber stehen. Er kompensiert die Armseligkeit seiner Existenz, indem er sich mit den Stars dieses weltweiten Zirkus identifiziert. Der Gipfel der L&#228;cherlichkeit wurde gewiss mit dem Kult des &#8222;CHE&#8220; erreicht. Als wahnsinniger &#214;konom, j&#228;mmerlicher Stratege, doch heisser Typ wird Guevara zumindest den Trost haben, f&#252;r seine Talente als Hollywoodstar belohnt geworden zu sein. Ein Rekord im Posterverkauf!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was ist die Subjektivit&#228;t, wenn nicht das &#220;berbleibsel der Objektivit&#228;t, das, was eine auf der Reproduktion gegr&#252;ndete Gesellschaft nicht integrieren kann? Die Subjektivit&#228;t des K&#252;nstlers vergegenst&#228;ndlicht sich im Kunstwerk. F&#252;r den von den Produktionsmitteln und der Organisation seiner eigenen Produktion getrennten Arbeiter bleibt die Subjektivit&#228;t im Zustand von Manien, Wahnvorstellungen...Was sich vergegenst&#228;ndlicht, tut dies durch die Gnade des Kapitals und wird selbst zu Kapital. Die revolution&#228;re T&#228;tigkeit, genau wie die Welt, die sie andeutet, &#252;berwindet die Trennung zwischen Objektivit&#228;t und Subjektivit&#228;t. Sie macht die Subjektivit&#228;t objektiv und nimmt subjektiv die objektive Welt in Beschlag. Die proletarische Revolution ist der Einbruch der Subjektivit&#228;t!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht nicht darum, in den Mythos der von der Gesellschaft unterdr&#252;ckten und ihre R&#252;ckkehr anstrebende &#8222;wahren Menschennatur&#8220;, des &#8222;ewigen Wesens&#8220; des Menschen zur&#252;ckzufallen. Aber wenn auch die Form und der Zweck unserer W&#252;nsche unterschiedlich ist, so k&#246;nnen sie sicher nicht auf das Bed&#252;rfnis reduziert werden, dieses oder jenes Produkt zu konsumieren. Die durch die Entwicklung und die Notwendigkeiten der Warenproduktion historisch bestimmte Subjektivit&#228;t beugt sich nicht dem Drang nach Konsum und Produktion. Um die W&#252;nsche des Konsumenten zu vereinnahmen, muss sich die Ware ununterbrochen anpassen. Doch sie ist unf&#228;hig, den Willen zu leben durch die totale und direkte Verwirklichung unserer W&#252;nsche zu befriedigen. Als Avantgarde der Warenproduktion m&#252;ssen die Schaufenster immer &#246;fter die Kritik des Pflastersteins erdulden!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jene, welche sich weigern, der Wirklichkeit IHRER W&#252;nsche im Namen des &#8222;materialistischen Denkens&#8220; Rechnung zu tragen, gehen das Risiko ein, vom Gewicht UNSERER W&#252;nsche eingeholt zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Aktivisten und ihre Ideologen, sogar jene mit Universit&#228;tsdiplom, sind immer weniger f&#228;hig, ihre Epoche zu verstehen und die Geschichte treffend darzustellen. Unf&#228;hig, ein auch nur ann&#228;hernd modernes Denken zu verbreiten, sind sie gezwungen, im M&#252;llhaufen der Geschichte zu w&#252;hlen, um sich Ideologien wiederzuholen, die schon seit einer gewissen Zeit ihr Scheitern bewiesen haben: Anarchismus, Leninismus, Trotzkismus...Um das ganze etwas leichter bek&#246;mmlich zu machen, w&#252;rzen sie es mit etwas missverstandenem Maoismus oder Castrismus. Sie berufen sich auf die Arbeiterbewegung, doch verwechseln ihre Geschichte mit dem Aufbau eines Staatskapitalismus in Russland oder dem b&#252;rokratisch-b&#228;uerlichen Epos des &#8222;langen Marschs&#8220; in China. Sie behaupten, sie seien Marxisten, doch verstehen nicht, dass das marxistische Projekt der Aufhebung der Lohnarbeit, der Warenproduktion und des Staates untrennbar von der Machtergreifung des Proletariats ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#8222;marxistischen&#8220; Denker sind zunehmend unf&#228;hig, die Analyse der grunds&#228;tzlichen Widerspr&#252;che des Kapitalismus zu &#252;bernehmen, welche Marx eingef&#252;hrt hat. Sie verlieren sich auf dem Terrain der b&#252;rgerlichen politischen &#214;konomie, w&#228;hrend sie Dummheiten zum Wertgesetz, dem tendenziellen Fall der Profitrate, der Realisierung von Mehrwert endlos wiederholen. Trotz ihrer Vermessenheit verstehen sie nichts vom Gang des modernen Kapitalismus. Indem sie sich verpflichtet glauben, ein marxistisches Vokabular zu benutzen, deren Gebrauchsanweisung sie nicht kennen, verpassen sie die wenigen M&#246;glichkeiten der Analyse, die der politischen &#214;konomie verbleiben. Ihre &#8222;Forschungen&#8220; sind weniger Wert als jene des erstbesten Sch&#252;lers von Keynes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;AKTIVISTEN UND ARBEITERR&#196;TE&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Aktivistenorganisationen autonomisieren sich oberhalb der Massen, die sie zu repr&#228;sentieren glauben. Das f&#252;hrt nat&#252;rlicherweise dazu, dass sie glauben, es sei nicht die Arbeiterklasse, die die Revolution macht, sondern &#8222;die Organisationen der Arbeiterklasse&#8220;. Es ist also angebracht, diese zu st&#228;rken. Das Proletariat wird zu einem Rohstoff, einem Misthaufen, auf welchem die Revolution&#228;re Partei als rote Rose wird aufbl&#252;hen k&#246;nnen. Die Notwendigkeiten der Vereinnahmung verlangen, dass man davon extern nicht allzu h&#228;ufig spricht; dort f&#228;ngt die Demagogie an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Autonomie der Ziele der Aktivistenorganisationen muss kaschiert werden. Diesen Zweck erf&#252;llt die Ideologie. Man proklamiert lautstark, dass man im Dienste des Volkes stehe, dass man nicht f&#252;r sein eigenes Wohl handle und dass, falls man f&#252;r eine kurze Zeit gezwungen sein wird, die Macht zu ergreifen, man sie nicht missbrauche. Sobald die Arbeiterklasse genug gebildet sein werde, werde man sich beeilen, sie ihr zur&#252;ckzugeben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Geschichte der Arbeiterr&#228;te zeigt, dass die sogenannten Arbeiterorganisationen systematisch ihr eigenes Spiel spielten und ihre eigenen Kastanien aus dem Feuer holten; nat&#252;rlich nur aus den besten Beweggr&#252;nden. Um sich die Macht zu sichern, versuchten sie, die Organisationsformen, die sich das Proletariat gab, zu beschr&#228;nken, zu vereinnahmen und zu zerst&#246;ren: territoriale Sowjets, Fabrikkomitees.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die russischen Sowjets wurden zuerst von der bolschewistischen Partei und dem bolschewistischen Staat vertuscht, dann liquidiert. Lenin misst ihnen 1905 keine Bedeutung zu. Im Gegensatz dazu proklamiert man 1917: &#8222;Alle Macht den Sowjets&#8220;. Ab 1921 werden die Sowjets, welche als Trittbrett zur Machtergreifung dienten, zu einem St&#246;rfaktor; die Arbeiter und die Matrosen von Kronstadt, die freie Sowjets fordern, werden von der Roten Armee niedergeschlagen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Deutschland nimmt die sozialdemokratische Regierung der &#8222;Volkskommissare&#8220; die Liquidation der Arbeiterr&#228;te im Namen der Revolution in die Hand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Spanien k&#252;mmern sich einmal mehr die Kommunisten darum, die Formen der Volksmacht zum Verschwinden zu bringen. Das sollte dazu dienen, den Kampf gegen den Faschismus zu f&#246;rdern!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es lohnt sich nicht, Beispiele anzuh&#228;ufen. Alle historischen Erfahrungen haben den Antagonismus zwischen dem revolution&#228;ren Proletariat und der Aktivistenorganisation best&#228;tigt. Die extremistischste Ideologie kann eine konterrevolution&#228;re Position verstecken. Wenn auch einige Organisationen wie der Spartakusbund und die anarchosyndikalistische CNT-FAI Seite an Seite mit dem Proletariat bis zur gemeinsamen Niederlage k&#228;mpften, so beweist das doch nicht, dass diese Organisationen nicht f&#252;r ihre eigene Macht gek&#228;mpft h&#228;tten, wenn der Gegner besiegt worden w&#228;re.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;China ist nichts weiter als ein vulg&#228;rer Staatskapitalismus. Die Warenproduktion und die Lohnsklaverei wurden durch die &#8222;kommunistische&#8220; Machtergreifung nicht aufgehoben. Im Gegenteil, indem sie zu einem Bruch mit der Pl&#252;nderung von China durch die Imperialisten f&#252;hrte, konnte nur diese Machtergreifung es erm&#246;glichen, Kapital vor Ort zu akkumulieren und die Industrialisierung zu lancieren. Der Personenkult und der ideologische Druck, um das Volk zur Teilnahme am &#8222;Kampf an der Produktionsfront&#8220; zu dr&#228;ngen, f&#252;hrten nicht zur Eliminierung der klassischen Methoden. Diese Werbung f&#252;r Seife [Bild in der Originalbrosch&#252;re] bezeugt es.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unsere lokalen B&#252;rokraten, die von Maos &#8222;Dialektik&#8220; und der Erneuerung der Theorie durch die sogenannte B&#252;rokratiefeindlichkeit der Kulturrevolution schw&#228;rmen, werden vom roten China genauso entt&#228;uscht sein wie sie vom stalinistischen Russland entt&#228;uscht wurden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl sie in der Politik eingesperrt sind, bleiben die Aktivisten doch soziale Individuen, welche dem Einfluss ihres Milieus ausgesetzt sind. Wenn es heiss zu- und hergeht, werden potenziell viele ins Lager der Revolution wechseln. Man sah auch schon Gewerkschaftsdelegierte bei Entf&#252;hrungen eine Hauptrolle spielen! Doch die massive Fahnenflucht der Aktivisten wird aufgrund der Tatsache, dass die R&#228;te und die r&#228;tekommunistischen Revolution&#228;re st&#228;rker sein werden, umso wahrscheinlicher sein. Die Bewegung kann in ihren Erfolgen durch den Nachschub an etlichen Aktivisten unterst&#252;tzt werden, doch im Falle von Fehlern oder Unschl&#252;ssigkeit wird das Pendel in die andere Richtung ausschlagen. Die Aktivistenorganisationen werden gest&#228;rkt werden, durch die Zufuhr von Proletariern, die sich beruhigen wollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Liquidation der Arbeiterr&#228;te wurde m&#246;glich wegen ihrer Schw&#228;che, ihrer Unf&#228;higkeit, die Regeln der direkten Demokratie anzuwenden und effektiv alle Macht durch die Zerst&#246;rung aller &#228;usseren Macht an sich zu reissen. Die Aktivistenorganisationen sind eigentlich nur die eigene ver&#228;usserlichte Schw&#228;che des Proletariats, die sich gegen es wendet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Arbeiter werden wieder Fehler machen. Sie werden nicht sofort die ad&#228;quate Form ihrer Macht finden. Je weniger die Massen Illusionen bez&#252;glich des Aktivismus haben, desto eher wird die Macht der R&#228;te Chancen haben, sich zu entwickeln. Die Aktivisten diskreditieren und l&#228;cherlich machen, das ist die gegenw&#228;rtige Aufgabe der Revolution&#228;re. Diese Aufgabe wird vollendet werden, durch die Kritik in Form von Taten, durch die Entstehung r&#228;tekommunistischer Organisationen. Diese Organisationen werden ohne F&#252;hrungsspitze und b&#252;rokratischen Apparat auskommen. Als Produkt der Solidarit&#228;t der k&#228;mpferischen Arbeiter werden sie die freie Gemeinschaft autonomer Individuen sein. Nichts wird ihnen fremder sein als die ideologische Indoktrinierung und die organisationelle Einreihung. Sie werden nicht durch ihre Ideen, sondern vor allem durch ihr Verhalten in den K&#228;mpfen zeigen, dass sie nie andere Interessen als jene der Gesamtheit des Proletariats zu verfolgen drohen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Entwicklung des modernen Kapitalismus, die sich in der Besetzung allen gesellschaftlichen Raums durch die Waren, die Verallgemeinerung der Lohnarbeit, aber auch durch den Verfall der moralischen Werte, die Verachtung der Arbeit und der Ideologien &#228;ussert, wird die Gewalt des Zusammenstosses verst&#228;rken. Die Proletarier werden sehr viel schneller sehr viel weiter gehen als in der Vergangenheit. Die Aktivistenorganisationen konnten zwar fr&#252;her w&#228;hrend einer gewissen Zeit eine revolution&#228;re Rolle spielen, doch das wird nicht mehr m&#246;glich sein. Diese Organisationen werden schnell nur doch die M&#246;glichkeit haben, immer mehr auf der Seite der Konterrevolution zu stehen w&#228;hrend den n&#228;chsten grossen Schlachten des Klassenkampfes. Eingeklemmt zwischen dem Proletariat und der alten Welt werden sie nur &#252;berleben k&#246;nnen, indem sie letzterer als Festung dienen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Gewerkschafter und andere Aktivisten versuchen, die Versorgung, danach die Organisation der Produktion und die Aufrechterhaltung der Ordnung in die Hand zu nehmen, um auf die &#8222;Schw&#228;che&#8220; des Kapitals und des Staates zu reagieren und sich in den &#8222;Dienst der Hausfrauen&#8220; stellen, m&#252;ssen sie als das, was sie sind, behandelt werden: eine sich bildende neue F&#252;hrungsschicht. Die R&#228;tekommunisten werden daf&#252;r k&#228;mpfen m&#252;ssen, dass die f&#252;r besondere Aufgaben verantwortlichen Kommissionen und Delegierten EINZIG UND ALLEIN der Generalversammlung Rechtfertigung schulden und jeder Zeit widerrufbar sind. Die Mitglieder irgendeiner Organisation, welche in die R&#228;te gew&#228;hlt werden, d&#252;rfen nicht die Repr&#228;sentanten ihrer Organisation sein, sie sind die Delegierten der Arbeiter. Die R&#228;te m&#252;ssen ALLE MACHT UND KEINE SCHEINMACHT sein, die innerlich durch die Spaltung und die Versuche der Vereinnahmung der Organisationen geschw&#228;cht sind. Wir werden das Spiel der durch die Parteien in Politikerjahrm&#228;rkte transformierten russischen Sowjets oder der kommunistischen, sozialistischen, anarchistischen, trotzkistischen bewaffneten Kolonnen, welche sich w&#228;hrend des Spanienkrieges gegen&#252;berstanden und um Waffen und Einfluss bek&#228;mpften, nicht mehr spielen. Die R&#228;te werden alle Aufgaben, die zur Zerst&#246;rung der b&#252;rgerlichen Ordnung n&#246;tig sein werden, in die Hand nehmen und verbinden m&#252;ssen und all jene als Feinde behandeln, die ihnen dieses Recht absprechen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Organisation des Jeunes Travailleurs R&#233;volutionnaires [Organisation der jungen revolution&#228;ren Arbeiter]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.infokiosques.net/lire.php?id_article=536&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://libcom.org/article/militancy-highest-stage-alienation-organisation-des-jeunes-travailleurs-revolutionnaires&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Englische Version&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen und dem Englischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb4-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;CGT &#8211; Conf&#233;d&#233;ration g&#233;n&#233;rale du travail, eine Gewerkschaft, die traditionell eng mit der franz&#246;sischen kommunistischen Partei verbunden ist.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Alain Geismar &#8211; ein Mitglied der Parti socialiste unifi&#233; und Pr&#228;sident der Professorengewerkschaft der Universit&#228;t zu Beginn von Mai 1968. Er wurde zu einer der prominentesten Pers&#246;nlichkeiten der Maibewegung. Nach deren Ende stand er der Bewegung des 22. M&#228;rz nahe und schloss sich Anfang 1969, zusammen mit anderen Mitgliedern, der Gauche prol&#233;tarienne (GP) an, die f&#252;hrende Gruppe des aktivistischen Fl&#252;gels des franz&#246;sischen Maoismus (siehe Fussnote 5). Er wurde zu einem &#246;ffentlichen Sprachrohr der GP und zu einer Ber&#252;hmtheit als er 1970 wegen Anstiftung zum Landfriedensbruch ins Gef&#228;ngnis musste. Sp&#228;ter machte er als Akademiker Karriere und wurde Berater der sozialistischen Regierung.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;CFDT &#8211; Conf&#233;d&#233;ration fran&#231;aise d&#233;mocratique du travail &#8211; franz&#246;sische Gewerkschaftsf&#246;deration. Nach dem Mai 68 (f&#252;r welchen sie mehr Sympathie hatte als die mit der kommunistischen Partei verbundene CGT) entwickelte sie starke Beziehungen zur Parti socialiste unifi&#233; und wurde stark mit der Sache der Selbstverwaltung identifiziert. Sp&#228;ter n&#228;herte sie sich der sozialistischen Partei an.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;AJS &#8211; Alliance des jeunes pour le socialisme. Gegr&#252;ndet 1969 als Jugendorganisation der (lambertistischen) Organisation communiste internationaliste. Die OCI war 1968 die am meisten &#8222;altlinke&#8220; der franz&#246;sischen trotzkistischen Gruppen (sie war Mitglied des Internationalen Komitees der Vierten Internationalen mit der Socialist Labour League von Healy, bis sie mit diesem 1971 brach). Sie schaffte das bemerkenswerte Kunstst&#252;ck, junge Leute aufzurufen, 1968 Barrikaden niederzureissen und trotzdem danach kurz von der Regierung verboten zu werden. Ihr junger Fl&#252;gel, die AJS, erlangte einen wenig beneidenswerten Ruf f&#252;r ihren manipulativen Frontismus. Siehe Roland Biard, Dictionnaire de l'extr&#234;me-gauche de 1945 &#224; nos jours, Belfond, Paris, 1978, S. 23-26. und zur OCI, A. Belden Fields, Trotskyism and Maoism - Theory and Practise in France and the United States, Autonomedia, New York, 1988, S. 64-73 und Kap. 7.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gauche prol&#233;tarienne (GP). Gegr&#252;ndet im September 1968 von ehemaligen Mitgliedern der (marxistisch-leninistischen) Union des jeunesses communistes, eine von Althusser inspirierte maoistische Gruppe, die sich 1966 von der UEC, der offiziellen Studentengruppe der kommunistischen Partei, abgespalten hatte. Anfang 1969 schlossen sich ihr einige Mitglieder der &#8222;spontaneistischen&#8220; Bewegung des 22. M&#228;rz an und in den n&#228;chsten drei, vier Jahren war die GP jene Gruppe, welche von den &#8222;nichtparteilichen&#8220;, aktivistischen maoistischen Gruppen am ehesten repr&#228;sentativ war. Diese Str&#246;mung, welche ausserhalb Frankreichs kaum Pendants hatte, ist im Buch von A. Belden detailliert beschrieben (das betreffende Kapitel kann online gelesen werden). Ein Merkmal der GP war die Anzahl &#8222;Pers&#246;nlichkeiten&#8220;, welche sie sowohl als Sympathisanten anzog (u.a. Sartre und der Verleger Maspero) als auch kreierte &#8211; in Frankreich war sie exemplarisch f&#252;r die Praxis des &#8222;radical chic&#8220;. Ihre organisationelle Praxis war exemplarisch f&#252;r das, was sp&#228;ter in den USA und im Vereinigten K&#246;nigreich als die Tyrannei der Strukturlosigkeit beschrieben wurde. Von der Regierung 1970 verboten, existierte die GP weiterhin durch etliche Fronten und einem Netzwerk von Gruppen und durch die Versuche, andere Projekte zu kontrollieren. Siehe Roland Biard, Dictionnaire de l'extr&#234;me-gauche de 1945 &#224; nos jours, Belfond, Paris, 1978, S. 23-26, 253-7 und A. Belden Fields, Trotskyism and Maoism - Theory and Practise in France and the United States, Autonomedia, New York, 1988, Kap. 3.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ligue communiste. Die OCI (siehe Fussnote 4) repr&#228;sentierte die &#8222;alte Linke&#8220; innerhalb des Trotzkismus und die Ligue communiste die &#8222;neue Linke&#8220;, basierend auf den &#8222;neuen Avantgarden&#8220; der Jugend, der Studenten, des schwarzen Nationalismus und der nationalen Befreiungsbewegungen. Der Name Ligue communiste wurde 1968 gew&#228;hlt, als der (frankistische) Parti communiste internationaliste (PCI) und die Jeunesse communiste r&#233;volutionnaire (JCR), die von ihr kontrollierte Studentengruppe, von der Regierung verboten wurden. Als franz&#246;sische Sektion des Vereinigten Sekretariats der Vierten Internationalen hatte der PCI bis 1968 Entrismus innerhalb der franz&#246;sischen Kommunistischen Partei praktiziert. Sein Einfluss auf die offizielle Studentengruppe der Partei f&#252;hrte 1967 zur Gr&#252;ndung der JCR. Die JCR war eine der aktivsten politischen Studentengruppen w&#228;hrend dem Mai 68 und ihr erfolgreicher Aufstieg war das Sprungbrett f&#252;r die Gr&#252;ndung der Liga. Siehe Roland Biard, Dictionnaire de l'extr&#234;me-gauche de 1945 &#224; nos jours, Belfond, Paris, 1978, S. 206-9, 199-200, 266-70 und A. Belden Fields, Trotskyism and Maoism - Theory and Practise in France and the United States, Autonomedia, New York, 1988, S 49-64 und Kap. 7.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Der Secours rouge (Rote Hilfe) wurde 1970 von einem Komitee von &#8222;Aktivisten und Pers&#246;nlichkeiten&#8220; (Biard), darunter auch der allgegenw&#228;rtige Sartre, gegr&#252;ndet. Sein Zweck war es, ein einheitliches Gremium zur Organisation der praktischen Verteidigung und des praktischen Kampfes zu sein, theoretisch kontrolliert von lokalen Volksversammlungen. Er wurde von mehreren trotzkistischen, maoistischen und anarchistischen Gruppen unterst&#252;tzt und organisierte Aktivit&#228;ten, die von Demonstrationen bis zu Versuchen praktischer Solidarit&#228;t verschiedener Art reichten. In Wirklichkeit war der Secours rouge allen voran eine Initiative der maoistischen Gauche prol&#233;tarienne, die in der Zwischenzeit von der Regierung verboten worden war und in Form von Netzwerken von Gruppen und Organisationen existierte, die sie entweder selber aufgleiste oder einfach daran beteiligt war (siehe Fussnote 5). Von Anfang an bek&#228;mpften sich die verschiedenen Gruppierungen und nach und nach spalteten sich die trotzkistischen Gruppen und der linkssozialistische PSU ab und &#252;berliessen den Aktivisten der ehemaligen GP die Kontrolle bis sich der Secours rouge komplett aufl&#246;ste. Siehe Roland Biard, Dictionnaire de l'extr&#234;me-gauche de 1945 &#224; nos jours, Belfond, Paris, 1978, S. 345-346 und A. Belden Fields, Trotskyism and Maoism - Theory and Practise in France and the United States, Autonomedia, New York, 1988, Kap. 3, S. 108-109.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Arbeiter- und Bauernversammlungen der PSU. Der Parti socialiste unifi&#233; (PSU) war eine kleine, 1960 gegr&#252;ndete linkssozialistische Partei. Sehr gespalten &#252;ber ihre politische Linie w&#228;hrend den Wahlen 1969 und mit starkem Druck von Sektionen ihrer Mitgliedschaft (sie integrierte viele j&#252;ngere und militantere Neumitglieder nach dem Mai 68), entschied die nationale Koordination der Partei, im ganzen Land Arbeiter- und Bauernversammlungen einzuberufen. Das neue Element war, dass sie offen f&#252;r Nichtmitglieder der Partei waren und beauftragt, Strategiedokumente f&#252;r den Parteikongress in Lille 1971 zu formulieren. Nicht &#252;berraschend wurden die Versammlungen sofort zur B&#252;hne f&#252;r K&#228;mpfe um Einfluss zwischen den diversen Fraktionen der Partei und die Texte, welche schliesslich am Kongress pr&#228;sentiert wurden, repr&#228;sentierten eher die Fraktionen als die &#8222;Stimme der k&#228;mpfenden Massen&#8220;. Siehe Roland Biard, Dictionnaire de l'extr&#234;me-gauche de 1945 &#224; nos jours, Belfond, Paris, 1978, S. 280-309, v.a. 295-300.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die OJTR (Organisation des jeunes travailleurs r&#233;volutionnaires) war die Gruppe, welche diesen Text verfasste.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cahiers de Mai &#8211; 1968 von einigen Aktivisten aus Nantes und Umgebung gegr&#252;ndete Zeitschrift, die urspr&#252;nglich zum Ziel hatte, den Standpunkt der im Mai geformten Aktionskomitees ausdr&#252;cken. Als die w&#228;hrend dem Mai 68 entstandene Bewegung verschwand, bekam die Zeitschrift ein Forum zur Diskussion und Bekanntmachung von Arbeiterk&#228;mpfen. Im Januar 1969 initiierte sie eine Debatte zum Thema &#8222;Wie k&#246;nnen wir den Arbeitern helfen, zur revolution&#228;ren Aktion &#252;berzugehen?&#8220;. In dieser Debatte waren Arbeiter sowohl als Aktivisten involviert und etliche Studiengruppen wurden aufgegleist. Es folgte 1972 ein Versuch, das ganze zu formalisieren durch einen Verein der Freunde der Cahiers de Mai, dem Einsatz f&#252;r neue Organisations- und Aktionsformen und f&#252;r autonomen Kampf ergeben. Dennoch, wie Biard es formuliert, &#8222;...ist die Idee der Autonomie der Arbeiterklasse eng mit der Idee der Organisation der Revolution&#228;re verbunden. Wie sind die Verh&#228;ltnisse zwischen den autonomen Bewegungen und den revolution&#228;ren Gruppen? Je nach Antwort zu dieser Frage &#8211; von der Ablehnung revolution&#228;rer Gruppen bis zur Anerkennung ihrer Rolle als Avantgarde &#8211; gibt es unendlich viele m&#246;gliche Positionen&#8220;. Die Publikation der Zeitschrift wurde 1975 eingestellt. Siehe Roland Biard, Dictionnaire de l'extr&#234;me-gauche de 1945 &#224; nos jours, Belfond, Paris, 1978, S. 57-58.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Humanit&#233; rouge &#8211; Zeitschrift der Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei Frankreichs (PCMLF), eine im Dezember 1967 von einigen ehemaligen Mitgliedern der Kommunistischen Partei gegr&#252;ndete zentralistische maoistische Partei. Im Gegensatz zur Althusser anh&#228;ngenden UJCML, welche sich von der Studentengruppe der KP abspaltete und das Sammelbecken f&#252;r die &#8222;parteilose&#8220; maoistische Str&#246;mung wie die Gauche prol&#233;tarienne (siehe Fussnote 5) war, bestand die PCMLF v.a. aus Ultra-Stalinisten, die ablehnten, was sie den &#8222;Revisionismus&#8220; der KP nannten. Aktiv im Mai 68 wurde sie wie viele andere Organisationen verboten und arbeitete danach klandestin, die Zeitschrift Humanit&#233; rouge wurde zu ihrem &#246;ffentlichen Gesicht und Namen. Siehe Roland Biard, Dictionnaire de l'extr&#234;me-gauche de 1945 &#224; nos jours, Belfond, Paris, 1978, S. 270-273 und A. Belden Fields, Trotskyism and Maoism - Theory and Practise in France and the United States, Autonomedia, New York, 1988, Kap. 3.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		
		<enclosure url="http://kommunisierung.net/IMG/pdf/aktivismusentfremdungpdf.pdf" length="102675" type="application/pdf" />
		

	</item>



</channel>

</rss>
